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Oberbaselbieter Zeitung vom 8. Dezember 2022

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Nr. 49 24. Jahrgang Donnerstag, 8. Dezember 2022

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Region Liestal

Die Brass Band MG Füllinsdorf und die Jugend Brass Band RML servierten eine bunte Mischung. Seite 7

Region Gelterkinden

SCHREINEREI FENSTERBAU ZIMMEREI

Region Waldenburg

Am Wochenende fand in Zunzgen der legendäre Chlausä-Cup mit grosser Beteiligung statt. Seite 13

Einmal mehr hatte der Jodlerklub Echo vom Ramstein zur Jodler-Wiehnacht eingeladen. Seite 17

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13-Kilometer-Strecke nimmt Betrieb auf

Waldenburg Das «Waldenburgerli» startet frühmorgens um 5.06 Uhr WILLI WENGER

Am Sonntag um 5.06 Uhr beginnt in Waldenburg ein neues Bahn-Zeitalter. Um diese Zeit startet das neue «Waldenburgerli» erstmals in Richtung Liestal. Die modernste Meterspurbahn Europas bricht dann in ihre wegweisende Zukunft auf, sind doch die Fahrzeuge und die Infrastruktur mit einem digitalen Zugsteuerungs- und Zugsicherungssystem ausgerüstet, was im Meterspurbereich einen neuen Standard setzt und dereinst die Skalierung hin zu einem autonomen Betrieb ermöglicht. Der Direktor der BLT Baselland Transport AG, Andres Büttiker, hat vor Wochenfrist im neuen Bahnhof in Waldenburg darauf hingewiesen, dass nach sieben Jahren Planungs- und Bauzeit nunmehr eine Punktlandung bevorstehe. Seit der Fixierung des Eröffnungstermins vom Sonntag am Projektstart im Jahre 2016 sei dies nicht selbstverständlich. «Ich halte dies angesichts der komplexen Aufgabe und des grossen Zeitdrucks für eine bemerkenswerte Leistung.» Es musste (sehr) viel geleistet werden. So ein aufwendiges Plangenehmigungsverfahren durchlaufen, Grundstücksverhandlungen mit 256 (!) Anstössern geführt, Unvorhergesehenes wie der Hangabtrag in Hölstein und dazu noch die Coronapandemie. Die BLT sei gefordert gewesen, wie selten, so Büttiker in Waldenburg. Für die Infrastruktur wurden 320 Millionen Franken budgetiert. Schliesslich wird das Bauwerk mit seinem architektonisch bemerkenswerten Bahnhofsgebäude in Waldenburg acht Prozent teurer werden, was ein Kostenplus von 25 Millionen Franken darstellt. Büttiker begründete die Mehrkosten dahin

Frohe Weihnachten wünscht

In den vergangenen Wochen und Tagen wurden die Zugführer auf den bereitstehenden Waldenburgerli ausgebildet. F OTO: W. WENGER gehend, dass nicht vorhersehbare Rahmenbedingungen im Bereich des Hochwasserschutzes, der hohe Zeitdruck sowie die ausserordentliche Bauteuerung zu den letztlich 345 Millionen Franken an Kosten führten. Weitere 54 Millionen Franken kostet das Rollmaterial. Für dieses waren 60 Millionen Franken geplant. Der um zehn Prozent tiefere Beschaffungspreis sei, so die BLTVerantwortlichen, unter anderem auf die gemeinsame Beschaffung der Fahrzeuge mit der Aargau Verkehr AG zurückzuführen.

Fredi Schödler, der stellvertretende Direktor der BLT, hielt fest, dass die nunmehr gefertigte Infrastruktur als solche ein Bahnbau für die Zukunft darstelle. Als eines der Schlaglichter nannte er das digitale Zugsicherungssystem, das richtungsweisend sei. Reto Rotzler, der Leiter Infrastruktur, sagte, dass der Bau auch eine logistische Herausforderung gewesen sei. «Im engen Tal mussten nicht nur Unmengen an Material gelagert, sondern auch der Verkehr aufrechterhalten werden.» Zahlen sprechen hier Bände. Es mussten 300 000 Tonnen Aus-

hubmaterial weggeführt sowie 2400 Tonnen Schienen und 5000 Tonnen Schwellen verlegt werden. Im Weiteren wurden 56 000 Tonnen Frischbeton und 66 000 Tonnen neuer Schotter verbaut. Und: Im Bahnhof Waldenburg mit seiner schräg gestellten Betonrippen-Fassade wurde das dahinterliegende Terrain mit seinen Felswänden quasi perfekt aufgenommen. Der sich im Gebäude befindliche Kiosk als einziger Laden im Dorf stand nie zur Diskussion. Er ist für die Bevölkerung von Waldenburg unverzichtbar. Fortsetzung auf Seite 3

Andi Benz, Filialleiter, Hörgeräteakustiker m. eidg. FA, Pädakustiker Hörmittelzentrale Nordwestschweiz AG Rathausstrasse 11, 4410 Liestal 061 903 17 17

Kolumne

Verhochdeutscht Auf der Internetseite von Swisstopo kann man Landkarten digital übereinander legen. Wenn man zum Beispiel die Landeskarten im Massstab 1:25 000 von 1991 und 2021 vergleicht, stellt man verwundert fest, dass die Flurnamen von der ehemaligen Landestopografie teils massiv anders geschrieben werden als noch vor dreissig Jahren. Sie wurden «verhochdeutscht». Sass da ein deutscher Kartograf über dem Kartenblatt, der die Dialektworte ausmerzen wollte? Ein paar Müschterli: Aus der «Tummeten» wurde die «Thommeten», aus dem «Chänel» der «Känel», der «Sidenhof» mutierte zum «Seidenhof» und das Sennhus heisst neu «Sennhaus». Ganz arge Beispiele finden sich bei den «Nünbrünnen», die «Neunbrunn» heissen sollen, oder der zum «Holznechhübel» umgetaufte «Holznachthübel», obschon der Hof ein paar Milimeter weiter unten immer noch «Holznacht» heisst. Nur in Einzelfällen gab es minime Dialektisierungen: «Schuflenberg» – «Schufleberg», «Dünnlenberg – Dünnleberg». Die sprachliche Neuschöpfung von Swisstopo ist umso fragwürdiger, da sich ja die umgangssprachliche Bezeichnung der Fluren nicht geändert hat. Ich jedenfalls habe noch nie jemanden in Niederdorf getroffen, der den «Seidenhof» gesucht hätte. Auch wird wohl nie ein Wanderer von der neuen «Kunisrütti» (statt «Chuenisrütti») bis «Neunbrunn» vordringen. Absurde Namengebilde, die korrigiert werden sollten, mit einer Ausnahme: Nur die «Richtiflue» heisst auch 2021 so und wurde nicht zu einer «Richtifluh». Richtig so. LORENZ DEGEN

Die letzte ObZ-Ausgabe im Jahr 2022 erscheint nächste Woche, am 15. Dezember. Nach einer zweiwöchigen Erscheinungspause geht es weiter am 5. Januar 2023 mit der ersten Ausgabe des neuen Jahres. Redaktionsschluss ist wie immer am Montag um 10 Uhr der laufenden Woche, Inseratenschluss am Montag um 16 Uhr. Das ObZ-Team wünscht Ihnen eine schöne Adventszeit und jetzt schon einen guten Rutsch! REDAK TION OBZ

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