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Oberbaselbieter Zeitung vom 10. November 2022

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Nr. 45 24. Jahrgang Donnerstag, 10. November 2022 • • • • • •

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Das Programm der Kulturnacht weckt die Vorfreude auf einen vielseitigen Abend mit über 140 Anlässen. Seite 9

Der Tischtennisclub Gelterkinden führte am Sonntag sein beliebtes Volksturnier in der MZH durch. Seite 13

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Der Jodlerklub Hohwacht hat am Wochenende zum traditionellen Heimatabend eingeladen. Seite 17

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Der Helfer, der Selbstsicherheit schenkt

Blindenhund Partner auf vier Beinen: Terrier «Basco» erleichtert Seraina Meyer den Alltag MARC SCHAFFNER

Basco ist ein achtjähriger Airedale Terrier, eine Rasse, die für ihren aufmerksamen und unternehmungslustigen Charakter bekannt ist. Oder wie es seine Halterin Seraina Meyer ausdrückt: «Er ist ein Schlawiner!» Bosco ist aber auch ein hoch qualifizierter Experte auf seinem Gebiet: An der Blindenhundeschule Liestal ist er zum Führhund ausgebildet worden und hat im April 2017 seine Prüfung bestanden. Noch am selben Nachmittag durfte ihn Seraina Meyer bei sich zu Hause in Empfang nehmen. Seither ist er für sie zu einem unerlässlichen Begleiter geworden. Als Person mit einer Sehbeeinträchtigung empfindet sie es als grosse Erleichterung, im Alltag einen «Partner auf vier Beinen» zur Seite zu haben. Seraina Meyer hatte vor Basco schon andere Blindenhunde, der erste war ebenfalls ein Airedale Terrier, der zweite eine Labrador-Golden-RetrieverMischung. Als dieser starb, war sie ein halbes Jahr lang «hundelos». Diese Zeit sei wichtig gewesen: «Der andere Hund bleibt immer im Herzen, aber jetzt war ich offen für einen neuen», erklärt Seraina Meyer.

Basco ist ein schlauer Hund, der ein «eigenes Köpfchen» hat.

Schwieriger Hund? Eine Herausforderung! Als sie vernahm, dass an der Blindenhundeschule ein Airedale Terrier in Ausbildung war, wurde sie hellhörig: «Es hiess, er sei ein Schwieriger, weil er ein Terrier ist, aber das war für mich wie eine Herausforderung.» Für sie stand fest, dass sie keine «Schlaftablette» will, sondern einen lebhaften Hund, der zügig läuft. Noch als Junghund war Basco zwei Wochen lang bei Seraina Meyer in den «Ferien» und es zeigte sich, dass beide gut zueinander passen. Als er dann nach seiner Prüfung definitiv bei

ihr einzog, mussten sie sich trotzdem noch aneinander gewöhnen und einander kennenlernen. «Es ist wie in einer Beziehung», sagt Seraina Meyer. «Auch ich war für ihn jemand Neues.» Beim ersten Hund sei es am einfachsten, meint Seraina Meyer, weil sie weniger Erfahrung habe und alles einfach hinnehme, wie es komme. Später habe man dann eigene Vorstellungen, wie die Hund-Mensch-Beziehung aussehen sollte – aber man müsse eben kompromissbereit sein. Von ihrem vorherigen Hund war sie gewohnt, dass er sie am Morgen weckte, weil er hungrig war, dafür war

er abends schneller müde. Bei Basco ist es genau umgekehrt: morgens «chillig», abends länger aktiv. Ein Team, das sich blind versteht «Es dauert eine Zeit, bis man wirklich zu einem Team wird», beobachtet Seraina Meyer. Es sei ein langsames Herantasten, das im Unterbewusstsein geschehe, aber irgendwann merke man, dass es so weit sei und dass sich beide «blind» verstehen. «Und das ist auch nötig bei der IV-Abnahme», betont Seraina Meyer. «Als Führhund ist er top», ist die Hundehalterin überzeugt. Das heisst aber

F O T O: Z V G

nicht, dass er nicht seine Eigenheiten hat: Beispielsweise bellt er, wenn er anderen Hunden begegnet. «Viele Leute sind erstaunt, dass ein Blindenführhund bellt», stellt Seraina Meyer fest. Sie selber hat kein Problem damit: «Er soll keine Maschine sein, sondern Hund bleiben dürfen.» Natürlich immer unter der Voraussetzung, dass er die Halterin nicht in Gefahr bringe. Während seiner Ausbildung sei Basco sicher nicht der Einfachste gewesen, ist sich Seraina Meyer bewusst, denn er sei schlau und habe sein eigenes Köpfchen. Fortsetzung auf Seite 3

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Kolumne

Fussball-WM

Am 20. November beginnt die FussballWeltmeisterschaft in der absoluten Monarchie Katar, die während Jahren für fast 400 Millionen Dollar Fussballfunktionäre in der ganzen Welt ausspionieren liess. Man überlässt in Katar eben nichts dem Zufall. Wer noch glaubt, beim Zuschlag der FIFA an Katar sei alles mit rechten Dingen zugegangen, ist naiv. Längst ist der Fussballbetrieb ein Paralleluniversum, in das wir nur einen selektiven Einblick haben. Katar hat schon längst seine Finger im lukrativen Geschäft. Paris Saint-Germain gehört seit zehn Jahren den Qatar Sports Investments. Von allen Bewerbern für die WM 2022 hatte Katar klimatisch, punkto Menschenrechtssituation und auch bezüglich der bestehenden Stadien die schlechtesten Karten. Aber Katar hat unfassbar viel Geld und Öl. Um den Grossevent termingerecht zu stemmen, engagierte der Staat Hunderttausende von Arbeitsmigranten, die für geringen Lohn, unter schlechten Bedingen und höchstem Risiko für Leib und Leben schuften mussten. Über 15 000 dieser Halbsklaven, denen man die Pässe wegnimmt und die teilweise bis heute auf ihre Lohnauszahlung warten, sind bei der Plackerei ums Leben gekommen. Auch die weichgezeichneten PR-Filmchen auf SRF können nicht über diesen Umstand hinwegtäuschen. Die Menschenrechtslage in Katar ist desolat, Frauen unterstehen männlicher Kuratel, Homosexuelle werden ins Gefängnis geworfen und es herrscht noch die Todesstrafe. Die Hoffnung, die WM in Katar werde etwas am System verbessern, ist illusionär; man denke nur an die internationalen Sportveranstaltungen in Russland und China. Wer trotzdem die WM im Fernsehen anschaut, sollte stets die Schicksale der toten Wanderarbeiter und deren Familien vor Augen haben. Wohl bekomm’s! THOMAS BRUNNSCHWEILER

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