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Oberbaselbieter Zeitung vom 27.10.2022

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Nr. 43 24. Jahrgang Donnerstag, 27. Oktober 2022

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Feenhaft: Sopranistin Regula Mühlemann sang in der Stadtkirche Liestal über Fabelwesen. Seite 9

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Übersetzung des Namens ins Deutsche, «Störtebekers» ist Plattdeutsch. Pitt Isler führte durch das Programm, er fuhr acht Jahre durch die Meere dieser Welt, wie er erklärte. Aufgehört hat er nicht aus freien Stücken. Es brauchte nach dem Aufkommen der Container schlicht und einfach wesentlich weniger Personal. Als noch Stückgut transportiert wurde, die Ware also in Säcken oder lose transportiert wurde, brauchte man zum Entladen einer Schiffsladung mehrere Tage und zum Beladen wiederum viel Zeit. Heute reiche ein Kranführer um in kurzer Zeit ein Containerschiff zu entladen. So kam es, dass ein Frachter eine relativ lange

Liegezeit in einem Hafen, etwa in Westafrika oder irgendwo in Asien stationiert war. In der Regel sei die Heuer, der Lohn also, bei den Landgängen draufgegangen, so Isler. Die Lieder handeln von diesem Leben, Shantys nennt man diese Arbeiterlieder. Viele stammen aus den Jahrhunderten zuvor, sie thematisieren die harte Arbeit auf den Segelschiffen. Maschinen gabe es keine, «Roll the Cotton down» der Titel eines der Lieder. Es waren damals Sklaven, die mit Muskelkraft die Baumwollballen verladen mussten. Fortsetzung auf Seite 3

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René Bolliger, eindrückliche Bühnenpräsenz des 94-Jährigen.

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Langenbruck Die Schiffervereine schwelgten im Hofgut Spittel in Erinnerungen

Stimmgewaltiger Seemanns-Chor Damals zählten die «Störtebekers!» mehr als 20 Mitglieder, heute singen noch neun Seemänner mit, das aber kräftig. «Stürz den Becher!», lautet die

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«Vo Härze» war das Motto am Jodlerobe des Jodlerklubs Spitzeflüeli in Waldenburg. Seite 19

Grandioser Auftritt der Störtebekers Vom Rhein auf den Hauenstein sagten sich die Schiffervereine und erinnerten am vergangenen Samstag an einer eindrücklichen Feier auf dem Langenbrucker Hofgut Spittel an Rudolf Gelpke, den Pionier der Rheinschifffahrt, der in Waldenburg lebte. Die Villa Gelpke hinter dem Waldenburger Bahnhof erinnert an ihn. Man traf sich aus gutem Grund im Hofgut Spittel, wurden doch dort die Matrosen und Schiffsjungen gegen Ende des Weltkrieges einquartiert. Die Rheinschifffahrt brach damals zusammen, es wurde schlicht zu gefährlich, der Krieg wurde gnadenlos geführt, die Bomben fielen auch auf den Rhein. Der 94-jährige René Bolliger war als junger Bursche auf dem Hofgut Spittel. Er kann sich lebhaft erinnern, es sei etwa so zugegangen wie im Militärdienst, frühe Tagwache geregelte Arbeitseinsätze tagsüber, es wurden Wege gebaut oder geholzt. Am Abend seien sie auch in den Ausgang gegangen, einmal nach Langenbruck und ein andermal nach Waldenburg. Die Beizenszene musste damals an beiden Orten deutlich lebendiger gewesen sein als heutzutage. In beiden Dörfern sei jeweils gewarnt worden, gebt Sorge zu euren Töchtern, schaut, dass sie abends zuhause sind, die «Schifflibuebe» sind da. «So kam es, dass wir manchmal mit unseren Kameraden tanzten», erinnert sich Bolliger lachend. Dann war Zeit für den Auftritt im Chor der Seemänner, bei denen singt Bolliger seit der Gründung 1962 mit.

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Region Waldenburg

Aus dem neuen Sammelbuch wurden in Gelterkinden Lebensgeschichten vorgelesen. Seite 16

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Vollbepackt mit neuem Wissen über Babybrei und Beikost-Nahrung, mache ich mich auf den Weg in die Abteilung für Babynahrung unseres hiesigen Lebensmittelladens. Was ich mir dick hinter die Ohren geschrieben habe nach diversen fachkundigen Lektüren zu diesem Thema: Immer jedes Gemüse einzeln einführen und zufüttern! So können Unverträglichkeiten herausgefunden werden. Klingt für mich logisch. Wird also beachtet. So stehe ich vor dem Regal und mache grosse Augen, denn da in dieser wirklich sehr überschaubaren Auswahl an Babynahrung, finde ich nicht ein einziges Gemüse, welches einzeln in so einem Gläschen gelandet wäre. Ich suche nach der richtigen Altersempfehlung und bleibe beim mickrigen Angebot von «ab vier Monaten bis sechs Monaten» hängen. Ich habe die Qual der Wahl zwischen «Gemüseallerlei» (einer Mischung aus Karotten, Kartoffeln, Blumenkohl und Erbsen), «Spaghetti Bolognese (!)», «Gute Nacht Griessbrei» (Zusatzinformation: Nach dieser Abendmahlzeit bitte Zähne putzen! Welche Zähne ab vier Monaten, frage ich mich da?) und der absolut skurrilen Kombination von «Wildlachs mit Gemüse» (Wildlachs, Kartoffeln, Karotten, Tomaten, Zwiebeln, Reismehl). Wildlachs – man lasse sich dies auf der Zunge zergehen. Wildlachs! Ungläubig starre ich in das Regal. Am liebsten würde ich mir meine Augen reiben und nochmals neu nachsehen. Natürlich finde ich es schön, dass auch pescetarische Kleinkinder und Feinschmecker-Babys berücksichtig werden aber, gopfriedstutz, wo zum Geier sind «Kürbis», «Karotte» und «Kartoffel» hin verschwunden? Dieses einzelnen empfohlenen Gemüse eben. Selbstverständlich könnten diese einfachen Gemüsebreie auch selber hergestellt werden. Kennt man jedoch Monsieur, so weiss man nicht ganz genau, ob er dann die liebevoll vorbereiteten und wieder aufgetauten Breie dann auch gänzlich akzeptiert. («Been-there-done-that» in Sachen abgepumpter und aufgetauter Milch. So nicht, mein Freundchen. In diese Falle stolpere ich nicht nochmals. Ha!) Angekommen im Lebensmittelgeschäft Nummer zwei meines Vertrauens das gleiche Trauerspiel. Kein Gemüsebrei. Der Wildlachs lächelt mich hämisch durch das Glas an. He. He. He! Online wird mir erklärt, welche Sorten in den Filialen nicht erhältlich sind (welch Quell der Erkenntnis) und welche bestellt werden könnten. Kurz überlege ich mir ernsthaft, ob ich vier Gläschen «Butternut Kürbis» in den Warenkorb legen soll, zwecks «Amuse-Bouche» für Böpperli. Was ich selbstverständlich gleich wieder verwerfe, da es liefertechnisch natürlich keinen Sinn machen würde (und ich für ungefähr weitere 90 Franken weiter shoppen müsste). Nach einem tiefen Seufzer mache ich mich konsterniert auf den Weg in die Frischfisch-Abteilung. Ich werde mir Austern sowie eine Flasche Moët Champagner besorgen, den Pürierstab hervorkramen und mein Baby heute mal kulinarisch überraschen. Was die können, kann ich schon lange! STEPHANIE WALLISER


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