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Nr. 42 24. Jahrgang Donnerstag, 20. Oktober 2022
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Region Liestal
Zugunsten eines Ukraine-Hilfswerks stellt die Liestaler Künstlerin Christin Heinimann ihre Bilder aus. Seite 5
Region Gelterkinden
Papa Moll feierte seinen 70. Geburtstag auf der Wasserfallen in Reigoldswil.
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Die Recycling-Fee
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Venen? Wunden? Hämorrhoiden?
Hölstein
Kolumne
Vernissage Ausstellung «Zeichen und Spuren der Zeit» im Industriemuseum Waldenburgertal in Niederdorf
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Region Waldenburg
Der Herbstmarkt in Gelterkinden war wiederum ein grosser Erfolg und zog viele Besucher an. Seite 14
Tal der Tüftler Die Uhrenindustrie hat im Waldenburgertal manche Spuren hinterlassen, ein Jahrhundert war sie der wichtigste Arbeitgeber zwischen Hölstein und Waldenburg. Auch Niederdorf war ein wichtiger Standort, das ist in der Heimatkunde, die letztes Jahr herauskam, ausführlich dokumentiert. Als Ergänzung zur Heimatkunde wurde von Helene Koch die jetzige Ausstellung gestaltet, sie zeigt eindrücklich, welch kluge Köpfe in Niederdorf aktiv waren sowie anhand verschiedener Objekte wie die Zeiten sich geändert haben. Da ist die legendäre Handsämaschine, die in den 1940er-Jahren von Othmar Plattner konstruiert wurde. Auch ein Teuchel
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Hühner im Brotteig
Die Geschichte sorgte für grosse Heiterkeit, Rémy Suter hat sie an der Vernissage vorgetragen. Der Ziefner Kulturhistoriker hat die Vernissage fachkundig begleitet. Niedergeschrieben wurde die Geschichte mit den Hühnern von Ida Schweizer-Buser, sie wurde im 1980 erschienenen schmalen Bändchen «Eigegwächs» abgedruckt. Passiert sei das Malheur an Ida Schweizer-Busers Backtag, sie habe den Brotteig in der Küche eine Weile unbeaufsichtigt gelassen, was die frei laufenden Hühner sofort genutzt hätten und sich am köstlichen Teig gütlich taten. Der Schaden am Teig sei klein gewesen, wegwerfen kam nicht infrage. Die Laibe wurden gebacken, niemand der grossen Familie habe sich beklagt oder gar Beschwerden geäussert. Eine der Töchter war Mitwisserin des Ungeschicks, sie wurde von Ida SchweizerBuser ins Gebet genommen, ja niemandem etwas zu erzählen. Das Versprechen hielt eine gewisse Zeit, als sich das Kind verplapperte, war das Brot längst verzehrt. Die Geschichte kam am Familientisch ans Licht und blieb ohne Folgen. Rémy Suter war für eine zweite Geschichte besorgt, die einer Uhr, die weit gereist ist und im Bernbiet gebaut wurde. Der Lebenslauf dieser besonderen Uhr begann Mitte des 18. Jahrhunderts in Röthenbach, dann besass sie ein Langenbrucker Bäcker, kam danach nach Oberdorf, bevor ein Uhrentechniker sie mit nach New York nahm, 1973 sei sie wieder zurück in die Schweiz gekommen, so Suter. Sie war am Schluss im Familienbesitz der Familie Suter, die sie schliesslich im Jahr 2017 dem Industriemuseum schenkte. Heute hat das bestens erhaltene Prunkstück dort einen Ehrenplatz.
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wird gezeigt, eine Wasserleitung, die in einen Fichtenstamm gebohrt wurde. Mit Muskelkraft wurde damals mit dem Teuchelbohrer eine 60 Millimeter weite Leitung in den Stamm gebohrt. Daneben liegen Feuerhörner, sie wurden zur Alarmierung der Bevölkerung eingesetzt. Die Rationierungskarten und Brotcoupons erinnern an die Kriegszeit vor 80 Jahren, an Not und Entbehrungen, wie sie in unseren Breitengraden kaum mehr vorstellbar sind. Wenn all diese Objekte physisch vor einem liegen, ausgiebig betrachtet werden können, so eröffnet das schon eine weitere Dimension, eine Erweiterung der geschriebenen Texte aus der Heimatkunde. Fortsetzung auf Seite 2
Glauben Sie an Märchen? Eines der modernen Märchen ist jenes von der fleissigen Recycling-Fee, die angeblich allen recycelbaren Müll zu hochwertigen Gegenständen verwandelt. Auf immer mehr Verpackungen findet sich der Aufdruck «100Prozent recyclebar». Wenn dem so wäre, warum finden sich dann kaum Gebrauchsgegenstände aus recyceltem Plastik zu kaufen? Und warum wird heute mehr Neuplastik produziert als je zuvor? Der Film «Die Recyclinglüge», Gewinner des 9. ARD-Dokumentarfilm-Wettbewerbs 2020, lief vor einiger Zeit im Fernsehen. Der Film zeigt auf, dass wir der Illusion aufsitzen, die angeblich recycelbaren Plastikverpackungen würden umweltgerecht weiterverarbeitet. Nicht alle Plastikarten lassen sich überhaupt recyceln. Der Film zeigt unter anderem, wie die von einer Engländerin liebevoll getrennten Plastikverpackungen nicht recycelt wurden, sondern auf einem Abfallhof in Bulgarien auftauchten. Die zuständige Firma TerraCycle versuchte sich herauszureden. Die Welt ertrinkt im Müll, aber die Konsumgüterhersteller nehmen Recycling als Vorwand, um unbehelligt weiter die Umwelt verschmutzen zu können. Meist trifft es Länder des früheren Ostblocks, Asien oder Afrika. So ist der Ganges in Indien – trotz Beteuerungen der Plastikindustrie, dort Abhilfe zu schaffen – immer noch ein von Plastik verseuchter Fluss. Wo jedoch der Müll verbrannt wird, leiden die Anwohner an Atemwegsbeschwerden und anderen Krankheiten. Wir können also kein gutes Gewissen haben, wenn wir Produkte mit dem Logo «100Prozent recyclebar» kaufen. Schauen Sie sich in der Mediathek der ARD den Film «Die Recyclinglüge» von Tom Costello und Benedikt Wermter an. Sie werden einen heilsamen Schock erleben. THOMAS BRUNNSCHWEILER
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