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Oberbaselbieter Zeitung vom 8. September 2022

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Nr. 36 24. Jahrgang Donnerstag, 8. September 2022

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DIe Kunsthalle Palazzo zeigt Sonja Feldmeier: Based on a True Story. Seite 7

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Sonnenschein und Nebel begleiteten die reisefreudigen Frauen des TV Gelterkinden auf die Rigi. Seite 11

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Sissach Thema am «Ebenraintag»: Die Landwirtschaft ist wie kaum ein anderer Bereich vom Klimawandel betroffen BENILDIS BENTOLILA

Kerstin Zuk (l.) und Maya Mohler, Ernährung, Hauswirtschaft und Gastronomie, zeigten Besucherinnen und Besucher, wie ein klimafreundliches Menu zusammengestellt wird. F O T O S: B . BEN T O L IL A

Ebenrain-Leiter Lukas Kilcher freute sich mit seinem Team an der grossen Besucherschar von über 4000 Personen.

Ihr lokaler und regionaler Immobilien-Ansprechpartner

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Vollgepackt mit Wissen, Essen und Spass

Über 4000 Personen, quer durch alle Altersgruppen, besuchten am letzten Sonntag zwischen 10 und 18 Uhr den Ebenrain, das Zentrum für Landwirtschaft, Natur und Ernährung. Einmal mehr hatten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für einen unterhaltsamen und informativen Tag gesorgt. Es war offensichtlich, dass niemandem langweilig war. Die vielen attraktiven Stände, wo Bauernfamilien aus der Gegend ihre einheimischen Produkte anboten, waren gut besucht. Das Angebot an verlockenden Speisen und Getränken war grösser und abwechslungsreicher denn je. Grosses Interesse bestand an den Ständen, wo Fachleute eindrücklich zeigten, wie wir uns klimaverantwortlich ernähren könn(t) en. «Denn», sagte Lukas Kilcher, Leiter Ebenrain, «dieser Sommer hat uns gezeigt, wie stark der Klimawandel die Landwirtschaft, die Natur und somit die Ernährung betrifft.» Es wurde aufgezeigt, wie wir besser leben, wenn wir klimaverantwortlich anbauen, nachhaltig geniessen und die Natur im Siedlungsraum fördern. Das bedeute, dass alle mitmachen müssten, die Bevölkerung aus der Stadt und die auf dem Land. «Wichtig ist», sagte der Referent, «dass wir wieder lernen, mehr für die Selbstversorgung zu tun.» Neben der Vermittlung von viel nützlichem Wissen kam die Unterhaltung nicht zu kurz. Die Kinder fühlten sich besonders wohl in der naturnahen Umgebung, inmitten von Bauernhoftieren. Das war weder zu übersehen noch zu überhören. Immer wieder kann man an diesem speziellen Tag beobachten, wie Familien über drei Generationen anreisen und gemeinsam gemütliche Stunden verbringen. Die Überschrift des Tages lautete: «Frischer Wind statt heisse Luft.» Der Slogan liess sich genauso anwenden für die fröhliche Stimmung wie fürs Klima.

Professionelle VERMARKTUNG

Die dreieinhalbjährige Leonie kam mit ihrem Mami an den Ebenraintag 2022 und freute sich besonders am «pink balloon».

Das kleine Mädchen turnte fröhlich auf der Steinfrau und entdeckte auf einmal interessante einheimische Wildtiere.

GZA/P.P.A 4410 Liestal

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Kolumne

Winnetou

Fast über Nacht ist eine hitzige Debatte über «Winnetou» von Karl May ausgebrochen. Sie entzündete sich an «vielen negativen Rückmeldungen» zum Filmstart von «Der junge Häuptling Winnetou.» Im Netz erhoben sich Vorwürfe, wonach der Karl-May-Stoff «kolonialistische» und «rassistische» Vorurteile schüre und ein Fall von unerwünschter «kultureller Aneignung» sei. Die JuryMitglieder, die den Film beurteilen sollten, teilten sich in zwei Lager. Das eine lehnte den Film vehement ab, das andere fand ihn «besonders» wertvoll. Schon mein Vater mit Jahrgang 1890 war begeisterter Karl May-Leser. Er hätte den Autor in Radebeul sogar einmal besuchen können. Ich selbst verschlang die Karl May-Bände ebenfalls. Trotzdem würde ich Jugendlichen die Lektüre von Karl May nicht empfehlen. Und alle, die bis heute von Winnetou schwärmen, sollten die drei Bände nochmals lesen. Danach sind sie von Karl May geheilt. Der Erzähler Old Shatterhand ist nämlich ein deutschtümelnder Held, ein rechthaberischer und unbescheidener dazu. Winnetou ist sein Alter Ego, sein anderes integres Ich, also das, was May nie war. Winnetou ist durch und durch eine Kunstfigur und hat mit den wirklichen Indigenen nichts zu tun. Auch die Winnetou-Filme nehmen sich heute eher als Parodie aus denn als Spiegel des Wilden Westens. Die wirklichen Gräuel, den Ethnozid der Indigenen durch die Weissen und die brutale Umerziehung von indianischen Kindern blendet Karl May aus. Er war ein Romantiker und projizierte seine eigenen Sehnsüchte auf fremde Kulturen. Und doch ist es Karl Mays Verdienst, uns auf die Kultur der American Natives aufmerksam gemacht zu haben. Man sollte die Debatte über Winnetou also etwas tiefer hängen. THOMAS BRUNNSCHWEILER

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