Nr. 35 24. Jahrgang Donnerstag, 1. September 2022
TRINK LIEBER EPTINGER
SCHREINEREI FENSTERBAU ZIMMEREI
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Region Liestal
Integration und Secondhandmode: «GareDeRobe» in Liestal feierte den fünften Geburtstag. Seite 5
Region Gelterkinden
Die Sekundarschule Gelterkinden veranstaltete einen Aktionstag zum Thema Klimaschutz. Seite 13
Region Waldenburg
Der Timeless-Chor aus dem WB-Tal machte einen zweitägigen Abstecher auf die Lenzerheide. Seite 20
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Danke ESAF 2022
Kolumne
Pratteln Die knapp 400 000 Schwingfest-Besucherinnen und -Besucher durften ein Fest der Superlative erleben MICHAEL HERRMANN
Mit dem ESAF-Open-Air am Donnerstag begannen die Feierlichkeiten rund um Pratteln und dem grossen Festgelände. Lo & Leduc mit ihrem 079-Ohrwurm, Les Touristes aus Basel und viele weitere Acts heizten dem Publikum ordentlich ein. Der Fahnenempfang und der Festumzug durch Pratteln, dem über 25 000 Zuschauerinnen und Zuschauer beiwohnten, lancierten dann das ESAF endgültig und sorgten für einen ersten Höhepunkt. Mit dem Hornussen am Freitag begannen dann auch die sportlichen Aktivitäten rund ums ESAF, die jedoch ausserhalb in Giebenach stattfanden. Das Organisationskomitee mit seinen über 6000 Helferinnen und Helfer, viele aus Vereinen aus dem ganzen Kanton, war somit auf Kurs und die bestens aufgebaute Infrastruktur inklusive den vielen Bussen und Extrazügen half, dass alles reibungslos funktionierte. Hühnerhaut am Samstagmorgen Wer das erste Mal an einem Schwingund Älplerfest ist, wird den Einmarsch der Schwinger nie wieder vergessen. Bevor der Einmarsch stattfindet, herrscht überall emsiges Treiben für die Anreise und das Suchen des nummerierten Sitzplatzes, aber in einer bedächtigen Stille und Ruhe. Nun gilt es, sich bequem einzurichten, seine Sitznachbarn zu begrüssen, einen kleinen Schwatz über Gott und die Welt zu halten und sich bereitzuhalten für den Einmarsch. Pünktlich um 7.30 Uhr marschieren die einzelnen Kantonalverbände in die Arena ein und stellen sich in der Mitte auf. Mit dem Ertönen der Nationalhymne ist die Hühnerhaut-Stimmung auf ihrem ersten Höhepunkt. Der erste Gang, das sogenannte Anschwingen,
Nick Alpiger besiegt den letzten Schwingerkönig Christian Stucki eindrücklich. startet und die Männer gehen an ihre Arbeit. Auf den insgesamt sieben Sägemehlkreisen mit einem Durchmesser von 14 Metern wird nun im Eilzugstempo geschwungen. Die «Täfeli»-Frauen und Männer zeigen mit der Startnummer und einem Plus, Minus oder Kreis das Resultat nach getaner Arbeit an. Das Publikum verfolgt aktiv das Geschehen mit Feldstechern zu Jodelklängen, schneidet Käse und Fleisch mit dem eigenen Sackmesser auf einem kleinen Brettli und gibt es artig in die Runde, wo jeder ein Mümpfeli isst. Das ist Schwingfest, wie es seit Jahren Tradition ist und so viele
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Zuschauer alle drei Jahre immer wieder in die Arena lockt. Schwingen auf höchstem Niveau Nach dem ersten Tag zeigte sich ein sehr erfreuliches Bild für den gastgebenden Schwingverband Nordwestschweiz. Mit Adrian Odermatt aus Liesberg steht einer aus der Region an der Spitze, der mit vier glatten Siegen zu überzeugen wusste. Die Favoriten um Samuel Giger, Kilian Wenger, Joel Wicki und Christian Stucki hatten entweder gestellte Gänge (Unentschieden) oder wurden gar wie im Fall von Samuel Giger aufs Schulter-
G R AE T T E S HAU A R K F
LIESTAL
F O T O: M . HERRM A NN
blatt gelegt. Eine Entscheidung war noch längst nicht gefallen und es war für den Sonntag alles offen. Das Niveau am diesjährigen Schwingfest war, aus sportlicher Sicht gesehen, überragend und wird als eines der besten Schwingfeste in die Geschichte eingehen. Kurzer Regeneinbruch Gerade als die letzten Schwinger beim vierten und letzten Gang vom Samstag waren, brach ein Regen über die Arena ein und brachte eine doch eher ungewollte Abkühlung. Fortsetzung auf Seite 2
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Eine lange Reise
Ich bin das schwarze T-Shirt mit dem Tiger drauf, wurde in einer Werkhalle in Dhaka in Bangladesch geboren. Ein Mädchen namens Aditi ist meine Schöpferin. Sie wirkte bei meiner Herstellung nicht glücklich, war blass und mager. Als ich fertig genäht war, wurde ich in Folie gepackt. Es wurde dunkel, denn ich und meine Kameradinnen steckten in einer Kiste. Es ging in eine Metallkiste. Mir war, als würden wir in die Höhe gehoben. Eine Sirene. Wir waren auf einem Schiff. Am Tag hatten wir heiss, nachts froren wir. Ich musste an meine Schöpferin Aditi denken. Wo war sie? Ich hatte mal gehört, was sie verdiente: 60 Euro im Monat. Dafür musste sie 80 Stunden pro Woche arbeiten. Ein Hafen. Die Metallkiste wurde geöffnet, meine Kiste lieblos in ein Auto gewuchtet. Plötzlich stoppte der Wagen. Wir waren bei Zalando. Mein Karton bewegte sich und ich sah ich in die Augen eines Mädchens. «Chantal», rief die Mutter, «was hast du bekommen?». «Ein T-Shirt für 35 Franken. In der Werbung sah es hübscher aus. Aber es ist hässlich. Ich schicke es zurück.» Ich war enttäuscht, dass ich Chantal nicht gefiel. Ich war teurer als ein halber Monatslohn von Aditi! Chantal packte mich ein und brachte mich zur Post. Ich kam wieder zu Zalando. Eine Mitarbeiterin betrachtete mich und sagte zu ihrer Kollegin: «Dieses Stück ist total oldschool; verkaufen lässt es sich nicht mehr». Ich fand mich in einer weiteren Metallkiste wieder, jemand Container nannte. Kurz: Am Ende landete ich auf einem riesigen Haufen von Altkleidern in Ghana. Ich war so schmutzig, dass sich niemand mehr für mich interessierte, dabei war ich ein so hübsches T-Shirt gewesen. Jetzt warte ich darauf, dass unser Haufen angezündet wird. Ich denke: So ist das Leben auf der Erde. THOMAS BRUNNSCHWEILER