Nr. 17 22. Jahrgang Donnerstag, 23. April 2020
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Der Liestaler Banntag am 18. Mai ist abgesagt und aufs nÀchste Jahr verschoben. Seite 5
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Zwei MĂ€dchen zauberten mit Strassenkreide ein Kunstwerk mit der Botschaft: «Donât worry be happy». Seite 8
Das IMW zeigt Bilder, Maschinen und Erzeugnisse zur Industrialisierung des Waldenburgertals. Seite 9
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Lokale LĂ€den fordern Gleichbehandlung
Lockdown Grossverteiler profitieren von Lockerung â kleine DorfgeschĂ€fte leiden weiter MARC SCHAFFNER
Vor einer Woche hat der Bundesrat ĂŒber die Lockerung der Corona-Massnahmen kommuniziert. Ab 27. April dĂŒrfen beispielsweise Coiffeursalons, BaumĂ€rkte oder Gartencenter wieder öffnen und die SortimentsbeschrĂ€nkung in den LebensmittelgeschĂ€ften entfĂ€llt. Die FachgeschĂ€fte im Detailhandel mĂŒssen sich jedoch bis zur zweiten Lockerungs-Etappe am 11. Mai gedulden (Informationsstand: Dienstagabend). «Wer Kunden schĂŒtzen kann, soll öffnen dĂŒrfen», fordert nun die FDP Baselland in einem CommuniquĂ©. ParteiprĂ€sidentin Saskia Schenker begrĂŒsst einerseits die Lockerung fĂŒr einen Teil der GeschĂ€fte ab 27. April. Andererseits hat sie kein VerstĂ€ndnis dafĂŒr, dass beispielsweise eine Papeterie, ein Haushaltwarenladen oder ein VelohĂ€ndler nicht aufmachen dĂŒrfen, obwohl die Schutzmassnahmen eingehalten werden könnten. «Das ist eine Ungleichbehandlung», stellt Saskia Schenker fest. Bei den BĂ€ckereien und Metzgereien habe man in den letzten Wochen gesehen, dass dort die Leute durchaus einkaufen können: «Man stellt sich draussen an und nimmt sich etwas mehr Zeit.» Den FachhĂ€ndlern wĂŒrde es viel bringen, wenn sie diesen Umsatz ebenfalls machen könnten. Saskia Schenker geht es auch um die Gleichbehandlung von «Kleinen» und «Grossen». Bei den Kunden werde es einen Nachholbedarf geben, und es wĂ€re wichtig, dass die kleinen FachgeschĂ€fte davon auch profitieren könnten. «Wenn die Grossen ein paar Wochen Vorsprung haben, wird es fĂŒr die Kleinen bei allen Anlaufschwierigkeiten noch schwieriger», befĂŒrchtet Saskia Schenker. Die FDP Baselland mache auf das Problem aufmerksam, weil es gerade in einem Landkanton von besonderer Bedeutung sei. Die Gewerbevereine wĂŒrden immer dafĂŒr kĂ€mpfen, dass eine breite Palette von DetailhĂ€ndlern und GeschĂ€ften in den Gemeinden erhalten blieben. Das sei aber nur möglich, wenn die Bevölkerung auf ihrem Weg durchs Dorf in die LĂ€den gehe. In der Stadt, wo es ganze Einkaufsstrassen gebe, sei die Situation eine andere. Seitens FDP setze sich auch NationalrĂ€tin Daniela Schneeberger in Bern fĂŒr eine Gleichbehandlung der GeschĂ€fte ein, fĂŒgt Saskia Schenker hinzu. Sie hoffe ausserdem, dass sich auch die Baselbieter Regierung, etwa in der Volks-
TĂ€gliches Anstehen fĂŒr Lebensmittel unter Einhaltung des Abstandes
BĂ€ckerei mit Zaun und Hinweis beim Eingang. wirtschaftsdirektorenkonferenz, dafĂŒr ausspreche. Regeln wĂ€ren einhaltbar BĂ€ckereien und LebensmittelgeschĂ€fte seien offen, aber fĂŒr die anderen sei die aktuelle Situation ein riesiger Einschnitt, ergĂ€nzt Matthias Mundwiler, Gemeinderat von Bubendorf (FDP). Er denkt auch an die GeschĂ€fte, die nach der selektiven Lockerung ab 27. April weiterhin geschlossen bleiben: «Sie mĂŒssen zuschauen, wie die Grossverteiler aufmachen und Waren, die sie vielleicht auch in ihrem Sortiment hĂ€tten, verkaufen können.» Er könne gut nachvollziehen, dass sie sich ĂŒber diese Regelung aufregten. Viele wĂ€ren in der Lage, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. «Wenn drei Leute draussen warten mĂŒssen, ist das nicht tragisch», findet Matthias Mundwiler. Im Gegenteil, kleinere LĂ€den seien ĂŒbersichtlich, wĂ€hrend in Grossverteilern nicht immer klar sei, wie viel die exakte Personenzahl pro Quadratmeter gerade betrage. Im Kontakt mit dem Gewerbe hört der Gemeinderat immer wieder, wie schwierig die Lage im Moment sei. Auch die Lieferdienste wĂŒrden den meisten lediglich ein paar Franken in
FOTOS: MICHAEL HERRMANN
Lieferdienste haben alle HĂ€nde voll zu tun.
die Kasse spĂŒlen. «Ich glaube schon, dass die Einwohner das lokale Gewerbe unterstĂŒtzen möchten», meint Matthias Mundwiler. Aber aus Mangel an Möglichkeiten wĂŒrden viele halt trotzdem online im Grosshandel einkaufen, was dieser Haltung widerspreche. Extrem schwierig sei es fĂŒr die Restaurants, beobachtet Matthias Mundwiler. Falls es im August, September oder Oktober so weit sei, dass sie den Betrieb wieder «herauffahren» könnten, mĂŒssten sie auch die entsprechenden VorrĂ€te und die nötige Manpower haben, um die GĂ€ste zu bewirten â die dann vielleicht alle gleichzeitig kommen möchten. Kommt danach der «Run»? Ob es nach einer Ăffnung tatsĂ€chlich einen «Run» auf die lokalen GeschĂ€fte gibt, da ist sich Matthias Mundwiler aber gar nicht so sicher. Es könnte auch sein, dass viele Leute zuerst ein, zwei Wochen abwarten wĂŒrden und dass es darum eine Weile dauern könnte, bis die NormalitĂ€t wieder einkehre. Allgemein stellt Matthias Mundwiler fest, dass bei vielen GeschĂ€ften Ăngste und BefĂŒrchtungen vorhanden sind: die Unsicherheit, was nach der Ăffnung passiere und ob sie die Zeit bis dahin finanziell durchstehen könnten. Von
AUFFALLEND MEHR⊠ĂBERDACHUNG CARPORTS PERGOLAS EINGANGSBEREICHE
konkreten GeschĂ€ftsschliessungen aufgrund der aktuellen Krise habe er zwar noch nichts gehört. Aber alle hofften, dass bald die NormalitĂ€t einkehre und der Warenumsatz wieder angekurbelt werden könne. «Wenn ein Kleider- oder Schuhladen jetzt die Sommerkollektion im Angebot hat, bringt ein Verkauf im Herbst auch nichts mehr», so Mundwiler. Keine zweite Welle riskieren Es sei bekannt, dass der Bundesrat mit dem Entscheid eine wettbewerbsverzerrende Situation geschaffen und die kleinen LĂ€den ĂŒbergangen habe, sagt Irene MĂŒller von KMU Liestal. Zudem stehe eine Aussage bezĂŒglich der Gastronomie aus. Irene MĂŒller verweist auf die Wirtschaftskammer Baselland und weitere Instanzen, die diesbezĂŒglich auf den Bundesrat zugegangen seien: «Wir erwarten möglichst bald eine Stellungnahme und hoffentlich korrigierende Entscheide.» Irene MĂŒller betont aber auch, dass KMU Liestal hinter den Entscheidungen des Bundesrates stehe. Der Bundesrat habe bisher einen sehr guten Job gemacht. Der Prozess der Lockerung sei eine grosse Herausforderung und immer noch fragil, fĂ€hrt Irene MĂŒller fort: «Es
Kolumne
Damals im Dorf Sind wir plötzlich alt geworden? Seit meine Schwester in dieser Kolumne von ihren Erinnerungen an die Niederdörfer «Cheesi» und die BĂ€ckerei BuchmĂŒller geschrieben hatte, sind auch in mir Bilder aufgestiegen, die nun mehr als zwanzig Jahre zurĂŒckliegen. Ich sehe heute noch Frau Bucher und Frau Messerli hinter dem Postschalter, rieche noch das eigenartige Putzmittel im Treppenhaus der Gemeindeverwaltung und denke an Herr WĂŒthrich, wie er mit einem Reisbesen den Schulhausplatz wischte, meistens eine Zigarette im Mundwinkel. Schwer keuchend quĂ€lte sich Herr Althaus auf seinem Dreigang-Velo die Kilchmattstrasse hinauf, auch im heissesten Hochsommer dicke Winterhandschuhe tragend. Im Pavillon, der heute das Industriemuseum beherbergt, verbrachte ich vier Schuljahre. GegenĂŒber sah man Herrn Herrmann in der KĂŒche des Restaurants «Station» hantieren. In der Pause schlenderten Karin und Nicole manchmal ĂŒber den Schulhauspatz. Neben Tamara und Corinne, die ebenfalls höhere Klassen besuchten, gehörten sie zu den insgeheim bewunderten MĂ€dchen. Karin strahlte etwas aus, fĂŒr das ich damals noch keine Worte hatte. Ihr blondes Haar schimmerte in der Morgensonne wie flĂŒssiges Gold. An das Herzklopfen, wenn ich in bewusst-unbewusst ihre NĂ€he kam, erinnere ich mich noch gut. Alt geworden sind wir mit Mitte dreissig noch nicht. Aber der ungeheure Wandel im Dorf lĂ€sst das GefĂŒhl aufkommen, die eigene Kindheit und Jugend seien in weite Ferne gerĂŒckt. Sâisch nĂŒmme wie albe ⊠LORENZ DEGEN
ist noch grosse Vorsicht geboten.» Die Sicherheitsmassnahmen mĂŒssten zwingend eingehalten werden. Niemand wolle eine «zweite Welle» riskieren. Insofern sei es jetzt auch noch zu frĂŒh fĂŒr grossflĂ€chige AktivitĂ€ten. «Trotzdem ist es sehr wichtig, dass Unternehmen jetzt, wo die Zeit dazu vorhanden ist, Vorbereitungen treffen, um dann bereit zu sein, wenn es die Situation wieder zulĂ€sst», meint Irene MĂŒller. Auch KMU Liestal bereitet sich vor: Mit «TrĂ€ffpunkt Lieschtel» plant der Gewerbeverein einen grossen Anlass an einem der ersten Wochenenden nach der «Wiedereröffnung». Mehr zum Thema: Seiten 6, 7
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