Donnerstag, 19. November 2015
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PP 5600 Lenzburg 1, Nummer 47, 116. Jahrgang Amtliches Publikationsorgan für den Bezirk Lenzburg und angrenzenden Gemeinden
Lenzburger Woche SEITE 9
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Burghalde Lenzburg
Wasserknappheit
Eine in Originaltracht gekleidete Dienstmagd erwartete die Besucher zu einer szenischen Führung durch die Burghaldenhäuser in Lenzburg.
Seit Juni hat es nicht mehr viel geregnet. Höher gelegene Gemeinden, die ihr Wasser hauptsächlich von Quellen beziehen, spüren den Engpass.
Grabarbeiten fördern gleich zwei Sensationen zutage Neue Ausstellung KÜCHEN – BAD & BÖDEN
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Salzkorn Verrückte Welt
Bei Grabarbeiten für die Sickerleitung entlang der Ringmauer auf Schloss Lenzburg kamen sensationelle Funde zum Vorschein.
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ag für Tag ist Theo Frey von der Kantonsarchäologie vor Ort, wenn es aktuell um die Grabarbeiten bei der südwestlich liegenden Ringmauer auf Schloss Lenzburg geht. Was sich aber dann zeigte, überstieg die Vorstellung der Archäologen. «Es ist der erste Fund eines Taufsteins überhaupt im Kanton», erklärt Peter Frey, Leiter Mittelalterarchäologie, voller Freude. Erste Schätzungen zeigen, dass der aus Muschelkalk gehauene Taufstein der Spätgotik zugeordnet werden könnte, also an die 600 Jahre alt ist. Die Verzierungen – Rosetten und Masswerkzeuge – seien typisch für diese Zeit, so Frey weiter. Rätselhaft ist vor allem für Peter Frey der Fundort. «Hinweise fehlen, dass die Kapelle auf der Lenzburg in den Stand einer Pfarrkirche erhoben wurde. Denn nur dann hätte ein Taufbecken installiert werden dürfen. Auch die Grafen von Lenzburg mussten den Weg auf den Staufberg unter die Füsse nehmen», weiss Frey. Nicht auszuschliessen ist auch, dass der Taufstein als Weihwasserbecken benutzt wurde. Dass der Stein nicht am Grund der Aufschüttung hinter der Ringmauer gefunden wurde, sondern nur wenig unterhalb des heutigen Terrains, ist für den Archäologen ein Zeichen dafür, dass er eventuell mangels Verwendung «entsorgt» wurde. Kerben, welche darauf schliessen lassen, dass nachträglich ein Deckel angebracht wurde, lassen ebenfalls eine andere Verwendung vermuten. In den nächsten Monaten werden sich die Denkmalpflege und die Kunsthistoriker auf Spurensuche begeben, um weiteren Aufschluss über das «Woher» und «Warum» geben zu können.
Freude bei Peter Frey über den sensationellen Fund. Glück war der zweite Fund, weil doch eher klein, nämlich eine gusseiserne Handgranate aus dem späten 17. Jahrhundert. «Die Liste des sich damals auf Schloss Lenzburg befindliche staatliche Zeughaus reihte 800 Handgranaten auf, dass wir aber jemals eine finden, damit haben wir nicht gerechnet», ist von Peter Frey zu hören. Ein Detail am Rande, welches zum Schmunzeln verlockt: Die Auflistung des Zeughausbestandes gibt Auskunft darüber, dass auch die Pontonierausrüstung auf Schloss Lenzburg gelagert wurde. «Weiter vom Fluss hätte man diese nicht aufbewahren können», schliesst Frey lachend. Man darf über die Ergebnisse der Kunsthistoriker gespannt sein. Dem Zeitplan voraus Gleichzeitig mit der Präsentation der Funde informierte Rainer Kaufmann, Ingenieurbüro Kaufmann und Partner AG, Rupperswil, über das Fortschreiten der Sanierungs- und Sicherungsmassnahmen an der Südwestmauer, welche nun abgeschlossen sind – notabene 1 1/2 Jahre früher als geplant. «Aufgrund der für diese Arbeiten spezialisierten Bauunternehmung Zuckschwerdt Bau AG, Staufen, sowie die gute und fachkompetente Zu-
Fotos. ST
Die Handgranate. sammenarbeit aller Stellen, konnten wir das Projekt zügig vorantreiben. Nun sichern rund 30 Mauer- und Felsanker die Südwestmauer, wo nötig, wurden neue Mauern erstellt, neu ausgefugt und verstärkt. «Das Mauerwerk ist nun wieder sicher und wird bei regelmässiger Pflege gut und gerne 50 Jahre halten», ist Rainer Kaufmann überzeugt. Nicht nur der Zeitrahmen, sondern auch das Budget wurde unterschritten. Anstelle der rund 1,1 Mio. Franken wird der Abschnitt unter eine Million Franken zu stehen kommen. Bereits wurde die Nordwestmauer für die Sanierungsarbeiten eingerüstet und die Voruntersuchungen durch die Kantonsarchäologie sind abgeschlossen. «Bis zum Jugendfest sind die Arbeiten abgeschlossen», weiss Kaufmann.
Das Einfamilienhaus ist zweistöckig und hat ein Giebeldach. Darauf liegt Schnee, ein halber Meter hoch. Auch im Garten und sonst überall liegt Schnee. Auf dem schneebedeckten Weg zum Haus zeichnen sich SpuRolf Kromer. ren von Menschen und Tieren ab. Die Luft draussen ist kühl, der Atem sichtbar. Es ist Abend und dunkel. Nur die Lampe oberhalb der Haustür mit dem Bewegungsmelder brennt hie und da. Die Familie ist gerade im Wald und sucht Tannäste. Der Samstagabend nimmt den geplanten Verlauf. Nachdem die Familie aus dem Wald zurückgekehrt ist, holen die Eltern das Dekorationsmaterial vom Estrich unter dem Giebeldach. Alle – Mutter, Vater und die drei Kinder – haben rote Wangen. Sie stellen im ganzen Haus Kerzen auf und zünden sie an, es riecht nach frischgebackenen Mailänderli. Sie sind froh, drinnen in der guten Stube zu sein. Man trinkt heisse Schokolade und ist mit sich und der Welt im Reinen. Man freut sich auf das gemeinsame Fernsehschauen. Währenddessen rieselt weiter leise der Schnee. Diese Geschichte hat nichts mit der Realität zu tun. In rund einem Monat ist Weihnachtsabend und der Gedanke, dass der erste Advent am Sonntag in einer Woche ist, scheint gelogen. Das momentane Herbstwetter fühlt sich an wie Frühling. Und bringt die Leute dazu, in kurzen Hosen und T-Shirts zu spazieren. Die lange Trockenheit veranlasst zum Bewässern der Gärten. Das ist sonst nur im Hochsommer nötig. Noch ist die Winterstimmung völlig abwesend. Dies auch zum Leidwesen des Detailhandels und der Wintersportorte. Das Wetter spielt verrückt. Das ist aber egal. So unendlich egal. Paris, unsere Gedanken sind bei Dir! Rolf Kromer, Lenzburg