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CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 155 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG

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AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 90 I 176. Jahrgang I Dienstag, 22. November 2022

Bäumige Aktion

Grundeigentümer in Affoltern erhalten von der Stadt einen Baum geschenkt. > Seite 3

Gewalt gegen Ehefrau Ein 49-jähriger Türke wird vom Bezirksgericht zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt. > Seite 4

Sicherer Weg

In Ottenbach fordern Petitionäre einen sicheren Übergang an der neuen Turbinenstrasse. > Seite 7

Es weihnachtet

In Affoltern war am Sonntag am Chlausmärt viel los – auch Schafe waren vor Ort. > Seite 8

Historienstück mit viel Emotionen Die neue Produktion der Aemtler Bühne ist beim Premierenpublikum gut angekommen «Rössli Hü – Brüederherz», heisst es, das Stück von Peter Niklaus Steiner, das die Aemtler Bühne am Samstag uraufführen durfte. Weitere Vorstellungen folgen bis Ende Jahr. von Thomas sTöckli «Sind wir alle gefährliche Revoluzzer?» Die aktuelle Produktion der Aemtler Bühne führt zurück in eine Zeit, in der die Bezeichnung «Patriot» noch als Schimpfwort verwendet wurde. Die Zeit, in der Gedanken von «Liberté, Egalité et Fraternité» aus Paris durch Europa schwappten – und auch in den unterjochten ländlichen Regionen um die Stadt Zürich auf offene Ohren stiessen. Eine Zeit also, in welcher der bis heute immer wieder bemühte Begriff des Stadt-Land-Grabens die Gesellschaft noch so stark trennte, dass dadurch wortwörtlich Köpfe zu rollen drohten. Ein zu schwerer Stoff für unterhaltsames Theater? Die Aemtler Bühne hat an der Premiere der vom Autor und Regisseur Peter Niklaus Steiner eigens für sie, das Mettmenstetter «Rössli» und das Knonauer Amt entwickelten Mundart-Inszenierung bewiesen, dass dieser Spagat funktionieren kann. So ist «Rössli Hü» nicht nur ein Historienstück im Kampf um Gleichberechtigung, sondern auch die Geschichte zweier ungleicher Brüder und die Geschichte einer Liebe, die durch eine doppelte Dreieckskonstellation auf eine harte Probe gestellt wird. Hier ist es eine attraktive Städterin, da ein verschollener Schweizergardist, welche das junge Glück gefährden. Und diese (zwischen-) menschlichen Komponenten waren es denn auch, die beim Premierenpublikum besonders gut ankamen. So tönte es zumindest beim Apéro im Anschluss an die Uraufführung.

Eine Warnung, die kein Gehör findet Doch nun zurück zum Stück: Dieses beginnt mit den Weihnachtsvorbereitungen in einer Stube. Der Christbaum wird mit Strohsternen geschmückt, der Punsch grosszügig mit Rum angereichert, Guetzli werden gereicht. Nicht zur

Vor der «Freiamtsgemeinde» vom 26. März 1795: Im Wirtshaus zum Weissen Rössli geht es hoch zu und her. Von links: Zwischenhändler Karl Grob (Elia Lonoce), Wirtin Vreni Gugolz (Vreni Spinner), Heimspinner-Vertreter Jakob Hegetschweiler (Christian Müller), Kunstmaler Jakobli (Erwin Egloff) und Serviertochter Marie (Patricia Schuppisser). (Bild Thomas Stöckli) weihnächtlichen Atmosphäre passen will da das «Freiamtlied», das ein junger Revolutionär in die Runde der honorablen Herrschaften einbringt. «Wollt ihr einen Flächenbrand auslösen?!», warnt Johannes Näf (Roberto Waser), der als künftiger Freiamt-Hauptmann vorgesehen ist. Die Warnung, so viel sei verraten, findet allerdings kein Gehör. Derweil beginnen im Gasthaus «Zum weissen Rössli» die Vorbereitungen für ein opulentes Festgelage. Nicht nur die Wahlfeier der «Freiamtsgemeinde» vom 26. März 1795 soll hier über die Bühne gehen, sondern auch die Hochzeit der Wirtstochter Dorothee (Melanie Bucher) mit Johannes Näf. Weitere Handlungsorte sind das Schloss Knonau und die Schnabbellücke, als Zugangspforte ins Säuliamt. Die Lokalität wird jeweils durch Hintergrund-Projektionen veranschaulicht, das Bühnenbild darüber hinaus einfach gehalten. Eine Schlüsselrolle kommt in der Inszenierung dem opportunistischen Maler Jakobli (Erwin Egloff) zu. Er ist es, der im Stück wiederholt die «vierte

Wand» durchbricht und das Publikum in die Handlung miteinbezieht. So sind es die Zuschauerinnen und Zuschauer, die an der «Freiamtsgemeinde» das Wahlrecht ausüben. Die Rolle der Frauen in der patriarchal geprägten Gesellschaft bringt Serviertochter Marie (Patricia Schuppisser) auf den Punkt: «Wir sind es, die die Männer führen», sagt sie: «Das wahre Regiment ist das Weiberregiment!» Und schliesslich ist da noch Pfarrer Brennwald (Tobias Sonderegger), der vermitteln will zwischen der städtischen Obrigkeit um Ratsherr Konrad von Meiss (Andreas Leidenix) und den Landsleuten.

Hommage ans «Rössli» und ans ganze Knonauer Amt Das altehrwürdige «Rössli» als «Heimbasis» der Aemtler Bühne solle eine Hommage erhalten – diese Idee sei es gewesen, die zum aktuellen Stück geführt habe, erklärte Vreni Spinner, Präsidentin der Aemtler Bühne, «Rössli»-Wirtin und Mettmenstetter

Gemeindepräsidentin, in ihrem Vorwort zur Uraufführung. Rund 100 000 Franken hat sich der Verein die Produktion kosten lassen. Das kulturelle Engagement und den hohen Anspruch an Professionalität würdigen nebst den Sponsoren nicht weniger als elf der 14 Bezirksgemeinden mit einem Unterstützungsbeitrag. «Diese Wertschätzung freut mich», so Vreni Spinner, die einmal mehr auch auf der Bühne als «Rössli»Wirtin agiert. Ihr zur Seite sollte als «Bühnen-Ehemann» Danilo Risi stehen. Für ihn musste an der Premiere allerdings kurzfristig Marc Hofmann einspringen, der diese Zusatzaufgabe mit Bravour bewältigt hat. Die Uraufführung im ausverkauften «Rössli» wurde vom Publikum mit reichlich Applaus bedacht. «Wenn es euch gefallen hat, erzählt es weiter», richtete sich Vreni Spinner abschliessend an die Zuschauerinnen und Zuschauer, «wir haben noch einige wenige freie Plätze.» Weitere Spieldaten bis 31. Dezember unter www.aemtlerbühne.ch.

Spatenstich ist erfolgt

Experte mit Durchblick

In der Gemeinde Hausen entsteht ein neues Schulhaus – jetzt ist der Baustart erfolgt.

Am Donnerstag bestreitet die Schweizer Fussballnati ihr erstes Spiel an der WM in Katar.

Gebäude soll 2024 bezugsbereit sein

Gebaut wird auf dem Primarschulareal, wo der provisorische Pavillon abgerissen wird. An dieser Stelle wird ein Neubau erstellt. Darin entstehen drei zusätzliche Schulzimmer mit Gruppenräumen. Zudem wird es unter anderem auch Büroräume für die Schulverwaltung und drei Therapieräume geben, wie auch eine Werkstatt für den Hauswart.

Gemäss Plan soll der Neubau im Dezember 2023 fertig sein, die Schule soll den Neubau dann im Februar 2024 beziehen können. Der Baukredit für das neue Gebäude beläuft sich auf 5,25 Millionen. Der Kredit wurde im Februar an der Urne mit einer deutlichen Mehrheit angenommen. Die Ausschreibung der Aufträge läuft bereits, den aktuellen Aushub macht eine Firma aus Obfelden. (red.)

> Bericht auf Seite 3

Neubau in Planung

In Bonstetten entsteht eine neue Siedlung für altersdurchmischtes Wohnen. > Seite 9

Kinder leiden unter Süchtigen Zum Tag des internationalen Kinderrechts lud das Kinder- und Jugendhilfezentrum Affoltern zu einer Veranstaltung ein. In Familien, die von Substanzenabhängigkeit betroffen sind, ist dieser Schutz der Kinder oft nicht gewährleistet. Gabriela Hofer, Stellenleiterin der Suchtprävention der Bezirke Affoltern und Dietikon, veranschaulichte in ihrem Beitrag die aktuelle Situation in der Schweiz. Geschätzt wachsen mehrere 10 000 Kinder mit alkoholkranken Eltern auf, hinzu kommen Kinder aus Familien mit anderem Suchtkonsum oder Verhaltenssüchten. Diese Kinder lebten in Unsicherheit, oft in Angst, es mangle ihnen an emotionaler Zuwendung und Geborgenheit. Häufig würden sie unter Gewalt, Vernachlässigung und Missbrauch leiden, wie Hofer in ihren Ausführungen erklärte. Auch Moses Köchli, Bereichsleitung Kinderhaus Tipi des Vereins für umfassende Suchttherapie «Die Alternative», rief zum Hinschauen, Ansprechen, Einmischen auf. Zu Heidi Bachmann, Schulsozialarbeiterin an der Primarschule Bonstetten, kommen Kinder oft wegen anderer Probleme, erst mit der Zeit würde man dahinter vielleicht die Suchtproblematik der Eltern erkennen. (red.)

> Bericht auf Seite 5 ANZEIGEN

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Fredy Bickel im Interview zur WM in Katar

Was werden die Schweizer Kicker im Wüstenstaat Katar reissen? Ist die Kritik an der WM gerechtfertigt? Und weshalb ist man als Schweizer Sportchef überhaupt bei einer WM vor Ort? Diese Fragen beantwortet der bekannte Sportchef Frey Bickel, der in Mettmenstetten wohnt. Derzeit ist er ohne Job bei einem Fussballverein – aber als TV-Experte ist

er auch jetzt täglich ganz nah am Ball dabei. Und sein Herz gehört sowieso dem runden Leder, wie im Gespräch bei Bickel zu Hause schnell klar wird. Der Schweizer Fussballnationalmannschaft traut Fredy Bickel an der WM einiges zu. Wenn alles gut läuft, sieht er unsere Stars bis in den Viertelfinal vordringen. An dieser Fussball-WM wird er nicht vor Ort sein. Das war früher, als er aktiv als Sportchef tätig war, jeweils der Fall. (uc)

> Bericht auf Seite 15

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