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07_2023_Stadtanzeiger_Olten

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Olten, Donnerstag, 16. Februar 2023 | Nr. 7 | 91. Jahrgang | Auflage 34 383 | Post CH AG

Jacqueline Straub

Prost und Adieu

Jacqueline Straub, Journalistin, Theologin und Buchautorin. (Bild: Melanie Wetzel)

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Schweizerisches Rotes Kreuz Kanton Solothurn

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Die Liebe zu den Tieren und zu gutem Essen verbindet Manuela Wolter und Roman Guldimann. (Bild: Achim Günter)

Wo das Essen auch mal zur Nebensache wird ERLEBNISGASTRONOMIE Sie leben gerade ihren Traum. Manuela Wolter und ihr Partner Roman Guldimann führen in Lostorf das Restaurant Maro’s. Bald feiern sie das Dreijährige. ACHIM GÜNTER

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st es ein Tierpark mit Restaurant? Oder ein Restaurant mit Tierpark? Roman Guldimann, 52, und Manuela Wolter, 44, umtreiben diese Fragen nicht. Für die beiden gehören Restaurant und Tierpark untrennbar zusammen, bilden geradezu eine Symbiose. Das eine wäre ohne das andere schlicht nicht denkbar. Tiere sind für beide das grosse Steckenpferd. Beide halten und umsorgen seit frühester Kindheit Tiere. Wolter ist sogar auf einem Bauernhof in der Lüneburger Heide aufgewachsen. Auf einem Bauernhof lernten sie sich vor gut sechs Jahren auch kennen. Als Zierentenzüchter besuchte Guldimann damals einen Kollegen in Norddeutschland und traf dabei auf Wolter, mit der er sich vorher bereits ausgetauscht hatte. Nur zwei Monate später brach sie ihre Zelte in Deutschland ab und folgte Guldimann in die Schweiz. «Ich zog zuerst mal nur hierher, um zu gucken, ob es zwischen uns überhaupt funktioniert – ohne grosse Erwartungen.» Der Rest ist Geschichte. 2019 verkaufte Guldimann seine Metallbauschlosserei einem Mitarbeiter, pachtete ein Gebäude und begann mit dessen Umbau. Das Ziel: pünktlich zu seinem 50. Geburtstag am 1. März 2020 mit seiner Lebenspartnerin das eigene Lokal mit Tierpark eröffnen. «Für mich war schon länger klar: Nach 50 will ich nicht mehr schlossern, sondern als Tierpfleger arbeiten oder einen Tierpark führen», er-

innert sich Guldimann. «Und dann lernte ich Manuela kennen. Das hat gepasst, wir haben dieselben Ideen.» Die Geburtstagsparty 2020 konnte plangemäss steigen, ebenso die Eröffnung am 7. März. Die Freude darüber währte jedoch nicht lange. Am 14. März musste wegen des damaligen Bundesratsentscheides die Tür des Restaurants bereits wieder geschlossen werden. Das Konzept sah von Anfang an die Kombination Restaurant/Tierpark vor. Allerdings in kleinerem Rahmen, mit einem «Besenbeizli». «Bratwurst und Pommes-Frites sollten es eigentlich werden», sagt Guldimann schmunzelnd. Geworden ist es weit mehr. Im «Maro’s» kann durchaus gediegen diniert werden. Geöffnet ist das Lokal von Donnerstag bis Sonntag. Daneben bieten die Beiden beispielsweise Kindergeburtstage, Altersheimbesuche oder Festessen an. Ganz wichtig ist Wolter und Guldimann die Saisonalität und Regionalität der angebotenen Speisen. Ausser Zitronen und Orangen, meint Wolter, importierten sie nichts aus dem Ausland.

Viele verschiedene Tierarten

Das Restaurant liegt am Dorfeingang von Lostorf, umgeben von einigen Industriebetrieben und Gewerberäumen. Auf den ersten Blick wirkt die Umgebung wenig einladend. Das Prunkstück liegt im Innern – und vor allem auf der Terrasse und dahinter. Dort tummeln sich unzählige Tiere, deren Treiben vom Restaurant aus beobachtet werden kann. Mitte März kann man vielleicht bei einem Restaurantbesuch gerade verfolgen, wie junge Lämmer das Licht der Welt erblicken. Auch gibt es eine kleine Streichelzone, die vor allem Kinderherzen höherschlagen lässt. Quengelnde Kinder, die ungeduldig aufs Essen warten, sind im «Maro’s» keine anzutreffen. Eher besteht die Gefahr, dass nicht alle rechtzeitig wieder am Tisch sitzen. Im Tierpark fühlen sich Nandus, Hüh-

ner, Gänse, Kaninchen, Pampashasen, Ziesel, Ponys, Schweine, Schafe, Ziegen und seit Ende 2022 sogar Wallabys wohl. «Die Tiere können sich frei bewegen, sie sind nicht eingesperrt», erklärt Guldimann. «Und meiner Meinung nach ist es schweizweit einmalig, dass all diese Tiere zusammenleben.» Das Tierwohl ist dem Paar sehr wichtig. «Grundsätzlich geben wir jedem Tier mindestens das Doppelte der gesetzlich vorgeschrieben Fläche», so Guldimann. «Das führt natürlich auch dazu», ergänzt Wolter, «dass die Tiere sich untereinander akzeptieren und tolerieren. Sie können sich aus dem Weg gehen.»

Keine feste Arbeitsteilung

Ausser Schweine- und Rindfleisch – das sie von regionalen Landwirten beziehen – kaufen sie überhaupt kein Fleisch ein. Lamm-, Poulet-, Kaninchen, Trutenoder Gänsefleisch – alles stammt aus dem eigenen Betrieb. In der Küche gilt der Grundsatz «from Nose to Tail». Von einem geschlachteten Tier wird also möglichst alles verwertet. Abends steht meist Roman Guldimann als Koch in der Küche, Manuela Wolter kümmert sich primär um den Service und die Vorbereitungen in der Küche. Fest angestellt ist derzeit noch eine dritte Person. Alle Beteiligten sollen sämtliche anfallenden Arbeiten verrichten oder dies zumindest tun können. Wolter, gelernte Zahnarzthelferin, hatte zuvor bereits in der Tierpflege, im Verkauf und in der Gastronomie gearbeitet, Guldimann einst eine Lehre als Metzger gemacht. Das Know-how ist also vorhanden. «Wir arbeiten 14 Stunden, sieben Tage die Woche. Aber wir machen es gerne», sagt Guldimann. Wolter pflichtet ihm bei. Da haben sich offenkundig zwei gefunden, bei denen Arbeit, Hobby und Leidenschaft perfekt ineinanderfliessen. w w w. m a ro - s . c h

ch bin traurig, wirklich sehr traurig. Denn das Kapuzinerkloster wird aufgelöst. Ich musste einen Moment innehalten, als ich das Ende Januar erfahren habe. Für mich waren bis zu diesen Zeitpunkt die Kapuziner nicht von Olten wegzudenken. Und nun werden sie nach Ostern 2024 wegziehen. Das Kapuzinerkloster in Olten hat eine lange Tradition. 1646 wurde es gegründet. In den 1920er-Jahren war es «Drehscheibe» der Mission. Von dort reisten Kapuzinermissionare in die ferne Welt. Nun wird dieser Basisort nach fast 400 Jahren aufgegeben. Überalterung und Personalmangel sind die Gründe für das Weggehen der Kapuziner. Denn das Durchschnittsalter der Kapuziner in Olten beträgt 84 Jahre. Ich bin froh, dass die Mitbrüder noch bis Ende 2023 im seelsorgerlichen Dienst der Pfarreien präsent sein werden. Sie werden aber eine Lücke hinterlassen. Ich kann mich noch an einen Gottesdienst mit Pater Crispin Rohrer erinnern. Mit seiner fröhlichen Art – trotz stolzen Alters – steckte er alle an. Ich glaube, jeder Gottesdienstbesucher strahlte danach. Noch Wochen später schwärmte ich von dieser Messe. «Wir lassen einen Ort zurück, der uns wertvoll und lieb geworden ist», sagte mir Bruder Josef Bründler kürzlich. Den Kapuzinern liegt Olten am Herzen. Dennoch wird ihr Leben weitergehen – einfach an einem anderen Ort. Die Reaktion der Mitbrüder auf den Entscheid der Klosterschliessung finde ich sehr sympathisch: Sie haben gemeinsam Whisky getrunken. Sie lassen sich nicht entmutigen. «Wir haben gefeiert, dass nun etwas Neues kommt», berichtete mir Bruder Josef Bründler am Telefon. Ich stosse an auf die Kapuziner und auf das, was sie aus Olten in all den Jahren gemacht haben. Olten ohne die Kapuziner wird anders. Sie werden mir fehlen.


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