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077_2025

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CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 810 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG

AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 77 I 179. Jahrgang I Dienstag, 21. Oktober 2025

Welche Kuh ist die schönste?

«I mag eifach nid»

Am vergangenen Samstag fand in Maschwanden einmal mehr die beliebte Viehschau statt, die auch ein bisschen Dorffest ist. Seite 8

Rolf Schmid will seine Karriere in diesem Jahr beenden. Fredy Bickel gibt dazu persönliche Einblicke in das Leben des Comedians. Seite 5

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Jahre wird der Circolino Pipistrello demnächst alt. Letzte Woche war er in Affoltern. Seite 3

Gemeinsam in die Sonne investieren

«Meine Kamera ist bei Gewittern fast immer schussbereit.»

Schon sieben Crowd-finanzierte Anlagen im Säuliamt – grösstes Projekt in Wettswil

Seite 7 Willi Schmid, Atmosphärenphysiker aus Stallikon. (Bild zvg)

Dominik Stierli Wer Solarenergie nutzen möchte, benötigt in erster Linie eine geeignete Fläche, in der Regel ein Hausdach. Zudem muss der Bau finanziert werden können. Neben der eigenen Finanzierung, derjenigen über einen Kredit oder auch über einen Drittanbieter als sogenanntes Contracting, bestehen seit einigen Jahren auch Crowd-Lösungen. Dabei werden Solaranlagen gemeinsam mit Privaten und Kleininvestoren finanziert. In der Schweiz bietet dies seit 2016 die Berner Firma Solarify an. Gemäss Firmen-Website wurden schon 149 Solaranlagen finanziert, sieben davon auch im Säuliamt. Ein grosses Projekt wird momentan in Wettswil umgesetzt. Dazu später mehr.

Kleine Beiträge investieren Auf der Website der Firma sind zahlreiche Projekte gelistet, jeweils mit einem individuellen Solarpanelpreis. Möchte man ein interessantes Projekt unterstützen, können ein oder mehrere Panels gekauft werden. Gemäss Solarify wurden so schon über 34 000 Panels verkauft. Dadurch wird man Eigentümer der entsprechenden Panels und erhält den Gewinn aus dem Stromverkauf. Privatpersonen erhalten diesen alle drei Monate, Firmen jeweils einmal jährlich ausbezahlt. Vom Nettoertrag gehen 85 Prozent an den Käufer oder die Käuferin und 15 Prozent an Solarify. Damit finanziert die Firma unter anderem die Unterhaltskosten und Versicherungen. Die Renditen sind je nach Projekt unterschiedlich, aber meistens im Bereich von wenigen Prozenten, aber höher als aktuell bei einem Sparkonto. Der Beitrag versteht sich als eine Investition in die erneuerbaren Energien und weniger mit dem Ziel, hohe Gewinne zu erzielen. Dafür scheint das Gesamtpaket gut abgesichert. Lukas Krienbühl, bei Solarify verantwortlich für CrowdFinanzierung und Marketing, erklärt auf Anfrage: «Solarify schliesst sowohl eine Haftpflicht-, eine Anlage- (für Betriebsunterbrüche bei defekten Teilen z. B.) sowie eine Gebäudeversicherung für

Am Samstag öffnet die Zuger Messe

Die Solaranlage des Bauernbetriebes Trachsel in Wettswil wurde Crowd-finanziert. (Bild Solarify) jede Solaranlage ab.» Krienbühl hält zudem fest, dass für Panelkäuferinnen oder -käufer keine nachträglichen Kosten anfallen würden.

Projekte in Stallikon und Hedingen Wie erwähnt wurden auch Projekte im Säuliamt umgesetzt. So installierte man 2022 insgesamt 333 Solarpanels auf dem Schulhaus Loomatt in Stallikon. In Ebertswil und Mettmenstetten realisierte das Unternehmen Anlagen auf Gewerbebauten. Zwei neuere Projekte stammen aus Hedingen. Im letzten Jahr installierte Solarify auf dem Dach des Bauernbetriebs Fromoos 352 Solarpanels mit einer Jahresproduktion von 123 000 kWh, was in etwa 30 Haushalten entspricht. Auf dem Werkhof in der Gemeinde wurden in diesem Jahr 314 Solarpanels mit 126 000 kWh Jahresleistung in Betrieb genommen. Das aktuell bisher grösste Projekt im Amt wird im Moment in Wettswil realisiert. Voraussichtlich diesen Herbst geht auf dem Bauernbetrieb Trachsler eine Anlage mit insgesamt 872 Solarpanels in Betrieb. Mit dem produzierten Strom können im Schnitt 80 Haushalte mit Strom versorgt werden. Ein Panel kostet in diesem Fall 616 Franken. Ak-

tuell steht mit gut 770 Panels noch ein Grossteil der Anlage zum Verkauf. Auf Nachfrage erklärt Lukas Krienbühl: «Das Solarprojekt ist erst seit der zweiten Augusthälfte im Verkauf. Bei grossen Projekten kann der Verkauf mehrere Monate dauern. Solarify kann die Anlagen, wie im Fall von Wettswil, teilweise vorfinanzieren, damit sie bereits gebaut werden können.» Über die Beweggründe für den Bau erklärte Landwirt Traugott Trachsler gegenüber Solarify: «Nach dem Neubau suchten wir gezielt nach einer Möglichkeit, unser Dach zu vermieten.» Mit dem Angebot habe man die passende Lösung gefunden. Der Dachbesitzer wird von Solarify mit einer Miete für die Nutzung des Dachs entschädigt und muss sich ansonsten um nichts kümmern.

30 Jahre Laufzeit Ein solches Produkt versteht sich als langfristige Investition. Die Lebensdauer der Panels wird mit 30 Jahren berechnet und somit verteilt sich der Ertrag auch auf diese Zeitdauer. Die Berechnungen bei Solarify basieren auf drei Szenarien. So gibt es neben dem Normalszenario, auch ein negatives und ein positives. Angesprochen auf die nun

sinkenden Vergütungen für den Solarstrom ab 2026, erklärt Krienbühl, dass die Szenarien langfristig ausgelegt seien und die neuen Vergütungen bereits berücksichtigt seien. Im Normalszenario beim Projekt in Wettswil kommt so ein erwarteter Ertrag von 175 Franken pro Panel zusammen. Dank der Einmalvergütung für die Anlage ist der Reinertrag im ersten oder zweiten Jahr höher, je nach Geschwindigkeit der Subventionsstelle. In den folgenden Jahren kann pro Panel dann mit vier bis sechs Franken gerechnet werden. Das entspricht einer Rendite von 2,7 Prozent. Nach 30 Jahren sind die Panels amortisiert und gehen kostenlos an den Dacheigentümer oder -eigentümerin über. Falls nötig, ist die fachgerechte Entsorgung über die im Panelpreis inbegriffene vorgezogene RecyclingGebühr sichergestellt. Ein vorgängiger Verkauf der eigenen Panels ist möglich. Entweder organisiert man sich das selbst oder nutzt den Marktplatz online, welchen die Firma anbietet. In Wettswil sollte es gemäss Lukas Krienbühl spätestens im November losgehen. Ab dann werden auf dem Hof 344 000 kWh pro Jahr Strom produziert, finanziert durch Kleininvestoren.

Wenn am Samstag die Messetore auf dem Stierenmarktareal in Zug öffnen, ist wieder Markt- und Chilbistimmung angesagt. Anlässlich der grössten Herbstmesse der Zentralschweiz dürften auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus dem Säuliamt in die Kolinstadt strömen. Die Veranstalter bitten darum, mit dem ÖV anzureisen. Es gibt zwar auch Parkplätze für Autos, doch nicht allzu viele, sodass die Anreise mit der S-Bahn ratsam ist. Es gibt dafür auch spezielle, vergünstigte Messetickets. Erwähnenswert ist eine Sonderschau zu den Special Olympics National Summer Games, die nächste Jahr in Zug stattfinden und eine Ausstellung, die sich mit gängigen Vorurteilen (Krypto, Kirschen, Geld) über Zug auseinandersetzt. (red)

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Vier Medaillen für Rigling Erfolgreichste Weltmeisterschaft in Rio Der Ämtler Paracyclerin Flurina Rigling gelangen am Wochenende in Rio ihre bisher erfolgreichsten Weltmeisterschaften. Die Hedingerin gewann Gold im Scratch- und Sprint-Rennen, Silber im Zeitfahren und zum Abschluss erreichte sie im Ausscheidungsrennen den ersten Rang. Im 1-Kilometer-Zeitfahren gelang ihr die zweitschnellste Zeit. Damit verpasste sie den Weltrekord um nur 27 Hundertstel. Im Scratch-Rennen sicherte sich Rigling erstmals in dieser Disziplin eine Goldmedaille. «Ich bin sprachlos, das habe ich noch nie geschafft. Ich habe aber gespürt, dass mir das Vertrau-

en von der erfolgreichen Strassensaison auch bei den Bahnrennen sehr hilft», wurde Rigling in der Medienmitteilung von Swiss Paralympic zitiert. Im SprintRennen über 200 Meter wie auch im abschliessenden Elimination-Final am Sonntag sicherte sich Rigling ebenfalls die Goldmedaillen. Neben Rigling war auch der Waadtländer Laurent Garnier am Start. Mit Rang sechs im Scratch und Rang sieben im Ausscheidungsrennen feiert auch er seinen bisher grössten WM-Erfolg, wie es in der Mitteilung heisst. (dst)

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20043 Rigling mit WM-Gold nach dem Scratch-Race. (Bild Swiss Paralympic/SWpix.com)

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