CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 810 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG
044 761 20 40 IHRE SPITEX-NUMMER, WENN SIE AM LIEBSTEN ZUHAUSE GEPFLEGT WERDEN MÖCHTEN.
Erfolg beginnt mit einem Gespräch rung 15 Jahre Erfah vermittelt ien bil mo Im Über 500
SPITEX-AFFOLTERN.CH PHS AG, 8910 AFFOLTERN
Paul Stöckli, 076 417 17 17 paul.stoeckli@remax.ch
AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 74 I 179. Jahrgang I Freitag, 10. Oktober 2025
Mutiger Vogel
«Sehen das nicht so gern»
Für einen sicheren Nistplatz nimmt die Wasseramsel ein nasses Gefieder in Kauf: Teil 38 der Serie «Streifzüge durch die Natur». Seite 7
Die neuen Eigentümer des «Uto Staffel» äussern sich zum Wechsel ihres Wirtes zur Konkurrenz «Bergstube» in Stallikon. Seite 13
106
Blick in römische Vergangenheit
«Durch Bewegung gebe ich Lebensfreude weiter.»
Eine aktuelle Ausgrabung in Affoltern beim Sammlungszentrum des Nationalmuseums
Seite 18 Andi Müller, Karatelehrer und Gesundheitstrainer. (Archivbild zvg)
Sandra ISabél ClauS Derzeit wird in Affoltern Geschichte freigelegt – ganz wortwörtlich. Auf dem Areal des Sammlungszentrums des Schweizerischen Nationalmuseums, wo in den kommenden Jahren ein Erweiterungsbau entstehen soll, gräbt ein Team der Kantonsarchäologie Zürich in die Vergangenheit. Der Boden dort birgt Zeugnisse, die womöglich bis in die späte Eisenzeit und frühe Römerzeit zurückreichen. Das Gelände gehört zu einer sogenannten «archäologischen Zone», wie sie von der Kantonsarchäologie an verschiedenen Orten im Kanton definiert wurde. In solchen Gebieten ist aufgrund früherer Funde oder Hinweise mit weiteren archäologischen Überresten zu rechnen. Im Fall des Grundstücks beim Sammlungszentrum besteht Interesse, weil nur wenige Hundert Meter südöstlich, im Gebiet «Mettmenstetten-Grossholz», seit Längerem ein grösserer römischer Gutshof vermutet wird. Bereits 1806 fanden dort erste, nicht genau lokalisierte und kaum dokumentierte Grabungen statt. Dazu meint Daniel Möckli, kantonaler Archäologe und Grabungsleiter: «Es gibt ein paar schriftliche Notizen, dass römische Funde gemacht wurden. Später wurden auch immer wieder römische Ziegelfragmente entdeckt.» Auf Luftaufnahmen sind zudem dunkle, rechteckige Bodenverfärbungen zu erkennen – ein Indiz für ehemalige Gebäudestrukturen.
Im Umland von Zürich gab es zahlreiche römische Gutshöfe Diese Erkenntnisse fügen sich in das grössere Bild der römischen Präsenz in der Region ein. Nach der Eroberung durch die Römer um 15 vor Christus entstanden im Umland des römischen Vicus Turicum (heutige Stadt Zürich) zahlreiche villae rusticae – römische Gutshöfe, die Landwirtschaft, Handwerk und Wohnen vereinten. Sie waren Teil eines weit verzweigten Versorgungsnetzes, das die Städte mit Lebensmitteln und Gütern belieferte. Dass sich in der Nähe des Sammlungszentrums des Schweizerischen Nationalmuseums ebenfalls ein solcher Gutshof befand, ist daher durchaus plausibel. Andere Funde
Lasterladungen voll mit Hilfsgütern hat der Verein Switlo für die Ukraine gesammelt. Seite 16
EM-Erfolg für Hausemer Tanzpaar Im Juli erst hatten Maja Kucharczyk und Davide Corrodi Beim World Cup über zehn Tänze in Georgien ein starkes Ausrufezeichen gesetzt: Damals erreichten sie das Finale und belegten in einem hochklassigen Feld mit 21 teilnehmenden Ländern aus aller Welt den 5. Platz. Nun hat das Ämtler Tanzsportpaar nachgedoppelt. In Rom gingen sie im Rahmen der Europameisterschaft in der traditionsreichen Pala Tiziano an den Start. Wiederum standen sie einem hochkarätigen internationalen Feld gegenüber, und doch belegten sie am Schluss den herausragenden 4. Platz. Es ist das beste Schweizer Resultat seit Jahrzehnten auf kontinentaler Ebene. (red)
Seite 17 ANZEIGEN
Das nasse Herbstwetter verwandelt das aktuelle Grabungsfeld in Affoltern in ein lehmiges Sumpfgebiet. Im Bild zu sehen ist auch Grabungssleiter Daniel Möckli. (Bild Sandra Isabél Claus ) in der Nähe sind gar noch älter als römisch: In den 1990er-Jahren wurde weiter Richtung Osten eine Grube mit Fundmaterial aus der Frühbronzezeit (zirka 2000−1500 vor Christus) entdeckt. All das deutet darauf hin, dass das Gebiet schon vor mehreren Tausend Jahren vom Menschen genutzt wurde – möglicherweise als landwirtschaftliche Fläche oder als Siedlungsort. Als 2023 das Baugesuch für den Erweiterungsbau des Sammlungszentrums des Schweizerischen Nationalmuseums eingereicht wurde, reagierte die Kantonsarchäologie. Um abzuklären, ob archäologische Überreste vorhanden sind, wurde das Gelände zunächst mit Baggerschlitzen sondiert: In regelmässigen Abständen öffnete man rund vier Meter lange und einen Meter breite Gräben, um die Bodenschichten zu untersuchen. Dabei stiessen die Fachleute auf eine dunklere Schicht mit Holzkohlen-
fragmenten und kleinen Keramikscherben, sogenannte Anthrosol-Schichten, die auf menschliche Nutzung hinweisen. Radiokarbonanalysen einzelner Holzkohleproben ergaben, dass hier schon in der Bronzezeit, vielleicht sogar am Ende der Steinzeit, landwirtschaftlich gearbeitet wurde. In einem der Schnitte kam zudem eine Konzentration grösserer Steine zum Vorschein, die eindeutig menschlichen Ursprungs war.
Bereits im vergangenen Sommer wurde dort ausgegraben Diese Entdeckungen führten 2024 zu einer flächigen Ausgrabung, die im letztjährigen Sommer stattfand. Dabei zeigte sich, dass die Steine Teil einer länglichen, bananenförmigen Struktur waren, die vermutlich zwischen 200 vor Christus und 100 nach Christus angelegt wurde, also zur Zeit des Übergangs von
der Eisenzeit zur römischen Herrschaft. Welche Funktion hatte diese Steinsammlung? «Dies ist bislang völlig unklar. Sicher ist, dass die Steine von den Menschen hier deponiert wurden, beispielsweise um ihr landwirtschaftlich genutztes Land von Steinen zu befreien.», erläutert Daniel Möckli. Denkbar ist aber auch, dass die Steine zur Stabilisation des sumpfigen Geländes oder als Markierung von Parzellengrenzen verwendet wurden. Oder alles zusammen. Rundliche Bodenverfärbungen, die möglicherweise auf ehemalige Pfostenstandorte hinweisen, wurden ebenso entdeckt. Um mehr Klarheit zu gewinnen, läuft seit dem 15. September eine zweite Grabungsetappe, die voraussichtlich bis Ende Oktober, allenfalls Mitte November dauern wird – abhängig von Wetter und allfällig weiteren Funden.
Gut besuchtes Referat in Knonau
Mario Winkler bietet Beschriftungen aller Art an
Im Gegensatz zu Honigbienen, die einen «Staat» mit bis zu 50 000 Bienen bilden und als «Generalisten» fast alle Wildund Kulturpflanzen bestäuben, leben Wildbienen standortgebunden solitär und sind überwiegend spezialisiert auf bestimmte Pflanzenfamilien wie Lippenblütler, Kreuzblütler oder Glockenblumengewächse. Ihre Flugweite beträgt maximal 300 Meter, während Honigbienen bis zu 3 Kilometer fliegen, was ihnen im Konkurrenzkampf um Nahrung einen Vorteil verschafft. Zudem
Mit 33 Jahren steht Mario Winkler, der in Zwillikon und Obfelden aufgewachsen ist, an der Spitze der Winkler Beschriftungen GmbH, eines Unternehmens, das im Handwerk der Fahrzeugfolierung und Beschriftung verwurzelt ist. Ganz aus dem Nichts kam seine Selbstständigkeit nicht. Sie hat in der Familie der Winklers fast Tradition, wie er erzählt: «In jeder Generation gab es mindestens ein oder zwei Unternehmer. Das hat mich früh inspiriert, etwas Eigenes aufzubauen.» Bis es jedoch so weit
Seite 7
Dein Gelände. Unser Antrieb. ruckstuhlgaragen.ch/affoltern-am-albis
Seite 3
Wildbienen unterstützen Kreatives Handwerk sind die grösser und kräftiger als ihre Artgenossen. Wie also kann den Wildbienen geholfen werden? Dazu organisierten die LEK-Kommission Knonau und Naturnetz Knonauer Amt vergangene Woche einen Vortrag. 70 Interessierte nahmen teil, um mehr zu erfahren von Dr. Sebastian Hausmann-Z’graggen, der nicht nur Ökologe und Leiter der kantonalen Bienenfachstelle ist, sondern selber auch in Knonau wohnt. (red)
ALL AD
Werde auch du ein Clever-Heizer in Bonstetten, Hedingen und Mettmenstetten! Jetzt den Fernwärme-Check machen.
war, durchlief Mario Winkler auch weniger inspirierende Zeiten: Nach der Sekundarschule absolvierte er in Zürich eine Lehre als Automatiker. «Das war nichts für mich», sagt er rückblickend. Die Wende kam für Mario Winkler mit einer Stelle in einer Autogarage: Entscheidend war für ihn nicht nur der Job, sondern die Freiheit, die Räume zu nutzen, um nebenbei seine eigene Geschäftsidee zu erproben. (red)
Seite 11
50041 9 771661 391004