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CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 313 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG

AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 68 I 178. Jahrgang I Dienstag, 3. September 2024

Energieregion Knonauer Amt

Stechender Blick

An einer Diskussionsveranstaltung in Ottenbach stellte sich Regierungsrat Martin Neukom Bürgern aus dem Säuliamt. Seite 5

Der Mittelmeermöwe gefällt es in der Schweiz und auch im Säuliamt immer besser. Manche stören sich am Lärm und den Augen. Seite 7

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Stunden Verhandlung vor Gericht endeten mit einem Freispruch. Seite 3

Abgang eines Arztes mit Folgen Zentrum für Schmerzmedizin im Spital Affoltern bleibt bis auf Weiteres geschlossen FLORIAN HOFER Nur etwas mehr als ein halbes Jahr nach der Gründung des neuen Zentrums für Schmerzmedizin steht das Spital Affoltern vor einem Scherbenhaufen. Denn der Leiter des Zentrums, Professor Michael Heesen hat die Klinik vor Kurzem kurzfristig verlassen und wird bereits am 1. Oktober als neuer Chefarzt Anästhesie und Intensivmedizin im Spital Oberengadin arbeiten, wie das Spital in Samedan mitteilt.

«Das hat uns schon sehr überrumpelt.» Lukas Rist, Direktor Spital Affoltern

den Ferien überrascht worden. Anzeichen für einen bevorstehenden Wechsel habe es bis dato keine gegeben. «Im Gegenteil», so Rist: «Wir sind sehr gut und einvernehmlich gestartet, wir hatten einen regen Zuspruch an ambulanten Patientinnen und Patienten und den Plan weiterzuwachsen, weil wir auch

Derzeit gibt es keine Behandlungen im Bereich Schmerztherapie im Spital Affoltern. (Bild Livia Häberling) stationäre Aufenthalte anbieten wollten.» Strategische oder sonstige Differenzen habe es nicht gegeben, betont Rist im Gespräch mit dieser Zeitung.

Belegärzte können jederzeit gehen Doch kann man denn so einfach von einem Tag auf den anderen von seinem Arbeitsplatz verschwinden? «Das geht», klärt Rist auf: Heesen hat als Belegarzt gearbeitet, da ist es möglich, jederzeit zu gehen. Eine Stelle als Chefarzt habe man ihm nicht anbieten können. Das sei beim Aufbau der Abteilung allerdings auch bekannt gewesen. Das Angebot des Zentrums für Schmerzmedizin, das Anfang Februar unter der Leitung von Professor Heesen eröffnet wurde, sollte Patientinnen und Patienten sowohl mit akuten wie auch chronischen Schmerzen ansprechen. Es umfasste die Schmerzdiagnostik, die Schmerzberatung sowie die Schmerzbehandlung. Ein spezielles Therapieangebot bildete die multimodale stationäre Schmerztherapie, die sich an Menschen mit chronischen Schmerzen richtet und so laut Medienmitteilung vom Februar nur im Spital Affoltern sowohl im ambulanten, stationären wie auch im multimodal stationären Setting möglich sein sollte. Das Schmerzzentrum gilt zwar als wichtiges Element in der Strategie des Spitals. Aber die Bereiche, in denen ein kantonaler Leistungsauftrag erfüllt werden muss, sind davon nicht betroffen. Es handelt sich dabei um Altersmedizin,

Palliative Care, Psychiatrie mit Alterspsychiatrie und Mutter-Kind-Abteilung sowie eine grosse Psychotherapie. Wie es jetzt weitergeht, ist noch nicht klar. Möglich wäre es, jemanden neuen zu suchen oder den Fokus auf andere Gebiete zu legen und auf das Zentrum für Schmerzmedizin dauerhaft zu verzichten. Was schmerzlich wäre, denn: «Es gibt in der Region eindeutig ein Bedürfnis für ambulante und stationäre Schmerztherapien: Wir müssen uns jetzt strategische Überlegungen machen. Entscheiden muss der Verwaltungsrat», sagt dazu der Ärztliche Direktor Markus Minder: «Das ist jetzt eine wirklich schwierige Situation. Es tut uns auch für die betroffenen Patientinnen und Patienten sehr leid.»

«Bedenken nicht berücksichtigt» Und was sagt Michael Heesen dazu? Er macht organisatorische Mängel geltend. «Der Plan von Spital Affoltern und mir war, dass ich ab Ende Oktober 2024 chronisch schmerzkranke Patienten stationär im Spital Affoltern behandle.» Das Spital Affoltern habe jedoch gegenüber Patienten und Patientinnen sowie zuweisenden Ärzten und Ärztinnen nicht glaubhaft klargemacht, dass es sich um eine eigenständige Therapie handelt. «Es war unklar, ob die Schmerztherapie eine Unterabteilung der Geriatrie (Altersmedizin) sein wird.» Es gebe aber auch viele jüngere Schmerzpatienten. Er habe deshalb Ablehnungen von Patienten und Patientinnen bekommen. Auch einige

zuweisende Ärzte hätten es abgelehnt, Patienten oder Patientinnen zu schicken, «weil Schmerzmedizin nicht dasselbe wie Altersmedizin ist.» Und weiter: «Leider sind diese Bedenken, die ich der Spitalleitung über mehrere Wochen hin-

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Am Sonntagabend fegte eine Gewitterzelle über die Schweiz. Auch der Bezirk Affoltern blieb nicht verschont: Ab kurz nach halb neun Uhr abends sei eine Meldung nach der anderen eingegangen, sagt Michael Huber, Medienoffizier der Stützpunktfeuerwehr Affoltern, auf Anfrage. Ausrücken musste die Stützpunktfeuerwehr etwa auf die A4, in das Spital Affoltern oder in diverse Privathaushalte, die mit überfluteten Kellern zu kämpfen

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«Leider sind diese Bedenken nicht berücksichtigt worden.» Professor Michael Heesen, Arzt

weg mitgeteilt habe, nicht berücksichtigt worden.» Leider seien dann auch kurzfristige Gespräche mit dem Verwaltungsrat ergebnislos geblieben. Professor Michael Hessen hat dann aber auch Lob fürs Spital Affoltern parat: «Das Spital Affoltern hat hervorragende, äusserst motivierte und sehr engagierte Mitarbeitende. Meine ambulante Praxis wurde von diesen Mitarbeitenden und auch vom Spital optimal unterstützt. Dies im Gegensatz zu der stationären Therapie, wie oben beschrieben.»

Paralympics: Ämtlerin hielt dem Druck stand Gewitter hält Ämtler Feuerwehren auf Trab selben Bahn in Saint-Quentin-en-Yvelines in der Einzelverfolgung über 3000 m den Weltmeister-Titel in dieser Disziplin. Und siehe da: Auch diesmal konnte Flurina Rigling im richtigen Moment Kräfte freisetzen. Sie holte Bronze und schaffte damit den Sprung auf das Podest. Es war zugleich die erste Schweizer Medaille an den Paralympics 2024. (red)

Das ehemalige Restaurant Linde in Maschwanden befindet sich in schlechtem Zustand – nicht nur im Aussenbereich mit der rund 1200 Quadratmeter grossen Umgebung. Seit Wirtin Anna Dubs 2009 im Alter von 83 Jahren verstorben ist, ist es zum Geisterhaus verkommen. Das soll sich nun ändern. Urs Räbsamen, Mitinhaber der Zobrist + Räbsamen AG in Zürich Aussersihl, rettet bedrohte Restaurants vor dem Abriss, ohne die Rendite in den Vordergrund zu stellen. Das hat er nun auch in Maschwanden vor. Er zeigte sich bei einer Ortsbegehung beeindruckt: «Ein lässiges Haus, hier lässt sich etwas machen. Da habe ich Interesse.» Einer ersten Schätzung nach müssten ohne Gastrobetrieb 1,2 Millionen Franken, mit Restaurant insgesamt etwa 1,7 Millionen Franken investiert werden. (red)

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Bronze für Flurina Rigling Mehrere Dutzend Einsätze Es sind die ersten Olympischen Spiele für die Hedinger Para-Athletin Flurina Rigling. Im Vorfeld hatte die 27-Jährige durchaus Druck verspürt, um den Erwartungen gerecht zu werden – nicht zuletzt auch den eigenen. Zwar zählt sie gemäss Swiss Paralympic in Paris nicht zum engsten Favoritenkreis, dennoch lag Edelmetall für Rigling als vierfache Weltund Europameisterin nicht ausser Reichweite. Vor zwei Jahren holte sie auf der-

Seite 6 Tamara Morgenthaler, Co-Präsidentin «40er Fäscht». (Bild Daniel Vaia)

Geisterhaus könnte saniert werden

200 Patienten ohne Betreuung Das Spital Affoltern und damit etwa 200 Patienten und Patientinnen stehen nun ohne Schmerzzentrum und medizinische Ansprechpartner da. Aufgrund des kurzfristigen Abgangs des Professors könnten keine Patienten und Patientinnen mehr betreut werden, informiert die Webseite des Spitals. Heesen war der einzige Arzt im Schmerzzentrum. Konsternierte «Anzeiger»-Leserinnen und Leser haben dazu Einsendungen geschickt (siehe dazu auch Seite 8). «Das hat uns schon sehr überrumpelt», sagt dazu Spitaldirektor Lukas Rist gegenüber dem «Anzeiger». Er sei von der Neuigkeit nach der Rückkehr aus

«Es hat eine riesige Nachfrage nach Tickets gegeben.»

hatten. Innerhalb von rund zwölf Stunden sind so 65 Einsätze zusammengekommen; 60 davon in der Nacht und weitere fünf im Laufe des Montagmorgens. Von der Stützpunktfeuerwehr standen zirka 45 Personen im Einsatz. Weitere Unterstützung kam von den Feuerwehren Hedingen, Ottenbach, Obfelden und Knonaueramt Süd, die insgesamt nochmals zirka 32 Personen entsandten. Ein ausführlicher Bericht folgt am Freitag. (red)

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