CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 379 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG
Dis Spital. Din Arbeitgeber. Chumm au zu eus! AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 65 I 179. Jahrgang I Dienstag, 9. September 2025
Regnerischer Rüüss-Abig
Unterschiedliche Erntebilanz
Einmal mehr lud der «Anzeiger» vergangene Woche nach Ottenbach zu seinem Traditionsanlass. Über 100 Gäste folgten der Einladung. Seite 4
Während in Knonau ein gutes Weinjahr erwartet wird, hat ein Hagelschlag in Hausen die Trauben massiv beschädigt. Seite 9
100
Spital Affoltern rettet seinen Notfall Mit einem zweijährigen Pilotbetrieb entgeht die Notfallstation vorläufig der Schliessung livia häberling Im Jahr 2019 behandelte die Notfallstation des Spitals Affoltern 7680 Fälle – fünf Jahre später, 2024, waren es bereits 10 000. Das sind etwas mehr als durchschnittlich 27 Fälle pro Tag – ein Rekordwert. Doch während die Fallzahlen einen deutlichen Bedarf zeigen, war zuletzt unklar, wie die Zukunft des Notfallzentrums am Spital Affoltern aussieht: Die beiden Leistungsaufträge im Bereich Akutsomatik (Basispaket Chirurgie und Innere Medizin) hat das Spital Affoltern bei der Spitalplanung 2023 nur noch befristet erhalten – per Ende 2025 laufen sie aus. Ohne dieses Basispaket ist es dem Spital allerdings nicht möglich, den Notfall in seiner heutigen Form weiterzuführen. Infrage gekommen wäre dann noch ein reduziertes Notfall-Angebot, etwa in Form einer Permanence.
Befristeter Leistungsauftrag bis 2027 Seit Donnerstag vergangener Woche ist klar, dass dieses Szenario am Spital Affoltern vorläufig nicht Realität wird. Stattdessen präsentierte die Zürcher Gesundheitsdirektion als Lösung einen sogenannten «Notfall light». Dabei handelt es sich um eine Notfallstation, die mit einer kleinen Kurzaufenthaltseinheit ergänzt wird, in der leichtere medizinische Fälle aufgenommen werden können. Die maximale Aufenthaltsdauer auf der Station beträgt drei Tage. «Ein möglicher Vorteil besteht darin, dass diese Patientinnen und Patienten
die notwendige medizinische Betreuung und Überwachung erhalten, ohne dass sie in ein grösseres Spital verlegt werden müssen», schreibt die Gesundheitsdirektion. Dass die Notfallstation auch ohne umfassende medizinische Grundversorgung weiterhin gut ausgelastet sei, bestätige die nach wie vor wichtige Rolle des Spitals Affoltern für die regionale Versorgung. Mit dem zweijährigen Pilotbetrieb im Spital Affoltern will die Gesundheitsdirektion nun prüfen, wie sich eine solche verkleinerte Notfallstation in der Praxis bewährt und ob sie langfristig für ein Spital finanziell tragbar wäre. Für den Pilotbetrieb dieses «Notfall light» erhält das Spital Affoltern ab Januar 2026 wieder einen befristeten Leistungsauftrag. Das Spital Affoltern ist im Kanton Zürich aktuell der einzige Betrieb, in dem das Konzept getestet wird. Aktuell seien keine weiteren Pilotprojekte dieser Art vorgesehen, teilt die Gesundheitsdirektion auf Anfrage mit.
Pilot: Für Innere Medizin bedeutend Mit Blick auf das erklärte Ziel der Gesundheitsdirektion – eine Konzentration der medizinischen Leistungen – werden neue Leistungsaufträge ausserhalb der grossen, alle zehn Jahre stattfindenden Spitalplanung nur sehr zurückhaltend vergeben. Etwa bei Unterversorgung. Eine solche drohende Unterversorgung sei denn auch eines der Argumente gewesen, die das Spital Affoltern in den Verhandlungen mit der Gesundheitsdirektion vorgebracht habe, er-
klärt Stefan Gyseler, interimistischer Co-CEO und Verwaltungsratspräsident, auf Anfrage: «Wir haben darauf hingewiesen, dass es auf dem Land zu einem Versorgungsengpass ambulanter Bedürfnisse kommen wird, wenn sich weitere Spitäler dazu entschliessen, ihre Chirurgien aus Gründen der Kosteneffizienz zu schliessen und der Betrieb der Notfallstationen direkt an die
«Wir haben darauf hingewiesen, dass es auf dem Land zu einem Versorgungsengpass ambulanter Bedürfnisse kommen wird.» Stefan Gyseler, Co-CEO und Verwaltungsratspräsident Spital Affoltern
Chirurgie gekoppelt bleibt. Denn auch bei den Hausarztpraxen, die einen Teil der ambulanten Versorgung stemmen, nimmt die Dichte stetig ab.» Mit Blick
auf die beiden auslaufenden Leistungsaufträge per Ende 2025 für Chirurgie und Innere Medizin habe das Spital Affoltern deshalb Anfang 2025 das Gespräch mit der Gesundheitsdirektion gesucht. Im Rahmen mehrerer Gespräche sei dann das Pilotprojekt «Notfall light» zustande gekommen. Aus Sicht von Stefan Gyseler ist es eine gute Lösung: «Wir hatten das Ziel, den Notfall zu behalten, weil wir den Eindruck haben, dass er für die Bevölkerung von grosser Bedeutung ist.» Im Hinblick auf interne Abläufe oder Infrastruktur ändere sich mit dem Pilotprojekt nichts, erklärt Gyseler: «Die Rettungsdienste wissen Bescheid, mit welchen Fällen sie uns anfahren können.» Solche, die chirurgisches Fachpersonal erfordern, nimmt das Spital Affoltern bereits seit Herbst 2022 nicht mehr an, als die ambulante und stationäre Chirurgie geschlossen wurde. Anders sieht es für die zweite Disziplin aus, für die der Leistungsauftrag Ende 2025 ausläuft: «Dass wir Patientinnen und Patienten neu bis zu 72 Stunden stationär versorgen dürfen, ist für die Innere Medizin sehr bedeutend.»
Geschäftsgang 2025: «Gut unterwegs» Mit Blick auf den Geschäftsgang sagt Stefan Gyseler: «Wir sind gut unterwegs.» Zwei Drittel des erfahrungsgemäss etwas schwächeren, dritten Quartals sind durch, und man sei mit der Belegung so weit zufrieden. Dasselbe gelte für den Anteil der kostspieligen Temporärstellen.
Berufsmesse mit regem Andrang
Personen kamen zum Referat des bekannten Friedensaktivisten Josef Lang. Seite 11
«Wir leben von einer sehr treuen Kundschaft.» Seite 15 René Neuschwander, Leiter Break Bar. (Bild Brigitte Reemts Flum)
Parteien-Forum im «Anzeiger» Am Abstimmungssonntag, 28. September, stehen neben zahlreichen kommunalen Vorlagen und dem kantonalen Energiegesetz noch zwei eidgenössische Abstimmungen auf dem Programm. Der «Anzeiger» hat die neun im Bezirk vertretenen Parteien gebeten, Stellungnahmen zu den zwei eidgenössischen Vorlagen abzugeben. Dabei geht es einmal um die Abschaffung des Eigenmietwerts und die Möglichkeit, für die Kantone Liegenschaftssteuern auf Zweitwohnungen zu erheben. Zum anderen möchte der Bund nach der missglückten Abstimmung von 2021 dem Schweizer Volk doch noch die E-ID schmackhaft machen. Acht Parteien haben die Möglichkeit genutzt, auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. In den Stellungnahmen finden sich zahlreiche Pro- und ContraArgumente. (fh)
Seiten 5 bis 7 ANZEIGEN
Carrosserie/Spritzwerk
Lido Galli
Zürichstrasse 1A 8932 Mettmenstetten SB-Waschanlage
Telefon 044 776 81 11
NEUERÖFFNUNG
DOSENBACH IM COOPARK
10. SEPTEMBER 2025 AFFOLTERN AM ALBIS
Die 11. Ämtler Berufsmesse ermöglichte am Wochenende zahlreichen Jugendlichen im Berufswahlalter und ihren Eltern einen Einblick in eine Vielfalt an Lehrberufen. Das Erfolgskonzept der Berufsmesse: Jugendliche können sich dank dem Bild Regula Zellweger Engagement von Lehrfirmen im Austausch mit Lernenden ein Bild von den Berufen machen. (red) Seite 3
20037 9 771661 391004