CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 810 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG
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AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 64 I 179. Jahrgang I Dienstag, 1. September 2026
Streit um Schulraum
Ausgleich in letzter Sekunde
Stallikon stimmt über das grösste Bauprojekt seiner Geschichte ab. Der geplante Schulhausneubau sorgt für Diskussionen. Seite 6
Der FC Wettswil-Bonstetten liegt gegen Gossau bis tief in die Nachspielzeit zurück und rettet mit einem Penalty noch einen Punkt. Seite 19
Nicht jede Säuliämtler Gemeinde ist als Wohnort gleich attraktiv Die UBS veröffentlicht zum zweiten Mal ihren Wohnattraktivitätsindikator Daniel Vaia
90
Jahre alt wird der Hedinger alt Kantonsrat und alt Gemeindepräsident Ernst Jud. Seite 11
«Beziehung zum Pferd funktioniert fast ohne Sprache.» Seite 13 Karin Illi, Reitpädagogin. (Bild Regula Zellweger)
Schützen feierten
Die Nähe zu den Zentren Zürich und Zug, die gute Verkehrsanbindung, die vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten, die Freizeitangebote, die Nähe zur Natur: Im Säuliamt lässt sich gut leben. Allerdings gibt es von Gemeinde zu Gemeinde durchaus Unterschiede, was die Wohnattraktivität angeht. Dies geht aus dem Wohnattraktivitätsindikator 2026 der Grossbank UBS hervor. Zum zweiten Mal nach 2024 hat die UBS mit einer Analyse sämtlicher Schweizer Gemeinden in zehn Regionen die attraktivsten Wohnorte ermittelt. Bewertet wurden dabei Infrastruktur, Freizeitmöglichkeiten und Lebenshaltungskosten. Fazit: Für eine Familie mit zwei Kindern und einem durchschnittlichen Einkommen sind mittelgrosse Städte attraktiver als Grosszentren. In der Region Zürich-Aargau-Schaffhausen eruierte die Studie als attraktivste Wohnorte Aarau (AG) vor Baden (AG) und Schaffhausen. Zürich folgt erst auf Platz vier. Die Wohnattraktivität von diesen vier Orten und rund einem Dutzend weiteren in der Region Zürich stuft die Studie als «weit überdurchschnittlich» (höchste Stufe) ein.
Was 1676 als Bürgerwehr begann, ist heute ein moderner Schützenverein: Die «Ehrsame Zihlschaft zu Ottenbach» blickt auf eine 350-jährige Geschichte zurück. Am Samstag feierten die Ottenbacher Schützen dieses seltene Jubiläum beim Schützenhaus gemeinsam mit Vertretungen der Ämtler Vereine und den seit Jahrzehnten verbundenen Schützen aus Jonen – bewusst in kleinem Rahmen. Zur Gründungszeit hatte das Schiessen wenig mit Freizeit oder Sport zu tun. Die Zürcher Obrigkeit verpflichtete die Männer auf dem Land zum Training mit der Waffe. Sie sollten im Ernstfall ihr Dorf, ihr Hab und Gut verteidigen. Heinz Meili, Präsident des Zürcher Schiesssportverbandes, erinnerte in seiner Ansprache an diese Ursprünge und schlug zugleich den Bogen zur heutigen Landesverteidigung. Aus der einstigen Wehrpflicht sei inzwischen ein hochmoderner Präzisionssport geworden. (red)
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Sechs Säuliämtler Gemeinden überdurchschnittlich attraktiv Die acht nördlichen Säuliämtler Gemeinden wurden allesamt als «überdurchschnittlich» (Aeugst, Affoltern, Bonstetten, Obfelden, Stallikon und Wettswil) oder «durchschnittlich» (Hedingen, Ottenbach) taxiert; sie werden in der UBSStudie der Region Zürich-Aargau-Schaffhausen zurechnet. Die sechs südlichen Gemeinden, die der Region Zentralschweiz zugeteilt wurden, erhielten die Prädikate «durchschnittlich» (Hausen, Mettmenstetten) und «unterdurchschnittlich» (Kappel, Knonau, Maschwanden, Rifferswil). Als «weit unterdurchschnittlich» (tiefste Stufe) wurde die Wohnqualität in keiner der Gemeinden im Bezirk Affoltern eingestuft. Was für die Regionen Zürich-Aargau-Schaff hausen und Innerschweiz
Die drei attraktivsten Wohngemeinden in der Region Zürich-Aargau-Schaffhausen sind gemäss der UBS-Studie Aarau vor Baden und Schaffhausen («weit überdurchschnittlich»). Die Wohnattraktivität im nördlichen Säuliamt wird in sechs Gemeinden als «überdurchschnittlich» eingestuft, in zwei als «durchschnittlich». (Die sechs Gemeinden im südlichen Säuliamt wurden der Region Innerschweiz zugerechnet – siehe Grafik auf Seite 3). (Grafik UBS) gilt, trifft auch auf die übrige Schweiz zu: In neun der zehn untersuchten Regionen sind mittelgrosse Städte die attraktivsten Wohngemeinden. Neben Aarau heissen die Spitzenreiter Solothurn, Fribourg, Sion, Luzern, Chur und St. Gallen (alles Kantonshauptorte) sowie Vevey und Lugano. Einziges Grosszentrum mit einer Top-Platzierung ist Basel. Laut der UBS-Studie bieten mittelgrosse Städte in allen Landesteilen eine «gut ausgebaute Infrastruktur, vielfältige Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten
sowie Zugang zu diversen Dienstleistungen – beispielsweise im Bereich Bildung und Kinderbetreuung». Gleichzeitig wiesen die meisten mittelgrossen Städte Lebenshaltungskosten auf, die deutlich unterhalb derjenigen der Grosszentren liegen. Besonders spürbar sei dieses Gefälle rund um Zürich. So lägen die Kosten in Aarau und Schaffhausen 28 beziehungsweise 34 Prozent unter dem Niveau von Zürich. In Vevey, um ein weiteres Beispiel zu nennen, sind sie 15 Prozent tiefer als in Genf. Dieses günstige Verhältnis zwischen Standort-
qualität und Kosten mache die mittelgrossen Städte für Familien zu attraktiven Standorten. Nebst den Zentren würden auch viele Agglomerationsgemeinden wie Zollikon, Baar, Granges-Paccot (FR), Gaiserwald (SG) oder Morges (VD) eine hohe Wohnattraktivität aufweisen. Sie profitierten von guter Erreichbarkeit und hoher Lebensqualität und böten oft tiefere Steuern oder Wohnkosten als die benachbarten Zentren.
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Raser im Visier
Nachbarn gebraucht
Staatsanwalt fordert PS-Limit für Junglenker Neutralität im Knonauer Amt Die Zahl der Raserdelikte im Kanton Zürich steigt deutlich: Waren es 2020 noch 141 Fälle, sind es inzwischen rund 230. Fast jeden Arbeitstag landet damit ein neuer Fall bei Michael Huwiler, Leiter Strassenverkehr der Zürcher Staatsanwaltschaft. Besonders häufig sind junge Männer zwischen 18 und 30 Jahren beteiligt – oft am Steuer von Hochleistungsautos mit 400 bis 700 PS. Die Folgen können verheerend sein. 2025 starben im Kanton Zürich 30 Menschen im Strassenverkehr, sechs davon
bei Raserunfällen. Und dies bei insgesamt nur 52 solchen Unfällen. «Die Gefahr, bei einem Raserunfall ums Leben zu kommen, ist sehr hoch», sagt Huwiler. Oft seien Unschuldige die Opfer. Härtere Strafen hält Huwiler nicht für nötig. Handlungsbedarf sieht er dagegen bei der Motorleistung. Er fordert eine PS-Begrenzung für Junglenker. An die Vernunft eines 18-Jährigen zu appellieren, reiche nicht. (red)
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Jahrhundertelang lag das Knonauer Amt im Spannungsfeld zwischen Zürich und Schwyz. Beide Orte bekämpften sich immer wieder, waren für ihre Eigenständigkeit aber zugleich auf Kooperation angewiesen. Für die Region dazwischen wäre Neutralität keine Option gewesen: Sie musste sich nach den jeweiligen Machtverhältnissen richten. Im Mittelalter fehlten im Knonauer Amt eigenständige politische Strukturen. Zürich baute seine Territorialherrschaft schrittweise aus. Mit der Land-
vogtei Knonau ab 1512 und der Obervogtei Bonstetten-Stallikon-Wettswil ab 1538 entstanden klar definierte Herrschaftsverhältnisse. Auch die Eidgenossenschaft war lange kein einheitlicher Staat. Die einzelnen Orte entschieden über Krieg, Frieden und Bündnisse, waren aber auf Verträge und Zusammenarbeit angewiesen. Die Neutralität im heutigen Sinn entstand erst später. (red)
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