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Olten, Donnerstag, 2. Februar 2023 | Nr. 5 | 91. Jahrgang | Auflage 34 383 | Post CH AG
13 – 17 Uhr
Elie Peter
Im «Vögeli»
Elie Peter, Kommunikationsverantwortlicher und Schriftsteller.
(Bild: Remo Buess)
D Revierförster Georg Nussbaumer betreut und beobachtet den hiesigen Wald seit 1990. (Bild: Caspar Reimer)
BLUT RETTET LEBEN Erst wenns fehlt, fällts auf. Herzlichen Dank allen Spendern. Neue Spender helfen mit, dass die Blutgruppen 0, A, B und AB auch in Zukunft nicht fehlen. Werden auch Sie Spender: blutspende.ch
Dürre und Wärme belasten den Wald WALD Förster richten den Wald neu ein, damit er für sich ändernde Umweltbedingungen gewappnet ist. Nachhaltigkeit ist das Zauberwort. CASPAR REIMER
Hauptstrasse 3 4625 Oberbuchsiten
062 393 21 21
Reden hilft!
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Georg Nussbaumer ist Betriebsleiter des Forstbetriebs Unterer Hauenstein und seit 1990 als Revierförster tätig. Sein gesunder Teint lässt darauf schliessen, dass er viel Zeit an der frischen Luft verbringt, und wenn er über den Wald zu sprechen beginnt, wird klar: Da ist ein wahrer Experte am Werk. Wer etwas über den hiesigen Wald wissen will, findet bei ihm garantiert Antworten. «Jetzt im Januar ist die Hochsaison der Holzhauerei», beginnt der 58-Jährige zu erzählen. Knapp 11 000 Kubikmeter Holz gibt der Wald jährlich her, wobei ein Teil der Arbeiten an Externe vergeben wird. Dem Forstbetrieb kommen noch ganz andere Aufgaben zugute: Zusammen mit einem zweiten Förster, einem Vorarbeiter, einem Maschinisten und zwei Lehrlingen betreut, pflegt und beobachtet Nussbaumer insgesamt rund 2300 Hektaren Wald um Olten, Trimbach, Winznau, Lostorf, Hauenstein-Ifenthal und Wisen. Dabei arbeitet der Forstbetrieb eng mit den verschiedenen Bürgergemeinden und dem Kanton Solothurn zusammen. «Die rund 1500 Hektar den Bürgergemeinden gehörenden Waldflächen werden von uns nachhaltig bewirtschaftet. In den Privatwaldungen üben wir im Auftrag des Kantons die hoheitliche Aufsicht aus.» Wenn der Eigentümer eines Waldstücks also Eingriffe vornehmen will, muss zuerst Nussbaumer angefragt werden: «Damit garantieren wir die Nachhaltigkeit des Waldes.»
Buche geschwächt
Aktuell kämpfen die Förster mit diversen Problemen: «Viele unserer Laubbäume haben Schwierigkeiten, sich an die höheren Durchschnittstemperaturen anzupassen. Speziell die bei uns weit verbreitete Buche ist geschwächt und in einem schlechten Zustand», sagt der Förster. Weiter seien über 90 Prozent der Eschen von einer Krankheit befallen, die Ende des letzten Jahrhunderts aus Asien eingeführt wurde: «Unsere Esche ist gewissermassen ein Opfer der Globalisierung.» Krankheiten, die von weither über die Schifffahrt nach Europa gekommen seien, habe es aber schon in früheren Jahrhunderten gegeben. «Bei Bäumen geht es sehr lange, bis sie mit solchen Krankheiten umgehen können.» Die kranken Eschen, die an Wegrändern stehen, bedeuteten wegen abbrechender Äste ein Sicherheitsrisiko für die Spaziergänger. Hier müssen Nussbaumer und sein Team die Situation beobachten und je nachdem Massnahmen ergreifen.
Der Wald ist nicht natürlich
Als Förster hat Nussbaumer immer wieder mit Vorurteilen zu kämpfen: «Manche Leute glauben, wir handeln wider die Natur. Das ist komplett falsch.» Er müsse immer wieder darauf hinweisen, dass es sich beim Hardwald nicht um einen Naturwald, sondern um ein künstliches Produkt der Forstwirtschaft handle: «Vor rund 200 Jahren wurde der Wald fast ausschliesslich mit Fichten und Weisstannen aufgeforstet. Der Mischwald, wie er sich heute präsentiert, ist dank dem weitsichtigen Eingreifen meiner Vorgänger entstanden.» Mit «der pionierhaften Einführung» der Forstgesetzgebung vor rund 120 Jahren in der Schweiz wurden bestimmte Ziele definiert: «Der heute viel verwendete Begriff Nachhaltigkeit kommt aus der Forstwirtschaft.» Er bedeute, den Wald so einzurichten, dass er einerseits
seinen natürlichen Aufgaben, andererseits den Anforderungen, welche die Menschen an ihn stellen, nachkommt. So soll etwa «nicht mehr genutzt werden, als nachwachsen kann. Nachhaltigkeit zählt natürlich aber auch in Bezug auf die Funktion des Waldes als Lunge oder als Grundwasserspeicher».
Beliebter Freizeitwald
In der heutigen Zeit komme die Wohlfahrtsfunktion hinzu: «Schön zu sehen war das während der Coronazeit, als der Wald ganz intensiv von Menschen genutzt wurde.» Grosse Rodungen oder Kahlschläge gibt es im hiesigen Wald nicht, trotzdem müssen Nussbaumer und sein Team eingreifen, um das Bestehen des Waldes zu garantieren: «Wir arbeiten in einem Zyklus von jeweils sieben Jahren alle Flächen ab. Wenn wir irgendwo einen Holzschlag vornehmen mussten, ist es unser Ziel, dass dieser nur für kurze Zeit sichtbar ist.» Dabei wird darauf geachtet, Bäume zu begünstigen, die besser mit Trockenheit und höheren Temperaturen umgehen können. Zur Buche sagt er: «Wir denken, dass sich eine jüngere Buche weit besser an die veränderten Bedingungen anpassen kann.»
Biodiversität fördern
Um die Zukunft des Waldes zu sichern, setzt Nussbaumer auf ein möglichst breites Spektrum an Bäumen, was mit viel Mühe erreicht wurde, aber gerade in der hiesigen Weltregion kein leichtes Unterfangen war: «Die grossen Gebirgsketten in Europa verlaufen von Ost nach West. Während der letzten naturgeschichtlichen Vergletscherungen sassen viele Bäume fest, konnten nicht in wärmere Gegenden wandern und starben aus. Deshalb haben wir hier ein viel weniger grosses Spektrum als etwa in Amerika. Im Laufe der letzten Jahrhunderte kamen aber auch wieder Bäume zu uns, die einst ausgestorben waren.»
as ist verrückt», sagt meine Frau zu mir und schüttelt den Kopf, «du wohnst im gleichen Quartier, in dem du aufgewachsen bist!» Sie sagt dies mindestens einmal pro Monat. Was für uns Oltner recht normal erscheint, ist für meine Frau befremdend: Sie ist Französin, an der Atlantikküste nahe La Rochelle aufgewachsen, dann ein Jahrzehnt in Paris – bis sie vor elf Jahren zu mir nach Olten zog. Unsere abenteuerliche Liebesgeschichte kann man im Roman «Paris, Olten. Amour fou» nachlesen… Kürzlich sagte meine Frau noch etwas Zweites – sie stellte die Frage: «Was ist dein Lieblingsort im Säli-Quartier?» Das hatte ich mir noch nie überlegt. Doch lange musste ich nicht nachdenken: «Der Vögeligarten!» Für alle, die das Säli-Quartier nicht näher kennen: Der Vögeligarten, liebevoll «Vögeli» genannt, ist ein Park, der sich oberhalb der Friedenskirche erstreckt. Die Volière gab ihm einst den Namen. Der Vögeli symbolisiert für mich eine gelungene Stadtentwicklung – aus drei Gründen: Erstens Tradition: Die Volière mit ihren exotischen Vögeln wie Mandarinente und Papageien besteht seit jeher – und erfreut Jung und Alt. Zweitens Modernisierung: Wo ich als Bub auf flachem Rasen spielte, erhebt sich heute ein verwinkelter Erdwall mit einem modernen Spielplatz. Meine Kinder lieben ihn! Drittens der Melting Pot: Hier treffen sich alle Generationen, alle Gesellschaftsgruppen, alle Nationalitäten. Man wird rasch zu einem Bier eingeladen oder lernt auf dem Bänkli neben dem Spielplatz andere Eltern kennen. Kommen Sie vorbei! Der Vögeligarten ist auch im Winter toll. Sobald es hell wird, zwitschern fremde und einheimische Vögel im Chor. Und wenn man den Kindern Regenhosen anzieht, können sie wunderbar durch den Park wuseln. Der Vögeli, der fägt!