Weiss Medien AG I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I Telefax 058 200 5701 I www.weissmedien.ch I Auflage 24 280 I AZ 8910 Affoltern a. A.
aus dem bezirk affoltern I Nr. 58 I 169. Jahrgang I Freitag, 24. Juli 2015
Viel Bewegung
Vorsicht mit Feuer
Kolibri Mettmenstetten: gelungenes Sommerlager in Madetswil. > Seite 3
Trotz lokaler Niederschläge herrscht nach wie vor Waldbrandgefahr. > Seite 3
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«Politik mit Feuer» Die EVP Affoltern thematisiert die Ämtler Ausländer- und Integrationspolitik. > Seite 5
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Expo und Monza Eine viertägige Italien-Reise mit den Jungunternehmern Säuliamt. > Seite 7
Der Kampf um den Üetliberg wird weitergehen «Pro Üetliberg» und Giusep Fry können sich nicht einigen Wenn sich zwei streiten, dann leidet der Dritte: Seit Jahren kämpft die Interessengemeinschaft Pro Üetliberg gegen die Expansionsvorhaben von UtoKulm-Besitzer Giusep Fry. Aufgrund der Streitigkeiten müssen Üetliberg-Besuchende neu für die Nutzung der Toilette und des Aussichtsturmes bezahlen. ................................................... von salomon schneider Seit Jahren kämpft die Interessengemeinschaft Pro Üetliberg gemeinsam mit nationalen Umweltschutzverbänden gegen die Ausdehnung des Gastronomiebetriebs auf dem Üetliberg. 2013 hiess der Zürcher Regierungsrat, die Rekurse gegen den neuen Gestaltungsplan für den Üetliberg gut. Fry musste im Anschluss die Überdachungen auf der Südseite aufgrund eines Bundesgerichtsentscheids zurückbauen.
Giusep Fry hatte den Eintritt für den Aussichtsturm abgeschafft Im Gestaltungsplan wäre festgehalten gewesen, dass Besucherinnen und Besucher des Üetlibergs auch ohne Konsumation im «Uto Kulm» die Toiletten und den Aussichtsturm kostenlos nutzen können. «Uto Kulm»-Besitzer Giusep Fry entschied sich daraufhin zuerst für die Toilette und seit dem 1. Juli auch für den Aussichtsturm Eintritt zu verlangen. Der Mediensprecher des «Uto Kulm», Clemens
Der «Whiskypass» ist früher fertig Bis Ende August sollten sie eigentlich dauern, die Bauarbeiten am sogenannten «Whiskypass» zwischen Wettswil und Landikon, Birmensdorf. Geplant waren umfangreiche Hangsicherungsmassnahmen, dazu sollte die Strassengeometrie teilweise angepasst und der Belag erneuert werden. Diese Arbeiten können nun bereits einen Monat früher als geplant abgeschlossen werden. Die damit verbundene Vollsperrung wird am Freitag, 31. Juli, aufgehoben und die Strasse dem Verkehr übergeben. Noch nicht montiert und in Betrieb sind die drei Lichtsignalanlagen in den Haarnadelkurven des «Whiskypasses», welche den künftig eingesetzten Gelenkbussen den Vortritt gewähren sollen. Deren Montage erfolgt im Oktober, sodass sie rechtzeitig auf den Fahrplanwechsel im Dezember in Betrieb genommen werden können. (tst.)
Schuster, meinte im Gespräch mit dem «Anzeiger», dass es sich dabei nicht um eine Trotzreaktion von Giusep Fry handle: «Giusep Fry will einen Berg für alle – Wanderer, Gäste, Touristen und die Zürcher Bevölkerung. Das «Uto Kulm» ist mit seinen Partnerbetrieben nach wirtschaftlichen Kriterien zu führen: Neben dem starken Franken und weiteren Investitionskosten entschied sich Giusep Fry daher, Eintritt für den Aussichtsturm bzw. das WC zu verlangen, um zumindest einen Teil seiner Kosten für Personal, Sicherheit, Wartung, Pflege und Instandhaltung zu decken. Das «Uto Kulm» ist mitsamt Umschwung Privatbesitz von Giusep Fry, vor der Übernahme im Jahr 1999 hat der Eintritt auf den Turm übrigens 50 Rappen gekostet. Ein Grossteil der Beteiligten scheint dies vergessen zu haben.»
«Fryamt zu Afholtere» Das Knonauer Amt und die 15er-Jubiläen (4): 1415 und die Eroberung des Aargaus. > Seite 10
Waldfest Uerzlikon feiert Jubiläum Morgen Samstag, 25. Juli, steigt im Uerzliker Erdbeeriholz wieder das Waldfest – bereits zum 50. Mal. Die Bauten sind zum Jubiläum besonders umfangreich. Neben einer 80 Quadratmeter grossen Tanzbühne stehen den Waldfestbesuchern gleich drei Bars zur Verfügung. Ein grosser Spielebereich lockt mit Unihockey-Zielschiessen, Büchsenwerfen, Luftgewehrschiessen, Fischeangeln und Harassenstapeln. ................................................... > Bericht auf Seite 12
Open-Air-Kino in der Naturarena Der Verein «...Punktuell...» nutzt die ideale Topografie der Kiesgrube in Uerzlikon wieder für sein Open-Air-Kino. Vom Donnerstag, 30. Juli, bis Samstag, 1. August, wird auf der knapp 80 m² grossen Leinwand jeden Abend nach dem Eindunkeln ein Film gezeigt. Ihre Sitzgelegenheiten dürfen die Besucher selber mitbringen. ................................................... > Bericht auf Seite 13
Weitere Rekurse und Einsprachen Die Überdachung der Sonnenterrasse wurde mittlerweile zurückgebaut. Giusep Fry plant aber bereits Alternativen. Er hat sowohl ein Baugesuch für eine Kunsteisbahn auf der Terrasse für den Winter eingegeben wie auch eines für eine Holzkonstruktion zur Überdachung. Zunächst gehen jedoch die Verhandlungen über den neuen Gestaltungsplan in die nächste Runde. Auch hier ist zu erwarten, dass sich diese über längere Zeit hinziehen werden. Pro Üetliberg schreibt in seiner Mitglieder-Info vom Juli: «Pro Üetliberg wird seine Argumente gegen eine überrissene Nutzung des Plateaus ein-
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Die Besteigung des Aussichtsturms auf dem Üetliberg kostet neu zwei Franken, die Benutzung der Toiletten einen Franken. (Archivbild) bringen. Und wieder wird es Rekurse, Einsprachen und juristische Gefechte geben.» Zudem kämpft Pro Üetliberg noch gegen die 45 Lampen,
die den Turm nachts erleuchten. Der Rekurs gegen den «Lichtersmog» ist noch vor dem Zürcher Baurekursgericht hängig.
Listenplatz sechs für Hans Läubli Klingende Namen auf der Nationalratsliste Kunst und Politik Eine Gruppe Kulturschaffender aus dem Umfeld des ehemaligen grünen Kantonsrats Hans Läubli hat die Nationalratsliste Kunst und Politik ins Leben gerufen. Spitzenkandidatin ist die Schriftstellerin Melinda Nadj Abonji. ................................................... von salomon schneider «Kunst und Kultur fristen in der politischen Debatte seit Jahren ein Gretchendasein. Um eine vermehrte Thematisierung dieser Gesellschaftsbereiche zu erreichen, ist ein Wahlkampf ein gutes Mittel», erklärt der ehemalige grüne Kantonsrat Hans Läubli die Motivation für die Nationalratsliste Kunst und Politik. Kunst und Kultur seien von zentraler zivilisatorischer
Bedeutung, da sie die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Normen und Werten anregen. Diese Impulse gelte es in den politischen Dialog einzubringen.
Eine Liste, nicht eine Partei
Hans Läubli steht auf Listenplatz sechs. (Archivbild)
Kunst und Politik ist keine Partei, sondern eine Liste mit 35 unabhängigen Männern und Frauen. Bei einer Wahl in den Nationalrat würde es den Kulturschaffenden deshalb freistehen, welcher Fraktion sie sich anschliessen würden. «Auch wenn alle unabhängig sind, Kunst und Politik ist klar eine liberale Mitte-Links-Liste», hält Läubli fest.
Entstanden ist die Idee für die Nationalratsliste bei einer Diskussion unter Kulturschaffenden rund um Läubli: «Mein politischer Schwerpunkt lag immer im Bereich Kulturpolitik. Was als Parteipolitiker nicht immer einfach war.» Seine Partei habe deshalb auch durchaus positiv auf die Liste reagiert. Wie gross die Chancen für eine Wahl in den Nationalrat sind, weiss Hans Läubli nicht abzuschätzen: «Einerseits ist es schwierig, sich als unabhängige Liste gegen die grossen Parteien durchzusetzen, andererseits herrscht in der Bevölkerung zunehmend Politikverdrossenheit, was uns in die Hände spielen könnte.» Mit Melinda Nadj Abonji, Stefan Witschi, Ruth Schweikert, Carlo Spiller und Mona Petri befinden sich auf jeden Fall klingende Namen auf den fünf ersten Listenplätzen.
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