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AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 55 I 179. Jahrgang I Freitag, 31. Juli 2026
Beachvolley auch im Winter
Reitsport erleben
In Birmensdorf soll ab 2027 eine Beachvolleyballhalle für Sport auf Sand das ganze Jahr über entstehen. Seite 11
Birmensdorf wird Mitte August mit spannenden Springprüfungen zum Treffpunkt für Reitsport und Familien. Seite 17
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Mitglieder der OLG Säuliamt nahmen an Swiss Orienteering Week teil. Seite 17
Spross will Deponie erweitern
«Im ersten Jahr bist du auf Wolke sieben.»
Richtplanvorschlag für «Tambrig»-Erweiterung – Kantonsrat entscheidet 2027
Seite 9 Daniel Hedinger, Kunstschmied.
WErnEr SchnEitEr
(Bild Deviprasad Rao)
Die Spross-Gruppe, Betreiberin und Eigentümerin der Deponie Tambrig in Obfelden, will das Deponievolumen verdoppeln – von heute zweieinhalb auf über fünf Millionen Kubikmeter. Der Kantonsrat entscheidet 2027 mit der Richtplananpassung über neue und über die Erweiterung bestehender Deponiestandorte. Deponievolumen ist auch im Kanton Zürich ein knappes Gut. Aus diesem Grund wurden von der Baudirektion des Kantons Zürich über 400 mögliche Standorte geprüft, davon 19 neue und 3 bestehende Standorte für die Deponietypen B, C, D und E als gut befunden. Zu diesen gehört auch die Deponie Tambrig in Obfelden, die derzeit noch über ein Restvolumen von rund 900 000 Kubikmeter verfügt. Laut Josef Binzegger, Geschäftsführer Transport und Recycling, reicht das noch für ungefähr zehn Jahre. Rechnet man die obligatorische Rekultivierung ein, sind es sogar nur noch acht Jahre. Ebenfalls rund zehn Jahre dauert es, ehe neues Deponievolumen zur Verfügung bereitsteht. «Wir sind also etwas unter Zeitdruck», fügt Binzegger an. Deshalb hat Spross bereits im Herbst 2022 erste Sondierbohrungen für ein Erweiterungsprojekt ausgeführt. Das bedeutet eine Arealvergrösserung Richtung Maschwanden bis Waldhütte Unterlunnern-Obfelden von 12,5 ha auf rund 20 ha – eine Fläche, die über einem Dutzend unterschiedlichen Eigentümern gehört, rund zwei Drittel davon der Holzkorporation Unterlunnern. Alle befinden sich auf Obfelder Boden. Ihnen hat Spross einen Entwurf eines gleichlautenden Dienstbarkeitsvertrages un-
Biber auf Tauchgang
Imposante Kulisse: Josef Binzegger, Geschäftsführer Transport und Recycling, am Rande der Deponie. Sie bietet noch Volumen für die nächsten 8 bis 10 Jahre. (Bild Werner Schneiter) terbreitet. «Wir sind auf gutem Wege, diesen für ein allseitiges Einverständnis zu finalisieren. Von der Holzkorporation, der grössten Landeigentümerin, haben wir klar positive Signale erhalten», sagt Josef Binzegger.
Deponievolumen ein rares Gut Spross hat nebst den geologischen Untersuchungen auch die Erarbeitung des
zeitintensiven Gestaltungsplanes bereits in die Wege geleitet. Die genaue Bestandesaufnahme der Tier- und Pflanzenwelt läuft aktuell unter anderem mit aufgehängten Insektenfallen und Kunstbiotopen. Das dauert saisonübergreifend rund zwei Jahre. «Zeit, die wir später nicht mehr einholen können», ergänzt der Tambrig-Chef. Voraussichtlich im Frühjahr 2027 wird der Kantonsrat über die vom Regierungsrat empfohlenen
Neueinträge im Richtplan entscheiden. Erst bei einem Ja des Parlaments kann der eigentliche Startschuss zur Erweiterung beginnen. Auch hier sagt Josef Binzegger: «Ich bin zuversichtlich, dass wir den geeigneten Standort mit bestehender Infrastruktur weiterführen können, denn sicheres Deponievolumen ist ein rares Gut, das wir alle brauchen.»
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Kaum ist der Sommer richtig da, sorgen Biber in Badis für ungewohnte Badegäste. Nachdem innert weniger Tage in Biberstein und Fisibach ein Biber auftauchte und die Anlagen vorübergehend geschlossen werden mussten, stellt sich die Frage: Warum suchen die Tiere plötzlich Schwimmbäder auf ? Der Hauptgrund liegt im starken Wachstum des Bestands. Während 1978 erst gut 100 Biber in der Schweiz lebten, sind es heute rund 4900. Gleichzeitig verlassen im Sommer zweijährige Jungtiere das Revier ihrer Eltern und suchen neue Lebensräume. Weil viele Flüsse und Bäche bereits besetzt sind, weichen sie zunehmend auf kleinere Gewässer – und vereinzelt auch auf Badis – aus. Für Badegäste besteht grundsätzlich kein Grund zur Panik. Biber greifen Menschen nicht aktiv an. Wer einem Tier im Wasser begegnet, sollte ruhig bleiben, Abstand halten und ihm genügend Raum zum Ausweichen lassen. Fühlt sich ein Biber jedoch bedrängt oder verteidigt er sein Revier, kann er sich wehren. Besonders vorsichtig sollte man deshalb in der Nähe einer Biberburg sein. (red)
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Der Wald im Hitzestress Förster Flurin Farrér setzt auf Artenvielfalt
Mondrian-Findling Dieses tolle Kunstwerk auf einem Findling im Stil des Malers Piet Mondrian sichtete Leser Markus Husy am Eichholzweg in Wettswil. Wir danken für die Einsendung.
Zunehmend leidet der Wald unter den Folgen des Klimawandels. Anhaltende Hitze und Trockenheit setzen Bäumen und Tieren gleichermassen zu. Besonders sichtbar wird dies an den braun verfärbten Buchenkronen, die bereits im Hochsommer auf Wasserstress hinweisen. «Gegen die Trockenheit können wir im Moment wenig unternehmen», sagt Flurin Farrér, Revierförster des Forstreviers Knonauer Amt Süd. Sein Rezept heisst deshalb: den Wald schon heute auf die Zukunft vorbereiten. Seit rund 30 Jahren begleitet Farrér die Entwicklung der Wälder in der Region. Extremereignisse wie die Hitzesommer 2003, 2022 und 2023 oder die Stürme Lothar und Burglind haben gezeigt, wie verletzlich die Wälder geworden sind. Gleichzeitig ist der Förster überzeugt, dass sich die Natur anpassen kann – wenn der Mensch sie dabei unterstützt. Im Mittelpunkt steht der sogenannte Waldumbau. Ziel ist ein artenreicher Mischwald mit Baumarten, die besser mit Trockenheit zurechtkommen. Neben Eichen, Feldahorn oder Winterlinden testet Farrér auch verschiedene
Herkünfte derselben Baumarten, um herauszufinden, welche künftig am widerstandsfähigsten sind. Ebenso wichtig ist ihm, natürlich nachwachsende Jungbäume zu fördern, statt ganze Wälder neu zu pflanzen. Der Wald muss dabei viele Aufgaben gleichzeitig erfüllen: Er liefert Holz, schützt vor Naturgefahren, speichert Wasser, bindet CO2 und dient als Erholungsraum. Deshalb setzt Farrér auf langfristige Lösungen statt kurzfristige Eingriffe. Auch ungewöhnliche Beobachtungen – etwa besonders tief wurzelnde Rottannen-Sämlinge – nutzt er für neue Erkenntnisse. Wenn Waldbesucher Baumfällungen kritisch hinterfragen, sucht der Förster das Gespräch. Denn viele Eingriffe dienen nicht der Holzgewinnung, sondern der Verjüngung und Stabilisierung des Waldes. Für Flurin Farrér ist klar: Der Klimawandel verändert den Wald – doch mit Geduld, Fachwissen und Respekt vor der Natur kann er widerstandsfähiger werden. (red)
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