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CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 810 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG

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N EU E RÖ F F N U N G AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 53 I 179. Jahrgang I Freitag, 24. Juli 2026

5./6. September 2026

Tempo 30 kommt in Obfelden

Danke und auf Wiedersehen

Die neue Verkehrsführung auf der Dorfstrasse in Obfelden wird bis zum Schulbeginn umgesetzt. Seite 11

Chefredaktor Florian Hofer verabschiedet sich nach über 45 Jahren im Journalismus von den Leserinnen und Lesern des «Anzeigers». Seite 16

Erspachstrasse 5, 8932 Mettmenstetten +41 44 768 30 15 info@gut-tut-gut.ch

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Ein Trainer, der den Mut sucht

Kinder nahmen in Stallikon am Camp der Tennis-Academy von Marc Raggenbass teil. Seite 14

«Wer barfuss geht, verlangsamt sein Tempo.»

Etienne Scholz übernimmt den FC Wettswil-Bonstetten mit klaren Vorstellungen

Seite 5 Michaela Schild, Geschäftsführerin Park Seleger Moor. (Bild Regula Zellweger)

Spitex baut Angebot aus

Trainer und Taktiker: Etienne Scholz will den FC Wettswil-Bonstetten mit mutigem und offensivem Fussball weiterentwickeln. (Bild Daniel Koch) Daniel Koch Etienne Scholz übernahm nach viereinhalb Jahren beim FC Uster in diesem Sommer den FC Wettswil-Bonstetten. Der 32-Jährige suchte bewusst eine neue Herausforderung: Ein weiteres Jahr in Uster wäre für ihn «Komfortzone» gewesen – und genau die will er vermeiden. Wettswil-Bonstetten überzeugte ihn als sportlicher Schritt in die 1. Liga und als Klub mit einer Kultur, die zu ihm passt. In zahlreichen Gesprächen vor dem Wechsel hörte er nur Positives über den Verein: familiär, gesund geführt, ein Umfeld, in dem sich Menschen gegenseitig helfen. Sportlich trifft Scholz auf eine Mannschaft mit deutlich mehr Erfah-

rung als zuvor. Statt hauptsächlich junge Spieler zu trainieren, arbeitet er nun auch mit Routiniers bis 38 Jahren. Das macht das People-Management komplexer – und für ihn besonders spannend. Beeindruckt hat ihn zudem, dass der grösste Teil des Kaders verlängert hat, noch bevor klar war, wer neuer Trainer wird. Für Scholz zeigt das, wie stark sich der Klub über den Verein und nicht über Personenkult definiert. Gleichzeitig schätzt er, dass Wettswil-Bonstetten keine «Eintagsfliege» mit Investorengeldern sein will, sondern auf nachhaltigen Aufbau setzt. Auf dem Platz steht Scholz für einen mutigen, aktiven Fussball. Seine Mannschaft soll den Ball wollen, nach vorne verteidigen und Spiele möglichst

in der gegnerischen Hälfte kontrollieren. Er arbeitet lieber mit Prinzipien als mit starren Automatismen: Die Spieler sollen verstehen, warum sie etwas tun, und Situationen eigenständig lösen. Kommunikation ist ihm entsprechend wichtig – gerade bei Entscheiden, die Spieler hart treffen. «Für mich steht immer der Mensch im Vordergrund, nicht Spieler Nummer 17», sagt er. Aus seiner Sicht ist ein Trainer dann am besten, wenn er gewinnt – aber der Weg dorthin führt über klare Ideen und eine Gruppe, die diesen Ideen vertraut. Geprägt wurde Scholz bei Stationen wie Bayern München, Basel oder St. Gallen sowie durch seine eigene Fussballschule, in der er seit Jahren intensiv Trainings leitet. Dort sammelt er zusätz-

liche «Trainerjahre», weil er deutlich mehr Einheiten gibt als ein typischer Amateurcoach. In Wettswil-Bonstetten will er dieses Know-how nutzen, um auch die Durchlässigkeit zwischen Junioren und erster Mannschaft zu stärken und Talenten früh Verantwortung zu übergeben. Den Fans verspricht er eine Mannschaft, die für Mut, Energie und Verantwortung steht – und bittet darum, diesen Weg mitzutragen, auch wenn am Anfang nicht jede Partie perfekt sein wird. Denn für Scholz ist Fussball ein Gemeinschaftsprojekt von Spielern, Staff, Verein und Umfeld, das nur dann sein Potenzial ausschöpft, wenn alle in die gleiche Richtung denken und arbeiten.

«Es geht um Menschen»

Alt Statthalter Hansruedi Maag wird 80

KV-Lernender Levin Wigger im Spital

Am Sonntag feiert Hansruedi Maag seinen 80. Geburtstag. Der ehemalige Statthalter und Bezirksratspräsident des Bezirks Affoltern blickt auf eine fast 20-jährige Tätigkeit im Dienst der Öffentlichkeit zurück. «Ich habe ein erfülltes Leben, zwei Enkel und bin guet zwäg», sagt er. Besonders schätzte er die Arbeit als Präsident des Bezirksrats, der Gemeinden beaufsichtigte und Rekurse behandelte. Rückblickend betont Maag, dass ihn stets das Gesetz leitete, er aber ebenso Wert auf Menschlichkeit und Augenmass legte. Zu den prägendsten Erlebnissen zählt für ihn das Tötungsdelikt von Bonstetten, das schweizweit Diskussionen auslöste und den Kindesschutz nachhaltig veränderte. Kritisch

Levin Wigger absolviert im Spital Affoltern die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann EFZ Gesundheit. Der 17-Jährige aus Bonstetten hat bereits mehrere Abteilungen kennengelernt – von der Patientenadministration über den Empfang bis zur Personalabteilung. Gerade diese Vielfalt schätzt er an seiner Lehre. «Im Spital geht es immer um Menschen», sagt er. Besonders gefallen ihm die persönlichen Kontakte mit Patientinnen, Patienten und Mitarbeitenden sowie die Einblicke in unterschiedliche Bereiche wie Lohnbuchhaltung, Beschaffung oder Administration. Die branchenspezifischen überbetrieblichen Kurse seien praxisnah und liessen sich direkt im Berufsalltag anwenden. Vor seiner Berufswahl

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«Habe erfülltes Leben» beurteilt er die zunehmende Zentralisierung staatlicher Aufgaben und den wachsenden Abstand zwischen Behörden und Bevölkerung. Nach seiner Pensionierung 2011 blieb Maag aktiv: Er half beim Aufbau der Regionalen Führungsorganisation mit, engagiert sich weiterhin für regionale Anliegen und verfolgt das politische Geschehen im Säuliamt aufmerksam. Sport, Reisen und Zeit mit seiner Familie prägen heute seinen Alltag. Mehrfach nahm er an der Rominger-Classique teil, absolvierte mit 60 seinen ersten Halbmarathon und bereiste zuletzt mit seiner Tochter die USA. (red)

Die Spitex Knonaueramt erweitert ihr Einsatzgebiet und bietet ab Herbst 2026 ihr gesamtes Leistungsangebot in allen Gemeinden des Knonauer Amts an. Bislang waren verschiedene Leistungen an kommunale Leistungsaufträge gebunden. Neu können alle Einwohnerinnen und Einwohner der Region das vollständige Angebot frei wählen – darunter klassische Pflege, Palliativpflege, Dementia Care, psychosoziale Pflege, Wundbehandlung sowie hauswirtschaftliche Unterstützung. Bereits heute werden Angebote wie der Entlastungsdienst, der Notfallknopf oder die Anstellung pflegender Angehöriger regional angeboten. Mit dem Ausbau reagiert die Spitex auf veränderte Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen und stärkt ihre langfristige Handlungsfähigkeit. Für die Kundinnen und Kunden ändern sich weder Qualität noch Kosten. Gleichzeitig werden im November 2026 die Standorte in Affoltern zusammengeführt, um Abläufe zu vereinfachen und Synergien zu nutzen. Laut Geschäftsleiterin Verena Bieri soll die Spitex damit auch künftig eine verlässliche und qualitativ hochwertige Versorgung in der gesamten Region sicherstellen. (red)

schnupperte Wigger in verschiedenen Berufen, bevor er sich bewusst für das KV entschied. Neben der Lehre engagiert er sich erfolgreich im Streethockey und durfte bereits an einer Weltmeisterschaft teilnehmen. Das Spital unterstützt ihn sowohl bei seinen sportlichen Ambitionen als auch bei Sprachaufenthalten. Laut Ausbildungsverantwortlicher Eliane Pürro sind Kommunikationsfreude, Offenheit und Interesse am Gesundheitswesen zentrale Voraussetzungen für eine KV-Lehre im Spital. Wer gerne mit Menschen arbeitet und Verantwortung übernimmt, finde hier eine abwechslungsreiche und sinnstiftende Ausbildung. (red)

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