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CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 379 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG

AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 52 I 179. Jahrgang I Dienstag, 22. Juli 2025

Gewässerschutz für die Region

Vorverkauf für Cupknaller startet

Für den dritten Teil der diesjährigen Sommerserie hat Brigitte Reemts Flum die ARA Schönau besucht – und war begeistert. Seite 4

Der FC Wettswil Bonstetten trifft im Schweizer Cup auf den FC Zürich. Für das Match am 15. August sind nun Tickets erhältlich. Seite 11

Ein Treffen mit der Bildungsdirektorin brachte die Wende Wie das Säuliamt doch noch zu seinem Kantonsschulprovisorium kam livia häberling Jetzt also doch! Das provisorische Gymnasium auf dem Schwanden-Areal in Affoltern wird gebaut und soll auf das Schuljahr 2028/2029 eröffnet werden. Der Regierungsrat hat vor Kurzem 54,8 Millionen Franken bewilligt. Damit biegt ein Projekt auf die Zielgerade ein, das für die Region von zentraler Bedeutung ist, dessen Realisierung zuletzt jedoch arg ins Wanken gekommen ist. Es war ein jahrelanges, zähes Ringen. Über ein Gymnasium im Bezirk Affoltern wird seit den 70er-Jahren diskutiert. Doch passiert ist über Jahrzehnte wenig. Trotz politischer Vorstösse wurde dem Säuliamt immer wieder beschieden, die Region sei zu klein für eine eigene Mittelschule. Im Herbst 2021 folgte die Kehrtwende: Eine Potenzialstudie war zum Schluss gekommen, dass bis 2035 mit 800 Mittelschülerinnen und -schülern im Amt zu rechnen sei. Nun wurde das Projekt wieder konkret: «Ich sage es ganz ehrlich: Der Kanton Zürich hat sich verrechnet», räumte Niklaus Schatzmann, Leiter des kantonalen Mittelschulund Berufsbildungsamts, an einer InfoVeranstaltung im Mai 2023 ein. Im März 2024 wurde das Projekt ausserordentlich in den Richtplan aufgenommen, die Priorität auf «kurzfristig» geändert. Alles schien in trockenen Tüchern. Bis Finanzdirektor Ernst Stocker im August 2024 den Budgetentwurf 2025 präsentierte. Darin waren die Kosten für das Ämtler Gymi nicht mehr enthalten. Klammheimlich waren die Investitionen zurückgestellt worden. In der Budgetdebatte des Kantonsrats im Dezember 2024 stellten Daniel Sommer (EVP), Thomas Schweizer (Grüne) und Hannah Pfalzgraf (SP) den Antrag, dass die Mittelschule bis Sommer 2028 – also gemäss ursprünglichem Zeitplan – realisiert wird. Dieser Antrag wurde mit 89 zu 88 Stimmen angenommen. Pikanterweise spielten bei dem äusserst knappen Entscheid nicht etwa

die Ämtler Kantonsrätinnen und -räte das positive Zünglein an der Waage: SVP und FDP lehnten den Antrag ab, und mit ihnen die drei bürgerlichen Vertreterinnen und Vertreter aus dem Bezirk. Das Ja zum Antrag bekräftige «den starken Willen des Parlaments», sagte Thomas Schweizer damals. Verbindlich war das Votum des Kantonsrats für den Regierungsrat nicht – und doch hat dieser das Projekt nun wieder priorisiert. Wie kam es dazu?

«Auf mehreren Wegen mussten wir aktiv werden, bis wir endlich einen Termin hatten.» Daniel Sommer zum Treffen mit Bildungsdirektorin Silvia Steiner

Der Holzmodulbau, wie er nach Dübendorf auch in Affoltern geplant ist. Die Farben werden in Naturtönen gehalten sein. (Bild Bauart Architekten und Planer AG) Termin hatten», verrät Sommer. Mitte Mai reiste die Ämtler Delegation – darunter Daniel Sommer und Thomas Schweizer sowie Vertreter der Stadt Affoltern, des Arbeitgeberverbands und der Standortförderung – nach Zürich. Im Gespräch habe Silvia Steiner zugesichert, dass der Standort Affoltern, der ja durchaus Steiners Strategie der dezentralen Mittelschulen entspricht, nicht gestrichen werde. Doch über den Zeitpunkt der Umsetzung habe die Bildungsdirektorin noch nichts sagen können, erzählt Sommer. Mitte vergangener Woche verdichteten sich für ihn die Zeichen, dass der Regierungsrat das Projekt definitiv durchgewunken hat.

Baustart per Ende 2026 geplant In Rücksprache mit Sommer bat die Standortförderung daraufhin bei Bildungsdirektorin Silvia Steiner um ein Treffen. «Auf mehreren Wegen mussten wir aktiv werden, bis wir endlich einen

«Ich gebe mir Mühe und nutze meine Chancen.» Seite 7 Alina Babula, Lernende im Restaurant Central. (Bild Regula Zellweger)

Architekt wegen Betrugs angeklagt

Ämtler Delegation reiste nach Zürich «Hocherfreut» darüber, dass das Kantonsschulprojekt nun endlich ins Ziel kommt, zeigte sich vergangene Woche Daniel Sommer: «Es war ein Krampf, ich war ständig wie auf Nadeln!» Als der Finanzdirektor in der Budgetdebatte Ende 2024 antönte, dass gewisse zurückgestellte Projekte womöglich ganz gestrichen würden, war Sommer beunruhigt – trotz des Signals aus dem Kantonsrat, dass die zeitnahe Umsetzung der Kanti bis 2028 befürwortet wird.

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Bahnen galt es am Minigolf-Turnier der Ü60er des Ski Clubs zu bestreiten. Seite 9

In seiner Begründung für die Bewilligung der Investition verweist der Regierungsrat auf «Verzögerungen in anderen Vorhaben» sowie auf «Priorisierungen und Optimierungen», etwa auf die Wei-

ternutzung des Mittelschulprovisoriums Uetikon am See als Berufsschule. Dadurch seien finanzielle Mittel freigeworden. Neben 18 Klassenzimmern werden acht spezielle Unterrichtsräume und Infrastrukturen für verschiedene Fächer errichtet – etwa für Naturwissenschaften, Informatik oder den Musikunterricht. Auch eine Mensa und eine Aula gehören zur Schulanlage, die in Form von Holzmodulbauten erstellt wird. Für die drei Trakte werden 258 Module verwendet. Das System erfüllt den Minergie-Eco-Standard und kann mehrfach an verschiedenen Standorten auf- und wieder abgebaut werden. Auf den Dächern werden Photovoltaikanlagen installiert. Die Wärmeerzeugung erfolgt über LuftWasser-Wärmepumpen. «Die Baueingabe ist für Herbst 2025 geplant», sagt die Baudirektion auf Anfrage. Ziel sei, Ende 2026 mit dem Bau zu beginnen, damit dieser per Sommer 2028 fertiggestellt ist und bezogen werden kann.

In einem Prozess am Bezirksgericht Affoltern fordert die Staatsanwaltschaft für einen Architekten eine bedingte Freiheitsstrafe von zehn Monaten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Unternehmer in Zusammenhang mit einem grösseren Wohneigentumsprojekt im Bezirk Affoltern Betrug vor. So soll er gegenüber den Käufern der insgesamt 30 Eigentumswohnungen schwere Baumängel verschwiegen haben. Wegen eindringenden Wassers mussten die Gebäude schon wenige Jahre nach dem Bezug saniert werden. Dabei entstanden den Wohnungsbesitzern Kosten von acht Millionen Franken. Der Beschuldigte weist alle Vorwürfe zurück und verlangt einen Freispruch. Ein Urteil in dem komplexen Fall will das Gericht in einigen Wochen fällen. (dv)

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Letzte Bundesfeier vor dem Feuerwerksverbot in Affoltern Neue ÖV-Serie In der Stadt Affoltern ist bald Schluss mit lauten Knalleffekten an Feiertagen: An der Gemeindeversammlung im Juni haben sich die Stimmberechtigten für ein Feuerwerksverbot ausgesprochen. Dieses tritt am 1. November in Kraft und gilt für den Verkauf und das Abbrennen lauter Feuerwerkskörper. Das Feuerwerk in Zwillikon zum 1. August wird also das letzte sein, das von der Stadt organisiert und bezahlt wird. Doch wie sieht die Situation in den Geschäften aus, die bisher Feuerwerk angeboten haben? Manor verkauft dieses Jahr gar kein Feuerwerk. Anders sieht es bei der Drogerie Rütimann in Hausen aus. (red)

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1852 war der Big Bang in der Schweizer Eisenbahngeschichte: Das erste Eisenbahngesetz trat in Kraft – der Bund hatte nichts zu sagen, die Kantone erteilten die Konzessionen und der Bau der Eisenbahn wurde Privaten überlassen. Doch wie kam nun das Säuliamt zu seiner eigenen Bahnlinie? Dies beleuchtet der Zuger Eisenbahnforscher Martin Stuber in der dreiteiligen Serie «Die Reppischlinie». Klar ist: Eine glückliche Konstellation – genauer: die Verbindung zwischen dem Affoltemer Regierungsrat und späteren Bundesrat Jakob Dubs und dem Eisenbahnpionier Alfred Escher – trug ganz erheblich dazu bei. (red)

Solche Bilder gehören in Affoltern bald der Vergangenheit an. (Bild Claudio Thoma)

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