CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 810 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG
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AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 45 I 179. Jahrgang I Freitag, 26. Juni 2026
«Bonnes Nouvelles» aus Bonstetten Jungtüftler an die Robotik-WM Die Gemeinde steht mit einem Eigenkapital von 76 Millionen Franken und einem Nettovermögen von 14.5 Millionen Franken gut da. Seite 3
Zwei Teams der Primarschule Aeugst räumten an der World Robot Olympiad Schweiz ab. Die Sieger dürfen nach Puerto Rico. Seite 7
EU-Rahmenabkommen: Bilaterale oder Unterwerfung? Die SVP Bonstetten lud am letzten Montagabend zum Podiumsgespräch Martin Platter
Bereits die Einstiegsfrage des Gesprächsleiters nach dem Bauchgefühl der beiden Nationalräte in Bezug auf den EU-Rahmenvertrag zeigte den tiefen Graben, die die Schweizer Politik in dieser Frage spaltet. Die Antworten der beiden Kontrahenten machten deutlich, dass hier zwei nur schwer vereinbare Visionen für die Zukunft der Eidgenossenschaft aufeinandertreffen. Franz Grüter untermauerte seine Skepsis mit physischer Präsenz und erklärte, dass er den «EU-Unterwerfungsvertrag» stets bei sich trage, um sich der Dimension des Vertragswerks bewusst zu sein. Er verwies auf das gigantische Ausmass des Vertragswerks, das mehr als 2200 Seiten umfasst und durch zusätzliche 20 000 Seiten an Erlassen zur Gesetzesanpassung ergänzt wird. Mit einer Prise Ironie fügte der SVP-Politiker an, dass er angesichts des enormen Gewichts dieses riesigen Papierstapels fast schon einen Bandscheibenvorfall erlitten habe. Hinter diesem Scherz verbarg sich jedoch seine tiefe
Seite 13 Remo Mucha, Projektmanager Gemeinsamstrom EKZ. (Bild Marcus Weiss)
Mit handgefertigten Spezialitäten hat sich Nala Chocolatière aus Rifferswil erfolgreich eine schweizweite Nische geschaffen. (red)
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Gesprächsleiter Claude Vuillemin flankiert von GLP-Nationalrätin Corina Gredig und SVP-Nationalrat Franz Grüter.
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(Bild Martin Platter)
politische Sorge, denn diese Verträge würden die Schweiz komplett auf den Kopf stellen. Grüter warnte eindringlich davor, dass das Land mit der Unterzeichnung gezwungen wäre, automatisch EU-Recht zu übernehmen, und auch die Rechtsprechung darüber aus der Hand geben würde, weshalb diese Vorlage für ihn «die Mutter aller Abstimmungen» darstellt. Corina Gredig setzte dieser düsteren Prophezeiung eine ganz andere Symbolik entgegen. Sie konterte, dass sie im Gegensatz zu ihrem Vorredner lediglich die Schweizer Bundesverfassung im Gepäck habe. Für die GLP-Fraktionspräsidentin ist der bilaterale Weg kein Auslaufmodell, sondern das essenzielle Erfolgsmodell der modernen Schweiz, das es unbedingt zu bewahren gilt. Sie betonte, dass es ihr primär darum gehe, den Wohlstand des Landes nachhaltig zu sichern. Den neuen EUVertrag sieht sie keineswegs als Unterwerfung, sondern als ein notwendiges und logisches Update für die bestehen-
den bilateralen Verträge, um diese zukunftsfähig zu machen.
Das Ringen um die Terminologie der Rechtsübernahme Ein zentraler und besonders intensiv geführter Teil der Debatte drehte sich um die Definition, wie der Rahmenvertrag dem Stimmvolk verkauft wird. Vuillemin forderte die beiden Podiumsteilnehmer auf, den genauen Unterschied zwischen einer dynamischen und einer automatischen Rechtsübernahme zu erklären. Corina Gredig stellte klar, dass es eine rein automatische Übernahme von ausländischem Recht in der Realität nicht gebe. Aus diesem Grund spreche man in der politischen Praxis von einer dynamischen Rechtsübernahme. Sie sagte, dass weiterhin das Schweizer Parlament im Einzelfall darüber entscheide, ob ein neues Gesetz übernommen wird oder nicht. Als historisches und gut funktionierendes Beispiel für diesen Mechanismus
nannte sie das Schengen-Dublin-Abkommen. Auch in diesem Bereich entscheide zuerst das Parlament und bei einem Referendum das Volk. Anders interpretierte Franz Grüter die Ausgangslage und nutzte die Gelegenheit für eine fundamentale Kritik an der gesamten sprachlichen Inszenierung der Befürworter. Er sagte, dass alle Freunde der Europäischen Union bewusst von «bilateralen Verträgen» sprechen würden, um die Bevölkerung zu täuschen. Dabei handle es sich um eine Mogelpackung, da mit dem vorliegenden Vertragswerk der traditionelle bilaterale Weg der Schweiz de facto beendet werde. Zur Untermauerung seiner Feststellung verwies er auf Berichte der «Neuen Zürcher Zeitung», die ebenfalls festgestellt habe, dass der bisherige Weg der bilateralen Verträge mit dem EU-Rahmenvertrag nicht mehr weitergeführt werde, der Ausdruck «Bilaterale III» somit eine Augenwischerei sei.
Fortsetzung Seite 3
Vor Bundesgericht
Stallikon plant voraus
Weiterzug des Urteils zur Sportanlage
Der Gemeinderat investiert in die Zukunft
Die Stimmberechtigten der Stadt Affoltern haben am 28. September 2025 den Objektkredit über 18.62 Millionen Franken für ein neues Infrastrukturgebäude sowie die Sanierung, Erneuerung und Erweiterung der Sportanlage Im Moos angenommen. Ein Stimmbürger reichte gegen die Abstimmung einen Stimmrechtsrekurs ein. Der Bezirksrat Affoltern hob die Abstimmung daraufhin auf. Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich hiess jedoch die Beschwerde der Stadt Affoltern gut, hob den Entscheid des Bezirks-
«Man bleibt nicht lebenslang gefangen.»
Süsser Erfolg
Trotz des lauen Sommerabends zog es am letzten Montagabend 38 Interessierte in den Bonstetter Gemeindesaal, um der politischen Debatte über den bevorstehenden EU-Rahmenvertrag beizuwohnen. Claude Vuillemin, der Präsident der SVP-Ortspartei Bonstetten, zeigte sich in seiner Begrüssung erfreut über den unerwartet grossen Aufmarsch. Vuillemin leitete danach die Debatte. Die Rollen auf dem Podium waren klar verteilt, um den Anwesenden zumindest im Ansatz eine ausgewogene Diskussion zu bieten. Die Befürworterseite des Abkommens wurde von GLPNationalrätin und -Fraktionschefin Corina Gredig vertreten. Ihr gegenüber stand mit Franz Grüter ein profilierter Kontrahent, der als Nationalrat der Schweizerischen Volkspartei die Ablehnung des Vertragswerks vertrat.
Bauchgefühle aus zwei gegensätzlichen Welten
40
Jahre machte Landwirt Urs Amacher den Winterdienst in Zwillikon. Seite 7
rats auf und bestätigte die Volksabstimmung. Gegen dieses Urteil des Verwaltungsgerichts hat der Stimmberechtigte nun Beschwerde beim Bundesgericht erhoben. Über die Dauer des Verfahrens kann derzeit keine verlässliche Aussage gemacht werden. Mit der Beschwerde an das Bundesgericht ist der Objektkredit weiterhin nicht rechtskräftig. Der Stadtrat wird nach Vorliegen des Bundesgerichtsurteils über das weitere Vorgehen entscheiden. Stadt Affoltern am Albis
Stallikon treibt mehrere wichtige Projekte voran. Mit der vollständigen Aufarbeitung des historischen Archivs schafft die Gemeinde die Grundlage für eine moderne digitale Aktenführung. Gleichzeitig wird der erfolgreiche Mittelstufentreff nach einem Pilotjahr definitiv weitergeführt. Das Freizeitangebot für Kinder der 4. bis 6. Klasse hat sich als grosses Bedürfnis erwiesen und soll dauerhaft im Leistungsauftrag von Jugendplus verankert werden. Zudem nimmt der Gemeinderat die Teilrevision des kommunalen Verkehrsrichtplans in
Angriff. Im Fokus stehen unter anderem sichere Schulwege, Verbesserungen für den Fuss- und Veloverkehr sowie die Anpassung an neue kantonale Vorgaben. Für die Überarbeitung wurden 66 000 Franken bewilligt. Mit den verschiedenen Beschlüssen setzt die Gemeinde auf eine langfristige und nachhaltige Entwicklung. Dabei stehen sowohl eine moderne Verwaltung als auch attraktive Angebote für die Bevölkerung im Zentrum. (red)
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