CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 379 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG
AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 44 I 179. Jahrgang I Dienstag, 24. Juni 2025
Geringes Interesse
Besondere Auszeichnung
An der Versammlung der Sek Obfelden-Ottenbach standen zwei Kreditabrechnungen an. Gerade mal zwölf Personen nahmen teil. Seite 3
Die Stiftung Doku-Zug hat Flurin Bachmann aus Kappel für seine Maturarbeit zu Panzersperren geehrt. Seite 6
In der Sekundarschule Bonstetten tobt ein Machtkampf Dokumente offenbaren grosse Probleme an mehreren Fronten livia häberbling Die Sekundarschule Bonstetten steckt in einer tiefen Krise – das hat spätestens die Schulversammlung vom 5. Juni offenbart: Lehrpersonen flüchten mit Kündigungen oder fallen wegen psychischer Belastung aus, Jugendliche sind teilweise schlecht betreut und verunsichert, Eltern haben Fragen, doch schienen sie zuletzt keine Ansprechperson gefunden zu haben: An der Versammlung kam zur Sprache, dass sie sich von Schulpflege und Schulleitung teilweise hingehalten fühlten und endlich wissen wollten, wie es passieren konnte, dass die Dinge an der Sekundarschule Bonstetten derart entgleisten.
An der Versammlung offenbarte sich nur die Spitze des Eisbergs In der Schulversammlung wurde sichtbar, dass der Leidensdruck der Angestellten gross sein muss: Mehr als ein Dut-
zend von ihnen waren persönlich vor Ort, obwohl sie nicht stimmberechtigt waren. Das legt nahe, dass sie mit ihrer Präsenz auch Kontrolle darüber gewinnen wollten, was die Schulpflege jenen erzählt, die keine Innensicht in die Schule haben. Was diesen Leidensdruck auslöst, blieb für Aussenstehende an der Schulversammlung noch vage. Es war zu erahnen, dass an diesem Abend vieles ungesagt bleiben musste – wegen des Amtsgeheimnisses oder aus Angst vor Konsequenzen. Immerhin kamen zwei Problembereiche zur Sprache: Erstens war die Rede von umstrittenen Aktennotizen, die von der Leitung neuerdings erstellt werden und die bei den Lehrpersonen Misstrauen und Sorge auslösen, während Schulpräsidentin Tamara Fakhreddine von einem gängigen Führungsinstrument sprach: «Es ist normal, in Führungssituationen Notizen zu machen», erklärte sie im bilateralen Gespräch mit dem «Anzeiger» und be-
schwichtigte: «Niemandem ist bisher aufgrund dieser Aktennotizen gekündigt worden.» Zweitens wurde an der Schulversammlung auch deutlich, dass es in der Vergangenheit Probleme bei den Zuständigkeiten zwischen Schulleitung und Schulpflege gegeben hat. «Auf mehrfachen Wunsch hält sich die Schulpflege aus dem operativen Bereich heraus und konzentriert sich auf strategische Aufgaben», sagte Tamara Fakhreddine. Sie sprach in diesem Zusammenhang von einer «Rollenklärung».
Auch der Bezirksrat ist längst involviert Nun erlauben Gespräche und interne Dokumente einen etwas detaillierteren Einblick in einen Teil der Geschehnisse, die sich an der Sekundarschule Bonstetten in den vergangenen Wochen und Monaten zugetragen haben. Die Probleme, die an der Schulversammlung an-
gedeutet wurden, offenbaren sich nun als Spitze des Eisbergs. Die Zustände sind weit drastischer, als es nach aussen den Anschein gemacht hat. Der «Anzeiger» hat für diesen Artikel mit rund einem Dutzend Personen aus dem Umfeld der Sekundarschule Bonstetten gesprochen. Zudem liegen ihm interne Dokumente und ein Bezirksratsbeschluss vor. So lässt sich zumindest ein Teil der Vorfälle in Bonstetten rekonstruieren: Es geht um eine Rücktrittsaufforderung, um eine Aufsichtsbeschwerde beim Bezirksrat, um den Vorwurf der Kompetenzüberschreitung, aber auch um interne Vorwürfe von systematischer Beobachtung von in Ungnade gefallenen Lehrpersonen. Die Probleme an der Sekundarschule Bonstetten sind vor allem eins: ein Streit zwischen zwei Fronten, zu dem jede Seite ihre eigene Wahrheit hat.
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Rifferswil: Kleiner Überschuss
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Personen arbeiten in Knonau für «Mission am Nil». Nun feiert sie Jubiläum. Seite 9
«Tiere sollen nicht einfach funktionieren, sondern verstehen.» Chris Lenz, Tierpsychologe aus Affoltern. (Bild zvg)
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Immer mehr häusliche Gewalt Im Jahr 2015 registrierte das Bezirksgericht Affoltern 20 Fälle von häuslicher Gewalt. Nun, zehn Jahre später, sind es viermal so viele. «Das ist ein grosser Mehraufwand für das Zwangsmassnahmengericht», sagt Reto Barblan, Leitender Gerichtsschreiber und Mitglied der Gerichtsleitung. Er ist am Bezirksgericht Affoltern in seiner Funktion als Ersatzrichter für die Zwangsmassnahmen zuständig, die vorwiegend im Zusammenhang von häuslicher Gewalt, aber auch bei Untersuchungsverfahren notwendig sind. Ressourcenintensiv sind auch Zivilverfahren – und in den letzten Jahren auch die (unstrittigen) Erbschaftsangelegenheiten, wo Testamente eröffnet und (später) Erbschaftsscheine ausgestellt werden. «Die Ressourcen sind knapp. Wir spüren es, wenn jemand abwesend ist», sagt Reto Barblan. (red)
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Die 50 Stimmberechtigten an der Rifferswiler Gemeindeversammlung vom vergangenen Mittwoch bekamen viele Informationen zu vier Traktanden. Zum einen ging es um die Jahresrechnung 2024. Diese schliesst bei einem Aufwand von 8,2 Millionen und einem Ertrag von 9 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von knapp 800 000 Franken ab. Dann ging es noch um eine dringend nötige Sanierung der Bushaltestelle Oberdorf, die erst vor zehn Jahren erbaut wurde. Zwei weitere Traktanden folgten. Nach einer Stunde waren die vier Traktanden ohne Diskussionen behandelt und einstimmig genehmigt. (red)
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Kappelerpflege investiert kräftig Die Revitalisierung der Klosterdomäne Kappel dauert von 2011 bis 2028 und umfasst vier Bauetappen mit Gesamtkosten von 28,2 Millionen Franken. Wichtige Meilensteine sind der Masterplan und 11 Millionen Franken aus dem gemeinnützigen Fonds. Der Bund beteiligt sich mit einer Million Franken. Der Umbau der Schlosserei wurde bewilligt, weitere Etappen hängen von der Finanzierung ab. Das Projekt gilt als anspruchsvoll, aber gut organisiert. Historische Mauern wurden freigelegt, die Silhouette des Klosters verändert sich sichtbar. (red)
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Eine Perle, die Schutz benötigt Der Türlersee ist als Naturschutzgebiet eine beliebte Naherholungsregion für die Ämtler Bevölkerung. Um das empfindliche Ökosystem zu schützen, engagieren sich Gemeinden, Sportfischerverein und Türlersee-Schutzverband. An einer Exkursion, die von der Gemeinde Hausen organisiert wurde, erfuhren Interessierte am vergangenen Samstag Bild Regula Zellweger viel Wissenswertes zum Türlersee. (rz) Seite 6
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