CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 313 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG
AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 41 I 178. Jahrgang I Dienstag, 28. Mai 2024
Mit Kuhmist das Haus heizen
Dreimal fast deportiert
Biobauer Gregor Blattmann erklärt, welches Potenzial in der Nutzung von Biomasse liegt. Seite 6
Der aus den Niederlanden stammende Joop Caneel hat in Mettmenstetten berichtet, wie er als Junge dem Holocaust entgangen ist. Seite 7
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Kindergartenklassen sollen im neuen Modulbau in Mettmenstetten Platz finden. Seite 6
Mehr Platz für historische Schätze Erweiterungspläne für das Sammlungszentrum werden konkret: Ab 2026 soll gebaut werden Livia HäberLing «Das funktioniert nicht!», scherzte Pascal Couchepin, als er auf einem Rundgang vergebens versuchte, eine nigelnagelneue Drehtüre zu öffnen, die gar nicht für Besuch offen stand. Der damalige Innenminister (FDP) zeigte sich an jenem Abend im November 2007 in Affoltern in bester Laune. Es gibt schliesslich mühseligere Amtspflichten für einen Bundesrat, als einen neuen Museumsstandort einzuweihen. 17 Jahre ist es her, seit das Sammlungszentrum des Landesmuseums mit rund 800 000 Objekten von Zürich nach Affoltern zügelte. Für den Bezirkshauptort war dieser hochkarätige Zuzug ein Glücksfall: Im Dorf hatte sich nämlich Ärger darüber breitgemacht, dass der Bund sich 1985 an der Lindenmoosstrasse noch ein neues Zeughaus gegönnt hatte, um es nur 15 Jahre (und mehrere Armeereformen) später bereits wieder zu schliessen. Ab 2005 wurde das Areal für die Umnutzung als Sammlungszentrum umgebaut. «Mit der Verlegung des ganzen Sammelgutes von Zürich in unsere Gemeinde können die Gebäude einer neuen, höchst sinnvollen und willkommenen Zweckbestimmung zugeführt werden», sagte die damalige Gemeindepräsidentin Irene Enderli bei der Eröffnung.
«mimikry» kostet 92,4 Millionen Mitentscheidend dafür, dass die Wahl des neuen Standorts damals auf Affoltern fiel, war die Tatsache, dass es auf dem Areal noch Reserven gab. Zum einen wächst die Sammlung ständig und kratzt damit an der Kapazitätsgrenze, zugleich war im «neuen», nunmehr umgebauten Zeughaus von Beginn weg nicht genug Platz für alle Objekte, sodass das Landesmuseum in Affoltern ein paar Strassen weiter einen Zweitstandort mit Lagerräumen beziehen musste: und zwar im «alten» Zeughaus. Nun werden die Pläne für den Ergänzungsbau konkret: Aus der Immobilienbotschaft für zivile Bauten 2024 geht hervor, dass der Erweite-
«Diesen Titel gewinnen zu können, bedeutet mir sehr viel.» Seite 14 Petra Klingler, Schweizer Meisterin im Bouldern. (Bild zvg)
Kommt Tempo 30? In der Gemeinde Rifferswil setzt man sich derzeit intensiv mit anstehenden Tempobegrenzungen im Dorf auseinander. In Rifferswil soll nämlich nahezu flächendeckend Tempo 30 eingeführt werden. Das hat der Rifferswiler Gemeinderat am Donnerstagabend den rund 100 interessierten Einwohnerinnen und Einwohnern an einem Informationsabend zum kommunalen Verkehrsrichtplan vorgeschlagen. Die definitiven Vorschläge werden an der Gemeindeversammlung am 27. November zur Abstimmung gelangen. (red)
Soll 2030 bezogen werden: der Erweiterungsbau des Sammlungszentrums. (Visualisierung Zimmermann Suter Architekten AG/indievisual.ch)
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rungsbau des Sammlungszentrums eines von zwei Immobilienvorhaben ist, die der Bundesrat in diesem Jahr priorisiert. In der Herbstsession soll das Parlament den nötigen Verpflichtungskredit von 92,4 Millionen Franken durchwinken. Dies dürfte trotz angespannter Finanzlage des Bundes reine Formsache sein. Entstehen soll der Neubau ab 2026, damit er im Jahr 2030 bezogen werden kann. Wer baut, ist seit Langem klar: Es ist das Zürcher Architekturbüro Zimmermann Sutter Architekten AG. Deren Projekt «mimikry» hatte die Wettbewerbsjury am meisten überzeugt und war im Frühjahr 2014 zum Sieger erkoren worden. «Der Erweiterungsbau bildet architektonisch, organisatorisch und technisch eine Einheit mit dem vorhandenen Gebäude», schreibt das Bundesamt für Bauten und Logistik zum Projekt. Er verlängere zwei bestehende zweigeschossige Trakte und forme mit einem eingespannten eingeschossigen Gebäudeteil einen Innenhof. Die Erweiterung ist so dimensioniert, dass sie später bei
Bedarf aufgestockt werden kann. Die geeigneten Dach- und Fassadenflächen werden maximal mit Fotovoltaikanlagen ausgebaut. Insgesamt umfasst der Erweiterungsbau 18 530 Quadratmeter
enthält er Arbeitsräume für die Registrierung und Verpackung, Verwaltungsarbeitsplätze, Räumlichkeiten für Objektlogistik und Transport, den Quarantänebereich, Garagen sowie Diensträume der Areallogistik.
Zum Prospekt
Stadt könnte zur Mieterin werden
«Das Sammlungszentrum hat eine Strahlkraft bis über die Region hinaus.» Eveline Fenner, Stadtpräsidentin Affoltern Geschossfläche. Er stellt hauptsächlich Depotflächen zur sicheren Aufbewahrung und Konservierung der beweglichen Kulturgüter zur Verfügung. Zudem
Stadtpräsidentin Eveline Fenner begrüsst den Erweiterungsbau: «Das Sammlungszentrum hat eine Strahlkraft bis über die Region hinaus», sagt sie auf Anfrage. Der Bau tangiert die Stadt Affoltern aber nicht nur als Standortgemeinde, sondern auch deshalb, weil im «alten» Zeughaus Flächen freiwerden, sobald die Sammlung zusammengeführt wird. «Wir haben natürlich ein Interesse daran, dass die Räumlichkeiten in einer Weise genutzt werden, in der sie der positiven Stadtentwicklung dienlich sind», so Fenner. Für Verhandlungen mit dem Bund als Zeughaus-Eigentümer sei es momentan noch zu früh. Man werde das Gespräch jedoch zu gegebener Zeit suchen, um nichts zu verpassen.
Letztes Spiel, letzter Jubel
Zum Saisonende wuchs der FC Wettswil-Bonstetten (1. Liga) über sich hinaus und zwang Winterthurs U-21 mit 3:2 in die Knie. Die Ämtler überholten damit die Eulachstädter und sind ausgezeichnete Vierte. «Die wunderbare Zeit bei WB so Bild Kaspar Köchli abzuschliessen, ist perfekt», strahlte der scheidende Trainer Sergio Colacino. (kakö) Seite 15
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