CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 810 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG
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AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 36 I 179. Jahrgang I Freitag, 22. Mai 2026
Zeit statt Geld
Aeugst schreibt Millionenplus
Die Genossenschaft Kiss Knonauer Amt fördert Nachbarschaftshilfe – und schafft dabei oft weit mehr als bloss Zeitgutschriften. Seite 5
Dank ausserordentlich hoher Steuererträge und Rückerstattungen schliesst die Gemeinde Aeugst das Jahr 2025 sehr gut ab. Seite 7
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Jahre Arbeit: In Hausen informieren gut 40 Infotafeln über Häuser und ihre Geschichten. Seite 17
Braucht es starren Deckel bei Bevölkerung? Noch kein Verbot
«Manchmal stehen wir bis zu den Knien im Dreck.»
Seite 15 Cornelia Pittet, Umzugsunternehmerin (Bild Regula Zellweger)
Die Nationalräte Thomas Aeschi und Philipp Kutter diskutierten in Bonstetten Werner Schneiter In einem Punkt herrscht Einigkeit: Sowohl für SVP-Nationalrat Thomas Aeschi als auch Mitte-Nationalrat Philipp Kutter geht SP-Bundesrat Beat Jans mit seinen zahlreichen Auftritten gegen die Nachhaltigkeitsinitiative (Keine 10-Millionen-Schweiz!) der SVP zu weit. «Je mehr er auftritt, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit für ein Ja», befürchtet Philipp Kutter, Gegner der Initiative, auf eine entsprechende Frage von Moderator Claude Wuillemin. Auf Einladung der SVP Bonstetten duellierten sich die beiden Parlamentarier vor über 50 Interessierten im Gemeindesaal. Für SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi stösst die Zuwanderung an Grenzen. Seit 2014 ist die Schweiz um eine Million Personen gewachsen. Wohnungsmangel, höhere Mieten, überlastete Strassen, überlastete Schulen und Sozialsysteme, dazu Verlust an Kulturland sind für ihn die Folgen des Wachstums. Ein Deckel sei nicht nötig, aber eine Einwanderungs-Begrenzung von jährlich 80 000 auf 40 000, was einen vernünftigen Mittelweg darstelle. Die Schweiz wachse in die Breite, seit Einführung der Personenfreizügigkeit sei der Pro-Kopf-Wohlstand von 1,8 auf 0,6 gesunken. Die Drohung, dass bei einem Ja zur Initiative die Personenfreizügigkeit gekündigt werden müsse, wird laut Aeschi «eindeutig überhöht dargestellt».
Vierfach-Gold für Athletin Nadine Kamm Die 15-jährige Nadine Kamm aus Knonau gehört zu den erfolgreichsten Schweizer Nachwuchsathletinnen im Rhönradturnen. Sie dominiert die Schweizermeisterschaften in Baar mit vier Gold- und einer Silbermedaille. (red) Seite 26
Bild z vg
Wachstum – wünschenswert oder problematisch? Starkes Wachstum sieht auch Philipp Kutter – die Kehrseite der wirtschaftlichen Hausse in der Schweiz. Für den hiesigen Arbeitsmarkt reiche jedoch die Ausschöpfung des inländischen Potenzials nicht aus. Ein fixer Einwohner-
deckel sei falsch – eine zu starre Grenze, die zur Kündigung der Verträge führe und mehr Probleme generiere als löse. «Wenn die Schweiz 9,5 Millionen Einwohner zählt und durch möglichen Krieg mehr Flüchtlinge kommen – was dann?», fragte er. Investitionen in Infrastruktur und Wohnungsbau seien nötig. Und den von Aeschi beschworenen Kulturlandverlust, wonach jede Sekunde ein Quadratmeter verschwinde, konterte er mit Hinweisen auf das strenge Raumplanungsgesetz und die unverbauten Bauzonen im Kanton Zürich. Aeschi wiederum echauffierte sich über die Nicht-Umsetzung der vom Stimmvolk befürworteten Masseneinwanderungs-Initiative im Jahr 2014 und bezeichnete den damaligen FDP-Nationalrat Kurt Fluri als «Saboteur». Für ihn ist klar: Nur ein Ja zur Initiative, die am 14. Juni an die Urne kommt, verpflichte die Politik explizit, etwas zu tun. Dass jedes Jahr 25 000 bis 30 000 Asylbewerber kommen, weil sie in Europa einfach besser leben wollen, gehe nicht – da müsse man härter werden und stärker über Kontingente steuern. Bei Familiennachzug gebe es viel Missbrauch. Wo Mangel an Fachkräften herrsche, kämen nur 10 Prozent aus dem Ausland. Die Schweiz wachse nicht nur in die Breite, sagte Philipp Kutter und hängte die Frage an: Auf wen verzichten? Auf Personen, die in der Spitex oder im Altersheim arbeiten? Dort herrsche Mangel, ebenso in weiteren wichtigen Bereichen. Die Demografie spreche eine klare Sprache, 20 Prozent der Bevölkerung sei älter als 65. «Wir haben mehr Pensionierte als solche, die in Arbeit kommen», ergänzte er und findet, nur mit Nachwuchs aus der Schweiz lasse sich die Lücke nicht füllen.
Ein Fest der Freude
Petitionäre wollen günstigeres Schulhaus
Pfarrer über die Kraft von Pfingsten
Kurz vor der Abstimmung über die geplante Schulraum-Erweiterung in Stallikon formiert sich Widerstand. Eine Gruppe um Ruedi Fischer und René Giger kritisiert die möglichen Projektkosten von rund 23 Millionen Franken als zu hoch. Mit einer Petition verlangen sie vom Gemeinderat, zusätzlich eine günstigere Variante in hochwertiger Modulbauweise vorzulegen. Diese sei flexibler, schneller anpassbar und deutlich kostengünstiger, argumentieren die Initianten. Der Gemeinderat warnt da-
Pfingsten ist für Pfarrer Werner Schneebeli aus Affoltern weit mehr als ein verlängertes Frühlingswochenende. In seinem Beitrag erinnert er an die biblische Geschichte vom Heiligen Geist und beschreibt Pfingsten als Fest der Freude, der Gemeinschaft und der Dankbarkeit. Ohne Ostern und Pfingsten, schreibt Schneebeli, wäre Jesus in Vergessenheit geraten. Erst durch die Erfahrungen seiner Anhängerinnen und Anhänger habe seine Botschaft weitergewirkt. Die biblischen Bilder von Feuer, lebendigem Wasser und
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Variante gefordert gegen vor Verzögerungen und höheren Unterhaltskosten. Die Petition zählt bereits rund 90 Unterschriften. Über den Baukredit soll am 27. September abgestimmt werden. Die Initianten verweisen darauf, dass Modulbauten inzwischen vielerorts auch für dauerhafte Schulbauten eingesetzt würden. Als Beispiele nennen sie Projekte in Wettswil, Zürich und die geplante Kantonsschule in Affoltern. (red)
Das geplante Fahrverbot zwischen Zwillikon und Bickwil ist vorerst gestoppt. Gegen den gemeinsamen Entscheid von Affoltern und Obfelden gingen drei Rekurse ein, einer davon ist noch hängig. Die beiden Gemeinden wollten den Abschnitt für Autos und Motorräder sperren, um die Sicherheit für Fussgänger, Velofahrende und Schulkinder zu erhöhen. Grundlage dafür bildet auch ein Gutachten, das Gefahren auf der schmalen Strecke ortet. Bis zum Abschluss des Verfahrens bleibt die Verbindung offen. Auslöser für die geplante Massnahme waren Beschwerden über zunehmenden Schleichverkehr. Für Land- und Forstwirtschaft sollte die Strecke weiterhin befahrbar bleiben. (red.)
begeisterten Menschen deutet der Pfarrer als Ausdruck einer tiefen Lebensfreude und spirituellen Kraft. Auch in einer aufgeklärten und naturwissenschaftlich geprägten Zeit könne das Wunder des Lebens Staunen auslösen. Pfingsten führe ihn jedes Jahr neu zur Dankbarkeit gegenüber Gott und zur Freude am Leben zurück. Erinnerungen an Pfingstlager und gemeinsame Feiern im Zelt würden dabei bis heute nachwirken. (red)
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