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CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 313 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG

AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 36 I 178. Jahrgang I Freitag, 3. Mai 2024

Mit Rucksack, ohne Anwalt

Geschichten mit Musik erzählt

Ein Zuger bedrohte Angestellte eines Baumarktes und beschimpfte sie aufs Übelste. Jetzt stand er vor Gericht. Seite 3

Das Zuger Seniorenorchester mit Maria Greco aus Baar gastierte in Kappel und verzückte das Publikum. Seite 12

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«Du hast Ecken und Kanten» Hansueli Bigler als Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes verabschiedet Werner Schneiter Der Schweizerische Gewerbeverband (sgv) ist die grösste Dachorganisation der Schweizer Wirtschaft, die über 230 Verbände und rund 600 000 KMU-Mitglieder vereint. 99,8 Prozent der Firmen sind dort Mitglied. Während 15 Jahren leitete der seit vielen Jahren in Affoltern wohnhafte Hansueli Bigler den Verband als Direktor. Er sass 2019 bis 2023 für die FDP im Nationalrat und fand nach seiner Abwahl in der SVP eine neue Heimat.

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«Eltern können am BNEUnterricht teilnehmen.» Seite 5 Lilian Klaus, Leiterin der Arbeitsgruppe Schulnetz 21. (Bild zvg)

Zwischenbilanz der Stadtpräsidentin

Ecken und Kanten Nach Biglers altershalbem Rücktritt als sgv-Direktor 2023 wurde der Verband zwischenzeitlich von einem Duo geleitet, nachdem Plagiatsvorwürfe gegen den Kandidaten Henrique Schneider publik wurden. Biglers offizielle Verabschiedung erfolgte diese Woche am Schweizerischen Gewerbekongress im Kursaal von Bern, der unter dem Thema «KMU mobil» lief. In diesem Rahmen nahm Bundesrat Albert Rösti zu den kommenden Abstimmungsvorlagen über das Stromgesetz (Abstimmung am 9. Juni) und den Autobahnausbau (Abstimmung frühestens im November) Stellung – zwei Vorlagen, die der sgv befürwortet. Fabio Regazzi, sgv-Präsident und Tessiner Mitte-Ständerat, würdigte Hansueli Bigler für seine klare politische Ausrichtung, für die klugen Strategien und die Schaffung diverser Kommunikationskanäle. «Du hast Ecken und Kanten. Es war nicht immer einfach mit dir. Wir haben gestritten, aber immer einen guten Weg gefunden – und ein gemeinsames Ziel», sagte Regazzi, der ihm für das riesige Engagement und das hinterlassene Vermächtnis im sgv dankte. Nach lang anhaltendem Applaus verglich Regazzi Bigler mit den vier kantigen Persönlichkeiten Christoph Blocher, Roger Schawinski, Friedrich Dürrenmatt und Otto Fischer (ehemaliger Gewerbedirektor). Mit Schawinski gemeinsam ist natür-

Verletzte forderte ein Verkehrsunfall am Mittwoch in der Nähe von Knonau.

Verabschiedung im Rahmen des Gewerbekongresses im Kursaal von Bern: Hansueli Bigler (Mitte), flankiert von seinem Nachfolger Urs Furrer (links) und sgv-Präsident Fabio Regazzi. (Bild Werner Schneiter) lich die «Feindschaft» gegenüber der SRG, die in der «No-Billag-Initiative» zum Ausdruck kam. Hansueli Bigler habe den sgv referendums- und initiativfähig gemacht, lobte Regazzi.

Über Strategie wachen Er habe sehr wohl gewusst, was erfolgreich war. Doch sei er selbstkritisch genug, zu wissen, was nicht funktioniert habe, liess Hansueli Bigler die 350 Delegierten im Berner Kursaal eingangs seiner Abschiedsrede wissen. Wenn man sich nicht streite, so sei es einem in der Sache nicht ernst, rief Bigler dem Präsidenten zu. Sagen, was Sache ist und sich nicht verbiegen lassen: Das habe er schon bei Amtsantritt beherzigt, aber nicht – wie immer wieder behauptet – allein entschieden. In diesem Zusammenhang lobte er ein hervorragendes und loyales Team. Der sgv sei Interessen-

vertreter, habe Grundlage und Strategie. Darüber zu wachen, sei die Aufgabe des Direktors – wichtig angesichts heterogener Interessensrichtungen bei den 230 angeschlossenen Verbänden. Die sgv-Strategie nannte er eine «Bibel». Die Geschäftsleitung habe sich eisern darangehalten; das letzte Wort gehörte Vorstand und Gewerbekammer. Als Beispiel nannte Bigler, als der sgv den Verhandlungsabbruch mit dem Institutionellen Rahmenabkommen (InstA) antizipiert habe (Einhaltung Souveränität, kein Europäischer Gerichtshof). Biglers weiteres wichtiges Anliegen: die Kommunikation. Gebe es jeweils sachlich keinen Angriffspunkt, kritisiere man die Kommunikation. «Ich habe da rasch gelernt: egal, was man von dir sagt. Solange man von dir spricht, bist du als Politiker relevant.» Seine abschliessende Kritik galt der Rolle der Medien. Hier sieht Bigler einen Quali-

tätsverlust durch Vereinfachung und Zuspitzung auf die Person sowie die Verlagerung auf den Boulevard: «Nicht nur beim Blick, sondern auch beim Leiter der NZZ-Wirtschaftsredaktion.» Hansueli Biglers schloss mit einem Dank an seine Wegbegleiter und -begleiterinnen, vor allem auch an Ehefrau Erika. Er hofft auf weiteres Beharrungsvermögen des Verbandes und hatte auch für die «Heckenschützen» eine gute Nachricht: «Ihr müsst euch nun nicht mehr ärgern …» Seit 1. Mai ist nun Urs Furrer aus dem Kanton Aargau neuer sgv-Direktor, ehemals Anwalt und während zehn Jahren Leiter der Branchenverbände Chocosuisse und Biscosuisse. Sein Kampf gilt – wie auch beim Vorgänger – der überbordenden Bürokratie. Und er will Vertrauen, das die Wirtschaftsverbände in den letzten Jahren in der Bevölkerung verloren haben, zurückgewinnen.

Vor zwei Jahren wurde Eveline Fenner (EVP) als Stadtpräsidentin von Affoltern gewählt, bald ist die Halbzeit der laufenden Legislatur erreicht. «Die Zeit vergeht wie im Flug. Da tut es gut, kurz innezuhalten und auf das Erreichte zurückzublicken», schrieb sie in ihrem Jahresrückblick Ende Dezember. Im Interview mit dem «Anzeiger» erzählt Eveline Fenner, wie es ihr in ihrer Amtszeit bisher ergangen ist und welche Meilensteine unter ihrer Führung erreicht wurden. Sie spricht aber auch über turbulente Zeiten vor der Abstimmung zur 38-Stunden-Woche und nimmt Stellung, wie Affoltern sein Wachstum finanziell bewältigen will. (lhä)

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Küche renovieren von A–Z Wir informieren wie‘s geht! Montag 03. Juni 2024 von 18.30 – 21.00 Uhr

Der Badi Maschwanden droht die Schliessung

Die Gemeinde sucht händeringend nach Badeaufsichtspersonal In diesen Tagen eröffnen die Badis im Säuliamt wieder ihre Tore. Hier und da gibt es kleine Änderungen. Am Türlersee gibt es zum Beispiel keine Bootsvermietung mehr, im Stigeli in Affoltern werden die Netze und Stangen des Beachvolleyballfeldes erneuert. In Maschwanden wird noch Badeaufsichtspersonal gesucht. Christian Künzi, Gemeinderat, beschreibt die prekäre Lage folgendermassen: «Wir brauchen unbedingt noch Badeaufsichtspersonal, ansonsten droht der Badi die Schliessung.» Was sich in den anderen Badis tut, hat der «Anzeiger» in einer grossen Übersicht zusammengestellt. (fh)

Seiten 6 und 7

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50018 Sie sind parat für die Badesaison: Pius Huwiler und seine Mutter Katharina Huwiler sind die Pächter des Restaurants in Maschwanden. (Bild Selina Brodmann)

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