

GESCHÄFTSBERICHT
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Impressum
Herausgeberin
Aktiengesellschaft für Erstellung billiger Wohnhäuser in Winterthur (GEbW) Konzept, Redaktion und Gestaltung
P-ART Kommunikation & Grafikdesign, Winterthur Fotos
Andi Keller Fotografie; Matthias Bader Media; Nina Isabel Koch, Auwiesen Immobilien; Adobe Stock © GEbW, Winterthur, März 2026
INHALTSVERZEICHNIS
BERICHT DES VERWALTUNGSRATS
In die Zukunft investieren Im Sommer 2025 erfolgte der Baustart für das Projekt Eichwaldhof. Die Neuvermietung ist für 2028 geplant.
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EDITORIAL
Grüezi
In einem wirtschaftlichen Umfeld, das von Tiefzinsen und Unsicherheit geprägt ist, blieb die GEbW verlässlich. Während der Wohnungsmarkt angespannt war, hielten wir Kurs. Mietzinsanpassungen erfolgten bei uns auch 2025 mit Blick auf die Verantwortung gegenüber unseren Mieterinnen und Mietern. Die Senkungen des Referenzzinssatzes haben wir vollständig und ohne Gesuch der Mieterschaft weitergegeben – transparent, einheitlich und fair.
Strategisch stand der Eichwaldhof am früheren Tegerlooweg im Mittelpunkt. Das Projekt prägte unsere operative und unsere finanzielle Agenda. Hier entstehen 126 neue Wohnungen. Wir investieren heute, um morgen bezahlbaren Wohnraum in hoher Qualität zu sichern. Erneuerung heisst für die GEbW auch soziale Verantwortung. Wir gestalten die Transformation der Überbauung Eichwaldhof stets mit Blick auf die Bedürfnisse der Menschen. Alle betroffenen Haushalte wurden individuell begleitet und unterstützt. Zudem haben wir unsere Klimastatistik verbessert. Nach dem Rückbau der Wohnungen am Tegerlooweg heizen wir nun 72 Prozent unserer gesamten Energiebezugsflächen mit erneuerbaren Energien.
Unsere Bilanz bleibt trotz hoher Investitionen solide finanziert. So verbinden wir Stabilität mit einer klaren Perspektive für die kommenden Jahre.
Unser besonderer Dank gilt den Aktionärinnen und Aktionären für das entgegengebrachte Vertrauen und den Mitarbeitenden der Auwiesen Immobilien AG für ihr Engagement im Dienste der GEbW.
Viel Freude beim Lesen!
Markus Casanova Präsident des Verwaltungsrats

«Wir gestalten Veränderung fair und mit Blick auf die Menschen.»
Markus Casanova Präsident des Verwaltungsrats
«Das Jahr 2025 stand im Zeichen der geldpolitischen Lockerung und einer verhaltenen Konjunktur.»
VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN, ZUKUNFT GESTALTEN
Das wirtschaftliche Umfeld war von Stabilität in der Tiefzinsphase geprägt. Mit der Überbauung Eichwaldhof stellte die GEbW die Weichen für eine langfristige Entwicklung. Die Bestandserneuerung erfolgt sozialverträglich und orientiert sich an einer klaren Klimastrategie.
Das Jahr 2025 stand im Zeichen der geldpolitischen Lockerung und einer verhaltenen Konjunktur. Die Schweizerische Nationalbank senkte den Leitzins im Jahresverlauf auf 0,0 Prozent und bestätigte diesen Stand im Dezember. Die Inflation näherte sich der Nullmarke. Das reale Wachstum blieb verhalten und die Industrie spürte die schwache Auslandsnachfrage und den starken Franken. Die binnenorientierten Bereiche zeigten Stabilität.
Für den Immobilienmarkt bedeutete dies vor allem Kontinuität. Die Refinanzierungskosten blieben historisch tief, die langfristigen Kapitalmarktzinsen bewegten sich auf niedrigem Niveau. Der Wohnungsmarkt zeigte sich von den konjunkturellen Schwankungen weitgehend unbeeindruckt. In urbanen Räumen blieb die Nachfrage hoch und das Angebot knapp.
Verlässlichkeit im angespannten Markt Auch 2025 war der Schweizer Wohnungsmarkt von einem strukturellen Nachfrageüberhang geprägt. Bei Neuvermietungen stiegen die Mietpreise, Bestandsmieten entwickelten sich moderater. In diesem Umfeld versteht sich die Aktiengesellschaft für Erstellung billiger Wohnhäuser in Winterthur bewusst als stabilisierende Akteurin.
Der Wohnungsbestand der GEbW ist überwiegend im unteren und mittleren Mietpreissegment positioniert. Mietzinsanpassungen erfolgen zurückhaltend und mit Blick auf Kontinuität. Beide im Berichtsjahr erfolgten Senkungen des hypothekarischen Referenzzinssatzes gab die GEbW proaktiv und vollständig an sämtliche Mieterinnen und Mieter weiter – ein Gesuch war nicht erforderlich. Was rechtlich möglich war, wurde einheitlich umgesetzt. Das schafft Transparenz, reduziert den administrativen Aufwand und stärkt das Vertrauen in die Vermieterin.
Fokussierung: Projekt Eichwaldhof 2025 war ein Jahr der Konzentration und Weichenstellung. Das Bauprojekt Eichwaldhof bestimmte die operative und die finanzielle Agenda. Im Frühjahr begann der planmässige Rückbau der Liegenschaften am Tegerlooweg. Bis zum Herbst
erneuerbare Energie im 2025
2025
68 % der Energiebezugsflächen wurden mit erneuerbarer Energie beheizt.

erneuerbare Energie ab 2026
2026
Bereits 72 % der Energiebezugsflächen werden mit erneuerbarer Energie beheizt.

wurden 72 Wohnungen, 28 Garagenboxen und 76 Autoabstellplätze vollständig zurückgebaut. Der Bestand des Portfolios reduzierte sich temporär auf 817 Wohnungen – ein kalkulierter Schritt zugunsten einer umfassenden Erneuerung.
Im Sommer wurden die Bauarbeiten aufgenommen. Nach dem Aushub und der Erschliessung starteten im September die Hochbauarbeiten. Die Boden-

platten wurden gelegt und erste Tragstrukturen erstellt, die Tiefgarage nahm Gestalt an. Das Projekt Eichwaldhof wird gemeinsam mit zwei weiteren Eigentümerinnen umgesetzt; die GEbW hält einen Anteil von 35,1 Prozent. Die Koordination mehrerer Bauteams und komplexer Bauetappen erfordert Präzision. Der Terminplan konnte eingehalten werden. Die Neuvermietung ist für Anfang 2028 vorgesehen.
BERICHT DES VERWALTUNGSRATS
«Die GEbW erzielte 2025 einen Jahresgewinn von CHF 4,6 Millionen.»
Sozialverträgliche Transformation
Der Rückbau stellte nicht nur eine bauliche, sondern auch eine soziale Aufgabe dar. Die GEbW richtete den Entmietungsprozess konsequent auf einvernehmliche Lösungen aus und vermied Zwangskündigungen erfolgreich. Ersatzwohnungen wurden vermittelt, Übergangsfristen gewährt und besonders schutzbedürftige Personen gezielt unterstützt – in enger Zusammenarbeit mit sozialen Beratungsstellen und der städtischen Wohnhilfe. Für sämtliche betroffenen Haushalte fanden wir eine tragfähige Lösung, überwiegend innerhalb der Stadt Winterthur.
Ökologische Wirkung
Mit dem Abbruch der fossil beheizten Altbauten veränderte sich die Energiestruktur des gesamten Portfolios der GEbW. 72 Prozent der Energiebezugsflächen werden nun ohne fossile Energieträger beheizt. Eine Auswertung des effektiven Verbrauchs ergab, dass die CO2-Emissionen auf 8 Kilogramm pro Quadratmeter und Jahr gesunken sind – ein Wert, der deutlich unter dem schweizerischen Durchschnitt von Immobilien liegt.
Die ökologische Verbesserung ist kein Nebenprodukt, sondern das Ergebnis einer strategischen Weichenstellung: Erneuerung versteht die GEbW als Chance, langfristige Klimaziele mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit zu verbinden.
Finanzielles Ergebnis
Die GEbW erzielte 2025 einen Jahresgewinn von CHF 4,6 Millionen und blieb damit CHF 1,1 Millionen unter dem Vorjahr. Der Betriebsertrag reduzierte sich infolge des Rückbaus und der referenzzinssatzbedingten Mietzinsanpassungen um 1,2 Prozent auf CHF 14,4 Millionen.
Die Instandhaltungskosten beliefen sich auf CHF 1,3 Millionen. Insgesamt wurden CHF 15,0 Millionen investiert, hauptsächlich in den Eichwaldhof. Das Hypothekarvolumen stieg um CHF 9,1 Millionen, während der Finanzierungsaufwand aufgrund des Tiefzinsumfelds um CHF 81’000 sank.
2025 wurden im Erneuerungsfonds rund CHF 2,5 Millionen Rückstellungen gebildet und CHF 0,4 Millionen aufgelöst. Die Bilanz bleibt solide: Eine konservative Bewertung des Anlagevermögens, ein moderater Fremdkapitalanteil und stabile Cashflows bilden das Fundament.
Gewinnverwendung
Vor dem Hintergrund der stabilen Ertragslage beantragt der Verwaltungsrat bei der Generalversammlung eine Erhöhung der Dividende um CHF 100 auf CHF 2’700 pro Aktie. Die Ausschüttungspolitik bleibt damit kontinuierlich und substanzbasiert.
Würdigung von Jürg Burkhard
Nach 18 Jahren engagierter Tätigkeit trat Jürg Burkhard 2025 aus dem Verwaltungsrat zurück. Seit 2007 prägte er die Entwicklung der Gesellschaft massgeblich. Er brachte technisches Fachwissen, strategische Klarheit und praktische Erfahrung ein. Seine Handschrift findet sich in zahlreichen Bauprojekten der Gesellschaft sowie in der konzeptionellen
Entwicklung des Eichwaldhofs. Mit seinem Fachbuch «Günstiges Bauen» leistete er zudem einen Beitrag über das Mandat hinaus.
Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung danken Jürg Burkhard für sein langjähriges Wirken und sein Engagement zur Entwicklung der Gesellschaft.




Kompletter Rückbau am Tegerlooweg: Acht Wohngebäude inklusive Autoabstellplätze und Garagenboxen wurden abgebrochen.
ÜBERBAUUNG EICHWALDHOF

Rund 200 Personen hatten am Tegerlooweg gewohnt – für alle wurde eine Anschlusslösung gefunden.
ZWISCHEN MARKTLOGIK UND MITGEFÜHL
Die Wohnungen am Tegerlooweg waren nicht mehr sanierungsfähig und wurden zurückgebaut. Mit dem Eichwaldhof entsteht nun an gleicher Stelle eine moderne Überbauung. Bevor der Rückbau beginnen konnte, mussten 2025 für rund 200 Personen Anschlusslösungen gefunden werden. Was nach nüchterner Statistik klingt, war in Wirklichkeit ein sozialer Kraftakt. Die Wohnhilfe Winterthur begleitete die Entmietung eng. Hauptabteilungsleiter Prävention und Suchthilfe, Lukas Damann, spricht im Interview über existenzielle Ängste, harte Marktlogik und darüber, weshalb man Menschen manchmal buchstäblich an die Hand nehmen muss.
Weshalb wurde die Wohnhilfe Winterthur am Tegerlooweg aktiv?
Lukas Damann: Wir hatten den Tegerlooweg schon länger auf dem Radar. Klar war: Irgendwann kommt der Zeitpunkt der Entmietung. Nachdem wir bei der Einwohnerkontrolle Winterthur nachgefragt hatten, wussten wir: Rund 200 Personen wohnten noch am Tegerlooweg. Wir fragten uns, wie die Entmietung ablaufen würde – und was sie für die Betroffenen bedeutet. Zu Beginn hatten wir kaum Informationen: Wer wohnt dort? Wer braucht Ersatz? Wer wird von den Sozialen Diensten unterstützt? Die Wohnhilfe begann zu tracken – zuerst monatlich, später wöchentlich. Bewegungen wurden erfasst, Entwicklungen analysiert.
Was bedeutet ein Wohnungsverlust aus sozialer Sicht?
Eine vertraute Wohnung aufgeben zu müssen, ist für viele ein schwieriger Prozess. Die Wohnung ist ein Eckpfeiler im Leben – bricht er weg, kann dies besonders bei hilfsbedürftigen Menschen zu grossen Existenzängsten führen. Gerade in Winterthur hat sich der Markt in den letzten zehn Jahren auf Kosten der günstigen Wohnungen massiv verengt. Bei vielen der betroffenen Haushalte am Tegerlooweg löste der bevorstehende Wohnungsverlust Angst aus, weil sie sich keine teurere Wohnung leisten konnten. Sie zahlten sehr tiefe Mieten, wie es sie heute nicht mehr gibt. Manche verdrängten die drohende Veränderung, andere suchten eine Lösung. Wer sich bis zuletzt nicht bewegte, dem drohte die Ausweisung aus der Wohnung. Diese Betroffenen mussten wir am Schluss intensiv unterstützen.
Wer lebte am Tegerlooweg – und warum war das anspruchsvoll?
Unter den Mieterinnen und Mietern waren Menschen, die sich seit 30 Jahren nicht mehr auf dem Wohnungsmarkt bewegt hatten – und deren letzte Bewerbung noch handschriftlich erfolgte. Plötzlich mussten sie online nach einem neuen Zuhause suchen. Manche Wohnungen am Tegerlooweg wurden befristet vermietet. Das zog auch Menschen in Notsituationen an – Personen mit wenig Ressourcen, teilweise mit Sprachbarrieren.
Schliesslich kamen wir auf etwa 20 bis 30 Mietverhältnisse, bei denen klar war: Da reicht ein Brief nicht aus. Wir müssen an der Haustür klingeln und mit den Bewohnenden den direkten Kontakt suchen. In mehreren Fällen ging unsere Unterstützung noch viel weiter. Wir begleiteten einige Betroffene physisch von der alten zur neuen Wohnung und fragten: «Nimmst du sie? Ja? Gut. Dann gehen wir zurück und packen.»
Wie entscheidend war die Rolle der Eigentümerinnen und der Bewirtschaftung?
Die Entmietung am Tegerlooweg war besonders anspruchsvoll, weil neben der GEbW noch weitere Eigentümerinnen involviert waren. Zudem musste sichergestellt werden, dass die alten Wohnhäuser termingerecht zurückgebaut werden konnten. Dabei spielte die Auwiesen Immobilien AG, die den Prozess plante und koordinierte, eine zentrale Rolle. Die Geschäftsleitung erkannte den Handlungsbedarf frühzeitig und leitete die notwendigen Schritte konsequent ein. Aufgrund seines umfangreichen Wohnungsportfolios verfügte das Unternehmen über den grössten Handlungsspielraum – und setzte ihn auch ein. Dank dieser Bereitschaft konnten wir für alle Mieterinnen und Mieter eine Anschlusslösung finden.
90 bis 95 Prozent der Haushalte konnten in Winterthur untergebracht werden – das hätte der freie Markt allein kaum ermöglicht. Die Wohnhilfe übernahm in besonders schwierigen Fällen eine stabilisierende Rolle. Für finanzschwache Haushalte trat sie gegenüber Vermieterinnen und Vermietern als verlässliche Partnerin auf.
Was unterscheidet eine sozial begleitete Entmietung von einer reinen Leerkündigung?
Eine sozial begleitete Entmietung bedeutet: frühzeitig informieren, transparent bleiben und die Kadenz erhöhen, je näher das Ende rückt. Es bedeutet aber auch, den Menschen Zeit zu geben, selbst zu handeln. Es gibt leider keine Garantie, dass Informationen ankommen. Manche leeren ihren Briefkasten monatelang nicht. Andere können nicht lesen oder wollen nicht hinschauen.
Die letzten sechs Monate sind entscheidend. Dort zeigt sich, ob eine Vermieterschaft nur formal korrekt ist – oder wirklich Verantwortung übernimmt. Bei einer reinen Leerkündigung erhalten die Mieterinnen und Mieter von der Vermieterschaft keine Unterstützung bei der Suche nach einer Anschlusslösung.
Was heisst «Verantwortung übernehmen» in einem solchen Projekt?
Entscheidend sind weniger Absichtserklärungen als die Haltung gegenüber den Menschen, die ihre Wohnung verlieren. Mieterinnen und Mieter und wir als Wohnhilfe Winterthur spüren, ob die Bereitschaft der Vermieterschaft da ist, Lösungen zu finden. Es läuft nicht immer so, wie wir es uns wünschen. Ich erlebe aber in der Immobilienbranche auch Verantwortungsbewusstsein. Das Bild vom «bösen Vermieter» greift zu kurz. Immobilienbewirtschaftung ist ein Geschäft – aber eben eines mit gesellschaftlicher Wirkung. Am Tegerlooweg hat die der GEbW Verantwortung übernommen.
Was bedeutet das für künftige Projekte?
Früher konnte man eine Siedlung mit 60 bis 100 Wohnungen entmieten und davon ausgehen, dass der Grossteil der Mieterschaft innert einer Kündigungsfrist von drei Monaten auf dem freien Markt eine Anschlusslösung findet. Das funktioniert heute nicht mehr. Es braucht mehr Zeit, eine engere Vernetzung mit der Bauherrschaft – und eine aktive Begleitung. Man kann es nicht mehr einfach passieren lassen. Mit Sanierungsprojekten geht günstiger Wohnraum verloren. Und er kommt auch nicht wieder.
ÜBERBAUUNG EICHWALDHOF
«WIR SITZEN ELLENBOGEN AN ELLENBOGEN – DAS HILFT»
Auf der Baustelle des Eichwaldhofs in Winterthur arbeiten zwei Generationen von Bauleitern Seite an Seite. Marcel Russ bringt zwei Jahrzehnte Erfahrung mit, Luis Marques steht am Anfang seiner Laufbahn. Gemeinsam koordinieren sie ein Projekt, das nicht nur baulich, sondern vor allem auch organisatorisch anspruchsvoll ist. Eine Reportage über Schnittstellen, Lösungen und darüber, was gute Zusammenarbeit ausmacht.
Drei Bauherrschaften, drei Bauleitungen, drei Bauteams – auf derselben Parzelle. Wer die Baustelle betritt, spürt schnell: Hier entsteht nicht nur Wohnraum. Hier wird koordiniert, verhandelt und abgestimmt. Russ und Marques sind Vollzeit auf der Baustelle im Einsatz und dort zuständig für die GEbW-Liegenschaften. «Wir haben ein Wochenprogramm, das wirklich jeden Vorgang abbildet», erzählt Russ. «Besonders wichtig ist, dass jede der drei Bauherrschaften Gehör bekommt.»
Die eigentliche Herausforderung
Architektonisch bewegt man sich auf vertrautem Terrain. Die Gebäude sind solide geplant, nichts Experimentelles. Die eigentliche Herausforderung liegt woanders: bei den Schnittstellen. Drei Bauherrschaften teilen sich Tiefgarage, Leitungen, Zufahrten und Logistikflächen. Alles greift ineinander. «Die Koordination der Übergänge ist mit Abstand unsere komplexeste Aufgabe», sagen die Bauleiter.
Ein Vorteil ist, dass für die gesamte Überbauung ein Architektur- und ein Ingenieurunternehmen zuständig sind und im selben Bausystem planen. Der Bauabschnitt der GEbW ist am weitesten fortgeschritten. Russ erklärt: «Wenn etwas nicht funktioniert, merken wir es als Erste. Anpassungen können die Planer direkt für die anderen Bauabschnitte übernehmen.»
Wenn Planung auf Realität trifft
Die Theorie und die Baustellenrealität sind zwei verschiedene Dinge. Ein Beispiel ist das Krankonzept. Es wurde lange vor Baubeginn ausgearbeitet, musste jedoch in der Umsetzung angepasst werden. «Zwei Jahre vorher weiss man schlicht noch nicht, wie es vor Ort wirklich aussieht», so Marques. Mehrere Anläufe waren nötig, bis alle Beteiligten mit der Lösung zufrieden waren.
Auch die Baupiste sorgte für Diskussionen. Sie führt entlang einer städtischen Freizeitanlage, die im selben Zeitraum abgebrochen und neu erstellt wird. Die Nutzung von zusätzlichem Land musste mit der Stadt abgestimmt werden – in intensiven Gesprächen. Dazu kommt die Logistik: drei Baustellen nebeneinander, drei Unternehmen pro Gewerk – zum Beispiel je ein Maurerteam pro Baustelle. Im Fünf- bis Zehn-Minuten-Takt fahren Betonlastwagen auf das Gelände, parallel wird Aushubmaterial abgeführt. «Das muss einfach funktionieren», betont Marques.
Lösungsorientierte Koordination Einmal wöchentlich treffen sich alle Beteiligten im Baucontainer. Russ erklärt: «Wir sitzen Ellenbogen an Ellenbogen – das hilft. Der Austausch ist lösungsorientiert: Anliegen kommen auf den Tisch, werden protokolliert und verbindlich weiterverfolgt.»
«Oft werden Lösungen direkt auf der Baustelle gefunden.»

Die Zusammenarbeit unter den Bauherrschaften funktioniert gut. «Natürlich gibt es Momente, in denen man länger diskutieren muss», so Russ. Wichtig sei auch der direkte Austausch auf Polierebene – oft werden Lösungen direkt auf der Baustelle gefunden.
Zwischen Fachwissen und Menschenkenntnis
Auf der gemeinsamen Baustelle betreuen die Bauleiter jeweils rund 40 Gewerke vom Rohbau über die Haustechnik bis zum Innenausbau. Dafür koordinieren sie eine Vielzahl von Handwerkerinnen und Handwerkern sowie Fachfirmen. Die Bauleiter bewegen sich zwischen Projektleitung und Ausführung. Ihre Eckpfeiler sind Qualität, Kosten, Termine und Sicherheit. «Man muss zuhören können», betonen Russ und Marques.
Technisch wird das Bauen immer anspruchsvoller, da die Anforderungen an Haustechnik, Steuerungen und die komplexe Systemintegration rasant steigen. «Man muss fachlich ständig am Ball bleiben. Die Detailplanung liegt bei den Fachplanern. Unsere Aufgabe ist es, die Zusammenhänge zu verstehen und Engpässe frühzeitig zu erkennen», erklärt Russ.
Neben der Technik und der Organisation sind auch das Zwischenmenschliche, Motivation, Belastbar-
keit und genügend Manpower zentrale Faktoren. Das gilt besonders in einer Zeit, in der die Anforderungen an die Qualität und die effiziente Ausführung stetig steigen.
Viele Details, grosse Wirkung
Mit zunehmendem Baufortschritt wachsen die Gebäude sichtbar in die Höhe und in die Breite. Der Rohbau ist in vollem Gang. Alle Beteiligten wissen: Die eigentliche Präzisionsarbeit kommt noch. «Bei 125 Wohnungen summieren sich selbst kleine Fehler – etwa eine falsch definierte Höhe für einen Toilettenpapierhalter führt schnell zu grossem Aufwand.» Russ unterstreicht: «Am Ende geht es darum, dass alles funktioniert, in jeder einzelnen Wohnung.»
Mehr als eine flache Wiese
Auch die Umgebung verändert sich grundlegend. Wo sich zuvor eine grosszügige, aber eher monotone Grünfläche befand, entstehen Nischen, Sitzgelegenheiten und Treffpunkte. Bäume strukturieren den Raum, Wege verbinden die Häuser. Was hier entsteht, ist nicht nur zusätzlicher Wohnraum, sondern ein neues Stück Nachbarschaft. «Wir hoffen, dass sich die Menschen hier zu Hause fühlen werden», sagen die Bauleiter. «Dass sie ankommen und sagen: Hier stimmt es.»
Ein starkes Team: die Bauleiter Marcel Russ (links) und Luis Marques.
CORPORATE
VERWALTUNGSRAT
Der Verwaltungsrat der Gesellschaft vereinigt breite Erfahrung in den Bereichen Architektur, Baumanagement, Unternehmensführung, Recht, Asset Management und Finanzwesen.

Thomas Anwander Vizepräsident lic. iur. HSG / Rechtsanwalt

Markus Casanova Präsident unabhängiger Vermögensberater, Winterthur Consulting Group

Daniel Häcki
MAS in Corporate Finance HSLU / Betriebsökonom FH HSLU, Head Transactions, Real Assets
AXA Investment Managers Schweiz AG

Peter Strassmann dipl. Wirtschaftsprüfer / Betriebsökonom FH ZHAW, Geschäftsführer, Sulzer Vorsorgeeinrichtung

Matthias Hugi dipl. Architekt ETH/SIA, Bauherren- und Immobilienberatung, Geschäftsleitung, Brandenberger + Ruosch AG

Christian Wenger MAS Real Estate Management, GL / Leiter Real Estate Operation, Pensimo Management AG
«Die Gesellschaft setzt sich insbesondere dafür ein, erschwingliche und nach ökologischen Prinzipien gestaltete Familienwohnungen zu erstellen, zu vermieten und zu verkaufen.»
Zweck der 1872 gegründeten Gesellschaft
GESCHÄFTSLEITUNG, GESELLSCHAFTSSITZ
Die Gesellschaft beschäftigt keine eigenen Mitarbeitenden. Die Geschäftsführung und die operativen Tätigkeiten werden im Mandat von der Auwiesen Immobilien AG wahrgenommen.


Christof Schmid CEO Markus Bai CFO

Robert Goedicke Portfoliomanager
AKTIONÄRINNEN UND AKTIONÄRE
Langjährige Hauptaktionärinnen und Hauptaktionäre sowie sich mit dem Zweck und Winterthur identifizierende Kleinaktionärinnen und Kleinaktionäre sichern die Kontinuität in der Ausrichtung der Gesellschaft und sorgen dafür, dass die Mittel der GEbW zur Erfüllung des Unternehmenszwecks eingesetzt werden.

Nadja Biabiany Leiterin Geschäftsstelle
Liste Liegenschaften LIEGENSCHAFTEN
Wallrütistr. 76 / 78 / 80, 117, 117a / 119, 119a / 121
Ruchwiesenstr 57 – 59
Ruchwiesenstr 12 – 18
Tegerlooweg 8 – 12, 18 – 22, 31 – 35
Wülflingerstr. 307 / 309 / 311 / 315
Guggenbühlstr 8 – 12
Unterwiesenstr 1 / 3
Wässerwiesenstr. 61 / 63, 70 / 72
Schiltwiesenweg 8 – 18
Römerstr. 95 – 99
Talackerstr. 96 / 98 / 100
Schlosstalstr / Grafenstein
Zürcherstr 63
Tösstalstr. 103 /105
Endlikerstr 2 / 4
Landvogt-Waser-Str. 28
Grünmattstr. 28 / 30 Oberseenerstr 43 – 49 Wasserfuristrasse (Wiesendangen)
In Wannen, Dättnau
Brühlgartenstr. 7/ 9 / 11
Rychenbergstr. 33 / 35
Jägerstr. 25 – 47
Obere Schöntalstr. 20 – 22, 25 – 27
Lärchenstr. 33 / 35
Auwiesenstr. 3 – 9
Salomon-Bleuler-Weg 4 – 16
Mattenbachstr. 35 – 43
Wallrütistr. 76 / 78 / 80, 117, 117a / 119, 119a / 121
Ruchwiesenstr 57 – 59
Ruchwiesenstr 12 – 18
Tegerlooweg 8 – 12, 18 – 22, 31 – 35
Wasserfuristrasse (Wiesendangen)
Guggenbühlstr 8 – 12
Schiltwiesenweg 8 – 18
Römerstr. 95 – 99
Talackerstr. 96 / 98 / 100
Tösstalstr. 103 /105
Endlikerstr 2 / 4
Landvogt-Waser-Str. 28

Überbauung Eichwaldhof am bisherigen Tegerlooweg Der Baustart erfolgte im Frühling 2025.
Grünmattstr. 28 / 30 Oberseenerstr 43 – 49

Klosterstrasse 17 8406 Winterthur info@gebw.ch www.gebw.ch