David Coulin
Die schรถnsten Panoramatouren in der Schweiz
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Dieses Buch ist eine aktualisierte, überarbeitete und neu gestaltete Ausgabe des unter dem Titel «Die schönsten Panoramatouren in der Schweiz» 2017 im AT Verlag erschienenen Werks. © 2020 AT Verlag, Aarau und München Lektorat: Karin Steinbach Tarnutzer, St. Gallen Fotos: David Coulin Kartenausschnitte: Atelier Guido Köhler & Co., Binningen ISBN 978-3-03902-059-1 www.at-verlag.ch
Der AT Verlag wird vom Bundesamt für Kultur mit einem Strukturbeitrag für die Jahre 2016–2020 unterstützt.
Inhaltsverzeichnis
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Alles im Blick
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So haben Sie den Durchblick
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Überblick: Die Wanderungen und Varianten nach Schwierigkeitsgrad
Ostschweiz und Graubünden 26
An der Front Vom Piz Umbrail zur Punta di Rims
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Auf den Spuren des Schellen-Ursli Von Guarda über die Alp Sura nach Ardez
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Allegra Engiadina! Von Muottas Muragl zur Alp Languard
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Auf dem Hochsitz Gottes Von Poschiavo über San Romerio nach Viano
42
Kraftort Bergell Von Soglio über die Alp Cadrin nach Vicosoprano
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Dem Valserwasser auf den Fersen Von Zervreila die drei Seen entlang nach Vals
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Über den Wäldern Von Caischavedra über Bostg nach Sedrun
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Zwischen Rheintal und Domleschg Rundwanderung zum Mutta ab Feldis
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Auf und Davos Vom Jakobshorn über die Tällifurgga nach Sertig
58
Ab vom Schuss Rundwanderung zum Hochwang ab Triemel
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Kleiner Berg – grosse Aussicht Von St. Antönien über das Chrüz nach Stels
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Fels in der Brandung Rundwanderung zum Regitzer Spitz ab Fläsch
68
Das Ländle von oben Von Gaflei über die Drei Schwestern nach Planken
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Der Klassiker Vom Hohen Kasten über die Saxerlücke nach Brülisau
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Lueget vo Bärg und Tal Rundwanderung zum Gäbris ab Gais
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Natur pur Von Aeugsten via Schilt zum Gufelstock
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Terrasse, bitte! Von Braunwald über den Leuggelstock nach Schwanden
Tessin 88
Obendrüber statt untendurch Auf der Strada Alta Leventina von Sobrio bis Biasca
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Tour der Täler Auf der Via Alta Vallemaggia von Cimetta nach Gordevio
94
Vista Maggiore Von Rasa über den Pizzo Leone nach Arcegno
98
Tamaro einmal anders Vom Monte Tamaro über den Monte Gambarogno nach Indemini
102
Über den Wipfeln Von Bogno über den Gazzirola und den Monte Bar nach Albumo
Zentralschweiz 108
Rigi alpin Rundwanderung zu Gersauerstock/Vitznauerstock ab Hinterbergen
112
Flieg, Adler, flieg! Vom Niderbauen Chulm zur Stockhütte
116
Staunen und lernen Von Ober Axen über den Wildheuerpfad nach Eggberge
120
Zwischen Himmel und Erde Vom Stanserhorn über den Arvigrat zum Wirzweli
124
Noch ein Klassiker Von Brunni über die Walegg zur Bannalp
128
Im Herzen der Schweiz Von Käserstatt über den Gibel nach Lungern
132
Völlig schwerelos Vom Brienzer Rothorn über den Hoch Gummen nach Sörenberg
136
Drüber und doch mittendrin Von Kleinsustli über die Sustlihütte nach Gorezmettlen
140
Gotthard intim Von Tiefenbach nach Hospental
143
Echo vom Urner Boden Vom Klausenpass über den Fisetengrat zum Chamerstock
Berner Oberland 148
Im Banne des Eigers Von der Schynigen Platte über das Faulhorn zum First
152
Vom Piz Gloria zum Piz Gloriosa Vom Schilthorn über die Schwalmere nach Sulwald
156
Wellen aus Stein Vom Niederhorn zur Waldegg
159
Berner Platte Vom Stockhorn über Möntschelespitz und Leiterepass nach Gurnigel
162
Im Land der Hore Von Betelberg über Stübleni und Rothorn zum Lauenensee
166
Anschnallen, bitte! Von der Engstligenalp über den Ammertenspitz zum Hahnenmoospass
170
Schön alpin Von Sunnbüel über den Üschenegrat und den Engstligengrat zur Engstligenalp
Wallis und Waadt 176
Im Gletschergarten Rundwanderung zum Sidelhorn ab Grimselpass
179
Die Tour mit dem Paukenschlag Vom Eggishorn zum Bettmerhorn
182
Über den Wäldern Vom Simplonpass nach Rosswald
186
Die Südrampe Von Hohtenn nach Visp
190
Welt der Gletscher Vom Gornergrat zur Roten Nase und zurück zum Rotenboden
194
Wallis total Rundwanderung zum Augstbordhorn ab Moosalp
198
Die Feldstechertour Von der Crêt du Midi nach Grimentz
202
Bonjour Mont Blanc Vom Col de la Forclaz über den Mont de l’Arpille nach Ravoire
206
Auf dem GR 5 zu den Portes du Soleil Von Grand Paradis über die Portes du Soleil nach Morgins
210
Versteckte Schönheit Von Le Flon über die Alp Chalavornaire zum Genfersee
214
Auf der Höhe Von den Rochers de Naye nach Crêt d’y Bau
GemĂźtlich und aussichtsreich unterwegs. 10
Alles im Blick Man wandert mit den Füssen, aber ebenso sehr mit den Augen. Je nach Marschtempo richtet sich der Blick in die Nähe – dann, wenn man aufpassen muss oder in Eile ist –, gern aber lässt man ihn in die Ferne schweifen. Sei es, um den Horizont nach bekannten Gipfeln abzusuchen, oder auch einfach, um sich in der Weite zu verlieren und etwas zu entspannen. Genau solche Seh-Erlebnisse sollen Ihnen die Touren in diesem Buch vermitteln. Ich lasse Sie Berge bestaunen, die man einfach gesehen haben muss. Sie entdecken Tallandschaften, die uns die Schweiz neu erschliessen, und Seen, die aus der Vogelperspektive einen wundervollen Tiefblick erzeugen. Wo immer möglich, begehen Sie dabei unbekannte Pfade, die sich abseits der bei schönem Wetter bevölkerten Wege bewegen, aber mindestens ebenso viel Panorama garantieren. Wer alle in diesem Buch beschriebenen Wanderungen gemacht hat, kann mit Recht von sich behaupten: Ich habe die Schweizer Alpen gesehen. Zudem schwingen in den einzelnen Beschreibungen interessante Nebenthemen mit. Damit man sich auch Zeit und Musse nehmen kann, um die Aussicht wirklich zu geniessen, sind die Wanderungen so ausgewählt, dass sie mit mittlerer Kondition gut bewältigbar sind. Dort, wo sie etwas fordernder werden, gibt es Abkürzungsmöglichkeiten. Der Fokus liegt dabei auf den Alpen, die Voralpen werden nur gestreift. Nach bewährtem Rezept der AT-Bergbuchreihe werden in einem ausführlichen Serviceteil die nötigen Informationen mitgeliefert, eine Übersichtskarte mit eingezeichneter Strecke und stimmungsvolle Fotos runden die Beiträge ab. Genaue Hinweise zu Schwierigkeit und Routencharakter ermöglichen es Ihnen, eine Tour auszusuchen, die Ihren Wünschen und Möglichkeiten entspricht. Zudem finden Sie die Routen in dem zusätzlichen Verzeichnis auf Seite 18 nach Schwierigkeit geordnet. Sämtliche Routen sind ohne spezielle Ausrüstung begehbar. Ich danke herzlich dem Lektorat und der Verlagsleitung des AT Verlags für die Unterstützung und Begleitung dieses Buchprojektes. Sie sind massgeblich daran beteiligt, dass Sie mit diesem Buch einen bunten Strauss vielfältiger Wandervorschläge in den Händen halten. Pflücken Sie sich eine Tour heraus, und Sie werden einen Tag erleben, der Ihnen eine ganz besondere Welt eröffnet. Dabei wünsche ich Ihnen viel Freude. David Coulin 11
Morgenstimmung auf dem Faulhorn. 16
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Vom Piz Umbrail zur Punta di Rims
An der Front Betrachtet man die Grenzziehung in den Alpen, fällt auf: Mit Ausnahme des Mont-Blanc-Massivs liegen die höchsten und schönsten Alpengipfel mindestens teilweise auf Schweizer Boden. Ein anderer Berg, der auch noch gut ins Portfolio der Schweizer Alpen gepasst hätte, steht knapp ausserhalb des eidgenössischen Territoriums an dessen südöstlichem Rand: der Ortler, ein 3905 Meter hoher Eisgipfel, der es im Aufstieg durchaus in sich hat. Ein Blick in die Weltkriegsgeschichte macht klar, warum der Ortler nicht zur Schweiz gehört. Rund um diesen riesenhaften Klotz standen sich im Ersten Weltkrieg österreichische und italienische Truppen auf engstem Raum gegenüber. Ein kleines Schweizer Beobachtungs-Detachement verweilte zu dieser Zeit verteilt in einigen Schützengräben oberhalb des nahen Umbrailpasses. Dort hatten sich die Soldaten 1914 eingerichtet, um die Grenze zu sichern – besser gesagt: zu beobachten. Denn zum Sichern
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Links: Noch immer sind am Fuss des Piz Umbrail die Schützengräben aus dem Ersten Weltkrieg sichtbar. Rechts: Der Blick hinunter zum Pass Umbrail.
fehlten die Ressourcen, und man war froh, dass Italiener und Österreicher die Schweizer Neutralität im damaligen Dreiländereck am Stilfserjoch respektierten und italienische Truppen nicht ins Val Müstair vorstiessen. Der vom Umbrailpass ausgehende Lehrpfad zeigt eindrücklich auf, warum in diesen Höhen der Kampf gegen Sturm, Schnee, Kälte und Lawinen mehr Opfer forderte als die eigentlichen kriegerischen Auseinandersetzungen im Frontraum. Denn das Gelände ist ausgesetzt und unwirtlich. Schon wenige Meter über dem Umbrailpass werden die Alpweiden abgelöst durch rutschige Kalkschrofen. Der Aufstieg zur eigentlichen Frontlinie zwischen der Schweiz und Italien quert eine steile Schuttflanke, bevor man durch ein Couloir hinauf auf über 3000 Meter gelangt. Dort wartet der Gipfel des Piz Umbrail und mit ihm ein Rundblick, der auch für historisch Uninteressierte alle Mühen lohnt. Gegen Süden sind Ortler und Cevedale in Griffnähe, auf der anderen Seite schweift der Blick ins Val Müstair. Unten blinkt der Lai da Rims – nicht zu verwechseln mit den Lais da Rims zwischen S-charl und der Lischanahütte oberhalb von Scuol. An ihm vorbei führt ein Bergweg hinunter ins einsame Biker-Paradies des Val Mora, weiter gegen Norden verliert sich die Sicht zwischen Piz Linard und Piz Kesch. Im Osten beginnt schon bald der Vinschgau mit dem Hauptort Meran, im Südwesten kauert der bekannte italienische Wintersportort Bormio. Dieses Panorama begleitet den Weiterweg zur Punta di Rims, während man sich auf schmalem Pfad über einen Schuttgrat bewegt, mal aufrecht auf der Krete, mal in der Flanke Halt suchend. Von Zeit zu Zeit erkennt man einen der Beobachtungsposten, die wie Schwalbennester an die Südflanke des Grates geklebt sind. Und man fragt sich: Wie kamen die Soldaten im Winter da hinauf? Wie hielten sie sich da oben warm? Was assen sie, was tranken 27
sie, wie schliefen sie hier? Und vor allem: Konnten sie diese gewaltige Aussicht geniessen? Wohl kaum, denn am Schluss des Gebirgsdammes, bei der Punta di Rims, erkennt man nur wenige Meter vom Grat entfernt eine Felskuppe mit Löchern drin. Nein, das war keine vorgeschobene Schützenstellung der Eidgenossen, sondern schon die Verteidigungslinie der Alpini zum Schutz ihrer Artilleriestellung. Die Schiessscharten sind dabei exakt auf die helvetischen Stellungen ausgerichtet. Da half es wohl wenig, dass das Gelände nun fast lieblich wird und der Abstieg zurück zum Umbrailpass keine Schwierigkeiten mehr bereitet.
Das Gebiet lässt sich zu Fuss ebenso gut erkunden wie mit dem Mountainbike.
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l V a
Piz Chazforà
M a n z a u u r
SCHWEIZ Piz Umbrail
Punta di Rims
Pass Umbrail Giogo di Sta. Maria
Bra
ulio
I TA L I E N 1 km
Charakter Kurze, jedoch recht steile Bergtour auf einen doppelt lohnenden Dreitausender – historisch und landschaftlich. Schwierigkeit T2, einzelne Stellen T3 Höhendifferenz 530 m Auf- und Abstieg Wanderzeit 6 Std. Route Vom Pass Umbrail vorbei an alten Schweizer Schützengräben an den Fuss des Piz Umbrail. Der Weg führt auf einem Schuttband rechts ausholend zu den Gipfelfelsen und zwischen diesen hinauf in leichter Kraxelei zum Gipfel (3033 m, Schützenstellungen). Anschliessend folgt eine mehr
Stilfser Joch
oder weniger ausgesetze Gratwanderung auf rutschigen Kalkkieseln hinüber zur Punta di Rims (2946 m). Eindrückliche Schützenstellungen sind auf einem Felskopf südlich der Punta di Rims zu bestaunen, bevor der Weg zuerst über Geröll, dann über Weiden und Matten zum Pass zurückführt. Ausgangs- und Endpunkt Pass Umbrail (2501 m). An- und Rückreise mit der RhB nach Zernez, mit dem Postauto Richtung Mals über den Ofenpass nach Sta. Maria Val Müstair, posta und von dort mit dem Postauto Richtung Tirano nach Umbrail, Schweizer Zoll. Übernachtungsmöglichkeiten in Sta. Maria Val Müstair (www.engadin.com). Unterkunft und Verpflegung unterwegs Restaurant auf der Passhöhe Karten Landeskarte 1:25 000, 1239 Sta. Maria Landeskarte 1:50 000, 259 Ofenpass
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Von Braunwald über den Leuggelstock nach Schwanden
Terrasse, bitte! Es ist eindrücklich, die Attrappe der Tunnelbohrmaschine vom Gotthard-Basistunnel vor dem Verkehrshaus der Schweiz in Luzern zu bestaunen. Noch viel eindrücklicher müssen die Bohr- und Hobelmaschinen gewesen sein, die die Schweizer Tälerlandschaft ausmodelliert haben: das Werk der Gletscher, die zu den verschiedenen Eiszeiten ihr monumentales Werk errichteten – zum Beispiel auch im Glarnerland. Da war einmal der Hauptgletscher, der bis zu einer Höhe von 1600 Metern hinaufreichte. In diesen flossen die Nebengletscher, die beim Zurückschmelzen terrassenartige Landschaftsformen mit integrierten kleinen Seelein zurückliessen, die oft durch hohe Felsriegel vom Haupttal abgetrennt sind. Sehr schön lässt sich diese geologische Historie im Gelände zwischen Braunwald und dem Leuggelstock ablesen. Und noch schöner ist es, dieses Gelände zu durchwandern. 82
Der Weg schafft dabei eine Verbindung zwischen zwei Hochterrassen von unterschiedlichem Gepräge. Auf der einen Seite die mit einer Streusiedlung überbaute Sonnenterrasse von Braunwald, von der ein gut ausgebauter Wanderweg nordostwärts führt. Lange verläuft dieser in offenem Gelände, um dann plötzlich in ein steiles und feuchtes Waldstück einzudringen. Über Stock und Stein windet er sich um den Ostausläufer des Eggstocks herum und vermittelt einen Eindruck dessen, was das Glarnerland eben auch sein kann: wild und stotzig. Schliesslich erreicht er den Mittelstafel, wo ein feiner Älplerkaffee wartet. Dann ist er plötzlich da: der Oberblegisee, einer der wenigen Bergseen, die sich auf einer weiteren Geländeterrasse in diesem kalkzerfressenen Gebiet haben einnisten können. Überschattet wird dieser See vom Glärnisch-Massiv. Gleich einer monumentalen Cremeschnitte, vorne im wuchtigen Spitz des Vorderglärnisch auslaufend, ragt dieser Bergriese steil und wuchtig über dem Klöntal und dem Tal der Linth gegen den Himmel. Allein von Schwanden aus liegen horizontal geschichtete Kalkbänke, immer wieder unterbrochen durch Schuttbänder, zweieinhalb Kilometer mächtig aufeinandergetürmt. Man merkt: Auch der Anblick einer eindrücklichen Bergflucht kann so etwas wie ein Panorama-Feeling auslösen. Was nicht heisst, dass man auf dieser Wanderung nicht auch in die Weite und Tiefe sehen würde. Braunwald ist berühmt für den Blick zum Tödi, während der ganzen Wanderung geniesst man Weitblicke über das Kärpf-Gebiet hinweg bis zum Sardona-Gebiet, und auf dem Leuggelstock schliesslich stürzt der Blick unvermittelt 1200 Meter ab bis nach Schwanden.
Links: Die Route verläuft am Fuss des Glärnisch. Rechts: In diesen Alpgebäuden auf Mittelstafel sind auch Schlafplätze eingerichtet.
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Man setzt sich hin, geniesst die Ruhe und die Einsamkeit. Dann steigt man entweder hinab zur Brunnenberg-Seilbahn, die einen nach Luchsingen hinunterbringt, oder man hat Lust auf mehr, wandert weiter auf einer etwas tiefer gelegenen dritten Terrasse bis zur Alp Guppen Oberstafel und trödelt dann steil hinunter bis nach Schwanden. Zuerst lohnt sich aber nochmals ein Blick zurück. Denn bei der Alp Guppen beginnt der Guppengrat, eine klassische, schwierige Alpinwandertour direkt hinauf zum Vrenelisgärtli. Von unten scheint es, dass der Aufstieg unmöglich ist. Erst wenn man mittendrin steht, merkt man: Ja, es ist zwar extrem steil hier, aber man schafft es, hochzukraxeln.
Charakter Lang gezogene Panoramawanderung auf festen Pfaden. Schwierigkeit T2 Höhendifferenz 550 m Aufstieg, 1250 m Abstieg Wanderzeit 6–7 Std.
Route Von Braunwald über Schwelltiberg/Rubschen nach Unterstafel (1468 m). Von dort zweigt der Wanderweg Richtung Mittelstafel und Oberblegisee auf. Unter dem Chnügrat hindurch hinunter zum Mittelstafel (1383 m), dann zuerst auf Alpstrasse, dann auf Wanderweg zum Oberblegisee (1420 m). Vom Oberblegisee Aufstieg über Oberblegi zum Leuggelstock (1726 m), das letzte Stück zum Gipfel weglos. Zurück zum Pass nordwestlich des Leuggelstocks, dann weiter zur Alp
Der Tödi im Morgenlicht, von Braunwald aus gesehen.
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Guppen Oberstafel und von dort auf bezeichnetem Wanderweg in steilen Kehren hinunter nach Schwanden.
Standseilbahn nach Braunwald (Hotels, Pensionen, Informationen unter Telefon 055 653 65 65, www.braunwald.ch).
Variante Vom Leuggelstock zurück zum Oberblegisee, dann Abstieg auf Alpstrasse nach Brunnenberg (T2, insgesamt 550 m Aufstieg, 850 m Abstieg, 4–5 Std.). Mit der Seilbahn von Brunnenberg nach Luchsingen hinunter, von dort Zug oder Bus (Betriebszeiten der Seilbahn Luchsingen–Brunnenberg: Telefon 058 611 80 80, www.braunwald.ch).
Endpunkt Schwanden (521 m). Rückreise mit der SBB Richtung Ziegelbrücke. Unterkunft und Verpflegung unterwegs Verpflegungsmöglichkeit auf Alp Mittelstafel (Alp-Bergwirtschaft Bächialp, 1383 m) Karten Landeskarte 1:25 000, 1173 Linthal Landeskarte 1:50 000, 246 Klausenpass
Ausgangspunkt Braunwald (1256 m). Anreise mit der SBB via Ziegelbrücke bis Linthal Braunwaldbahn, mit der
Ruchen
Glärnis
Glarus
Vrenelisgärtli Schwändi
Glärnisch
Mittler Guppen
chfirn
Guppensee
Bächistock
Schwanden
i eg bl
Oberblegisee
Mittler Stafel
Bös Fulen
Leuggelstock
er
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Ob
Bä
fi hi
Leuggelbach
Brunnenberg
Luchsingen Eggstock Hätzingen Unter Stafel Schwettiberg
Braunwald
Rüti
Höch Turm
Ortstock
Linthal
1 km
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