Glacier du Trient Seite 4: Rhonegletscher
Caroline Fink
Welten aus Eis Unterwegs zu den eindrĂźcklichsten Gletscherlandschaften der Schweiz
AT Verlag
Umschlagbilder: Vorderseite: Gornergletscher mit Matterhorn, Rückseite von links nach rechts: Grosser Aletschgletscher, Glacier du Trient und Plaine Morte © 2016 AT Verlag, Aarau und München Lektorat: Karin Steinbach Tarnutzer, St. Gallen Fotos: Caroline Fink, Zürich Kartenausschnitte: Atelier Guido Köhler & Co., Binningen Grafische Gestaltung und Satz: AT Verlag Bildaufbereitung: Vogt-Schild Druck, Derendingen Druck und Bindearbeiten: Druckerei Uhl, Radolfzell Printed in Germany ISBN 978-3-03800-823-1 www.at-verlag.ch
Inhalt
7 9
Zum Geleit Wandern zu Gletschern
23
Glacier du Trient – Wenn das Hochgebirge ins Tal kriecht
31
Glacier de Moiry – Eine glanzvolle Hütte und ein fast vergessener Gletscher
35
Moränen, Milch und Mühlen – Grundbegriffe der Glaziologie
39
Glacier de Tsanfleuron – Eine wilde Welt aus Eis und Karst
47
Glacier de la Plaine Morte – Trotz seines Namens ein fast zu lebendiger Gletscher
57
Gornergletscher – Kaltes Eis, blaue Seen und ein sagenhafter Garten Eden
65
Vom Kommen und Gehen des Eises – eine kleine Geschichte der «Eiszeiten»
69
Riedgletscher – Woher das kühle Wasser kommt
72
Allalingletscher – Leuchtend hell und doch so düster: das ungezähmte Eis des Saastals
81
Chaltwassergletscher – Der einstige Postkartengletscher am Simplonpass
85
Langgletscher – Auf den Spuren des Gletschers, der das Lötschental schliff
91 95
Schätze aus dem Eis – mit Archäologen auf dem Theodulgletscher Grosser Aletschgletscher – Am Puls des grössten Alpengletschers
107
Unterer Grindelwaldgletscher – Vorstoss und Rückzug: vierhundert Jahre Geschichte mit Getöse
113
Gauligletscher – Ein Flugzeug im Eis: Auf den Spuren der «Dakota»
119
Von Seelen, Sennen, Glocken und Böcken – die bekanntesten Gletschersagen der Schweiz
123
Triftgletscher – Hängebrücken, totes Eis und Einsamkeit
131
Rhonegletscher – Erforscht und gern besucht: ein Gletscher mit Hotelkomfort
139
Ghiacciaio del Basodino – Der grösste Tessiner Gletscher und sein besiegeltes Schicksal
145
Vom Ende des Eises – über die steinige Zukunft der Gletscher und ihre Folgen für den Menschen
149
Hüfifirn – Der Gletscher der Pioniere
159
Bifertenfirn – Unterwegs im ersten «officiellen Excursionsgebiet» des SAC
162 167 173 177 190 192
Wer ist der Grösste im ganzen Land? Ein Versuch über die wichtigsten Gletscher der Welt Vadrec del Forno – Wandern zum Anfang und Ende der Welt Vadret da Tschierva – Eine eisige Wucht mit britischem Gütesiegel Vadret da Morteratsch – Auf Zeitreise zwischen Bahnstation und Gletscherrand
Quellenverzeichnis Die Autorin
Zum Geleit Gletscher gehören zu den prägenden Landschaften der Alpen. Weiss und wild wälzen sie sich über Flanken und durch Täler hinab, mal als lange Zungen, mal als weite Flächen oder als zerschrundete Eisbrüche. Sie sind jener Teil unserer Gebirge, der am lebendigsten scheint – gerade so, als wären sie uralte Tiere aus einer längst vergangenen Zeit. Ich mochte Gletscher immer schon – und fotografierte sie, genauso wie die Gipfel, seit meinen ersten Ausflügen ins Hochgebirge. Mit der gezielten Arbeit an diesem Buch begann ich im Sommer 2014 und freute mich auf die Gletscher. Erstmals würde ich mit der Kamera ins Gebirge ziehen, um den Fokus nur auf sie zu richten: die Schweizer Eislandschaften. Doch dann, während der Arbeit, beschlich mich ein seltsames Gefühl – just in diesen Momenten, wenn ich am Gletscherrand stand und auf den Auslöser drückte. Es war das Gefühl, nicht Landschaften zu fotografieren, sondern eine Tragödie zu dokumentieren. Wer sich mit Gletschern beschäftigt, befasst sich auch mit dem Klimawandel. Denn keine andere Landschaft der Erde zeigt uns auf so anschauliche und eindringliche Weise, wie rasch sich unser Weltklima erwärmt und was in den nächsten Dekaden an klimatisch bedingten Herausforderungen auf uns zukommen wird – ganz unabhängig davon, wer oder was diesen Temperaturanstieg verursacht. So konfrontieren uns Gletscher selbst auf der gemütlichen Sonntagswanderung mit einer «unbequemen Wahrheit», um den Titel eines preisgekrönten Dokumentarfilms zum Klimawandel zu verwenden. Dennoch sollten wir ihnen hie und da einen Besuch abstatten. Nicht zuletzt deswegen, weil wir zu den letzten Generationen gehören, die sie noch besuchen können. In dreissig Jahren werden viele von ihnen verschwunden sein. In hundert Jahren werden selbst die grössten Eisströme der Alpen nur noch kleine Reste sein, sofern der Klimawandel nicht eine unerwartete Wende nehmen sollte. Und dann, in Tausenden oder Hunderttausenden von Jahren, wenn, wie Glaziologen prophezeien, wieder die Zeit der Gletscher kommen wird, werden umgekehrt wir Menschen vielleicht Geschichte sein. Doch noch sind sie und wir da – die grossen «Tiere» aus Eis und die kleinen Menschen. Gehen wir also hin und erweisen wir unseren Alpengletschern die Ehre. Freuen wir uns über sie. Staunen wir über sie. Und hören wir ihnen für ein paar Augenblicke zu, lauschen wir darauf, welche Geschichten sie uns erzählen.
Ich wünsche Ihnen unvergessliche Wanderungen zu den Gletschern der Schweiz. Caroline Fink
I 23
Glacier du Trient
Wenn das Hochgebirge ins Tal kriecht
Das Plateau du Trient mit den Aiguilles Dorées im Abendlicht
Wer auf den Glacier du Trient blickt, wird für einen Moment stumm. Als Herrscher aus Eis bringt dieser Gletscher die Wildnis der eisigen Höhen ins Tal, gerade so, also würde ihm die ganze Wucht des Hochgebirges innewohnen. Was nicht erstaunt: Als nördlichster Eisschild des Mont-Blanc-Gebiets gehört er zu jenem Massiv, in dem sich der höchste Gipfel der Alpen erhebt, der 4810 Meter hohe Mont Blanc. Dabei hat dieser Gletscher zwei Gesichter. In seinem oberen Teil breitet sich das Plateau du Trient aus, ein weiter Eispanzer, der wie ein weisses Meer daliegt, während die Gipfel der Aiguille du Tour und der Aiguille Purtscheller wie schwarze Inseln aus ihm herausragen. Im unteren Teil wälzt sich die Gletscherzunge tief ins Vallée du Trient hinab, zerschrunden und zerfurcht wie der Rücken eines uralten Tieres. Aufgefallen ist der Glacier du Trient in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts jedoch aufgrund einer anderen Besonderheit: Er gehörte zu der Minderheit der vorstossenden Gletscher. Nach einer langen Zeit des Rückzugs stiess er im Jahr 1961 auf einmal wieder 32 Meter vor und blieb dieser Entwicklung bis 1987 treu. Zwischen 3 und 27 Meter machte er pro Jahr gut und schob seine Zunge in dieser Zeit ganze 379 Meter weiter ins Vallée du Trient vor. «Alptraumhaft wie eine gigantische Bärentatze» greife dieser Gletscher «als unersättlicher, landschaftfressender Moloch» ins Tal, heisst es noch in einem Gletscherbuch aus den 1970er-Jahren. Dennoch war sein heutiges Schicksal bereits während dieser Zeit besiegelt, denn als mittelgrosser, steiler Gletscher reagiert er mit einer Zeitverzögerung von ein bis zwei Jahrzehnten auf veränderte Bedingungen in der Umgebung. Was ab 1988 sichtbar wurde: Seit diesem Jahr zieht sich seine Eiszunge zurück. So rasch, dass sie heute über einen Kilometer kürzer ist als zu Messbeginn im Jahr 1880. Unverändert blieben in all den Jahren jedoch die freundlich plätschernden «Bisses» – auf Deutsch: Suonen oder Wasserleitungen. Sowohl zwischen dem Dorf Champex und dem Val d’Arpette wie auch im Vallée du Trient folgen die Wanderrouten zum Gletscher den alten Suonen, die uns sprudelnd und murmelnd ihre Geschichten aus alten Zeiten erzählen. Geschichten vom früheren Leben im Berggebiet, von harter Arbeit und klugem Gemeinschaftswerk. Einzig dank den Suonen vermochten die Bergbauern im Wallis zu wirtschaften. Tag und Nacht leiteten diese im Sommer das Gletscherwasser die Flanken entlang in die Täler. Alte Walliser erinnern sich bis heute daran, wie sie als Kinder zur Suone aufstiegen, um den Schieber so zu stellen, dass die Felder ihrer Familie bewässert wurden. Denn jedem Bauer stand eine gewisse Anzahl Stunden oder Minuten Wasser zur Verfügung, manchmal am Tag, manchmal nachts. Die «Bisse Trient-Combe», der die Wanderer im Vallée du Trient folgen, hat zudem eine ganz besondere Geschichte. Zwar ist sie mit Baujahr 1895 recht jung, erinnert jedoch an die ältere Geschichte des Eisabbaus am Glacier du Trient. Ab 1865 nämlich, als Kühlschränke noch Zukunftsmusik waren, wurde an der Zunge des Trientgletschers Eis gefördert, namentlich von einem gewissen Maurice Robatel, der die Erlaubnis erhalten hatte, mit rund dreissig Angestellten das Eis abzubauen. Mit Erfolg, wie der Geschäftsgang zeigt: Im Jahr 1883 wurde eine sogenannte «Voie Decauville» installiert, eine Feldbahn, wie man sie aus Bergbauminen kennt. Mit dieser schaffte Maurice Robatel täglich um die zwanzig- bis dreissigtausend Kilogramm Eis zum Col de la Forclaz und via Martigny nach Marseille, Lyon und Paris. Nach zehn Jahren des eisigen Geschäfts kam der Eishandel jedoch zum Erliegen. Da das Trassee der «Voie Decauville» schon bestand, nutzte man es kurzerhand um: Zwei Jahre nach Geschäftsschluss
floss dort, wo einst die Feldbahn rollte, erstmals Wasser durch die neue «Bisse Trient-Combe». Bis in die 1970er-Jahre lieferte diese fortan Nachschub zum Wässern der Felder oberhalb von Martigny. Danach verstummte auch sie, ersetzt durch moderne Bewässerungssysteme. Zu touristischen Zwecken erweckte man die alte Suone 1986 wieder zu neuem Leben, und seither sprudelt das Wasser des Glacier du Trient in den Sommermonaten wieder talwärts. Doch auch abgesehen von der touristischen Suone wird das Gletscherwasser bis heute wirtschaftlich genutzt, wenn auch in anderer Form. So verwandelt man das Wasser des Glacier du Trient, zusammen mit jenem aus dem gesamten Mont-Blanc-Massiv, im französisch-schweizerischen Wasserkraftwerk von Emosson in Energie. Durch einen fast 20 Kilometer langen Sammelstollen wird das Trientwasser dazu in ein Becken oberhalb von Le Châtelard geleitet, von dort talwärts ins französische Vallorcine turbiniert und anschliessend auf der anderen Talseite hoch ins Staubecken des Lac d’Emosson auf knapp 2000 Meter Höhe gepumpt. Manchmal allerdings setzen die Wasser des Glacier du Trient ihre Energie auch unkontrolliert frei. So bildete der Gletscher zwischen 1911 und 1971 ungefähr auf der Höhe des Col des Ecandies immer wieder sogenannte «Wassertaschen», mit Wasser gefüllte Hohlräume im Eis. Alle paar Jahre brachen deren Wassermassen aus, schossen unter der Gletscherzunge talwärts, traten am Gletschertor hervor und verwandelten den friedlichen Gletscherbach in einen schlammigen Sturzbach. In den Sommern 1942 und 1960 liessen Hochwasser den Bach von den üblichen drei Kubikmeter Wasser pro Sekunde auf 25 Kubikmeter anschwellen. Strassen und Wege wurden weggespült, Brücken mitgerissen. Und wenngleich es in den vergangenen Jahrzehnten ruhiger war am Glacier du Trient, bis heute taucht er im «Inventar gefährlicher Gletscher in der Schweiz» auf. Wer zum Glacier du Trient wandert, merkt nichts von Gefahren oder Elektrizitätswerken. Die Wanderungen zu diesem Gletscher führen durch Weiden voll blühender Türkenbundlilien, über einsame Pässe, vorbei an Bergseen mitten in die Hochgebirgswelt des Mont-Blanc-Massivs. Eine Hochgebirgswelt, die zu den eindrücklichsten der Alpen gehört und durch die einer der berühmtesten Weitwanderwege der Welt führt: die «Tour du Mont Blanc», kurz TMB, auf der Weitwanderer das gleichnamige
Das Plateau du Trient mit den Aiguilles Dorées und der Aiguille du Tour
Massiv in rund zehn Tagen umrunden. Die Wanderung von Champex über das Fenêtre d’Arpette nach Trient – hier als Tageswanderung beschrieben – ist eine der Etappen der TMB. So begegnet man im Trientgebiet auch immer wieder Weitwanderern aus Australien und den USA, aus Japan oder Grossbritannien. Manchen von ihnen sieht man die Anstrengung an, andere sind leichten Fusses unterwegs, die einen schleppen riesige Rucksäcke mit baumelnden Tassen und trocknenden T-Shirts daran, andere lassen ihr Material von einem Maultier transportieren, das gemächlich hinter ihnen hertrottet. Doch egal, wie schwer der Rucksack auf die Schultern drückt, Wanderer und Weitwanderer grüssen sich am Fuss des Trientgletschers mit einem mehr oder weniger akzentfreien «Bonjour» oder nicken einfach und lächeln, stets freundlich und gut gelaunt, als würde sich die Stimmung dieses würdevollen Hochgebirges auf sie übertragen. Nur bei schlechtem Wetter kommt das fortwährende Perpetuum mobile von Wanderern rund um den Mont Blanc zum Stehen. Dann sitzen die müden Wandersleute in Champex in den Restaurants bei Fondue und Käseschnitte oder schlendern in Goretex-Jacken die Seepromenade des kleinen Lac de Champex entlang, während die Wellen das Wasser kräuseln und die Pedalos regennass und vergessen im Wasser schaukeln. Sobald die ersten Wolkenbäusche aufreissen, ein Fleckchen Blau durch die grauen Schwaden schimmert und ein Sonnenstrahl durchs Gewölk bricht, schnüren Wanderer und Weitwanderer wieder die Schuhe und schultern die Rucksäcke. Fahren mit dem Sessellift hoch Richtung La Breya, um zur Cabane du Trient zu wandern, oder ziehen durch das Val d’Arpette zum kargen Passübergang der Fenêtre d’Arpette. Sie alle werden früher oder später an diesem Tag staunen über den Anblick des Glacier du Trient, der mal als weisse, weite Fläche, mal als wild zerrissene Zunge von den Flanken der Aiguille du Tour und der Aiguilles Dorées talwärts fliesst.
26
I Kolumnentitel
Unterwegs zum Relais d‘Arpette
Glacier du Trient, Route 1: Von Champex über das Fenêtre d’Arpette nach Trient
Schwierigkeit T3
Camping. Hier schwenkt die Strasse nach links und anschliessend nach rechts. Vor der
Wanderzeit Gesamte Wanderzeit: 6 Std.
zweiten Kurve beginnt linker Hand der bereits
Champex–Relais d’Arpette: ¾ Std.
erwähnte Wanderweg, der bald in den Wald
Wegverlauf Champex–Relais d’Arpette–
Relais d’Arpette–Fenêtre d’Arpette: 2¼ Std.
führt und nach wenigen Minuten unter den
Fenêtre d’Arpette–Chalet du Glacier–Trient
Fenêtre d’Arpette–Chalet du Glacier: 2 Std.
Kabeln einer Seilbahn quert. Hier bieten sich
Chalet du Glacier–Trient: 1 Std.
zwei Möglichkeiten, um ins Relais d’Arpette zu gelangen: Der offizielle Wanderweg führt
Anknüpfungspunkte Diese Route ist Teil der
weltbekannten mehrtägigen Weitwanderung
Höhendifferenz Aufstieg 1200 m,
direkter und höher durch Wald und Lichtungen
«Tour du Mont Blanc» und kann in beide
Abstieg 1400 m
zu P. 1592 und weiter zum Relais d’Arpette. Der andere Weg führt bei der Verzweigung
Richtungen verlängert werden. Talorte Champex und Trient
rechts weg und folgt einer schönen Suone bis Borloz und, von dort ansteigend, hoch zum
Charakter Die Route über den Wander-
pass des Fenêtre d’Arpette bietet alles in
Ausgangspunkt Bushaltestelle Champex,
Relais d’Arpette. Der Weg entlang der Suone
einem: plätschernde Suonen oberhalb der
Télé (1498 m)
kann bei Nässe rutschig sein, ist jedoch bei guten Wegverhältnissen sehr lohnend. Vom
Dörfer Champex und Trient, ein Tal voller Türkenbundlilien im Val d’Arpette und freien
Endpunkt Trient (1281 m)
Relais folgt man auf dem Wanderweg dem Talverlauf des Val d’Arpette bis zu P. 2100.
Blick auf das weite Gletscherplateau und die zerschrundene Zunge des Glacier du Trient.
Route Von der Bushaltestelle geht man
Kurz nach P. 2100 macht das Tal einen
Etwas Ausdauer und Beinkraft vorausgesetzt,
wenige Meter zurück Richtung Dorf bis zu
leichten Knick nach rechts, der Weg wird
ermöglicht diese Wanderung grosses
einer Linkskurve, wo rechter Hand der
allmählich steiler. Vor dem Fenêtre d’Arpette,
Wanderkino in einem Tag.
Wanderweg beginnt. Wer im Dorfzentrum
das als schmale Lücke zwischen den Zacken
startet, folgt der Hauptstrasse bis zum
der Pointe des Ecandies und des Someceon
Glacier du Trient
I 27
Glacier du Trient, Route 2: Von Champex via Cabane d’Orny in die Cabane du Trient
du Dru liegt, wird der Anstieg ziemlich steil. Im Pass angekommen, lohnt es sich, linker Hand rund 30 Meter über grosse Felsblöcke zu kraxeln, um einen freieren Blick auf den Gletscher zu geniessen.
Wegverlauf Grands Plans–Cabane
Vom Fenêtre d’Arpette geht es anfangs
d’Orny–Cabane du Trient–Cabane d’Orny–
recht steil hinab ins Vallée du Trient, bis man
Grands Plans
auf einer Höhe von rund 2100 Metern in einen Lärchenwald gelangt, durch den man
Charakter Dank der Sesselbahn von
das Chalet du Glacier (1583 m) erreicht. Da-
Champex nach Grands Plans lässt sich die
nach folgt die Route der Bisse Trient-Combe
abgelegene Cabane du Trient in recht kurzer
bis zum Tobel bei P. 1536 und noch rund
Zeit erreichen. Über einen Höhenweg gelangt
100 Meter weiter, bis der Weg links abzweigt
man kraftsparend bis zur Cabane d’Orny, um
und von der Bisse weg im Zickzack zur Auto-
danach auf einem etwas anspruchsvolleren
strasse leitet, die auf den Col de la Forclaz
Bergwanderweg zum Ziel zu gelangen. Ein
führt. Man überquert diese und taucht auf
Ziel, das mit hochalpinem Flair, dem Blick
der anderen Strassenseite gleich wieder ein
auf das Plateau du Trient und die schön
in den Wald, durch den es nun sanft talwärts
gezackten Aiguilles Dorées aufwartet und
nach Trient geht.
nicht selten spektakuläre Sonnenauf- und Eine Türkenbundlilie im Val d‘Arpette
-untergänge bietet.
Relais d’Arpette (1627 m), Restaurant
Karten Landeskarte 1:25 000,
Schwierigkeit T4
und Unterkunft im Talboden des stillen Val
1324 Barberine, 1344 Col de Balme,
d’Arpette, beliebt bei Weitwanderern aus aller
1345 Orsières
Unterkunft und Verpflegung unterwegs
Wanderzeit Gesamte Wanderzeit: 6 Std.
Welt, Telefon 027 783 12 21, www.arpette.ch
Grands Plans–Cabane d’Orny: 2¼ Std.
Chalet du Glacier (1583 m), sympathische
Cabane d’Orny–Cabane du Trient: 1¼ Std.
Buvette oberhalb von Trient, die Getränke,
Cabane du Trient–Cabane d’Orny: 1 Std.
kleine Mahlzeiten und Blick auf den Gletscher
Cabane d’Orny–Bergstation Télésièges
bietet, Telefon 079 287 76 78,
de la Breya: 1½ Std.
www.randoresto.ch Höhendifferenz Auf- und Abstieg je 1020 m Martigny Col de la Forclaz
Trient
Le Catogne
Talort Champex
é e l l V a
Ausgangs- und Endpunkt Bergstation
Télésièges de la Breya (2194 m) Pointe Ronde
d
1
u
Route Von der Bergstation des Sessellifts
T
Chalet du Glacier
Champex
Pointe de Prosom
r
i
Relais d’Arpette
Richtung an, dem Gipfel der La Breya ent-
e n
t
Le Génépi Someceon du Dru
l V a
Fenêtre d’Arpette
e t t p e r A d ’
gegen. Anstatt auf den Gipfel zu steigen, folgt man jedoch dem gut sichtbaren Wanderweg, der die Südostflanke des Berges traversiert und als leicht ansteigender Höhenweg bis
Pointe des Ecandies
zur Wegverzweigung von P. 2464 leitet.
Aiguilles d’Arpette Glacier des Grands
Cabane du Trient
Glac
ie
rn r d’O
Geradeaus, immer in grob westlicher Rich-
2
Pointe d’Orny
Plateau du Trient
steigt der Wanderweg leicht in südwestlicher
y
tung, geht es weiter bis zur nächsten Wegver-
Cabane d’Orny
zweigung bei P. 2691. Nun folgt man dem 1 km
Weg über einen Moränenrücken, lässt den
28
I Glacier du Trient
kleinen Lac d’Orny rechts liegen und erreicht bald die Cabane d’Orny. Um weiter zur Cabane du Trient aufzusteigen, passiert man direkt hinter der Cabane d’Orny einen zweiten See. Danach wird der Weg alpiner, ist jedoch immer gut markiert. Mit Leitern, Fixseilen und Metallbügeln eingerichtet, führt er durch die Südhänge oberhalb des Glacier d’Orny bis zum Sporn, der von der Pointe d’Orny herabzieht. Unmittelbar dahinter liegt die Cabane du Trient. Der Rückweg erfolgt über dieselbe Route.
Kurz vor der Cabane du Trient (oben links) und im Fenêtre d‘Arpette (oben rechts) Unten: Cabane d’Orny
Glacier du Trient
Unterkunft und Verpflegung unterwegs
Pointe de Prosom
Champex
Cabane d’Orny CAS (2826 m), sympathische Berghütte mit Verpflegungs- und Übernachtungsmöglichkeit, Telefon 027 783 18 87
Relais d’Arpette Trient
Lac de Champex
Le Génépi Someceon du Dru
1
(Hütte) und 027 207 13 48, www.cabanedorny.ch Cabane du Trient CAS (3170 m), Berghütte
l V a
Fenêtre d’Arpette
möglichkeit, Telefon 027 783 14 38 (Hütte), u Col d’Arpette Aig
www.cas-diablerets.ch/trient
Pointe d’Orny
i ll e s
d’Ar
pett
e
2
Cabane d’Orny Cabane du Trient Glac
ie r d
’ O rn
y
Plateau du Trient
Aiguille
Sonnenuntergang bei der Cabane du Trient
Col de la Breya
Lac d’Orny
Bergbahn Télésièges de la Breya,
Karte Landeskarte 1:25 000, 1345 Orsières
Grands Plans La Breya
Pointe des Ecandies
mit Verpflegungs- und Übernachtungs-
Telefon 027 783 13 44, www.telechampex.ch
e t t p e r A d ’
s Doré
es
1 km
I 29