ST E P H A N I E H UA COREEN CARROLL
CANNABIS FOOD Pikante und süße Häppchen IN DER
modernen Hanf-Küche
FOTOGRAFIERT VON LINDA XIAO
Zu beachten: Die Informationen in diesem Buch dienen lediglich der Aufklärung. Bitte erkundigen Sie sich nach den in Ihrem Land oder Bundesland geltenden Gesetzen in Bezug auf den Besitz, den Konsum und den Anbau von Marihuana. Wenn Sie Marihuana zur Behandlung einer Erkrankung verwenden möchten, konsultieren Sie Ihren Arzt oder eine andere Fachperson aus dem Gesundheitswesen. Die Originalausgabe dieses Buches ist unter dem Titel »Edibles« 2018 bei Chronicle Books, San Francisco, erschienen. Copyright © 2018 Stephanie Hua und Coreen Carroll. Diese Ausgabe ist eine von Chronicle Books genehmigte Lizenzausgabe. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Barbara Buchwalter © 2019 AT Verlag, Aarau und München Fachlektorat: Markus Berger, Felsberg, Deutschland Layout und Gestaltung: Lizzie Vaughan Marmormuster: Shaine Drake Fotos: Linda Xiao; Seite 2/3 und 136: Stephanie Hua, Seite 144: Craig Hackey Food-Styling: Stephanie Hua und Coreen Carroll Requisiten-Styling: Glenn Jenkins Printed and bound in China ISBN 978-3-03800-043-3 www.at-verlag.ch Der AT Verlag, AZ Fachverlage AG, wird vom Bundesamt für Kultur mit einem Strukturbeitrag für die Jahre 2016–2020 unterstützt.
ST E P H A N I E H UA CO R E E N C A R R O L L
CANNABIS FOOD Pikante und süße Häppchen IN DER
modernen Hanf-Küche
FOTOGRAFIERT VON LINDA XIAO
Inhalt EINFÜHRUNG / 6 Essen und Cannabis 6 Kochstil 6 Niedrige Dosis, kleine Häppchen 7
TIPPS UND TRICKS / 18 Küchenutensilien für die moderne Cannabis-Küche 18 Tipps und Techniken 18 Tipps zur Gästebewirtung 20
DIE BEDEUTUNG VON CANNABIS / 8 Die richtige Wahl 8 Das Endocannabinoid-System 10 Cannabinoide: Wirkungen und Nutzen 10 Terpene: Duft, Geschmack und Empfinden 11
CANNABISBASIS-REZEPTE / 23 Decarboxylierung: Wie THC aktiviert wird 26 Cannabis-Butter 27 Cannabis-Kokosöl 29 Sous-videCannabis-Zubereitung 31
KOCHEN MIT CANNABIS / 15
Cannabis-Tinktur 33
Vier Schritte zum Herstellen der Edibles 15
Cannabis-Ahornsirup 35
Cannabis oral einnehmen 15 Edibles genießen 15 Dosierung 16 Potenz der Cannabiszubereitung 16
Cannabis-Honig 34
REZEPTE / 39 Pfirsich-Ginger-Ale-Mocktail 41
Cannoli Cups 93 Entenfleisch-Burger 95
Haselnuss-Schoko-Aufstrich 42
Gougères mit Gruyère und grünem Knoblauch 98
Hummus aus gerösteter Roter Bete 45
Corn Dog Muffins 101
Karottenkuchen-Energiehäppchen 46 Würzige Superfood-Trüffel 49 Herstellerporträt: Woopi & Maya
Kirsch-Käse-Küchlein 104 Fröhliche Mandel-Kokos-Riegel 107 Herstellerporträt: Kiva Confections
Grüne Eier in Parmaschinken 51
Frittierte Mac-and-CheeseHäppchen 111
Geröstete Trauben-Crostini 54
Herstellerporträt: Elevation VIP
Das Elvis-Cookie 57
Schokoladencups 115
Herstellerporträt: Venice Cookie Company
Gegrillter Mais und Käsechips 118
Apfel-Power-Crumble 60
Herstellerporträt: Sous Weed
Canapés mit pikantem Käse-Tomaten-Aufstrich 63
BananencremeSalzkaramell-Törtchen 123
Geburtstagskuchen-Mellows 66
Erdbeermarmeladen-Pavlovas 126
Kokosnussjoghurt mit Zucker-Honigwabe 69
Herstellerporträt: Flour Child
Blaubeeren-Zitronen-Macarons 131
Kardamom-Karamell-Bonbons 73 Booty Call Brownies 76 Grapefruit-Negroni-Fruchtgelee 79
Dank 137
Blutorangensplitter-Blondies 82
Technische Hilfsmittel 137
Gefrorene Limettentörtchen 85
Bibliografie 138
Schwarze Sesam-Himbeer-Cupcakes 88
Über die Autorinnen 140 Stichwort und Rezeptverzeichnis 141
Einführung Vielleicht haben Sie auch schon aus einer Fertigteigmischung hergestelltes Cannabis-Gebäck gegessen, das vage nach verbranntem Gummi schmeckte und viel zu stark war (was Sie leider erst feststellten, als es zu spät war). Wir haben das erlebt und buchen es unter »jung und unerfahren« ab. Das war damals, heute ist heute.
Cannabis-Brownies bzw. Old-School-Haschischkekse haben inzwischen einen langen Weg zurückgelegt. Sie können heute tatsächlich ein Gourmeterlebnis sein, von Grund auf neu kreiert, mit hochwertiger Schokolade, Premium-Cannabis und sorgfältig hergestellter Cannabis-Butter, und mit einem himmlischen Geschmack. Mit dem Ende des grundsätzlichen Cannabisverbots normalisiert sich sowohl die medizinische als auch die dem Genuss und der Erholung dienende Nutzung dieser magischen Pflanze. Preisgekrönte Köche kreieren Edibles-Rezepte. Talentierte Hersteller denken sich kreative Zubereitungen aus, wie gemacht für schicke Delikatessenläden oder den lokalen Bauernmarkt: Marmeladen in kleinen Produktserien, edle Fruchtgelees, französische Macarons, sogar handgefertigte Marshmallows sind Markenzeichen der modernen CannabisKüche. Edibles, wie Zubereitungen mit Cannabis im englischsprachigen Raum und mittlerweile auch bei uns genannt werden, stellen die am leichtesten zugängliche Form des Konsums dar; sie sind vielseitig, diskret und schmecken köstlich. Wenn Sie in Ihrer Küche selbst mit Cannabis kochen möchten, erfahren Sie in diesem Buch, wie das geht. Wir beschreiben die Grundlagen dieser besonderen Zutat, erklären die Techniken für cannabishaltige Grundzubereitungen und stellen einige der inno-
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EINFÜHRUNG
vativsten Hersteller vor. Und natürlich teilen wir unsere Lieblingsrezepte mit Ihnen. ESSEN UND CANNABIS
Feines Essen und feiner Cannabis gehören zusammen. Wir denken auch, dass es kein Zufall ist, dass beides Menschen zusammenbringt. Ob man eine Platte mit Essen um den Esstisch reicht oder einen Joint, man teilt immer etwas Besonderes mit anderen. Es entsteht eine Verbindung mit den anderen, und alle werden – hoffentlich – fröhlich sein. Diese kleinen, niedrig dosierten Häppchen sind zum Teilen und Genießen gedacht. Wir sind überzeugt, dass es in der heutigen hektischen Zeit wichtig ist, zu entschleunigen und Zeit füreinander und für sich selbst zu haben. Ob man eine Wanderung mit Freunden plant, zu einem Brunch einlädt oder die Partygäste mit einer ganz besonderen kleinen Leckerei verabschieden will, diese Edibles werden für eine unvergessliche Erfahrung sorgen. KO C H ST I L
Coreen und ich essen beide gern und lieben das Kochen, ganz besonders für andere. Wir besuchten dieselbe Kochschule in San Francisco, und unsere Wege kreuzten sich Jahre später wieder, als wir beide unsere kulinarischen Fähigkeiten auf
Zubereitungen mit Cannabis anwandten. Wir hoffen, dass die Topauswahl unserer Lieblingsrezepte unseren Leserinnen und Lesern genauso gut gefallen wird wie uns. Wir präsentieren einfache, leicht machbare und bekannte Rezepte ebenso wie atemberaubende, neue und anspruchsvolle Kreationen. Dabei haben wir auf das Gleichgewicht zwischen üppigen Schlemmereien und gesünderen Varianten geachtet. Die Aromen und Techniken, die wir entwickelt haben, sind ein Spiegelbild unserer eigenen, sich ständig weiterentwickelnden Auffassung als neugierige Köchinnen. Alles, was wir tun, ist durch unsere eigene Lebensgeschichte, unsere Erinnerungen an Essen und unsere aktuelle Umwelt beeinflusst. Sie finden hier Klassiker, zubereitet mit einem modernen Touch, aber auch überraschende, neue Geschmackskombinationen. Wir verwenden, wann immer möglich, frische Zutaten der Saison, denn wir finden, im Sommer sollte man sich an aromatischen süßen Tomaten sattessen und im Frühling in den ersten Trieben des Bärlauchs schwelgen. Aber wir wissen auch, dass dies nicht immer möglich ist. Ein Glück, dass Schokolade immer Saison hat! NIEDRIGE DOSIS, KLEINE HÄPPCHEN
Wir haben unsere Rezepte so berechnet, dass sie vorsichtig mit etwa 5 mg THC pro Portion dosiert sind. Diese geringe Menge macht es jedem leicht, die individuell richtige Dosierung zu finden.
Bitte beachten Sie, dass 5 mg das Ziel sind, dass diese Dosis aber nicht garantiert werden kann. Ohne Labortests, die die genaue Potenz Ihrer Cannabiszubereitung ermitteln, ist es nicht möglich, die resultierende psychotrope Stärke der fertigen Zubereitung zu bestimmen. Selbst wenn man die Potenz einer Cannabiszubereitung kennt, wird es aufgrund der Kochtechnik immer einen gewissen Schwankungsspielraum geben (gleichmäßige Verteilung, gleiche Portionsgröße, unterschiedliche Hitzegrade der Zubereitung). Daher ähnelt das Kochen mit Cannabis eher einer Kunst als einer Wissenschaft. Unser Leitfaden soll Ihnen dabei helfen, niedrig dosierte Edibles herzustellen, die zwischen 3 und 7 mg THC pro Portion enthalten. Probieren Sie immer ein kleines Stück, und beobachten Sie, wie Sie sich fühlen, bevor Sie zum Beispiel ein halbes Blech voll Brownies essen (siehe auch Seite 15, »Edibles genießen«). Durch den Genuss der niedrig dosierten Edibles sollte man sich besser fühlen, nicht schlechter. Wir ziehen oft den Vergleich mit dem Besuch eines Spirituosenladens heran. Dort kann man aus einer ganzen Palette von Möglichkeiten auswählen, von der Flasche Wein bis zum hochprozentigen Schnaps. Was wir hier erreichen wollen, entspricht eher einer ganztägigen RoséweinStimmung. Wir wollen ein paar leckere Edibles zubereiten und unseren Freunden einen schönen Tag bereiten.
Wir wollen ein paar leckere Edibles zubereiten und unseren Freunden einen schönen Tag bereiten. EINFÜHRUNG
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Cannabinoide TH C Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) ist das primäre psychoaktive Cannabinoid in Cannabis. Es ist für den »High«-Effekt und viele therapeutische Eigenschaften der Pflanze verantwortlich. THC gibt es in neun Varianten mit leichten Unterschieden in der chemischen Struktur (zum Beispiel THCV und THCA).
TH CV
CBD Cannabidiol (CBD) wirkt psychisch nur leicht beruhigend, aber es hat medizinisches Potenzial. Wenn CBD im richtigen Verhältnis zu THC angewendet wird, kann es bei der Behandlung spezifischer Probleme ganz besonders wirksam sein. CBD hat auch eine starke Affinität zu Serotoninrezeptoren.
CB G Cannabigerol (CBG) ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid, das innerhalb der Biosynthese in THC und CBD umgewandelt wird. Nicht alle Cannabissorten enthalten CBG, aber wenn es enthalten ist, wandelt sich CBG in THC und CBD um, sobald die Pflanze reift. Um CBG zu erhalten, müssen die Blüten in einem frühen Blühstadium geerntet werden.
CBN Cannabinol (CBN) ist ein leicht psychoaktives Cannabinoid, das sich durch den Abbau von THC nach der Ernte bildet. Frischer Cannabis enthält meist sehr wenig CBN, aber eine unsachgemäße Lagerung bzw. Verarbeitung kann dazu führen, dass das THC zu CBN abgebaut wird. Dies führt unter anderem zu einer sedativen, also beruhigenden Wirkung, die den User in die Couch drückt (»Couch-Lock« genannt).
TH CA Tetrahydrocannabinolsäure (THCA) ist die dominanteste Verbindung in frischem, ungetrocknetem Cannabis. Es ist die an eine Carboxylgruppe gebundene Säureform von THC (engl. acid, Säure). Wenn Cannabis verbrannt, verdampft oder auf eine bestimmte Temperatur erhitzt wird, wird dadurch diese Carboxylgruppe entfernt; dabei wird THCA in THC umgewandelt. Dieser Aktivierungsprozess wird als Decarboxylierung bezeichnet. Obwohl THCA keine psychoaktive Wirkung hat, hat es doch viele therapeutische Effekte.
Tetrahydrocannabivarin (THCV) ähnelt dem THC. Es gilt als »Appetitzügler«, kann sedierende Wirkungen induzieren und ist dadurch nützlich zur Verminderung von Panikattacken. Obwohl die Psychoaktivität von THCV geringer ausfällt als die von THC, wird es üblicherweise mit extrem potentem Cannabis assoziiert.
CB C Cannabichromen (CBC) ist möglicherweise eines der wichtigsten Cannabinoide. CBC erhöht die Lebensfähigkeit der Zellen, die für Gedächtnis und Lernen verantwortlich sind.
CB DA Cannabidiolsäure (CBDA) ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid, von dem angenommen wird, dass es entzündungshemmende Eigenschaften aufweist. Wie THCA wird CBDA durch Decarboxylierung in CBD umgewandelt. Die größten Mengen an CBDA werden in frischen (nicht erhitzten und getrockneten) Blüten von CBD-reichen Pflanzen gefunden.
CB DV Cannabidivarin (CBDV) ist eng mit CBD verwandt. Studien haben bei der Behandlung von Epilepsie vielversprechende Ergebnisse gezeigt.
Therapeutische Wirkungen Psychiatrische und neurologische Störungen
Anxiolytikum (Angstlöser)
CBD
Antidepressivum
CBD, THC
Antiepileptikum
CBD, THCV
Antipsychotikum Antispasmodikum
Schmerzen und Schlafprobleme
CBD
CBD
Ess- und Verdauungsstörungen
Entzündungshemmend CBC, CBD, CBG, CBN, THCA Gegen Schlaf-Apnoe
Antimikrobiell
CBD, CBDA
CBC, CBD, CBN, THC
Spezifische Wirkungen
Hilft bei Arterienverengung
CBD
Unterstützt die Durchblutung
CBD
Unterstützt KnochenCBC, CBD, CBDV, CBG, THCV
CBD, CBG
Hilft bei Psoriasis
CBD
Reduziert Risiko von Organabstoßung
CBD
Antidiabetikum
CBD
Immunsuppressivum
CBD
CBC
Gegen Übelkeit
CBD, THC
Antioxidierend
CBN, THC
Appetitanregend
THC
Schmerzlindernd
wachstum Antibakteriell
CBN
CBD, CBN, THC, THCA
Neuroprotektive Wirkung
Unterstützung der Verdauung
Schlaffördernd
THC
Hemmt TumorzellenAppetitzügelnd
THCV
wachstum
CBC, CBD, CBDA, CBG, THCA
Reduziert Augeninnendruck
THC
Blutstillende Effekte
CBC
Terpene Duft, Geschmack und Wirkung
MYRC EN
CA RYO P H Y L L E N
Aroma/Geschmack: Nelken, erdiger Moschus, tropische Früchte
Aroma/Geschmack: Zeder, Oregano, schwarzer Pfeffer
Therapeutische Wirkungen: antidepressiv, beruhigend, muskelentspannend, schmerzlindernd, entzündungshemmend
Therapeutische Wirkungen: neuroprotektiv, krebshemmend, entzündungshemmend, gastroprotektiv
Auch enthalten in: Hopfen, Mango, Zitronengras, Ananas
Auch enthalten in: Zimt, schwarzem Pfeffer, Echinacea, Thaibasilikum
L IM O NE N Aroma/Geschmack: Zitrusfrüchte, Wacholder, Pfefferminze
H U MU LEN Aroma/Geschmack: Erde, Holz
Therapeutische Wirkungen: angstlindernd, antidepressiv, gastroprotektiv
Therapeutische Wirkungen: schmerzlindernd, entzündungshemmend, appetithemmend
Auch enthalten in: Wacholder, Zitrone, Pfefferminze
Auch enthalten in: Bier, Käse
LINA LO O L Aroma/Geschmack: Zitrusfrüchte, Blumen Therapeutische Wirkungen: beruhigend, angstlindernd, krampflösend Auch enthalten in: Basilikum, Lavendel, Minze
NEROLIDOL Aroma/Geschmack: Beeren, Blumen, Kiefer Therapeutische Wirkungen: antimykotisch, beruhigend, hautschützend Auch enthalten in: Ingwer, Jasmin, Zitronengras, Orangenschale
PINE N Aroma/Geschmack: Kiefer, Rosmarin Therapeutische Wirkungen: antibakteriell, bronchienerweiternd, gedächtnisfördernd, entzündungshemmend Auch enthalten in: Basilikum, Dill, Petersilie, Kiefernnadeln
Kochen mit Cannabis Nachdem wir nun eine genauere Vorstellung von den magischen Kräften der Hanfpflanze haben, wenden wir uns den vergnüglicheren Dingen zu: dem Kochen und Verzehren des Cannabis!
VIER SCHRITTE ZUM H E R ST E L L E N D E R E D I B L E S :
1. Dosierung berechnen Seite 16
2. Decarboxylierung Seite 26
3. Cannabis-Grund-
halb kann es leicht passieren, dass man zu viel zu sich nimmt. Daher gilt als Faustregel, es niedrig dosiert angehen zu lassen und langsam weiterzumachen. D I E W I R K U N G H Ä LT L Ä N G E R A N
Das High von gerauchtem Cannabis hält ungefähr 1 bis 3 Stunden an. Über das Essen aufgenommener Cannabis sorgt für ein längeres High, das 3 bis 7 Stunden dauern kann, je nach Dosis zuweilen auch länger.
zubereitung herstellen Seite 23-35
4. Rezept finden Seite 39-135
CANNABIS ORAL EINNEHMEN
Cannabis oral einzunehmen, ist etwas ganz anderes, als Cannabis zu rauchen. Dabei gilt es einige wichtige Punkte zu beachten.
D I E W I R K U N G I ST I N T E N S I V E R
Beim Rauchen von Cannabis wird THC durch die Lunge absorbiert und dann ins Gehirn transportiert, wo es seine Effekte entfaltet. Bei oraler Aufnahme gelangt das THC zuerst in den Magen, wird dann in der Leber verstoffwechselt und kann schließlich die Blut-Hirn-Schranke effektiver überwinden. Deshalb ist die Wirkung umso intensiver. EDIBLES GENIESSEN
D I E W I R K U N G S E T Z T N I C H T S O FO R T E I N
Beim Rauchen von Cannabis oder beim Verdampfen im Vaporizer spürt man die Wirkung innerhalb weniger Minuten. Aufgrund der Verstoffwechselung oral eingenommenen Cannabis setzt die Wirkung der Edibles erst zwischen 30 Minuten bis zu 2 Stunden nach der Einnahme ein, manchmal kann es auch länger dauern. Des-
Beim Experimentieren mit Edibles beginnt man mit einer geringen Menge, wartet bis zu 2 Stunden und entscheidet dann, ob man genug hat oder mehr essen möchte. Edibles sind dafür bekannt, dass es schwierig ist, sie gleichmäßig zu dosieren. Selbst bei professionell hergestellten Edibles können zwei verschiedene Produkte mit derselben Dosierung unterschiedlich wirken. Um auf der
KO C H E N M I T C A N N A B I S
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Geröstete Trauben-Crostini
ZUBEREITEN:
20 Minuten
G E R Ö S T E T E T R AU B E N
450 g kernlose rote Trauben 1 EL Olivenöl extra vergine 1/2 TL grobkörniges Natursalz 1/4 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
RUHEZEIT:
35 Minuten
E R G I BT :
18 Stück
Diese Crostini sind die idealen Partyhäppchen. Sie haben genau die richtige Balance zwischen herzhaft und süß, cremig und knusprig – und die gerösteten Trauben sind einfach genial. Es mag ziemlich unorthodox erscheinen, Trauben zu rösten, aber vertrauen Sie uns. Durch das Rösten wird der Zucker in den Früchten konzentriert und entwickelt sich zu einer karamellisierten komplexen Süße. Das perfekte Gegenstück zum herzhaften Mascarpone-Cashew-Cremeaufstrich, der ebenfalls etwas ungewöhnlich ist, aber total lecker.
4 Zweige Thymian, halbiert CASHEW-CREME
150 g Mascarpone 2 EL Cashewbutter 12 g Cannabis-Butter (Seite 27), Raumtemperatur 1/2 TL grobkörniges Natursalz
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G E R Ö ST E T E T R AU B E N - C R O ST I N I
Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. GerösteteTrauben: Die Trauben mit Olivenöl, Salz, Pfeffer, Thymian und Rosmarin vermischen. Im Ofen etwa 30 Minuten rösten, bis die Trauben aufplatzen und leicht verkocht sind, dabei nach der Hälfte der Backzeit umrühren. Aus dem Backofen nehmen. Cashewcreme: Mascarpone, Cashewbutter, Cannabis-Butter und Salz in der Rührschüssel der Küchenmaschine mit dem Flachrührer oder in einer großen Schüssel mit dem Handrührgerät vermischen. 30 Sekunden auf mittlerer Geschwindigkeit schlagen, bis alles gut verrührt ist. Nicht zu stark schlagen, sonst könnte die Mischung zerfallen.
Apfel-Power-Crumble ZUBEREITEN:
GF
30 Minuten
LF
APFELMASSE
900 g äpfel (5–6 mittelgroße), mit Schale, Kerngehäuse entfernt, gut 1 cm groß gewürfelt 2 EL Wasser 1 TL Vanilleextrakt 1/2 TL gemahlener Zimt
RUHEZEIT:
40 Minuten
E R G I BT :
6 Portionen
Die Damen von »Treat yourself« (siehe Seite 62) sind Expertinnen, wenn es um die Herstellung von gesunden und vollwertigen Edibles geht, die hervorragend schmecken und gleichzeitig guttun. Dieser Apfel-Crumble ist da keine Ausnahme. Er wird nur mit einem Hauch von CannabisHonig (Seite 34) gesüßt. Garniert wird er mit nahrhaften Streuseln aus Haferflocken, Kokosnuss, Körnern und Hanfsamen. Diese gesunde Leckerei verleiht Power für den ganzen Tag. Die äpfel können auch gut durch Beeren oder Steinfrüchte ersetzt werden. Und wenn Sie sich den Aufwand für die Apfelmasse ersparen wollen, backen Sie die Streusel einfach auf einem Blech und nennen es Granola.
abgeriebene Schale von 1 Orange Den Backofen auf 165 Grad vorheizen. C R U M B L E - TO P P I N G
40 g Cannabis-Honig (Seite 34) 55 g Kokosöl, geschmolzen 100 g Haferflocken (glutenfrei) 40 g ungesüßte Kokosraspel 1 EL Chiasamen 1 EL weiße Sesamsamen 1 EL geschälte Kürbiskerne 1 EL Hanfsamen 1 TL Vanilleextrakt 1/2 TL grobkörniges Natursalz 1/2 TL gemahlener Zimt
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APFEL-POWER-CRUMBLE
Apfelmasse: Die Äpfel mit Wasser, Vanille, Zimt und Orangenschale in einem großen Kochtopf auf mittlerer Hitze 15 bis 20 Minuten kochen. Gelegentlich umrühren, bis die Äpfel ganz weich sind. Crumble-Topping: Den Cannabis-Honig in einem kleinen mikrowellengeeigneten Behälter 10 bis 20 Sekunden erwärmen, sodass er flüssig wird. In eine Schüssel umfüllen, das Kokosöl hinzufügen und mit dem Schneebesen gut verrühren. Die restlichen Zutaten für das Topping hinzufügen und gut vermischen. Fertigstellen: 6 Backförmchen (à 240 ml Inhalt) oder Gläser mit weiter Öffnung auf ein Backblech stellen. Die Apfelmasse gleichmäßig auf die Gläser verteilen (ca. 80 g pro Portion).
T I P P Z U M VO R B E R E I T E N
Das Topping gleichmäßig (je ca. 50 g) auf die Förmchen oder Gläser verteilen. Für eine genaue Dosierung die Gesamtmenge Crumble wiegen und durch 6 teilen, um das genaue Gewicht pro Portion zu erhalten.
Der Crumble kann im Voraus zubereitet und in einem luftdicht verschließbaren Behälter tiefgefroren bis zu 1 Monat aufbewahrt werden.
Im Ofen 30 bis 40 Minuten backen, bis der Crumble goldbraun und knusprig ist. Das Blech nach der Hälfte der Backzeit umdrehen. Warm servieren.
H E R S T E L L E R P O RT R ÄT
Leone Posod und Cindy Pinzon Treat Yourself Leone Posod und Cindy Pinzon, die seit Kindertagen miteinander befreundet sind, stehen hinter »Treat Yourself«, einem Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, gesunde cannabishaltige Produkte für Frauen als Zielgruppe zu produzieren. Leone und Cindy sind der Ansicht, dass es durchaus möglich ist, sich im Rahmen einer Selbsttherapie gut zu behandeln. »Wir wollen den Leuten zeigen, dass etwas lecker und genussvoll und gleichzeitig gut für sie sein kann«, sagt Cindy. Das bedeutet nährstoffreiche Edibles, die aus hochwertigen biologischen Zutaten hergestellt werden: Edibles, wie zum Beispiel ihre Mini-Pop-Tartelettes aus Chiasamenteig und Früchten oder PaleoBananenbrot oder Apfel-Crumble mit einem Powerfood wie Hanfsamen, Kernen und Kokosnuss als Topping. Alle Leckereien, die Leone und Cindy herstellen, sind vegan, glutenfrei und frei von raffiniertem Zucker.
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APFEL-POWER-CRUMBLE
»Unsere Aufgabe bei ›Treat Yourself‹ ist, Gesundheit und Glück zu fördern«, sagt Leone. »Wir sind große Verfechterinnen der Selbsthilfe, und wir glauben, dass Cannabis nicht nur eine Vielzahl von Krankheiten und Beschwerden lindert, sondern uns auch hilft, subtilere Botschaften unseres Körpers wahrzunehmen.« Cindy fügt hinzu: »Wir glauben an die Macht von Nahrung als Medizin. Wir versuchen, in unserer täglichen Ernährung möglichst viele nährstoffreiche Lebensmittel zu uns zu nehmen. Da war es nur logisch, dies auf unsere Edibles zu übertragen.« Deswegen werden Sie nichts auf der Zutatenliste finden, das Sie nicht aussprechen können. Dieser vollwertige Apfel-Power-Crumble ist der Beweis, dass man sich selbst nicht einfach nur behandeln, sondern sogar richtig gut behandeln kann. Wenn etwas Gesundes so schmeckt, dann sind wir dabei!
Canapés mit pikantem Käse-Tomaten-Aufstrich ZUBEREITEN:
30 Minuten
120 g cremiger Frischkäse, Raumtemperatur 60 g Paprika aus der Dose, abgetropft, gewürfelt 50 g Mayonnaise 2 EL Misopaste
RUHEZEIT:
0 Minuten
E R G I BT :
24 Portionen
Diese moderne Variante des traditionellen PimientoSandwichs ist eines unserer Lieblingsrezepte für »hightere« Teekränzchen und Picknicks, vor allem im Sommer, wenn die Tomaten vollreif und aromatisch sind. Schwer zu entscheiden, wer hier der Star ist – der umamireiche, mit Miso gewürzte Käseaufstrich oder das wunderbare Tomatenmuster. Lassen Sie sich von der langen Liste der Zutaten nicht abschrecken, die bekommt man ganz schnell zusammen, und der Aufwand lohnt sich für den Effekt, den diese Retro-Canapés haben.
20 g Cannabis-Kokosöl (Seite 29), Raumtemperatur 1/4 TL Knoblauchpulver 1/4 TL Zwiebelpulver 1 Prise Cayennepfeffer 1 Prise frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 25 g Gruyère, gerieben 45 g kräftiger Cheddar, gerieben grobkörniges Natursalz 3 mittelgroße Tomaten, möglichst verschiedenfarbig 6 Scheiben Toastbrot
Frischkäse, Paprika, Mayonnaise, Misopaste, Cannabis-Kokosöl, Knoblauchpulver, Zwiebelpulver, Cayennepfeffer und Pfeffer in der Rührschüssel der Küchenmaschine mit dem Flachrührer oder in einer großen Schüssel mit dem Handrührgerät vermischen. 1 Minute auf mittlerer Geschwindigkeit rühren, bis die Zutaten gut miteinander vermischt sind. Die Wand und den Boden der Rührschüssel mit einem Gummispatel abstreifen und nochmals rühren. Gruyère und Cheddar mit einem Gummispatel gut unterrühren. Dabei wiederum Wand und Boden sorgfältig abstreifen. Mit Salz abschmecken. Die Tomaten mit einem Sägemesser in dünne Scheiben (4–6 mm dick) schneiden. Wenn die Tomaten sehr groß sind, können sie zuerst halbiert werden. Die Tomatenscheiben auf Küchenpapier legen, um den Saft aufzusaugen.
frische Basilikumblätter zum Garnieren
C A N A P é S M I T P I K A N T E M K ä S E - TO M AT E N - AU F S T R I C H
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Schwarze Sesam-HimbeerCupcakes ZUBEREITEN:
1 Stunde
RUHEZEIT:
90 g schwarze Sesamsamen CUPCAKES
70 g feines Kuchenmehl (siehe Hinweis Seite 91) 1/2 TL Backpulver
0 Minuten
E R G I BT :
24 Mini-Cupcakes
Überraschend, schick und ach so lecker, das sind nicht die üblichen Allerwelts-Cupcakes. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie Schokoladen-Cupcakes mit einem Sahne-Keks-Topping. Wir sind glücklich, dass sie das nicht sind. Aromatischer, süßer und duftender, nussig gerösteter schwarzer Sesam ist das Zauberwort. Das Topping allein ist schon so gut, dass Sie die Rührbesen abschlecken werden. Und erst der versteckte Himbeerschatz im Inneren … Diese Cupcakes sind der Gipfel!
1 Prise Backnatron 1 Prise grobkörniges Natursalz 15 g Butter, Raumtemperatur 20 g Cannabis-Butter (Seite 27), Raumtemperatur 50 g Kristallzucker 2 große Eiweiß 1 TL Vanilleextrakt 75 g saure Sahne (Sauerrahm) 60 ml Vollmilch 24 Himbeeren (ca. 120 g)
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S C H WA R Z E S E S A M - H I M B E E R - C U P C A K E S
Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Mulden eines MiniMuffinbackblechs mit Backspray einsprühen oder mit Papierförmchen auslegen. Den Sesam auf mittlerer Hitze in einer Pfanne ohne Fettzugabe etwa 5 Minuten rösten, bis er duftet. Anschließend portionsweise in einer Gewürz- oder Kaffeemühle fein mahlen. 5 Esslöffel (55 g) davon für das Buttercreme-Topping beiseitestellen. Cupcakes: 35 g des gemahlenen Sesams, Mehl, Backpulver, Backnatron und Salz in einer großen Schüssel vermischen.