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Der Wieserhof: Ein Haus mit vielen Geschichten

Im Herzen von Truden finden generationenübergreifendes Wohnen, Kunst und Kultur ein gemeinsames Zuhause

Der Wieserhof war über Jahrhunderte Teil des Trudner Ortskerns. Heute trägt ein neues Haus seinen Namen und führt diese Geschichte weiter. Im Zentrum des Dorfes vereinen sich generationenübergreifendes Wohnen, Kunst, Kultur und Begegnung – entstanden aus den Ideen der Bevölkerung.

Der Wieserhof ist das Ergebnis eines mehrjährigen Planungsprozesses, an dem die Bevölkerung von Anfang an beteiligt war. In Ideencafés brachten Bürgerinnen und Bürger ihre Vorstellungen ein. Besonders intensiv war der Austausch mit denSeniorinnenundSenioren

der Gemeinde. Ihre Anregungen ossen direkt in die Entwicklung des Projekts ein und prägten die Ausrichtung des Hauses.

Entstanden ist ein Mehrgenerationenhaus, das unterschiedliche Bedürfnisse an einem Ort zusammenführt. Im Erdgeschoss be nden sich

der Kunstraum lind.art, ein Senioren- und Mehrzweckraum sowie eine Bäckerei mit Bar. Gemeinsam bilden sie einen o enen Tre punkt für die Bevölkerung. In den Obergeschossen entstanden barrierefreie Wohnungen für unterschiedliche Generationen und Lebenssituationen.

Mit dem Wieserhof verwirklicht die Gemeinde Truden eines ihrer bedeutendsten sozialen und kulturellen Projekte der vergangenen Jahre.

Gemeinschaftsküche sowie P ege- und Diensträume ergänzen das Angebot. Garten undVorplatzscha enzusätzlicheRäumefürBegegnungund Austausch.

Eigenständig leben, verbunden bleiben

Das Herzstück des Projekts ist das Mehrgenerationenwohnen.

Menschen unterschiedlichen Alters leben unter einem Dach, ohne ihre Eigenständigkeit aufzugeben. Jede Wohnung bietet die Voraussetzungen für ein unabhängiges Leben, während Gemeinschaftsräume und kurzeWegeBegegnungenimAlltag fördern. Besonders wichtig ist dabei der Gedanke der integrierten Altenp ege. Ältere und

betreuungsbedürftige Menschen sollen möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung leben können. Gemeinschaft entsteht dabei ganz selbstverständlich durch das tägliche Miteinander.

Ein Ort für Kunst, Austausch und neue Ideen Mit der Gründung des Kulturvereins lind.art Truden erhielt der Wieserhof eine weitere Dimension. Die Initiative entstand im Spätherbst 2025 aus dem Engagement mehrerer Trudner Kulturscha ender, darunter Gotthard Bonell, Robert Bosisio, Johann Finatzer und Chris Kaufmann. Gemeinsam verfolgten sie das Ziel, den zahlreichen KünstlerinnenundKünstlernder GemeindeeinedauerhaftePlattform für Ausstellungen und den kreativenAustauschzubieten.

Aus dieser Idee entwickelte sicheino enerKulturraum,der unterschiedliche Ausdrucksformen zusammenführt. Neben Ausstellungen sollen hier auch Konzerte, Lesungen, Vorträge und weitere kulturelle Veranstaltungen statt nden. Der Name lind.art verweist auf die Linde im Dorfzentrum – seit Generationen ein Symbol für Gemeinschaft und Zusammenkunft.

Für Bürgermeister Michael Epp ist der Kunstraum ein wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzepts: „Besonders freutmich,dasswirnebendem sozialen Gedanken auch der Kunst und Kultur einen festen Platz geben konnten. Truden verfügt über eine außergewöhnlich lebendige Kulturszene. Mit dem Verein lind.art erhält dieses kreative Potenzial

nun eine dauerhafte Heimat. Kunst und Kultur bereichern unser Dor eben, fördern den AustauschzwischendenGenerationen und scha en Begegnungen weit über Gemeindegrenzenhinaus.“

Ein Haus, das sich einfügt

DerneueWieserhofknüpftbewusstandieGeschichteseines Vorgängers an. Er entstand an jener Stelle, an der sich über Jahrhunderte der historische Wieserhof befand, und orientiert sich in Maßstab, Proportionen und Materialität am historischen Ortskern. „Der Neubau nimmt die gewachsene Dorfstruktur auf, knüpft an die Erinnerung seiner Geschichte an und scha t zugleich als selbstverständlicher Teil des gewachsenen Gefüges Raum für neue Geschichten“, beschreibt Architekt Daniel Ellecosta die Idee hinter dem Entwurf.

Die Geschichte des ursprünglichenWieserhofsreicht bis ins Jahr 1353 zurück. Im Zuge der Planungen wurde geprüft, ob das bestehende Gebäudeerhaltenwerdenkönnte. Die Anforderungen an Barrierefreiheit und eine zeitgemäße Nutzung machten schließlich einenNeubaunotwendig.

Der Neubau greift Elemente der örtlichen Baukultur auf. VerputzteFassaden,eintraditionelles Satteldach mit MönchNonne-Eindeckung sowie Fenster, Türen und Geländer aus unbehandeltem Weißtannenholz prägen das Erscheinungsbild. Ein Betonsockel trägt den darüberliegenden HolzbauausFichte.Sichtbeton und Holz bestimmen auch die Innenräume. Im Kunstraum bildet Sichtbeton einen neutralen Hintergrund für Ausstellungen, während Holz in den Gemeinschaftsbereichen und Wohnungen eine freundliche

Atmosphäre scha t. Aus der ehemaligen Stube des historischen Wieserhofs wurden Garderobenelemente in den Neubau übernommen. Beheizt wirddasGebäudeüberdasgemeindeeigene Fernheizwerk. Regionale Materialien und eine langlebige Bauweise unterstreichen den nachhaltigen AnspruchdesProjekts.

Mit dem Wieserhof hat die

Gemeinde Truden ein bedeutendes soziales und kulturelles Projekt verwirklicht. Für Bürgermeister Michael Epp ist klar: „Ich bin überzeugt, dass der Wieserhof für viele Jahre ein Ort des Wohnens, der Gemeinschaft und der kulturellen Inspiration sein wird – ein Haus,dasdieLebensqualitätin Trudennachhaltigstärkt.“

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Vom Kunstraum bis zu den Wohnungen verleihen Sichtbeton und Holz den Innenräumen des Wieserhofs einen einheitlichen Charakter.
Fotos: Arch. Daniel Ellecosta

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