Wo Busse Energie tanken
Die neue Photovoltaikanlage in Bozen Süd ist Teil des Projekts Hydrogen Adige Valley

Die neue Photovoltaik-Überdachung nutzt die Fläche doppelt: Sie schützt die SASA-Busflotte vor Witterung und erzeugt gleichzeitig Solarstrom.
Auf den ersten Blick wirkt die neue Anlage wie ein gewöhnlicher Busparkplatz. Tatsächlich steckt dahinter eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte für den öffentlichen Nahverkehr in Südtirol. Die neue PhotovoltaikÜberdachung in Bozen Süd erzeugt sauberen Strom, der zur
Produktion von grünem Wasserstoff genutzt wird. Gleichzeitig ist die Anlage bereits so vorbereitet, dass künftig auch Elektrobusse direkt vor Ort geladen werden können. Damit entsteht eine Infrastruktur, die den öffentlichen Verkehr Schritt für Schritt emissionsfrei macht.
Rund45Busse ndenkünftig unter der neuen Überdachung Platz. Während die Fahrzeuge vor Sonne, Regen und Schnee geschützt sind, erzeugen mehr als 2.100 Solarmodule klimafreundlichen Strom. Damit ist auf diesem Betriebsgelände die erste
Photovoltaikanlage Südtirols entstanden, die über einem Busparkplatzerrichtetwurde. Mit einer Leistung von rund 1,5 Megawatt produziert die Anlage jährlich etwa 1,89 Gigawattstunden Strom aus Sonnenenergie. Damit ließen sichreinrechnerischrund540


Mehr als 2.100 Solarmodule auf der neuen Photovoltaik-Überdachung erzeugen jährlich rund 1,89 Gigawattstunden erneuerbare Energie.
Haushalte ein Jahr lang mit Stromversorgen.
Sonnenenergie wird zu grünem Wasserstoff
Der auf dem Busparkplatz erzeugte Strom ießt zunächst in die neue Elektrolyseanlage in Bozen Süd. Dort wird Wassermithilfevonerneuerbarem Strom in Sauersto und Wassersto zerlegt. Da für diesen Prozess ausschließlich Strom aus Photovoltaik verwendet wird, entsteht sogenannter grünerWassersto .
Für SASA-Präsidentin Astrid Ko er markiert die Fertigstellung der Anlage einen historischen Meilenstein.
„Nach mehr als einem Jahrzehnt operativer Erfahrung mit Wassersto verfügen wir heute über eine lokale Wertschöpfungskette, die Energieproduktion, Betankung und Nutzung im ö entlichen Verkehrintegriert.“
Die Anlage kann täglich mindestens 360 Kilogramm Wassersto produzieren. Anschließend wird der Wasser-
sto an den SASA-Tankstellen in Bozen und Meran bereitgestellt und dort direkt für den Linienverkehr genutzt. Soschließtsicheineregionale Energiekette mit kurzen Wegen.
Mehr als ein Busparkplatz
Der neue Busparkplatz ist Teil des Hydrogen Adige Valley – eines in Bozen Süd entstandenen Energie- und Mobilitätssystems. Es verbindet die Erzeugung erneuerbarer Energie, die Produktion von grünem Wassersto , die Betankung der Busse und deren Einsatz im ö entlichen Nahverkehr. Die PhotovoltaikÜberdachung des Busparkplatzes bildet dabei einen zentralen Baustein dieses Projekts.
Mit der o ziellen Erönung des Hydrogen Adige Valley am 25. Juni 2026 wurde dasneueEnergie-undMobilitätssystem o ziell in Betrieb genommen.Ermöglichtwurde dasProjektdurchFördermittel der Europäischen Union im
Rahmen des Programms Next GenerationEU.
Gemeinsam mit der neuen Wassersto produktionsanlage und der erweiterten Tankinfrastruktur zählt das Hydrogen AdigeValleyheutezudenmodernsten Anlagen Europas für den Einsatz von grünem Wassersto im ö entlichen Nahverkehr.
Heute schon bereit für morgen
Die neue Photovoltaikanlage wurde von Beginn an so geplant, dass sie auch zukünftigen Anforderungen gerecht wird. In den ersten fünf Betriebsjahren wird der erzeugte Strom vollständig für die Herstellung von grünem Wassersto genutzt. Gleichzeitig wurden bereits alle Voraussetzungengescha en,um später Ladestationen für Elektrobusse zu errichten und die erzeugte Energie direkt zum Laden der Fahrzeuge zu verwenden.
Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider sieht darin das
Ergebnis einer langfristigen Strategie: „Südtirol hat sich bereits vor über zehn Jahren entschieden, in nachhaltige Mobilität zu investieren. Heute verfügen wir über eine Infrastruktur, die es uns ermöglicht, saubere Energie im eigenen Land zu erzeugen, Emissionen zu reduzieren und unsere Energieautonomiezustärken.Gleichzeitigist es ein zentraler Baustein des europäischen Brenner Green CorridorundderMobilitätder Zukunft.“
Bereits heute sind rund 50 der insgesamt etwa 370 SASAFahrzeuge emissionsfrei unterwegs.Bis2030sollen120weitereZero-Emission-Bussefolgen.
Ein Projekt in Rekordzeit Neben seiner technischen DimensionbeeindrucktdasHydrogen Adige Valley auch durch die Geschwindigkeit seiner Umsetzung. Die Bauarbeiten für die Wassersto produktionsanlage begannen am 25. Juni2025.ExakteinJahrspäter konnte die Anlage planmäßig
in Betrieb genommen werden. Auch die Photovoltaikanlage wurde innerhalb der vorgesehenenFristenfertiggestellt.
Dass ein Projekt dieser Größenordnung innerhalb nur eines Jahres fertiggestellt werden konnte, ist das Ergebnis der engen Zusammenarbeit von ö entlicher Hand, Energieversorgern, Verkehrsunternehmensowiedenzahlreichenam BaubeteiligtenUnternehmen.
Ein Projekt mit europäischer Bedeutung
Mit dem Hydrogen Adige Valley endet das Projekt nicht an den Grenzen Südtirols. Es ist Teil des Brenner Green Corridor, einer europäischen Initiative entlang der Verkehrsachse zwischen Italien und Nordeuropa. Ziel ist es, den Einsatz emissionsarmer Antriebe auf einer der wichtigsten NordSüd-Verbindungen Europas schrittweise auszubauen und die dafür notwendige Infrastrukturzuscha en.
Dabei geht es nicht nur um den ö entlichen Nahverkehr. Langfristig soll Wassersto auch im Güterverkehr und in


Die neue Anlage wurde bereits für die Mobilität von morgen geplant: Heute dient der erzeugte Strom der Herstellung von grünem Wasserstoff, künftig kann er auch zum Laden von Elektrobussen genutzt werden.
der Logistik eine größere Rolle spielen. Die in Bozen geschaffene Infrastruktur ist deshalb so ausgelegt, dass sie künftig auch weiteren Anwendungen o ensteht und den Ausbau klimafreundlicher Mobilität entlang des Brennerkorridors unterstützenkann.
FürAlperia-Generaldirektor Luis Amort zeigt das Projekt, wie eng Energieversorgung und Mobilität künftig zusammenhängen:„DieEnergiewendebrauchtInfrastruktur,Investitionen und eine langfristige Vision.MitdemHydrogenAdige Valley macht Südtirol einen
wichtigen Schritt in Richtung größerer Energieunabhängigkeit, stärkt die Nutzung lokaler erneuerbarer Ressourcen und scha t ein integriertes Modell aus Energie und Mobilität, das verantwortungsvoll und ambitioniertindieZukunftblickt.“
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