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WIKU_SS_Neue Tunnelumfahrung Kastelbell Galsaun_15_07_26

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Ein Tunnel verändert den Vinschgau

Die neue Umfahrung Kastelbell-Galsaun bringt Ruhe, Sicherheit und mehr Lebensqualität

Die neue Umfahrung Kastelbell-Galsaun führt den Durchzugsverkehr heute größtenteils unterirdisch an den beiden Ortschaften vorbei.

Über Jahrzehnte war der Durchzugsverkehr fester Bestandteil des Alltags in Kastelbell und Galsaun. Tag für Tag rollten Tausende Fahrzeuge durch die beiden Ort-

schaften entlang der Vinschger Staatsstraße. Lärm, Abgase und eingeschränkte Verkehrssicherheit prägten das Ortsbild und belasteten die Bevölkerung. Mit der

Eröffnung der neuen Umfahrung im Juni 2026 gehört diese Situation der Vergangenheit an. Das vom Land Südtirol finanzierte Großprojekt mit einem Investitionsvolu-

men von 130,8 Millionen Euro zählt zu den wichtigsten Straßenbauvorhaben der vergangenen Jahre und markiert einen Meilenstein für die Mobilität im Vinschgau.

Kaum ein Straßenbauprojekt wurde über einen so langen Zeitraum diskutiert wie die Umfahrung von Kastelbell und Galsaun. Bereits seit Jahrzehnten war klar, dass die Ortsdurchfahrten den steigenden Verkehrsmengen auf Dauer nicht mehr gerecht werden konnten. Die VinschgerStaatsstraßeSS38verbindet denoberenVinschgaumitMeran und zählt zu den wichtigsten Verkehrsachsen Südtirols. Pendler, Wirtschaftsverkehr, Tourismus und Gütertransporte nutzen sie täglich – entsprechend hoch war die Belastung fürdiebeidenDörfer.

Mit zunehmendem Verkehrsaufkommen verschlechterten sich auch die Lebensbedingungen entlang der Straße. Lärm, Abgase und der dichte Schwerverkehr beeinträchtigten die Aufenthaltsqualität im Ortskern und stellten insbesondere für Fußgänger und Radfahrer ein Sicherheitsrisiko dar. Der Wunsch nach einer Umfahrung wurde daher immergrößer.

Am Westportal der neuen Umfahrung liefen die letzten Arbeiten, während der Verkehr noch über die bestehende SS38 geführt wurde.

Bis aus dieser Idee schließlich Realität wurde, vergingen viele Jahre. Umfangreiche Planungen, Genehmigungsverfahren, geologische Untersuchungen und technische Projektierungen waren notwendig, um schließlich eine

Lösung zu entwickeln, die sowohl den Anforderungen einer modernen Verkehrsverbindung als auch den hohen Ansprüchen an Natur- und Landschaftsschutzgerechtwird.

Fachgerechte Entsorgung des Tunnelausbruchs, Lieferung von Beton, Außengestaltung

Unter der Erde

Die neue Umfahrung umfasst eine Gesamtlänge von 3,36 Kilometern. Ihr Herzstück ist ein Straßentunnel, der westlich von Schloss Kastelbell beginnt

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Nach dem Vortrieb folgte der Innenausbau des Tunnels mit umfangreicher technischer und sicherheitsrelevanter Ausstattung.

und östlich von Galsaun wieder an die bestehende Vinschger Staatsstraße SS38 anschließt. Über einen Kreisverkehr wird der Verkehr wieder auf die Hauptverkehrsachsegeleitet.

Von der neuen Straße ist kaum etwas zu sehen – genau das war das Ziel der Planer. An-

statteineweitereStraßesichtbar durchdasTalzuführen,verläuft der Verkehr heute größtenteils unter der Erde. Die Trassenführung wurde bewusst so gewählt, um die Eingri e in die Landschaft möglichst gering zu halten. Landwirtschaftliche Flächen konnten weitgehend

geschont und das charakteristische Landschaftsbild des Vinschgausbewahrtwerden.

Herausforderung Tunnelbau

Mit einer Länge von 2.498 Metern ist der Tunnel nach dem Leiferer Tunnel der zweitlängste Straßentunnel Südtirols. Was oberirdisch kaum sichtbar ist, erforderte unter der Erde eine präzise Planung und eine anspruchsvolle Bauausführung. Beim Bau des Tunnels elen rund 500.000 Kubikmeter Ausbruchmaterial an. Davon wurden etwa 200.000 Kubikmeter zwischengelagert und später wieder für die Bauarbeiten verwendet. Die unterschiedlichen geologischen Verhältnisse entlang der Trasse stellten die Planer und Bauunternehmen immerwiedervorneueHerausforderungen.

Der Tunnel wurde überwiegend im konventionellen Vortrieb mit Bagger und Hydraulik-

Die beiden Tunnelportale westlich von Schloss Kastelbell und östlich von Galsaun entstanden in mehreren Bauetappen und markierten den Beginn des rund 2,5 Kilometer langen Tunnelbaus.

hammer errichtet, in einzelnen AbschnittenkamenauchSprengungen zum Einsatz. Parallel zum Tunnelvortrieb wurden bereits Fluchtstollen errichtet. Nach dem Durchschlag folgte der Innenausbau des Tunnels. Gleichzeitig galt es, große MengenanAusbruchmaterialzubewegen und die Baustellenlogistike zientzuorganisieren.

Zusätzliche Herausforderungen brachten die CoronaPandemie sowie die Preisentwicklungen im Bausektor mit sich. Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen konnte das Großprojekt erfolgreich fertiggestelltwerden.

Sicherheit als höchste Priorität

Bei der Planung der Umfahrung spielte auch die Sicherheit eine zentrale Rolle. Deshalb wurde ein umfassendes Sicherheitskonzept umgesetzt, das den Anforderungen eines modernen

Blick auf die offene Bauweise und den Lüftungsschacht während der Errichtung der neuen Umfahrung Kastelbell-Galsaun.

Straßentunnels entspricht. Der TunnelverfügtübervierFluchtstollen sowie vier Pannenbuchten.DieFluchtstollendienenim Ernstfall als Rettungswege und können zudem von kleineren Einsatzfahrzeugen genutzt werden. Ergänzt wird das Sicherheitskonzept durch moderne Lüftungsanlagen, ein Rauchabsaugsystem für den Brandfall, Brandmelde- und Überwachungssysteme sowie weitere technische Einrichtungen für einensicherenBetrieb.

Auch die beiden Tunnelportale wurden so ausgeführt, dass sie bestmöglich gegen Steinschlag und geologische Risiken geschütztsind.Damiterfülltdie Umfahrung die geltenden Sicherheitsstandardsfürmoderne Straßentunnel und gewährleisteteinensicherenBetrieb.

Mehr Raum für die Menschen MitderVerlagerungdesDurchzugsverkehrs unter die Erde ge-

Nadia Moroder

David Stuflesser

www.stuflessermoroder.com

Architektur Stuflesser Moroder 0471 786517

stuflessermoroder

StuflesserMoroder Architects

winnen Kastelbell und Galsaun ihre Ortszentren zurück und scha enneueFreiräumefürdie Ortsentwicklung.

Auch Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider unterstreicht die Bedeutung des Projekts: „Mit der Erö nung der Umfahrung Kastelbell ist der langjährige Wunsch nach mehr Verkehrssicherheit und Ruhe für die Menschen in Kastelbell undGalsaunRealitätgeworden. Wenige Wochen nach der Verkehrsö nung ist die Entlastung fürdieAnrainerbereitsdeutlich spürbar. Kinder und Erwachsene können sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad im Ortsgebiet sichererfortbewegen.“

Bedeutung über die Gemeindegrenzen hinaus Die neue Umfahrung wirkt jedoch weit über Kastelbell und Galsaun hinaus. Als Teil der Vinschger Staatsstraße SS38 verbessert sie den Verkehrs-

Mit einer Heißrauchprobe wurden die Sicherheitssysteme des Tunnels vor der Inbetriebnahme getestet.

uss auf einer der wichtigsten Straßenverbindungen Südtirols und stärkt die Anbindung des gesamten Vinschgaus. Davon

pro tieren Pendler, der Wirtschaftsverkehr und alle, die täglich auf dieser Strecke unterwegssind.

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