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SONDERSEITEN: MÜLL & RECYCLING
Mittwoch, 2. September 2026
Aus Abfall wird Zukunft Foto: Shutterstock
Südtirol setzt auf Recycling und Kreislaufwirtschaft
Konsequente Mülltrennung schafft die Voraussetzung dafür, Wertstoffe wiederzuverwerten und den Bedarf an neuen Rohstoffen zu verringern. Abfall ist nicht automatisch wertlos. Papier, Glas, Metall, Kunststoffe, Textilien und viele weitere Materialien können gesammelt, aufbereitet und wiederverwertet werden. Voraussetzung dafür ist eine sorgfältige Mülltrennung. Gleichzeitig trägt eine möglichst lange Nutzung von Produkten dazu bei, Abfälle von vornherein zu vermeiden.
I
n Südtirol liegt die Mülltrennungsquote bei den Siedlungsabfällen bei rund 70 Prozent. Wie gut die Mülltrennung funktioniert, zeigt die jüngste Analyse der Siedlungsabfälle 2024/25, die vom Landesamt für Abfallwirtschaft koordiniert wurde. Dafür wurden rund 100 Restmüllproben aus allen Südtiroler Bezirken und
der Stadt Bozen untersucht und in rund 30 verschiedene Kategorien sortiert. Die Ergebnisse zeigen eine positive Entwicklung: Der Anteil organischer Abfälle im Restmüll ist von 11,19 Prozent im Jahr 2016 auf 8,92 Prozent gesunken. Auch Kunststoffe finden sich dort inzwischen seltener. Gleichzeitig ist der
Anteil nicht verwertbarer Materialien im Restmüll gestiegen. Das klingt zunächst negativ, ist aber ein gutes Zeichen: Es bedeutet, dass Wertstoffe zunehmend getrennt erfasst werden und der Restmüll immer stärker tatsächlich aus jenen Materialien besteht, die nicht verwertet werden können. Auch gefährliche Haushaltsabfälle
landen seltener im Restmüll. Ihr Anteil ist gegenüber 2016 um 35 Prozent zurückgegangen. Verbesserungspotenzial bleibt dennoch: Papier- und Kartonverpackungen etwa landen wieder etwas häufiger im Restmüll.
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Mittwoch, 2. September 2026
Secondhand bringt gut erhaltene Kleidung wieder in Umlauf und bietet eine Alternative zum Neukauf.
Wertstoffe im Kreislauf halten Mit dem Einwurf in den richtigen Behälter ist der Weg eines Wertstoffs nicht zu Ende. Getrennt gesammelte Materialien können sortiert, aufbereitet und als Sekundärrohstoffe wieder eingesetzt werden. Dadurch sinkt der Bedarf an neuen Rohstoffen. Das entspricht dem Grundgedanken der Kreislaufwirtschaft: Produkte sollen möglichst lange genutzt, wiederverwendet und repariert und ihre Materialien schließlich recycelt werden. Abfall kann so zur wertvollen Ressource werden.
Recyclinghof oder Wertstoffinsel Seit 2026 gelten in Südtirol neue Richtlinien für Recyclinghöfe und Wertstoffinseln. Dabei werden die beiden Sammelstellen klar voneinander abgegrenzt: Während ein Recyclinghof betreut wird und zahlreiche unterschiedliche Abfälle annimmt, ist eine Wertstoffinsel eine kleinere, frei zugängliche Sammelstelle für ausgewählte Wertstoffe. In Südtirol sind derzeit 93 Recyclinghöfe auf Gemeindeebene, fünf Wertstoffzentren in Glurns, Lana, Natz-Schabs, Bruneck und Toblach sowie
mehrere Wertstoffinseln in Betrieb. Im Recyclinghof ist während der Öffnungszeiten Personal anwesend. Hier können auch Abfälle abgegeben werden, die besonders behandelt oder sicher gelagert werden müssen. Die neuen Richtlinien legen unter anderem fest, welche Anforderungen für Aufbau, Sammlung und Lagerung gelten. An Wertstoffinseln dürfen hingegen nur bestimmte Materialien eingeworfen werden: Papier, Karton, Glas, Metalle, Textilien, Grünabfälle und Kunststoffverpackungen. Die neuen Vorgaben sollen landesweit für klare und einheitliche Regeln bei der Sammlung sorgen.
Wenn Kleidung zu Abfall wird In Südtirol fallen laut Landes-
amt für Abfallwirtschaft jährlich zwischen 2.000 und 3.000 Tonnen Textilabfälle an. In Italien ist die getrennte Sammlung von Textilien bereits seit 2022 verpflichtend. In Südtirol sind die Gemeinden für die getrennte Sammlung von Altkleidern zuständig und legen fest, wie und wo diese abgegeben werden können. Gut erhaltene Kleidung muss jedoch nicht gleich entsorgt werden. Über Secondhand, Tausch oder Weitergabe können Kleidungsstücke erneut genutzt werden, anstatt im Abfall zu landen.
Der beste Abfall entsteht erst gar nicht So wichtig Recycling ist: In der Abfallhierarchie steht die Vermeidung weiterhin an erster Stelle. Vieles, was entsorgt wird,
könnte länger genutzt, repariert oder weitergegeben werden. Das betrifft Kleidung ebenso wie Möbel, Elektrogeräte und zahlreiche Alltagsgegenstände. Schon beim Einkauf entscheidet sich daher ein Stück weit, wie viel Abfall später entsteht. Langlebige und reparierbare Produkte, Mehrweglösungen und möglichst wenig Verpackung helfen, Ressourcen zu schonen. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Mülltrennung in Südtirol gut funktioniert. Der nächste Schritt reicht jedoch weiter: weg von einer Wirtschaft des schnellen Verbrauchens und Entsorgens, hin zu einem Kreislauf, in dem Produkte möglichst lange genutzt und Materialien als wertvolle Ressourcen erhalten bleiben. © Alle Rechte vorbehalten
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