Mittwoch, 19. August 2026
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SONDERSEITEN: KM. 488 HAUS DER BEGEGNUNG
Km. 488 Haus der Begegnung Foto: Gustav Willeit
Ein neues Zentrum für Kultur und Gemeinschaft in Franzensfeste
Wo einst das ANAS-Straßenhaus stand, verbindet das Km. 488 heute die Geschichte des Ortes mit moderner Architektur.
Gemeinschaft. Es soll Menschen jeden Alters zusammenbringen und das Miteinander in der Gemeinde stärken.
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er heute durch Franzensfeste fährt, kommt am neuen Km. 488 kaum vorbei. Mit seiner roten
Sichtbetonfassade und seiner skulpturalen Form setzt das Haus der Begegnung einen unverwechselbaren Akzent im
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Fast zwanzig Jahre nach den ersten Überlegungen erhält Franzensfeste mit dem Km. 488 ein neues Zentrum für Kultur und
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Fotos: Gustav Willeit
SONDERSEITEN: KM. 488 HAUS DER BEGEGNUNG
Die markante Fassade aus pompejanisch rotem Sichtbeton verleiht dem Km. 488 seinen unverwechselbaren Charakter. Großzügige Verglasungen im Erdgeschoss schaffen Offenheit und verbinden den Innenraum mit dem öffentlichen Raum. erschien mir zu kurz gegriffen“, erklärt Klapfer. Da sich in der Umgebung bereits gut ausgestattete Bibliotheken befinden, entwickelte sich aus der ursprünglichen Idee Schritt für Schritt das Konzept eines Hauses der Begegnung – offen für alle Generationen und unterschiedlichste Aktivitäten.
Die Bevölkerung plante mit
Ortsbild. Doch hinter dem auffälligen Bau verbirgt sich eine Geschichte, die fast zwanzig Jahre zurückreicht. Die Idee entstand bereits 2006, als in Franzensfeste der
Bau einer neuen Bibliothek geplant wurde. Als Thomas Klapfer 2015 das Amt des Bürgermeisters übernahm, stellte er das Vorhaben jedoch grundlegend infrage. „Eine Bibliothek
Erwin Gramm Per. Ind.
Von Anfang an war klar, dass dieses Haus nicht ausschließlich am Reißbrett entstehen sollte. Die Gemeinde entschied sich bewusst dafür, die Bevölkerung in die Planung einzubinden. Gemeinsam mit der Freien Universität Bozen wurden Workshops organisiert, Arbeitsgruppen gebildet und Straßeninterviews mit Bürgerinnen und Bürgern geführt. Aus diesen Gesprächen entwickelte sich schließlich das Raumprogramm des neuen Hauses. Die Ergebnisse dieser Gespräche bildeten die Grundlage für den Architekturwettbe-
werb. Gesucht wurde kein klassisches Kulturhaus, sondern ein Gebäude, das möglichst viele unterschiedliche Nutzungen unter einem Dach vereint.
Ein Name mit Geschichte Ursprünglich war vorgesehen, den Neubau schlicht „Haus der Begegnung“ zu nennen. Da sich dieser Begriff jedoch nicht zufriedenstellend in beide Landessprachen übertragen ließ, entschied man sich für einen Namen mit lokalem Bezug. An derselben Stelle stand jahrzehntelang ein Gebäude der italienischen Straßenverwaltung ANAS. Wie alle Straßenhäuser entlang der Brennerstaatsstraße (Strada Statale dell’Abetone e del Brennero) trug es den jeweiligen Straßenkilometer im Namen. Das Straßenhaus von Franzensfeste lag bei Kilometer 488 – daher trägt auch das neue Haus diesen Namen und knüpft damit an die Geschichte des Ortes an.
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SONDERSEITEN: KM. 488 HAUS DER BEGEGNUNG
Fotos: Gustav Willeit
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Im Inneren setzt sich die warme Farbwelt der Fassade fort. Flexible Räume und eine Küche laden zum Verweilen ein.
Ein selbstbewusstes architektonisches Zeichen
Begegnung auf mehreren Ebenen
Das Km. 488 hebt sich bewusst von der umliegenden Wohnbebauung ab. Seine polygonale, beinahe archaisch anmutende Turmform verleiht dem Gebäude eine starke Präsenz im Ortszentrum. Prägend ist die Fassade aus pompejanisch rotem Sichtbeton sowie die unterschiedlich großen und scheinbar frei angeordneten Fensteröffnungen, die die klassischen Geschosse optisch auflösen und dem Bau eine skulpturale Wirkung verleihen. Der Entwurf stammt vom Brixner Architekturbüro KUP – ARCH rund um Architekt Anton Treyer, das den Architekturwettbewerb 2021 für sich entschied. Auch die Wettbewerbsjury zeigte sich vom Entwurf überzeugt. Sie würdigte das Km. 488 als identitätsstiftenden Treffpunkt, der Architektur, Funktion und Ortsbild gelungen miteinander verbindet.
Auch im Inneren folgt das Gebäude konsequent seinem Begegnungskonzept. Aufgrund des kleinen Bauplatzes entstand ein kompakter, vertikal organisierter Bau. Im Erdgeschoss lädt ein offenes Foyer zum Ankommen ein. Darüber befinden sich eine Bibliothek mit Lese- und Spielbereich, eine gemeinschaftliche Küche sowie flexibel nutzbare Räume für Workshops, Vorträge, Ausstellungen und Veranstaltungen. Abgerundet wird das Raumangebot durch eine Dachterrasse mit Blick auf die umliegende Bergwelt. Eine markante Treppe verbindet alle Ebenen des Hauses.
Das Haus öffnet seine Türen Mit der geplanten Eröffnung am 19. September startet das Km. 488 in seine eigentliche Aufgabe. Die Führung des Hauses übernimmt ein Verein aus Franzensfeste, der den
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neuen Treffpunkt mit Veranstaltungen und Aktivitäten beleben wird. Für Bürgermeister Thomas Klapfer ist mit dem Haus ein besonderes Projekt Wirklichkeit geworden: „Ich bin stolz darauf, dass es uns in Franzensfeste gelungen ist, so ein modernes und besonderes Haus zu errichten. Ich denke, es ist auch architektonisch etwas Besonderes. Nun wünsche
ich mir, dass es uns gelingt, auch inhaltlich etwas Besonderes daraus zu machen – einen Treffpunkt unserer inzwischen sehr bunten Gesellschaft, damit man sich kennenlernt, sich näher kommt und das eine oder andere Vorurteil abgebaut werden kann. Ich hoffe, dass die Menschen das Haus aktiv nutzen und mit Leben füllen.“ © Alle Rechte vorbehalten