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Zeit für neue

Energie

Wie Südtirol den Weg in eine nachhaltige Zukunft gestaltet

Die Energiewende ist längst keine abstrakte Zukunftsvision mehr. Steigende Energiepreise, geopolitische Krisen und die Folgen des Klimawandels haben deutlich gemacht, wie dringend ein Umdenken notwendig ist. Erneuerbare Energien entwickeln sich dabei zum zentralen Schlüs sel für Versorgungssicherheit,

wirtschaftliche Stabilität und nachhaltiges Wachstum. Auch Südtirol verfolgt ehrgeizige Ziele: Mit dem Klimaplan Südtirol 2040 soll das Land Schritt für Schritt klimaneutral werden. Im Fokus stehen dabei der Ausbau erneu-

Erneuerbare Energien bilden die Grundlage für eine nachhaltige Zukunft. Mit innovativen Technologien und regionalen Lösungen soll die Energieversorgung Schritt für Schritt klimafreundlicher werden.

sind. Gleichzeitig nehmen die Auswirkungen des Klimawandels immer stärker zu – mit Hitzewellen, Extremwetterereignissen, Wasserknappheit und steigenden Umweltbelastungen.

Die weltweiten Krisen der vergangenen Jahre haben deutlich gezeigt, wieabhängigmoderneGesellschaften von fossilen Brennsto en und internationalen Energiemärkten geworden

Vor allem die Energiekrise infolge des Ukraine-Krieges hat vielen Ländern vor Augen geführt, wie verletzlich globale Versorgungssysteme sind. HoheEnergiepreise,Unsicherheiten bei Gaslieferungen und die starke Abhängigkeit von Importen haben die DiskussionrundumerneuerbareEnergienzusätzlichbeschleunigt.

Dabei geht es längst nicht mehrausschließlichumKlimaschutz. Erneuerbare Energien gelten heute zunehmend als wirtschaftlicheundstrategische

Standards.

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Notwendigkeit. Regionen und Staaten,diefrühzeitigaufnachhaltige Energiequellen setzen, stärken ihre Unabhängigkeit, scha en neue Arbeitsplätze und investieren in langfristige Versorgungssicherheit.

Auch Unternehmen erkennen immer stärker, dass nachhaltige Energieversor-

gung zum Wettbewerbsfaktor wird. Energiee zienz, CO₂Reduktion und regionale Versorgungssysteme spielen mittlerweile in vielen Branchen eine zentrale Rolle.

Südtirols Klimaplan Südtirol verfolgt mit dem „Klimaplan Südtirol 2040“ ein

ambitioniertes Energie- und Klimaprojekt. Das Ziel ist klar de niert: Südtirol soll bis 2040 klimaneutralwerden.

Um dieses Ziel zu erreichen, setzt das Land auf den Ausbau erneuerbarer Energien, mehr Energiee zienzundeinedeutliche Reduktion der Treibhausgasemissionen. Laut Klima-

Green Energy

KEIN THEMA

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plan sollen diese bis 2030 im Vergleich zum Jahr 2019 um 55 Prozent sinken, bis 2037 sogar um70Prozent.Gleichzeitigsoll der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Energieverbrauchdeutlichsteigen.

Besonders im Fokus steht dabeidiePhotovoltaik.Bis2030 sollen laut Klimaplan zusätzliche 400 Megawatt Photovoltaikleistunginstalliertwerden.Bis 2037sollsichdieserAusbauauf insgesamt rund 800 Megawatt erhöhen. Damit setzt Südtirol verstärktaufSonnenenergieals wichtigenBausteinderzukünftigenStromversorgung.

Bereits heute zeigt sich, wie dynamisch sich dieser Bereich entwickelt. Laut aktuellem Monitoring verläuft der Ausbau der Photovoltaik in Südtirol weiterhin positiv. Immer mehr private Haushalte, Unternehmen und ö entliche Einrichtungen investieren in Solaranlagen.

Das Land unterstützt diese Entwicklung mit umfangreichen Förderprogrammen. So werden unter anderem Investitionen in Photovoltaikanlagen und Wärmepumpensysteme

Wasserkraft prägt die Energieversorgung Südtirols seit Generationen.

gefördert. Ziel ist es, die Energieversorgung stärker zu regionalisieren und gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Energieträgernzureduzieren.

Sonnenenergie als Wachstumsmotor

Die Solarenergie entwickelt sich weltweit zu einer der wichtigsten Energiequellen überhaupt. Moderne Photovoltaikanlagen arbeiten heute deutlich e zienter als noch vor wenigen Jahren. Gleichzeitig sinken die Kosten für InstallationundBetriebkontinuierlich.

GeradeSüdtirolverfügtaufgrund seiner geogra schen Lage über hervorragende Voraussetzungen für die Nutzung von Sonnenenergie. Zahlreiche Dach ächen von Wohnhäusern, Hotels, Betrieben und ö entlichen Gebäuden bietengroßesPotenzialfürdie regionaleStromproduktion.

Immer stärker rücken dabei auch neue Konzepte in den Mittelpunkt. Neben klassischen Dachanlagen gewinnen sogenannte Energiegemeinschaften zunehmend an Bedeutung. Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen oder Gemeinden schließen sich zusammen, um gemeinsam Strom aus erneuerbaren Quellen zu produzieren und zu nutzen. Überschüssige

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Energie kann innerhalb der Gemeinschaft verteilt werden, wodurch lokale Kreisläufe gestärkt und Energiekosten reduziertwerden.

Auch die Landwirtschaft rückt zunehmend in den Fokus neuer Energiekonzepte. Agri-Photovoltaik-Anlagen ermöglichen es, landwirtschaftliche Flächen gleichzeitig für den Anbau von Nutzp anzen und die Erzeugung von Solarstrom zu nutzen. Erste Projekte und neue Regelungen zeigen, dass auch in Südtirol an Lösungen gearbeitet wird, um Energieproduktion und Landwirtschaft sinnvoll miteinanderzuverbinden.

Wasserkraft bleibt eine tragende Säule

Neben der Sonnenenergie bleibt die Wasserkraft weiterhin ein zentraler Bestandteil der Südtiroler Energieversorgung. Aufgrund seiner alpinen Lage verfügt das Land seit Jahrzehnten über eine starke Wasserkraftinfrastruktur. Flüsse,BächeundSpeicheranlagen liefern einen erheblichen Anteil des regional produzierten Stroms.

Besonders Speicherkraftwerkespielendabeieinewichtige Rolle, da sie exibel auf SchwankungenimStrombedarf reagierenkönnen.Zunehmend

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Holz, Hackschnitzel und organische

Reststoffe können nachhaltig zur Erzeugung von Wärme und Strom genutzt werden.

an Bedeutung gewinnen außerdem Pumpspeicherkraftwerke. Überschüssiger Strom aus Solar- oder Windkraftanlagen wird genutzt, um Wasser in höher gelegene Speicherbecken zu pumpen. Bei steigendem Energiebedarf ießt das WasserwiedertalwärtsunderzeugtdabeiStrom.

Erneuerbare Energien liefern jedoch nicht jederzeit gleich viel Strom. Genau hier kommt den PumpspeicherkraftwerkeneinezentraleRolle zu: Sie speichern überschüssige Energie und machen sie dann verfügbar, wenn sie tatsächlich benötigt wird. Damit werdensiezueinemwichtigen

Baustein der modernen Energieversorgung.

Gleichzeitig steht auch die Wasserkraft vor neuen Herausforderungen. Der Klimawandel verändert langfristig Niederschlagsmengen und Wasserverfügbarkeit. Sinkende Gletschermassen und zunehmende Wetterextreme könnten die Energieproduktion in Zukunft beein ussen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit den verfügbaren Wasserressourcen wird daher immer wichtiger.

Biomasse und Kreislaufwirtschaft

Biomasse spielt insbesonde-

Großspeicher für erneuerbare Energien gewinnen zunehmend an Bedeutung. Sie helfen dabei, Strom aus Sonne und Wind flexibel verfügbar zu machen und Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

re im ländlichen Raum eine wichtige Rolle. Holz, organische Reststo e und landwirtschaftliche Nebenprodukte können zur Erzeugung von Wärme,StromoderBiogasgenutztwerden.

Hierzulande besitzt Holz traditionell einen hohen Stellenwert als Energieträger. Moderne Pelletheizungen und Biomasseanlagen arbeiten heute deutlich e zienter und emissionsärmer als frühere Heizsysteme. Gleichzeitig stärkt die Nutzung regionaler Rohsto e die lokale Wertschöpfung. Auch Reststo e aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion lassen sich energetisch nutzen. Organische Abfälle können in Biogasanlagenverarbeitetund zur Energiegewinnung eingesetztwerden.

Die Energie aus der Tiefe Neben Sonnenenergie, Wasserkraft und Biomasse spielt auch die Geothermie eine wichtige Rolle in der nachhaltigen Energieversorgung. Wärmepumpensysteme nutzen die im Erdreich, im GrundwasseroderinderLuftgespeicherte Energie zum Heizen und Kühlen von Gebäuden. In Kombination mit Photovoltaikanlagen bieten sie eine klimafreundliche Alternative zu fossilen Heizsystemen und werden durch verschiedene Förderprogrammeunterstützt.

Neue Technologien verändern den Energiemarkt Die Energiewende wird nicht allein durch erneuerbare Energiequellen vorangetrieben. Auch technologische In-

novationen verändern die Art undWeise,wieEnergieproduziert, gespeichert und verteilt wird.

Besonders Batteriespeicher gelten als wichtiger Baustein der zukünftigen Energieversorgung. Sie ermöglichen es, überschüssigen Strom aus Photovoltaikanlagen zu speichern und bei Bedarf wieder verfügbar zu machen. Dadurch wird erneuerbare Energie exibler nutzbar und unabhängigervonTageszeitoder Wetterbedingungen.

Eine wichtige Rolle spielen zudem intelligente Stromnetze, sogenannte Smart Grids. Sie vernetzen Stromerzeuger, Speicher und Verbraucher digital miteinander und ermöglichen eine e zientere Steuerung des Energieverbrauchs. Gebäude, Fahrzeuge und Energiesysteme kommunizieren dabei zunehmend miteinanderundscha enneueMöglichkeitenfüreinenachhaltige Energieversorgung.

Auch Wassersto rückt immer stärker in den Fokus. Grüner Wassersto wird mithilfe erneuerbarer Energien produziert und könnte künftig vor allem in der Industrie, im Schwerverkehr und in energieintensiven Bereichen eine wichtigeRollespielen.

Während Windenergie internationalzudenwichtigsten erneuerbaren Energiequellen zählt,spieltsieinSüdtirolaufgrund der geogra schen Gegebenheiten bislang nur eine untergeordnete Rolle. Der Schwerpunkt liegt derzeit klar aufdemAusbauvonPhotovoltaikundWasserkraft.

Die Intelligenz der Energie ... wenn KI in Gebäude und industrielle Prozesse Einzug hält

Energie ist längst nicht mehr nur eine Frage der Erzeugung und des Vertriebs, sondern zunehmend auch der intelligenten Steuerung von Verbräuchen. Die Energiewende entscheidet sich heute ebenso darin, Energie innerhalb von Gebäuden, Infrastrukturen und Produktionsprozessen effizienter zu nutzen.

IndiesemKontextübernimmt die künstliche Intelligenz eine zentrale Rolle. Sie ist nichtmehrnureineexperimentelle Technologie oder auf Forschungslabore beschränkt, sondern ein konkretes Instrument, das automatische Entscheidungen unterstützt, Energiebedarf vorhersagt und den Betrieb von AnlageninEchtzeitoptimiert. Die Entwicklung digitaler Plattformen im Energiebereich folgt genau diesem Ansatz: Daten sammeln, sie mithilfe fortschrittlicher Algorithmen interpretieren und in Maßnahmen übersetzen, die Verschwendung, Verbrauch und Emissionen reduzieren. Dieses Prinzip ndet in unterschiedlichsten

Bereichen Anwendung, von öffentlichen Gebäuden über große Infrastrukturen bis hin zu besonders energieintensiven Industrieanlagen.

Ein konkretes Beispiel: die Plattform Sybil von Alperia

Zu den fortschrittlichsten Beispielen in Italien zählt die Plattform Sybil von Alperia: ein Ökosystem für fortschrittliche Automatisierung, das auf prädiktiven Modellen und KI-Algorithmen zur Steigerung der Energiee zienz basiert. Die Plattform entstand aus der Forschungsarbeit der Unternehmensgruppe und nutzt Verfahren der prädiktiven Steuerung, um Prozessdynamiken frühzeitig zu erkennen und

den Anlagenbetrieb dynamisch anzupassen.

Dabei werden 2 Ziele verfolgt: die Steigerung der Energiee zienz und die Reduktion des Verbrauchs – bei gleichzeitig hohen Standards in BezugaufKomfort,Betriebskontinuität und Prozessqualität. Diese Lösungen kommen sowohl in der energetischen Sanierung von Gebäuden als auch bei der Dekarbonisierung von Produktionssystemendurchfortschrittliche AutomatisierungstechnologienzumEinsatz.

Anwendungen in Gebäuden und Infrastrukturen

In komplexen Gebäuden ermöglicht künstliche Intelligenz beispielsweise die Optimierung von Heizungs- und Klimaanlagen, indem Verbrauch und Leistung an klimatische Bedingungen, Raumauslastung und Nutzerverhalten angepasst werden.InEinrichtungenwieSchulen,Büros,großenInfrastrukturdrehkreuzen trägt dieser Ansatz dazu bei, Energieverschwendung zu reduzieren und die Betriebssteuerungzuverbessern.

Noch strategischer wird der

Einsatz von KI in hochkomplexen Infrastrukturen wie Flughäfen, großen Verwaltungsgebäuden, in denen Tausende Variablen gleichzeitig gesteuert werden müssen. Hier analysieren Algorithmen große Datenmengen und greifen in Echtzeit in die Anlagenregelung ein, mit messbarenwirtschaftlichenund ökologischenVorteilen.

Wachsender Einsatz in der Industrie

AuchdieIndustriezähltheute zu den wichtigsten Anwendungsfeldern dieser Technologien. Mithilfe fortschrittlicher mathematischer Modelle und Machine-Learning-Systemen lassen sich Energieverbräuche in der Produktion prognostizieren, Arbeitsprozesse optimieren und E zienzverluste erkennen, die mit herkömmlichen Methoden oft verborgen bleiben –selbst in besonders energieintensivenSektoren.

Ein intelligentes Energiesystem der Zukunft

Die Entwicklung ist eindeutig: Energie wird zunehmend zu einem intelligenten, vernetzten System, das in Gebäude, InfrastrukturenundProduktionsprozesse integriert ist. Die eigentliche Innovation liegt nicht allein inderErzeugungausnachhaltigen Quellen, sondern vor allem in der Fähigkeit, Energie dank künstlicher Intelligenz bewusster, e zienter und bedarfsgerechterzunutzen.

Headquarters Alperia Bozen
Sybil FW im Fernheizwerk Klausen

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