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Radius Energie & Umwelt 2014

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Wasserkraft Energieverband

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Herausgeber: Athesia Druck GmbH, Bozen, Eintrag LG Bozen

Nr. 26/01, am 27.11.2001

Chefredakteur und Projektleiter: Franz Wimmer

Produktion/Redaktion: Magdalena Pöder Verkaufsleitung/Koordination:

Marita Wimmer

Redaktion: Claudia Schwarze, Marita Wimmer, Nicole D. Steiner, Susanne Rude, Annamarie Huber, Miriam Rieder, Franz Wimmer

Werbung/Verkauf:

Lorenz Mederle, Marita Wimmer

Verwaltung: Kapuzinergasse 5 39100 Bozen | Tel. 0471 081 561 info@mediaradius.it | www.mediaradius.it

inhaltsverzeichnis

Aktuell

EnergieUmwelt

Fotos: LPA, Etschwerke Trading GmbH, Landesabteilung Wasserschutzbauten, Sel AG, dpa/Agentur für Erneuerbare Energie, SEAB, Dolomiten-Archiv, Georg Hochkofler, Davide Da Ponte, shutterstock, verschiedene Privat-, Firmen- und OnlineArchive sowie Verkaufsunterlagen.

Konzept und Abwicklung: King Laurin GmbH, Eppan Grafik/Layout: Georg Hochkofler

Lektorat: Magdalena Pöder, Ulrike Schwarz

Produktion: Athesia Druck Bozen GmbH www.athesiagruppe.com

Vertrieb: Als „Dolomiten“-Beilage und im Postversand

Druckauflage: 25.000 Stück

Preis: Einzelpreis 2 Euro, A+D: 2,50 Euro

Die Redaktion übernimmt keinerlei Haftung für die Inhalte der Werbeseiten, PR-Seiten und der angeführten Webseiten.

06

Historische Entwicklung der Wasserkraft

08 Land unter am Reschenpass

10 Millionen aus Wasserkraft für Umweltmaßnahmen

12 Wasserkraft ist Allgemeingut 14 Gemeinsam tragfähige Lösungen finden

34 Wasserstoff-Autos zu vermieten …

44 Der Strom aus dem Bioabfall

46 KlimaHaus Awards 2014

50 Energiegeladene Architektur

52 Saubere Energie entwickelt

53 Pelton, Francis oder Kaplan

54 Abfall ist nicht nur einfach Müll

62 Golf: Radius Top-100-Golf-Trophy

Rubriken

56 Portrait: Chefetage der Troyer AG

58 Gesundheit: Energiebahnen – Meridiane

60 Bunte Meldungen

Wassersto -Autos zu vermieten ... Das Projekt HyFIVE ist das wichtigste Projekt der EU zur Einführung von Brennstoffzellen-PKWs in Europa; Bozen ist in führender Rolle mit dabei. 34

Service | Firmenportraits

09 Amt für Energieeinsparung, Bozen

16 Südtiroler Energieverband, Bozen

17 Psaier&Unterberger energy.studio, Brixen

18 Sel AG, Bozen

24 Eisackwerk Mühlbach GmbH, Bozen

27 Energy.dis GmbH, Brixen

28 PVEnergy GmbH, Auer

30 Ing.Studio Blasbichler GmbH, Brixen

31 Elpo GmbH, Bruneck

32 IFA Energy Service GmbH, Neumarkt

33 Finstral AG, Unterinn

35 Energy.invest, Brixen

36 Lavarent GmbH, Sarnthein

38 Geoliving GmbH, Bozen

40 Energy.360°, Brixen

42 Gemeinde Sand in Taufers

55 Burkhardt GmbH, Mühlhausen

59 Leitlhof KG, Innichen

Energiegeladene Architektur

Über hundert Jahre Wasserkraft sind auch ein Spiegelbild der Architektur vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute.

KlimaHaus Awards 2014

Der Renaissance-Hof im Schloss Maretsch diente am Freitag, den 5. September, als Bühne für die KlimaHaus Awards: der Prämierung der besten im Jahr 2013 zertifizierten KlimaHäuser.

Das Thema Energie ist derzeit in aller Munde. Bei uns geht es um die mögliche Fusion von SEL und AEW, um Konzessionen für Wasserkraft und um Pro und Kontra zur Windkraft. Diskutiert wird auch über den Strompreis der kaum billiger wird, obwohl (überschüssige) elektrische Energie an der Börse zeitweise zum Schleuderpreis gehandelt wird. Der Ukraine-Konflikt samt bevorstehender Steigerung der Gaspreise ist ebenfalls ein Thema. Im internationalen Energiegeschäft ist die Ukraine nämlich näher als man glaubt. Nicht weiter weg als Bozen – Hamburg! Von der heimischen Wasserkraft zum Wasserstoff. Bozen wird dank IIT und dem Wasserstoffzentrum Bozen Süd im gleichen Atemzug mit London, München oder Kopenhagen genannt. Partner sind keine geringeren als Linde, Hyundai, Mercedes, Toyota, KIA, BMW, ÖMV etc. –Bozen im Kreis der ganz Großen. Kompliment! Energieproduktion und der Handel damit sind längst international.

Wenn Südtirol in diesem Geschäft Eigenständigkeit bewahren will, dann nur mit gebündelter Kraft aller Beteiligten und über seine Kompetenz im Bereich der „green-energy“.

Im Portrait … … Norbert Troyer, Simone Bressan und Stefan Troyer, die drei Cousins, die Chefetage der Troyer AG.
Franz Wimmer

Historische Entwicklung der

Das Wasser steht seit Jahrtausenden im Mittelpunkt des magischen und symbolischen Denkens der Menschheit. Fast genauso lange versuchen die Menschen, sich die im Wasser enthaltenen Energien zu Nutze zu machen.

Anfangs noch sehr primitiv, wurden die Methoden und Techniken immer ausgefeilter. Den Anfang machten so genannte „Flodermühlen“ oder Stockmühlen, die dann im Mittelalter technisch so weiterentwickelt wurden, dass Steinmühlen betrieben werden konnten. Sicher ist, dass sich im Alpenraum seit dem 11. Jahrhundert ein reges Mühlenwesen entwickelte. Namen wie Mühlwald und Mühlbach weisen auch heute noch darauf hin. Und nicht nur die Namen sind geblieben. Unzählig waren die Wasserräder, die sich in der Vergangenheit z.B. am Fuße der Seiser Alm bewegten. Bereits im Mittelalter besaß Seis am Schlern eine regelrechte „Industriezone“. Neun Schmiede, drei Gerber und zwei Walker machten sich die Wasserkraft des Frötschbaches zu Nutze, der zudem vier Sägewerke antrieb.

E-Werk Töll erbaut in den Jahren 1895-1897.

Volkswirtschaftliche Nutzung der Wasserkraft

Das erste Elektrizitätswerk in Südtirol wurde 1892 in Sulden errichtet. Zur Jahrhundertwende kam das Wasserkraftwerk Töll hinzu, das Bozen und Meran mit Strom versorgte. Es entstand in dreijähriger Bauzeit von 1896 bis 1898 unter der Leitung des deutschen Ingenieurs Oskar

Wasserkraft

Historische Turbinenanlagen aus dem 19. Jahrhundert

von Miller. Im März 1900 wurde mit dem Bau des Kraftwerkes Gratsch begonnen. Als erstes im Pustertal versorgte es bereits ein Jahr darauf Toblach und weitere zwei Jahre später Innichen mit Strom.

1904 wurde dann das „Malser Haide“-Werk, ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer Gemeinden im oberen Vinschgau, in Betrieb genommen. Mit Beginn der Zwanzigerjahre wurde in Italien der Produktion elektrischer Energie mittels Wasserkraft große Bedeutung beigemessen. In Südtirol begann man deshalb bedeutend früher als in Nordtirol, bereits

Aktuelle Turbinenanlage im E-Werk Naturns

in den Dreißigerjahren, verstärkt mit dem Bau von größeren Wasserkraftwerken.

Entwicklung in Nordtirol

Das erste E-Werk Tirols am Mühlauer Bach in Innsbruck wurde bereits 1888 errichtet und war bis vor wenigen Jahren noch in Betrieb. Erst 36 Jahre später wurde die TIWAG aus der Taufe gehoben. Am 12. Juni 1924 wurde die „Tiroler Wasserkraftwerke Aktiengesellschaft“ von der Stadt Innsbruck dem Land Tirol und einer Gruppe vorwiegend österreichischer Banken gegründet.

Noch im selben Jahr begann sie mit dem Bau des Achenseewerks. Der Gedanke an ein Kraftwerk zu Nutzung des 400 Meter über dem Inntal gelegenen größten Tiroler Sees war schon 1900 aufgetaucht. Das Benediktinerstift Fiecht, über 800 Jahre lang Eigentümer des Sees, hatte noch 1917 selbst ein Projekt eingereicht, musste den See aber 1919 dem Land zum Verkauf anbieten. Das Land lehnte unbegreiflicherweise ab, die Stadt Innsbruck aber griff sofort zu und gab auch gleich bei dem Tiroler Bauunternehmen Innerebner ein Projekt in Auftrag. Zur finanziellen Bewältigung erfolgte die bereits eingangs vermerkte Gründung der TIWAG-Tiroler Wasserkraft Aktiengesellschaft.

Das erste Elektrizitäts- und Kraftübertragungswerk Tirols am Mühlauer Bach in Innsbruck, errichtet 1888, in Betrieb bis Ende 2005.

Land unter am Reschenpass

Fortschritt nicht ohne Leid: Mit der Planung von Stauanlagen und dem Bau verschiedener Großprojekte in Südtirol sind im vergangenen Jahrhundert unzählige menschliche Schicksale verbunden. Am bekanntesten ist die Geschichte des Reschenstausees.

Das erste Projekt zur Aufstauung der Seen von Graun und Reschen wurde bereits 1911 durch Prof. Richard von Klebelsberg erstellt. Es wurde, wie auch folgende Pläne, auf Grund eingebrachter Proteste abgelehnt. Mit der zunehmenden Industrialisierung stieg in Italien auch der Strombedarf. So wurden die Pläne, mit Hilfe großer Stauanlagen Strom zu erzeugen, wieder aufgegriffen und Rom erteilte die Genehmigung zum Beginn der Bauarbeiten. Die Bevölkerung war zu diesem Zeitpunkt noch gänzlich über ihre Zukunft im Unklaren gelassen worden. Doch kurz darauf begann die Zwangsenteignung der Grundstücke. Bauarbeiter aus allen Provinzen Italiens wurden für die Arbeiten herangezogen, die 1943 auf Grund der Kriegslage zum Stillstand kamen.

Es wird ge utet

Erst als 1946 endgültig feststand, dass Südtirol bei Italien verbleiben würde, nahm Montecatini die Bauarbeiten wieder auf. Jetzt wurde erstmals die Bevölkerung über das gesamte Ausmaß der geplanten Arbeiten informiert. Es stellte sich heraus, dass Graun komplett, Reschen und die Fraktion St. Valentin zu großen Teilen in den Fluten verschwinden würden. Insgesamt sollten sieben Quadratkilometer bestes Ackerland überschwemmt werden.

Am 1. August 1949 wurden zum ersten Mal die Schleusen geschlossen. Die ersten Häuser standen bald unter Wasser, die Bauern hatten nicht einmal die Möglichkeit, ihre Ernte einzubringen. Die örtliche Bevölkerung, mit Spottpreisen für ihre Ländereien und Immobilien abgespeist, wurde in die hastig errichteten neuen Dörfer und die Barackensied-

lung am Eingang des Langtauferer Tales umgesiedelt. Im Sommer 1950 versanken dann das ganze Dorf Graun und ein großer Teil Reschens im Stausee. Nur der romanische Turm aus dem 14. Jahrhundert blieb auf Anweisungen des Denkmalamtes unangetastet. Er ist heute Wappenzeichen, Mahnmal und Zeugnis des versunkenen Dorfes Graun und seiner verlorenen Kultur.

Ähnliche Schicksalsschläge im ganzen Land Nicht nur die Menschen von Graun und Reschen mussten den steigenden Wassermassen weichen. Ein ähnliches Schicksal hatte die Bevölkerung bereits zehn Jahre zuvor in Franzensfeste und Mühlbach beim Bau der Stauseen zu ertragen. Zwischen 1938 und 1940 verschwand die kleine Ortschaft Unterau von Franzensfeste in den Fluten des Eisacks. In Mühlbach gingen mehrere Höfe und große landwirtschaftliche Nutzflächen verloren. Auch dem Bau des Vernagtstausees in Schnals fielen sechs Höfe zum Opfer. Einige der angestrebten Projekte, wie die der Aufstauung der Ahr und des Rötbaches im Ahrntal und die Anlegung von sieben Stauseen im Passeiertal, die unter anderem Pfelders überflutet hätten, konnten durch Proteste der Bevölkerung, des Landes und der Gemeinden zu Fall gebracht werden. Auch die Vorhaben im Gebiet Hafling – Vöran – Mölten, wo zwei Stauseen entstehen sollten, und die Anlage eines Kraftwerkes bei Pfatten wurden glücklicher Weise niemals realisiert. Als letztes Projekt geisterte ein Großkraftwerk in Rein/Taufers durch die Köpfe einiger Planer. Das endgültige Aus dafür kam erst Anfang der Achzigerjahre.

Mehr sehen mit weniger Licht

Nacht für Nacht beleuchten tausende Lichtquellen unseren Lebensraum. Ausgehend von Städten, Ortschaften, Straßen, Diskotheken dehnen sich künstliche Beleuchtungen immer mehr auch in Bereiche aus, wo sie bis vor einigen Jahren noch undenkbar waren. Die nächtliche Beleuchtung von Rodelpisten und Skigebieten sowie von Bergstationen von Seilbahnen erhellt den Himmel auch in entlegenen Berggebieten.

Die nächtliche Lichtkonzentration ist im letzten Jahrhundert stetig gestiegen und geht vielerorts weit über das Bedürfnis nach Sicherheit hinaus. Ein wesentlicher Teil der künstlichen Lichtquellen ist ästhetisch-dekorativ oder dient Werbe- und Marketingzwecken. Nicht grundlos spricht man heute von Lichtverschmutzung. Dies bedeutet die Verschmutzung der Umwelt durch reflektierendes und gestreutes Licht von künstlichen Beleuchtungsanlagen.

Lichtverschmutzung stellt aber nicht nur ein Problem für Astronomen dar, da die Aufhellung des Nachthimmels ihre Beobachtungen stört, sondern beeinträchtigt auch unseren Lebensraum, unsere nächtliche Ruhe und Erholung und ist mit negativen Folgen für Pflanzen und Tiere verbunden.

Stopp der Lichtverschmutzung

Die „erhellte“ Nacht beeinflusst den natürlichen Tag-NachtRhythmus des Menschen; Schlafstörungen, Energielosigkeit und andere Folgeerkrankungen können die Auswirkungen von Lichtemissionen auf das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen sein. Schlechte und ineffiziente Beleuchtungsanlagen, deren Licht keinen Beleuchtungszweck erfüllt und unnötig in den Nachthimmel gestrahlt wird, verschwenden Energie. Dies wiederum belastet durch den Energieverbrauch die Umwelt und führt in der Folge zu einer erhöhten Kohlendioxidemission in die Atmosphäre.

Richtlinien für Beleuchtung

Auch die Landesregierung der Autonomen Provinz Bozen hat sich mit dem Thema beschäftigt und eine Richtlinie zur Einschränkung der Lichtverschmutzung und zur Energie-

einsparung festgelegt. Diese regelt den Bau neuer Anlagen zur öffentlichen Außenbeleuchtung. Die Richtlinie zielt aber auch auf die stufenweise Anpassung bereits bestehender öffentlicher Außenbeleuchtungen in Südtirol ab. „Damit wollen wir das Bewusstsein stärken, etwas gegen die Lichtverschmutzung tun, unseren Energieverbrauch senken und damit auch die Kosten für die Öffentlichkeit reduzieren,“ so der zuständige Landesrat Florian Mussner. Unlängst wurde die Südtiroler Richtlinie vom Projekt „Sternenpark Schwäbische Alb“ (Baden Württemberg) als Vorbild für eine noch auszuarbeitende Richtlinie zur Vermeidung der Lichtverschmutzung in Deutschland bezeichnet und die Vorreiterrolle Südtirols unterstrichen.

Lösungen, wie abgeschirmte Leuchten (Full-cut-off), effizientere Lampen, die mit weniger Leistung gleich viel Licht erzeugen, die Verwendung von Bewegungsmeldern, die Reduzierung der Beleuchtungsdauer in der Nacht, eine gezielt ausgerichtete Beleuchtung (von oben nach unten, denn das Licht, das Richtung Himmel geht, ist energietechnisch verloren), um nur einige zu nennen, leisten einen wesentlichen Beitrag, der Lichtverschmutzung vorzubeugen.

Südtirol als Beispiel

Es gibt auch bereits einige Positivbeispiele in Südtirol. Laut einer, im August dieses Jahres durch das „Istituto di scienza e tecnologia dell’inquinamento luminoso“, Thiene (VI) durchgeführten Erhebung, ist das Ahrntal eines der dunkelsten Gebiete Europas. Der Präsident von „CieloBuio“, Fabio Falchi, der persönlich die Erhebung durchgeführt hat, betont dabei, dass solche Gebiete einen unschätzbaren ökologischen, kulturellen und touristischen Wert haben. Diesen Wert gilt es zu bewahren.

INFO

Amt für Energieeinsparung

Mendelstraße 33 | 39100 Bozen Tel. 0471 414 720 energieeinsparung@provinz.bz.it www.provinz.bz.it/umweltagentur

Millionen aus Wasserkraft für

Südtirol hat als einzige Provinz Italiens im Jahr 2010 Großwasserkonzessionen mit Umweltplänen ausgeschrieben. Damit kommen die sogenannten Ufergemeinden und das Land seit 2011 in den Genuss von Umweltgeldern für Maßnahmen zur Verbesserung von Landschaft und Umwelt.

Dem Land und den sog. Ufergemeinden stehen von 2010 bis 2014 376,5 Millionen Euro an Umweltgeldern aus Wasserkraft zur Verfügung. Die Gelder müssen von den Konzessionären der Wasserkraftwerke bezahlt werden, seitdem Südtirol im Jahr 2010 – als einzige Provinz in Italien – Großwasserkonzessionen mit Umweltplänen ausgeschrieben hat. Damit können viele Umweltmaßnahmen – von der Revitalisierung von Gewässern bis hin zur energetischen Sanierung von Gebäuden – realisiert werden. „Die Umweltgelder stellen einerseits eine Entschädigung für die Belastungen durch die Wasserkraftwerke dar und erlauben andererseits sinnvolle und nachhaltige Umweltinvestitionen, die dem Land, den betroffenen Ufergemeinden und letztendlich auch der lokalen Wirtschaft durch die Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen zugutekommen“, so Landesrat Richard Theiner.

Genaue Umweltpläne de niert Alle drei Jahre wird eine Einigung zwischen Land, Gemeinden und Konzessionären getroffen, wie die Umweltgelder verteilt und für welche Umweltmaßnahmen die Gelder benützt werden. Die für den Zeitraum von 2011 bis 2013 vorgesehenen Umweltgelder wurden bereits von der Betreibergesellschaft SE Hydropower zur Gänze dem Land und den 22 Ufergemeinden überwiesen, die von den zehn Kraftwerken der SE Hydropower (Sarnthein, Lappach, St. Walburg/Kuppelwies, Lana, St. Pankraz, Brixen, Kardaun, Mühlen, St. Anton, Waidbruck) betroffen sind.

Energieeinsparung, Trinkwasser- und Wegenetz Insgesamt handelt es sich dabei um 31,5 Mio. Euro. Davon wurden bereits rund 21,2 Mio. Euro an die betroffenen Gemeinden und rund 10,3 Mio. Euro an das Land überwiesen. 60 Prozent der in den Gemeinden geplanten Projekte wurden bereits verwirklicht. Die Gemeinden investieren die Gelder vor allem in die Energieeinsparung, die Abwasserentsorgung, die Trinkwasserleitungen, die Verbesserung des Wegenetzes und in die energetische Sanierung von öffentlichen Gebäuden. So hat beispielsweise die Gemeinde Sarnthein eine umfassende Sanierung der Kanalisierung in den 28 Fraktionen in Angriff genommen, die 370 Lichtpunkte im Gemeindegebiet auf energiesparende LED-Lampen umgestellt und das Schulgebäude mit einer energieautarken Hackschnitzel- und Photovoltaikanlage ausgestattet. Die Gemeinde Ulten investiert unter anderem ins Rad- und Wandernetz, in die Umweltbildung im Nationalpark Stilfser Joch, in die Winterschule und in die Gestaltung einer Naherholungszone am Zoggler Stausee.

Revitalisierung der Gewässer „Die Umweltmaßnahmen des Landes betreffen insbesondere die Revitalisierung, die Strukturverbesserung und die Aufwertung des Lebensraums Gewässer, die Wiederherstellung der Fischpassierbarkeit und des Transports der Sedimente“, erklärte Peter Hecher von der Landesabteilung Wasserschutzbauten. Denn Umweltschäden würden durch Wasserkraftwerke, speziell durch Speicherkraftwerke mit Staubecken in den Fließgewässern, entstehen. „Künstlich und plötzliche Abflussschwankungen, je nach Stromproduktion, im Flussabschnitt unterhalb der Kraftwerke, bewirken lebensfeindliche Bedingungen für Organismen, die sich auf künstliche Schwankungen nicht einstellen können und die Ableitungsbauwerke unterbrechen die Durchgängigkeit für

Eisack bei Blumau vor und nach dem Umbau mit Umweltgeldern: Fische können nun problemlos passieren.
Foto: Landesabteilung Wasserschutzbauten.

Umweltmaßnahmen

Organismen und Sedimente“, beschreibt Hecher die Umweltbelastung durch Wasserkraftwerke.

E zienz und Sicherheit der Anlagen steigern

Auch die Betreibergesellschaft SE-Hydropower setzt Maßnahmen: Umweltgelder in einer Gesamthöhe rund 5,9 Millionen Euro sind verplant, 55 von rund 76 Maßnahmen wurden bereits in Angriff genommen. „Es geht uns darum, die Energieversorgung zu garantieren, die Effizienz und Sicherheit der Anlagen zu steigern, die Umweltbelastungen zu reduzieren und insgesamt einen Mehrwert für Südtirol zu erzielen“, so SEL-Präsident Wolfram Sparber. Was die Umweltpläne 2014 bis 2016 betrifft, die am 1. Juli 2014 von der Landesregierung genehmigt wurden, kann voraussichtlich innerhalb September 2014 die erste Rate von der Betreibergesellschaft SE Hydropower an das Land und die Gemeinden überwiesen werden. Insgesamt stehen für die Dreijahrespläne 2014 bis 2016 rund 32,7 Mio. Euro zur Verfügung. Davon gehen rund 21,8 Mio. Euro an die Ufergemeinden und rund 10,9 Mio. Euro an das Land. Mit diesen Geldern können das Land und die Gemeinden 286 Maßnahmen zur Verbesserung und Sanierung der Umwelt finanzieren.

LR Theiner traf sich kürzlich in Sachen Umweltgelder mit den Verantwortlichen der SE-Hydropower, der SEL, des Landes und der Gemeinden im Kraftwerk Kardaun.

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Wasserkraft ist Allgemeingut

Auch wenn die Materie noch so komplex ist, Landesrat Richard Theiner sieht immer eine Chance für Südtirol, auch in der jetzigen, schwierigen Phase, wo es darum geht, wichtige Akteure der Stromwirtschaft zusammenzubringen.

Radius: Es war Ihre Idee, alle wichtigen Akteure im Energiebereich zu einer Expertenrunde zusammenzuführen.

LR Richard Theiner: Eingesetzt wurde die Energie-Expertenrunde auf meinem Vorschlag hin von der Südtiroler Landesregierung. Die erste Sitzung fand am 19. Februar 2014 in Bozen statt. Dort haben sich die eingeladenen Vertreter der heimischen Energiebetriebe und verschiedener Institutionen im Lande eingefunden. Mittlerweilen haben bereits mehrere sehr intensive Arbeitstreffen stattgefunden. Derzeit befassen sich die Experten mit dem Entwurf für ein neues Landesgesetz, mit dem die kleinen und mittleren Wasserableitungen bis zu drei Megawatt geregelt werden sollen.

Radius: Ist es überhaupt möglich, so viele verschiedene Interessen im Einklang zu bringen?

LR R. Theiner: Wenn rund 20 Fachleute, die seit Jahrzehnten in der Stromwirtschaft tätig sind, sich an einem Tisch mit dem Thema Strom befassen, dann liegt es in der Natur der Sache, dass ebenso viele Meinungen vertreten sind. Das ist auch gut so, denn die Demokratie, die wir ja alle beanspruchen, lebt ja vom Wettbewerb der Meinungen und Ideen. Ich sehe den Expertentisch als große Chance für die Energiepolitik in Südtirol. Durch die Einbeziehung einer Vielzahl von erfahrenen Akteuren im Strombereich kann es

gelingen, die Weichen für die Energiepolitik und -verteilung in Südtirol bestmöglich zu stellen.

Radius: Familien und Unternehmen erwarten sich vor allem Strom zu einem günstigeren Preis.

LR R. Theiner: Uns ist bewusst, dass die Energie ein wesentlicher Kostenfaktor für private Haushalte und Unternehmen ist. Es ist selbstverständlich unser Bemühen, die Voraussetzungen zu schaffen, damit alle Strom zu günstigeren Preisen beziehen können. Ich möchte keine unrealistischen Erwartungen wecken, aber doch feststellen, dass wir vor Augen haben, dass in Südtirol doppelt so viel Strom aus Wasserkraft erzeugt als hier verbraucht wird, und dass die hier ansässigen Familien und Unternehmen auch einen Vorteil daraus ziehen sollen.

Radius: Das Wasser und die Wasserkraft müssen Allgemeingut sein, lautet ein Grundsatz der Südtiroler Landesregierung. Warum will die öffentliche Hand selbst Stromproduzent und Stromverteiler sein?

LR R. Theiner: Sie muss nicht selbst Strom produzieren oder verteilen. Aber wenn das Land nicht selbst über die SEL aktiv geworden wäre, wären viele Konzessionen in der Hand von provinzfremden Betrieben geblieben. Inzwischen ist viel passiert, und auch aufgrund der in der Vergangenheit leider vorgefallenen Unregelmäßigkeiten haben wir einen Energietisch eingerichtet, an dem alle wichtigen Akteure sitzen und wo wir gemeinsam die Spielregeln erarbeiten für

Richard Theiner

Inserat: elektro gostner

die Ausschreibung von Wasserableitungen und die zukünftige Ausrichtung der Südtiroler Strompolitik.

Radius: Die Etschwerke der Städte Bozen und Meran sollen durch eine Fusion mit der SEL ins Boot geholt werden. Wie steht es mit den Verhandlungen?

LR R. Theiner: Auf Eigentümerebene finden derzeit vertiefende Gespräche statt, um die Sinnhaftigkeit und juridische Machbarkeit einer Zusammenarbeit zwischen SEL und Etschwerke zu überprüfen. Beide Eigentümer haben einer genauen Analyse zugestimmt. Mit der Unterstützung von renommierten Beratern hat man begonnen, die Businesspläne zu erstellen, um mögliche Formen der Zusammenarbeit zu analysieren. Innerhalb November 2014 soll die juridische Machbarkeit sowie eine genaue Analyse über die volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Sinnhaftigkeit einer möglichen Zusammenarbeit zwischen SEL und Etschwerke als Entscheidungsgrundlage für alle Beteiligten vorliegen.

Radius: Was ist Ihre Meinung dazu?

LR R. Theiner: Ich berufe mich da auf die Erfahrungswerte der Energieexperten, auf Vergleiche mit dem restlichen Staatsgebiet und darüber hinaus, die aufzeigen, dass eine Zusammenarbeit eine Steigerung der Wirtschaftlichkeit und Konkurrenzfähigkeit der beteiligten Unternehmen mit sich bringen würde. Durch eine gemeinsame Gesellschaft könnte ein langfristig konkurrenzfähiges Unternehmen entstehen, das zu den drei größten Energiedienstleistern im Bereich der erneuerbaren Energien in Italien zählen würde. Dadurch könnte sich auch die Dienstleistungsqualität für die Bürger in Südtirol nochmals verbessern. Meiner Ansicht nach sollte es das Ziel sein, eine wirtschaftlich sinnvolle und zukunftsfähige Lösung zu finden, die den Gemeinden, dem Land und vor allem auch den Bürgern Vorteile bringt. Es geht auch darum, wieder Vertrauen zu schaffen und nach der bestmöglichen Lösung für Südtirol zu suchen.

Radius: Die Südtiroler Landesregierung hat kürzlich Umweltgelder für Schäden aus Wasserkraft genehmigt.

LR R. Theiner: Das ist eine große Errungenschaft: Südtirol hat als einzige Provinz Italiens im Jahr 2010 Großwasserkonzessionen mit Umweltplänen ausgeschrieben. Damit kommen die sogenannten Ufergemeinden und das Land seit 2011 in den Genuss von Umweltgeldern für Maßnahmen zur Verbesserung von Landschaft und Umwelt. Die Umweltgelder stellen einerseits eine Entschädigung für die Belastungen durch die Wasserkraftwerke dar und erlauben andererseits sinnvolle und nachhaltige Umweltinvestitionen. Von 2010 bis 2040 sind Umweltgelder von insgesamt 376,5 Millionen Euro vorgesehen, mit denen Maßnahmen für die Verbesserung und Sanierung der Umwelt finanziert werden können. Dies kommt nicht zuletzt auch der lokalen Wirtschaft zugute, denn durch konkrete Investitionen vor Ort können Arbeitsplätze geschaffen und erhalten werden.

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„Gemeinsam tragfähige

Lösungen

finden“

Am 19. Februar 2014 fand die erste Sitzung der EnergieExpertenrunde statt. Seither haben acht wichtige Tre en stattgefunden. Über die Arbeit der Energieexperten sprach Radius mit dem Koordinator, Ingenieur Georg Wunderer.

Radius: Warum wurde ein Energie-Expertentisch einberufen und welche Ziele werden damit angepeilt?

Georg Wunderer: Die Südtiroler Stromwirtschaft hat eine turbulente Zeit hinter sich. Es gibt eine Reihe von Fragestellungen und Problemen, die vor allem auf strategischer Ebene einer Lösung zuzuführen sind. Aus diesem Grund hat die Landesregierung Anfang des Jahres eine Expertenrunde aus Vertretern der Südtiroler Energieunternehmen einberufen. Ziel und Aufgabe dieses „Energietisches“ ist es, in regelmäßigen Sitzungen zu verschiedenen stromwirtschaftlichen Bereichen Stellung zu nehmen und strategische Leitlinien dazu zu entwerfen. Kooperation ist in der Südtiroler Stromwirtschaft ohne Zweifel in der jetzigen Phase für alle Akteure von großer Wichtigkeit und vor allem auch eine Grundlage, um eine effiziente Neuausrichtung anzugehen. Dazu braucht es einmal die Abstimmung der stromwirtschaftlichen Akteure untereinander und vor allem auch jene der Akteure mit den politisch Verantwortlichen. Nicht mit Konfrontation, sondern mit einer Bündelung der Kräfte, seien diese zentral oder dezentral, wird es gelingen, längst fällige Weichen im Interesse des Landes und der Bevölkerung zu stellen.

Radius: Mit welchen Themen befasst sich der Energie-Expertentisch derzeit?

G. Wunderer: Derzeit befasst sich der Expertentisch mit dem Entwurf für ein neues Landesgesetz, mit dem kleinere und mittlere Ableitungen bis zu 3 MW künftig geregelt werden sollen. Dazu wurden zunächst die Erfahrungen mit dem aktuellen Landesgesetz Nr.7 aus dem Jahr 2005 analysiert und darauf aufbauend die grundlegenden Prinzipien sowie die rechtlichen Innovationen für das neue Landesgesetz artikuliert. In dieser ersten Orientierungsphase wurde auch die Meinung verschiedener Experten sowie die Vorstellungen und Vorschläge für ein neues Landesgesetz eingeholt. Inzwischen liegt ein Entwurf für ein neues Landesgesetz vor. Es wird dann Aufgabe des Landtages sein, sich mit den vom Energietisch erarbeiteten Entwurf zu befassen.

Radius: Es ist sicher eine große Herausforderung, die verschiedenen Interessen und Meinungen im Energiebereich zusammen zu bringen.

G. Wunderer: Die Zusammensetzung des Energietisches ist ohne Zweifel äußerst heterogen. Sie spiegelt die Realität einer vielfältigen Südtiroler Stromwirtschaft aufgrund einer besonderen historischen Entwicklung wider. Neben den großen sind auch die mittleren und kleinen stromwirtschaftlichen Unternehmen aus den verschiedenen Landesteilen mit insgesamt 13 Personen vertreten. Dabei gibt es nicht nur bei den Betriebsgrößen deutliche Unterschiede,

Georg Wunderer

STROM- UND WASSERTECHNIK

auch die Trägerschaftssysteme der Unternehmen, die vertreten werden, sind verschieden. Neben den Vertretern der Genossenschaften sind auch Vertreter privater und öffentlicher Gesellschaften dabei. Zudem nehmen am Energietisch Vertreter des zuständigen Landesamtes sowie Mitglieder des Südtiroler Gemeindeverbandes teil. Meistens ist auch der Landesrat zugegen. Dass bei dieser Zusammensetzung die Standpunkte meist recht unterschiedlich ausfallen würden, war von Anfang an zu erwarten. Trotz der nicht selten konträren Standpunkte kann ich bestätigen, dass stets die Bereitschaft vorhanden war, Vorschläge zu diskutieren und tragfähige Lösungen zu finden.

Radius: Welche wichtigen Aufgaben stehen für die Experten im Energietisch noch an?

G. Wunderer: Ich hoffe, dass bis zum nächsten Energietisch im Oktober das Thema für die Neuregelung der Wasserableitungskonzessionen abgeschlossen werden kann. Danach ist geplant, vor allem strategische Fragen und Themen der Südtiroler Stromwirtschaft in den Bereichen Stromproduktion, Stromverteilung, Stromhandel und Kooperation zu erörtern und diesbezügliche Leitlinien zu definieren. Es muss einfach unser aller Ziel sein, unsere Wasserkraft so gut es geht und so umweltverträglich als möglich über heimische Unternehmen zu nutzen und den wertvollen Wasserkraftstrom auf möglichst direktem Weg den Familien und Betrieben zu fairen Preisen bereitzustellen. Dabei ist dafür zu sorgen, dass Versorgungssysteme zur Anwendung kommen können, die den Konsumenten stärker in das Versorgungssystem involvieren.

- Wasserpumpen für Trink-, Brauchund Abwasser

- Pumpen zur Beförderung von Schlamm und Betonit

- Pumpen für Lebensmittel, Treibstoffe, Rapsöl und Gülle

- Stromgeneratoren Verkauf u. Verleih

- UV-Trinkwasserentkeimung

- Hochdruckreiniger

- Pumpsysteme für Haus und Garten

- Reparaturdienst und Serviceeinsätze

STROM- UND WASSERTECHNIK

TECNOLOGIE IDRO-ELETTRICHE

Die von der Südtiroler Landesregierung eingesetzte Energieexpertenrunde.
Foto: LPA

Small is beautiful

Ohne die vielen kleinen und mittleren Unternehmen und Genossenschaften wäre die Südtiroler Energiewirtschaft kaum vorstellbar. Das ist ein Standortvorteil, der uns von anderen Regionen unterscheidet. Man muss ihn nur nutzen.

Südtirol als Modell für Europa? Warum nicht? Der Boom der erneuerbaren Energie stellt in vielen Ländern über Jahrzehnte gewachsene Strukturen in Frage. Städte und Gemeinden eignen sich ehemalige Stadtwerke neu an oder übernehmen die Stromverteilung, kleine und mittlere Akteure machen plötzlich Großkonzernen Konkurrenz. Wind, Sonne und Wasser lassen sich am besten dezentral und den örtlichen Bedürfnissen gemäß nutzen. In Südtirol hat diese Entwicklung schon Ende des 19. Jahrhunderts begonnen. Und das ist gut so. Denn wir müssen nichts nachholen.

Energie von daheim – nachhaltig und bodenständig

Die Statistik belegt diesen Vorteil: 2012 arbeiteten von den 140 Stromverteilern in Italien immerhin 53 in Südtirol. Natürlich beherrschen die Großverteiler SEL NET-AG und die Etschwerke Netz AG den einheimischen Markt – aber die übrigen 51 Verteiler (mit den Stadtwerken Bruneck und Brixen) versorgen heute mehr als 60.000 Kunden mit Strom. Mehr als 15 Prozent der Südtiroler Stromproduktion beliefern 966 Wasserkraftwerke mit einer mittleren Nennleistung von weniger als drei Megawatt – und schon heute werden viele dezentral aufgestellte Anlagen genossenschaftlich geführt. „Diese Vielfalt, um die uns viele beneiden, hat der Südtiroler Energieverband immer als Standortvorteil verstanden. Daher sollten wir in unserem Land Pluralismus wagen – auch in der Energiewirtschaft“, erklärt dazu der Präsident des Südtiroler Energieverbands, Hanspeter Fuchs. Das Südtiroler Energienetzwerk ist also

dicht geknüpft – und entsprechend belastbar. Aber gerade dieser bodenständig und bürgernah aufgestellte Unternehmenspool, der aus vielen kleinen und mittleren Betrieben besteht, wird auf die Zulieferung von umfassenden ServiceLeistungen angewiesen sein, um am Markt bestehen zu können. Denn nicht alle kleinen und mittleren Betriebe können alle Dienste selbst entwickeln. Der Südtiroler Energieverband, in dem viele dieser Energieunternehmen zusammengeschlossen sind, will dieses Segment der Südtiroler Energiewirtschaft als kompetente, zukunftsfähige und verlässliche Dienstleistungsplattform tragen.

Ein starker Partner – mit Visionen

Mit Fachwissen und seinen Zukunftsentwürfen prägt der Südtiroler Energieverband schon heute die einheimische Energiewirtschaft. Heute gehören dem Verband 305 Mitglieder an und darunter sind 119 Wasserkraftwerke, 55 Heizwerke und 157 Photovoltaikanlagen. Der Verband vertritt 192 Unternehmen, 33 Gemeinden und öffentliche Körperschaften sowie 80 Genossenschaften und Konsortien – und ist auch deshalb aus der Südtiroler Energielandschaft nicht mehr wegzudenken.

Die Energiewirtschaft ist im Wandel. „Wir sollten die Energieversorgung daher neu überdenken und bereit sein, in Innovation zu investieren“, rät der Geschäftsführer des Südtiroler Energieverbands, Rudi Rienzner. Mit gutem Grund: Denn aus Energieversorgungsunternehmen, die es gewohnt sind, ausschließlich Energie zu verkaufen, werden vielseitige Energiedienstleister mit zahlreichen Zusatzangeboten. „Smarte Konsumenten“ werden dann umfassende Servicepakete wie etwa Glasfaserverbindungen erwerben – und eben nicht mehr nur Strom und Wärme konsumieren.

INFO

Südtiroler Energieverband Raiffeisenstr. 2 | 39100 Bozen Tel. 0471 064 400 info@sev.bz.it | www.sev.bz.it

Neue Herausforderungen

Die technischen Anforderungen an Elektrische Energieversorgungsnetze haben in den letzten Jahren drastische Änderungen erfahren. Vor allem der massive Ausbau von Produktionsanlagen aus regenerativen Quellen sowie neue Entwicklungen zum Beispiel in der Messtechnik und neue Qualitätsnormen sind Treiber des Wandels.

Viele Netze haben heute die Kapazitätsgrenze erreicht, was neben dem Ausbau der Versorgungsleitungen auch die Netzführung und Qualität der Stromlieferung vor neue Herausforderungen stellt.

Psaier&Unterberger energy.studio mit seinen spezialisierten Beratern und Ingenieuren ist seit vielen Jahren der kompetente Ansprechpartner und führen zusammen mit dem Verteiler auf Basis der Anforderungen und Daten eine Soll-/Ist-Analyse durch. Martin Unterberger, der Leiter des Studios, ist eine weithin anerkannte Fachkraft und Experte für die Optimierung von Energienetzen. Seine Aussage: „Als Verteiler sollten Sie nicht warten, bis die Kapazitätsgrenze erreicht ist, sondern proaktiv Analyseinstrumente einführen, welche Ihnen erlauben, Schwachstellen zu erkennen.“

Gemeinsam werden Schwachpunkte sowohl aus technischer und wirtschaftlicher, wie auch aus rechtlicher Sicht (Arbeitssicherheit, Bestimmungen der Regulierungsbehörde) dargestellt und die für den Kunden optimale Lösung erarbeitet. Zudem fließen auch die Anforderungen an eine Netzautomatisierung (smart grid) und -regelung in die Projekte mit ein. Die notwendigen Maßnahmen werden zusammen mit dem Kunden auch als mehrjähriges Investitionsprogramm umgesetzt.

Alois Hinteregger, Präsident der E-Werk Genossenschaft Lüsen, ist überzeugt und teilt mit, dass „unsere Genossenschaft seit Jahren eine enge Partnerschaft mit der Firma verbindet,

Leistungen

Ingenieurleistungen: Projektierung von Anlagen zur Energieerzeugung und -verteilung, Genehmigungsverfahren, Ausschreibung, Bauleitung und Abrechnung; Studien, Beratung: Förderungen, Anlagenoptimierung, Strategieberatung, Gesamtkonzepte; Spezialleistungen: Netzanalysen, Lastflussberechnungen, Last- und Produktions-Management, Automatisierung (smart grid), Einführung von Netzleitsystemen.

wo wir einen kompetenten, unabhängigen Berater und Dienstleister haben, auf welchen wir in dieser äußerst komplexen Materie keineswegs verzichten möchten.“

Wie die Ergebnisse aus einer Vielzahl bereits umgesetzten Projekten zeigen, können aufgrund sorgfältiger Analysen und Berechnungen die optimalen Lösungen für den Kunden ermittelt werden.

Von Seiten des Psaier&Unterberger energy.studio werden neben der Analyse und Planung alle notwendigen Leistungen wie die Abstimmungen mit Behörden nebst den entsprechenden Genehmigungsverfahren wie auch die Verfahren mit den übergeordneten Netzverteilern erbracht, sowie in der Ausführungsphase auch die Bauleitung und Abrechnung. Bei einem persönlichen Beratungsgespräch, welches unter der unten angegebenen Nummer vereinbart werden kann, werden Abschätzungen der notwendigen Maßnahmen vorgenommen.

INFO

Psaier&Unterberger energy.studio Julius-Durst-Straße 6 | 39042 Brixen Tel. 0472 275 300 | Fax 0472 275 310 martin.unterberger@energy-dis.it | www.energy-dis.it

v.l.: Stefan Zimmerhofer, Eugen Psaier, Giuseppe Gemma und Martin Unterberger

SEL: Für eine nachhaltige Zukunft

Die Wasserkraft ist eine der saubersten und e zientesten Energiequellen. Südtirol eignet sich aufgrund seiner gebirgigen Landschaft besonders gut für deren Nutzung. Mehr als 90 Prozent des Stromverbrauchs in Südtirol werden durch heimische Wasserkraft abgedeckt. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet das Energieunternehmen SEL, das mit seinen lokalen Partnern insgesamt 37 Wasserkraftwerke in ganz Südtirol betreibt.

Die SEL-Gruppe gehört zu den größten Unternehmen im Südtiroler Energiesektor und deckt alle Bereiche der Energieversorgung ab: von der Produktion über die Verteilung bis hin zum Verkauf. Darüber hinaus betreibt die Unternehmensgruppe zusammen mit den jeweiligen Gemeinden fünf Fernheizwerke und engagiert sich für den effizienten Einsatz von elektrischer Energie, zum Beispiel durch die Förderung der Elektromobilität. Somit leistet die SEL einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen und sicheren Energieversorgung Südtirols, insbesondere durch erneuerbare und heimische Energieträger. Über das rund 5.300 Kilometer lange Netz der Verteilergesellschaft SELNET wird der nachhaltig produzierte Strom in weiten Teilen Südtirols verteilt. Gesteuert wird das Stromnetz durch die zentrale Netzleitstelle der SEL in Bozen. Von hier aus überwachen die Mitarbeiter an 365 Tagen rund um die Uhr die Stromversorgung der Gemeinden und Städte im Versorgungsgebiet. In Echtzeit werden sowohl

die normalen Netztätigkeiten abgewickelt als auch auftretende Störungen behandelt. Diese werden entweder direkt von der Netzleitstelle aus oder von den zuständigen Technikern vor Ort so schnell wie möglich behoben.

Wasserkraft mit Tradition

Der zertifizierte grüne Strom der SEL-Gruppe wird in den insgesamt 37 Südtiroler Wasserkraftwerken produziert, die von dem Energieunternehmen in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und Gemeinden betrieben werden. Ein Großteil der Anlagen stammt aus der Nachkriegszeit der 1950er- und 1960er-Jahre. Das älteste Wasserkraftwerk der SEL-Gruppe ist jenes in Marling bei Meran und wurde noch vor dem Zweiten Weltkrieg errichtet. Es wurde im Jahr 1925 in Betrieb genommen und sollte in erster Linie die neuen Industriebetriebe in Meran/Sinich mit elektrischer Energie versorgen. Heute wird es von der SEL-Tochtergesellschaft

Das Wasserkraftwerk Marling aus dem Jahr 1925
Das Wasserkraftwerk Wiesen-P tsch ging 1927 in Betrieb.
Die Kraftwerke der SEL produzieren erneuerbare Energie, bei deren Herstellung kein CO2 entsteht.

Hydros betrieben und produziert jährlich durchschnittlich 253 Gigawattstunden (GWh) Strom. Das reicht, um den Jahresbedarf von rund 72.000 Haushalten zu decken (berechnet mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3.500 kWh). Ein weiteres historisches Wasserkraftwerk und gleichzeitig das größte in Südtirol ist die Anlage in Kardaun bei Bozen. Die Inbetriebnahme erfolgte im Jahr 1929, die mittlere Jahresproduktion liegt bei 622 GWh, was dem Jahresbedarf von mehr als 170.000 Haushalten entspricht. Seit 2010 wird das Kraftwerk von SE Hydropower betrieben, einer Gesellschaft von SEL und ENEL.

Modernisierung der Wasserkraftwerke

In den nächsten Jahrzehnten werden die bestehenden Anlagen laufend auf den letzten Stand der Technik gebracht werden, um die Effizienz und die Sicherheit der Kraftwerksanlagen zu erhöhen. Die SEL investiert große

Summen in die Modernisierung und Leistungssteigerung ihrer Anlagen, was zu einem Mehrwert für die lokale Wirtschaft aber auch für die Bevölkerung führt. Vor zwei Jahren wurden die drei großen Anlagen in Lappach, Mühlen in Taufers und Sarnthein komplett erneuert. Dabei wurden die Turbinen, Generatoren und Transformatoren ausgetauscht, die elektrische Schaltzentrale an die neuen Erfordernisse angepasst und verschiedene Arbeiten an den Staubecken und Druckrohrleitungen durchgeführt. Für die Planung und Koordinierung der Arbeiten in Mühlen in Taufers war der Bereich Engineering & Consulting der SEL verantwortlich. Dort arbeitet ein Team von Ingenieuren und Technikern, darunter Maschinenbauer, Mechatroniker, Konstrukteure und Vermessungstechniker. Sie haben nicht nur Erfahrung in der Modernisierung und Wartung von Wasserkraftwerksanlagen, sondern auch im Bau von neuen Anlagen.

365 Tage 24 Stunden ist die Netzleitstelle besetzt.
Neue Turbinen und Generatoren im Kraftwerk Sarnthein
Das Wasserkraftwerk Sarnthein produziert jährlich rund 87 GWh Strom.

Bau von neuen Wasserkraftwerken

So realisierte der Bereich Engineering und Consulting der SEL das derzeit jüngste Wasserkraftwerk der SEL-Gruppe in Wiesen, das im Dezember 2013 in Betrieb gegangen ist. Das Engineering-Team war für Projektierung und Bauleitung verantwortlich und baute die Anlage in Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen in der Rekordzeit von nur neun Monaten. Eine besondere Herausforderung war der Bau der Wassererfassung direkt am Rückgabekanal der historischen darüberliegenden Anlage Wiesen-Pfitsch. Denn das neue Kraftwerk Wiesen nutzt das abgearbeitete Wasser des bereits bestehenden Kraftwerks. Die Anlage wird von der Kraftwerk Wiesen Konsortial-GmbH betrieben, einer gemeinsamen Gesellschaft der Hydros GmbH, der Gemeinde Pfitsch, der Interessentschaft Wiesen und der Wiesen Energie GmbH. Aktuell arbeiten die Ingenieure der SEL unter anderem an zwei Projekten zur Umsetzung von neuen Wasserkraftwerken. Innerhalb der nächsten zwei Jahre werden die beiden Anlagen der SE Hydropower in Betrieb gehen. Eine davon entsteht derzeit im Ultental am Fuß der Staumauer des Pankrazer Stausees, die das Restwasser zur

Energiegewinnung nutzen wird. Seit April laufen dort die Bauarbeiten zur Verlegung der Druckrohrleitung und des Krafthauses. Noch in diesem Jahr soll das Restwasserkraftwerk an das Stromnetz angeschlossen werden und jährlich etwa 1,5 GWh elektrische Energie produzieren. Neben dem kleinen Kraftwerk in Ulten plant das Engineering-Team der SEL eine weitere Anlage am Staubecken in Kollmann. Dort wird eine so genannte Energierückgewinnungsanlage entstehen, die nicht das Restwasser zur Energiegewinnung nutzen wird, sondern jenes Wasser zwischen der Fassung und dem Ableitungsstollen, bevor es in das Wasserkraftwerk von Kardaun fließt. Diese Anlage wird eine Jahresproduktion von etwa 44 GWh aufweisen, das würde dem ungefähren Jahresverbrauch von rund 12.000 Haushalten entsprechen. Der Bereich Engineering & Consulting der SEL ist für Projektierung, Bauleitung und Projektsteuerung beider Anlagen zuständig. Die Bedeutung der neuen Wasserkraftwerke ist groß, denn damit kann die verfügbare Ressource Wasser noch effizienter genutzt und der Anteil an erneuerbarer grüner Energie in Südtirol weiter gesteigert werden.

Auch am Gögenalmbach realisierte das Engineering-Team der SEL ein Wasserkraftwerk.
Bau der Wasserfassung des Kraftwerks Wiesen
Eine zwei Kilometer lange Druckrohrleitung führt in das Kraftwerk Wiesen.

NATÜRLICH ZERTIFIZIERT

Der grüne Strom der SEL

Südtirol • Alto Adige

Unsere Wasserkraftwerke sind Erzeuger von zertifiziert „grünem“ Strom.

Grüner Strom bedeutet erneuerbare, umweltfreundliche Energie, bei deren Herstellung kein CO2 entsteht.

Eisackwerk weckt weltweites

Das neue Kraftwerk in Mühlbach beschert dem Betreiber Eisackwerk weltweites Interesse. Die Kavernenanlage mit der senkrechten Druckleitung wird immer mehr zur modernen Pilgerstätte für Planer, Ingenieure und UNI-Professoren. Bisher haben 42 Delegationen aus Japan, über Korea bis Norwegen, Österreich und aus der Schweiz die Anlage besucht.

Karl Pichler und Hellmuth Frasnelli haben neben ihrer bisherigen Tätigkeit einen neuen Job. Sie führen und informieren Delegationen aus aller Herren Länder, aber auch aus Südtirol, durch die Anlage. Zu diesem Zweck wurde mittlerweile ein Präsentationsraum eingerichtet in dem ein Film läuft, die Anlage erklärt wird und wo die Gäste auch mit Häppchen kulinarisch versorgt werden. „Es ist zwar ein enormer Zeitaufwand“, stellt Karl Pichler fest, „aber es macht uns zugleich sehr stolz, dass wir als Südtiroler den Ingenieuren der Starkraft aus Norwegen, Kraftwerkbetreibern aus Japan und Korea, Uni-Professoren aus Innsbruck und Trient, oder Vertretern der „AEIT“(Associacione italiana di elettrotecnica) und der „AGI“ (Associazione geotecnica

italiana) unsere innovative Kraftwerksanlage zeigen können. Aus Österreich haben uns bereits Vertreter der Stadtwerke Kitzbühel, der Österreichischen Bundesbahnen, die selbst 16 Kraftwerke betreiben, besucht und auch in Südtirol interessieren sich immer mehr Vertreter des Landes und der Gemeinden für unser Kraftwerk.“

440 Höhenmeter und 1,8 Meter Durchmesser

Mit diesen Daten des vertikalen Schachtvortriebs im Berg durch „Raise-Boring-Verfahren“ sind die Projektanten an die Grenze des bisher technisch Machbaren gegangen. Man stelle sich nur das Gewicht der Druckrohre vor (220 Tonnen), die von oben eingeführt wurden und durch das Eigengewicht während der Montage auch eine Dehnung erfahren haben. Durch ein ausgeklügeltes technisches Verfahren wurde die Dehnung wieder ausgeglichen. Neben der Anlage im Berg sorgen auch die „Coandá -Rechensiebe“ bei den Wasserfassungen unter Fachleuten für Aufsehen. Bei der Fassung in Pfunders ist europaweit der bisher größte Rechen dieser Art installiert worden (gefertigt aus Inoxstahl von der Firma Wild-Metal aus Ratschings). In der monatlichen Ausgabe der

Interesse

Terna-News (Terna ist europaweit der größte Netzbetreiber) stellen Ingenieure folgendes fest: „Wir haben Projektierung und Bau fortlaufend beobachtet. Als die Anlage anlässlich der Eröffnung in Betrieb genommen wurde, waren wir uns sicher, dass wir in ein paar Jahren an diese Momente zurückdenken werden und sagen können – ich war dabei! Seit Jahren wurde kein Projekt mit dieser Wichtigkeit in so kurzer Bauzeit realisiert.“

Coandá-E ekt

Der Coandá-Effekt ist ein Sammelbegriff, der das Umlenken von Strömungen (Luft, Wasser, Gas ...) beschreibt. Im Flugzeugbau bewirkt er eine Erhöhung des Auftriebs; weitere Anwendungen gibt es im Heizungs- und Lüftungsbau sowie im Küchen- und Laborbereich. Bei Wasserfassungen wird der Coanda-Effekt genutzt, um mit schräg gestellten Feinsieben kleinste Partikel heraus zu filtern. Im Jahr 2012 fand der Coandá-Effekt auch Einzug in die Formel 1 Technologie. Die Auspuffsysteme nutzen diesen Effekt, um mehr Anpressdruck zu erzeugen.

Frasnelli (links) und Karl Pichler (rechts) mit zwei Che ngenieuren der ÖBB

Delegation Starkraft aus Norwegen mit Karl Pichler, Hellmuth Frasnelli, Adolf Deng und Markus Wild
Hellmuth

Von Steuern und Spenden

Ursprünglich haben die Betreiber der Bevölkerung in Mühlbach und Vintl billigeren Strom zugesichert. Das war rechtlich aber nicht umsetzbar. Daher wurde beschlossen jährlich Euro 200.000 für soziale Zwecke zu spenden. Über eine Nonprofit-Organisation, geführt von vier Personen aus den Gemeinden Mühlbach und Vintl, werden diese Gelder aufgeteilt. „Abgesehen von dieser Spende, zahlen wir auch wesentlich mehr Steuern als unsere Wettbewerber“, stellt Karl Pichler fest. „Dazu nur ein Beispiel. Wir haben ein Steueraufkommen von 4,2 Mio. Euro auf 100 Mio. KWh Produktion pro Jahr. Wie aus den Bilanzen hervorgeht, zahlt die SE-Hydropower dagegen nur 0,70 Mio. Euro auf 100 Mio. KWh Produktion pro Jahr. Wir warten darauf, dass auch diese öffentliche Gesellschaft mit dem Steueraufkommen/ KWh Produktion mit unserer Gesellschaft gleichzieht, damit diese ebenbürtig zu den allgemeinen Ausgaben des Landes beitragen kann. Für den schrumpfenden Landeshaushalt ist es schon ein Unterschied ob 17 oder 102 Mio. Euro für das Jahr 2013 in die Steuerkasse fließen.“

Weniger Wasser, dennoch mehr Energie

Eigentlich klingt es paradox, aber es ist so. Durch die neueste Technologie und die damit gesteigerte Effizienz der Anlage wird jetzt mit weniger Wasser mehr Strom produziert. Die Produktion wurde um 45 % von 76 Mio. KWh

pro Jahr durch das alte Kraftwerk im Jahresschnitt von zehn Jahren auf 111,5 Mio. KWh im Jahr 2013 gesteigert. Die Restwassermenge ist laut den strengen Umweltauflagen genau vorgegeben und ist jetzt höher als zuvor. „Mehr Restwasser kommt natürlich der Umwelt, der Flora und Fauna im Bachbett und am Ufer zugute, denn die Menge muss unabhängig vom Wasseraufkommen der Zulaufbäche immer die gleiche bleiben“, berichtet Hellmuth Frasnelli. Im Extremfall würde das heißen, dass bei Wasserknappheit das Restwasser zu Gunsten der Umwelt fließt, die Stromproduktion aber zurückgefahren bzw. abgeschaltet werden muss. Abgesehen von diesen Auflagen wird die Umwelt, durch die jährlichen Produktionssteigerung, zusätzlich geschont: 24.115 Tonnen/Jahr weniger CO2, weniger Stickoxid und weniger Feinstaub. Das Beste an der neuen Anlage aber ist, dass Südtiroler Firmen weltweit ein Vorzeigeobjekt geschaffen haben und damit Südtirol als Kompetenzzentrum für alpine Technologien neuerlich bestätigt haben: von der Wintertechnologie bis hin zum Kraftwerksbau!

INFO

Eisackwerk Mühlbach GmbH

Gerbergasse 40 | 39100 Bozen Tel. 0471 981 889 | 0471 327 736 info@eisackwerk.it | www.eisackwerk.it

Technische Oberschüler aus Südtirol

Harte Zeiten für die Erneuerbaren

In den letzten Jahren ist die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien durch den Staat massiv gefördert worden und auch in Südtirol kam es zu einem Boom, im Speziellen im Bereich der Photovoltaikanlagen, Wasserkraftwerken und P anzenöl-Blockheizkraftwerken.

Die Förderung dieser Energien erfolgte durch Umlage der Kosten auf die Stromrechnungen aller Stromkonsumenten. Die Regierung versucht nun aufgrund des massiven Druckes der fossilen Energieerzeuger, welche ihre Markposition nicht verlieren wollen, gegenzusteuern. Neue Photovoltaikanlagen werden schon seit einem Jahr nicht mehr gefördert und auch bei Wasser, Wind und Biomasse endet das aktuelle Förderprogramm im Jahr 2015. Eine Neuregelung hierzu steht noch in den Startlöchern. Nun hat die Regierung durch den sog. „Spalma Incentivi“ veranlasst, dass bereits zugesicherte Förderungen für bestehende Photovoltaikanlagen beschnitten werden. Veränderungen bei der Abschreibemöglichkeit der Kraftwerke, die Aussetzung der garantierten Mindestpreise (Prezzi minimi garantiti) sowie sinkende Energiepreise bewirken ihr Übriges und setzen die Rentabilität der Produktionsanlagen aus erneuerbaren Energien herab.

Zudem werden verschärfte Kontrollen des GSE eingeführt und die Bürokratieschraube angezogen. Bereits bestehende Anlagen werden nochmals genauer unter die Lupe genommen und geprüft ob alle Vorgaben (baurechtlich, technisch …) eingehalten werden. Sollte es Abweichungen geben, so kann der GSE die zugesicherten Tarife wieder aberkennen und die bereits ausbezahlten Beträge rückfordern. Gerade unter den heutigen Bedingungen ist ein vertrauensvoller Partner unerlässlich, welcher sich um alle Auflagen bei den zuständigen Ämtern und Behörden, GSE, Autorità (AEEG), Zollbehörden kümmert und durch das Dickicht der sich ständig ändernden Randbedingungen begleitet.

Leistungen

• Abwicklung des Verkaufs der Stromproduktion an den GSE mit Kontrolle der Fördertarife

• Durchführung aller gesetzlichen Jahresmeldungen: AEEG, UTF, Terna, GSE usw. mit spezialisierter Software

• Umfassende Beratung zu Tarifen, aktuellen gesetzlichen Bestimmungen, Meldungen und Fristen

• Informationsschreiben und Reporting

• Anlagenbewertung für Kauf/Verkauf, inkl. Umschreibung von Anlagen bei GSE, Zoll usw.

• Plant- und Asset-Management.

Roland Ganterer, Gastwirt und gesetzlicher Vertreter des E-Werkes Ganterer-Sachsenkleme meint dazu: „Die Firma energy.dis ist der starke Partner an unserer Seite, der uns sicher durch den komplexen und aufwändigen Dschungel der Verwaltungs-und Meldetätigkeit führt!“

Zudem wird durch eine angepasste Betreuung der Anlagen sichergestellt, dass es bei einer möglichen Kontrolle durch den GSE oder der Zollbehörde keine Beanstandungen und Strafzahlungen oder Rückerstattung der bereits ausgezahlten Beiträge gibt.

Peter Vikoler, Leiter des Bereiches Energy Services Produzenten, ist überzeugt: „Gerade wenn die Zeiten enger werden, ist es notwendig, die Rentabilität zu optimieren und auf einen Partner zu vertrauen, welcher den ordentlichen Ablauf und den Kassafluss sicherstellt. Immer wieder kommen Produzenten zu uns, nachdem sie nach Monaten mit dem GSE nicht weiter gekommen sind. Meine Botschaft ist: Warten Sie nicht so lange, sondern versuchen Sie mit uns gemeinsam die Probleme rasch zu lösen oder gar nicht aufkommen zu lassen.“

v.l.: Eugen Psaier und Peter Vikoler

Über 500 Produzenten vertrauen der Qualität der Gruppe energy.360°, welche in technischen, administrativen und wirtschaftlichen Angelegenheiten ihre Erträge absichern kann und sich aktiv um die Probleme kümmert. Durch jahrelange Erfahrung in der Betreuung von Kraftwerken aus erneuerbaren Energien kann diese turbulente Zeit gemeinsam bestmöglich gemeistert werden.

INFO

energy.dis GmbH

Julius-Durst-Straße 6 | 39042 Brixen Tel. 0472 275 300 | Fax 0472 275 310 info@energy-dis.it | www.energy-dis.it

Solarstrom immer unter Kontrolle

Umweltfreundlicher, in Photovoltaikanlagen gewonnener Strom deckt etwa 10 % des italienischen Stromverbrauchs. Häu g vorkommende Energieverluste können nur durch professionelles Monitoring vermieden werden. Die Firma PVEnergy GmbH vertreibt italienweit Solar-Log-Überwachungssysteme und ist als Service-Anbieter für PV-Installateure und Endkunden tätig.

Knapp 600.000 Photovoltaikanlagen aller Größen sind in Italien in Betrieb, die wenigsten davon sind einer permanenten Kontrolle unterzogen. Nur schätzungsweise 20 Prozent verfügen über ein effizientes Monitoring. Viele der Anlagen funktionieren fehlerhaft, was selbst vom Fachmann nicht immer sofort erkannt wird. Daraus entsteht, dass riesige Energiesummen jährlich verloren gehen. Durch die Überwachung und die sofortige Auswertung der Daten können Störungen und Ausfälle der Anlagen sofort erkannt und beseitigt werden.

Jahrelange Erfahrung als Anlagenbauer

Im Jahr 2006 startete die Firma PVEnergy GmbH im Photovoltaik-Sektor. Als Anlagenbauer setzten die Partner Thomas Kofler und Lukas Goller auf den wachsenden Photovoltaikmarkt und die saubere, von fossilen Ressourcen unabhängige Energiegewinnung. Rund 150 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 20 Megawatt wurden in den darauf folgenden Jahren realisiert, darunter mehrere Großprojekte, z.B. eine schlüsselfertige 1.000 kWp-Photovoltaik-Freianlage in der Toskana und eine 3 MW-Anlage in Verona. Schnell bemerkten die Fachmänner, dass die Anlagen eine Überwachung benötigen. „Wir kennen die Schwachstellen und haben schnell erkannt, dass auch bei neuen Anlagen Probleme auftreten können. Nur ein professionelles Monitoring kann vermeiden, dass es zu längerem Stillstand oder permanenten Verlusten kommt“, betont Lukas Goller.

Auf der Suche nach einem effizienten System stießen sie in Deutschland auf das junge Unternehmen Solare Datensysteme GmbH, die das innovative Überwachungssystem SolarLog anbot. Im Jahr 2007 wurde ein Exklusivvertrag abgeschlossen, seitdem ist PVEnergy GmbH der Exklusivanbieter für ganz Italien. Das deutsche Unternehmen gehört heute zu den Marktführern. Weltweit wurden bisher 230.000 Geräte ausgeliefert, welche eine Gesamtleistung von insgesamt sieben Gigawatt überwachen.

Konzentration auf Monitoring und Service

Das anfängliche Hauptgeschäft mit Anlagenbau wurde Schritt für Schritt durch den Vertrieb von Solar-Log-Produkten und Serviceleistungen rund um die Photovoltaik abgelöst. Inzwischen konzentriert sich das Arbeitsgebiet ausschließlich darauf. 20.000 Anlagen wurden in Italien bisher mit dem Überwachungssystem Solar-Log ausgestattet, 7.000 Anlagen sind auf dem Server des Unternehmens registriert. „Nur rund ein Fünftel aller Anlagen sind mit einer professionellen Überwachung ausgestattet, es besteht also weiterhin ein riesiger Nachholbedarf“, erklärt Lukas Goller. Laut Statistiken fällt jede Solaranlage einmal im Jahr aus. Mit Hilfe eines rund um die Uhr funktionierenden Überwachungssystems wird dies sofort bemerkt, ohne Monitoring können auch Wochen vergehen, bis die Betreiber darauf aufmerksam werden. Ebenso erkennt das Programm, wenn die Anlage nicht optimal läuft.

Serviceleistung: Fernüberwachung

150 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von insgesamt 19 MW werden zurzeit von PVEnergy professionell überwacht. Trotz permanentes Monitoring über den Computer empfehlen die Fachleute auch eine regelmäßige Kontrolle der Anlagen vor Ort.

„Ein bis zweimal im Jahr sollte jede Photovoltaikanlage einer Sichtkontrolle unterzogen werden. Leistungsabweichungen stellen defekte Wechselrichter, Module, durchgebrannte Sicherungen, ausgelöste Leistungsschutzschalter und mangelhafte Kabelverbindungen dar. Auch Gewitter sorgen durch das Auslösen des Hauptschalters immer wieder für den Totalausfall einer Anlage“, berichtet Thomas Kofler. Weitere Informationen unter: www.pvenergy.it

115 kWp-Anlage, Firmensitz Lona Import Distribution (Auer)

Einspeisemanagement

Energiemanagement

PV-Monitoring

Solar-Log™ setzt Maßstäbe beim intelligenten Energie-Management: Es umfasst die professionelle Überwachung, Kontrolle und Steuerung von PV-Anlagen.

Erfahren Sie mehr über Solar-Log™ unter www.solar-log.com

Inserat: blasbichler

Aus Leidenschaft

zur Energie

Sie sind Spezialisten in Sachen Energie von heute und morgen: Ob Photovoltaik, Biomasse, Wasserkraft, Windenergie oder Biogas – das Ingenieurbüro Blasbichler aus Brixen ist ein kompetenter Ansprechpartner wenn es um zukunftsorientierte, intelligente und innovative Energieversorgung geht.

Die Dienstleistungen des Unternehmens um Geschäftsführer Albin Blasbichler sind vielfältig. Nicht umsonst zählen die Energieexperten zu den führenden Adressen in diesem Bereich. Langjährige Erfahrungswerte, ein fundiertes Wissen und die entsprechende Weitsicht bezüglich energetischer Selbst- oder Nahversorgung als gesunde Alternative machen das Unternehmen zu einem zuverlässigen und sicheren Servicepartner.

Die Basis des Erfolges beruht auf einem logisch durchdachten Konzept. Detaillierte Markt- und Produktstudien, wahrheitsgetreue Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudien bilden das Standbein und sind bereits die halbe Miete für ein erfolgversprechendes Projekt. Mittels gezielter Weiterbildung ist das Team über die neuesten Entwicklungen und Veränderungen im Energiesektor stets auf dem aktuellen Stand.

Erträge beim Stromverkauf intelligent maximieren Ein aktuelles Thema stellen für Albin Blasbichler derzeit die Änderungen und Kürzungen beim Stromverkauf mittels RID an den GSE dar, nachdem die Stromaufsichtsbehörde AEEG Ende letzten Jahres die sogenannten „garantierten Minimal-Preise“ (PMG) neu geregelt hat. Bis dato hatten sämtliche Produktionsanlagen aus erneuerbaren Quellen mit einer Leistung kleiner als 1 MW Anspruch auf den Minimal-Preis, welche die Energie über den RID (Ritiro dedicato) an den GSE Spa verkauft haben.

Eichung UTF-Produktionszähler

Aufgrund des neuerlichen Legislativdekretes trat heuer eine Neuregelung in Kraft, worauf lediglich jene Anlagen welche keine andere staatliche Förderung erhalten, einen Anspruch auf minimalgarantierte Preise haben. Alle Anlagen, welche bereits eine Förderung in Anspruch nehmen, mit Ausnahme von PV-Anlagen kleiner als 100kW und Wasserkraftanlagen kleiner als 500kW haben nur noch Anspruch auf die geringen Börsenpreise. Durch gezielte Maßnahmen können diese Verluste, je nach Kunde, reduziert oder ausgeglichen werden. Das Studio Blasbichler kann ihren Fall analysieren, Maßnahmen vorschlagen und umsetzen. Das Unternehmen hat seine umfangreiche Angebotspalette mittlerweile noch um zahlreiche elektrotechnische Messungen ergänzt. So zählt unter anderem auch die verpflichtende Eichung der UTF-Zähler mit Prüfzertifikat laut Vorgabe der Behörden zu den umfangreichen Serviceleistungen des Unternehmens.

Elpo: Elektrotechnik auf

Top Niveau

Elpo bietet innovative Elektrotechnik-Lösungen auf höchstem Niveau. Und dies seit 67 Jahren. Das leistungsfähige Unternehmen deckt alle Bereiche der Elektrobranche ab – für eine umfassende und professionelle Betreuung. Dank fundiertem Fachwissen garantiert Elpo optimale Qualität und beste Dienstleistung.

Das 1947 von Alois Pohlin in Bruneck gegründete Familienunternehmen Elpo operiert heute als international tätige Firmengruppe mit Standorten in Österreich sowie in Deutschland und steht für Qualitätslösungen im Bereich Elektrotechnik, die von einem professionellen Expertenteam erdacht und von hochspezialisierten Technikern umgesetzt werden. Das Unternehmen wird in zweiter Generation von Inhaber Robert Pohlin geleitet.

Fünf Bereiche für eine 360-Grad-Betreuung

Das Spezialgebiet Elektrotechnik beschäftigt sich mit der Optimierung der Energieeffizienz und beinhaltet Qualitätslösungen für Elektroinstallationen in Industriebetrieben, privaten und öffentlichen Bauten. Als Spezialist im Bereich der Elektrotechnik liefert Elpo normgerechte Trafostationen und Mittelspannungs-Anlagen sowie Schaltschränke und Baustromverteiler aus eigener Fertigung. Mit Elpo auf Nummer Sicher gehen zum Beispiel Krankenhäuser in Südtirol wie Deutschland, denn wo es um Menschenleben geht ist äußerste Zuverlässigkeit gefragt. Elpo verfügt zudem am Firmensitz in Bruneck über einen gut sortierten ElektroBaumarkt für den Groß- und Einzelhandel. Das Engagement für eine saubere und lebenswerte Umwelt kommt am besten im Spezialgebiet Erneuerbare Energien zum Ausdruck. Durch die Planung, Ausführung, Steuerung und Wartung von Biogasanlagen, Wasserkraftwerken und Blockheizkraftwerken fördert Elpo umweltfreundliche und nachhaltige Technologien der Zukunft.

Auf einen Blick!

•67 Jahre Erfahrung

•155 kompetente und zuverlässige Mitarbeiter

•5 Geschäftsfelder:

- Elektrotechnik

- Erneuerbare Energien

- Automatisierung

- Photovoltaik

- Service und laufende Instandhaltung

Ein starkes Team: 155 Mitarbeiter sind bei Elpo im täglichen Einsatz

Die Energie der Sonne nutzen, mit Komplettlösungen von Elpo: von Planung über Finanzierung bis Montage und laufende Instandhaltung.

Im Bereich Automatisierung beschäftigt sich Elpo mit Steuerungs-, Regelund Überwachungssystemen auf Basis modernster Elektronik und entwickelt Programme zur Produktionseffizienz und -optimierung. Elpo ist ein zuverlässiger Partner bei der Automatisierung in der Lebensmittelindustrie, der Automatisierung von Beschneiungsanlagen und der Gebäudeautomation. Elpo hat zum Beispiel jüngst die Automatisationsanlage der Tirolmilch-Käserei in Wörgl in Tirol geplant und errichtet. Das Spezialgebiet Photovoltaik nutzt die unerschöpfliche Energie der Sonne für eine der umweltverträglichsten Energiekonzepte überhaupt. Elpo bietet schlüsselfertige Komplettlösungen, von der Beratung über die Finanzierung bis zur Installation und steht auch nach der Fertigstellung mit einem Rundum-Kundenservice-Paket zur Seite.

International tätiges Familienunternehmen Elpo, Firmenchef Robert Pohlin

Der Tätigkeitsbereich Service reicht von der kunden- und projektorientierten Beratung und Planung bis zur regelmäßigen Wartung und laufenden Instandhaltung inklusive 24-Stunden-Notdienst mit speziell geschulten Serviceteams für die einwandfreie Funktion und Ausfallsicherheit der Anlagen. So setzt auch das Land Südtirol bei der elektrischen Instandhaltung und Wartung vieler Gebäude oft und gerne auf den Service von Elpo.

INFO

Elpo GmbH

J.-G.-Mahl-Straße 19 | 39031 Bruneck

Tel. 0474 570 700 | Fax 0474 570 777

info@elpo.it | www.elpo.it

Gewitterwolken über

Photovoltaikanlagen

Photovoltaikanlagen galten bisher als eine gute Investition für die Umwelt und für den eigenen Geldbeutel. Nach dem Boom der letzten Jahre im Photovoltaiksektor hat nun eine Trendwende eingesetzt. Neue Anlagen werden gar nicht mehr gefördert.

Der Gesetzgeber hat eine Reihe von Änderungen eingeführt, welche bereits bestehende Anlagen betreffen. Hierzu einige Fragen an Gerd Grossgasteiger von der Ifa Energy Service in Neumarkt.

Radius: Können Sie uns kurz die letzten Neuerungen bezüglich der Förderungen seitens des Staates erläutern?

Gerd Grossgasteiger: Erklärtes Ziel der Regierung Renzi ist es, die Strompreise in Italien zu senken. Nachdem die Förderungen für Photovoltaikanlagen von allen Stromverbrauchern bezahlt werden, hat man kurzerhand und rückwirkend diese Förderungen gekürzt. Die tatsächlichen Einsparungen werden für die Stromverbraucher kaum spürbar sein, aber natürlich kann die Regierung eine solche Maßnahme medial gut für sich nutzen. Von den letzten Kürzungen sind lediglich Anlagen über 200 kWp betroffen. Die Betreiber dieser Anlagen können innerhalb November zwischen drei Optionen wählen. Es sind dies eine Verlängerung des Förderzeitraums auf 24 Jahren mit einer gleichzeitigen Reduzierung der Förderung von bis zu 25 %, eine Reduzierung der Einspeisevergütung um bis zu 8 % für die restliche Förderdauer und als dritte Option eine anfängliche Reduzierung der Einspeisevergütung mit anschließender Erhöhung, wobei man hier die Details noch nicht kennt.

Radius: Die Betreiber von größeren Photovoltaikanlagen können sich also auf harte Zeiten einstellen?

G. Grossgasteiger: Die Margen werden knapper. Auch die bereits im Dezember 2013 beschlossene Verlängerung der Abschreibedauer auf 25 Jahren bedeutet eine erhebliche Verschlechterung derselben, insbesondere wenn man bedenkt, dass für Photovoltaikanlagen nur ein Förderzeitraum von 20 Jahren vorgesehen war. Diese Regelung ist absolut nicht nachvollziehbar. Hinzu kommt noch, dass sich der Preis, welcher für den eingespeisten Strom bezahlt wird, von einem Jahr auf das andere halbiert hat.

Radius: Tragen sich Investitionen in Photovoltaikanlagen überhaupt noch?

G. Grossgasteiger: Natürlich wirken sich all diese Neuerungen auf die Rendite aus. Auch die neu eingeführten bürokratischen Auflagen sind mit indirekten Kosten verbunden. Umso mehr ist es an der Zeit, die Anlagen in jeder Hinsicht optimal zu führen. Das Team von Ifa Energy Service bietet eine lückenlose Anlagenüberwachung an sieben Tagen pro Woche, Ausfälle werden sofort behoben, und, besonders wichtig, die Anlagen werden präventiv auf Fehlverhalten überprüft. Gleichzeitig sind wir imstande, über Abkommen mit Stromhändlern eine Verbesserung der Strompreise zu erwirken. Ifa Energy Service erfüllt alle administrativen Aufgaben peinlichst genau, damit bei den anstehenden Kontrollen durch die verschiedenen Behörden ja keine Strafen riskiert werden. Auch bei den Versicherungspolicen sehen wir häufig Verbesserungspotential. Und schließlich sind wir dabei, die Möglichkeit von Rekursen und Schadenersatzforderungen, auch in Form von Sammelklagen, gegen diese absurden neuen Verordnungen zu prüfen. Die Betreiber von Photovoltaikanlagen werden dieses Gewitter überstehen, müssen sich aber für die Zukunft warm anziehen. Dann sind sie gut gewappnet und werden auch in Zukunft noch Freude mit ihren Anlagen haben.

INFO

IFA Energy Service GmbH Bahnhofstr. 7 | 39044 Neumarkt Tel. 0471 820 502 | Fax 0471 821 584 info@ifa-energyservice.it | www. ifa-energyservice.it

FINSTRAL spart und hilft sparen

In der heutigen Zeit spielen die Themen Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Energieeinsparung eine große Rolle. Die e ziente und umweltbewusste Energienutzung betri t nicht nur Privatpersonen und Privathaushalte, sondern und vor allem Industrieunternehmen, da jene in der Regel einen hohen Energieverbrauch haben.

Aus diesem Grund hat FINSTRAL sich bewusst dafür entschieden, den Energiebedarf konsequent zu vermindern, die Kosten zu senken und die Umwelt zu schützen. Um dieses Ziel besser und nachhaltiger zu verfolgen und zu erlangen, hat sich FINSTRAL für den Aufbau eines Energiemanagementsystems entschieden und dieses nach der DIN EN 50001 zertifizieren zu lassen.

Energiemanagement nach ISO 50001 zerti ziert Im Juni 2013 wurde das erste Voraudit mit der renommierten Zertifizierungsstelle SKZ aus Deutschland durchgeführt und gemeinsam ein Konzept entwickelt, wie man das Hauptziel – die Reduzierung des Energieverbrauches um 25 % bis Ende 2015, erlangen kann.

Einen essentiellen Punkt stellt die schrittweise Umstellung auf erneuerbare Energien dar. Erste Schritte in dieser Hinsicht wurden bereits vollzogen, z.B. verfügen die zwei Produktionshallen in Scurelle (TN) und die Produktionshalle in Verona über Photovoltaikanlagen. Zudem wurde der Hauptsitz in Unterinn an eine ausschließlich mit Abfallholz betriebene private Fernheizung angeschlossen. Die Zertifizierung der restlichen Produktionsstätten soll im Oktober 2014 erfolgen.

FAZIT: FINSTRAL stellt energiesparende Produkte her und arbeitet selbst auch mit energieeffizienten und umweltschonenden Prozessen in allen Bereichen.

Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des FINSTRAL-Werkes in Scurelle (TN)

Wasserstoff-Autos zu vermieten ...

Das Projekt HyFIVE ist das wichtigste Projekt der EU zur Einführung von Brennsto zellen-PKWs in Europa. Bozen und das IIT spielten eine führende Rolle innerhalb diesem innovativen Unterfangen.

Die EU hat den Wasserstoff-Sektor als einen jener fünf Bereiche identifiziert (zusammen mit Biotechnologie, Elektronik, Aeronautik, Medizintechnologie), die am geeignetsten sind, um qualitativ hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen. Die EU wird deshalb in den nächsten Jahren 22 Milliarden Euro für Projekte in diesen fünf Bereichen zur Verfügung stellen. Dabei wird Bozen in einem Atemzug genannt mit London, München oder Kopenhagen. Im Moment zirkulieren in Europa ca. 80 Wasserstoffautos: Ikea, Coca-Cola, Deutsche Bahn und OMV sind einige der Unternehmen, die bereits ein Brennstoffzellen-Auto zur Verfügung haben. Über das EU-Projekt kommen weitere 110 Brennstoffzellen-Autos von BMW, Daimler, Honda, Hyundai und Toyota zum Einsatz.

Zehn Fahrzeuge für Südtirol

Am 5. Juni 2014 wurde in Bozen das erste Wasserstoffzentrum Italiens eröffnet. Knapp zwei Monate später wurden die ersten zehn Wasserstoffautos an die Partner übergeben. Die Brennerautobahn, Eurac, Loacker, Schwer-Präzision, EOS, SEL, Messe Bozen, SMG, Despar und der ACI sind die

ITT-Chef Walter Huber erklärt die H²-Technologie

IIT-(Versuchs) Partner der ersten Stunde. Diese Firmen sind die so genannten „Early Adopters“ dieser neuen Technologie. Sie gehören zu den ersten Nutzern der BrennstoffzellenFahrzeuge in Europa und spielen eine wichtige Rolle als „Botschafter“ dieser emissionsfreien Antriebstechnologie. Einige von ihnen haben das Fahrzeug bereits getestet, während andere zum ersten Mal das gute Gefühl verspüren werden, beim Autofahren nur Wasserdampf zu erzeugen. Geschäftskunden haben sich auch dazu entschieden, das Fahrzeug mit dem jeweiligen Logo zu personalisieren und es somit in ein wertvolles Marketingtool zu verwandeln.

Technische Daten: SUV – Hyundai ix35 FCEV

Fuel Cell Electric Vehicle – Elektrofahrzeug mit Brennstoffzelle. Elektromotor mit 100 kW Leistung, einem Drehmoment: 300 Nm (über gesamten Drehzahlbereich) Max. Geschwindigkeit: 160 km/h; Tankfüllung: 5.6 kg bei 700 bar, Betankungsdauer ca. 3 Minuten. Leergewicht: 1.850 kg, Reichweite: 500 – 600 km pro Tankfüllung. Null Emission – nur etwas Wasserdampf. Hyundai-Service-Partner ist Brasolin Auto in Bozen; ausgestattet und geschult für den Umgang mit Brennstoffzellen, kümmert sich um alle Service-Belange des Fahrzeuges und führt die periodischen Kontrollen durch. Die Monatsmiete entspricht jener eines herkömmlichen Dieselfahrzeuges der entsprechenden SUVKategorie. Weitere Infos unter www.iit.bz.it

HyFIVE-Projekt in Kürze

Von der EU gefördertes, internationales (non profit) Forschungsprojekt; gestartet im April 2014 mit einer Dauer von 42 Monate. Ziel: Vorbereitung innovativer, europäischer Regionen (London, Kopenhagen, Stuttgart, München, Innsbruck, Bozen) auf die Markteinführung der Brennstoffzellen-Fahrzeuge. Projektpartner sind unter anderen: BMW, Daimler, Honda, Hyundai, Toyota; Air Products, Copenhagen Hydrogen Network, ITM Power, Linde, OMV und IIT das Institut für Innovative Technologie in Bozen.Weitere Infos unter: www.hyfive.eu

Das Wassersto zentrum in Bozen Süd

Investieren in Zeiten der Krise?

Gerade in Zeiten der Krise, wobei sich inzwischen wiederum ein leichter Aufschwung verzeichnen lässt, sind Investitionen im Bereich der Erneuerbaren Energie gefragter denn je. Vor allem aber durch Diversi kation, sprich die Verteilung des Vermögens auf unterschiedliche Investitionen mit dem Ziel der Risikoreduzierung, sind Investitionen in den verschiedenen Bereichen lukrativ wie nie zuvor.

Durch diverse Kürzungen seitens des Staates wurden zwar die Renditeerwartungen der Investoren herabgesetzt, sind aber im internationalen Vergleich und vor allem im Vergleich zu anderen Investments immer noch sehr gut.

Andreas Foppa, geschäftsführender Gesellschafter versichert: „Wir stimmen Ihre Investition auf Ihr individuelles Bedürfnis ab. energy.invest verfügt über ein exzellent ausgebautes Netzwerk im nationalen und internationalen Bereich mit optimal zugeschnittenen Renditeobjekten. Wir begleiten Sie auf dem gesamten Weg, sei es bei der Auswahl der nach Ihren Parametern abgestimmten Projekten, der fundierten Überprüfung im Rahmen von Due Diligences und Aufnahme ins Portfolio, als auch bei sämtlichen Vertrags- und Verhandlungsabschlüssen.“

Der Erfolg spricht für sich: Finanzkräftige Investoren aus Italien, Deutschland, Österreich, der Schweiz, USA, und dem slawischen Raum finden sich im Investorenpool von energy.invest wieder und werden auch in Zukunft nach optimalen Kriterien betreut und zufriedengestellt. Der Fokus einer Investition im Bereich der Erneuerbaren Energie

v.l.: Eugen Psaier und Andreas Foppa

Leistungen

• Ermittlung geeigneter Projekte nach „Steckbrief“ der Investoren

• Erstellung eines überprüften Portfolios

• Pre-Due Diligence

• Bindeglied zwischen Investor und Verkäufer in technischer und bürokratischer Hinsicht

• Klärung von technischen und normativen Fragen durch die Gruppe energy.360°

• Beratung bei Realisierung neuer Anlagen

• Finanzierungsberatung

• Support bei sämtlichen Geschäftsabläufen.

sollte zusätzlich zu den sicheren und guten Renditen, jedoch hauptsächlich darauf gelegt werden, eine langfristige Energieproduktionsstätte zu schaffen.

Damit sich die teils heimische, hier vor allem die bereits im Energiesektor tätigen Produzenten, und auch die internationale Kundschaft um nichts kümmern muss, bietet die Gruppe energy.360° einen ganzheitlichen Service an, der von sämtlichen Meldungen, Asset & Plantmanagement bis hin zum renditeoptimierenden Trading geht. Alle genannten Bereiche stehen für maximale Optimierung der Investments und gleichen so die vorgenannten Kürzungen wiederum zum Teil aus. Wir arbeiten mit renommierten Wirtschaftsberatungs- als auch mit Steuer- und Rechtsanwaltskanzleien zusammen, die das Paket abrunden, um so unseren Kunden das Maximum an Rentabilität, Komfort, Seriosität, vor allem aber Sicherheit zu gewährleisten.

„Sicher investieren heißt zu diversifizieren. Wind, Sonne, Wasser – unendliche Energiequellen, welche sich gegenüber den fossilen Energieträgern durchsetzen werden. Darum ist Ihre Investition in Erneuerbare Energien auch bereits jetzt eine langfristige, sichere Investition in die Zukunft mit optimalen Renditen.“

energy.invest

Julius-Durst-Straße 6 | 39042 Brixen

Tel. 0472 275 300

Fax 0472 275 310

andreas.foppa@energy-dis.it www.energy-dis.it

Energieinnovation im Sarntal

Das Sarner Unternehmen Lavarent ist heute Partner von Hotels und Gastbetrieben in Südtirol, Trentino und um den Gardasee. Eine neue Brennsto anlage ermöglicht nun nachhaltiges Handeln und E zienz.

Auf dem Grundstück der ehemalige Sarner Ski-Fabrik in Sarnthein entstand 1989 eine kleine Wäscherei, die 1994 in Lavarent umbenannt wurde. Seitdem wird das Familienunternehmen von Kurt Eccel geführt, der es gemeinsam mit seinen Mitarbeitern zur größten Hotelwäscherei Südtirols weiterentwickelt hat. Im Jahr 2000 erhielt Lavarent als eines der ersten Unternehmen in Südtirol Zertifizierungen in den Bereichen Qualität und Umwelt (ISO 9001 bzw. 14001). Später ließ sich das Unternehmen auch in Bereichen Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Biokontamination zertifizieren. Heute zählt das Sarner Unternehmen an die 120 Mitarbeiter und beliefert knapp 500 Hotel- und Gastronomiebetriebe.

Trendsetter in Italien

Als Dienstleistungsunternehmen mit industriellem Charakter ist der Energiebedarf enorm. Dies spiegelt sich in Kosten und Umweltbelastung wider. Um diese beiden Aspekte

positiv zu beeinflussen, investiert Lavarent als erstes Unternehmen Italiens in eine Flüssigmethangasanlage für die industrielle Nutzung. „Der herkömmlich genutzte Treibstoff GPL, den wir für das Betreiben der Wasch-, Trocken- sowie Bügelanlagen benötigen, wurde durch GNL ersetzt. Hierbei handelt es sich um verflüssigtes Methangas. Um das ursprüngliche Erdgas verflüssigen zu können, muss es auf -160°C gekühlt werden. Durch die 600-fache Volumenreduktion wird vor allem eine Reduzierung der Transportfahrten erreicht“, erklärt Kurt Eccel.

Wettbewerbsnachteile bekämpfen

Grundsätzlich ist der Einsatz von GNL für alle Unternehmen interessant, welche nicht an eine Methanpipeline angeschlossen sind und die für ihren Produktionsprozess fossile Brennstoffe verwenden. Zwei wichtige Vorteile, die der Einsatz von GNL mit sich bringt, ist zum einen der erheblich geringere CO2-Ausstoß, im Fall Lavarent von bis zu 50 Prozent, sowie zum anderen die Möglichkeit, eine Kraft-Wärme-Koppelungs-Anlage in Betrieb nehmen zu können. Damit gemeint ist ein Verbrennungsmotor, welcher neben elektrischer auch thermische Energie produziert. „Es gibt nichts Wichtigeres für ein Unternehmen als stromunabhängig agieren zu können“, so Kurt Eccel. Nicht zuletzt resultiert durch die Eigenproduktion von Strom auch ein wirtschaftlicher Vorteil, der es dezentral gelegenen Unternehmen ermöglicht, ihren Standort beizubehalten.

INFO

Lavarent GmbH

Industriezone 1 | 39058 Sarnthein

Tel. 0471 620 900 | Fax 0471 620 930

info@lavarent.com | www.lavarent.com

Kurt und Bea Eccel
Kurt Eccel mit dem neuen GNL-Tank im Lavarent-Firmengelände

UMWELT SCHONEN UND KOSTEN SENKEN.

Gemeinsam mit Lavarent haben wir die erste GNL-Anlage in Italien realisiert. GNL – verflüssigtes Methangas. www.hamitalia.com / suedtirol@hamitalia.com

Geoliving bringt Wärme von der Erde ins Haus

Dass fossile Brennsto e wie Erdöl oder Erdgas keine große Zukunft haben dürften, ist bekannt. Fieberhaft wird deshalb nach umweltfreundlichen und nachhaltigen Alternativen gesucht. In einer aktuellen Fraunhofer-Studie wird der Erdwärme (Geothermie) hinsichtlich Energiee zienz und -einsparung das größte Potenzial zugeschrieben. Auch in Südtirol und im Trentino gibt es bereits einige Objekte, die diese Erkenntnis untermauern.

Südtiroler Spezialist in Sachen Geothermie ist das Unternehmen Geoliving. Seit 2006 plant und realisiert die Bozner Firma Projekte in und außerhalb Südtirols, für die Energie aus dem Erdinneren, gekoppelt mit Wärmepumpentechnik, genutzt wird. Sowohl bei Wohn- als auch bei Geschäftsgebäuden hat sich die Geothermie als äußerst effiziente Energiequelle erwiesen, die zudem im Winter wie im Sommer den hohen Anspruch auf angenehmes Klima im Haus erfüllt. Denn: Mit Hilfe der Wärmepumpentechnik können die Gebäude sowohl geheizt als auch gekühlt werden. Weit über 1.400 Projekte im In- und Ausland hat Geoliving bereits geplant, mehr als 200 in Eigenregie realisiert. Ein Beispiel für ein gelungenes Projekt ist das Bürogebäude eines Unternehmens im Trentino. Das Gebäude befindet sich im Industriegebiet Spini di Gardolo.

Modernste Technologie

Um die geologische Situation auf dem 3.000 Quadratmeter großen Areal abzuwägen, führten die Geothermie-Fachleute

zunächst Probebohrungen und Messungen durch. Der von Sand, Kies und mehreren großen Wasserschichten geprägte Untergrund erwies sich als sehr geeignet für die Heizung und Kühlung mit Erdwärme.

Die durchschnittliche Temperatur im Erdreich betrug 12,5 Grad Celsius, was auf den ersten Blick gering erscheint. Doch an dieser Stelle kommt die ausgeklügelte Wärmpumpentechnologie zum Einsatz: Sie sorgt für eine weitere Erhöhung der Temperatur, sodass sie schließlich zum Heizen vollkommen ausreicht. Natürlich kann die Temperatur mit Hilfe derselben Technologie auch gesenkt werden. Beim Gebäude in Gardolo gab es noch einen weiteren Vorteil: Das Unternehmen entschied sich für die Kombination der Geothermie – mit einer Photovoltaikanlage. Damit

Für die Wärmepumpen genügt ein kleiner Raum im Keller. Die Einhaltung von teuren Brandschutzrichtlinien ist nicht erforderlich.

konnte ein Teil des von der Photovoltaikanlage produzierten Stromes zur Speisung der Wärmepumpen genutzt werden. Die Wärmepumpen arbeiten somit ohne zusätzliche Energiekosten. Nicht umsonst wurde das Gebäude als Klimahaus A eingestuft.

E ziente Umsetzung

Professionalität und Erfahrung waren und sind das Um und Auf beim Setzen der notwendigen Erdwärmesonden. Die Spezialisten der Firma Geoliving platzierten beim Projekt in Gardolo 28 Sonden bis zu einer Tiefe von 90 Metern. Eine besondere Herausforderung war es dabei, das Sondensystem so zu setzen, dass bei möglichst geringem Verbrauch die höchste Leistung beim Wasserdurchfluss erreicht wird. Die Bohrungen erfolgten umweltfreundlich mit Druckluft und ohne chemische Zusatzstoffe. Pro Tag konnte aufgrund der modernen Technik eine Sonde gesetzt werden. Das Bohrgut – im Fall dieses Areals insbesondere Sand und Kies – musste nicht kostenintensiv abtransportiert, sondern konnte wiederverwertet und beim parallel stattfindenden Bau eingesetzt werden.

Die Erdwärmesonden wurden schließlich in einem Verteilerschacht gesammelt, sodass am Ende nur zwei Rohre in den Heizraum führten, wo insgesamt vier Wärmepumpen der renommierten schwedischen Marke Thermia untergebracht wurden. Für den Heizraum waren übrigens aufgrund der fehlenden Brandgefahr keine der sonst vorgeschriebenen Feuerschutzmaßnahmen notwendig.

Große Einsparung

In kürzester Zeit war die Anlage fertiggestellt. Inzwischen wird auch im Bürogebäude Winter wie Sommer gearbeitet. Nach zwölf Monaten Einsatz der neuen Heiz- und Kühlanlage zogen die Unternehmer gemeinsam mit der verantwortlichen Firma Geoliving eine erste Bilanz: Demnach betrug die Einsparung im Vergleich zum Betrieb mit Erdgas nicht weniger als 51 Prozent. Von den vier Wärmepumpen sind in der Regel nur zwei in Betrieb, die den gesamten Bedarf decken können. Der Kühlbetrieb erfolgte über einen großen Teil des Sommers (2013) im sogenannten „natural cooling“ – das heißt, dass das in den Sonden zirkulierende

In einem Verteilerschacht werden die Verbindungsleitungen zu den 28 Erdwärmesonden gesammelt. Lediglich zwei Rohre führen schließlich in den Heizraum.

Wasser im Erdreich soweit abgekühlt wurde, dass es direkt und ohne Zusatzkühlung zur Gebäudekühlung eingesetzt werden konnte. Damit konnten erhebliche Stromkosten eingespart werden.

Der Stromverbrauch der gesamten Heiz- und Kühlzentrale betrug in zwölf Monaten insgesamt 65.960 Kilowattstunden (kWh). Davon fielen rund 37.800 kWh auf die Umwälzpumpen für die Bodenheizung, 7.760 kWh auf die Kühlung und 20.400 kWh auf die Heizung.

Viele Vorteile

Die Geothermie-Anlage in Gardolo ist nur ein Beispiel für die Nutzung von Erdwärme. Selbstverständlich ist Erdwärme auch für kleinere und vor allem nicht nur für neue Wohn- oder Geschäftsgebäude eine sinnvolle Alternative zu herkömmlichen Brennstoffen. Denn die WärmepumpenTechnologie ist vielseitig und in unterschiedlichsten Formen einsetzbar. Nicht immer sind aufwendige Bohrungen notwendig, etwa wenn einfache Luft-Wasser-Wärmepumpen zum Einsatz kommen.

Ein großes Plus der Geothermie sind die geringen Betriebskosten: Immerhin drei Viertel der gebrauchten Energie schöpft die Wärmepumpe im Durchschnitt aus der Erde, nur ein Viertel stammt aus elektrischer Leistung, und wenn diese noch dazu einer Photovoltaikanlage entnommen ist, fällt die Kosten-Nutzen-Rechnung äußerst gut aus. Der Geothermie wird von der Wissenschaft eine große Zukunft beigemessen. Entsprechend fördern auch Staat und Land den Einbau von Erdwärmeanlagen bzw. Wärmepumpen. Die Förderungen betragen derzeit je nach Option 30 bis 65 Prozent, sollen aber ab 2015 gekürzt werden. Das Unternehmen Geoliving in Bozen bietet einen breiten Service zu diesem Thema an, von der Information und Beratung über die Planung und Durchführung der Arbeiten.

INFO

Geoliving GmbH

Kopernikus-Straße 13 A | 39100 Bozen Tel. 0471 052 828 | Fax 0471 052 829 info@geoliving.it| www.geoliving.it

Kein Schaden für die Umwelt: Die Bohrungen für die Erdwärmesonden erfolgen mit Luftdruck und Wasser und vor allem ohne chemische Zusatzsto e.

Wandel im Stromsektor

Im italienischen Strommarkt vollzieht sich ein Wandel, welcher vor allem auch den Sektor der Erneuerbaren Energien betri t. Im Interview mit dem Geschäftsführer der Gruppe energy.360°, Eugen Psaier, wird die aktuelle Situation beschrieben und kurz dargestellt, wie man sich den neuen Anforderungen stellen kann.

Radius: Es vollziehen sich einige wichtige Änderungen am italienischen Strommarkt, vor allem im Hinblick auf die Finanzierung der Erneuerbaren Energien … Eugen Psaier: In der Tat wurden am 7. August im Parlament einige Gesetzesänderungen beschlossen, welche eine Aufweichung der bisherigen Förderungen darstellen. So werden z.B. die Förderungen mit dem Dekret Nr. 91/2014, dem sog. „Spalma incentivi“ gekürzt, wobei man nun drei Optionen hat: Falls der Betreiber innerhalb 30.11.2014 keine der drei Optionen wählen sollte, gilt automatisch die Option 3 mit einer maximalen Kürzung des Tarifes von 8 % für Anlagen über 900 kWp. Positiv ist, dass Kleinanlagen bis 200 kWp keine Kürzung erfahren und der „scambio sul posto“ bis auf 500 kW ausgedehnt wurde. Diese Kürzung rückwirkend auf bereits abgeschlossene Förderverträge ist natürlich alles andere als positiv. Real gesehen, bemerken wir über unseren Invest-Bereich allerdings, dass sich im Verhältnis zu den Krisenjahren 2012/2013 eine Besserung des Investitionsklimas für ausländische Investoren ergeben hat. Dies hängt mit geschrumpften Erwartungswerten der verkaufenden Anlagenbesitzer zusammen, der Stabilisierung des Euroraumes und natürlich an den trotz Kürzung immer noch guten Renditen. Die obige Kürzung wirkt sich beispielsweise auf die Rendite um ca. 2-3 % aus. Allerdings ist dies natürlich von Fall zu Fall zu berechnen. Es ist zu sehen wie sich das Ganze weiterentwickelt und insbesondere wie die Details der oben genannten Optionen im Konkreten ausfallen werden.

Radius: Der Strompreis an der Börse ist so niedrig wie lange nicht mehr. Wieso wirkt sich dieser nicht auf den Endverbraucher in der Form sinkender Preise aus, damit man auf oben beschriebene Reduzierung der Förderungen verzichten könnte?

E. Psaier: Fakt ist, dass die erneuerbaren Energien heute nicht mehr nur eine mar-

Zur Person

Gruppe energy.360° – Ihr Partner im Energiesektor

Gründung: 2001

Mitarbeiter: 30

Kunden: Energieproduzenten,

Verteilerunternehmen und Investoren

Leistungen: Consulting, Dienstleistung, Planung, technische Beratung, Investment und Handel

ginale Rolle spielen wie noch vor einigen Jahren. Bedenkt man, dass im Juli 2014 40,5 % des produzierten Stroms durch erneuerbare Energieträger gedeckt wurden, dann wird einem klar, dass es durch dieses Wachstum teilweise ein Überangebot an Strom gibt, welches in bestimmten Zeiten zu einem Preisverfall führt. Dass dieser niedrige Strompreis nicht an den Endverbraucher weitergegeben wird, liegt einerseits vor allem an der Unproduktivität der fossilen Energieträger und an der Marktmacht und Einkaufspolitik der großen Stromversorger. Trotzdem werden langfristig die Erneuerbaren weiter wachsen und die schmutzigen Energieträger zurückdrängen, da diese heute schon teilweise unrentabel sind. Eine Herausforderung werden der Netzausbau und die Speicherung darstellen.

Radius: Für die Produzenten und Verteiler in Südtirol heißt ein Wandel, sich auf neue Herausforderungen einzustellen. Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung für Südtirol ein?

DDr. Ing. Eugen Psaier hat in München Energietechnik, in den USA und in Innsbruck Wirtschaft studiert und ist Geschäftsführer und Teilhaber der Gruppe energy.360°, welche die Sparten Consulting, Dienstleistung, Planung, technische Beratung, Investment und Handel umfasst, um eine 360-Grad-Beratung bieten zu können.

E. Psaier: Das Pendel schlägt derzeit tatsächlich in die Richtung gegen die dezentrale Energieversorgung und wer nur so weiter macht wie bisher, hat verloren. Jetzt gilt es für Verteiler strategische Themenfelder zu besetzen, Reorganisationsmaßnahmen einzuleiten und Verbesserungsprozesse aufzugreifen. Dazu gehört zum Beispiel Benchmarking, Compliance und Best Practice, Risikoabsicherungen, Strategien, Qualifizierung für neue Mitarbeiter, moderne Kostenrechnung und die Optimierung der Prozesse und Abläufe (EDV). Das heißt im Klartext, dass eine Überprüfung des laufenden Geschäftsmodells und die Schließung strategischer und operativer Lücken unerlässlich werden. Dabei muss ein Compliance-Management stattfinden, welches garantiert, dass alle gesetzlichen Normen und Vorschriften beachtet werden und die strategischen Potentiale ausgeschöpft werden.

(EDV). Das heißt im Klartext, dass eine Überprüfung Potentiale schöpft werden.

von der Analyse (bestehender Abläufe) über die hin

Dieser Qualitätsverbesserungsprozess geht dabei von der Analyse (bestehender Abläufe) über die Bewertung und Festlegung messbarer Ziele hin zur Umsetzung neuer Maßnahmen und der laufenden Bewertung der Ergebnisse. Dieser Kreislauf hilft, die Zukunft des Betriebes zu sichern und sich im stetig wandelnden Markt zu behaupten.

Betriebes behaupten.

Energie überwindet Grenzen

Zusammen mit den Partnern aus dem Salzburger Pinzgau arbeitet die Gemeinde Sand in Taufers seit einigen Jahren an der Umsetzung eines Projektes zum Aufbau einer grenzüberschreitenden Energiemodellregion. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Unmittelbar nach seinem Amtsantritt im Mai 2005 hatte Bürgermeister Helmuth Innerbichler das Thema „erneuerbare Energie“ zu einem Schwerpunkt seiner politischen Arbeit erklärt. Sein Ziel war ehrgeizig, aber nicht unmöglich: Sand in Taufers sollte eine CO2-neutrale Gemeinde werden. Die Gemeindeverwaltung startete mit einer umfassenden Stärken-Schwächen-Analyse, von der sich ein konkreter Handlungsbedarf ableiten ließ. Dieser diente wiederum als Grundlage für die Erarbeitung eines mittelfristigen Gesamtkonzeptes. Was dann folgte, war intensive Arbeit, die von allen beteiligten Akteuren viel Durchhaltevermögen verlangte. Heute ist Bürgermeister Innerbichler mehr denn je überzeugt, dass nachhaltige Gemeindeentwicklung nur dort möglich ist, wo Mut zur Vision, genügend Zeit für Planung, gute Überzeugungsarbeit und viel Durchhaltevermögen zusammenkommen. Erfolgsmodell Energiegemeinde

Doch was macht Sand in Taufers zur Vorzeigegemeinde in Sachen Energie? Neben einer starken Produktion von erneuerbarer Energie, die sich mit dem E-Werk Tobl vor allem auf die Stromproduktion durch Wasserkraft konzentriert, setzt die Gemeinde seit mehreren Jahren auf ein konsequentes Energiemanagement zu Einsparungen im Energieverbrauch. Gezielte Optimierungsmaßnahmen in den gemeindeeigenen Strukturen haben Energieeinsparungen von 30 Prozent im Jahr möglich gemacht, und das bei gleichbleibender Versorgungsqualität.

Außerdem hat die Gemeinde den Klimahausstandard A für neu zu errichtende, öffentliche Gebäude ebenso verpflichtend eingeführt, wie den Klimahausstandard B für Sanierungen von öffentlichen Strukturen. Im Rahmen des EU-Förderprogramms Interreg IV hat die Gemeindeverwaltung eine besonders innovative Aktion gestartet, das sogenannte „50-HäuserProgramm“: Private Bauherren erhielten professionelle Beratung zur bestmöglichen Umsetzung ihres Sanierungsvorhabens. Auch der österreichische Projektpartner hatte dieselbe Aktion erfolgreich umgesetzt. Diese Maßnahme hat in beiden Projektregionen zur Sensibilisierung beigetragen, und durch die tatsächlich realisierten Sanierungsvorhaben konnte auch die regionale Wertschöpfung gesteigert werden.

Mehrwert durch Zusammenarbeit

In der Erprobung von innovativen Ansätzen sieht Bürgermeister Innerbichler den besonderen Wert von EU-Förderprojekten: „Aus dem Erfahrungsaustausch mit starken Akteuren aus anderen Regionen entstehen frische Ideen und ergeben sich neue Handlungsfelder für alle Beteiligten.

Veranstaltungsreihe zum Thema energiee zientes Bauen

Helmuth Innerbichler

Wasserkraftwerk Tobl Innenanansicht (rechts) und Außenansicht bei Nacht

Durch die Einbindung der Öffentlichkeit tragen Projekte, wie dieses Interreg-Projekt wesentlich zur Bewusstseinsbildung und Information bei, und das sind wesentliche Erfolgsfaktoren für die Umsetzung von Konzepten: Je mehr Menschen für eine Idee gewonnen werden können, desto mehr wachsen die Kraft und der Wille, etwas zu bewegen.“ Genau hier setzen die beiden Projektträger auch weiterhin an: In Sand in Taufers läuft den ganzen September über eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Energieeffizientes Bauen und Wohnen“. An mehreren Vortragsabenden werden unterschiedliche Zielgruppen, wie Handwerker, Touristiker und private Häuslebauer über innovative Baulösungen und effiziente Sanierungsmaßnahmen informiert und beraten.

Auch die jungen Bürger in der Gemeinde Sand in Taufers sollen spielerisch an das Zukunftsthema „Energie“ herangeführt werden. Im Rahmen eines Energietages setzen sich die Mittelschüler mit innovativen Energieexperimenten auseinander und machen sich im innovativen Wasserstoff-Bus auf den Weg zur Besichtigung der Energiestationen im Gemeindegebiet. Christian Dapunt, Direktor des Schulsprengels Sand in Taufers, zeigte sich sofort begeistert von dem Thema und freut sich über die Möglichkeiten, die seinen Schülern und dem Lehrpersonal im Rahmen des Projektes geboten werden.

Energietourismus als Nischenmarkt

Auch im Tourismus gewinnen die Themen wie Nachhaltigkeit und effizienter Energieeinsatz immer mehr an Bedeutung.

„Die Sensibilität der Gäste steigt, wenn es um Klimaschutz und den Umgang mit natürlichen Ressourcen geht“, bestätigt

Katharina Willeit, Direktorin des Tourismusvereins Sand in

Photovoltaikanlage auf dem Dach der CASCADE

Taufers. Gerade weil hier viel Potential für die Zukunft liegt, arbeitet der Tourismusverein derzeit aktiv an der Entwicklung von touristischen Angebotspaketen, die weniger das Fachpublikum, sondern vielmehr alle Gästegruppen, insbesondere Familien ansprechen sollen. Interessierte Fachleute erfahren im Rahmen der sogenannten enertouren, welche die Gemeindeverwaltung zusammen mit dem TIS anbietet um die Energiemodellregion zu präsentieren. Durchschnittlich 700 Besucher aus aller Welt interessieren sich für diese Fachexkursionen in der Energiegemeinde Sand in Taufers.

Was bringt die Zukunft?

An Ideen und Visionen für die Zukunft fehlt es Bürgermeister Innerbichler nicht. Nachdem das Ziel der CO2-neutralen Gemeinde nachweislich erreicht werden konnte, will er Sand in Taufers jetzt zur KlimaLand-Gemeinde zertifizieren. Großes Potential sieht er außerdem im Ausbau des alternativen Mobilitätsangebotes. „Klimaschutz und Optimierungen in der Energieeffizienz müssen selbstverständliche Aufgaben einer Gemeindeverwaltung werden“, so Innerbichler. Die Gemeinde Sand in Taufers und ihr Salzburger Projektpartner, Gemeinde Krimml, sind dafür auf einem guten Weg.

Infos

27.09.2014: grenzüberschreitender Energietag in Sand in Taufers. Informationen unter www.sandintaufers.eu

Der Strom aus dem Bioabfall

Biogasanlagen machen es möglich: Aus kontinuierlich und vor Ort anfallenden Bioabfällen kann man Strom gewinnen. Ausweg aus klammen Gemeindekassen und lohnende Perspektive für Privatinvestoren?

Wie Pilze schießen Biogasanlagen in Mittel- und Nordeuropa aus dem Boden: große, mittlere und kleine. Denn die Größe der Biogasanlagen kann je nach vorhandener Biomasse angepasst werden. So gibt es Beispiele in Deutschland von vier bis fünf Landwirten, die den Mist und die Gülle ihres Viehes nicht mehr ausschließlich auf die Felder ausbringen, sondern gemeinsam eine Biogasanlage betreiben und Strom erzeugen: gewinnbringend und vor allem geruchslos – sehr zur Freude des Tourismusverbandes. Doch der Reihe nach.

Wie funktioniert eine Biogasanlage?

In einer Biogasanlage wird Biogas erzeugt, das den Generator eines Blockheizkraftwerkes antreibt, betreibt und somit Strom erzeugt. Das Biogas stammt von Bakterien, die es bei der Verdauung der biologischen Abfälle, der Biomasse, erzeugen. Zielführend für die Halter einer Biogasanlage ist es also, die Bakterien bei Laune zu halten und sie mit ausreichender Menge und qualitativ guter Biomasse zu versorgen. Biomasse fermentiert mit Hilfe der Bakterien in 40 bis 60 Tagen. Grundsätzlich gibt es zwei Arten der Fermentierung: Die Nass- und die Trockenfermentierung. Die Nassfermentierung bildet den optimalen Lebensraum für die Bakterien. Doch wenn die Biomasse durch Fremdstoffe wie Glas, Plastik, Metall oder andere Fremdkörper verunreinigt ist, wird trocken fermentiert, um die Fremdstoffe aussortieren zu können. „Die Gasausbeute ist zwar geringer, doch beide

Systeme sind zielführend“, erklärt Robert Janek, Unternehmensberater für alternative Energien. Die Kontrolle der angelieferten Biomasse auf ihre Reinheit und Güte, ihre sachgemäße Lagerung für ständig ausreichende Menge, das Zuführen der Biomasse und die technische Wartung sind die Kernaufgaben für das Betreiben einer Biogasanlage. Bei einer großen Biogasanlage braucht es vier bis fünf ständige Mitarbeiter; kontrolliert werden kann sie auch per Handy.

Bioabfälle sinnvoll & nachhaltig verwendet

„Das Um und Auf einer Biogasanlage ist die Biomasse. Und die ist genügend vorhanden, entsteht immer neu, wächst nach“, meint Robert Janek. „Aus berechtigten ethischen Gründen werden nicht mehr Lebensmittel wie Getreide, Mais, Zuckerrüben und Raps als Biomasse verwendet, sondern deren Abfälle bei der Verarbeitung, z.B. Getreidestroh

Alles im Blick auf einen Klick!

So funktioniert eine Biogasanlage

Kot und Urin von Nutztieren

Futter

Anbau äche

Für Energiep anzen und Tierfutter

Biomüll

Gasspeicher In der Haube des Fermenters

Gas

Dünger

Gärrestelager

Vergorene Biomasse kann als Dünger verwendet werden.

Biotankstelle

Erdgasnetz

Gärreste

Fermenter

Ohne Licht und Sauersto und unter Zufuhr von Wärme bauen Mikroorganismen die Biomasse (Substrat) ab. Es entsteht Biogas (Methan und Kohlendioxid).

und Maisstiele“, fährt er fort. In Südtirol bieten sich andere Biomassen an: Gülle und Mist aus der Rinder-, Schweineund Pferdehaltung; die Trestern aus der Weinproduktion, die Abfälle bei der Obstverarbeitung für Säfte und Trockenfrüchte, der Grünschnitt von Fußballplätzen und Straßenböschungen, Park- und Wohnanlagen und seit der Mülltrennung vor allem Biomüll aus den Haushalten. Um lange Transportwege aus ökologischen und ökonomischen Gründen zu vermeiden, sollen die vor Ort anfallenden Biomassen verwendet werden. Die Vorbehalte wegen des üblen Geruchs bei der Lagerung sind wie bei der Müllhalde und jedem Mülleimer berechtigt, wenn die Abdeckung und Wartung unsachgemäß erfolgt.

„Doch das muss nicht sein“, bekräftigt Ingenieur Julius Mühlögger vom hbpm Ingenieurbüro Brixen. Die abfallende Restmenge aus der Biogasanlage selbst riecht nach Walderde und ist ein hochwertiger Dünger.

Nahwärmnetz

Gasaufbereitungsanlage

Gas wird veredelt, indem Schadsto e entfernt werden. Weiterleitung ins Erdgasnetz oder als Kraftsto für Erdgasautos.

Gas wird in einem Gasmotor verbrannt. Es enstehen Wärme und Energie

Generator wandelt Energie in Strom um. Blockheizkraftwerk

Gasmotor Strom

Prozesswärme wird zum Fermenter geleitet. Dadurch haben die Mikroorganismen bessere Bedingungen; weitere Wärme kann z.b. ins Nahwärmenetz eingespeist werden.

Quelle: dpa, Agentur für Eneuerbare Energie, Globus

Biogasanlagen rechnen sich – und wie Grundstoffe für Biogasanlagen sind auch in Südtirol vorhanden, Förderungen auch. So würden kleinere Anlagen mehr gefördert als große. 30 Prozent beträgt die Landesförderung. Bei einer Amortisierung von sechs Jahren und einem auf zwanzig Jahre laut staatlichem GSE-Register zugesicherten Strompreis ist eine Biogasanlage eine gewinnbringende Investition; für manche Gemeinden ein Ausweg aus der klammen Gemeindekasse. So empfahl der vorherige Umweltlandesrat Florian Mussner den Bezirksgemeinschaften, mehr auf Biogasanlagen zu setzen. Südtirol befinde sich noch am Anfang, während der europäische Norden, Norwegen, Finnland und Schweden das Biogas nicht nur zur Stromgewinnung nütze, so Robert Janek. Aus dem Biogas könne man nämlich durch ein Reinigungsverfahren auch Methangas erzeugen und in Methangasanlagen einspeisen.

KlimaHaus Awards 2014

Der Renaissance-Hof im Schloss Maretsch diente am Freitag, den 5. September, als Bühne für die KlimaHaus Awards: der Prämierung der besten im Jahr 2013 zertizierten KlimaHäuser. In Anwesenheit des Landesrates Richard Theiner wurden die „Golden Cubes“ in gebührendem Ambiente den Gewinnern überreicht.

Projekte aus den Bereichen Neubau und Sanierung, die die KlimaHaus-Kriterien der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit am besten umgesetzt haben, konnten die Jury überzeugen. Die Preisträger wurden von einer Kommission, die unter 1.332 KlimaHaus-Projekten aus dem Jahr 2013 die Qual der Wahl hatte, ausgewählt. Während der Übergabe der fünf Auszeichnungen unterstrich der Landesrat für Raumentwicklung, Umwelt und Energie, Richard Theiner, die Wichtigkeit der KlimaHausZertifizierungen: „Der wahre Erfolg besteht nicht nur darin, dass die fünf Projekte prämiert wurden. Vielmehr zeugen alle Projekte, die im Jahr 2013 zertifiziert wurden, von dem Wunsch, energieeffiziente Gebäude zu schaffen, in denen man sich wohl fühlt.“ Der Präsident der KlimaHaus Agentur, Stefano Fattor, fügte dem hinzu: „Ich der schwierigen Lage, in der sich der Bausektor befindet –

für die KlimaHaus-Zertifizierung entschiedenen haben und so einen Beitrag zum qualitativen und zukunftsträchtigen Bauen geleistet haben.“

Kindergarten, Cascina (PI) Eine Neuheit dieses Jahr war der „Publikumspreis“, dessen Gewinner über eine Online-Befragung ermittelt wurde. Der Kindergarten in Cascina, in der Provinz Pisa, der zusätzlich auch von der Jury einen Preis erhielt, stellte sich als Publikumsliebling heraus. Belohnt wurde das effiziente, didaktischgeeignete Bauwerk, das sowohl auf konkrete Bedürfnisse als auch auf die Forderungen der lokalen Verantwortlichen eingeht. Vor diesem Hintergrund hat die KlimaHaus-Agentur das neue Zertifizierungsprotokoll „School“ eingeführt, das in Zukunft den öffentlichen Verwaltungen als Hilfe dienen soll, die komplexe Aufgabe einer Planung oder Sanierung von Schulgebäuden zu bewältigen.

Juryurteil: Das neu erbaute Schulgebäude vereint in gelungener Form Architektur und Pädagogik. Durch seine hohe Energieeffizienz stellt es ein vorbildliches Beispiel für zukunftsorientierte Politik öffentlicher Verwaltungen dar.

CasaSalute, Margreid (BZ)

Gäste und Besucher des Unternehmens untergebracht eines reinen Naturholzhauses in vollem Umfang – inklusive

Auch der neue Sitz des Südtiroler Unternehmens „CasaSalute“ in Margreid, das im Holzbau tätig ist, wurde mit einem Golden Cube ausgezeichnet. Das Gebäude, aus leimfreien Massivholzelementen gefertigt, wurde als KlimaHaus Gold Nature klassifiziert. Angrenzend an das Hauptgebäude wurde eine Unterkunft errichtet, in der Gäste und Besucher des Unternehmens untergebracht werden können. Sie haben so die Möglichkeit, die Vorzüge eines reinen Naturholzhauses in vollem Umfang – inklusive Übernachtung – zu genießen.

Ein Ort zum Arbeiten, Wohnen und zum Wohlfühlen. Die innovative Holzkonstruktion steht im Einklang mit der Umgebung und entspricht den Bestimmungen der Nachhaltigkeitszertifizierung „KlimaHaus Nature“.

Martini & Rossi S.p.A: One Martini, Chieri (TO)

Eine weitere Auszeichnung ging an das Gebäude „One Martini“ der Firma Martini & Rossi, das sich mitten im historischen Unternehmenssitz von Chieri, in Torino befindet. Die KlimaHaus-Zertifizierung verleiht den Energieeffizienz- und Nachhaltigkeitsbestrebungen, die Kernpunkt der Philosophie des Unternehmens sind, nun besonderen Ausdruck.

Juryurteil: Ein modernes Bürogebäude, das gleichzeitig im Kontrast und Balance mit der historischen Industrieumgebung steht. Die energieeffiziente gläserne Gebäudehülle schafft eine Brücke.

Sanierung Mazzonetto-Coppi, Padua

Auch dieses Jahr haben es wieder einige Sanierungsprojekte in die Endrunde geschafft: So wurde in Padua dieses Jahr die „Casa Mazzonetto-Coppi“ prämiert, ein Gebäude das, mitten in der Stadt, eine Aufstockung erfuhr. Das Potential des Leitfadens „KlimaHaus R“ wurde in Vereinbarung mit behördlich auferlegten Beschränkungen und zahlreichen Hürden sowie lokalen Gesetzgebungen vollends ausgeschöpft.

Juryurteil: Durch eine Sanierung mit Erweiterung hat das Mehrfamiliengebäude aus den 50er-Jahren, trotz urbanistischer Auflagen und baulicher Einschränkungen, einen neuen zeitgemäßen Charakter erlangt. Aufgrund stark reduzierten Energiebedarfs und hohen Wohnkomforts erhielt das Gebäude die KlimaHaus R Zertifizierung.

La cjase dal len, Sutrio (UD)

Eine andere Sanierung, die von der Jury Anerkennung erfuhr, war „La cjase dal len” in Sutrio, bei Udine: Eine umfassende, erhaltende Sanierung eines ehemaligen Sägewerkes mit einer angrenzenden Mühle aus dem 17. Jahrhundert, das nun zu didaktisch-musealen Zwecken genutzt wird und höchsten Ansprüchen bezüglich Energieeffizienz und Komfort genügt.

Juryurteil: Dem Sägewerk wurde im Zuge einer umfassenden Sanierung unter Berücksichtigung der historischen Formsprache eine neue Funktionalität verliehen. Die KlimaHaus Zertifizierung des Gebäudes steht für hohe Energieeffizienz und neuen Wohnkomfort.

Kindergarten, Cascina (PI)
CasaSalute, Margreid (BZ)
La cjase dal len, Sutrio (UD)
Casa Mazzonetto-Coppi, Padua
One Martini, Chieri (TO)

Auch bewährtes muss sich weiterentwickeln

KlimaHaus hat sich mittlerweile italienweit als Maßstab für energiee zientes und nachhaltiges Bauen etabliert. Trotz Baukrise hat die Agentur im vergangenen Jahr mehr Neubauten zerti ziert als je zuvor. Damit das so bleibt, muss aber auch KlimaHaus sich ständig in Frage stellen und weiterentwickeln. Dazu ein Gespräch mit dem Direktor Ulrich Santa.

Radius: Sehr geehrter Direktor Santa, mit Beginn dieses Jahres erfolgte die Gründung der Agentur für Energie Südtirol – KlimaHaus. Welche Entwicklung ist für die Agentur vorgesehen?

Ulrich Santa: Mit der Energieagentur wurde der Grundstein gelegt, die Zuständigkeiten und verschiedenen Anwendungsfelder rund um das Thema Energie und Energieeffizienz unter einem Dach zu bündeln. Schwerpunktmäßig wird sich die Agentur weiterhin mit dem Thema des energieeffizienten und nachhaltigen Bauens auseinandersetzen. Die grundsätzlichen Aufgabenfelder sind ja bereits in der KlimaLand Strategie „Energie Südtirol 2050“ skizziert. Mittelfristig sollen die weiteren Bereiche und notwendigen Kompetenzen in einem organischen Wachstum schrittweise aufgebaut und vertieft werden.

Radius: Mit der Präsentation des Tätigkeitsberichts hat die Agentur im Juni auf ein recht erfolgreiches Geschäftsjahr zurückgeblickt. Welche inhaltlichen Neuerungen hat es gegeben?

U. Santa: Eine ganze Menge. Da wären beispielsweise die neue Software ProKlimaHaus, das Buch zu unseren Nachhaltigkeitsprotokollen oder KlimaHaus R für den Sanierungsbereich. Mit KlimaHaus School wurde kürzlich ein neues Siegel für Schulen vorgestellt, zurzeit arbeiten wir an einem Zertifizierungssystem für Gemeinden.

Radius: An KlimaHaus wird häufig aber auch der bürokratische Aufwand bemängelt.

U. Santa: Wir müssen uns dieser Kritik stellen und daran arbeiten, die hohe und geschätzte Qualität mit weniger bürokratischem Aufwand zu erzielen. Mit insgesamt fast 10.000 Zertifizierungen von neuen Gebäuden und Sanierungen haben wir ausreichend Erfahrung gesammelt, um die Stärken und Schwächen des Systems zu erkennen und zu reagieren. Auf alles, was keinen wesentlichen Mehrwert leistet, kann verzichtet werden. Mit zu anspruchsvollen oder unwirtschaftlichen Vorgaben wird den Anliegen der Energieeffizienz insgesamt kein guter Dienst erwiesen. In vielen Bereichen haben wir reagiert, beispielsweise wurde ein unbürokratisches und kostengünstiges Verfahren zur

Zertifizierung von Bestandsgebäuden eingeführt. Zurzeit prüfen wir weitere Vereinfachungen im Bereich der technischen Richtlinie und des Zertifizierungsablaufs.

Radius: KlimaHaus erfreut sich zunehmend auch außerhalb von Südtirol einer regen Nachfrage.

U. Santa: KlimaHaus wird in Italien mittlerweile als Synonym für nachhaltiges und qualitativ hochwertiges Bauen wahrgenommen, nicht zuletzt auch dank der hohen Qualität der mittlerweile 160 KlimaHaus Partnerfirmen. Im jährlichen Bericht von Legambiente landet KlimaHaus beispielsweise regelmäßig als Messlatte an erster Stelle im Bereich des energieeffizienten und nachhaltigen Bauens. Nicht von ungefähr haben in den letzten beiden Jahren öffentliche Agenturen in Friaul Julisch Venetien, der Toskana, der Emilia Romagna, den Marken und im Piemont das System KlimaHaus übernommen. Aber auch am anderen Ende des Stiefels steigt das Interesse an KlimaHaus. Hilfreich ist hier sicher auch die enge Zusammenarbeit mit der Messe Bozen, mit der wir gemeinsam seit zehn Jahren die Klimahouse-Messe organisieren. Mittlerweile gibt es Ableger davon auch in Florenz, Bastia Umbra und Bari.

Radius: Zurück nach Südtirol. Vor wenigen Wochen wurde der Energiebonus neu geregelt. Was hat sich geändert?

U. Santa: Ein energieeffizienter Gebäudebestand spielt eine Schlüsselrolle in jeder nachhaltigen Energie- und Klimaschutzpolitik. Nach dem Motto Fordern und Fördern sind hier zum einen normative Mindestvorgaben zu schaffen und die entsprechenden EU-Richtlinien umzusetzen. Auf der anderen Seite wurde mit dem Energiebonus ein äußerst wirksamer Anreiz geschaffen, um energieeffizientes und nachhaltiges Bauen über die Mindestanforderungen hinaus zu belohnen. Im Vergleich zur alten Regelung ist der Bonus beim Neubau um 5 % erhöht worden, im Bereich der Sanierung wurde er auf „KlimaHaus R“ ausgedehnt, ohne dass dabei wie bisher eine zwingend zu erreichende KlimaHaus-Klasse vorgegeben würde.

Radius: Gleichzeitig wurde ja auch die Effizienzrichtlinie überarbeitet …

U. Santa: … was mir noch wichtigerer erscheint. Es wurden einige entscheidende Vereinfachungen vorgenommen. Grenzwerte wurden neu formuliert und Mindestanforderungen auf ihre Effektivität und Wirtschaftlichkeit geprüft. Einige Vorgaben wurden gänzlich gestrichen, andere an die Erfordernisse der praktischen Anwendung angepasst.

Ulrich Santa

Seniorenheim zum „Heiligen Vinzenz“ in Bozen

Solaranlage für Warmwasserbereitung und Heizung

75 Alters- und Pflegeheime mit insgesamt 4.000 Betten gibt es in Südtirol.

Diese verursachen, der hohen Qualität entsprechend, beträchtliche Energiekosten für Warmwasserbereitung und Heizung.

Über 10 Heime in Südtirol decken diese derzeit schon mit Energie von der Sonne, bereitgestellt durch Vakuum-Solarkollektoren

Typ EGGER LUX 3006R

300 Sonnentage im Jahr bieten in Südtirol ein enormes Angebot an solarthermischer Energie. Ganze 1.700 kWh pro Quadratmeter Fläche beträgt die durchschnittliche Sonneneinstrahlung in Südtirol. Ein enormes Angebot, das zeitlos und kostenlos zur Verfügung steht!

Herkömmliche Flachkollektoren können dieses riesige solare Potential nur sehr eingeschränkt nutzen. Bei tiefen Außentemperaturen und Wind sinkt deren Wirkungsgrad auf einen so niederen Wert, dass eine wirtschaftlich sinnvolle Nutzung kaum mehr möglich ist.

Die Lösung bieten VakuumRöhren-Solarkollektoren

EGGER LUX 3006 R. Diese weisen Sommer wie Winter einen konstant hohen Wirkungsgrad auf und ermöglichen so einen

Planung & Bauleitung:

Studio Thermoplan –Bozen

optimalen Betrieb für sämtliche Anwendungen. Die Solarenergie fließt dank der direktdurchflossenen Absorbertechnik geradewegs und verlustfrei in die Anlage! Die architektonische Integration in moderne Baustrukturen wird durch diese Absorbertechnik ebenfalls extrem vereinfacht. Die Kollektoren können flach und unsichtbar auf dem Dach liegen, der optimale Neigungswinkel der Absorber wird durch die Drehung der einzelnen Röhren erreicht.

Dieses von Fa. EGGER GmbH entwickelte und hundertfach eingesetzte System ist ein Meilenstein für eine energetische Zukunft ohne Öl und Gas. Dem Planungsbüro Studio Thermoplan ist es beispielgebend gelungen, eine solarthermische Großanlage für Warmwasserbereitung und Heizung zu konzipieren und umzusetzen.

Einbau: Hydroklima KG –Bozen

Installierte Fläche: 62 m² Vakuumröhrenkollektoren 3006 R

Solare Energieausbeute: ca. 69 MWh pro Jahr Einsparung an Erdgas: ca. 6.900 m³ pro Jahr

Energiegeladene Architektur

Mehr als 900 Wasserkraftwerke produzieren in Südtirol sauberen Strom, prägen aber auch das Landschaftsbild.

Über hundert Jahre Wasserkraft sind auch ein Spiegelbild der Architektur vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute.

Als Beispiel die zwei Anlagen der Etschwerke auf der Töll (1898) und in Naturns (1963) und drei neue Kraftwerke der SEL-Gruppe. Während sich der Wirkungsgrad der Kraftwerksanlagen von damals bis heute nicht spektakulär verändert hat (im Bereich von etwa +20 %), ist die Architektur auch bei den neuen Kraftwerken dem Zeitgeist gefolgt.

Etschwerke: Töll und Naturns

Es war die Zeit der Elektrifizierung. Die Glühbirne verdrängte die Petroleumlampe als Straßenbeleuchtung. Da bestand Handlungsbedarf für die Städte Bozen und Meran, die sich zum Konsortium Etschwerke zusammenschlossen und den Bau des ersten Wasserkraftwerkes auf der Töll in Auftrag gaben. In nur drei Jahren Bauzeit ging es 1898 in Betrieb. Projektiert wurde es vom Münchner Ingenieur Oscar von Miller, dem Gründer des Deutschen Museums in München. Es ist das älteste Kraftwerk Südtirols und das erste der 120-jährigen Erfolgsgeschichte der heutigen Etschwerke AG, deren Aktien nach wie vor die Städte Bozen und Meran zu gleichen Teilen halten.

1997 wurde das denkmalgeschützte Kraftwerk technisch saniert und modernisiert, mit besonderem Augenmerk auf seinen kulturhistorischen Wert. Die bedeutsamste Maßnahme war die Freilegung des turmförmigen Risalits aus dem Jahre 1911. Für die architektonischen Renovierungsarbeiten zeichnete das Bozner Architektenbüro Pardeller & Putzer, die bautechnische Projektierung stammte vom Brixner Ingenieurbüro EUT. Leistungsfähig und in ausgezeichnetem Zustand ist das Kraftwerk Töll das Schmuckstück der Etschwerke.

Hüter kulturhistorischer Kraftwerke Ebenso aus der Jugendstilepoche stammt das 1912 vom Meraner Bauunternehmen Musch & Lun projektierte und erbaute Schnalstalwerk am Eingang ins Schnalstal. Im denkmalgeschützten, renovierten Gebäude kann noch eine Maschine von damals besichtigt werden. Architektonisch ein Kind seiner Zeit ist auch das Speicherkraftwerk in Naturns von 1963, projektiert von Dalla Bona & Zamolo aus Bozen und W. Gutweniger aus Meran, erbaut von Ing. Leo Perwanger. Durch Lossprengen von ca. 30.000 m³ Bergfels am Naturnser Sonnenberg

Kraftwerk Winnebach
Kraftwerk Naturns

Eingangsportal Kraftwerk Töll (links) und das Kraftwerk Töll auf einem Foto aus dem Jahre 1898

wurde die Felsstufe geschaffen, auf welcher der zweigeschossige Bau aus Stahlbeton steht. Der in vorgefertigten Betonteilen ausgeführte Bau spiegelt durch Herausarbeitung der einzelnen Bauelemente die dahinterliegende Felsformation des Sonnenberges wider. Das Naturnser Speicherkraftwerk nutzt ein enormes Gefälle von 1.150 m, ist das größte Hochwasserkraftwerk Südtirols und der „Ferrari“ der Etschwerke. Die Etschwerke AG fühlt sich als ältester Kraftwerk-Erbauer Südtirols besonders der Tradition und kulturellen Verantwortung verpflichtet. Die Erhaltung und Pflege der kulturhistorischen Wasserkraftbauten insgesamt, nicht nur des Maschinenhauses, sind ihr ein besonderes Anliegen.

SEL: Vinschgau, Wipptal und Pustertal

Die SEL-Gruppe achtet beim Bau ihrer neuen Wasserkraftwerke auf eine technisch und ökologisch einwandfreie Funktionsweise und auch auf eine ästhetische Umsetzung der Kraftwerke. Ein gelungenes Beispiel dafür ist das Wasserkraftwerk Punibach oberhalb von Mals im Vinschgau. Entworfen von den Bozner Architekten Patrik Pedò und Juri Pobitzer vom Architekturbüro monovolume architecture + design, wurde es im Sommer 2011, nach nur einem Jahr Bauzeit, in Betrieb genommen. Das Gebäude orientiert sich an der umliegenden Hügellandschaft und fügt sich sanft und harmonisch in die Landschaft ein, auch durch die eingesetzten Materialien. Für das Projekt erhielten die beiden Architekten sogar eine Auszeichnung. Beim Architekturfest 2013 in Rom wurden sie mit der „Lobenden Erwähnung“ der Auszeichnung „Junges Talent der italienischen Architektur“ geehrt.

Winnebach und P tscherbach

Ein weiteres neues Wasserkraftwerk, das sich perfekt an die Umgebung anpasst, steht am Winnebach in der Gemeinde Vintl. Es wurde teilweise in den dahinterliegenden Hang ge-

baut, da der Bauplatz begrenzt war. Durch die kantige Form soll es an einen Felsen erinnern, der aus dem Hang bricht. Die Verwendung von wasserundurchlässigem weiß gefärbten Beton hebt die Ähnlichkeit zu den umliegenden Felsen noch stärker hervor. Auch dieser Entwurf stammt vom Architekturbüro monovolume architecture + design.

Für das Wasserkraftwerk in Wiesen-Pfitsch wurde ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Gewonnen hat das Projekt des Südtiroler Architekten Hermann Gschnitzer, der das Gebäude als schlichten monolithischen Körper aus Stahlbeton mit einer Holzverkleidung aus Lärche konzipierte. Aufgelockert wird die Struktur durch eine große Glasfront an der dem Pfitscherbach zugewandten Seite. Diese gibt den Blick auf die Turbinen und Generatoren im Inneren frei und damit auf den eigentlichen Zweck des Gebäudes. Die Anlage ist seit Dezember 2013 in Betrieb.

Wasserkraftwerk Punibach

Saubere Energie entwickelt

Die Zeit bleibt nirgendwo stehen, der Fortschritt nimmt unaufhaltsam seinen Lauf. Ein Phänomen, das besonders in Sachen Energieversorgung einen steten Handlungsbedarf erfordert. Auch die Geschichte des E-Werkes Schlanders entwickelte sich schon damals, im Jahre 1969, aufgrund von immer drastischeren Energiekosten.

Der Begriff „Weniger ist manchmal mehr“ zwängt sich dem Betrachter beim Gang durch das schlichte, geräumige Kraftwerk beinahe auf. Ein Teil der Maschinenhalle, im Baujahr 1969 dem modernsten Standard entsprechend, könnte heute als Museum betrachtet werden. Die alte Pelton-Turbine mit mechanischer Regelung, Handregelung und Schwungrad steht noch immer am selben Platz, wo sie jahrelang zuverlässig ihren Dienst verrichtet hat. Ebenso wie der Generator oder die Turbinennadel, mit deren Hilfe die Düsenöffnung geregelt wird. Während die alten Druckmesser schon einen Hauch von Antike verleihen, werden spätestens beim Anblick der Stromableitung die Zeichen der Zeit sicht- und spürbar. Die bei der Errichtung des Werkes verwendete Technologie hinsichtlich Kondensatoren, Isolatoren und Schaltern, ist noch im ursprünglichen Zustand erhalten. Auch die gut erhaltenen Steuerkästen und Anzeigetafeln, welche die Spannung und den Wasserstand bei der Fassungsstelle im Schlandrauntal aufzeigten, machen die moderne Veränderung einmal mehr sichtbar.

Entwicklung von damals bis heute

Das Kraftwerk liegt an einem Steilhang, umgeben von dichtem Wald. Fünf Kilometer entfernt, im Schlandrauntal, befinden sich das Staubecken und die unterirdische Druckrohrleitung, durch die das Wasser in den Maschinenraum geleitet wird. „Heute genügt ein Kontrollgang am Tag“, erklärt Gottfried Niedermaier, Präsident des E-Werkes, „man kann sämtliche Funktionen am Computer überwachen“. Früher war das anders, besonders im Winter. Während schnee- oder regenarmen Phasen herrschte stets die Sorge,

ob das Becken voll bleibt. Den Zulauf des Speicherbeckens, der damals noch von Hand geregelt und zum Teil auch in der Nacht überprüft werden musste, kontrolliert die Maschine heute alleine. Da sie weniger Wartungsteile hat, ist sie auch nicht so anfällig; die alte Regelung hatte noch eine Öldrucksteuerung, während die neue mit zwei Elektromotoren betrieben wird. „Die Turbine ist übrigens eine Art Wetterprophet, erklärt Peter Zischg, der technische Leiter des E-Werkes. „Wenn sie trocken ist, verheißt das gutes Wetter. Und wenn sie nass ist, sozusagen schwitzt, bedeutet es garantiert schlechtes Wetter und Regen.“

Stromverbrauch rasant angestiegen

Die Entstehung immer größerer Industriegebiete, der vermehrte Obstanbau, sowie ein zunehmender Stromverbrauch in den Privathaushalten, ließen einen rasanten Anstieg an Energiebedarf verzeichnen. Eine unaufhaltsame Entwicklung, der seitens der Betreiber Rechnung getragen wurde. Je nach Niederschlag und Feuchtigkeit im Winter, beläuft sich die Produktion des Kraftwerkes heute auf rund sieben Millionen Kilowattstunden pro Jahr.

Ob Großauflage, gedruckt mit der weltweit einzigartigen Colorman-Zeitungsdruck-Maschine, oder kleine, feine Sonderanfertigungen: Wir sind Ihr kompetenter Partner.

Pelton, Francis oder Kaplan

Seit Jahrhunderten nutzen die Menschen die Kraft des Wassers zur Energieerzeugung. Was die alten, traditionellen Wassermühlen seinerzeit noch an Ort und Stelle in Energie umzusetzen vermochten, übernehmen seit dem 19. Jahrhundert verschiedenartige, in unterschiedlichen Bereichen einsetzbare Turbinen.

Eine Wasserturbine muss an die unterschiedliche Fallhöhe und die Menge des durchfließenden Wassers angepasst werden. Deshalb sind Turbinen häufig Einzelanfertigungen für das entsprechende Kraftwerk.

Pelton: Nachfolger des klassischen Wasserrades

Eine Weiterentwicklung des klassischen Wasserrades, welches bei Mühlen seit Jahrhunderten zum Einsatz kam, ist die heutige Pelton-Turbine. Lester Pelton, ein amerikanischer Ingenieur, ließ sich im Jahre 1880 diesen Turbinentyp patentieren. Er basiert auf einem reinen Aktionsprinzip zur Erzeugung von elektrischer Energie. Man spricht daher bei der Pelton-Turbine von einer sogenannten Freistrahlturbine. Das Wasser spritzt bei diesem Turbinentyp mit hoher Geschwindigkeit auf die Schaufeln des Laufrades. Der wesentliche Vorteil dieser Turbine besteht darin, dass jede einzelne Düse für sich geregelt werden kann. Schwankungen bei der Wassermenge stellen somit kein Problem dar. PeltonTurbinen sind für extrem große Fallhöhen bis über 1.000 Meter, sowie einen mittleren bis niederen Durchfluss von Wassermengen geeignet.

Francis: Mittlere Fallhöhe und hoher Durch uss

Die bis heute am häufigsten verwendete Turbine ist die im Jahre 1849 von dem amerikanischen Ingenieur James entwickelte Francis-Turbine. Das Wasser wird bei dieser Turbinenart durch die spiralförmige Zuleitung, dem Spiralgehäuse, über das feststehende Leitrad und die beweglichen Leitschaufeln zum Laufrad geleitet. Im Laufrad wird das Wasser um 90 Grad umgelenkt. Der Wasserdruck beim Laufradeintritt entspricht nicht gleich dem Wasserdruck beim Laufradaustritt, deshalb wird die Francis- Turbine umgangssprachlich auch als Überdruckturbine bezeichnet. Dieser Turbinentyp ist für mittlere Fallhöhen zwischen 20 und 200 Metern und für mittlere bis hohe Durchflussmengen geeignet. Er kann daher sowohl in Laufkraftwerken als auch in Speicherkraftwerken eingesetzt werden.

Kaplan: Große Wassermengen bei geringem Gefälle

Bei der Kaplan-Turbine handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Francis-Turbine. Der österreichische Ingenieur Viktor Kaplan meldete seine Erfindungen 1912 und 1913 zum Patent an. Das Laufrad dieser Turbine ähnelt einer Schiffsschraube, allerdings sind die Flügel so verstellbar,

Kaplan-Turbinen-Modell

dass die Turbine leicht an unterschiedliche Durchflussmengen anzupassen ist. Damit das Wasser von oben nach unten durchströmt, werden große Turbinen vorwiegend vertikal eingebaut. Kaplan-Turbinen laufen äußerst schnell, ihr Wirkungsgrad erreicht bis zu 95 Prozent. Sie eignen sich besonders für Flüsse, bei denen große Wassermengen bei geringem Gefälle zur Verfügung stehen. Vertikal eingebaute Turbinen werden in Flusskraftwerken für Fallhöhen bis maximal 65 Meter eingesetzt.

Pelton-Turbine
Francis-Turbine aus dem Jahre 1930

Abfall ist nicht nur einfach Müll

Längst sind die Zeiten vorbei, als noch alles, was nicht gebraucht wurde, einfach in der Mülltonne landete. Recycling heißt es heute. Wertsto e, also Papier, Glas, Karton, Metall und Plastik, werden gesondert entsorgt, auch Biomüll wird separat gesammelt. Doch wo landet unser Müll danach?

Spätestens mit der privaten Tonne und den steigenden Tarifen für den Restmüll ist in jedem Haushalt Mülltrennung angesagt. So mancher fragt sich angesichts der vielen Sammelbehälter und unklaren Vorgaben, ob sich diese Mühe wirklich lohnt. Landet nicht alles zum Schluss gemeinsam in der Verbrennungsanlage?

Nein, heißt ganz klar die Antwort seitens der Umweltbetriebe SEAB, die in Bozen für die Abfallentsorgung verantwortlich ist. „Papier, Glas Plastik, Metall und Karton sind wertvolle Rohstoffe, die wiederverwendet werden können. Deshalb lohnt sich aus ökologischer Sicht die Trennung immer. Außer mit Karton wird durch die Trennung kein ökonomischer Gewinn erzielt, doch die gesonderte Sammlung verursacht geringere Kosten als die Verbrennung im Ofen“, betont die Pressesprecherin des Umweltbetriebes, Valentina Princigalli. „Die Müllentsorgung wird für den Bürger immer ein Minusgeschäft sein, doch die Kosten hängen vom bewussten Handeln eines jeden Einzelnen ab. Das Beste ist, das eigene Konsumverhalten zu prüfen und Müll zu vermeiden“, erklärt sie.

Gute Trennung bedeutet Sparen

Vor allem illegale Ablagerungen an den Sammelstellen oder am Straßenrand und unsachgemäßes Trennen treiben die Kosten in die Höhe. In Bozen sind täglich Mannschaften unterwegs, um den liegengelassenen Müll der anderen wegzuräumen, die auf Kosten der Mitbürger sparen. Und eigentlich wäre alles ganz einfach, wenn alles dort landen würde, wo es hingehört. „In die Plastiktonnen gehören ausschließlich Verpackungsmaterialien. Das Prinzip funktioniert ähnlich dem Grünen Punkt in Deutschland. Alle Produzenten von Verpackungen zahlen an den Verband

CONAI (consorzio nazionale imballaggi) einen Beitrag, der für das Einsammeln und Recycling des Materials verwendet werden muss“, berichtet Valentina Princigalli. Pro gesammelte Tonne erhalten die Gemeinden eine Vergütung. Je reiner das Material ist, umso höher ist sie. Das Material wird an Aufbereitungsfirmen versteigert, und danach energetisch recycelt oder aufgearbeitet. Allerdings bestehen bei Plastik große Qualitätsprobleme. Oft ist es stark verschmutzt oder ungeeignetes Material wird eingeworfen. Deshalb wird immer vorsortiert. Diese Probleme treten weniger bei Papier auf. Es wird in eine Fabrik bei Peschiera zur Aufbereitung gebracht. Auch Altglas und Metall sind begehrte Waren. Gut 90 Prozent des produzierten Glases enthält inzwischen Recyclingglas. Das spart nicht nur Rohstoffe, sondern auch Energie, denn die Schmelztemperatur sinkt bei Zugabe von Altglas. Auch die Materialien der Tetrapack können in Zukunft in einer Fabrik in Verona wieder verarbeitet werden. Allerdings erfolgt die Sammlung ausschließlich im Wertstoffcenter in der Industriezone.

Energie aus Biogas

Meist kann man es schon aus den Biotonnen riechen, wenn Nahrungsmittel anfangen zu gären. Mit Hilfe dieses natürlichen Prozesses, der in der Biogasanlage in Lana mit Bakterien beschleunigt wird, wird ein Methangasgemisch erzeugt. Durch die Verbrennung kann umweltfreundlicher Strom gewonnen werden. Doch nicht alle Materialien sind geeignet. Eierschalen, Knochen oder Kerne sind zu hart für eine schnelle Zersetzung. Sie lagern sich auf dem Boden der Anlage ab und behindern so den Betrieb der Anlage. Diese Materialien gehören deshalb in den Restmüll. Das billigste System ist und bleibt: Bewusster kaufen und leben und dabei Müll jeglicher Art vermeiden. Weniger wegwerfen und Brauchbares verkaufen oder verschenken. Das schont den Geldbeutel, vor allem aber die Umwelt.

Valentina Princigalli

Gas selbst erzeugen: mit Holzpellets

In Zeiten stetig steigender Preise für fossile Brennsto e und der damit verbundenen Suche nach alternativen Energieträgern hat sich die Burkhardt GmbH aus Bayern auf hoche ziente Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen spezialisiert – u.a. mittels der Vergasung von Holzpellets.

Als Gebäudetechnikspezialist konnte sich Burkhardt mit den Bereichen Heizung, Klima, Lüftung und Sanitär in Deutschland in den letzten 30 Jahren bereits einen Namen machen. 2005 erweiterte sich das Produktportfolio um den Bereich Energietechnik mit seinen Blockheizkraftwerken auf Pflanzenölbasis bis schließlich nach intensiver Forschung eine alte Technik zu neuem Leben erweckt und ein serienreifer Holzgasmotor mit dazugehörigem Holzpelletvergaser präsentiert werden konnte.

Südtirol als bedeutender Markt

Seit Gründung der Burkhardt Energietechnik zählt Italien, vor allem auch Südtirol, zu den wichtigsten Absatzmärkten für Burkhardt Blockheizkraftwerke. Um einen erstklassigen Service zu gewährleisten und die räumliche Distanz zum immer größer werdenden Kundenstamm zu minimieren, wurde 2010 die Burkhardt Italia GmbH in Bozen gegründet. Von hier aus werden Service und Betreuung für die italienischen Abnehmer koordiniert.

„Südtirol liegt genau in der Mitte unseres Kundenraums“, erklärt Claus Burkhardt, Vertriebsleiter der Firmengruppe. „Zudem passt die Südtiroler Mentalität zu uns, nicht nur

Zwillingsanlage in Meran mit 360 kW elektrischer Leistung

in Bezug auf den Klimaschutz und Erneuerbarer Energien“, fügt er hinzu. Zusammen mit Servicepartnern vor Ort können flächendeckend über 60 Anlagen in Italien problemlos erreicht werden. Dabei werden die unterschiedlichsten Branchen mit umweltfreundlicher Energie versorgt, wie z.b. Betriebe der Landwirtschaft oder Holz- und Bauindustrie sowie diverse Nahwärmekonzepte.

Für Interessenten bietet sich in der Region jedes Jahr die Gelegenheit, das Unternehmen mit seinen Produkten auf der Energiemesse Klimaenergy, unweit von der Niederlassung in Bozen, persönlich kennenzulernen. Auch als attraktiver Arbeitgeber bietet Burkhardt ein interessantes Tätigkeitsumfeld. Ganz aktuell wird z.B. ein BHKW-Techniker für die Niederlassung Bozen gesucht. Näheres unter www.burkhardt-gmbh.de/it/carriera/

FÜR DIE GRÜNE ZUKUNFT SÜDTIROLS

BURKHARDT HOLZVERGASER V 3.90

• Brennstoff Holzpellets

• Elektrische Leistung 180 kW

• Thermische Leistung 270 kW

• Anlagenwirkungsgrad netto el. > 30%

• Gesamtwirkungsgrad > 75 %

• CO2 -Einsparung bis 1000 t/a

• Monitoring, Service, Fernzugriff, etc.

Leistungsdaten in Kombination mit Burkhardt BHKW HG 180

Wasserkraft hoch Drei ...

... die drei Cousins, die Chefetage der Troyer AG. Der Verkaufsleiter. Der technische Leiter. Der technische Einkaufsleiter. Norbert Troyer, Stefan Troyer und Simone Bressan sind die Eigentümer der Troyer AG und ein perfektes Beispiel, wie man ein Familienunternehmen mit Erfolg in die dritte Generation führt.

Die Troyer AG, Unternehmen für Turbinenbau und Kraftwerksanlagen mit Sitz in Sterzing, wurde vor achtzig Jahren von Valentin Troyer gegründet. Der Großvater von Norbert, Stefan und Simone. Die Kindheitserinnerungen aller drei sind eng mit der Firma verbunden. Ursprünglich im Kraftwerk „Stötter“ an der Brennerstraße untergebracht, wo der Großvater, Elektromechaniker, Kraftwerkswart und Berufsschullehrer 1934 eine Werkstatt für Kleinmechanik gegründet hatte. Heute ist die Troyer AG in der Industriezone von Sterzing. Ein expandierendes Unterneh-

men mit 144 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 25 Mio. Euro. Fast 400 Kraftwerksanlagen mit mehr als 500 MW Leistung tragen den Stempel Troyer. Aufregend die Kindheit in der Werkshalle. Der Lärm der metallverarbeitenden Maschinen. Die Spannung mit anzusehen, wie die Turbinen Form annehmen. Kaplan-, Francis- und Peltonturbinen, Namen, mit denen die Jungs großgeworden sind. Versteckspielen mit den Freunden zwischen Drehbänken und Maschinen, Trampolin-Hüpfen auf den Metallspänen, zusammen in der Alteisenwanne sitzen … „Das ganze Stadtviertel um die Mühlgasse gehörte uns und unserer Gang.“ Erinnerungen an eine gemeinsame, glückliche, unbeschwerte Kindheit.

Früh übt sich ...

Norbert ist der älteste der drei Cousins, 41 ist er, und derjenige, der am frühesten das Spiel in Ernst umgewandelt hat. Elf Jahre war er, als er das erste Mal in der Firma mit-

„ Jeder von uns hat etwas vom Opa, scherzen sie. Norbert die Liebe für die Fotografie, Stefan die Musikalität und Simone die Statur.“

gearbeitet hat in den Ferien. Sägespäne kehren, Maschinen putzen. Zwei Jahre später, 1985, nahm ihn sein Vater Herbert zur Montage einer Anlage in Ridnaun mit. Es folgt die Matura an der Gewerbeoberschule, anschließend tritt er in den Familienbetrieb ein. Zunächst als Zeichner von Turbinenkonstruktionen. Norbert kennt die Anlagen und ihre Produktion von Grund auf, weiß, worüber er mit den Kunden in den Verkaufsgesprächen verhandelt. „Neunzig Prozent geht es um Technik, zehn Prozent um den Verkauf.“

Stefan durfte mit 14 seinem Vater Ernst in seinem Planungsbüro für Wasserkraft- und Schaltanlagen helfen. Pläne zeichnen. Fasziniert Schaltanlagenpläne studieren. Die Entscheidung für ein Studium der Elektrotechnik in Graz war die logische Folge. Der frühe Tod seines Vaters hieß ihn schnell abschließen; 2004 stieg Stefan, wie sein Cousin Simone Jahrgang 1976, ins Unternehmen ein.

Auch Simone ist bereits in jungen Jahren in der Firma tätig geworden. Ab 15 Maschinenputzen als Sommerjob während der Schulferien. Nach der Gewerbeschule zog er es vor, zunächst Erfahrungen außerhalb der Troyer AG zu sammeln, nach drei Jahren bei der Firma Durst übernahm er eine Aufgabe im Bereich Produktion und Montage, anschließend im technischen Einkauf, den er heute leitet.

Jedem Kunden seine Turbine

Die Turbinen der Troyer-Kraftwerke sind nur aus besten Rohmaterialien gefertigt. Qualität geht über alles. Die Besonderheit der Troyer AG ist, dass sie jedem Kunden eine Ad-Hoc-Lösung anbietet; dazu Stefan: „Die Technik der Wasserkraft hat sich in den vergangenen 150 Jahren im Prinzip nicht geändert, es gibt keine bahnbrechenden Neuerungen; die Weiterentwicklung liegt im Detail. Jedes unserer Werke ist ein Prototyp.“ Troyer liefert nicht nur die Turbinen, auch die gesamte Starkstrom-, Steuerungs- und Sicherheitstechnik der Anlagen wird betriebsintern geplant und umgesetzt, ebenso die Software. Die Durchlaufzeit eines Projekts beträgt im Schnitt ein Jahr. Pro Jahr entstehen in Sterzing etwa 25 Anlagen verschiedener Größen. Die Kunden sitzen in Italien, in Deutschland, Österreich und in der Schweiz, aber auch in Südamerika und in der Türkei. Ein ganz besonderes Kraftwerk hat die Troyer AG in Mühlbach gebaut. Komplett im Berg und in Rekordzeit. Um zum eigentlichen Kraftwerk zu gelangen, muss man fast einen Kilometer ins Berginnere fahren. „Ein Projekt, das uns viel Hirnschmalz gekostet hat“, lachen die drei. Die Konkurrenz, erklärt Stefan, läuft über Qualität.

v.l.: Stefan Troyer (Technischer Leiter), Norbert Troyer (Verkaufsleiter) und Simone Bressan (zuständig für den Einkauf)

„Höchste Produktqualität kann nicht billig sein.“ An Entwicklungskosten wird nicht gespart. Für jedes neue Projekt werden mehrere Varianten durchgespielt.

Das gleiche gilt für die Materialien. Der Leiter des technischen Einkaufs, Simone Bressan, ist Sohn von Maria Luise Troyer, frühere Geschäftsführerin, die auch heute noch die Finanzen über hat. Simones Bruder Fabiano ist ihr Nachfolger als Geschäftsführer. Insgesamt gibt es in der dritten Generation zehn Cousins. Nicht jeder hatte Interesse an der Firma, aber es stand jedem offen, in den Betrieb einzutreten, wie Simone erklärt.

Fortbestand des Unternehmens gesichert

Mit der Dreiteilung des Besitzes auf die drei Familienstämme, das heißt auf den jeweils ältesten Sohn der drei Troyer-Geschwister Ernst, Herbert und Maria Luise sollte die Zerstückelung des Unternehmens verhindert werden. „Unsere Mütter haben den Fruchtgenuss, wir drei haben uns auf eine strikte Reinvestitionspolitik geeinigt, es werden keine Gewinne ausgeschüttet, alles bleibt im Betrieb.“ Ihr Ziel: Nicht in den Himmel wachsen, aber das Geschäft auf sichere Beine stellen. Ihr Leitsatz: Reliability beyond tomorrow. Verantwortung übernehmen – für heute, morgen, übermorgen durch den Bau von Wasserturbinen und Kraftwerksanlagen – eine Zukunftstechnologie zur regenerativen Energiegewinnung.

Die Cousins ergänzen sich und können gut miteinander. Jeder von uns hat etwas vom Opa, scherzen sie. Norbert die Liebe für die Fotografie, Stefan die Musikalität und Simone die Statur. Auch in der Freizeit haben sie Berührungspunkte. Norbert und Simone hören gerne Musik, Stefan spielt Klavier und singt im Chor. Simone und Stefan sind Präsident und Vizepräsident des Sterzinger Hockeyclubs und Norbert sieht seinen zweiten Beruf, seine Berufung, in der Arbeit in der Feuerwehr. Und die nächste Generation? Im Anmarsch. Norbert hat bereits einen zweijährigen Sohn …

Energiebahnen - Meridiane

Passend zur Ausgabe Energie, beschäftigen wir auf der Gesundheitsseite einmal mit der traditionellen chinesischen Medizin und den Energiebahnen im Körper. Nach der chinesischen Akupunkturlehre verbinden die Meridiane durch innere Verläufe die Akkupunkturpunkte mit den dazugehörigen Organen.

Die Organe des Körpers lassen sich nach TCM in zwei Gruppen einteilen: In Arbeitsorgane (Yang) und Speicherorgane (Yin). Zu jedem Yin-Organ gehört ein komplementäres Yang-Organ. Beide ergänzen sich in ihrer Funktion und bilden zusammen ein Funktionspaar. Ein Beispiel hierfür ist das System Niere/Blase. Während die Funktionsweise der Blase einen aktiven Vorgang der Ausscheidung darstellt, besteht die Aufgabe der Niere in einem langsamen, eher passiven Prozess der Filtration und Rückresorption von noch gebrauchten Stoffen.

Arbeitsorgane und Speicherorgane

Arbeitsorgane: Sie dienen der Aufnahme von Nahrung, der Verarbeitung der von außen zugeführten Stoffe und der Ausscheidung von nicht assimilierbaren Substanzen. Da sie dem aktiven Prinzip entsprechen, werden sie dem Yang zugeordnet. Speicherorgane: Ihre Aufgabe ist die Umsetzung der resorbierten Nahrungsbestandteile, Speicherung der Nahrungsbestandteile und Verteilung der aufgenommenen Energien. Da ihre Funktionen einem passiven Prinzip entsprechen, werden sie dem Yin zugeordnet.

Yin und Yang

betroffene Organ funktionell. Wird die

Jedem Organ seine Akupunktur-Punkte

Im Zusammenwirken je eines Yin und eines Yang Organs zu einem Funktionspaar zeigt sich wiederum das Symbol der Monade. Polarität erscheint nicht als unvereinbarer Gegensatz, sondern als Dualität im Sinne zweier wesensverschiedener Aspekte eines Ganzen, das eine als komplementäre Ergänzung des anderen. Entsprechend der Monade hat jedes Yin-Organ auch Yang-Anteile und umgekehrt. Spielen diese Anteile harmonisch zusammen, arbeitet das jeweilige Organ normal. Kommt es jedoch aus irgendeinem Grund zu einem gestörten Verhältnis dieser Teilkräfte, so führt dies zu einer Fehlfunktion. Ist das Ungleichgewicht von Yin und Yang sehr stark ausgeprägt oder hält es sehr lange an, erkrankt das betroffene Organ funktionell. Wird die Störung nicht beseitigt, erkrankt es auf Dauer manifest. Erlischt eine der beiden Teilkräfte, so stellt es seine Funktion ein. In diesem Verhalten liegt das Hauptprinzip der Akupunktur begründet. Krankheit wird als Missverhältnis der polaren Energien Yin und Yang verstanden

Jedem Organ im Körperinneren wird eine Reihe von Akupunktur-Punkten an der Körperoberfläche zugeordnet. Diese sind durch Energiebahnen, genannt Meridiane, verbunden. In diesen jeweils paarig angelegten energetischen „Gefäßen“ bewegt sich die Lebenskraft durch den Organismus. Durch innere Verläufe sind die Meridiane sowohl mit dem eigenen Organ im Inneren des Körpers als auch mit dem Organ des gekoppelten Meridians verbunden. Sogenannte „Lo-Gefäße“ bilden energetische Querverbindungen. Die querverlaufenden (transversalen) Lo-Gefäße verbinden gekoppelte Meridiane miteinander, die längsverlaufenden (longitudinalen) Lo-Gefäße strömen längs des Meridianverlaufs und münden ins meridianeigene Organ in der Tiefe. Die Akupunkturpunkte lassen sich bildlich als Schleusen verstehen, mit deren Hilfe die Energie im Bedarfsfall in andere Energiekanäle umgeleitet werden kann. Dadurch wird verständlich, warum den Meridianen, die den ganzen Körper überziehen, noch weitere Funktionen zugeordnet werden: Sie beeinflussen nicht nur das ihnen zugehörige Organ, sondern auch sämtliche Organe und Gewebe, die sich in ihrem Verlaufsgebiet befinden. Nur ein Beispiel zum Abschluss: Laut TCM hat der Dickdarm-Meridian aufgrund seines Verlaufes Einfluss auf den Zeigefinger, das Handgelenk, den Ellbogen, das Schultergelenk und die Nase.

Ein klimaneutrales Hotel: der Leitlhof bei Innichen

Klimafreundlich entspannen

Der Leitlhof ist das zweite klimaneutrale Hotel in Südtirol: Vor kurzem wurde das Haus mit dem begehrten Zerti kat ausgezeichnet. „Nachhaltig in die Zukunft“, lautet das Motto des Viersterne-Superior-Hotels, das sich nicht nur das Wohl seiner Gäste, sondern auch den aktiven Klimaschutz zu Herzen nimmt.

Eine gelungene Mischung aus Tradition und Moderne, die gastfreundliche Atmosphäre und der erstklassige Service zeichnen das Hotel seit jeher aus. Darüber hinaus setzt die Küche auf einheimische Qualitätsprodukte. Mit saisonalen Zutaten, Gemüse und Kräutern aus dem hauseigenen Garten sowie bestem Lammfleisch aus der eigenen Zucht verwöhnt Chefkoch Hermann Patzleiner seine Gäste. Doch der Leitlhof hat noch mehr zu bieten: Das Haus beteiligt sich aktiv am Klimaschutz.

Klimaneutral und energieautark

„Wir wollten Wege finden, um uns energietechnisch selbst versorgen zu können“, sagt Stephan Mühlmann, Juniorchef im Leitlhof und „Kopf“ hinter der Energiewende im Hotel. „Dass wir jetzt der zweite klimaneutrale Hotelbetrieb in Südtirol sind, stimmt mich sehr zuversichtlich.“ Neben kleinen Initiativen wie dem hauseigenen E-Bike-Verleih oder einem Shuttledienst liefert eine Holzkraftanlage Ökostrom und thermische Energie für das gesamte Hotel.

Denn Wärme und Strom sind in jedem Betrieb Hauptverursacher von hohen CO2-Emissionen, und genau hier setzt der Leitlhof an: Die benötigte Energie wird in der Holzkraft-

Tag der o enen Tür

Am 18. Oktober 2014 findet in Zusammenarbeit mit Spanner Re² ein Tag der offenen Tür im Holzkraftwerk und im Leitlhof – Dolomiten Living statt. Informationen und Anmeldungen unter www.leitlhof.com und www.holz-kraft.de.

anlage durch die Pyrolyse von Hackschnitzeln eigenständig und klimaneutral produziert. Besonders innovativ ist die Trocknung der Hackschnitzel, die durch die Kombination der Holzkraftanlage mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach wesentlich effizienter ist. Die eingesetzten Hackschnitzel kommen zum größten Teil aus dem eigenen Wald oder der näheren Umgebung. So werden kurze Anfahrtswege und höchste Qualität garantiert.

Grüne Ferien

Das Ergebnis der Bemühungen kann sich sehen lassen: Der Leitlhof konnte seinen CO2-Ausstoß innerhalb eines Jahres um die Hälfte reduzieren, und die unvermeidbaren CO2Emissionen werden durch die Unterstützung von ausgewählten Energieprojekten neutralisiert.

„Grüne Ferien“ und höchster Genuss sind kein Gegensatz, das beweist das Hotel Leitlhof in Innichen. Hier wird nachhaltiger Klimaschutz authentisch gelebt.

INFO

Hotel Leitlhof – Dolomiten Living Pustertalerstr. 29 |39038 Innichen

Tel. 0474 913 440 | Fax 0474 914 300 info@leitlhof.com | www.leitlhof. com

Hackschnitzel-Aufbereitung für die Holzkraftanlage im Leitlhof

Bonjour Marseille! DolomythiCup in Südfranreich

Südtirols größte Hochseeregatta findet wieder, nach einem Jahr „kreativer Pause“, vom 8. bis 14. Juni 2015 vor der französischen Küste statt. Vor einigen Tagen wurden bei der Firma Selectra, Programm und Segelrevier vor der malerischen Hafenstadt Marseille vorgestellt. Gesegelt wird mit noch schnelleren Booten als beim letzten DolomythiCup 2013 im Kanal von Solent (Südengland). Die sportlichen Regattayachten (Gran Surprise Archambauld) wurden von OK-Chef Edy Scherer vor allem wegen ihrer dynamischen und sehr sportlichen Segeleigenschaften ausgewählt. „Wir Segler suchen das Abenteuer und der nächste DolomythiCup wird dem Anspruch, dieser nun mehr seit acht Jahren stattfindenden, Hochseemeisterschaft mehr als gerecht werden“, erklärte Edy Scherer bei der Präsentation in Bozen. Insgesamt 18 Boote stehen zur Verfügung, bis zum 30.09.14 können sich interessierte Seglerinnen und Segler mit einer Crew anmelden. Maximal sieben Mann/Frau stark kann diese sein. Ab dem 9. Juni 2015 wird dann drei Tagen lang um den DolomythiCup gesegelt. Weitere Infos über info@dolomythicup.com

Bergfestival IMS zeigt Willenskraft

Der Kiku International Mountain Summit hat zum sechsten Mal seinen Programm-Rucksack gepackt. Ab dem 16. Oktober stehen unter dem Jahresthema „Willenskraft“ in Brixen Bergsteiger, Kletterer, Ärzte, Wissenschaftler, Touristiker, insgesamt über 60 Akteure auf der IMS-Bühne. Zu den Gästen und Referenten des IMS gehören neben renommierten Größen des Alpinismus wie der Neuseeländer Mark Inglis, die Berglegende Reinhold Messner, Hanspeter Eisendle und Peter Habeler auch Wissenschaftler, Journalisten, Touristiker, Ärzte und Extremsportler wie die amerikanische Base-Jumperin Steph Davis oder der blinde Alpinist Andy Holzer aus Osttirol. Das vielfältige Programm lässt kaum Wünsche offen. Einer der Höhepunkte wird die große Wanderveranstaltung am 19. Oktober auf die Plose, zu dem Wanderbegeisterte aus ganz Europa eingeladen sind. Die Tickets für den IMS sind in jeder Südtiroler Raiffeisenkasse erhältlich. Weitere Informationen unter www.ims.bz

Die erste Datenbrille für

Zahnärzte

Die Marketingagentur sellwell hat zusammen mit dem Vertriebspartner für den Dentalsektor Gerhò und Softwareexperten die erste Datenbrille, den Dentalsektor, entwickelt. Basierend auf der Google Glass, projiziert die Dental Glass sämtliche Patienteninformationen in das Sichtfeld des Arztes und ermöglicht eine völlig neue, effizientere Arbeitsweise. Die Dental Glass vereint die gängigen Funktionen der Google Glass, wie die Verknüpfung mit dem Internet und einer integrierten Video- und Fotofunktion, mit speziellen Programmen für den Zahnarzt. Hierfür wird die Datenbrille mit der Management-Software der Zahnarztpraxis verknüpft und ermöglicht dem Zahnarzt ein vereinfachtes und effizienteres Arbeiten. Das Video über den Einsatz der Brille im Arbeitsalltag unter www.youtube.com/watch?v=ErXSdU9gcKU

Das Weltmeisterfahrzeug Think City voll im Einsatz – auch Radius ist als Sponsor dabei.

Als Seriensieger zum Weltmeister

Was bei den Oldtimerrennen längst bekannt ist, hat sich bei der Weltmeisterschaft für Elektrofahrzeuge aufs Neue bestätigt. Fuzzy Kofler konnte mit seinem Beifahrer Franco Gaioni von sechs Rennen vier gewinnen. Dazu kommen ein zweiter und ein siebter Platz. Ein Rennen vor Schluss ist das Südtiroler Duo auf ihrem Think City von Autotest, von der zum Teil leistungsmäßig überlegenen Konkurrenz (Teslar ...), nicht mehr einzuholen. Zum Abschluss steht noch der Einsatz in Athen an. Fuzzy wäre nicht Fuzzy, wenn sein Ziel nicht ein fünfter Sieg wäre. Für Sepp Unterholzner von Autotest ist dieser Weltmeistertitel auf seinem Auto ein weiterer Beweis dafür, dass zumindest im urbanen Bereich die Automobile Zukunft mittel- und langfristig im Elektroantrieb liegt. (Platzierungen bisher: 2. Monte Carlo, 7. Navarra – Spanien, 1. San Marino – Rom, 1. Mendelpass, 1. Sofia – Bulgarien, 1. Belgrad – Serbien, ? in Athen)

Angst vor Einbrüchen?!? Qualität, die überzeugt

Mit steigender Marktkrise steigen auch die Einbrüche in Südtirol. Es gibt Neuheiten auf dem Gebiet der Sicherheit. Richtig installierte Alarmanlagen machen die Überwachung ihres Zuhauses simpel und mobil. Jeder Zeit ist ein Blick in die eigenen vier Wände über ihr Handy möglich. Auch nachträgliche Installationen sind durch die neue WirelessTechnologie keine Herausforderung mehr. Elektro Gostner bietet ihnen eine professionelle Beratung und Installation. Dabei entwickelt Elektro Gostner ein auf sie maßgeschneidertes Sicherheitssystem. Jung und Alt wird sich im Eigenheim wohl und sicher fühlen können. Weitere Information über Videoüberwachung, Alarm- und Brandmeldeanlagen unter: www.elektrogostner.it

Im Sommer 2014 wurden die aktuellen Jahrgänge der Kellerei Bozen national und international von verschiedenen Institutionen und Magazinen bewertet. Bei der halbjährlich stattfindenden Berliner Wein Trophy des Deutschen Wein Marketings wurden der Weissburgunder Dellago 2013, der Gewürztraminer Kleinstein 2013, der Lagrein Riserva Taber 2012 und der Cabernet Riserva Mumelter 2012 ausgezeichnet. Das US-amerikanische Magazin „Wine & Spirits“ belohnte in seiner Augustausgabe den Önologen der Kellerei, Stephan Filippi, mit 91 Punkten für den Blauburgunder Riserva.

v.l.: Das Weltmeisterduo Franco Galoni und Fuzzy Ko er

Golf: Top 100 Trophy

Die besten Südtiroler Golfer wieder in einem Turnier zusammenzubringen, das war die Idee und das Ziel. Das Nachfolgeturnier der „Single Trophy“ ist erfolgreich gestartet.

Die Bedingungen hätten besser nicht sein können; daher gleich ein Kompliment an den GC St. Vigil-Seis und an Luciano für die Abwicklung. Der Platz am Fuße des Schlern in top Zustand, das Wetter mit Temperaturen bei 22 Grad am Nachmittag optimal und sogar am Abend war es auf der Terrasse noch angenehm. Die Stimmung war vor, während und besonders nach dem Turnier ausgezeichnet. Speziell Much Mair, Ivan Marzola und Freunde bewiesen auch im Hole 19 eine ausgezeichnete Kondition. Auch für die Sporthilfe Charity konnten 725 Euro durch das Put-Turnier eingespielt werden. Die Fotografen Davide Da Ponte, Christoph Blaas, Georg Hochkofler, Sieglinde Höller und Lorenz Gluderer mit seinem SDF-Kamerateam haben für Print-, Online- und TV-Medien perfekt dokumentiert.

Der Alte war der Beste

Golfer-Urgestein Moreno Trisorio, Präsident des GC Dolomiti, hat es seine Kollegen gezeigt! Mit eins über Par und dem besseren Ergebnis auf dem zweiten neuen Loch,

Voll konzentriert am Puttinggreen: Sieger Moreno Trisorio

Chervó-Chef Manfred Erlacher (rechts) überreicht einen

gewann er vor Richard Stowasser, ebenfalls 70 Schläge, und Jan Marc Zublasing (71) die Brutto-Wertung. In der Nettowertung trumpften die Damen groß auf. Lokalmatadorin Ulrike Wenter siegte vor Richard Stowasser und Olga Heidegger. Radius-Chef Franz Wimmer zum Fortbestand des Turniers: „Für 2015 planen wir noch einige kleine Modifikationen, der Termin wird ähnlich sein – Ende August/ Anfang September; 2015 voraussichtlich am Petersberg, 2016 in Passeier und 2017 dann wieder in Seis ...“

Der Flight mit Much Mair und Ivan Marzola am Start bei Hole 1
Das Sieger-Trio (Netto): Richard Stowasser, Ulrike Wenter und Olga Heidegger
Franz Pföstl beim Abschlag
v.l.: Hanspeter Dalvai mit Charity-Put-Sieger Alex Gostner
v.l.: Daniel H. Grassl vom G. und Daniel Fink (Andreus Resort)
Andrea Rudolph von Selli Fashon mit Klemens Kaserer
Sachpreis

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