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MARKT20260711

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KOPFNOTEN IM JOB?

Wer verdient die Eins?

Nicht nur Ergebnisse zählen im ­Berufsleben.­Immer­häufigerbewerten Unternehmen auch Soft Skills wie Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit oder Kommunikationsstärke. Doch sind Kopfnoten fair? Mehr dazu auf Seite 3

SO ARBEITET SÜDTIROL

Wöchentliche Insidertipps

LOGISTIK IN BEWEGUNG

Automatisierung auf dem Vormarsch

Automatisierung ist ein Schlagwort, das in der Arbeitswelt immer häufiger verwendet wird – auch in der Logistik. Gemeint ist damit vor allem der Einsatz von Robotik, Maschinen und Fördertechnik sowie die Digitalisierung von Prozessen, um Abläufe effizienter, präziser und widerstandsfähiger gegenüber dem Fachkräftemangel zu gestalten. Doch welche Auswirkungen hat diese Entwicklung auf die Beschäftigten?

DER NEUE STANDARD

Die klassische operative Logistik umfasst den Wareneingang, die Lagerhaltung, die Kommissionierung, die Verpackung und den Versand. Diese Bereiche werden verstärkt durch spezialisierte Technologien wie automatische Verpackungsstraßen und intelligente Lagerverwaltungssoftware unterstützt. Peter Bächer, Logistikdirektor bei Würth, weiß aus erster Hand: „Der Arbeitsalltag verlagert sich zunehmend von körperlich belastenden manuellen Tätigkeiten hin zur Überwachung und Steuerung von Prozessen, Maschinen und Anlagen. Entscheidend sind hier Kommunikation und Teamarbeit.“

SICHERERES ARBEITEN ALS PLUS

Ein weiterer Aspekt des Wandels ist das steigende Sicherheitsniveau, denn elektronische Verfahren fördern eine produktivere und stressfreiere Arbeitsweise. Generell helfen Pick-by-Light-Anzeigen, Gewichtskontrollen und KI-gestützte Kameralösungen dabei, Fehler konsequent zu vermeiden. Die Automatisierung verbessert daneben die Arbeitsbedingungen, da schwere Lauf- und Hebevorgänge reduziert werden. „Früher legten Mitarbeitende teils fünf bis zehn Kilometer pro Tag zurück. Heute bringt das Goods-to-Person-Konzept die Ware und den passenden Versandkarton in der richtigen Reihenfolge direkt an den Arbeitsplatz“, so Bächer.

DER MENSCH BLEIBT WICHTIG

Trotz der Vorteile sorgt die moderne Technik für viel Unsicherheit. Angestellte müssen nicht nur lernen, mit ihr umzugehen, sondern sich teilweise auch auf wegfallende Funktionen einstellen. Bächer beruhigt jedoch und stellt klar, dass Arbeitnehmende überall dort nicht wegzudenken sind, wo Verantwortung, Erfahrung, Problemlösung, Flexibilität und Zusammenarbeit gefragt sind. Insgesamt „werden höher qualifizierte Arbeitsplätze entstehen, etwa in der technischen Abteilung“.

ZUKUNFTSPROFILE AUF DEM ARBEITSMARKT

ist seit 2019 Leiter der Logistik bei Würth Italien. Sein Schwerpunkt liegt auf der Führung der Distributionslogistik, der strategischen Planung und der Optimierung sämtlicher Abläufe entlang der Lieferkette. Dazu gehört es, die benötigten Arbeitskräfte zu koordinieren, Warenflüsse gezielt zu steuern und die Kundenbedürfnisse genau im Blick

Wer sich stabil aufstellen möchte, muss nun auf Weiterbildung und Qualifizierung setzen. Weil sich die Anforderungen schneller verändern und Arbeitsschritte enger miteinander vernetzt sind, genügt das reine Beherrschen einzelner Aufgaben nicht mehr. Bächer betont: „Mittlerweile sind eine breiter angelegte Ausbildung, Selbstständigkeit, Offenheit, Neugier und Anpassungsfähigkeit sowie Empathie und Durchhaltevermögen zentral. Alle, die bereit sind, kontinuierlich dazuzulernen, hohe Leistung zu zeigen und sich in neue Themen einzuarbeiten, werden langfristig sehr gute Perspektiven haben.“

KOPFNOTEN IM JOB?

Der Charakter auf dem Prüfstand

Die meisten Menschen kennen Kopfnoten aus ihrer Schulzeit. Sie bewerten nicht fachliche Leistungen, sondern Eigenschaften wie Mitarbeit, Verhalten, Fleiß oder Sozialkompetenz. Was im Klassenzimmer seit Jahren kontrovers diskutiert wird, findet sich auch in vielen Unternehmen wieder – wenn auch unter anderen Bezeichnungen.

In Mitarbeitergesprächen werden Teamfähigkeit, Kommunikationsverhalten, Eigeninitiative oder Zuverlässigkeit regelmäßig beurteilt. Manche Firmen arbeiten sogar mit standardisierten Bewertungsskalen, die klassischen Notensystemen ähneln. Die Idee dahinter ist nachvollziehbar: Fachwissen allein macht noch keine erfolgreiche

Mitarbeiterin und keinen erfolgreichen Mitarbeiter aus. Wer gut mit Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeitet, Verantwortung übernimmt und konstruktiv kommuniziert, trägt wesentlich zum Erfolg eines Teams bei. Dennoch stellt sich die Frage, ob solche Bewertungen tatsächlich sinnvoll sind oder ob sie eher neue Probleme schaffen.

WEITER AUF SEITE 4

Alle

WARUM UNTERNEHMEN

VERHALTEN BEWERTEN

„Kopfnoten können helfen, Potenziale zu erkennen –sie können aber auch Ungerechtigkeiten fördern.“

Die Arbeitswelt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Viele Tätigkeiten werden heute in Teams organisiert. Projekte entstehen häufig abteilungsübergreifend, und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit gilt als wichtiger Erfolgsfaktor. Entsprechend möchten Unternehmen nicht nur wissen, was Beschäftigte leisten, sondern auch, wie sie arbeiten. Kopfnoten bzw. Verhaltensbewertungen können dabei helfen, Stärken und Entwicklungsfelder sichtbar zu machen. Mitarbeitende, die fachlich hervorragend arbeiten, aber Schwierigkeiten in der Kommunikation haben, erhalten durch entsprechendes Feedback die Chance, ihre kommunikativen Kompetenzen gezielt weiterzuentwickeln. Gleichzeitig können positive Bewertungen motivierend wirken und Leistungen anerkennen, die sich nicht direkt in Zahlen ausdrücken lassen. Für Führungskräfte bieten solche Beurteilungen außerdem eine strukturierte Grundlage für Personalentscheidungen. Wer regelmäßig Verantwortung übernimmt, Konflikte löst oder neue Ideen einbringt, soll dies auch in der Bewertung wiederfinden. Dadurch können Beförderungen oder Weiterbildungsangebote transparenter begründet werden.

VORTEILE AUF EINEN BLICK

Befürwortende von Kopfnoten sehen vor allem drei zentrale Vorteile. Erstens schaffen sie ein umfassenderes Bild der Beschäftigten. Fachliche Ergebnisse zeigen zwar, ob Ziele erreicht werden, sagen aber wenig darüber aus, wie die Zusammenarbeit im Alltag funktioniert. Zweitens

fördern sie die persönliche Entwicklung. Wer konkrete Rückmeldungen zu seinem Verhalten erhält, kann an Kompetenzen arbeiten. Besonders in Bereichen wie Führung, Kundenkontakt oder Projektmanagement spielen soziale Fähigkeiten eine entscheidende Rolle.

Drittens können Kopfnoten die Unternehmenskultur stärken. Wenn Teamgeist, Respekt oder Verantwortungsbewusstsein bewertet werden, signalisiert dies, dass diese Werte im Unternehmen essenziell sind. Beschäftigte erhalten damit Orientierung darüber, welches Verhalten erwünscht ist. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels achten viele Unternehmen verstärkt auf „Soft Skills“. Fachwissen lässt sich oft durch Schulungen erweitern, während Kommunikationsfähigkeit oder soziale Kompetenz langfristiger entwickelt werden müssen. Entsprechend gewinnen Verhaltensbewertungen für Personalabteilungen an Bedeutung.

WO DIE PROBLEME BEGINNEN

Trotz dieser Vorteile gibt es erhebliche Kritik. Der wichtigste Einwand lautet: Verhalten lässt sich deutlich schwerer objektiv bewerten als fachliche Leistung. Während Verkaufszahlen, Projektabschlüsse oder Produktionsmengen messbar sind, bleibt die Einschätzung von Teamfähigkeit oder Engagement häufig subjektiv. Unterschiedliche Führungskräfte können dieselbe Person völlig unterschiedlich beurteilen. Was die eine als selbstbewusst wahrnimmt, empfindet die andere möglicherweise als dominant. Auch persönliche Sympathien oder Antipathien können Bewertungen beeinflussen – oft unbewusst. Hinzu kommt die Gefahr von Missverständnissen. Beschäftigte mit ruhiger oder zurückhaltender

Fachkompetenz und Fleiß allein machen noch keine gute Arbeitskraft aus.

Persönlichkeit werden möglicherweise schlechter bewertet, obwohl sie ihre Aufgaben hervorragend erfüllen. Umgekehrt können besonders kommunikative Personen positiv wahrgenommen werden, selbst wenn ihre fachlichen Leistungen durchschnittlich sind. Kritikerinnen und Kritiker warnen außerdem vor einem Anpassungsdruck. Wenn bestimmte Verhaltensweisen stark bewertet werden, könnten Mitarbeitende versuchen, Erwartungen zu erfüllen, statt authentisch zu handeln. Vielfalt in Teams droht dadurch verloren zu gehen. Nicht jede erfolgreiche Fachkraft muss gleichzeitig extrovertiert, ständig präsent oder besonders redegewandt sein.

KLARE KRITERIEN

Ob Kopfnoten im Job sinnvoll sind, hängt deshalb entscheidend von ihrer Umsetzung ab. Expertinnen und Experten empfehlen, möglichst konkrete und nachvollziehbare Kriterien zu verwenden. Statt allgemeiner Begriffe wie „gutes Verhalten“ sollten Unternehmen klar definieren, welche Erwartungen dahinterstehen. Beispielsweise könnte Teamfähigkeit daran gemessen werden, ob Informationen geteilt, Kolleginnen und Kollegen un-

„Fachwissen
macht noch

allein

keine erfolgreiche Mitarbeiterin und keinen erfolgreichen Mitarbeiter aus.“

terstützt oder Konflikte konstruktiv gelöst werden. Ebenso unerlässlich sind regelmäßige Gespräche. Bewertungen sollten nicht überraschend am Jahresende präsentiert werden, sondern Teil eines Feedbackprozesses sein. Beschäftigte müssen die Möglichkeit haben, Rückmeldungen nachzuvollziehen und ihre Sichtweise einzubringen. Viele Unternehmen setzen inzwischen auf Feedbacksysteme, bei denen nicht nur Vorgesetzte urteilen. Kolleginnen, Kollegen und teilweise auch Kundinnen und Kunden fließen in die Beurteilung ein. Solche Mehrfachperspektiven können die Gefahr einseitiger Bewertungen reduzieren.

MOTIVATION UND STIGMATISIERUNG

Die Diskussion um Kopfnoten zeigt ein grundsätzliches Dilemma moderner Arbeitswelten. Einerseits wünschen sich Unternehmen Mitarbeitende, die nicht nur fachlich kompetent, sondern auch sozial stark sind. Andererseits besteht die Gefahr, Menschen auf subjektive Bewertungen zu reduzieren. Kopfnoten können hilfreich sein, wenn sie als Instrument zur Entwicklung verstanden werden. Werden sie jedoch zu starren Urteilen oder entscheidenden Karrierekriterien, können sie Frust, Unsicherheit und Ungerechtigkeitsgefühle auslösen.

Letztlich kommt es darauf an, die Balance zu finden. Fachliche Leistung bleibt die Grundlage beruflichen Erfolgs. Doch auch Zusammenarbeit, Verantwortungsbewusstsein und Kommunikationsfähigkeit verdienen Aufmerksamkeit. Die Herausforderung besteht darin, diese Eigenschaften fair, transparent und nachvollziehbar zu bewerten – ohne dabei individuelle Unterschiede aus dem Blick zu verlieren.

Im Austausch entstehen gemeinsame Lösungen –Teamarbeit als Teil des großen Ganzen.

„Verhalten lässt sich deutlich schwerer objektiv bewerten als fachliche Leistung.“

BÜROALLTAG IN ZAHLEN

Büroalltag in Zahlen

Der Büroalltag wirkt auf den ersten Blick unspektakulär –und genau darin liegt seine faszinierende Präzision. Millionen Menschen öffnen morgens ihren Laptop, prüfen E-Mails, springen in Videokonferenzen und bewegen sich durch digitale Aufgabenlandschaften, die längst über klassische Büros hinausgewachsen sind. Doch hinter diesem scheinbar alltäglichen Rhythmus steckt eine Zahlensprache.

36-41

Arbeitszeit & Struktur

In der EU liegt die WochenarbeitszeitbeiVollzeitbeschäftigten grob zwischen 36 und 41 Stunden, je nach Land, Branche und Tarifstruktur. Länder wie die Niederlande oder Dänemark tendieren eher zum unteren Ende, während Osteuropa oder Teile Südeuropas tendenziell etwas höhere Werte aufweisen – in Italien liegt sie im mittleren Bereich. Interessant ist dabei weniger die StundenzahlalsdieVerteilung: Studien zeigen, dass BüromitarbeitendeimSchnittnuretwa 60bis70ProzentihrerArbeitszeit in hochfokussierter Produktivarbeit verbringen. Der Rest verteilt sich auf Meetings, E-Mails, Abstimmungen und organisatorische Aufgaben.

3–5 40-120

Das unsichtbare Rauschen

Die digitale Last des Büroalltags nimmt stetig zu und wirkt kaum aufzuhalten. Durchschnittliche Büroangestellte erhalten täglich zwischen 40 und 120 E-Mails, natürlich abhängig von Position und Branche. Davon werden oft nur etwa 30 Prozent direkt bearbeitet. Der Rest dieser Nachrichten wird entweder verschoben, archiviert oder er bleibt einfach unbeantwortet. Hinzu kommen noch MessagingTools, Videokonferenzen und interne Plattformen. In vielen Unternehmen werden pro Woche bereits fünf bis 15 Stunden in Meetings verbracht, wobei man einen erheblichenTeildavonalsineffizient wahrnimmt.

Multitasking nimmt zu

Besonders auffällig: Multitasking ist zur Norm geworden. Studien deuten darauf hin, dass Beschäftigte im Büroalltag im Schnitt alle drei bis fünf Minuten ihre Aufgabe wechseln – ausgelöstdurcheingehendeNachrichten, spontane Rückfragen, Meetings oder digitale Benachrichtigungen. Diese ständigen Unterbrechungen führen dazu, dass sich Tätigkeiten selten in einem durchgehenden Flow bearbeiten lassen. Statt tiefer Konzentration entsteht ein fragmentierterArbeitsrhythmus, in dem Aufmerksamkeit ständig neu aufgebaut werden muss. Das bringt sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich.

60-90

Fragmentierte Aufmerksamkeit

Die Konzentrationsspanne im Büroalltag steht in einem Spannungsfeld zwischen Anspruch und Realität. Während ungestörte Deep-Work-Phasen 60 bis 90 Minuten dauern können, schaffen es viele Beschäftigte nur auf etwa 20 bis 40 Minuten. Ein durchschnittlicher Bürotag besteht damit aus einer Vielzahl kleiner Arbeitsinseln. Laut Arbeitsstudien sinkt die subjektive Produktivität an Tagen mit vielen Unterbrechungen um bis zu 30 Prozent. Gleichzeitig steigt die mentale Belastung. Rund ein Drittel der Büroangestellten berichtet regelmäßig von Stresssymptomen im Zusammenhang mit digitaler Überlastung oder Arbeitsverdichtung.

20-45

40-60

Der Weg ins Büro

Der tägliche Arbeitsweg bleibt ein zentraler Bestandteil des Büroalltags. Im europäischen Raum pendeln Beschäftigte im Schnitt zwischen 20 und 45 Minuten pro Strecke. In Ballungsräumen kann dieser Wert sogar deutlich höher liegen. Etwa 65 Prozent der Büroangestellten fahren weiterhin mit dem Auto oder nutzen öffentliche Verkehrsmittel, während der Anteil von Fahrrad- und E-Mobilität je nach Region stark schwankt. Der Trend zum Homeoffice hat hier messbare Effekte: Millionen Pendelkilometer werden jährlich eingespart, was nicht nur Zeit spart, sondern auch CO₂-Emissionen reduziert und damit der Umwelt zugutekommt.

40-80

Hohe Wirtschaftsleistung

Der Dienstleistungssektor erwirtschaftet in der EU rund zwei Drittel bis drei Viertel der gesamten Wirtschaftsleistung und bildet damit das Rückgrat moderner Volkswirtschaften – insbesondere in Verwaltung, IT, Beratung und Finanzwesen. Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität in hoch entwickelten Ländern liegt typischerweise bei etwa 40 bis 80 Euro Bruttowertschöpfung pro Arbeitsstunde, wobei dieser Wert je nach Branche stark schwankt. Studien gehen zudem davon aus, dass rund 20 bis 30 Prozent der Aufgaben in Büro- und Wissensarbeit grundsätzlich automatisierbar sind – allerdings meist nur als Teilaufgaben, nicht als ganze Berufe.

Im Klartext

Der Lebenslauf stirbt –und kaum jemand merkt es.

Raum als Wirtschaftsfaktor

Büroflächen sind einer der größten Kostenblöcke moderner Unternehmen. In Großstädten variieren die Mietpreise stark: Während sekundäre Standorte oft bei 15 bis 25 Euro pro Quadratmeter liegen, erreichen zentrale Geschäftsviertel teils 40 bis 60 Euro oder mehr. Interessant ist jedoch der Trend zur Flächenreduktion. Durch hybrides Arbeiten haben viele Unternehmen ihre Büroflächen in den vergangenen Jahren um zehn bis 30 Prozent reduziert oder neu strukturiert. Statt fester Schreibtische dominieren flexible Arbeitszonen („Desk-Sharing“-Modelle), bei denen häufig nur etwa 60 bis 70 Prozent der Arbeitsplätze gleichzeitig belegt sind.

Am Ende bleibt der Büroalltag zweifelsohne ein dynamisches System aus Zahlen und den Menschen dahinter: effizienter als früher, zugleich dichter, schneller und stärker fragmentiert – ein Rhythmus zwischen Produktivität und ständiger Unterbrechung. Alle

Früher war der Lebenslauf das wichtigste Dokument einer Bewerbung. Heute erstellt ihn KI in wenigen Minuten. Wenn Lebensläufe immer austauschbarer werden, stellt sich eine Frage: Wie erkennen Unternehmen künftig echtes

Potenzial? Persönlichkeit, Motivation und Werte stehen in keinem Lebenslauf. Ist der klassische Lebenslauf noch zeitgemäß?

studierte Rechts-, Wirtschaftsund Politikwissenschaften an den Universitäten von Trient und Innsbruck. Er hat langjährige Berufserfahrung im Bereich Personalwesen und ist seit 2005 Geschäftsführer und Personalberater der look4U.

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SCHÄDLINGE AN UND IN GEBÄUDEN

Vorsorge ist besser als Nachsorge

Das Auftreten von Tieren in und an Gebäuden ist ein zentraler Aspekt des Gebäudemanagements, da je nach Tierart unterschiedliche hygienische, bauliche und organisatorische Anforderungen entstehen. Die Schädlingsvorsorge verfolgt dabei einen präventiven Ansatz: Ziel ist es, das Eindringen, Ansiedeln und Ausbreiten frühzeitig zu verhindern, potenzielle Risiken zu minimieren und bei Bedarf fachgerecht einzugreifen.

Im Fokus steht nicht die pauschale Bekämpfung, sondern ein verantwortungsvoller Umgang, der sowohl hygienische als auch ökologische und rechtliche Aspekte berücksichtigt. Grundsätzlich können sehr unterschiedliche Tierarten relevant werden, die Gebäude als Unterschlupf, Nistplatz oder Nahrungsquelle nutzen. Zu den typischen Schädlingen zählen Ameisen, Kakerlaken, Fliegen, Mücken, Bettwanzen, Motten und verschiedene Käferarten sowie Mäuse, Ratten, Tauben, Marder und Wespen. Die Bandbreite möglicher Auswirkungen reicht von hygienischen Beeinträchtigungen über Materialschäden bis hin zu technischen Störungen. Gleichzeitig sind viele dieser Tiere Teil des natürlichen Ökosystems, weshalb Maßnahmen stets verhältnismäßig und unter Beachtung geltender Vorschriften umzusetzen sind.

VORSORGE IST BESSER ALS NACHSORGE

Ein zentrales Element der Schädlingsvorsorge ist die bauliche Prävention. Gebäude sollten so geplant, ausgeführt und instand gehalten werden, dass sie möglichst wenig Angriffsfläche für Tiere bieten. Typische Schwachstellen sind Risse im Mauerwerk, Fugen, undichte Türen und Fenster, offene Leitungsdurchführungen sowie ungeschützte Lüftungsöffnungen. Diese Bereiche sind regelmäßig zu kontrollieren und bei Bedarf fachgerecht abzudichten oder zu sichern, beispielsweise durch

Im Fokus steht nicht die pauschale Bekämpfung, sondern ein verantwortungsvoller Umgang, der sowohl hygienische als auch ökologische und rechtliche Aspekte berücksichtigt.

geeignete Dichtstoffe, feinmaschige Gitter oder bauliche Anpassungen. Auch Dächer, Fassaden und Kellerräume verdienen besondere Aufmerksamkeit, da sie häufig als Eintritts- oder Rückzugsorte genutzt werden. Neben der Gebäudehülle spielt das Umfeld eine entscheidende Rolle. Außenanlagen sollten so gestaltet und gepflegt werden, dass sie keine zusätzlichen Anreize für Tiere bieten. Dazu gehört insbesondere ein sachgerechter Umgang mit Abfällen: Müllbehälter sind geschlossen zu halten, regelmäßig zu reinigen und möglichst entfernt vom Gebäude zu platzieren. Essensreste oder frei zugängliches Tierfutter sind als offene Nahrungsquellen strikt zu vermeiden – sie können sogar Großraubwild wie Wolf und Bär anziehen. Ebenso kann eine dichte Vegetation direkt an der Fassade als Versteck oder Zugangshilfe dienen und sollte entsprechend zurückgeschnitten werden.

Schädlinge können teure Materialschäden verursachen. Es ist möglich, dass sie die Bausubstanz durch Fraß schwächen und Textilien beschädigen. Außerdem sind nicht selten gesundheitliche Risiken mit ihnen verbunden.

ERKENNEN UND REAGIEREN

Ein weiterer wesentlicher Baustein ist das systematische Monitoring. Regelmäßige Kontrollen ermöglichen es, erste Anzeichen eines Befalls frühzeitig zu erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten. Dazu zählen Sichtinspektionen ebenso wie der Einsatz von Kontrollsystemen, beispielsweise Köderstationen, Fallen oder digitalen Überwachungslösungen. Typische Hinweise auf tierische Aktivitäten sind Kotspuren, Fraß­ oder Nageschäden, Gerüche, Nester oder ungewöhnliche Geräusche in Hohlräumen. Die Ergebnisse der Kontrollen sollten dokumentiert und ausgewertet werden, um Entwicklungen nachvollziehen und Maßnahmen gezielt steuern zu können.

Im Falle eines festgestellten Befalls ist ein strukturiertes Vorgehen erforderlich. Zunächst gilt es, die Ursache zu identifizieren, etwa vorhandene Nahrungsquellen, bauliche Mängel oder unzureichende Hygienestandards. Darauf aufbauend werden geeignete Maßnahmen festgelegt, die möglichst gezielt und verhältnismäßig wirken. Mechanische und bauliche Lösungen – wie das Verschließen von Zugängen oder das Entfernen von Nestern – stehen dabei häufig im Vordergrund. Der Einsatz chemischer Mittel ist kritisch zu prüfen und sollte ausschließlich durch qualifiziertes Fachpersonal erfolgen, um Risiken für Menschen, Haustiere und Umwelt zu minimieren.

Der clevere Einsatz von Pflanzen kann unliebsame Besucher fernhalten. So wirkt beispielsweise der intensive Duft von Lavendel und Minze abschreckend auf viele Insekten. Auch gegen größere Tierchen können solche Aromapflanzen eingesetzt werden. Strategisch platziert schützen sie das Haus auf natürliche Weise.

Zudem sind rechtliche Vorgaben, etwa im Naturund Artenschutz, zwingend zu beachten.

HYGIENEBEWUSSTES VERHALTEN

Ein oft unterschätzter Faktor ist das Verhalten der Nutzer eines Gebäudes. Denn ein hygienebewusstes Handeln trägt wesentlich zur Vorbeugung bei. Dazu gehören regelmäßige Reinigungsmaßnahmen, die korrekte Lagerung von Lebensmitteln, das Vermeiden offener Abfälle sowie ein achtsamer Umgang mit potenziellen Eintrittsstellen, beispielsweise durch geschlossen gehaltene Türen und Fenster. Schulungen, Infomaterialien und klare Verhaltensregeln können helfen, das Bewusstsein für die Bedeutung der Schädlingsvorsorge zu stärken und die Wirksamkeit der Maßnahmen nachhaltig zu verbessern. Zusammenfassend ist die Schädlingsvorsorge ein kontinuierlicher und interdisziplinärer Prozess, der technische, organisatorische und nutzerbezogene Maßnahmen miteinander verknüpft. Ein wirksames Konzept basiert auf Prävention, regelmäßiger Kontrolle und einem fachgerechten, verantwortungsvollen Eingreifen im Bedarfsfall. Auf diese Weise lassen sich Tiere im Gebäudeumfeld langfristig kontrollieren, Schäden vermeiden und gleichzeitig ökologische Zusammenhänge sowie rechtliche Rahmenbedingungen angemessen berücksichtigen.

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ELEKTROAUTO VS. VERBRENNER

Warum das Fahrprofil entscheidend ist

Die Frage, ob sich ein Elektroauto lohnt und ob ein E-Auto oder ein Verbrenner insgesamt günstiger ist, hängt weniger von einer pauschalen Antwort als von individuellen Nutzungsbedingungen ab. Entscheidend sind die Gesamtkosten über die Haltedauer, also Anschaffung, Energie bzw. Kraftstoff, Wartung, Versicherung, Steuern und Wertverlust.

Bei den Anschaffungskosten liegen E-Autos häufig noch über vergleichbaren Verbrennern, auch wenn der Abstand in den vergangenen Jahren durch sinkende Batteriepreise kleiner geworden ist. Gleichzeitig profitieren E-Autos teilweise von steuerlichen Vorteilen. Dennoch bleibt der Kaufpreis ein wichtiger Faktor, insbesondere bei kurzer Haltedauer oder geringer Fahrleistung, zumal weggefallene oder reduzierte Förderungen den Preisabstand in der Praxis wieder vergrößert haben. Deutlich günstiger schneiden E-Autos in der Regel bei den laufenden Kosten ab. Strom pro Kilometer ist – besonders beim Laden zu Hause – oft preiswerter als Benzin oder Diesel, wobei der Vorteil stark vom Strom- und Kraftstoffpreis sowie vom Ladeverhalten abhängt. Je nach Konstellation können die Energiekosten pro 100 Kilometer deutlich niedriger liegen als bei einem Verbrenner, während öffentliches Schnellladen diesen Vorteil reduzieren kann. Eine eigene Wallbox oder Photovoltaikanlage verstärkt den Kostenvorteil deutlich. Ein weiterer Vorteil liegt in den Wartungs- und Reparaturkosten, die

bei E-Autos häufig niedriger ausfallen können:

Bei diesen Fahrzeugen sind kein Ölwechsel und keine Abgasanlage erforderlich, und die Antriebstechnik ist weniger komplex. Dadurch gibt es insgesamt weniger klassische Verschleißteile.

INDIVIDUELLES FAHRPROFIL ENTSCHEIDEND

Gleichzeitig sind die Gesamtkosten nicht in jedem Fall automatisch niedriger. So können eine stärkere Reifenabnutzung durch das höhere Fahrzeuggewicht und die sofortige Leistungsentfaltung des Elektromotors sowie – je nach Modell – auch höhere Versicherungskosten einen Teil der Einsparungen wieder aufheben. Die Batterie gilt zwar als langlebig, kann im Laufe der Zeit jedoch an Kapazität verlieren und dadurch den Fahrzeugwert beeinflussen. Zudem profitieren die Bremsen von der Rekuperation, wodurch sie weniger beansprucht werden und sich der Verschleiß reduziert. Für den Verbrenner sprechen weiterhin eine dichte Tankinfrastruktur, kurze Tankzeiten und oft niedrigere Anschaffungskosten. Zudem ist die Reichweitenplanung im Alltag meist unkomplizierter, während beim E-Auto Ladezeiten und Ladeinfrastruktur stärker berücksichtigt werden müssen. Allerdings hat sich die Reichweitenproblematik durch größere Batterien und ein wachsendes Ladenetz für viele Nutzer deutlich entspannt. Ob sich ein E-Auto insgesamt lohnt, hängt also stark vom individuellen Fahrprofil ab

Je nach Konstellation können die Energiekosten pro 100 Kilometer deutlich niedriger liegen als bei einem Verbrenner, während öffentliches Schnellladen diesen Vorteil reduzieren kann.

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