Auch 2025 ist die Gleichberechtigung der Geschlechter keine Selbstverständlichkeit. Der Global Gender Gap Index (GGGI) verdeutlicht, dass strukturelle Unterschiede weiterhin bestehen, die die Perspektiven von Frauen erheblich einschränken.
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Wöchentliche Insidertipps
WARUM EFFIZIENTE KOMMUNIKATION
ENTSCHEIDEND IST
Alles verstanden?
Falsch erledigte Aufgaben, unklare Prioritäten oder problematische Entscheidungen sind im Arbeitsalltag keine Seltenheit. Häufig liegt der Grund dafür weniger in fachlichen Defiziten als in ineffizienter Kommunikation. Sie kostet Zeit, schafft Unsicherheit und birgt Konfliktpotenzial. Wie lässt sich das verhindern?
„Eine gelungene Verständigung beginnt nicht mit dem Inhalt, sondern mit der Frage, für wen er gedacht ist“, erklärt Loreen Plankensteiner, Verantwortliche für PR und Kommunikation bei Zirkonzahn. Fehlt der Zielgruppe das nötige Wissen oder der erforderliche Kontext, bleibt die Botschaft unklar. Das Anpassen der eigenen
Sprache ist für Fachkräfte oft herausfordernd. Für sie ist es oft schwer, realistisch zu beurteilen, was für Laiinnen und Laien nachvollziehbar ist. Verständlichkeit entsteht, wenn Informationen zielgruppengerecht aufbereitet werden und konsequent eine andere Perspektive eingenommen wird. „Entscheidend ist, sich aktiv aus der eigenen Fachrolle herauszubewegen und sich zu fragen, wie Mitteilungen beim Gegenüber ankommen“, betont auch die Expertin.
EMOTIONEN NICHT UNTERSCHÄTZEN
Plankensteiner weiß, wie wichtig Vertrauen für eine funktionierende Kommunikation ist. Es ist die Grundlage für gegenseitiges Verständnis und langfristige Wirkung. Fehlt ein Gefühl von Authentizität, werden Nachrichten schnell angezweifelt und als irrelevant wahrgenommen. Gleichzeitig begünstigt mangelnde Transparenz unnötige Missverständnisse und kann geschäftliche Beziehungen negativ beeinflussen.
Gerade im Schriftverkehr, wo Stimme, Mimik und Gestik fehlen, kommt es daher besonders auf eine präzise Wortwahl, eine klare Struktur und die Vermeidung von Widersprüchen an. Dies reduziert mögliche Interpretationsspielräume und spart auf Dauer aufwendige Rückfragen.
KOMMUNIKATION IM AUSTAUSCH VERSTEHEN
LOREEN PLANKENSTEINER
ist als Spezialistin für PR und Kommunikation im B2B-Bereich beim international agierenden Unternehmen Zirkonzahn Worldwide tätig. Hauptverantwortlich für die Kommunikation und Media-Arbeit im DACH-Raum, arbeitet sie täglich an der Schnittstelle zwischen Fachwissen und Verständlichkeit.
Es ist faktisch unmöglich, immer alles richtig zu machen. Wie kann man bei Unsicherheiten also sichergehen, ob das Gesagte tatsächlich verstanden wurde? Plankensteiner hat darauf eine klare Antwort: „Feedback reflektiert erfassen und verarbeiten.“
Weil Kommunikation ihre Wirkung erst im Gespräch entfaltet, sind ehrliche Rückmeldungen entscheidende Hinweise zum Vergleich von Intention und Wirkung. Dadurch lassen sich mögliche Probleme frühzeitig erkennen, während die individuelle Kommunikationsfähigkeit geschärft wird. Plankensteiner bestätigt: „Wer bewusst hinschaut, aufmerksam zuhört und Feedback aufnimmt, erhält wertvolle Inputs für die Zukunft.“
STAND DER GLOBALEN GESCHLECHTERGLEICHHEIT
Der Weg zur Parität
Viele Frauen leisten täglich Großes, sei es im Beruf, im Studium oder in der Familie. Trotzdem wird ihre Leistung häufig nicht angemessen gewürdigt, denn es fehlen ausreichende Anerkennung, öffentliche Sichtbarkeit und faire Rahmenbedingungen. Gerade in der Arbeitswelt entsteht dadurch eine Lücke, die nicht nur Karrieren bremst, sondern ebenfalls wertvolles Talent ungenutzt lässt.
Der Global Gender Gap Index, kurz GGGI, zeigt jedes Jahr auf, wie gleichgestellt Frauen und Männer in verschiedenen Ländern der Welt sind. Der Index wurde bereits 2006 vom Weltwirtschaftsforum eingeführt, um weltweite Unterschiede in den Möglichkeiten der Geschlechter deutlich zu machen und eventuelle Fortschritte bei der Gleichstellung transparent zu erfassen. Die Ergebnisse der Analyse werden im sogenannten
Global Gender Gap Report (GGGR) veröffentlicht, der mit wissenschaftlichen Methoden nachvollziehbare Vergleiche zwischen unterschiedlichen Ökonomien schafft. So werden erfolgreiche Praxisbeispiele klar hervorgehoben, an denen sich andere Regionen orientieren können. Im Juni 2025 erschien die 19. Ausgabe des GGGR, die in diesem Jahr die Indexwerte von 148 Volkswirtschaften berücksichtigte. Wie üblich wurden
Insgesamt kommt Europa laut dem GGGR bei der Gleichstellung gut voran und hat bereits große Teile des Gender Gaps geschlossen. Betrachtet man jedoch die 40 untersuchten Staaten genauer, so zeigt sich, dass die länderbezogenen Fortschritte sehr unterschiedlich ausfallen.
Obwohl italienische Frauen im Bildungs- und Gesundheitssystem eine relativ gerechte Behandlung erfahren und zudem politisch mitwirken, mangelt es Italien vor allem an der ökonomischen Gleichstellung.
dabei die Bereiche Wirtschaft, Bildung, Gesundheit und Politik als zentrale Dimensionen in den Mittelpunkt gesetzt und als Grundlage für die Bewertung der Entwicklung herangezogen. Spoiler vorab: Keines der untersuchten Wirtschaftssysteme hat bislang eine vollständige Geschlechterparität erreicht.
WIE STEHT ES AKTUELL UM DIE WELTWEITE GLEICHSTELLUNG?
Im globalen Ranking liegen 2025 die nordamerikanischen Länder mit einem Paritätswert von 76 Prozent an der Spitze. Das bedeutet, dass Frauen und Männer dort zu etwas mehr als 3 Viertel die gleichen Chancen haben. Europa sichert sich knapp dahinter Platz 2, da nur 75 Prozent erreicht werden konnten. Den dritten Platz belegen Lateinamerika und die Karibik, die seit Beginn der Messung die schnellsten Fortschritte erzielt haben. Danach folgen Zentralasien, Ostasien einschließlich Pazifik, Subsahara-Afrika, Südasien und zuletzt der Nahe Osten mit Nordafrika.
In den 100 Nationen, die seit 2006 kontinuierlich im Index enthalten sind, hat sich die Lage der Frauen grundsätzlich um 0,4 Prozentpunkte verbessert. Die größte Veränderung wurde bisher in der wirtschaftlichen Teilhabe und der politischen Mitbestimmung beobachtet, wenngleich in beiden Bereichen nach wie vor erhebliches Verbesserungspotenzial besteht. Wenn man das Tempo aller Verbesserungen betrachtet, würde
es noch ganze 123 Jahre dauern, bis es gar keine Geschlechterungleichheiten mehr gibt.
DIE SITUATION IN ITALIEN 2025
Spezifisch für Italien lässt sich mit Blick auf den GGGR feststellen, dass die Republik in Europa den 35. Platz und weltweit den 85. Platz unter den untersuchten Staaten einnimmt. Obwohl italienische Frauen im Bildungs- und Gesundheitssystem eine relativ gerechte Behandlung erfahren und zudem politisch mitwirken, mangelt es Italien vor allem an der ökonomischen Gleichstellung. Ein Blick auf den Anteil von Frauen in Führungspositionen reicht aus, um dieses Defizit zu veranschaulichen: Lediglich rund 28 Prozent dieser Stellen sind weiblich besetzt. Damit bleibt das Know-how gut ausgebildeter Frauen ungenutzt, was sich negativ auf Wirtschaft und Gesellschaft auswirkt. Es bleibt daher die Frage, wie Frauen trotz struktureller Hürden beim beruflichen Aufstieg unterstützt werden können.
VOM SKILLS-FIRST-ANSATZ PROFITIEREN
Der Fachkräftemangel führt dazu, dass Recruiterinnen und Recruiter vermehrt auf die Fähigkeiten von Bewerbenden achten, anstatt sie nur aufgrund ihrer akademischen Abschlüsse und berufsbezogenen Erfahrungen für eine Stelle in Erwägung zu ziehen. Weil sich die Aufgabenbereiche der Arbeitskräfte durch neue technische Innovationen sehr schnell wandeln, ist es zusätz-
lich sinnvoll, Softskills in den Vordergrund zu rücken. Denn während klassische Berufe wie Anwalt, Ingenieur bereits durch ein Studium gut vorbereitet werden können, entsteht berufsrelevantes Fachwissen in rasant fortschreitenden Bereichen oft erst in der Praxis.
Lernbereitschaft, Flexibilität, Kreativität und lösungsorientiertes Denken werden vor diesem Hintergrund zu Schlüsselkompetenzen, die es Beschäftigten ermöglichen, sich kontinuierlich an neue Anforderungen anzupassen und an einem dynamischen Arbeitsplatz zu bestehen. Frauen, die gezielt an der Weiterentwicklung dieser Stärken arbeiten, können sich im Bewerbungsprozess von ihrer Konkurrenz abheben. Hilfreich ist es, konkrete Beispiele aus beruflichen oder privaten Situationen zu nennen, die zeigen, dass sie diese Fähigkeiten tatsächlich einsetzen und beherrschen.
PERSÖNLICHES NETZWERK AUFBAUEN
Es gibt einen triftigen Grund, warum die Bedeutung von Kontakten immer wieder von Karriereberatenden sowie von Arbeitsmarktexpertinnen und -marktexperten betont wird. Durch den Austausch mit anderen Menschen werden nämlich wichtige Insider-Informationen oder Empfehlungen weitergegeben, die häufig einen Karrieresprung bedeuten können. Damit Frauen ihre sozialen Ressourcen einsetzen können, müssen sie sich allerdings zunächst zielgerichtet vernetzen. Dazu gehört es, auf digitalen Plattformen präsent zu sein, karrierefördernde Events zu besuchen sowie in informellen Alltagsmomenten authentisch auf andere Personen zuzugehen. Zu beachten ist, dass ein Netzwerk in der Regel vielfältig sein muss, um tragfähig wirken zu können. Sind Arbeitnehmerinnen schließlich effizient vernetzt, kann dies entscheidend dazu beitragen, dass sie im Talent-Pool weniger übersehen werden.
Smal Talk erleichtert beim Networking den Einstieg ins Gespräch. Sobald erste Gemeinsamkeiten entdeckt werden, entsteht Nähe und Sympathie, und der Austausch von Kontaktdaten ergibt sich beinahe von selbst. Auf dieser Basis kann sich Schritt für Schritt eine Beziehung entwickeln, die auf gegenseitigem Geben und Nehmen beruht.
Wenn man das Tempo aller Verbesserungen betrachtet, würde es noch ganze 123 Jahre dauern, bis es gar keine Geschlechterungleichheiten mehr gibt.
NICHT ZU VERGESSEN!
Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte legt fest: Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich und haben Anspruch auf umfassenden Schutz vor Diskriminierungen. Explizit fordert Artikel 15 der UN-Frauenrechtskonvention die rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern, die ebenso in der EU als Grundwert verankert ist. Auch in Südtirol gibt es Landesgesetze, die gleiche Bedingungen für alle gewährleisten sollen. Wer also im Job aufgrund des Geschlechts diskriminiert wird, kann rechtliche Schritte einleiten.
Möchte jemand noch mehr zu diesem Thema erfahren, kann für weitere Informationen die Gleichstellungsrätin der Autonomen Provinz Bozen kontaktiert werden: www.gleichstellungsraetin-bz.org
Was wäre, wenn die Entlohnung direkt an die Leistung gekoppelt wäre? Eine Vorstellung, die verlockend klingt – doch welche Schattenseiten könnten damit verbunden sein?
Bei einer leistungsorientierten Bezahlung wird das Gehalt von der eigenen Arbeitsleistung beeinflusst. Typischerweise ist nicht die ganze Vergütung variabel ausgestaltet, sondern besteht aus einem fixen Grundgehalt in Kombination mit einem leistungsabhängigen Zusatz wie Provisionen, Prämien. Damit dieses System funktioniert, muss es objektiv messbare Erfolgskennzahlen
geben, die sich an vorab definierten Zielwerten orientieren. In Südtirol wird diese Vergütungsform häufig im Vertrieb und Marketing oder in der Fertigungsindustrie eingesetzt. Die Praxis zeigt: Die leistungsbezogene Vergütung kann einen positiven Effekt auf die Mitarbeitenden haben, allerdings gibt es auch einige negative Aspekte, die nicht außer Acht gelassen werden sollten.
PRO
Motivation durch Belohnung
Klar ist: Je mehr Engagement an den Tag gelegt wird, desto mehr Geld landet schlussendlich auf dem persönlichen Konto. Dies ist natürlich ein wichtiger Anreiz für alle Betroffenen, täglich voller Tatendrang ins Büro zu kommen und im besten Fall eine neue Spitzenleistung zu erbringen. Werden die vorher kommunizierten Erwartungen dann tatsächlich übertroffen, folgt neben der finanziellen Anerkennung oftmals ein wohlwollendes Lob vonseiten der Führungskraft. Dieses steigert das Gefühl von Wertschätzung und Arbeitszufriedenheit, was wiederum dazu anregt, weiterhin fleißig zu sein und sich aktiv für den Erfolg des Unternehmens einzusetzen.
schafftTransparenzFairness
Wer kennt ihn nicht: den einen berüchtigten Mitarbeiter, der locker-lässig auf dem Bürostuhl lümmelt, dringende Aufgaben an andere abwälzt, kaum Verantwortung übernimmt und sich vor seinen Pflichten drückt. Trotzdem kommt er aber immer irgendwie mit seinem minimalen Einsatz durch und erhält vielleicht sogar dieselbe Summe wie seine Kolleginnen und Kollegen, die ihrer Arbeit verlässlich nachgehen. Genau hier setzt die leistungsgerechte Entlohnung an: Indem das eigene Verhalten sichtbar gemacht wird und tüchtige Leistungstragende besser belohnt werden, ist eine faule Arbeitsweise nicht mehr tragbar und wird kritisiert. Eine regelmäßige Erfolgsauswertung gewährleistet also wahre Fairness, die Sympathie oder Dauerpräsenz außen vor lässt.
KONTRA
Gemeinsamer Drive bewegt
Jeder zukunftsfähige Betrieb identifiziert konkrete Ziele, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums erreicht werden sollen. Darauf aufbauend werden ausgefeilte Strategien entwickelt, die effizient zu deren Umsetzung beitragen und auf die unermüdlichen Anstrengungen des Teams zählen. Vorsätze wie „Heuer müssen wir 10.000 Teile mehr produzieren“ oder „Es ist wichtig, dass wir 15 Prozent höhere Verkaufszahlen erreichen“ machen das Vorhaben greifbarer und erleichtern die gemeinsame Fokussierung. Flexible Vergütungsmodelle spornen das Personal dabei kontinuierlich an und beteiligen es an den vereinbarten Ergebniszielen. So werden die Interessen der Arbeitnehmenden mit dem Unternehmenskurs in Einklang gebracht, was das Identifikationspotenzial nachhaltig steigert.
Konkurrenzdenken schadet
Es kann passieren, dass andere Teammitglieder ungerecht behandelt werden, wenn man ständig nur an den persönlichen Gewinn denkt. Im Arbeitsalltag wird dann die Kundschaft der Kollegin abgeworben oder zentrale Informationen werden den anderen vorenthalten. Dieses Wettbewerbsdenken hat jedoch langfristig Missgunst und Misstrauen zur Folge, was die gesamte Firma schwächt. Konflikte beanspruchen viel Zeit und Energie, was wiederum die Leistungsfähigkeit mindert und das mentale Wohlbefinden belastet.
Je mehr Engagement an den Tag gelegt wird, desto mehr Geld landet schlussendlich auf dem persönlichen Konto.
Kurzfristigkeit als Falle
Der nächste Auftrag, der nächste Post oder das Meeting beschlagnahmen die Konzentration und lassen kaum Zeit, an zukünftige Herausforderungen zu denken. Das vorausschauende Selbstmanagement droht, damit in den Hintergrund zu rutschen, und kurzfristige Pläne rücken in den Mittelpunkt. Auf lange Sicht können Betroffene den Überblick über ihre Prioritäten verlieren, was schlechtere Entscheidungen begünstigt und einen Kontrollverlust nach sich ziehen kann. Es ist daher lohnend, bereits vor der Arbeit mit leistungsabhängiger Vergütung zu überlegen, ob man den Anforderungen gerecht werden kann und ob der individuelle Arbeitsstil dazupasst.
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Druck fördert
Stress und Burnout
„Das Budget ist knapp, wir können nicht mehr kaufen“, „Die Produktion läuft schon auf Hochtouren, mehr ist nicht drin“ oder „Wir machen das jetzt inhouse und haben deshalb keinen Bedarf mehr“ sind Aussagen, die viele erfolgsabhängig bezahlte Arbeitskräfte tagtäglich zu hören bekommen. Häufen sich solche Mitteilungen und ein Großteil des Einkommens bleibt aus, trüben Frustration, Enttäuschung und Existenzangst die Stimmung. Unvorhergesehene Ereignisse wie schwere Wirtschaftskrisen, lang anhaltende Pandemien, persönliche Notlagen verstärken die Unsicherheit zusätzlich: Trotz großem Arbeitseinsatz bleiben die gewünschten Ergebnisse aus und die Sorge um den eigenen Job wächst. Der daraus resultierende Druck kann massiv sein, führt zu Erschöpfung und kann im Burnout enden.
Die Praxis zeigt: Die leistungsbezogene Vergütung kann einen positiven Effekt auf die Mitarbeitenden haben, allerdings gibt es auch einige negative Aspekte, die nicht außer Acht gelassen werden sollten.
Im Klartext
Warum Ihr Unternehmen an
„Ja-Sagern“ scheitert
Viele Unternehmen scheitern nicht am Markt – sondern am fehlenden Widerspruch. Gerade in Südtiroler kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sind Entscheidungswege kurz. Aber Gegenmeinungen oft noch kürzer. Man umgibt sich mit loyalen Mitarbeitenden. Mit „Ja-Sagern“. Doch Harmonie ist kein Erfolgsfaktor. Kritisches Feedback schon. Die entscheidende Frage: Traut sich in Ihrem Unternehmen jemand, Ihnen zu widersprechen?
HANNES MAIR studierte Rechts-, Wirtschaftsund Politikwissenschaften an den Universitäten von Trient und Innsbruck. Er hat langjährige Berufserfahrung im Bereich Personalwesen und ist seit 2005 Geschäftsführer und Personalberater der look4U.
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DENKMALGESCHÜTZTE HÄUSER FÜR DIE GEGENWART REVITALISIERT
Neues Leben zwischen alten Mauern
Die Alpenregion Südtirol verfügt aufgrund ihrer ausgeprägten Topografie nur über einen sehr begrenzten Anteil an bebaubarer Fläche. Werden denkmalgeschützte Gebäude sachgerecht für den modernen Gebrauch adaptiert, wird wertvoller Raum effizient ausgenützt, während ein nostalgisches Flair erhalten bleibt.
Unabhängig davon, ob es sich um eine Kirche, ein Schloss, einen Bauernhof oder einen Privatansitz handelt: Wird eine Bausubstanz als unentbehrliches Kulturgut eingestuft, wird sie unter Denkmalschutz gestellt. Ziel dieser rechtlichen Maßnahme ist es, interessante Bauten nachhaltig für die Öffentlichkeit zu sichern.
Damit diese Entscheidung zum Schutz objektiv nachvollziehbar gemacht werden kann, prüft das Landesdenkmalamt auf überregionaler, regionaler oder lokaler Ebene die Qualität, Überlieferungsdichte, Vielfalt und Verbreitung einer Baukonstruktion. Auch das Baujahr fließt in die Bewertung mit ein, das in der Regel mindestens 70 Jahre zurückliegen muss. In Südtirol erfüllen insgesamt rund 2 Prozent des Gebäudebestandes diese Anforderungen und tragen demnach diesen offiziellen Sonderstatus.
MIT VERGANGENHEIT DIE
ZUKUNFT BEREICHERN
Obwohl die Konservierung historischer Schätze das kulturelle Gedächtnis bewahrt, geht diese
häufig mit einem Verlust von Lebendigkeit einher, da viele Eigentümerinnen und Eigentümer die alten Bauwerke ungenutzt lassen. Bestimmte Modernisierungen sind nämlich nicht immer wie gewünscht umsetzbar, da die Fachbehörde genau darauf achtet, den prägnanten Charakter eines Kulturerbes zu verteidigen. Neben diesen restriktiven Vorgaben schrecken manche ebenfalls vor aufwendiger Bürokratie und hohen Kosten zurück, weshalb einige Kulturdenkmäler leer bleiben.
Mehrere Projekte im Land beweisen, dass eine zeitgemäße Nutzung von altehrwürdigen Häusern nicht nur möglich ist, sondern ebenfalls einen echten Mehrwert bietet. Sie machen im Alltag ein Stück Lokalgeschichte erlebbar, die an die eigenen Wurzeln erinnert und die persönliche Identität emotional an die Wohnumgebung knüpft. Daneben überzeugen Denkmäler mit architektonischen Raumqualitäten, die sich in den minimalistischen Neubauten von heute kaum mehr wiederfinden.
BEISPIEL 1: VOM WIRTSHAUS ZUM GESCHÄFTSGEBÄUDE
Im Herzen von Meran steht das Palais Esplanade, das schon 1767 durchreisende Kaufleute beherbergte. Ab 1830 wurde es als exklusives Luxushotel neu konzipiert und bot den höheren Gesellschaftsschichten einen komfortablen Rück-
zugsort. Über die Jahrzehnte mehrmals erweitert, umfasste die Unterkunft noch gegen Ende des 19. Jahrhunderts 150 kunstvoll gestaltete Zimmer, die den hohen Ansprüchen der Gäste gerecht wurden. Nachdem das imposante Gebäude seine einstige Bestimmung verloren hatte, wurde esrenoviertundfürgewerblicheZweckehergerichtet. Seit 2002 wird unter anderem die Sprachenmediathek Meran im traditionsreichen Bau am Sandplatz untergebracht. Im früheren Spiegelsaal, Herrenzimmer und Speisesaal verortet, bringt sie Besuchenden fremde Kulturen und Sprachen näher, wobei die Vermittlung von Deutsch als Zweitsprache im Mittelpunkt steht. Autonomes Lernen und multikulturelle Begegnungen
DENKMAL SCHUTZ
sind zentrale Stichwörter, die in der Kultureinrichtung großgeschrieben werden. Neben weiteren öffentlichen Einrichtungen finden sich heute zudem private Unternehmen im Gebäude. So wird beispielsweise ein Hörgeräte-Center, ein Bistro, ein Bekleidungsgeschäft, ein Café im Bauobjekt untergebracht. Trotz dieser Veränderung haben weiterhin stilvolle Kachelöfen, elegante Stuckdecken, robuste Steinbalkone und massive Doppeltüren aus der Kaiserzeit Bestand, da das Haus 1951 denkmalgeschützt wurde. Bis heute wird dadurch eine unverwechselbare Atmosphäre kreiert, die das Tagesgeschäft zu einem unvergleichlichen Erlebnis macht.
BEISPIEL 2:
TRADITIONELLE BAUERNHÖFE ALS MULTIFUNKTIONALE TREFFPUNKTE
Der Raderbauerhof und der Kaninshof in St. Georgen bei Bruneck sind einzigartige Zeugnisse des 14. bzw. 16. Jahrhunderts. Klassische Bauernstuben, funktionale Laben und rustikale Krüppelwalmdächer prägen die Erscheinung, die an die ländliche Lebensweise lang vergangener Zeiten erinnert. Aus diesem Grund stehen die Hofstätten unter Denkmalschutz, doch dieser konnte sie ebenso wenig vor einer
Im Land gibt es aber diverse Beispiele, die beweisen, dass eine zeitgemäße Nutzung von altehrwürdigen Häusern nicht nur möglich ist, sondern ebenfalls einen echten Mehrwert bietet.
Vernachlässigung bewahren wie ihre gute Lage im Dorfzentrum. Bereits 2010 wurde daher ein Ideenwettbewerb organisiert, der frischen Schwung in die Baustrukturen bringen sollte. Gewonnen haben die Architekten Armin H. Durnwalder und Gerhard Tauber mit dem Konzept, die aufgelassenen Höfe in ein offenes Senioren- und Sozialzentrum umzufunktionieren. Eine lokale Arbeitsgruppe trieb die Planung voran, bis die Renovierungsarbeiten schließlich im Februar 2025 tatsächlich beginnen konnten. Aktuell ist das genehmigte Bauprojekt immer noch in vollem Gange und schafft Raum für 10 betreute Seniorenwohnungen, eine frei zugängliche WC-Anlage, eine Arztpraxis, mehrere Gemeinschaftsräume sowie einen Stützpunkt für den Hauspflegedienst. Die beiden ehemaligen Hofstellen werden dafür geschickt zu einer Einheit zusammengeführt, sodass die Eigenheiten der ursprünglichen Baubestände nicht verloren gehen. Damit entsteht ein wichtiges Pilotprojekt für die gesamte Gemeinde, das aufzeigt, wie denkmalgeschützte Gebäude sinnvoll weiterentwickelt und an die heutigen Bedürfnisse angepasst werden können. Die Fertigstellung ist für dieses Frühjahr angesetzt und soll als Inspiration für weitere Bauvorhaben dienen, von denen die ganze Gemeinschaft profitieren kann.
„Die Videos der Dashcam dürfen in Italien als Beweismittel in einem etwaigen Gerichtsverfahren verwendet werden.“
Mark Antonio De Giuseppe
RRA DR. MARK ANTONIO DE GIUSEPPE
ist Inhaber der Kanzlei Pirhofer in Meran. Seinen Schwerpunkt hat er auf das Zivil- und Strafrecht gelegt.
DIE NUTZUNG VON DASHCAMS IM STRASSENVERKEHR
Schluss mit lustig
Man sieht sie immer öfter: Kleine, schwarze Kameras, die hinter dem Rückspiegel und/oder an der Heckscheibe von Fahrzeugen das Geschehen auf der Straße mitfilmen. Ist das aber erlaubt?
A Dr. Mark Antonio De Giuseppe sagt: „Ja.“ Autokameras, besser bekannt als Dashcams, dürfen nach der italienischen Straßenverkehrsordnung im Alltag eingesetzt werden. Sie können unter anderem mittels Saugnapf-Halterung oder Aufklebern im Auto befestigt werden, solange sie nicht die Sicht der fahrenden Person einschränken. Auch die Bewegungsfreiheit muss gewährleistet bleiben.
WAS IST MIT DEM DATENSCHUTZ?
Wir sind längst im digitalen Zeitalter angekommen, demensprechend wird teilweise das ganze Leben im Internet geteilt. Nicht anders verhält es sich mit Dashcam-Aufnahmen, die je nach Unterhaltungsfaktor viral gehen können. Manche vergessen aber, dass die Videos den aktuell gültigen Datenschutzbestimmungen unterliegen und die Eigentümerinnen und Eigentümer für problematische Inhalte zur Verantwortung gezogen werden können.
„Es ist auf jeden Fall verboten, Videomaterial zu veröffentlichen, auf dem Gesichter oder Kennzeichen ohne die Zustimmung der betroffenen Personen zu sehen sind“, betont der Südtiroler Rechtsexperte. Aufzeichnungen dürfen daher nur dann geteilt werden, wenn sensible Stellen unkenntlich gemacht wurden oder eine entsprechende Einverständniserklärung vorliegt.
UND DIE GENAUEN VORTEILE?
Ob Autobumser, Spiegeltrick oder Parkrempler –es gibt viele Betrugsmaschen, mit denen Verkehrsteilnehmenden das Geld abgeknüpft werden soll. Angesichts steigender Vorfälle hoffen viele, sich mit einer vorteilhaft ausgerichteten Dashcam
„Dashcams sind nur zu empfehlen!“
Mark Antonio De Giuseppe
schützen zu können. Im Fall der Fälle möchten sie nämlich mit ihrem Mitschnitt beweisen können, dass sie eigentlich in gar keinen Unfall verwickelt waren.
De Giuseppe bestätigt, dass diese Idee funktioniert – die Filmchen können rechtlich Bestand haben: „Die Videos der Dashcam dürfen in Italien als Beweismittel in einem etwaigen Gerichtsverfahren verwendet werden. Es muss aber sichergestellt werden, dass die Aufnahme klar ist und keine Manipulationen aufweist.“
Passiert tatsächlich ein Verkehrsunglück, so kann die Dashcam ebenfalls unter diesen Umständen zurate gezogen werden. Denn nach dem Südtiroler Anwalt ermöglicht das Bildmaterial zudem eine außergerichtliche Zuweisung der Verantwortlichkeiten. Besonders bei Problemen mit der Versicherung kann diese Tatsache sehr hilfreich sein und hohe Kosten sparen. Das Fazit des Anwalts lautet deshalb: Dashcams sind nur zu empfehlen!