Sonderdruck zur heutigen „Dolomiten“ Nr. 8/2024
1912
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St. Vigilius Kirche am Vigiljoch bei Lana
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ie Kirche St. Vigilius am Joch wurde erstmals 1278 als Besitz des württembergischen Klosters Weingarten erwähnt. Aus dieser Zeit stammen noch die Langhausmauern der Kirche. Ein päpstlicher Ablassbrief von 1484 im Pfarrarchiv Lana steht in Zusammenhang mit einer
amals durchgeführten d Kirchenvergrößerung. Am 7. August 1514 wurde die erweiterte Kirche eingeweiht. Im 17. Jahrhundert erhielt das Langhaus sein heutiges Tonnengewölbe. Die gut erhaltenen, hervorragenden Beispiele frühgotischer Wandmalerei stellen einen Höhepunkt im zeitgenössischen Kunstschaffen unserer Heimat dar. An der West- und Südwand sind die zwölf Apostel mit schwungvoll gezeichneten
Charakterköpfen und für das 14. Jahrhundert ungewöhnlich ausdrucksvoller Gestik dargestellt. Unter spitzen Baldachinen und durch zierliche Trennsäulchen abgegrenzt sind sie in zwei Gruppen zu je sechs angeordnet. An der Nordwand haben sich Reste einer Passionsszene erhalten. Noch als Fragment virtuos mutet eine Kreuzigungsgruppe an, welche zu Seiten des Gekreuzigten die Köpfe von Johannes und Maria erkennen lässt. Ebenfalls noch der gotischen Zeit gehören ein
qualitätsvoller Kelch von 1486 und das eindrucksvolle große Kruzifix (16. Jh.) an. Das St.-Vigilius-Kirchlein hat eine jahrhundertelange Tradition als „Wetterkirche“, zu der auch heute noch von Lana, Ulten, Marling und aus dem unteren Vinschgau Bittund Kreuzgänge „zur Abwendung der Hochgewitter, Schauer, Donner und Blitze“ veranstaltet werden.
Text: Christoph Gufler
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