- Donnerstag, 3. September 2026
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Willkommen in... In den kommenden Wochen stellen wir auf diesen Seiten weitere Südtiroler Gemeinden genauer vor, erklären, was sie so besonders macht, und zeigen kuriose Fakten auf. Die nächste Gemeinde ist Prad am Stilfserjoch (10. September). ©
Die Gemeinde Bruneck und ihre Fraktionen liegen mitten in dem Talkessel, wo das Ahrntal aus Norden (links) auf das Pustertal trifft.
Bruneck Kronplatz Tourismus/Harald Wisthaler
Bruneck: Ein Schmuckstück im Pustertal ZWISCHEN STADT, DORF UND BERG: Wohnort mit Lebensqualität für alle Generationen – Zahlreiche Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen und Freizeitmöglichkeiten ON M ARTIN S CHMIDT .V................................................. .
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runeck, der Hauptort des Pustertals: eine lebenswerte Stadt für Jung und Alt, aber doch mit ländlichem Charakter, attraktiv für Wirtschaft, Handel und Tourismus sowie reich an Sehenswürdigkeiten und Ausflugsmöglichkeiten. Ein Interview mit Bürgermeister Bruno Wolf.
„Dolomiten“: Herr Wolf, Sie sind seit dem vergangenen Jahr Bürgermeister der Gemeinde Bruneck und saßen zuvor eine Legislaturperiode im Gemeinderat. Was motiviert Sie, sich für Ihre Gemeinde einzusetzen? Welche Themen liegen Ihnen persönlich ganz besonders am Herzen und warum? Bruno Wolf (Foto: Stadtgemeinde Bruneck): Ich habe mich der Wahl zum Bürgermeister gestellt, weil ich glaube, etwas in der Gemeinde bewegen zu können. Ich denke dabei weniger an riesengroße Bauwerke, sondern mehr an das Wohlbefinden der Bürgerinnen und Bürger. An das Sicherheitsgefühl in der Stadt und in der Umgebung, den Schutz vor Umwelteinflüssen – aber auch daran, das sportliche und kulturelle Umfeld am Leben zu erhalten. Ich bin froh, das Bürgermeisteramt übernommen zu haben. Es hat noch kei-
nen einzigen Tag gegeben, an dem ich ungern ins Büro gekommen bin. Die Arbeit macht mir Spaß, auch wenn sie sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Ich habe in meinem ganzen Leben nicht so viel gelernt wie in diesen eineinhalb Jahren. „D“: Was macht Bruneck für Sie besonders? Was sind die Stärken der Gemeinde? Wolf: Bruneck ist schon lange kein Dorf mehr, hat aber trotzdem ein bisschen einen ländlichen Charakter. Die Stadt an der Rienz ist umgeben von Bergen, und der Talkessel lässt nur eine gewisse Ausbreitung des Siedlungsgebiets zu. Diese natürlichen Grenzen gilt es mit großer Sensibilität zu wahren, damit die Stadt keinen Großstadtcharakter bekommt, den ländlichen Charakter beibehält und all ihre unterschiedlichen Facetten ausbauen kann. Alles soll seinen Platz haben, soll auch mit Maß und Ziel weiterentwickelt werden – Handwerk, Industrie, Kaufleute, Tourismus, Landwirtschaft. „D“: Wie attraktiv ist Bruneck als Wirtschaftsstandort? Wolf: Sehr attraktiv. Man braucht sich nur die zahlreichen großen und kleinen Betriebe anzuschauen, die von Menschen aus dem näheren Umkreis äußerst kompetent geführt werden. Ein Nachteil des Standorts Bruneck ist die Erreichbarkeit. Wir wissen, dass der Verkehr immer mehr zunimmt. Wir wissen, dass dem mit Umfahrungen entgegengearbeitet wird. Dadurch wird der Verkehr aber nicht weniger, im Gegenteil.
„D“: Wie motivieren Sie junge Leute, in Bruneck zu bleiben? Wolf: Bruneck hat jungen Leuten viel zu bieten: Die Stadt ist mit der Stadtgasse zum Einkaufen und mit ihren Restaurants und Cafés attraktiv, es werden Feste und Veranstaltungen organisiert, man kann Sport treiben. Was aber fehlt – und das ist ein ganz wichtiges Thema – ist leistbarer Wohnraum. Denn neuer Wohnraum bedeutet, der Preissteigerung entgegenzuwirken. Es besteht das konkrete Vorhaben, in den nächsten Jahren auf dem Gelände der LugramaniKaserne neuen Wohnraum zu schaffen, und darüber hinaus befinden sich zahlreiche weitere Projekte bereits in Planung. Wir hoffen, so viele junge Menschen wie möglich in Bruneck und im Pustertal zu halten. Denn wir brauchen sie in allen Bereichen: im Gesundheitswesen, im Sozialen, in der Industrie, in der Landwirtschaft, im Tourismus. Wir wollen auch eine Fachschule in den Bereichen Gesundheit und Soziales sowie eine Fachhochschule im Bereich Hotellerie errichten. „D“: Stichwort Soziales: Was macht die Gemeinde für ihre älteren Mitbürger? Wolf: In St. Georgen steht noch heuer die Eröffnung des Roder/Canins-Gebäudes mit Wohnungen für die dritte Generation an. In Bruneck wird ein Mehrgenerationenhaus „Villa Igea“ entstehen. Auch eine Brunecker Unternehmerfamilie baut Seniorenwohnungen. Zusätzlich werden verschiedenste Leistungen im Bereich der Pflege angeboten. Darüber hinaus ist die
Gemeinde Bruneck am Ausbau des Seniorenheims in Olang und am Neubau des Seniorenheims in Pfalzen beteiligt. „D“: Wie steht es um das Vereinsleben in Bruneck? Wolf: Wir sind eine sehr rührige Gemeinde. Bei den in Südtirol üblichen ehrenamtlichen Vereinen wie Musikkapellen, Freiwilligen Feuerwehren, Sport- und Kulturvereinen usw. sind wir in den verschiedenen Fraktionen sehr gut aufgestellt. Darüber hinaus werden rund um die Stadt und den Kronplatz sehr viele sportliche Möglichkeiten geboten. Was mir sehr gefallen würde, wäre eine Möglichkeit, Schule und Leistungssport auf eine Ebene zu bringen. Das ist im Moment etwas schwierig. Natürlich hat die Schule absoluten Vorrang, aber wenn Schülerinnen und Schüler in der Schule gut weiterkommen, dann sollte daneben auch genügend Platz für den Leistungssport sein. „D“: Was sollte man als Besucher in Bruneck unbedingt gesehen haben? Wolf: Bruneck hat sehr viele Facetten, es ist schwierig, da etwas herauszupicken. Aber ich war kürzlich bei der 50-Jahr-Feier des Volkskundemuseums in Dietenheim. Da ist mir wieder einmal aufgefallen, was für ein Schmuckstück das Museum ist. Wahrscheinlich hat fast jede Schulklasse in Südtirol es einmal besucht, aber ein Besuch lohnt sich auch für Erwachsene. Ebenso ist Schloss Bruneck ein sehr interessanter Ort und einen Besuch wert.
„D“: Und welcher ist Ihr Lieblingsort für eine Auszeit? Wolf: Persönlich besuche ich sehr gerne die Umgebung der Hirschlacke am Westhang des Kronplatzes. Man mag es kaum glauben, aber zwischen Stadt und Gipfel gibt es noch richtig naturbelassene Bereiche, die Wege werden selten begangen und man ist meistens so gut wie allein. „D“: Wo sehen Sie Bruneck im Jahr 2050? Wolf: Schwierige Frage. Ich hof-
fe, dass wir 2050 den Verkehr im Griff haben werden. Und wenn wir den Klimawandel und mögliche geopolitische Probleme außen vor lassen, dann glaube ich, dass sich Bruneck nicht groß verändern wird. Die Stadt ist ja durch die Berge räumlich begrenzt, und wenn wir mit der Ressource Raum verantwortungsvoll und im Einklang mit der Natur umgehen, wird Bruneck auch künftig ein lebenswertes und attraktives Schmuckstück bleiben. © Alle Rechte vorbehalten
6 Zu Besuch in Bruneck
Donnerstag, 3. September 2026 -
Das ganze Jahr über ein voller Veranstaltungskalender
Bruneck entdecken
EVENTS: Märkte, Feste, Konzerte und vieles mehr
KULTUR, TRADITION, SPORT UND VIELES MEHR: Die Stadtgemeinde hat in puncto Freizeit viel zu bieten
BRUNECK. Das ganze Jahr über punktet die Stadtgemeinde Bruneck mit einem reichhaltigen und vielfältigen Veranstaltungskalender – von alljährlichen Fixpunkten wie dem Stegener Markt oder dem Christkindlmarkt bis hin zu verschiedensten Festen, Märkten, Konzerten oder anderen Events. Der Stegener Markt ist einer der größten, wenn nicht gar der größte Jahrmarkt Südtirols – mit Hunderten Händlern, Ausstellern und Produzenten sowie mehreren Gastronomieständen. Aber nicht nur: Der Markt, der jedes Jahr vom 26. bis 28. Oktober stattfindet, ist stets auch ein Volksfest und ein beliebter Treffpunkt mit bis zu 20.000 Besuchern. Auch sonst finden in Bruneck im Jahresverlauf verschiedene Märkte statt – Wochenmärkte, Bauernmärkte, der Ostermarkt und vieles mehr. Vom 27. November 2026 bis zum 6. Jänner 2027 lädt auch wieder der Christkindlmarkt Bruneck zu einem Besuch der Rienzstadt ein – mit urigen kleinen Holzhütten, mit der Altstadt und ihrem mittelalterlichen Flair sowie dem schneebedeckten Kronplatz im Hintergrund. Ein weiterer Fixpunkt im Brunecker Veranstaltungskalender ist das dreitägige Stadtfest mit Musik, tollen kulinarischen Angeboten, dem traditionellen Festumzug und vielem mehr. Das Fest findet allerdings nur alle zwei Jahre statt, im kommenden Jahr ist es dann wieder so weit. Die Veranstaltungstermine der kommenden Wochen in der Gemeinde Bruneck: 12. September: Handwerksmarkt SelberGmocht auf dem Rathausplatz in Bruneck. Regionale Handwerkskunst von über 90 Handwerkern aus Südtirol. 19. und 20. September: Kinderfest. Bruneck wird zu einer großen Spielwiese: Klettern, Tanz- und Bastelstationen, Face-
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Zahlreiche Märkte, im Bild ein Bauernmarkt, beleben das ganze Jahr über die Stadt Bruneck. Bruneck Kronplatz Tourismus/Martin Corradini
painting, Kasperltheater und vieles mehr. 26. und 27. September: Südtiroler Speckfest auf dem Kronplatz. Ein kulinarisches Highlight der Extraklasse: Eine Hommage an das traditionsreiche Handwerk der Südtiroler Speckherstellung. 2. bis 4. Oktober: Street Food Festival auf dem Rathausplatz in Bruneck. Ein Fest für alle Sinne im Zeichen des kulinarischen Genusses aus aller Welt. 10. und 11. Oktober: Herbstmarkt auf dem Rathausplatz in Bruneck. Über 40 talentierte Handwerker laden zum Staunen und Einkaufen ein: Herbstdekorationen, handgefertigter Schmuck, Keramik- und Glaswaren und Holzinstallationen. 17. Oktober: Bruneck tanzt! DJs aus Italien, Deutschland, Österreich und der Schweiz verwandeln Bruneck in dieser Herbstnacht in eine Partystadt – mit der perfekten Auswahl an Musik für alle Generationen an zehn Locations in der Stadt. © Alle Rechte vorbehalten
In der Adventszeit lädt der Christkindlmarkt wieder zu einem Besuch der Stadt Bruneck ein. Bruneck Kronplatz Tourismus/Harald Wisthaler
it dem Bau von Schloss Bruneck legte Bischof Bruno von Kirchberg um 1250 den Grundstein für die Gründung der Stadt und die Entwicklung eines regen Handelstreibens. Bis heute ist Bruneck das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Pustertals. Herzstück der Stadt ist die mittelalterliche Stadtgasse. Einst war die kopfsteingepflasterte Fußgängerzone eine viel befahrene Durchzugsstraße, in der Karren und Postkutschen verkehrten und Händler ihre Waren verzollten. Flankiert von schmucken Bürgerhäusern mit bunten Fassaden, zählt die Stadtgasse heute zu den schönsten Einkaufsstraßen Südtirols und bietet neben Geschäften sowie Restaurants und Cafés auch einen faszinierenden Einblick in die Vergangenheit. Kulturell haben Bruneck und seine Fraktionen viel zu bieten. Das Volkskundemuseum in Dietenheim, das älteste Südtiroler Landesmuseum, gewährt beispielsweise einen lebendigen Einblick in die verschiedenen sozialen Schichten der ländlichen Gesellschaft der vergangenen Jahrhunderte. Rund um den barocken Ansitz Mair am Hof verteilt sich das Museum auf ein großflächiges Freigelände mit alten Bauernhäusern, Handwerksstätten und Gärten. Zahlreiche Kirchen sind ebenfalls einen Besuch wert, zum Beispiel die Pfarrkirche (mit wertvollem Kruzifix nach der Schule von Michael Pacher und der 1983 erbauten Mathis-Orgel, der größten Südtirols), die Ursulinenkirche sowie die Kapuzinerkirche und die Heilig-Geist-Kirche, die beide am Kapuzinerplatz liegen. Wohin der Blick auch schweift, immer wieder fällt er auf das mächtige Schloss Bruneck, das hoch über der Stadt thront. Hier, wo einst die Geschichte der Stadt Bruneck ihren Anfang nahm, ist heute eines der Messner Mountain Museen – das MMM RIPA – untergebracht, das der Extrembergsteiger Reinhold Messner den Bergvölkern dieser Welt gewidmet hat. Das ECK Museum of Art, das Stadtmuseum für Grafik, wurde 1995 in den restaurierten Postställen eröffnet. Es beherbergt die Dauerausstellung spätgotischer Werke von Michael Pacher, von seinem Mitarbeiter Friedrich Pacher sowie dessen Schülern Simon und Veit von Taisten, Wechselausstellungen und das Grafikkabinett, das jungen Künstlern für Ausstellungen zur Verfügung gestellt wird. Auf dem Kühbergl südlich von Bruneck ruhen die sterblichen Überreste Hunderter Soldaten unterschiedlicher Nationen. Der Waldfriedhof, der 1915 im Auftrag der Stadt angelegt wurde,
Auf dem Kronplatz sind das ganze Jahr über sportliche Aktivitäten möglich. Bruneck Kronplatz Tourismus/Harald Wisthaler
sollte für die zahlreichen Gefallenen des Ersten Weltkrieges zu einer würdigen letzten Ruhestätte werden. Die Gedenkstätte hat bis heute ihren ursprünglichen Charakter bewahrt. Etwas oberhalb führt ein leichter, familienfreundlicher Weg zu drei kleinen Seen – eine herrliche Naturoase mitten in der Stadt. Südlich von Reischach erhebt sich der 2.275 Meter hohe Kronplatz, der Hausberg Brunecks, das Zentrum der sportlichen Aktivitäten der Stadt. Im Winter ermöglicht das Skigebiet einen direkten Einstieg ins Wintersportparadies von Dolomiti Superski. Abseits der Pisten lockt der Berg Skitourengeher und Schneeschuhwanderer an, im Sportpark Reischach kann dem Langlaufsport gefrönt werden. Nicht nur am Kronplatz, sondern auch in anderen Gegenden des Gemeindegebiets locken geräumte Winterwanderwege, dazu auch mehrere Natureisflächen und ein modernes Eisstadion für den Spaß auf zwei Kufen.
In den wärmeren Zeiten des Jahres bietet der Kronplatz, aber beispielsweise auch das Gebiet von Dietenheim, Aufhofen und Amaten sowie St. Georgen die Möglichkeit für Wanderungen, Spaziergänge und familienfreundliche Ausflüge. Auch Radfahrer kommen in und um Bruneck auf ihre Kosten – etwa auf den Radwegen und auf den Bikepark-Trails am Kronplatz. Weitere sportliche Möglichkeiten sind beispielsweise Klettern (im Kletterzentrum Heliks), Golfen (im Golf Club Pustertal), Paragleiten oder Schwimmen. Zurück zum Gipfelplateau des Kronplatzes, wo nicht nur Sport und Bewegung möglich sind, sondern auch Kulturbegeisterten einiges geboten wird. Das LUMEN zum Beispiel hat sich ganz der Geschichte der Bergfotografie von ihren Anfängen bis in die Gegenwart verschrieben. Auf 1.800 Quadratmetern und vier Stockwerken werden historische Aufnahmen und digitale Innovation, spektakuläre Insze-
Die Stadtgasse ist das Herzstück von Bruneck, der Stadt an der Rienz. IDM Südtirol/Hannes Niederkofler
nierungen und die Werke namhafter Fotokünstler aus aller Welt gezeigt. Im MMM Corones liegt der Fokus auf dem traditionellen Alpinismus, den Reinhold Messner entscheidend mitgeprägt hat. Die Architektur ist ein beeindruckendes Kunstwerk aus der Feder von Zaha Hadid. Nicht minder beeindruckend ist der 360-Grad-Blick auf die großen Wände der Dolomiten und die Zillertaler Alpen. Zudem befindet sich am Kronplatz die Friedensglocke Concordia 2000. Entworfen vom Grödner Künstler Paul de DossMoroder, ist sie dem heiligen Bernhard, dem Schutzpatron der Skifahrer und Bergsteiger, gewidmet. Als eine der größten Friedensglocken im Alpenraum erinnert die Concordia 2000 an Verbundenheit, Verantwortung und den Wunsch nach Frieden. Täglich um 12 Uhr – und auch dann, wenn in einem Land die Todesstrafe aufgehoben oder ein Krieg beendet wird – kann ihrem Klang gelauscht werden. © Alle Rechte vorbehalten
Schloss Bruneck beherbergt ein Messner Mountain Museum, das MMM RIPA. IDM Südtirol/Harald Wisthaler
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