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angulus_01_2026

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ARCHITEKTUR IM ALPENRAUM

ARCHITEKTURBÜRO STEFAN GAMPER

CAMPING ANSITZ GAMP, KLAUSEN: BEHUTSAM ERWEITERT UND NEU GEDACHT

www.inoxdesign.eu

Herausgeber: Athesia Druck GmbH, Bozen, Eintrag LG Bozen Nr. 1/2025, am 30.01.2025

Chefredakteur: Elmar Pichler Rolle

Projektleiterin: Magdalena Pöder

Verkaufsleitung: Patrick Zöschg

Redaktion: Florian Mair, Edith Runer, Dr. Nicole D. Steiner

Werbung/Verkauf: Markus Hatzis, Michael Gartner, Siegfried Rungaldier, Isaak Lechner, Oliver Klammsteiner

Verwaltung: Weinbergweg 7 | 39100 Bozen Tel. 0471 081 561 anzeigen.zeitschriften@athesia.it

Coverfoto: Oliver Jaist

Fotos: Shutterstock, verschiedene Privat-, Firmen- und Online-Archive sowie Verkaufsunterlagen

Art Director: Elisa Wierer

Grafik: Verena Daum

Layout: Helmut Mangott

Lektorat: Benedikta Heiss

Produktion: Athesia Druck Bozen | www.athesiadruck.com

Vertrieb: Italien jährlich: 54 €, Ausland (inkl. Portogebühren) jährlich: 58 €

Die Redaktion übernimmt keinerlei Haftung für die Inhalte der Werbeseiten, PR-Seiten und der ange führten Webseiten.

Athesia Druck GbmH hat gemäß Art. 37 der EU-Ver ordnung 2016/679 (GDPR) den Datenschutzbeauf tragten (Data Protection Officer, DPO) ernannt. Die Kontaktaufnahme für jedes Thema in Bezug auf die Verarbeitung der personenbezogenen Daten ist über dpo@athesia.it möglich.

produziert nach den Richtlinien des Österreichischen Athesia Druck GmbH, UW 1492

PEFC/18-31-166

INHALT

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LEISE RADIKALI

JUNGE

ARCHITEKTUR IN SÜDTIROL

TÄT

Im Rahmen des 11. Südtiroler Architekturpreises zeigt sich eine bemerkenswerte Entwicklung: Junge Architektinnen und Architekten positionieren sich zunehmend selbstbewusst und das nicht über Umwege, sondern mit präzisen, oft klassischen Bauaufgaben auf hohem Niveau.

Während in anderen Kontexten experimentelle oder Low-Budget-Formate als Einstieg dienen, gelingt es in Südtirol bereits früh, mit qualitätsvollen Projekten architektonische Haltung zu zeigen. Gerade in der Kategorie „Junge Architektur“ fiel in diesem Jahr eine Haltung auf, die sich bewusst gegen Lautstärke entscheidet. Projekte überzeugten nicht durch gestische Überhöhung, sondern durch Reduktion, Klarheit – und mitunter durch das bewusste „Nicht-Tun“. „Sie legten eine eigene Radikalität an den Tag“, so die Jury. Eine Radikalität, die nicht im Spektakel liegt, sondern in der konsequenten Entscheidung für das Wesentliche.

Um die Vielfalt dieser Ansätze sichtbar zu machen, verzichtete der Architekturpreis bewusst auf eine klassische Hierarchisierung. Statt einzelner Gewinner wurden mehrere Ex-aequo-Auszeichnungen sowie Anerkennungen vergeben, als Spiegel einer lebendigen, differenzierten Architekturszene. Ergänzt wurde die diesjährige Preisvergabe durch einen Sonderpreis, der das Verständnis und die Nutzung von Raum würdigt, sowohl im konkreten baulichen Kontext als auch im größeren regionalen Gefüge.

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Die Fachjury des Architekturpreises bestand aus:

1 Anna Popelka (AT), Architektin PPAG architectsWien/Berlin, 2 Katharina Volgger (IT/DE), Architektin, Dozentin, katharinavolgger.studio Brixen Berlin, UdK Berlin/TU Darmstadt/Berlin international

3 Matteo Motti (IT), Architekt und Stadtplaner, Lehrbeauftragter am Politecnico Mailand, Berater und Mitarbeiter der Abteilung für Stadterneuerung in der Stadtverwaltung von Mailand

Alle Fotos © Eva Bernhard

Kategorie: Junge Architektur ex aequo

LEICHENKAPELLE

ST. LORENZEN

Studio Paradiso

Mit einem minimalen, präzisen Eingriff gelingt es Studio Paradiso, die Wahrnehmung eines sensiblen Ortes grundlegend zu verändern. Im Zentrum steht die neu interpretierte Doppeltür, als Schwelle zwischen zwei Sphären und zugleich als kulturelles wie psychologisches Element. Die Intervention bleibt bewusst zurückhaltend und entfaltet gerade dadurch ihre Wirkung: Ein Raum entsteht nicht durch Addition, sondern durch Freilegung. Vor und hinter der Tür öffnet sich ein Platz, der den Übergang inszeniert und die Kapelle stärker in das Dorfgefüge einbindet. Das Öffnen der Flügel wird zur choreografierten Handlung, ein stilles, aber klares Signal an die Gemeinschaft. Der Eingriff versteht sich nicht als Neuerfindung, sondern als präzise Weiterentwicklung eines bestehenden Rituals. Architektur wird hier zur Übersetzung von Bewegung, Erinnerung und Bedeutung.

Kategorie: Junge Architektur ex aequo ALTER STADEL –MAIREGGERHOF

Arch. Philipp Steger

Vor dem Hintergrund der Erkenntnis, dass Bauen insbesondere in touristisch geprägten Landschaften auch zerstörerisches Potenzial entfalten kann, antwortet das Projekt mit einer Haltung der konsequenten Zurücknahme. Die neue Wohnnutzung wird nicht sichtbar inszeniert, sondern bewusst im Bestand verborgen. Ausgehend vom historischen Ensemble aus Wohnhaus, Backofen, Kornkasten und Wirtschaftsgebäuden fiel die Entscheidung auf den alten Stadel. Hier entwickelt sich – zurückhaltend im Ausdruck, radikal in der Umsetzung – ein zeitgemäßes Wohnkonzept als „Haus im Haus“ über zwei Ebenen. Licht und Bezug nach außen entstehen über den umlaufenden Söller, der als vermittelnde Schicht zwischen innen und Landschaft wirkt. Das Ergebnis ist eine introvertierte, in sich geschlossene Wohnwelt, die sich dem direkten Blick entzieht – und gerade dadurch eine ungewöhnliche räumliche Intensität entfaltet.

Kategorie: Öffentlich NEUE FEUERWEHRHALLE VETZAN

Arbeitsgemeinschaft: Lukas Wielander, Martin Trebo, Martin Egger – Farb- und Materialkonzept in Zusammenarbeit mit Manfred Alois Mayr

Die neue Feuerwehrhalle in Vetzan besticht durch eine klare architektonische Haltung und eine konsequente Reduktion auf das Wesentliche. In enger Zusammenarbeit mit dem Künstler Manfred Alois Mayr entsteht ein fein abgestimmtes Zusammenspiel von Farbe, Material und Oberfläche, das dem Gebäude eine eigenständige Identität verleiht. Die gestalterische Linie zieht sich bis ins Detail und tritt in einen bewussten Dialog mit den funktionalen Anforderungen des Feuerwehrbetriebs. Dabei werden typische Elemente neu interpretiert: Der Schlauchturm wird durch ein markantes rotes Zeichen akzentuiert, eine Komposition aus Megaphonen, Sprossenleiter und Windrad. Auch die Farbwelt der Feuerwehr – Rot und Gelb – findet sich subtil in konstruktiven Details wie Bullaugen, Metallteilen und Gesimsen wieder. Der Baukörper bleibt insgesamt zurückhaltend, während zentrale Elemente wie Schlauchturm, Fahrzeughalle und Leitstelle klar ablesbar sind.

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Kategorie: Innenraum

FIRMENSITZ BETON EISACK

Pedevilla Architects

Die Jury beschreibt das Projekt als räumliche Inszenierung, in der der Bestand zum Träger eines szenografischen Ablaufs wird. Raum folgt auf Raum, offen in der Nutzung, präzise in der gestalterischen Haltung. Auch wenn es formal nicht in dieser Kategorie eingereicht wurde, überzeugt es durch seinen experimentellen Zugang: Materialien werden nicht dekorativ eingesetzt, sondern als Forschungsfeld verstanden. Der Innenraum wird zum Labor, fast zum sakralen Erfahrungsraum, in dem jede Oberfläche den Entstehungsprozess sichtbar macht, vom Gießen über das Schleifen bis zum Trocknen. So entsteht eine Architektur, die nicht präsentiert, sondern erzählt: als Spurensammlung und als sinnlich erfahrbare Materialerzählung.

Kategorie: Wohnen

GARTENHEIM

vuotovolume Architekten GmbH

Die Jury würdigt das Projekt als radikale Weiterentwicklung des klassischen Wohnhauses. Mit dem Konzept eines übereinandergesetzten Einfamilienhauses wird die Typologie des Doppelhauses neu interpretiert, zwei eigenständige Wohneinheiten verschmelzen zu einer ebenso originellen wie präzisen architektonischen Lösung. Zur Straße hin wirkt das Gebäude bewusst reduziert: ein scheinbar eingeschossiger Baukörper mit dominantem Dach. Erst im Inneren offenbart sich die eigentliche Komplexität, das Dach birgt eine zweite Wohnung, die sich um eine zentrale Terrasse organisiert. Während sich die untere Einheit nach außen orientiert, entfaltet sich die obere introvertiert nach innen. Diese kluge Setzung lässt das Dachvolumen großzügiger erscheinen, als es die tatsächliche Wohnfläche vermuten lässt – eine zeitgenössische Referenz an die Proportionen traditioneller Südtiroler Bergbauernhäuser.

Kategorie: Bauen im Altbestand

ZISCHGLHOF

Pavol Mikolajcak Architects

Die Jury hebt hervor, dass sich die Qualität des Zischglhofs kaum über Bilder erschließt, sie entfaltet sich erst im unmittelbaren Raumerlebnis. Das Wohnhaus für eine Familie basiert auf keiner denkmalgeschützten Substanz, gewinnt jedoch gerade durch den sensiblen Umgang mit dem Bestand an besonderer Stärke. Bestehendes wird respektvoll aufgenommen, gezielt ergänzt und mit neuen Bedürfnissen in Einklang gebracht. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Alt und Neu auf subtile Weise, was die räumliche Spannung deutlich erhöht. Präzise handwerkliche Ausführung zieht sich bis ins Detail, so konsequent, dass sie fast unsichtbar wird. Besonders eindrucksvoll ist der massive Sockelbereich: Der Eingang inszeniert sich wie der Auftakt zu einem unbekannten Theaterstück – gleichzeitig reduziert und aufgeladen. Die geschichteten Räume wirken überraschend öffentlich in ihrer Wirkung, während die angrenzenden Freibereiche, allen voran die Veranda über der ehemaligen landwirtschaftlichen Fläche, das räumliche Erlebnis eindrucksvoll erweitern.

Kategorie: Arbeit und Tourismus –ex aequo

SCHUTZHAUS SANTNERPASS

Senoner Tammerle Architekten

Beim Architekturpreis Südtirol 2026 wurde das Schutzhaus Santnerpass von Senoner Tammerle Architekten in der Kategorie Arbeit und Tourismus ausgezeichnet. Die Jury würdigt insbesondere die außergewöhnliche Fähigkeit, unter extremen Bedingungen eine Architektur von zeitloser Klarheit und gestalterischer Ruhe zu realisieren. Trotz der komplexen Anforderungen des Hochgebirges überzeugt das Projekt durch präzise Raumnutzung, konstruktive Stringenz und eine bis ins Detail durchdachte Ausführung – ein Bauwerk, das Funktionalität und architektonische Qualität auf beeindruckende Weise vereint.

Kategorie: Arbeit und Tourismus –ex aequo

GRETL AM SEE, UNTERKÜNFTE FÜR MITARBEITER

Flaim Prünster architekten

Die Jury betont, dass Bauen im Bestand dann besonders herausfordernd wird, wenn die Ausgangslage selbst architektonisch anspruchsvoll ist, wie bei dieser Badeanlage aus den 1970er-Jahren von Othmar Barth. Statt sich hinter Zurückhaltung zu verstecken, wählt der Entwurf eine selbstbewusste Haltung: Die neue Architektur tritt dem Bestand auf Augenhöhe gegenüber und erweitert ihn mit Klarheit, Eigenständigkeit und einer spürbaren Leichtigkeit. Die außen liegende Stahlkonstruktion wird konsequent weitergeführt und mit feinem Gespür für Detail und Ausdruck inszeniert. Die tektonische Schichtung der Bauteile wirkt fast spielerisch, wie ein Baukasten, der eine überraschende, beinahe flüchtige Atmosphäre erzeugt. Eine Qualität, die dem Ort eine unerwartete Leichtigkeit verleiht und Assoziationen an ein urbanes „Strandgefühl“ weckt. Auch funktional überzeugt das Projekt: Die kompakten Wohneinheiten bieten eine intelligente Antwort auf aktuelle Herausforderungen wie den Fachkräftemangel. So entsteht ein Ensemble, das Vergangenheit und Gegenwart verbindet – als präzise gesetzte Weiterführung und gelungene Übergabe in eine neue Generation.

Kategorie: Öffentlicher Raum, Landschaft

VERBINDUNGEN – ADLER HISTORIC GUESTHOUSE + KONTRAPUNKT – BADHAUS bergmeisterwolf

Die Jury fasst das Badhaus und einen kleineren Hotelzubau zu einem gemeinsamen Beitrag zusammen und verortet sie bewusst in der Kategorie „öffentlicher Raum, Landschaft und soziale Infrastruktur“. Beide Projekte liegen im Herzen der Brixner Altstadt und überzeugen nicht nur architektonisch, sondern vor allem durch ihren ganzheitlichen Ansatz: ein kontinuierlicher Vermittlungsprozess zwischen Anwohnern, Gemeinde und Eigentümerinnen, der das urbane Gefüge nachhaltig stärkt. Im Fokus steht eine spürbare Aufwertung des öffentlichen Raums. Neue, frei zugängliche Aufenthaltsbereiche entstehen, Wege werden ergänzt und Verbindungen neu gedacht. Dabei bleiben beide Baukörper eigenständig und entwickeln jeweils eine klare architektonische Haltung im Kontext. Das Badhaus reagiert sensibel auf Maßstab und Dichte der Altstadt, fügt sich ein und spielt zugleich mit Sichtbeziehungen. Der Hotelzubau hingegen wächst beinahe organisch im Hinterhof nach oben, als offenes Versprechen für zukünftige Verknüpfungen und räumliche Erweiterungen.

Foto © Lukas Schaller
Foto © Elisa
Cappellari
Foto © Gustav Willeit

Kategorie: Instandhaltung

SANIERUNG ALTER WIDUM TARTSCH

Arch. Christian Kapeller

Die Jury würdigt hier keinen nostalgischen Rückblick, sondern eine klare architektonische Haltung: Erhalten bedeutet Weiterdenken. Pflege und Instandhaltung werden zum aktiven Entwurfsprinzip, sichtbar im bewussten Umgang mit Material ebenso wie in der Offenheit gegenüber sich wandelnden Lebens- und Nutzungsanforderungen. Das Gebäude versteht sich nicht als abgeschlossenes Werk, sondern als Übergang, als Teil einer fortlaufenden Geschichte. Architektur wird zur Freilegung und Weiterentwicklung, zu einem Prozess, der bewusst unvollendet bleiben darf. Die Erweiterung fügt sich entsprechend selbstverständlich ein: reduziert in Form und Material, genau dort platziert, wo sie im Gefüge bereits angelegt war. So entsteht ein vielschichtiger Dialog, zwischen Alt und Neu, zwischen Raum, Nutzung und Blickbeziehungen.

Projekte überzeugten nicht durch gestische Überhöhung, sondern durch Reduktion und Klarheit.

Senoner Tammerle Architekten

Das Schutzhaus Santnerpass positioniert sich als präziser Eingriff in der extremen Landschaft der Dolomiten.

Auf 2.734 Meter Höhe ergibt sich die Dreieckform aus der Logik komplexer Anlieferungsprozesse und aus den klimatischen sowie dynamischen Kräften des Hochgebirges. Fest im unregelmäßigen Terrain verankert, formt der lang gestreckte Baukörper eine klare, beinahe kristalline Geometrie, die vielleicht ungewollt an Bruno Tauts Vorstellung einer aus der Natur hervorgehenden alpinen Architektur erinnert.

ARCHITEKTURPREIS SÜDTIROL 2026

Die Jury würdigt in der Kategorie Arbeit und Tourismus die architektonisch raffinierte Umsetzung von Zeitlosigkeit und Einfachheit trotz der baulichen Komplexität im Hochgebirge sowie die hohe Präzision in Raumnutzung und Detail der Senoner Tammerle Architekten.

Foto © René
Riller

C MPING ANSITZ GAMP

In markanter Hanglage oberhalb von Klausen, mit freiem Blick auf den Säbener Berg und das weithin sichtbare Kloster, wurde das Ensemble des Hotel Camping Ansitz Gamp behutsam erweitert und neu gedacht. Das Projekt folgt dabei keiner reinen Wachstumslogik, sondern einer klaren Idee: einen Ort zu schaffen, der sich wie ein „zweites Zuhause“ anfühlt, geprägt von Ruhe, Privatheit und landschaftlicher Einbindung.

Das neue Ensemble verbindet 5 kompakte, zweigeschossige Chalets mit einem umfassend sanierten Bauernhaus und den weiterentwickelten Campingstrukturen. Entlang des bewaldeten Nordwesthangs in die steile Topografie eingefügt, reagieren die aufgeständerten Baukörper sensibel auf das Gelände. Ihre Staffelung folgt dem natürlichen Verlauf des Hangs, während die rückseitige Erschließung ein hohes Maß an Intimität ermöglicht.

Die Chalets interpretieren die archetypische Form des Satteldachs neu und wurden in nachhaltiger Holzbauweise vorgefertigt. Großzügige Fensteröffnungen und gezielt gesetzte Loggien rahmen den Blick in die Landschaft und öffnen die Innenräume zum Panorama hin. Materialien wie gebürstetes Lärchenholz, Naturstein und dunkel beschichtetes Metall verleihen den Baukörpern

eine ruhige, zurückhaltende Präsenz. Die durchgehende Holzoberfläche, die sich über Fassade und Dach legt, sorgt für eine klare, homogene Erscheinung, ein Ensemble, das sich selbstverständlich in die Umgebung einfügt.

BESTAND ALS TEIL DES GANZEN

Parallel zur Erweiterung wurde das historische Bauernhaus sorgfältig umgebaut und in das neue Konzept integriert. Im Erdgeschoss entstanden 4 kompakte Ferienwohnungen, die den Charakter des Bestands bewahren und gleichzeitig zeitgemäßen Komfort bieten. Ergänzt wird das Raumangebot durch eine Betriebs- und Personalwohnung sowie eine offene Galerieebene im Dachgeschoss. Die funktionale Organisation

Ausführung der gesamten Baumeisterarbeiten

folgt einem durchdachten System: Während die Chalets unabhängig betrieben und individuell temperiert werden können, bleibt das Bauernhaus an das bestehende Fernwärmenetz angebunden. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung sorgt in allen neuen Einheiten für ein angenehmes Raumklima.

REDUKTION ALS HALTUNG

Gestalterisch setzt das Projekt bewusst auf Zurückhaltung. Nach dem Prinzip „Weniger ist

mehr“ bestimmen reduzierte Beleuchtung, wassersparende Technologien und der Einsatz regionaler Materialien das Konzept. Lärchenholz aus der Umgebung, langlebige Konstruktionen und ein niedriger Energiebedarf unterstreichen den nachhaltigen Anspruch. Sämtliche Neubauten entsprechen dem KlimaHaus-Standard A. Auch die bestehende Infrastruktur wurde weiterentwickelt: Das Schwimmbad für Campinggäste wurde erweitert und ringsum erneuert, die Rezeption neu gestaltet und der Servicebereich funktional sowie atmosphärisch aufgewertet.

Wenn’s perfekt sein soll.

Architekturbüro Stefan Gamper

Das Architekturbüro Stefan Gamper mit Sitz in Klausen wurde im Jahr 2000 gegründet. Nach seinem Architekturstudium an der TU Graz sammelte Dr. Arch. Stefan Gamper zunächst Erfahrung in verschiedenen Planungsbüros, bevor er sich selbstständig machte. 2008 vertiefte er seine Kompetenz im Holzbau mit einem Master of Engineering an der HS Rosenheim; seit 2015 ist er dort als externer Dozent tätig. Heute arbeitet ein fünfköpfiges Team an Projekten, die aus dem Kontext von Ort, Landschaft und Tradition entwickelt werden. Im Fokus stehen eine klare Formensprache, konstruktive Präzision und der bewusste Einsatz regionaler Materialien. Das Spektrum reicht von Wohn- und Hotelbauten über landwirtschaftliche und öffentliche Gebäude bis hin zu Interior Design. www.gamper.biz

gamper_architecture

Besonderes Augenmerk der Bauherrnfamilie Thomas Schöpfer galt der Gestaltung der Freiräume. Sanft modellierte Grünflächen, ortstypische Bepflanzung und Natursteinmauern schaffen fließende Übergänge zwischen Architektur und Kulturlandschaft. Die Außenräume wirken nicht inszeniert, sondern gewachsen – als selbstverständliche Fortsetzung des umgebenden Terrains. Mit der Erweiterung des Camping Ansitz Gamp ist ein Projekt entstanden, das Tourismus neu interpretiert: leise, präzise und tief im Ort verwurzelt. Ein Ensemble, das nicht nur Raum bietet – sondern Atmosphäre schafft.

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Camping
Gamp Klausen (BZ)
Foto: © Oliver Jaist

ARCHITEKTURBÜRO KLASSENZIMMER

Schoolark ist eine Bildungsinitiative, die jüngeren Generationen Architektur näherbringen soll. Vertreterinnen und Vertreter der Architekturstiftung besuchen dafür Südtiroler Oberschulen und berichten von einem Beruf, der weit mehr umfasst als das reine Zeichnen von Gebäuden. Diese Tatsache veranschaulichen sie durch praxisorientierte Projekte, die gleichzeitig das gestalterische Können der Teilnehmenden sichtbar machen.

Der Mensch bewegt sich täglich durch die verschiedensten öffentlichen und privaten Räume, die von Architektinnen und Architekten sorgfältig geplant wurden. Ihre Arbeit beeinflusst nicht nur, wie eine Stadt oder ein Gebäude wahrgenommen wird, sondern auch, welche Gefühle und Verhaltensweisen von ihnen hervorgerufen werden. Zudem spiegeln architektonische Werke kulturelle Werte und technologische Fortschritte wider, wodurch sie zu greifbaren Zeugnissen ihrer Zeit werden. Nichtsdestotrotz setzen sich die wenigsten Menschen bewusst mit der Bedeutung von Architektur auseinander. Bereits im

Schulalltag werden meist andere Themen in den Vordergrund gestellt, sodass nur selten ein Bewusstsein für die gebaute Umwelt entstehen kann. Um dies zu ändern, wurde von der Architekturstiftung Südtirol in Zusammenarbeit mit dem Bozner Torricelligymnasium das Projekt Schoolark initiiert. Schoolark ist ein Workshop, der sich in den regulären Lehrplan von Südtiroler Gymnasien integrieren lässt. Die teilnehmenden Klassen erfahren, worauf es beim verantwortungsbewussten Bauen ankommt und was es wirklich heißt, als Architektin und Architekt tätig zu sein. Seit Programmstart haben bereits über 600 Schülerinnen und

Schüler die Gelegenheit genutzt, grundlegende Einblicke in die Welt der Architektur zu erhalten.

SO FUNKTIONIERT SCHOOLARK

Das Programm wird von qualifizierten Tutorinnen und Tutoren der Architekturstiftung begleitet, die den Heranwachsenden architektonische Lerninhalte verständlich vermitteln. Schoolark wird wahlweise in 2 Einheiten zu jeweils 4,5 Stunden oder in 3 Einheiten zu je 3 Stunden absolviert. Unabhängig vom Format gliedert sich der Kurs in 2 logisch aufeinander aufbauende Teile.

Schoolark bringt Baukultur in Südtirols Schulen und macht sie für Jugendliche erlebbar.

Im ersten Abschnitt halten die Fachexpertinnen und Fachexperten informative Vorträge zu ausgewählten Themen rund ums Bauen. Sie führen in die Architekturgeschichte ein und beleuchten sowohl globale als auch lokale Aspekte der zeitgenössischen Baukultur. Nicht zuletzt wird von ihnen ebenfalls erklärt, wie ein typischer Tag im Architekturbüro aussehen kann. Den Abschluss des Theorie-Inputs bildet eine interaktive Diskussionsrunde, in der Gehörtes reflektiert und Unklarheiten geklärt werden.

Nach der gemeinsamen Besprechung kommt es dann zur letzten Phase von Schoolark. In dieser schließen sich die Schülerinnen und Schüler zu Kleingruppen von 4 bis 5 Personen zusammen und übernehmen eine Planungsaufgabe. Jede Gruppe entwickelt dabei ein eigenes Konzept, hält es in Skizzen fest und setzt es als Modell um. Vorab stellen Tutorinnen und Tutoren 3 mögliche Projekte vor, aus denen je nach persönlichem Interesse ein passender Vorschlag ausgesucht werden kann. Am Ende präsentieren die Teams ihre Arbeiten vor der Klasse und erläutern ihre jeweilige Herangehensweise.

2022 MARKIERT DEN ANFANG

Vor 4 Jahren wurde Schoolark zum ersten Mal in der Praxis erprobt. Im Naturwissenschaftlichen Gymnasium Torricelli erklärten sich die Schülerschaft und die Lehrkräfte bereit, den schulischen Unterricht um raumplanerische Fragestellungen zu erweitern.

Nachdem die Termine festgelegt waren, folgten die Teilnehmenden dem vorgesehenen Ablauf des Workshops und richteten den Blick zunächst auf ihre eigene Raumerfahrung. Anschließend realisierten sie in einem moderierten Lernumfeld zahlreiche kreative Gebäudeentwürfe, die den Themen „Mein Zimmer / meine Wohnung“, „Orte für die Gemeinschaft“ und „Baumhaus“ gewidmet waren.

Der Kurs machte deutlich, dass Experimentierfreude, strategisches Denken, Planungskompetenz sowie ein Gespür für Formen und Proportionen bei der Raumplanung entscheidend sind. Ebenfalls wurde den Jugendlichen der Wert einer starken Kommunikationsfähigkeit aufgezeigt, da sich ohne sie nur schwer innovative Einfälle mit anderen Menschen teilen lassen.

2023 ÖFFNEN SICH NEUE TÜREN

Die vielen positiven Rückmeldungen führten dazu, dass Schoolark im folgenden Jahr durchgeführt wurde. Das Torricelligymnasium bot das Projekt 2023 erneut an, aber dieses Mal durften sich die Beteiligten im Zuge der praktischen Phase mit den Themen „Ein Haus für Tiere“, „Tiny Houses“ und „Baumhaus“ beschäftigen. In dieser Zeit konnte die Architekturstiftung außerdem noch weitere Bildungseinrichtungen für die Initiative gewinnen – beispielsweise erhielten die angehenden Grafikerinnen und Grafiker am Kunstgymnasium in Meran die Chance, ihr räumliches Verständnis zu vertiefen.

Das Projekt fand auch am Kunstgymnasium in Meran statt.

DIE ARCHITEKTURSTIFTUNG SÜDTIROL

Hinter Schoolark steht die Architekturstiftung Südtirol, die 2004 von der Architektenkammer der Provinz Bozen gegründet wurde. Ihr Ziel ist es, die Qualität von Architektur zu sichern und eine nachhaltige Entwicklung des urbanen wie ländlichen Raums voranzutreiben. Ein zentrales Anliegen ist es dabei, die Bevölkerung für die Bedeutung von Baukultur zu sensibilisieren.

Finanziell getragen wird die Stiftung durch das Land, die Stiftung Südtiroler Sparkasse sowie durch private Unternehmen aus Industrie und Handwerk. Ihr Beitrag macht es möglich, dass Bildungsinitiativen organisiert und unterstützt werden können. Außerdem trägt er dazu bei, dass der Architekturpreis Südtirol feierlich verliehen werden kann. Mit diesem werden regelmäßig einzigartige Bauwerke prämiert, die sich stimmig in ihre Umgebung einfügen und mit ihr in Dialog treten.

Weitere Informationen unter www.stiftung.arch.bz.it

2024 WÄCHST SCHOOLARK WEITER

Torricelli blieb dem Kurs ebenso 2024 treu. Die teilnehmenden Klassen befassten sich nun mit den Themen „Bushaltestelle“, „Unterkunft für Menschen“ und „Unterkunft für Tiere“. Die 3 fiktiven Bauvorhaben brachten abermals ein breites Spektrum an Gestaltungsvorschlägen hervor, das den Einfallsreichtum der Schülerinnen und Schüler unter Beweis stellte. Das Technische Institut für Bauwesen, Umwelt und Raumplanung in Bozen konnte 2024 des Weiteren für Schoolark begeistert werden. Dank der

schulischen Ausstattung wurden digitale Zeichnungen und 3DModelle von den Projektideen angefertigt, die eine Neugestaltung des Bozner Waltherplatzes in den Mittelpunkt setzten. Von der Vorgehensweise des Architekten Ludwig Mies van der Rohe inspiriert, verschoben die Oberschülerinnen und Oberschüler unscheinbar wirkende Elemente, um ein harmonischeres Gesamtbild zu schaffen, das sich durch strukturierte Ordnung auszeichnet.

Während des Schuljahrs besuchten die Vertreterinnen und Vertreter der Architekturstiftung darüber hinaus das Kunstgymnasium Walther von der Vogel-

weide“ und die Carduccischule in Bozen. An der italienischen Oberschule diente das Ferienhaus in Cap Martin von Le Corbusier als Ausgangspunkt für praktische Übungen. Diese sollten zeigen, dass bereits kleine Veränderungen den Charakter eines Gebäudes maßgeblich beeinflussen können.

Am Kunstgymnasium lag der Fokus hingegen auf der Umgestaltung von Innen- und Außenräumen der Schule. Besonders Grünanlagen und Sitzmöglichkeiten spielten in den Konzepten der Jugendlichen eine zentrale Rolle, die von natürlichen Formen geprägt waren.

2025 ERHALTEN SCHÜLERENTWÜRFE ÖFFENTLICHE AUFMERKSAMKEIT

Wie das LPA berichtet, fielen der Landesverwaltung im November des vergangenen Jahres mehrere Modelle auf, die im Rahmen von Schoolark entstanden waren. Aufgrund der hohen Qualität der Ausführungen zum Thema „Bushaltestellen“ stellte Architektin Barbara Breda gemeinsam mit Mitgliedern der Architekturstiftung Südtirol die Arbeiten der Landesabteilung Mobilität vor. „Die kreativen Projekte zeugen von einer großen Sensibilität der jungen Menschen für die Integration von Grünflächen, Fahrradabstellplätzen und interaktiven Dienstleistungen – und ganz allgemein für nachhaltige Lösungen“, berichtet der Direktor der Abteilung Infrastruktur und Mobilität Martin Vallazza, „so werden die Bushaltestellen zu Mikrozentren des Mobilitätsnetzes.“

Zuletzt wurde beim Austausch über eine eventuelle Ausstellung der Schülerkreationen gesprochen, die als Treffpunkt und Anregung für Diskussionen genutzt werden kann. Und wer weiß: Vielleicht sorgt sie sogar dafür, dass der eine oder andere Entwurf seinen Weg in die gebaute Wirklichkeit findet.

Austausch über gemeinsame Projekte: Abteilungsdirektor Martin Vallazza, Monica Carmen, Amtsdirektor Alexander Alber, Ingo Dejaco, Barbara Breda, Theodor Gallmetzer und Andrea La Gamba (v.l.)

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ALPINE KLARHEIT NEU GED CHT

Ein Chalet mit 3 exklusiven Wohnungen: reduziert, präzise und tief in der Landschaft verwurzelt –die Alpenlodges am Königssee verbinden traditionelle Materialien mit zeitgemäßem Wohnen.

Die Alpenlodge Chalets in Schönau am Königssee präsentieren sich als ruhige, zeitgemäße Interpretation alpiner Baukultur. Realisiert im Jahr 2023 von den Bergwerk Architekten, umfasst das Projekt 3 exklusive Ferienwohnungen unterschiedlicher Größe, die Rückzug, Komfort und architektonische Klarheit vereinen.

ARCHITEKTUR ZWISCHEN TRADITION UND REDUKTION

Konstruktiv basiert das Ensemble auf massiver Holzbauweise (KLH), deren Struktur im Innenraum bewusst sichtbar bleibt. Weiß lasierte Fichtenoberflächen bestimmen die Atmosphäre, ergänzt durch warme Eichenböden und prägnante schwarze Elemente – von Fensterrahmen bis zu Möbeldetails. Die reduzierte Farbpalette schafft

eine elegante, ruhige Raumwirkung mit klarer gestalterischer Handschrift.

MATERIALITÄT MIT REGIONALER VERANKERUNG

Nach außen fügt sich das Projekt mit einer Altholzfassade selbstverständlich in die alpine Umgebung ein und nimmt Bezug auf die lokale Bautradition. Gleichzeitig verleiht die präzise Ausführung den Gebäuden eine zeitgemäße Präsenz. Für die Umsetzung zeichnete Meiberger Holzbau verantwortlich. Von der Werkplanung über die Bauleitung bis hin zur Realisierung zentraler Bauteile wie Holzbau, Fenster, Böden und Terrassen entstand ein Projekt, das handwerkliche Qualität und architektonische Konsequenz in Einklang bringt.

ALPENLODGE CHALETS

Kategorie: Holzhaus Architektur Baujahr: 2023

Architekt: bergwerkarchitekten ZT GmbH, Lofer

Weitere Informationen: www.alpenlodges.eu

Leidenschaft, Qualität und Individualität seit 1959

Wir sind ein Holzbauunternehmen, das sich seit mehr als 65 Jahren um die Anliegen seiner Kunden kümmert, nachhaltig denkt, auf 1.000e Projekte Erfahrung bauen kann und bemüht ist, das Bauen für unsere Kunden so angenehm wie nur möglich zu gestalten. Wir sind Meiberger Holzbau.

holzbau-meiberger.at

Foto: Albrecht I. Schnabel Planung: LP Architektur ZT GmbH

DAS ERBE WEITERB UEN

Wer heute an der vielbefahrenen Straße des vorgestellten Wohnhauses in Meran vorbeifährt, sieht eine feine, sanft restaurierte Fassade von ca. 1900. Passanten vermuteten hier lange den Abbruch – doch was sie heute sehen, ist das Ergebnis eines intensiven Dialogs zwischen Geschichte und Moderne.

ieses Projekt steht, ebenso wie die mit dem Südtiroler Architekturpreis ausgezeichnete Sanierung des Alten Widums in Tartsch, exemplarisch für eine Haltung, die alte Substanz nicht als Last, sondern als Privileg begreift.

DIE VERBORGENE QUALITÄT DES BESTANDS

In einer Zeit, in der Abriss oft als die „einfachere“ Lösung verkauft wird, müssen wir den Wert der sogenannten grauen Energie neu entdecken. Ein Haus, das 100 Jahre oder älter ist, hat seine Dauerhaftigkeit bereits bewiesen. Es besitzt eine Seele und eine haptische Qualität, die im standardisierten Neubau oft verloren gehen. In meiner Praxis sehe ich diese Gebäude nicht als Hindernis, sondern als „Kraftorte“. Es geht nicht um museale Nostalgie, sondern um eine aktive Haltung, bei der Instandhaltung zum Prinzip des architektonischen Denkens wird.

REDUKTION: ZURÜCK ZUM WESENTLICHEN

Bauen in historischen Objekten erzwingt oft eine heilsame Reduzierung der Ansprüche. In einer Welt des technischen Überflusses lehrt uns der Altbau, zum Wesentlichen zurückzukehren. Vieles an modernem „technischen Schnickschnack“ erübrigt sich schlichtweg, wenn man die physikalischen Qualitäten dicker Mauern und gewachsener Strukturen nutzt. Es entsteht eine neue Genügsamkeit, die nicht Verzicht bedeutet, sondern einen Gewinn an Klarheit und atmosphärischer Dichte. Es birgt aber auch die Freiheit persönliche Entscheidungen besser einfließen zu lassen als in genormten Neubauten.

TRANSFORMATION ALS PLANUNGSVORTEIL

Ein entscheidender, oft unterschätzter Vorteil der Sanierung liegt im Planungsprozess selbst. Etwas Gegebenes zu transformieren, erleichtert den Weg für den Bauherrn ungemein. Statt vor der beängstigenden Leere des „weißen Blattes“ zu stehen, bietet der Bestand einen Rahmen. Die Architektur wird zum Prozess des Anpassens und Verfeinerns. Das Vorgegebene wird behutsam in moderne Bedürfnisse transformiert, was dem Bauherrn Sicherheit gibt: Das Haus hat sich bereits bewährt, wir führen es lediglich in seine nächste Epoche.

PLANUNG ALS DETEKTIVARBEIT

Dieser Prozess beginnt nie am Reißbrett, sondern mit der Bauforschung vor Ort. Wir suchen nach den Schichten der Zeit. Beim Projekt in Meran war die Strategie von einem bewussten Dualismus geprägt: Still nach außen, radikal offen nach innen. Das Haus nutzt die Topografie: Während es zur

Straße zweigeschossig erscheint, öffnet es sich zum Garten hin über 3 Ebenen. Ein Luftraum verbindet die Galerie mit der Wohnküche. Dieser Moment des „Aha-Effekts“ lässt durch große Verglasungen die Grenzen zwischen Innenraum und stillem Naturgarten verschwimmen. Architektur bedeutet hier einen Prozess der Freilegung und des Weiterbauens.

MATERIALITÄT UND RESONANZ

Die Suche nach Materialien, die mit dem Altbau kommunizieren, ist essenziell. In Meran haben wir das historische Grün der Fenster aufgenommen und mit einem kräftigen Rot kombiniert. Ein klassischer Terrazzoboden führt diese Farben zusammen und korrespondiert mit dem mineralischen Naturputz der Fassade. Ein Ansatz, der sich bei allen meine historischen Bauten wiederholt: Alt und Neu nicht Alt gegen Neu. Fazit: Nachhaltigkeit durch Haltung.

Ob beim Stockerhof in Laatsch, dem Lautenschlagerhof in Tschirland oder dem Widum in Tartsch: Sanierung ist die konsequenteste Form der Nachhaltigkeit. Wir nutzen das Vorhandene und reparieren statt wegzuwerfen. Dass steuerliche Vorteile und diverse Beiträge den Weg ebnen, ist ein

wichtiger Anreiz. Doch der wahre Gewinn ist ideeller Natur: Wir bewahren Identität und schaffen Wohnraum mit einer Geborgenheit, die man nicht im Katalog kaufen kann. Es ist ein Dialog zwischen Vergangenheit und Zukunft, geführt mit den Mitteln moderner Architektur. Still, leise und mit bleibendem Wert.

CHRISTIAN KAPELLER

Christian Kapeller studierte Architektur in Innsbruck und führt seit 2001 sein eigenes Büro in Schlanders. Sein Ansatz ist geprägt von einer klaren Haltung: Jedes Projekt wird individuell und in enger Abstimmung mit den Bauherr:innen entwickelt – abgestimmt auf Ort, Funktion und Bedürfnisse. Seine Projekte wurden unter anderem bei Big See, The Plan Award, Contract World sowie dem Architektur Preis 2026 ausgezeichnet oder nominiert. Zu seinen realisierten Bauten zählen unter anderem der Herrschaftshof zu Prad, der Oberjuvalhof in Kastelbell, das Hotel Madatsch in Trafoi sowie zahlreiche Wohn- und Sanierungsprojekte im Vinschgau.

D S N RR TIV DER VERWANDLUNG

Eine architektonische Revitalisierung zwischen Jugendstil-Erbe und moderner Raumdramaturgie. Ein Projekt, das zeigt, wie aus dem vermeintlichen Abbruchkandidaten durch präzise Interventionen ein urbanes Juwel entstehen kann.

Von der Straße aus betrachtet wirkte es wie ein Relikt aus einer anderen Zeit – ein unscheinbares, fast vergessenes Haus, dessen Fassade sich hinter wildem Bewuchs versteckte. Doch hinter der sanft restaurierten Schale des Projekts in Meran verbirgt sich heute eine radikale architektonische Neuinterpretation, die den Dialog zwischen historischer Identität und zeitgenössischer Offenheit zelebriert.

POTENZIAL IM DORNRÖSCHENSCHLAF

Architektur beginnt oft mit der Fähigkeit, das Unsichtbare zu sehen. Im Fall dieses Objekts in Meran, gelegen an einer vielbefahrenen Verkehrsader,

erforderte es den geschulten Blick des Architekten Christian Kapeller, um das Potenzial des verwahrlosten Bestands zu erkennen. Während Passanten bereits über den Abriss spekulierten, sah der Entwurf eine feinfühlige Metamorphose vor. Das Ziel: Die Bewahrung der kleinteiligen, charmanten Straßenfassade von ca. 1900 und die gleichzeitige radikale Öffnung zum rückwärtigen Naturgarten.

DIE STÄDTEBAULICHE STRATEGIE: DAS JANUSKOPF-PRINZIP

Das architektonische Konzept nutzt die topografische Besonderheit des Grundstücks als zentralen Entwurfsparameter. Zur Straßenseite hin, gegen

Kampidellerweg 1/B

Kampidellerweg 1/B

Norden, präsentiert sich das Haus zweigeschossig. Hier dominiert die Zurückhaltung. Die denkmalnahe Sanierung der Jugendstilfassade wahrt das Stadtbild und fungiert als akustischer und visueller Puffer zum urbanen Lärm. Der wahre „Aha-Effekt“ offenbart sich jedoch erst beim Betreten. Da das Gelände zum Garten hin abfällt, entwickelt sich das Gebäude auf der Südseite zu einem dreigeschossigen Baukörper. Diese geschickte Geländesituation ermöglicht es, das Haus zur Straße hin „leise“ und intim zu halten, während es sich zum privaten Grün hin maximal öffnet.

RAUMDRAMATURGIE: VOM DUNKEL INS LICHT

Der Eingangsbereich an der Straßenseite, der auch die Garage integriert, ist bewusst unauffällig gestaltet. Er dient als Schleuse zwischen der öffentlichen Hektik und der privaten Stille. Beim Eintreten wird der Besucher von einer unerwarteten Lichtfülle empfangen.

Das Raumprogramm ist vertikal organisiert: Die Eingangsebene beherbergt Garderobe und einen Medienraum, der sich als Galerie zum unteren Stockwerk hin öffnet. Diese Blickbeziehungen schaffen sofort ein Gefühl von Weite.

Das Gartengeschoss: Eine skulpturale Treppe führt hinunter in das Herzstück des Hauses –die offene Wohnküche. Hier verschwimmen die Grenzen zwischen innen und außen. Großzügige Verglasungen rahmen den wilden Naturgarten ein, der durch die Tieflage des Geländes komplett uneinsehbar bleibt. Der Luftraum: Ein Teil der Wohnküche erstreckt sich über 2 Geschosse bis zur Galerie hinauf. Diese vertikale Verbindung sorgt nicht nur für eine optimale Belichtung der tiefer liegenden Räume, sondern schafft auch eine soziale Verknüpfung der verschiedenen Wohnebenen.

MATERIALITÄT UND FARBKANON: HARMONIE DER GEGENSÄTZE

Die Materialwahl ist eine Hommage an den Bestand, ohne diesen zu kopieren. Das Farbkonzept leitet sich direkt aus der historischen Fassade ab: Grün und Rot: Das charakteristische Grün der Fenster wurde aufgegriffen und im Innenraum mit einem kräftigen Rot kombiniert – am prominentesten in der monolithisch wirkenden Küche, die den Wohnraum dominiert.

Terrazzo: Der Bodenbelag im Erdgeschoss fungiert als verbindendes Element. Er enthält weiße Einschlüsse sowie Akzente der Grundfarben Rot und Grün. Damit wird eine handwerkliche Tradition fortgeführt, die typisch für die Meraner Villenarchitektur ist.

Holz & Wärme: In den privaten Rückzugsräumen des Dachgeschosses, wo die Kinderzimmer untergebracht sind, dominieren Böden und Türen aus Ulmenholz. Die Fenster aus naturbelassener Eiche setzen warme Akzente gegen den reduzierten Innenausbau. Der Naturputz: Außen korrespondiert ein mineralischer Naturputz mit kleinen Steinchen haptisch mit dem Terrazzo des Innenraums und tritt in einen mineralischen Dialog mit der historischen Putzstruktur der Jugendstilfassade.

LICHTKONZEPT: ATMOSPHÄRE DURCH INDIREKTHEIT

Licht wird in diesem Projekt als Baustoff verstanden. Während die großen Glasfronten zum Garten das Tageslicht tief in das Gebäudeinnere ziehen, sorgt in den Abendstunden ein ausgeklügeltes Konzept mit indirekter Beleuchtung für ein wohliges Ambiente. Die Lichtführung unterstreicht die Geometrie der Räume und setzt die Materialoberflächen – insbesondere die Ulmenholzstrukturen – in Szene.

FAZIT: EIN MANIFEST FÜR DEN BESTAND

Das Wohnhaus 55 ist mehr als eine Sanierung; Es ist ein Plädoyer für den Erhalt gewachsener Strukturen durch mutige architektonische Ergänzungen. Es beweist, dass moderne Wohnansprüche – Licht, Luft, Großzügigkeit – hervorragend mit dem Erbe des Jugendstils harmonieren können, wenn man bereit ist, sich auf die Topografie und die Geschichte eines Ortes einzulassen. Ein Haus, das zur Straße hin schweigt und zum Garten hin atmet – still, leise und mit einem überwältigenden Aha-Effekt für jeden, der die Schwelle überschreitet.

Christian Kapeller

Christian Kapeller, geboren 1971 in Schlanders, studierte Architektur in Innsbruck und führt seit 2001 sein eigenes Büro in Schlanders. Sein Ansatz ist geprägt von einer klaren Haltung: Jedes Projekt wird individuell und in enger Abstimmung mit den Bauherrinnen und Bauherren entwickelt –abgestimmt auf Ort, Funktion und Bedürfnisse. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude, in der er über langjährige Erfahrung verfügt. Darüber hinaus realisiert er Projekte im Hotel- und Gastronomiebau, im Wohnbau – von Neubauten bis zu geförderten und frei finanzierten Sanierungen –sowie im Bereich „Urlaub auf dem Bauernhof“. Nachhaltigkeit und Energieeffizienz spielen eine zentrale Rolle: Kapeller plant nach KlimaHaus-Standards (A, B, A nature), begleitet energetische Sanierungen inklusive Förderberatung und setzt auf ökologische Bauweisen.

Seine Projekte wurden unter anderem bei Big See, The Plan Award, dem Contract World sowie dem Architekturpreis Südtirol 2026 ausgezeichnet oder nominiert. Zu seinen realisierten Bauten zählen unter anderem der Herrschaftshof zu Prad, der Oberjuvalhof in Kastelbell, das Hotel Madatsch in Trafoi sowie zahlreiche Wohn- und Sanierungsprojekte im Vinschgau.

EINE VILL ERWACHT

Es gibt Gebäude, die mehr sind als gebaute Substanz, sie sind Träger von Zeit. Die Villa Hilda in Meran, errichtet um 1930 und später erweitert, gehört zu diesen Häusern. Ihre klare Symmetrie, die fein proportionierte Fassade und die zurückhaltende Eleganz erzählen von einer Epoche im Übergang: zwischen repräsentativer Villenarchitektur und einer neuen, sachlicheren Formensprache der Zwischenkriegszeit.

Das DEAR studio, mit den Architekten Lorenzo Scacchetti und Manuel Gschnell, hat sich dieser Geschichte mit großer Sensibilität genähert. Ziel war es nicht, das Gebäude zu konservieren, sondern es wieder bewohnbar zu machen, ohne seine Identität zu verlieren. Eine Revitalisierung, die weniger auf sichtbare Eingriffe setzt als auf das präzise Weiterdenken des Bestehenden.

ZWISCHEN ERINNERUNG UND ERNEUERUNG

Die Villa blieb über Jahrzehnte hinweg eine Privatresidenz, verlor jedoch zunehmend an Nutzbarkeit. Die Herausforderung lag darin, die bestehende Raumstruktur zu erhalten und gleichzeitig den Anforderungen zeitgemäßen Wohnens gerecht zu werden.

VILLA HILDA, MERAN

Die Eingriffe konzentrieren sich daher vor allem auf das Unsichtbare: neue Haustechnik, energetische Optimierung und funktionale Ergänzungen wie ein Wellnessbereich mit Innen-Pool sowie eine Tiefgarage. Diese neuen Elemente wurden so in das Gefüge integriert, dass sie den Charakter des Hauses nicht überlagern, sondern still unterstützen. Auch äußerlich wurde die ursprüngliche Komposition gestärkt: Durch die gezielte Absenkung des Geländes an der Südseite tritt das Erdgeschoss wieder klar hervor, Proportionen werden neu ausbalanciert, das Dach von späteren Unregelmäßigkeiten befreit. Ergänzungen wie Treppenvolumen oder die Umnutzung der ehemaligen Garage zu einer eigenständigen Gästedependance bleiben bewusst ablesbar, zurückhaltend, zeitgenössisch und reversibel.

MATERIAL ALS VERBINDENDES ELEMENT

Die Materialwahl folgt einer klaren Haltung: nicht imitieren, sondern übersetzen. Terrazzo, Naturholz und Sichtbeton treten in einen Dialog mit der

historischen Substanz. Besonders der Terrazzo knüpft an die Bautradition Norditaliens an und bringt eine zeitlose Eleganz in die Räume. Ein leiser, aber prägender Akzent ist die Farbwelt. Salbeigrün zieht sich als verbindendes Element durch das Projekt, eine Reminiszenz an die Meraner Baukultur und zugleich ein vermittelnder Ton zwischen Architektur und Garten. Der neu interpretierte Putz in zartem Cremeton sowie Fensterdetails in hellem Grün greifen diese Idee auf und verankern die Villa atmosphärisch in ihrem Kontext.

Im Inneren entsteht ein vielschichtiges Zusammenspiel: Historische Holzvertäfelungen treffen auf reduzierte Oberflächen, Sichtbetondecken auf fein gesetzte Designobjekte. Großzügige Raumabfolgen, helle Wände und gezielte Öffnungen verstärken das natürliche Licht und lassen die Villa wieder atmen.

EIN HAUS IM PARK – NEU BELEBT

Wie viele Meraner Villen steht auch die Villa Hilda in engem Dialog mit ihrem Garten. Die Außenräu-

me wurden behutsam neu geordnet: Wege, Höhen und Pflanzungen folgen der Logik der Architektur, ohne ihre Natürlichkeit zu verlieren. Porphyrflächen und eine zentrale Fontäne verankern das Ensemble in der lokalen Tradition.

Die Villa selbst erstreckt sich heute über 4 Ebenen. Während im Erdgeschoss private Rückzugsräume sowie Spa- und Fitnessbereiche untergebracht sind, entfalten sich im Obergeschoss die klassischen Wohnräume mit direktem Bezug zum Südbalkon. Das Dachgeschoss bildet eine intime, fast kontemplative Ebene unter freigelegten Holzbalken.

Villa Hilda ist heute kein Museum, sondern ein lebendiges Haus. Ein Projekt, das zeigt, wie Architektur ihre Geschichte bewahren kann, ohne stehen zu bleiben. DEAR studio gelingt es, einen feinen Faden zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu spannen – und einer Villa ihre Stimme zurückzugeben.

DEAR Studio

Alles beginnt im Jahr 2015: Manuel und Stefano, die sich während ihres Architekturstudiums kennenlernen, entscheiden sich, gemeinsam einen eigenen Weg zu gehen und DEAR Studio zu gründen. Es ist ein mutiger Schritt –getragen von dem Wunsch, eine eigenständige, klare und wiedererkennbare Haltung im Entwurf zu entwickeln. Seither ist das Studio kontinuierlich gewachsen. Mit zunehmender Erfahrung erweitern sich nicht nur die Tätigkeitsfelder, sondern auch das Team, das heute aus über 10 Architektinnen/Architekten & Ingenieuren besteht. Aus der anfänglichen Vision zweier Architekten hat sich ein vielseitig aufgestelltes Studio entwickelt, in dem Austausch, Zusammenarbeit und die kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Entwurf den Arbeitsalltag prägen.

Der Zugang zur Garage wird Teil des Projekts

Die Autoaufzüge von IdealPark mit patentierter Automatik eliminieren Rampen und ermöglichen einen automatischen und diskreten Zugang zur Garage.

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ARCHITEKTUR ALS TR NSFORM TION

Jede planerische Handlung impliziert eine Transformation –das ist der Ausgangspunkt unserer Arbeit bei Studio DEAR. Neu zu bauen oder zu restaurieren, bedeutet unweigerlich, in ein bestehendes Gleichgewicht einzugreifen und dabei das Territorium sowie seine Beziehungen zu verändern.

Im Bewusstsein dieser Bedingung verstehen wir das Architekturprojekt als einen kritischen und verantwortungsvollen Akt: als die Fähigkeit, uns mit dem Kontext auseinanderzusetzen, ohne ihm zu unterliegen –und dabei eine notwendige Autonomie gegenüber historischen und formalen Zwängen zu wahren. Eine Haltung, die wir als Laizität des Entwurfs begreifen: nicht als Distanz, sondern als die Fähigkeit, Charakter, Form und Materie eines Ortes tiefgreifend zu verstehen, um daraus eine kohärente und zeitgenössische Synthese zu destillieren.

VOM MODELL ZUR REALITÄT –ARCHITEKTUR IM DURCHGÄNGIGEN PROZESS

In diesem Prozess verbinden wir die theoretische Dimension mit fortgeschrittenen operativen Werkzeugen. Die detaillierte Planung mit dem 3D-Modell erlaubt es uns, den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks durch gemeinsame Informationsmodelle zu steuern – Systeme, in denen Planung, Bau und Betrieb in einem einzigen koordinierten Rahmen zusammenfließen. Von der Zeit- und Kostenverwaltung bis zu Fragen der Nachhaltigkeit, Sicherheit

und Instandhaltung schaffen wir so die Grundlage für eine effektive Zusammenarbeit aller Beteiligten.

KONTINUITÄT ALS ENTWURFSHALTUNG

Dabei ist uns die Kontinuität des Planungsprozesses in jeder seiner Phasen wesentlich: von der ersten Idee und dem Konzept bis zur Definition des Ausführungsdetails und der maßgefertigten Gestaltung jedes Einrichtungselements. Jedes Projekt ver-

tieft sich schrittweise und jede Entscheidung wird im direkten Austausch mit Handwerkern und Unternehmen überprüft und verfeinert. Im persönlichen Dialog mit den Ausführenden entstehen immer wieder neue und verbesserte Lösungen – Lösungen, die unsere planerische Absicht in konkrete, präzise und kohärente Ergebnisse übersetzen.

MASSARBEIT ALS HALTUNG –ARCHITEKTUR ZWISCHEN IDEE UND UMSETZUNG

In diesem Gleichgewicht zwischen kritischem Denken und technischer Präzision definiert sich unser Ansatz. Jedes Projekt begreifen wir als einen maßgeschneiderten Eingriff, der rund um die Bedürfnisse derer aufgebaut ist, die die Räume bewohnen werden – entwickelt im kontinuierlichen Dialog mit Bauherren und Spezialisten. Daraus erwächst eine bewusste architektonische Sprache, in der wir unsere Ideen beständig an ihrer Realisierbarkeit messen. Das Ergebnis ist eine Architektur, die zur Erzählung wird: ein konkretes Narrativ über das Verhältnis zwischen Menschen, Raum und Zeit – und der Anspruch, den wir bei Studio DEAR an jeden unserer Eingriffe stellen.

Architekt | Designer Geboren im Jahr 1986 in Meran und dort aufgewachsen. Er studierte „Ingegneria Edile e Architettura“ an der Universität Trient. In den Sommermonaten arbeitete er im Architekturbüro von Werner Tscholl und nach dem Abschluss in dessen Büro in Morter. 2015 gründete er das DEAR Studio.

MANUEL GSCHNELL
Foto © Hannes Niederkofler
Foto © Davide Perbellini

VON WEGEN LEERE

Weiße Wände. Leere Räume. Kalt und ungemütlich. Seelenlos. Oder: Linear, schlicht, funktionell, nachhaltig. Oder: Asketisch, luxuriös, reduziert, durchdesignt. Oder: Ästhetisch, präzise, diszipliniert, klar. Minimalismus. Den einen scheint er als Antwort auf die Komplexität und Reizüberflutung unserer Zeit, ein Befreiungsschlag. Anderen als Ausdruck eines extremen Elitismus. Wiederum anderen als Rückbesinnung auf Ordnung, Klarheit, Funktionalität. Minimalismus ist in jedem Fall mehr als ein Stil, er ist eine Haltung, ein Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen und hundert Jahre nach seinem Entstehen aktueller denn je.

Haus „G“ … … und „Haus Pedevilla“ von Pedevilla Architects.

Minimalismus ist die bewusste Beschränkung auf ein Minimum, auf das Nötigste“, erklärt der Duden. Eine knappe und präzise – minimalistische – Definition, die der Komplexität des Themas kaum gerecht wird. In den 1920er-Jahren war die Neue Sachlichkeit eine Reaktion auf die üppige Ornamentik des Jugendstils. Ausdruck eines tiefgreifenden Wandels, der sich auch in Kunst, Architektur und Design niederschlug. Klare Linien, Materialien wie Sichtbeton oder Stahl(Rohr) fanden Eingang in Architektur und Design. Anstelle von Tradition trat ein neuer Umgang mit einem auf das Wesentliche reduzierten Raum, mit Form und Materialien. Das 1919 gegründete Bauhaus gilt als Startschuss für den Minimalismus. Bei der Eröffnung der BauhausAusstellung in Weimar sprach Walter Gropius von einer neuen Einheit von Kunst und Technik. Eines der Dogmen von Bauhaus war „Form folgt Funktion“.

REDUKTION IST LUXUS

Folge der neuen Einfachheit war weder eine Kostenreduzierung noch der Verzicht auf Qualität. Im Gegenteil. Minimalismus war und ist ein Luxus. Entwürfe von Le Corbusier, Ludwig Mies van der Rohe, Marcel Breuer, Mart Stam oder Dieter Rams verzichten auf das Überflüssige – aber dieser Verzicht hat(te) seinen Preis. Reduktion erfordert höchste Präzision und erlaubt keine Fehler. Hochwertige Materialien stehen für sich allein.

Heute erlebt der Minimalismus im Zeitalter von Nachhaltigkeit, digitaler Planung und Künstlicher Intelligenz eine Renaissance. Planung spielt sich auf mehreren Ebenen ab: Was früher die erste Rohskizze war, ist heute ein komplexes, digital erstelltes Rundum-Projekt, das Form und Funktion, Technik, Ästhetik, Energieeffizienz, Ressourcenknappheit und Klimawandel integriert. Der Architekt ist heute ein Allrounder, der weit über den Raum hinausdenkt. Eine Mischung aus Designer, Ingenieur, Projektmanager und Nachhaltigkeitsmanager zugleich, der Räume, Ressourcen und Lebensstile zu einem verantwortungsvollen Ganzen zusammenstellt.

MINIMALISMUS IN SÜDTIROL: IM DIALOG

In Südtirol muss sich der Minimalismus mit dem Bestand und einer traditionsgebundenen Baukultur auseinandersetzen, einen Dialog eingehen mit historischem Baugut sowie den Herausforderungen einer alpin geprägten Landschaft und ihres Klimas. Eine minimalistische Baukultur erhält daraus eine ganz eigene Note. Holz und Stein, von jeher typische Materialien vor der Haustür, werden neu interpretiert.

Minimalismus war und ist ein Luxus. Entwürfe von Le Corbusier, Ludwig Mies van der Rohe, Marcel Breuer, Mart Stam oder Dieter Rams verzichten auf das Über flüssige –aber dieser Verzicht hat(te) seinen Preis.
Wohnsiedlung Kaltern von feld72 Architekten
„Im Zeitalter von Nachhaltigkeit, digitaler Planung und Künstlicher Intelligenz erlebt der Minimalismus eine Renaissance.“

Aus verspielten Formen der Vergangenheit wird eine schlichte Linie, bei der die Haptik und die natürlichen Muster des Materials im Vordergrund stehen.

Spannend ist die Verbindung von Tradition mit Stahl und Glas. Herausragende Beispiele sind die Restaurierungen historischer Bauwerke des Vinschgauer Architekten Werner Tscholl. Er stützt altes Mauerwerk (z. B. Schloss Sigmundskron/ Messner Mountain Museum) mit puristischen Strukturen aus edel rostendem Cortenstahl und verbindet sie mit Glaselementen oder Stegen aus Streckmetall. Aus Cortenstahl sind auch seine begehbaren Archiskulpturen entlang der Timmelsjochstraße. Werner Tscholl wurde 2016 zum italienischen Architekten des Jahres gekürt und 2019 mit dem Mies van der Rohe Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur ausgezeichnet. Sein Motto: „Architektur ist, (er-)lebbaren Raum zu schaffen.“

WEITERBAUEN

Weiterbauen oder Anbauen ist ein Markenzeichen der modernen Südtiroler Architektur geworden. Kein Bruch mit der Tradition, aber Mut zum Kontrast. Arbeiten von Südtiroler Architekten (Peter Pichler, Kollektiv feld72, EM2, Pedevilla u. a. m.) zeigen, wie neue Elemente, Ausdruck einer minimalistischen Formensprache, an historischen Bestand angedockt werden, wie Landschaft und historisches Baugut zu neuen reduzierten Formen inspirieren. Das Ergebnis ist spannend, lebendig, neu und doch vertraut. In Südtirol trifft der Minimalismus auf das Konzept der „Grauen Energie“. In Zeiten des Klimawandels ist das Bewahren von Bausubstanz die höchste Form der Nachhaltigkeit. Jede bestehende Mauer, die nicht abgerissen wird, spart Tonnen an CO2 , die sonst bei der Produktion von neuem Baumaterial anfallen würden. Bestehendes sanieren und mit neuen Materialien ergänzen. Das Ergebnis ist zeitlose Ästhetik anstelle von vergänglichen Trends. Minimalismus und die Verwendung moderner Techniken ergänzen ein-

„Mirror Houses“ von Peter Pichler Architecture

ander. Der Verzicht auf das Überflüssige erfordert hundertprozentige Präzision. Je minimalistischer ein Konzept, desto größer die Gefahr von Fehlern. In einer reduzierten Struktur lässt sich nichts kaschieren. Im KI- bzw. Digital-Zeitalter haben sich dem Minimalismus ungeahnte Möglichkeiten eröffnet und vielleicht ist der Minimalismus abgesehen von gesellschaftlichen und umweltbedingten Zwängen, Energieersparnis, Ressourcenknappheit, Auswirkungen des Klimawandels, auch gerade aufgrund dieser neuen Möglichkeiten, die stilistische und kreative Ausdrucksform, die unserer Zeit am besten entspricht.

BIM, KI & CO

Architekten und Planer nutzen heute BIM (Building Information Modeling, auf Deutsch Bauwerkinformationsmodellierung), KI und andere Tools, um schon vor Baubeginn exakt den Energiebedarf eines Gebäudes zu berechnen. Noch vor Aushebung des Baugrunds wird die künftige Umnutzung eines Gebäudes für spätere Lebensphasen miteinbezogen: vom Paar- und Familienhaus zum barrierefreien Wohnen im Alter.

Dank des Einsatzes von KI erfolgen eine exakte Material- und Kostenaufstellung. Alle technischen Details wie Strom- und Wasseranschlüsse können maximiert und perfekt in ein minimalistisches Raumkonzept eingepasst werden. Die Bauzeiten können termingenau berechnet, Lieferanten, Maurer und Handwerker perfekt aufeinander abgestimmt werden. Nichts bleibt mehr dem Zufall überlassen. Anstelle des Bauplans tritt ein virtuelles Modell, das allen zum Datenabgleich zur Verfügung steht. Ohne menschliche Kontrolle droht jedoch eine Gefahr: Ein technisch perfektes Ergebnis, dem es an Seele fehlt. ein Raum muss Lebensraum bleiben, angepasst an den Menschen und die Nutzung des Raumes. Der Architekt ist in diesem Sinn kreativer Vermittler. In Räumen, in dem flächenbündige Wandpaneele mit Innenleben Möbel ersetzen, in dem das Möbel zum stylischen Einzelstück wird und wo

auf Ornamente verzichtet wird, wird Licht zu einem wichtigen Element der Raumgestaltung. Lichtquellen werden in die Architektur integriert, unsichtbar oder als in Szene gesetzte Lampen. Licht begleitet die Aktivitäten, schafft Stimmung, setzt Raum in Szene.

Ohne die taktile Wärme von Teppichen, Kissen oder schweren Vorhängen muss die minimalistische (Innen-)Architektur andere Mittel finden, um Behaglichkeit, ein warmes und gemütliches Ambiente zu schaffen. Oder den Kompromiss zulassen.

Um in einem minimalistischen Ambiente zu leben, braucht es eine entsprechende Einstellung. Minimalismus ist eine bewusste Entscheidung gegen ausufernden Konsumismus. Es geht dabei aber nicht darum, sich wahllos von allem zu trennen, was nicht nötig ist, sondern eine bewusste Entscheidung zu treffen: Was ist für mich wesentlich, was nicht. Reduktion auf das Wesentliche beginnt im Kopf und erfordert Disziplin. Das radikal transparente Farnsworth House aus Stahlträgern und Glas von Ludwig Mies van der Rohe (erbaut zwischen 1945 und 1951 in Plano, Illinois) oder das fünfstöckige Gusseisen-Gebäude in der Spring Street 101 in New Yorks Stadtteil Soho, worin Donald Judd Lebens- und Arbeitsräume für sich, seine Frau und seine 2 Kinder errichtete, sind Ausdruck einer radikalen Formen-Reinheit, die nicht jedermanns Sache sind. Und es nicht sein müssen!

FREIRAUM UND IDENTIFIKATION

Minimalismus, Reinheit der Formen, zielgerichtetes Match von Materialien, Verzicht auf Überflüssiges erscheint mehr denn je als perfekte und konsequente Anpassung an die Anforderungen und Problematiken unserer Zeit. Vergessen werden darf dabei nicht, dass Räume für Menschen geschaffen werden und ihnen entsprechen müssen. Der Weg vom Bauhaus zur mithilfe von KI entworfenen komplexen Sanierung eines Südtiroler Erbhofs ist ein mit der Zeit wachsender Prozess. Und letztlich die Antwort auf die ständige Suche nach der Antwort auf die Frage, wie wenig wir eigentlich brauchen (sollten), um ein Höchstmaß an Lebensqualität zu erreichen. Und was uns unverzichtbar ist.

„Ein minimalistisches Ambiente erfordert einen entsprechenden Lebensstil.“

Dank moderner Werkzeuge wie BIM und KI können wir heute Gebäude entwerfen, die nicht nur ästhetisch radikal reduziert sind, sondern auch in ihrer ökologischen Bilanz und funktionalen Flexibilität Maßstäbe setzen. Doch bei aller digital gesteuerten Perfektion bleibt die wichtigste Aufgabe der Architekt:innen bestehen: Es liegt in seinem/ihrem Können, die „Seele“ eines Raumes zu schaffen bzw. zu bewahren. Ein minimalistisches Haus ist dann gelungen, wenn aus der Leere Freiraum und Identifikation erwachsen.

DAS NEUE KERSH

In Innichen ist ein neues Urlaubsdomizil entstanden, das modernen Komfort mit alpinem Lebensgefühl verbindet: Mit der Kersh Dolomites Lodge erweitern drei junge Gastgeber ihr Konzept hochwertiger Ferienwohnungen nun auch im Hochpustertal.

Direkt an der Talstation des Haunold gelegen, verbindet das neue Haus stilvolle Architektur, durchdachtes Design und eine Lage, die sowohl im Winter als auch im Sommer ideale Voraussetzungen für aktive Urlaubstage bietet. Geplant wurde das Ensemble von den Architekten Andreas Gruber (AGA) und Elias Lahner.

Die Apartsuiten im neuen Kersh in Innichen verteilen sich auf zwei Gebäude. Mit Wohnflächen zwischen 45 und 100 Quadratmetern richten sich die modernen Ferienwohnungen an Paare, Familien und Freundesgruppen gleichermaßen. Klare Linien, natürliche Materialien, zeitlose Gestaltung

prägen das architektonische Konzept. Helles Holz, sanfte Farben und große Fensterflächen sorgen für lichtdurchflutete Räume und eröffnen beeindruckende Ausblicke auf den Haunold, die umliegende Gartenanlage und im Winter direkt auf die Skipiste.

KOMFORT MIT BESONDEREN DETAILS

Je nach Kategorie bieten die Apartments besondere Highlights: Einige verfügen über eine private Sauna, andere über einen stimmungsvollen Wasser-

Lieferung und Montage von Akustikspanndecken

dampfkamin oder einen eigenen Garten. Eine voll ausgestattete Küche und eine Terrasse mit Panoramablick gehören in jeder Einheit zur Ausstattung und ermöglichen maximale Freiheit während des Aufenthalts. Ergänzt wird das Angebot durch das Kersh Restaurant mit seiner Bar, das sich direkt beim Haus befindet, sowie einen hauseigenen Skiverleih mit Skidepot.

PERFEKTE LAGE FÜR SOMMER UND WINTER

Besonders attraktiv ist die Lage des neuen Hauses. Direkt neben der Skipiste und nur wenige Schritte von der Haunold-Talstation entfernt genießen Wintersportler echten Ski-in-/Ski-out-Komfort. Gleichzeitig ist das Kersh der perfekte Ausgangspunkt für zahlreiche Aktivitäten in der Natur. Im Sommer locken Wanderungen, Mountainbike- und Rennradtouren in der beeindruckenden Bergwelt der Dolomiten, während im Winter das Skigebiet des Haunold sowie die Region Drei Zinnen Dolomites vielfältige Möglichkeiten für Skifahrer und Schneeliebhaber bieten.

Auch der Start in den Urlaubstag wird besonders angenehm gestaltet. Auf Wunsch erhalten die Gäste morgens einen Frühstückskorb mit frischem Brot vom Bäcker, mit regionalen Produkten und süßen Leckereien direkt vor die Apartmenttür geliefert.

PURISTISCHE ELEGANZ UND GASTGEBER MIT VISION

Alternativ lädt das Restaurant mit seiner großen Sonnenterrasse gleich nebenan zum entspannten Frühstück ein. Mit der neuen Anlage setzen die drei naturverbundenen Brüder hinter dem Projekt auf eine klare Philosophie: schlichte Eleganz, gemütlicher Purismus und ein Wohngefühl ohne überflüssigen Kitsch. Entstanden ist ein Rückzugsort, der moderne Architektur mit der Ruhe der Dolomiten verbindet – und Gästen einen stilvollen Ausgangspunkt für unvergessliche Urlaubstage im Herzen der Berge bietet.

BAUMEISTERARBEITEN

Klare Linien, natürliche Materialien, zeitlose Gestaltung prägen das architektonische Konzept der Kersh Dolomites Lodge.

Matthias-Schranzhofer-Straße 28 39038 Innichen

Tel. +39 379 3176769 · info@kersh.it www.kersh.it

Wir bedanken uns bei Familie Kerschbaumer für das entgegengebrachte Vertrauen und die angenehme Zusammenarbeit bei der Ausführung der Holzbau- und Baumeisterarbeiten.

Alles Gute für die Zukunft!

Dravus GmbH

Klammschlösslweg 4, I-39038 Innichen (BZ)

Tel. (+39) 0474 919200

Web: www.dravus.it - E-Mail: info@dravus.it

HOLZBAU

MUSEUM DEPOT SÜDTIROL

Ein Ort, der bewahrt, erforscht und zugänglich macht: Mit dem neuen Kulturgüterdepot für Südtirol entwirft Peter Pichler Architecture eine Architektur, die weit über die reine Lagerung hinausgeht. Das Projekt versteht sich als zentrale Infrastruktur für das kulturelle Erbe des Landes, als Schnittstelle zwischen Schutz, Wissenschaft und Öffentlichkeit.

Die Notwendigkeit eines zentralen Depots ergibt sich aus der Vielfalt und Menge der Bestände: Über eine Million Objekte von Kunstwerken der Sammlungen Unterberger und Eccel Kreuzer sowie des Museions, über Exponate der Landesmuseen bis zu archäologischen Funden sowie Foto-

und Filmarchiven finden hier künftig ihren Platz. Doch das Gebäude ist weit mehr als ein sicherer Aufbewahrungsort. Es schafft erstmals die Möglichkeit, diese Kulturgüter nicht nur unter optimalen Bedingungen zu konservieren, sondern sie auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

ZWISCHEN FUNKTION UND KULTURELLEM ANSPRUCH

Der Entwurf folgt einer doppelten Aufgabe: höchste Anforderungen an Konservierung und Lagerung zu erfüllen und gleichzeitig einen kulturellen Mehrwert für die Region zu schaffen.

Während bislang zahlreiche Depots unterschiedlicher Größe und Funktion über Südtirol verteilt waren, bündelt das neue Gebäude diese Strukturen in einem einzigen, klar organisierten Ort. So entsteht ein integriertes Zentrum für Forschung, Austausch und Vermittlung. Neben Depotflächen umfasst das Raumprogramm Büros, Labore, Werkstätten sowie Ausstellungsbereiche. Ein komplexes Gefüge, das auf Zusammenarbeit und effiziente Abläufe ausgerichtet ist.

ARCHITEKTUR DER WEGE UND BEZIEHUNGEN

Im Mittelpunkt des Entwurfs steht nicht das einzelne Objekt, sondern das Zusammenspiel der Funktionen. Die räumliche Organisation priorisiert Wege, Blickbeziehungen und Arbeitsprozesse zwischen den Institutionen. Die Büros gruppieren sich um einen begrünten Innenhof, der nicht nur Tageslicht tief ins Gebäude bringt, sondern auch als Rückzugsort im Arbeitsalltag dient. Die Depot- und Ausstellungsbereiche hingegen sind bewusst unterirdisch angeordnet, eine Entscheidung, die konstante klimatische Bedingungen gewährleistet und damit optimale Voraussetzungen für die langfristige Erhaltung sensibler Objekte schafft.

VERANKERT IN LANDSCHAFT UND BAUTRADITION

Formal greift das Gebäude Motive der regionalen Architektur auf. Das angehobene Dach und der straßenseitige Eingang schaffen eine einladende Geste und öffnen das Haus zur Öffentlichkeit. Gleichzeitig wird ein Großteil des Baukörpers in den Boden eingebettet, wodurch seine Maßstäblichkeit reduziert und sensibel auf die Umgebung reagiert wird. Das begrünte Dach setzt diese Haltung fort: Es versteht sich als Erweiterung der Landschaft und verbindet das Gebäude visuell wie funktional mit seinem Kontext.

EIN OFFENES DEPOT

Der Zugang erfolgt sowohl ebenerdig über den Vorplatz als auch direkt aus der Tiefgarage. Im Inneren empfängt eine skulpturale Wendeltreppe die Besucher und verbindet die Ausstellungsebenen unter der Erde mit den darüberliegenden Geschossen. Mit seiner Fertigstellung wird das Kulturgüterdepot nicht nur bestehende Lagerbedingungen entscheidend verbessern, sondern auch die Rolle der Sammlungen neu definieren: als lebendige, zugängliche und wertgeschätzte Bestandteile der kulturellen Identität Südtirols. Weitere Informationen unter: www.peterpichler.eu

1 Das lichtdurchflutete Hauptfoyer heißt die Besucher willkommen.

2 Die Ausstellungsräume befinden sich in unterirdischen Ebenen, um optimale Bedingungen für die Erhaltung zu gewährleisten.

3 Büros und Labore haben direkten Zugang zum zentralen Innenhof.

RCHITEKTUR AUS DER BOX

Die modulare Architektur entwickelt sich von der oft belächelten LegoBauweise zu einer ernstzunehmenden, ja oft überlegenen Bauform. Effizient, wirtschaftlich, bisweilen auch nachhaltig – und gestalterisch weit entfernt von der Containerästhetik vergangener Jahrzehnte.

Baustellen gelten nicht gerade als Orte von Eleganz und Sauberkeit. Lärm, Staub, oftmals Verzögerungen und Planänderungen – das ist Alltag, wenn Gebäude entstehen. Doch es gibt auch die andere Szene: Ein Lkw rollt an, ein kompletter Raumwürfel hängt am Kranhaken, wird punktgenau abgesetzt. Ein zweites Modul folgt. Dann vielleicht sogar weitere. Und alle passen anoder aufeinander – wie Lego-Steine. Ein Fertighaus also? Nein, denn hier fahren nicht nur Wände und Bauteile zur Baustelle, die vor Ort zusammengesetzt werden, sondern jedes Modul bildet bereits eine fertige Einheit – samt Boden, Wänden, Decken, Fenstern und Türen, je nach Kundenwunsch auch mit sämtlicher Einrichtung.

Das komplette Büro, die neue Kleinwohnung, die Freizeiteinrichtung fürs Hotel oder auch nur ein Badezimmer mit WC, Dusche und Umkleide –der Modulbau macht so ziemlich alles möglich.

WIE LEGO, NUR BESSER

Modulare Architektur steht in Südtirol noch ganz am Anfang. Doch einzelne Unternehmen beschäftigen sich bereits mit dieser modernen Bauweise. In Welsberg beispielsweise haben Gerhard Oberschmied mit seiner Frau Sylvia Burger und Oswald Ennmoser 2025 die My Safe GmbH gegründet. Firmenslogan: „Not only

a box“, also nicht nur eine Schachtel. Das Motto will Vorurteilen vorbeugen, wonach Modulbau nur eine aufgehübschte Version der serienmäßigen Containersysteme ist. Wobei – ganz von der Hand weisen will der Firmenchef dieses Bild nicht: „Der Modulbau hat als Ideengeber tatsächlich einerseits den modernen Containerbau, andererseits die altbekannte Lego-Technik, sprich wiederkehrende Bauteile, aber viele Modelle.“ Der wichtigste Unterschied zu Behelfscontainern: „Bei den Modulen handelt es sich um massive Boxen, die mit oder ohne Fundament montiert werden.“ Das bedeutet im Fall des Welsberger Unternehmens: 10 Zentimeter dicke, fünffach verleimte Massivholzplatten werden mit hinterlüfteten, verzinkten, pulverbeschichteten Stahl- oder Holzpaneelen umhüllt. Eine Standardbox wiegt rund 5 Tonnen. „Das ist keine instabile Leichtbauweise. Wir verwenden bewusst schwere Komponenten, auch um das behagliche und sichere Gefühl eines konventionellen Hauses zu vermitteln“, so Gerhard Oberschmied, der als gelernter Tischler und späterer Projektabwickler im Bauwesen viel handwerkliche Erfahrung hat.

FERTIGER ALS EIN FERTIGHAUS

Vom herkömmlichen Fertighaus unterscheidet sich die modulare Architektur dadurch, dass sie sozusagen weiter fortgeschritten ist. Auf der Baustelle werden nicht nur Einzelteile angeliefert und dort zusammengebaut, sondern jede

Box entsteht fix und fertig unter kontrollierten Bedingungen im Werk – inklusive Technik und wunschgemäß auch die Einrichtung. Zwar gibt es die genannte Standardbox, auf der alles andere quasi aufbaut. Doch im Unterschied zum klassischen Container können verschiedene Module beliebig verbunden werden, um dann eine Einheit zu bilden. „Wir arbeiten mit Handwerksunternehmen aus der unmittelbaren Umgebung zusammen, die für uns alle Gebäudeaußen- und -innenteile liefern. Unser Team stellt die Boxen dann in der Werkshalle fertig“, erklärt Gerhard Oberschmied. Nach dem Platzieren und Vereinheitlichen vor Ort erfolgt nur noch der letzte Schliff durch das Abdichten der Verbindungen und den Anschluss von Wasser und Strom. Bei Familie Oberschmied war Corona der Auslöser, um über die Idee eines GolfSimulationsraumes nachzudenken, in dem jahreszeitenunabhängig trainiert werden kann. Daraus entstand die Golf-Box. Heute stellt das Unternehmen Kleinwohnungen und Büros ebenso her wie Fitnessräume, das verstellbare WC oder die Beach-Bar fürs Schwimmbad.

Ein großes Plus bei der modularen Architektur ist die Zeit- und damit die Kostenersparnis. Während im Einsatzbereich die Umgebung vorbereitet wird, wächst das Gebäude bereits in Einzelteilen. „Die Handwerker arbeiten

BAUEN (FAST) OHNE BAUSTELLE
„Bei den Modulen handelt es sich um massive Boxen, die mit oder ohne Fundament montiert werden.“
SYLVIA BURGER UND GERHARD OBERSCHMIED
My Safe – Not only a Box

parallel in ihren Betrieben“, erklärt Gerhard Oberschmied die Vorgangsweise in seinem Unternehmen. Diese Arbeitsweise und das Ausbleiben witterungsbedingter Verzögerungen machen die Abläufe planbarer und damit Kosten kalkulierbarer. „Im Vergleich zu einer traditionellen Bauweise beträgt die Ersparnis 20, mitunter auch 30 Prozent“, erklärt Sylvia Burger. Nicht zuletzt ermöglicht die Vorfertigung im Werk eine verbesserte Qualitätskontrolle.

Wenn die Module schließlich am Zielort ankommen, geht alles erstaunlich schnell. „Eine 30-m2Wohnung ist in wenigen Stunden montiert. Für größere Modelle mit 80 bis 100 Quadratmeterelementen müssen ein, 2 Tage kalkuliert werden“, rechnen die Unternehmer vor. Für den Bauherrn und seine Nachbarn

ist diese Vorgangsweise ideal –Stichwort Lärm und Staub. So mühelos, wie es klingt, geht der Prozess natürlich nicht vonstatten. Ein modulares Gebäude bedarf extrem guter Vorbereitung. Jedes Modul muss vorgeplant, vermessen, getestet werden, jedes Kabel, jeder Wasseranschluss an der richtigen Stelle sitzen, bevor der Laster überhaupt losfährt.

Und: Modulares Bauen hat auch Grenzen. Nicht nur, dass das System ein Umdenken verlangt, weil Entscheidungen früher getroffen, Details früher gelöst werden müssen. Es passt auch nicht jedes Projekt in ein modulares Raster. Zwar entwickelt sich die modulare Bauweise weiter, sodass die architektonische Vielfalt wächst –Grundrisse lassen sich individuell konfigurieren, Innenräume in einem zweiten Moment durch

flexible Wandsysteme neu organisieren. Doch alle Wünsche lassen sich nicht erfüllen.

NACHHALTIG UND FLEXIBEL

Im Zusammenhang mit der Modulbauweise wird auch die Nachhaltigkeit gern genannt –ein Begriff, der im Bauwesen oft inflationär verwendet wird. Doch tatsächlich scheint er hier seine Berechtigung zu haben. Viele Basisteile können seriell und in der Folge mit geringeren Fehlerquoten, damit auch mit weniger Abfall hergestellt werden. Oft werden natürliche recycelte oder recycelbare Materialien verwendet. Gebäude lassen sich quasi vollständig und bis ins Detail demontieren und andernorts wieder aufstellen, aber auch mit vergleichsweise wenig Aufwand beliebig erweitern. Tragkonstruktionen, Wände, Böden, Fenster oder Türen können auch in neuen Projekten wieder eingesetzt werden.

Das Gebäude wird von vornherein nicht als endgültiges Objekt gedacht, sondern als wandelbares System. „Das entspricht dem Zeitgeist“, unterstreicht Sylvia Burger, „so wie die Menschen nicht mehr 40 Jahre beim selben Arbeitgeber arbeiten, so wohnen und leben sie oft nicht mehr so statisch wie früher. Bei geänderten Lebensumständen oder Umzug ist es denkbar, sein Heim komplett umzubauen oder sogar mit zum nächsten Wohnort zu nehmen.“ Das modulare System eignet sich zudem für provisorische Räumlichkeiten, die zum Beispiel nur während Umbauarbeiten gebraucht werden. Viele modulare Gebäude setzen auf erneuerbare Energie. Photovoltaik-Module oder begrünte Fassaden lassen sich ebenso ins Design integrieren wie smarte Energiemanagementsysteme. So verbindet die modulare Bauweise Effizienz mit Flexibilität – und zeigt, dass modernes Bauen längst mehr sein kann als Staub, Lärm und viel Ärger.

EIN H US FÜR GENERATIONEN

Am nördlichen Rand des Siedlungskerns von Kössen, dort, wo sich Wege kreuzen und das tägliche Leben verdichtet, entsteht ein Gebäude, das mehr sein will als funktionale Infrastruktur: ein Ort, der verbindet. Zwischen Rathaus, Kirche und Ortsbühne fügt sich das neue Bildungszentrum in ein gewachsenes Gefüge ein und interpretiert es weiter.

Volksschule, Kindergarten, Kinderkrippe, Hort und Sporthalle werden hier unter einem Dach vereint. Was zunächst wie eine organisatorische Bündelung erscheint, offenbart sich als klare Haltung: Bildung wird als gemeinschaftlicher Prozess gedacht, als Zusammenspiel von Lernen, Spielen, Ankommen und Miteinander. Das Bildungszentrum wird so zum neuen Herzstück am Übergang zwischen Dorfkern und Wohnquartieren, ein Ort, der Gegenwart stärkt und Zukunft ermöglicht.

Die Entstehung des Hauses folgt keiner linearen Planung, sondern einem offenen, dialogischen Prozess. Von Beginn an standen die Bedürfnisse der Nutzerinnen im Mittelpunkt: Gespräche mit Pädagoginnen, Eltern und der Gemeinde formten die Grundlage für das Projekt.

In mehreren Phasen, von der Konzeptentwicklung über die Genehmigung bis hin zur Detailplanung, wurde die architektonische Idee geschärft und präzisiert. Wichtige Meilensteine markieren diesen Weg: der Wettbewerbsentscheid im August 2022, die Baugenehmigung im Mai 2023, der Spatenstich im Oktober desselben Jahres, die Firstfeier im August 2024 und schließlich die Eröffnung im September 2025.

ARCHITEKTUR AUS DEM ORT GEDACHT

Der Entwurf nimmt seinen Ausgangspunkt im Bestehenden. Die traditionellen Bauern- und Dorfhäuser von Kössen bilden die Referenz: robuste Baukörper, weit auskragende Dächer, präzise gesetzte Öffnungen und eine klare, ruhige Erscheinung. Diese Elemente werden nicht kopiert, sondern übersetzt. Das Bildungszentrum zeigt sich nach außen bodenständig und zurückhaltend, während sich im Inneren eine warme, sinnliche Raumwelt entfaltet. Materialien, Oberflächen und Raumfolgen sind so gestaltet, dass sie Geborgenheit vermitteln und gleichzeitig Offenheit ermöglichen. Wie die historischen Vorbilder steht das Gebäude selbstverständlich im Ort, nicht als Solitär, sondern als Teil eines größeren Ganzen.

RAUMLANDSCHAFT

FÜR LERNEN UND LEBEN

Die Organisation des Gebäudes folgt dem Prinzip einer offenen Bildungslandschaft. Unterschiedliche Altersgruppen und Nutzungen erhalten klar definierte Bereiche, die dennoch miteinander in Beziehung stehen. Kindergarten, Schule und Hort verfügen über eigene Eingänge, die sich alle auf einen gemeinsamen, überdachten Vorplatz orientieren. Dieser wird zur zentralen Adresse des Hauses, ein Ort des Ankommens, des Austauschs und der Begegnung. Die gestaffelte Höhenentwicklung der Baukörper reagiert sensibel auf die Umgebung: Der dreigeschossige Schulbau markiert den Abschluss der Siedlungsstruktur, der zweigeschossige Kinder-

garten vermittelt zur Turnhalle, während der eingeschossige Hort den Maßstab der Wohnhäuser aufnimmt. Innen wie außen entsteht so ein differenziertes Gefüge aus Räumen, Plätzen und Gärten, in dem sich Bewegung, Rückzug und Gemeinschaft selbstverständlich abwechseln.

FARBEN, DIE ORIENTIERUNG SCHAFFEN

Das Farb- und Fassadenkonzept greift die Identität des Ortes auf und übersetzt sie in eine reduzierte, prägnante Gestaltung. Eine grün lasierte Holzfassade bildet die ruhige Grundfläche des Gebäudes. Gelbe Untersichten und Sonnenschutzelemente sowie rote Akzente setzen gezielte Kontraste. Farbe wird dabei nicht dekorativ eingesetzt, sondern dient der Orientierung. Sie strukturiert das Gebäude, schafft Wiedererkennbarkeit und unterstützt den Alltag der Kinder. Gleichzeitig ist die Fassade als langlebige, robuste Hülle konzipiert: widerstandsfähig gegenüber Witterung, pflegeleicht und so gestaltet, dass sie mit der Zeit würdevoll altert.

MATERIALITÄT ZUM ERLEBEN

Im Inneren folgt das Gebäude einem klaren Materialkonzept. Holz, Kalkputz und mineralische

Beläge bestimmen die Atmosphäre, reduziert in der Auswahl, reich in der Wirkung. Massives Weißtannenholz prägt Böden und Möbel, schafft Wärme und Haptik. Kalkputzoberflächen speichern Licht, Gerüche und Erinnerungen, während robuste Bodenbeläge in stark frequentierten Bereichen Alltagstauglichkeit garantieren. Akustisch wirksame Decken sorgen für Ruhe, Strukturglas bringt Licht und Orientierung in die Erschließungsbereiche. Das Gebäude darf altern, Gebrauchsspuren zeigen und sich mit der Zeit verändern. So entsteht eine lebendige Beziehung zwischen Architektur und Nutzer*innen, ein Haus, das mit seinen Bewohnern wächst.

ORNAMENT

ALS LEISE SPRACHE

Ein besonderes Detail zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Projekt: die Neuinterpretation des traditionellen Kreuzstichs. Dieses Motiv wird nicht als nostalgisches Zitat eingesetzt, sondern als funktionales Gestaltungselement. Es erscheint in Türen, Geländern, Lüftungselementen und in der Signaletik, als Orientierungshilfe, Identitätsträger und gestalterisches Bindeglied. So wird Ornamentik Teil der Architektur selbst: leise, präzise und bedeutungsvoll.

EIN

HAUS, DAS ZUKUNFT TRÄGT

Auch die Außenräume sind integraler Bestandteil des Konzepts. Sie werden als naturnahe Spiel- und Lernlandschaft gestaltet, die Bewegung, Naturerfahrung und Aufenthalt miteinander verbindet. Unterschiedliche Bereiche – von Kletterund Balancierzonen über Sand- und Wasserspielflächen bis hin zu ruhigen Rückzugsorten – schaffen vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Der Wechsel der Jahreszeiten wird bewusst inszeniert: Im Winter entstehen Rodelhänge, im Sommer offene Spielflächen. So wird die Natur selbst zum pädagogischen Raum. Das Bildungszentrum Kössen ist mehr als ein Gebäude. Es ist ein Ort, an dem Kinder aufwachsen, Beziehungen entstehen und Gemeinschaft gelebt wird. Architektur wird hier zum stillen Begleiter des Alltags, verlässlich, warm und beständig. Ein Haus, das Sicherheit gibt, Neugier weckt und Werte vermittelt. Als Investition in die Zukunft der Gemeinde verbindet es funktionale Qualität mit emotionaler Tiefe und schafft einen Raum, der bleibt: Tag für Tag, Jahr für Jahr.

Pedevilla Architects

Armin und Alexander Pedevilla studierten Architektur an der Technischen Universität in Graz. Beide gründeten unabhängig voneinander nach dem Studium ein eigenes Büro in Österreich. Im Jahr 2005 folgten die Brüder ihrem Verlangen nach alpinem Bauen und kehrten in ihre Heimat Südtirol zurück, wo sie gemeinsam das Büro pedevilla architekten gründeten. Seither hat sich das Team einen Namen in der internationalen Architekturszene gemacht. Ihre Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, international publiziert und in verschiedenen Ausstellungen gezeigt. Die Architekten werden im Zuge von Architekturwettbewerben und Awards regelmäßig zum Fachpreisrichter oder Preisgerichtsvorsitzenden berufen sowie als Gastkritiker für universitäre Abschlussarbeiten eingeladen. Gespräche und Interviews mit ihnen zu aktuellen Themen und Arbeitsweisen erscheinen regelmäßig in diversen Fachzeitschriften. Als Vortragende und Diskussionspartner sind sie international gefragt. Sie erhielten 2021 den österreichischen Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit und wurden 2023 von der nationalen Architektenkammer zum Architetto Italiano gekürt.

Wer nachhaltig bauen will, muss anders planen

Mit dem Bildungszentrum Kössen wurde ein Bildungsbau realisiert, der Qualität, Funktionalität und Nachhaltigkeit vereint. Die Generalplanung erfolgte durch die ARGE aus Pedevilla Architects und gbd ZT GmbH. Die Tragwerksplanung lag bei der gbd und bildete die Grundlage für eine wirtschaftliche, robuste Konstruktion.

Ressourceneffizienz entsteht in der Planung. Genau hier setzt die gbd an: mit Tragwerksplanung und Baumanagement als entscheidende Disziplinen für Materialeinsatz, Konstruktion und Wirtschaftlichkeit.

DER FOKUS LIEGT AUF HOLZBAU, LEHMBAU UND BAUEN IM BESTAND.

In diesen Bereichen ist die gbd ein etablierter Ingenieurpartner für Bauherren und Architekt:innen – mit dem Ziel, ökologische Materialien präzise

und wirtschaftlich einzusetzen. Aktuelle Projekte belegen diesen Anspruch: der erste tragende Stampflehmbau Deutschlands am Campus St. Michael in Traunstein sowie das neue Rathaus in Hohenems als sechsgeschossiger Holzbau. Mit Standorten in Bozen und Bruneck verbindet die gbd lokale Verankerung mit überregionaler Expertise – ein Vorteil bei komplexen Bauaufgaben im alpinen Raum.

Nachhaltiges Konzept des Baus

www.gbd.group

Projektbeteiligte: Armin und Alexander Pedevilla sowie Sigurd Flora (v.l.n.r.)
Geschäftsführer des Standortes der gbd GFE in Bozen Roland Rossi und der Zweigstelle in Bruneck Florian Oberhauser (v.l.n.r.)

RÄUME, DIE BLEIBEN

VON PEDEVILLA ARCHITECTS

Man sagt oft, die alten Häuser und ihre Stuben besäßen eine Tiefe, die uns heute verloren gegangen sei. Man spricht von einer Wärme und von einer Seele, die zeitgenössischen Räumen fehle. Doch Architektur ist kein Handwerk der Vergangenheit. Sie ist die Kunst, den Raum so zu stimmen, dass er den Menschen im Kern berührt.

Ein guter Raum ist wie ein Musikinstrument. Er muss klingen. Wir suchen nicht nach der Form an sich, sondern nach der Präsenz der Dinge. Wir wollen Orte schaffen, die nicht behaupten, sondern einfach sind. Architektur, die eine stille Selbstverständlichkeit ausstrahlt, fast so, als wäre sie schon immer da gewesen.

Wir erfahren Architektur nicht mit dem Kopf, sondern mit unseren Sinnen. Es ist das Geräusch der Schritte auf einer massiven Lär-

chendiele, der spezifische Geruch von sonnenwarmem Stein oder der kühle Griff einer Bronzeklinke. Diese Dinge geschehen meist beiläufig, im Schatten der Aufmerksamkeit, und doch bilden sie das emotionale Skelett unseres Lebens. Es gibt eine Form des Wissens, die nicht in Büchern steht. Sie liegt in der Art, wie sich ein Boden unter den Füßen anfühlt, wie das Licht eine Wand berührt oder wie ein Türgriff die Hand empfängt.

WO RÄUME BERÜHREN –EIN HAUS, DAS MAN SPÜRT

Ein Haus ist für uns ein Erfahrungskörper. Wir komponieren mit dem Licht, das durch eine tiefe Leibung fällt, und mit den Proportionen, die dem Körper Halt geben, ohne ihn einzuengen. Unser aktuellstes Projekt das „Bildungszentrum Kössen“ ist ein solcher Versuch: ein gebauter Körper, der nicht laut sein muss, um präsent zu sein. Alles beginnt mit einer Berührung. Wer das Haus betritt, legt die Hand auf den Eingangsgriff. Er ist aus dem Holz des Apfelbaums geformt, einer Materie von besonderer Dichte und Wärme. Das Holz wurde gebrannt – ein archaischer Akt der Veredelung und Konservierung, der dem Material eine dunkle, fast samtige Tiefe verleiht. In diesem Moment des Eintretens verbindet sich der Mensch mit dem Haus. Dieser Griff ist kein industrielles Bauteil; er ist ein handgefertigtes Zeichen der Wertschätzung gegenüber dem Alltäglichen.

GEBAUT AUS ZEIT UND SUBSTANZ

Unsere Arbeit beginnt beim Material und seiner spezifischen Schwere. Wir verstehen Architektur als das Zusammenfügen von Stoffen zu einem Ganzen, das mehr ist als die Summe seiner Teile. Dabei suchen wir das

Foto © Gustav Willeit

Gespräch mit dem Handwerk. Ein lokaler Zimmermann oder Steinmetz verarbeitet nicht nur Material – er verarbeitet Wissen und Zeit. Im Inneren des Bildungszentrums entfaltet sich eine Welt der Materialehrlichkeit. Die Wände und Decken aus naturbelassener Weißtanne prägen die Atmosphäre. Wir haben das Holz leicht gebürstet, um seine Textur, seine Jahresringe und seine Geschichte fühlbar zu machen. Die Weißtanne verströmt einen feinen, unaufdringlichen Duft und reguliert das Licht auf eine Weise, die den Räumen eine sanfte, fast schwebende Helligkeit verleiht.

Im Kontrast dazu steht der geglättete Kalkputz. Er ist die mineralische Antwort auf die Wärme des Holzes. Von Hand aufgetragen und geglättet, besitzt er eine haptische Weichheit, die maschinell gefertigten Oberflächen fehlt. Das Zusammenspiel von Holz und Kalk erzeugt eine Balance zwischen Geborgenheit und Klarheit. Architektur braucht eine innere Logik, eine Seele, die alles zusammenhält. Im Bildungszentrum Kössen ist dies der „rote Faden“, der sich unaufdringlich, aber stetig durch das Gebäude zieht. Er ist die Verbindung zwischen den Generationen.

„ARCHITEKTUR

WÄCHST MIT DEN MENSCHEN, DIE SIE NUTZEN“

Ein Haus wird von Menschen für Menschen gemacht. Die Zusammenarbeit mit den Handwerkern der Region ist für uns kein logistischer Aspekt, sondern ein kultureller. Wenn ein lokaler Handwerker den Naturschafwollteppich verlegt, bringt er nicht nur ein Material ein, sondern eine ganze Biografie der Landschaft. Schafwolle ist ein Ur-Material: warm, weich, schalldämpfend. Unter unseren Füßen wird dieser Teppich zum Erfahrungsfeld.

Diese Materialien – das gebrannte Apfelholz, die gebürstete Tanne, die Schafwolle und der Kalk –altern gemeinsam mit dem Haus. Sie sind nicht statisch. Genau darin liegt die Qualität, die wir suchen: eine Architektur, die mit der Zeit wächst und durch die Spuren des Lebens an Bedeutung gewinnt.

Wahre Qualität zeigt sich im Moment des Innehaltens. Wenn das Licht am Nachmittag in einem bestimmten Winkel auf die Wand trifft und eine Stille entsteht, die fast greifbar ist – dann hat die Architektur ihre Aufgabe erfüllt. In einer Zeit, die oft von glatten, austauschbaren Oberflächen und lauter Symbolik geprägt ist, setzen wir auf die Kraft des Wesentlichen. Unsere Architektur muss nicht schreien, um wahrgenommen zu werden. Ihre Qualität entfaltet sich im Stillen.

Ein Haus darf nicht fertig sein, wenn wir es übergeben. Es muss bereit sein, mit den Men-

„Wir suchen nicht die Form, sondern die Atmosphäre. Ein Gebäude ist für uns dann gelungen, wenn es sich als selbstverständlicher Teil des Lebens anfühlt – wenn das Material, das Licht und die handwerkliche Sorgfalt zu einer Einheit verschmelzen, die den Menschen Halt gibt.“

PEDEVILLA ARCHITECTS

schen zu wachsen. Wir bauen keine Kulissen für den Moment, sondern Hüllen für das Leben, die auch nach Jahrzehnten noch eine emotionale Wahrheit besitzen. Am Ende bleibt vielleicht nur eine Erinnerung: das Gefühl von Geborgenheit, der Duft von Holz im Sommerregen oder die Klarheit eines Ausblicks.

So wird das Gebäude zu einem Teil der Identität des Ortes – ein Haus, das bleibt, weil es aus der Tiefe der Materie und der Wahrheit des Handwerks gewachsen ist.

PEDEVILLA ARCHITECTS

Das international ausgerichtete Architekturbüro befindet sich im Zentrum der Stadt Bruneck. Dort arbeitet in einem Ansitz aus dem 15. Jahrhundert ein zehnköpfiges Team rund um Armin und Alexander Pedevilla, das sich aus Architektinnen und Architekten verschiedener Nationalitäten zusammensetzt. Der Großteil des Teams ist beruflich mit und bei pedevilla architekten gewachsen, was eine eingespielte und starke Zusammenarbeit ermöglicht. Der diverse Hintergrund und die Fähigkeiten aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eröffnen ein breites Spektrum an Arbeitsweisen, was die Durchführung von interdisziplinären Projekten auf höchstem Niveau garantiert.

DENKM LSCHUTZ TRIFFT UF BR A NDSCHUTZ

Historische Gebäude sind mehr als bloße Bauwerke. Sie erzählen Geschichten von Jahrhunderten, von Handwerk, Kultur und gesellschaftlicher Entwicklung. Hierzulande, wo mittelalterliche Burgen, romanische Kirchen, gotische Stadtbauten und historische Villen die Landschaft prägen, stehen Architekten beispielsweise bei Renovierungen vor einer besonders heiklen Aufgabe: Wie lässt sich der historische Bestand bewahren und gleichzeitig den Anforderungen des modernen Brandschutzes gerecht werden?

Brandschutz in historischen Gebäuden ist ein Balanceakt zwischen Sicherheit und Erhalt – zwischen gesetzlichen Vorgaben und baulichen Möglichkeiten. Denn moderne Vorschriften verlangen klare Sicherheitsstandards wie Fluchtwege, Rauchwarnsysteme, Sprinkleranlagen und Brandabschottungen. Gleichzeitig können invasive Maßnahmen die wertvolle Bausubstanz empfindlich beschädigen. Ein altehrwürdiges Schloss oder eine steinerne Stadtkernvilla in Bozen reagiert anders auf Stahlträger, Sprinkleranlagen oder neue Fluchtwege als ein Neubau. Architekten müssen daher ein tiefes Verständnis für Materialien, Bauweisen und historische Bauabsichten entwickeln.

HISTORISCHE SUBSTANZ VERSTEHEN

Die Grundlage jeder Brandschutzplanung ist die genaue Analyse des Gebäudes. In Südtirol begegnet man zahlreichen Konstruktionstypen: massiven Steinmauern, Holztragwerken, Lehm- oder Ziegelwänden – jedes Material hat unterschiedliche Brandreaktionen. Ein Holztragwerk in einer alten Scheune reagiert ganz anders auf Hitze und Feuchtigkeit als ein gotisches Rippengewölbe aus Stein. Stahlträger mögen in modernen Gebäuden Sicherheit bieten, aber ihre Integration in historische Konstruktionen kann Spannungen, Rissbildung oder Entkopplungen verursachen.

Hinter dieser kunstvoll bedruckten Wand auf der Fahlburg in Prissian verbirgt sich ein vollständig integrierter Brandschutzschrank – mit Feuerlöscher, Schläuchen, Armaturen und einem Wasseranschluss.

Architekten sollten sich daher fragen, welche Teile des Gebäudes tragend sind und welche lediglich ornamentale oder nichttragende Elemente darstellen. Historische Holzdecken lassen sich häufig mit Brandschutzlasuren oder speziell aufschäumenden Beschichtungen ausstatten, die im Brandfall eine schützende Isolierschicht bilden, ohne die sichtbare Oberfläche zu verändern. Auch die Dokumentation dieser Eingriffe ist entscheidend – sie dient der Transparenz und der späteren Instandhaltung.

RISIKOANALYSE STATT

STANDARDLÖSUNG

Standardlösungen existieren im historischen Brandschutz kaum. Jedes Gebäude ist einzigartig, geprägt von Bauart, Nutzung und Umgebung. In Südtirol befinden sich viele historische Gebäude in engen Ortskernen oder schwer zugänglichen Gebieten. Eine detaillierte Risikoanalyse ist daher unverzichtbar: Welche Räume werden intensiv genutzt? Wo befinden sich potenzielle Brandquellen wie Heizsysteme, Küchen oder Werkstätten? Welche Fluchtwege sind sinnvoll, ohne die historische Substanz zu beeinträchtigen? Ein enger Austausch zwischen Architekten, Brandschutzfachplanern und dem Landesdenkmalamt ist essenziell, um maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln. Hierbei kann die Kombination aus aktiven und passiven Schutzmaßnahmen sinnvoll sein: Aktive Systeme wie Rauchmelder oder Sprinkler erkennen und bekämpfen Brände frühzeitig, während

passive Maßnahmen – feuerbeständige Türen, Abschottungen oder Brandwände – die Ausbreitung verlangsamen.

INTEGRATION OHNE VERLUST DER AUTHENTIZITÄT

Eine besondere Herausforderung liegt darin, Brandschutzmaßnahmen so zu integrieren, dass die Authentizität des Gebäudes erhalten bleibt. Sichtbare Sprinklerleitungen, Notbeleuchtungen oder Brandschutztüren können das historische Erscheinungsbild empfindlich stören. Kreative Lösungen sind gefragt: Leitungen hinter Zwischendecken oder Wandvertäfelungen verstecken, Brandschutztüren als stilgerechte Paneele ausführen oder Rauchwarnsysteme unauffällig in Beleuchtungselemente integrieren.

Die Materialwahl spielt dabei eine zentrale Rolle. In Südtirol kommen häufig lokale Hölzer, Sandstein oder Ziegel zum Einsatz. Spezielle Beschichtungen für Holz, mineralische Putze oder feuerfeste Dämmstoffe lassen sich meist harmonisch in das historische Bild einfügen. Südtirol verfügt über ein komplexes Geflecht aus Bau- und Denkmalvorschriften. Neben den allgemeinen Baugesetzen greifen spezifische Landesgesetze zum Schutz von Kulturgütern. Jede Maßnahme an historischen Gebäuden bedarf der Genehmigung durch die zuständigen Behörden. Architekten sollten daher frühzeitig alle Beteiligten einbeziehen: Brandschutzplaner, Feuerwehr, Denkmalschutz und Bauherren.

Fotos © Arch. Klaus Ausserhofer

Dokumentation und Nachweisführung werden zunehmend wichtiger. Feuerwehrpläne, Fluchtwegskonzepte und Materialnachweise müssen lückenlos erstellt werden. Die Herausforderung besteht darin, moderne Brandschutzauflagen umzusetzen, ohne die historische Substanz zu gefährden. Architekten agieren hier als Vermittler zwischen verschiedenen Interessen – eine anspruchsvolle, aber auch kreative Aufgabe.

PRAKTISCHE ANSÄTZE

Einige praxisorientierte Maßnahmen haben sich bewährt:

Zonierung: historische Gebäude in Brandabschnitte unterteilen, um im Ernstfall eine Brandausbreitung zu verlangsamen.

Minimale Eingriffe: Brandschutzlasuren, intumeszierende bzw. aufschäumende Beschichtungen oder reversible Abschottungen verwenden.

Flucht- und Rettungswege: Kreative Wegeführungen in Treppenhäusern, Galerien oder Dachräumen planen, ohne historische Räume zu zerstören. Eventuell Zubauten verwirklichen, die visuell nicht stören, aber lebensrettend sein können.

Technische Integration: Sprinkler, Rauchmelder und Brandmeldeanlagen so platzieren, dass sie sichtbar kaum stören, beispielsweise hinter Stuckelementen oder in Wandnischen.

Materialverträglichkeit prüfen: Moderne Brandschutzmaterialien auf chemische Verträglichkeit mit historischen Materialien

testen, um Schäden wie Verfärbungen oder Rissbildungen zu vermeiden.

Eine regelmäßige Wartung sowie die Schulung von Nutzern und Personal stellen sicher, dass Brandschutzsysteme auch langfristig funktionieren.

Eines ist sicher: Wenn alle Akteure zusammenspielen und gemeinsam nach Lösungen suchen, dann sind Sicherheit und Denkmalschutz kein Widerspruch, sie können im wahrsten Sinne des Wortes sogar harmonisch verbunden werden – ganz nach dem Sprichwort: „Wo ein Wille ist, findet man auch einen Weg.“

Brandschutz in historischen Gebäuden ist zweifelsohne herausfordernd. WENN

RESIDENCE LIS

Zeitgemäßes Wohnen in Partschins: Nachhaltigkeit trifft Komfort – energieeffizient und langlebig. Mit der Residence Lisa hat Maia Living ein modernes Neubauprojekt mit 9 konventionierten Wohneinheiten in sonniger Lage von Partschins realisiert.

Klare Linien, großzügige Fensterflächen und eine offene Gestaltung prägen die Architektur und schaffen helle, freundliche Wohnräume, die durch Balkone, Terrassen und private Gärten ins Freie erweitert werden. Das Gebäude fügt sich harmonisch in die Landschaft ein und vereint modernes Design mit hoher Lebensqualität.

Die Wohnanlage entspricht dem anspruchsvollen Klimahaus-A-Nature-Standard: Hochwertige Wärmedämmung, Dreifachverglasung und dezentrale Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung sorgen für ein gesundes, komfortables Raumklima. Beheizt wird über eine strombetriebene Wärmepumpenanlage, ergänzt durch Fußbodenheizung mit integrierter Bodenkühlung. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach versorgt die Allgemeinbereiche mit selbst erzeugtem Strom. Massive Bauweise, optimierte Trennwände und hochwertige Materialien unterstreichen die Langlebigkeit des Projekts. Ergänzt wird das Angebot durch elektrisch betriebene Sonnenschutzsysteme, eine Tiefgarage mit Einzel- und Doppelstellplätzen sowie einen Personenaufzug.

Lieferung und Montage der Eingangs-, Innen- und Schallschutztüren sowie der Schiebeelemente aus Holz

Alle Fotos © Scharf Visuals und Tetris Project

Die Residence Lisa richtet sich an Käufer:innen, die Wert auf zukunftsorientiertes Wohnen, nachhaltige Technik und durchdachte Architektur legen. Ein modernes Wohnkonzept, das Komfort, Qualität und Effizienz verbindet.

Pföstl und Ing. Ulrich Innerhofer

Maia Living

Maia Living GmbH ist eine junge Marke mit starken Wurzeln: Hinter uns stehen über 30 Jahre Erfahrung in der Bau- und Immobilienwelt. Unser Anspruch ist es, nicht einfach nur Gebäude zu errichten, sondern Lebensräume zu gestalten, stilvoll, nachhaltig und zukunftsorientiert.

Wir verbinden höchste Qualitäts standards mit ästhetischem Feingefühl und innovativer Technik. Dabei stehen die Wünsche unserer Kund:innen immer im Mittelpunkt, von der ersten Idee bis zur Schlüsselübergabe. So entsteht ein unvergleichliches Wohnerlebnis, ohne Kompromisse. Unsere Projekte im norditalienischen Raum sind Ausdruck eines Lebensgefühls: modern, funktional, ökologisch und vor allem persönlich.

Luis-Zuegg-Straße 40 39012 Meran Tel. 0473/861981 info@maialiving.com www.maialiving.com

TORE - TÜREN - SCHRANKEN

Stefan

NATURHOTEL L MÜD

Nach über 5 Jahrzehnten ohne größere Investitionen wird die bestehende Pension „La Müda“ abgetragen und als zeitgemäßes Naturhotel neu gedacht. Entstanden ist ein Projekt, das den Generationenwechsel sichtbar macht, architektonisch wie inhaltlich. Im Fokus steht ein Haus, das alpine Bautradition, nachhaltige Materialien und moderne Gastlichkeit verbindet.

Die besondere Lage nahe dem Sessellift und die Südwestausrichtung bieten ideale Voraussetzungen, stellen jedoch auch Anforderungen: Während das Gelände nach Osten sanft abfällt, ist es nach Westen hin steil. Der Neubau reagiert darauf mit einem lang gestreckten Baukörper, der sich in den Hang einfügt. Durch die Absenkung des Gebäudes um rund 1,30 Meter entsteht ein schwellenloser Zugang – die bisherige Rampe entfällt. Gleichzeitig ermöglicht die zusätzliche Untergeschossebene Platz für Garage und Gästezimmer.

Klimahausberechnung | Planung Heizung-, Sanitärund Lüftungsanlage | Brandschutz Tel. 0471 839 010 | office@tkon.it | www.tkon.it

TRADITION NEU INTERPRETIERT

Die Architektur bleibt dem ladinischen Stil verpflichtet, übersetzt ihn jedoch in eine klare, zeitgemäße Form. Satteldach, Holzfassade und präzise gesetzte Öffnungen prägen das Erscheinungsbild. Charakteristisch

Herzlichen Dank an die Familie Irsara für das entgegengebrachte Vertrauen und die gute Zusammenarbeit. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg Hoch- und Tiefbau/ Bagger/-Verputzarbeiten

Holzer GmbH Bauunternehmen

Hoch - Tiefbau - Reintalstraße 124 39032 Sand in Taufers (BZ) - Tel. 0474/672001 - edith@holzerbau.it

sind die markanten Balkone mit ihrer wiederkehrenden, leicht gefassten Geometrie. Die Fassade aus naturbelassenem Lärchenholz, teils als Schindeln, teils als vertikale Schalung, verleiht dem Gebäude eine ruhige, authentische Präsenz und lässt es mit der Zeit würdevoll altern.

EIN ENSEMBLE MIT ATMOSPHÄRE

Das Hotel gliedert sich in ein Haupthaus und 3 Chalets, die im Untergeschoss miteinander verbunden sind. Dazwischen entsteht eine geschützte, platzartige Situation, ein Ort der Begegnung und zugleich des Rückzugs. Im Inneren folgt die Struktur einer klaren Logik: Gemeinschaftsbereiche wie Rezeption, Speisesaal, Bar befinden sich im Erdgeschoss, während die oberen Ebenen den Gästezimmern vorbehalten sind. Ergänzt wird

das Angebot durch Wellness-, Fitness- und Nebenräume im Untergeschoss.

EIN HAUS FÜR DIE ZUKUNFT

Die Wahl der Materialien ist bewusst reduziert und regional geprägt. Holz spielt die zentrale Rolle, in der Fassade ebenso wie im Innenraum. Ergänzt wird die Konstruktion durch nachhaltige Dämmstoffe wie Holzfaser, Zellulose sowie langlebige Details wie Kupferelemente, dreifach verglaste Holzfenster. Das Ergebnis ist ein Gebäude, das nicht nur funktional überzeugt, sondern auch atmosphärisch wirkt – ruhig, geerdet und beständig. „La Müda“ ist mehr als ein Neubau. Es ist ein Ort, der den Wandel einer Generation sichtbar macht und zugleich tief in seiner Umgebung verwurzelt bleibt. Eine Architektur, die leise auftritt – und gerade dadurch nachhaltig wirkt.

Jan Marc

Castlunger

Architekt und Mitbegründer von Castlunger Tolpeit Architecture (CTA). Geboren in Südtirol, studierte er Architektur an der ETH Zürich. Mit CTA entwickelt er Projekte im Tourismus und Wohnbau. Sein Schwerpunkt liegt auf Architektur, die Identität sichtbar macht und Familienbetriebe dabei unterstützt, im Wandel eigenständig zu bleiben.

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JWENN D S GEB UDE

VON DANIEL

DIE MARKE ZUR SPRACHE BRINGT

Unternehmensnachfolge stellt viele inhabergeführte Betriebe vor eine konkrete Frage:

Passt das Gebäude noch zur Marke – oder zur neuen Führung?

Das Architekturbüro Castlunger Tolpeit Architecture (geführt von Arch. Jan Marc Castlunger und Arch. Daniel Tolpeit) aus La Villa in Alta Badia verfolgt darauf einen strukturierten Ansatz, der Markenpositionierung und Architektur zusammenbringt: Positionierende Architektur.

edes Unternehmen hat eine Persönlichkeit. Aber wie oft klaffen Markenwelt und Bausubstanz auseinander?

Der Empfangsbereich atmet Tradition, das Team lebt Innovation. Die Fassade signalisiert Masse, die Zielgruppe sucht Exklusivität. Architektur sendet Signale –ob man es will oder nicht. Wer ein Gebäude betritt, liest es. Innerhalb von Sekunden, intuitiv, unkorrigierbar. Das Dolomitenlicht kennt keine Gnade für Halbherziges.

Castlunger Tolpeit Architecture macht aus diesem Zufall eine Strategie. Das Büro übersetzt Markenwerte in Raumsprache – in Materialität, Proportion, Licht, Wegführung. Das Ergebnis ist kein dekoratives Statement, sondern ein funktionales

Werkzeug: für Kundenbindung, für Mitarbeiteridentifikation, für Markendifferenzierung. Sichtbar in Projekten wie dem Hotel La Briosa in Bozen, Gewinner des „Wood Architecture Prize 2023“, das aus einer frühen Zusammenarbeit zwischen Arch. Daniel Tolpeit und Arch. Felix Perasso entstand.

VERHALTENSFORSCHUNG TRIFFT BAUKUNST

Der Prozess beginnt nicht mit dem Bleistift, sondern mit Fragen. Wer sind die Kunden wirklich? In welchen Räumen fühlen sie sich wohl, sicher, inspiriert? Welche ästhetische Sprache löst Vertrauen aus – und welche Dis-

tanz, welche Wohlbefinden? Auf Basis der Erkenntnisse der Verhaltensforschung lässt sich das präzise analysieren. Menschen reagieren auf Räume nicht zufällig. Raumhöhe, Materialwärme, natürliches Licht, akustische Dämpfung, Farben, Materialität und Proportion – all das steuert Emotionen, Verweildauer und Entscheidungsbereitschaft. Erst wenn die Positionierung steht –Marke, Haltung, Zielgruppe –beginnt die architektonische Antwort. Arch. Daniel Tolpeit bringt es auf den Punkt: Positionierende Architektur verkörpert die Idee, dass Gebäudekonzepte bewusst auf Betreiber und Bewohner zugeschnitten werden, um eine besondere Verbindung zur Landschaft, zur Betreiberstrategie und zum Zielgast herzustellen.

„Es geht nicht um Geschmack. Es geht um Wirkung.“

DER STRATEGISCHE PROZESS

Der Prozess läuft in drei Phasen ab. In der Markenanalyse werden Kern, Haltung und Versprechen des Unternehmens freigelegt. Was motiviert den Unternehmer wirklich? Welche Werte sind nicht verhandelbar? In der zweiten Phase wird die Zielgruppe mit den Werkzeugen der Verhaltensforschung durchleuchtet: Welche ästhetischen Präferenzen hat sie? Welche Umgebungen lösen Kaufbereitschaft und Vertrauen aus?

In der dritten Phase werden diese Erkenntnisse in konkrete Entwurfsentscheidungen übersetzt. Nicht als starres Regelwerk, sondern als lebendige Grundlage für den Dialog zwischen Bauherrn und Architekten. Der strategische Prozess schafft Klarheit über die eigene Positionierung – und diese Klarheit gibt Sicherheit bei jeder Entscheidung: Welcher Stil? Welche Materialien? Wie viel? Und vor allem: Was kann weg?

NACHFOLGE ALS NEUBEGINN

Inhabergeführte Unternehmen –Hotels, Weinkellereien, Gastbetriebe, Handwerksbetriebe –stehen bei der Nachfolge vor einer besonderen Herausforderung. Das Gebäude, das jahrzehntelang das Gesicht des Gründers getragen hat, muss nun das Gesicht einer neuen Vision widerspiegeln. In Südtirol, wo Betriebe oft seit Generationen in Familienhand sind und Räume ein kollektives Gedächtnis tragen, ist dieser Moment besonders heikel. Man renoviert, streicht, möbliert um – und fragt sich, warum die alte Atmosphäre nicht weichen will. Positionierende Architektur bietet hier einen strukturierten Ausweg. Sie schafft keine Tabula rasa, sondern übersetzt das Neue in eine räumliche Identität, die authentisch wirkt – weil sie es ist. So wird die Nachfolge vom Risikofaktor zum Neubeginn mit Klarheit und Richtung.

„Architektur ist die ehrlichste Form von Markenführung –sie lügt nicht.“

REDUZIERUNG

AUF DAS WESENTLICHE

Positionierende Architektur ist nicht üppig. Sie ist präzise. Es geht darum, bewusst zu entscheiden: Was braucht dieser Raum, um seine volle Wirkung zu entfalten? Was kann weggelassen werden, ohne an Aussagekraft zu verlieren? Arch. Daniel Tolpeit fasst seine Philosophie so zusammen: „Echte Ästhetik kann nur leuchten, wenn unnötiger Schnickschnack abgestreift wird. Auf das Wesentliche reduzieren sichert klare und dauerhafte Wirkung.“ Weniger ist hier nicht Bescheidenheit – es ist Meisterschaft. Und Meisterschaft, das weiß man in Südtirol, entsteht nicht über Nacht. Sie ist das Ergebnis von Geduld, Handwerk und dem Mut zu wissen, was man weglässt.

EIN AUFTRAG MIT BESTAND

Für Unternehmer, die ein Erbe antreten oder eine neue Ära einläuten wollen, ist Positionierende Architektur mehr als ein Bauprojekt. Es ist eine unternehmerische Entscheidung mit bleibendem Ausdruck. Castlunger Tolpeit Architecture versteht sich dabei als Partner auf Augenhöhe: nicht als Stilberater, der den Geschmack diktiert, sondern als strategischer Begleiter, der hilft, die eigene Stimme in Form und Emotion zu gießen. In einer Zeit, in der Produkte und Dienstleistungen austauschbarer werden, bleibt der Raum ein letztes, kraftvolles Differenzierungsmerkmal. Schwer zu kopieren. Unmöglich zu übersehen. Wer seine Architektur strategisch denkt, investiert nicht in Quadratmeter – er investiert in Wahrnehmung, Bindung, Vertrauen und Freude. Und das – das wissen alle großen Unternehmer – ist das dauerhafteste Kapital, das ein Unternehmen besitzen kann.

ARCH. DANIEL TOLPEIT

Ich bin Architekt. Mehr als ein Beruf ist es eine Haltung, die Welt zu sehen und Lebensräume zu gestalten. Echte Ästhetik kann nur dann strahlen, wenn sie von Nebensächlichkeiten reduziert wird: Die Reduktion auf den Kern sorgt für eine eindeutige und langfristige Wirkung. Gründung von „Tolpeit Architektur“, Gründung von „Castlunger Tolpeit Architecture“; Besuch der TU Graz, Architektur | Universität Innsbruck, Architektur.

Modernes Wohnen beginnt am Fenster

Lichtdurchflutete Räume, höchste Energieeffizienz und Sicherheit: Das Fenster hat sich vom reinen Bauelement zum technologischen Herzstück moderner Architektur entwickelt. Die Firma Wolf Fenster setzt hierbei neue Maßstäbe und zeigt, wie traditionelles Handwerk und digitale Präzision Hand in Hand gehen.

In Zeiten steigender Energiekosten ist der Austausch alter Fenster eine der effektivsten Maßnahmen zur Sanierung. Ein modernes Fenster ist heute ein Hightech-Produkt. Durch innovative Mehrfachverglasungen und optimierte Rahmenprofile lässt sich der Wärmeverlust eines Gebäudes massiv reduzieren. Das schont nicht nur den Geldbeutel der Hausbesitzer, sondern leistet auch einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz.

DESIGN TRIFFT FUNKTION

Neben der Technik spielt die Ästhetik eine immer größere Rolle. Großflächige Glasfronten

und schmale Rahmenprofile sind der aktuelle Trend im Neubau. Wolf Fenster bietet hier individuelle Lösungen an, die sich nahtlos in die Fassadengestaltung einfügen – egal ob in klassischem Holz oder modernen Holz-Aluminium-Kombinationen.

SICHERHEIT FÜR DAS

ZUHAUSE – ZERTIFIZIERT NACH RC2

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Einbruchschutz, bei dem Wolf Fenster keine Kompromisse eingeht. Als bedeutender Meilenstein ist ab sofort die gesamte Fenster-Produkt-

palette offiziell als einbruchhemmend zertifiziert (nach DIN EN 1627 bis 1630:2021-11). Diese Zertifizierung umfasst die Widerstandsklassen RC2 und RC2 N.

Besonders innovativ: Dieser Schutz wird spezifisch für das Fenstersortiment – standardmäßig für die Holzart Fichte sowie unter Einsatz hochwertiger Beschlagserien (z. B. Roto NX, Power Hinge) – gewährleistet. „Sicherheit darf kein optionales Extra sein“, so die Philosophie der Technikabteilung. Durch diese flächendeckende Zertifizierung bietet Wolf Fenster eine technische Sicherheit, die in dieser Durchgängigkeit am Markt Maßstäbe setzt.

DieFirmaKronlift GmbHaus Bruneck stehtfürmaßgeschneiderte individuelleAufzugslösungen,die Technikund Zuverlässigkeit verbinden. Vonder ersten Beratung biszur langfristigen Betreuung begleiten wirunsereKunden persönlich, präzise und lösungsorientiert.

Alles auseiner Hand:

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Auchnach derInbetriebnahmebleibenwir Ihrverlässlicher Partner fürmaximale Sicherheit, Verfügbarkeitund nachhaltigeMobilität.

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