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„So spricht YHWH: Israel ist mein erstgeborener Sohn.“ (2. Mose 4,22) „Heilige mir alle Erstgeburt bei den Israeliten: alles, was zuerst den Mutterschoß durchbricht bei Mensch und Vieh, das ist mein.“ (2. Mose 13,2) „Wie in der Torah YHWHs geschrieben steht: Alle männliche Erstgeburt soll YHWH geheiligt heißen.“ (Lukas 2,23)


Inhalt

Einführung...........................................................................9 Vorwort............................................................................... 11 1 Zurück zur Schafherde......................................................15 2 Suche zuerst YHWHs Königreich..................................... 19 3 Die verlorenen Schafe des Hauses Israel..........................22 4 Ein unvergängliches Königreich.......................................25 5 Herrschaftsordnungen......................................................28 6 Im Anfang..........................................................................31 7 Der zweite und dritte Tag..................................................34 8 Der vierte, fünfte und sechste Tag....................................37 9 Das Samen-Prinzip............................................................41 10 Ein jeder in seiner Ordnung..............................................45 11 Erstlingsfrucht...................................................................47 12 Stammbaum der Erstgeborenen........................................50 13 Ein anderes Königreich.....................................................54 14 Abram.................................................................................58 15 Ein Erlöser – im Test.......................................................... 61 16 Der Bund............................................................................66 17 Ehefrau und Konkubine.....................................................70 18 Das Siegel des Bundes.......................................................72 19 Der Sohn der Verheißung.................................................. 76 20 Platzierung des Erstgeborenen.........................................79 21 Der endgültige Gehorsamstest..........................................82 22 Brautsuche.........................................................................85 23 Die Zwillinge......................................................................88 24 Isaak spendet Segen..........................................................92 25 Liebe auf den ersten Blick.................................................95 26 Die Klungelei......................................................................97 27 Jakob kehrt heim..............................................................100

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28 Der Ringkampf.................................................................104 29 Von Sichem nach Bethel..................................................107 30 Benjamin – Sohn der rechten Hand................................ 111 31 Familienstreit................................................................... 114 32 Judas Lektion................................................................... 117 33 Josefs Vorbereitung.........................................................121 34 Ein Traum wird wahr.......................................................124 35 Führungswechsel............................................................128 36 Folgenreiche Begegnung.................................................131 37 Josef offenbart seine Identität.........................................135 38 Jakob der Anwalt..............................................................139 39 Jakob verleiht die Segnungen des Geburtsrechts...........143 40 Das Begräbnis des Patriarchen.......................................148 41 Ein Retter nach der Art Levis.......................................... 151 42 Kriegsvorbereitungen......................................................156 43 Zweifel, Unglaube, Rebellion...........................................160 44 Feinde der Nation............................................................166 45 YHWHs Lösung für Ungehorsam................................... 169 46 Israel weist YHWH als König ab..................................... 172 47 Zwei Lager im Konflikt....................................................177 48 Die Sünde Jerobeams......................................................184 49 Gericht und Prophetie.....................................................187 50 Das Herz der Sache..........................................................192 51 Vorbereitung für einen anderen Bund............................195 52 Ein Familien-Löser...........................................................198 53 Die Priesterschaft des Erstgeborenen wiederhergestellt.............................................................201 54 Yeshus Autorität im Königreich.......................................205 55 YHWHs Vorherbestimmte, Berufene und Auserwählte.208 56 Yeshua verherrlicht..........................................................212 57 Wiederherstellung des Königreiches „inbegriffen“.......216 58 Die Zukunft im Überblick................................................221 Zusammenfassend...........................................................225 Warnung...........................................................................227

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Einführung

Wenn man den Inhalt und das Wesen des Wortes Elohims in einem Wort zusammenfassen wollte, wäre „Erlösung“ wohl eine gute Wahl. Beim Erforschen dieses tiefgreifenden Konzeptes entdeckt man, dass der Erstgeborene eine entscheidende Rolle darin spielt. Doch Erlösung ist nicht einfach eine Idee oder eine Theorie, sie manifestiert sich in Menschen – Individuen, Familien und Nationen, in ihren Leben und Geschichten. Das Buch, das Sie gerade zu lesen beginnen, wirft anhand der bekannten biblischen Geschichten Licht auf die heute noch immer gültigen Erlösungs- und Gerichtsmuster. Der Herrscher des Universums, der Schöpfer der Welt, der Erschaffer des Himmels und der Erde, nennt sich selbst „der Elohim Abrahams, Isaaks und Jakobs“ (2. Mose 3,6). Wie kommt es, dass ein universeller Gott, Quelle und Urheber aller Dinge, sich scheinbar verkleinert, indem Er sich mit diesen drei Männern und ihren Nachkommen verbindet, die eine unwichtige und winzige Gruppe Menschen sind, und sich an ein Land bindet, das aus einer weltlichen Perspektive ähnlich winzig und ziemlich unwichtig ist? Die Tatsache, dass der Eine Allmächtige sich derart gebunden hat, verlangt nach einer gründlichen Erforschung Seines Wortes. Der Allmächtige hat ebenso beschlossen, dass die Erlösung nicht umgesetzt werden kann bis zum Erscheinen derer, die die „Söhne Elohims“ genannt werden, nach denen sich „die ganze Schöpfung sehnt“ (Römer 8,19; 22), und den „Rettern, die zum Berg Zion hinaufgehen werden.“ (Obadja 1,21, wörtliche Übersetzung) Wer sind sie, und warum hat ER sie erwählt? Das sind die Hauptthemen, die in diesem Buch untersucht werden. 9


Vorwort

Gottes Erlösungsplan ist ein sehr umfassendes Fachgebiet, das viele irdische und himmlische Aspekte umspannt. Dieses Buch ist keinesfalls ein Versuch, dieses gewaltige Thema auszuschöpfen. Stattdessen werden wir uns einer der Hauptkomponenten der Erlösung zuwenden – dem Konzept des Erstgeborenen. Wir werden diesem roten Faden durch die Schriften und die Geschichtslinie von Gottes Erlösungsplan folgen, mit ihren Satzungen, Gesetzen, Bestimmungen, Zusagen und Bündnissen, die ER mit Seinem erwählten Volk geschlossen hat, mit denen, die Sein Eigentum sind – die „Erstgeborenen“. Ihre Rolle in Seinem Plan, Sein Königreich auf der Erde zu errichten, wie es im Himmel ist, ist von herausragender Bedeutung. Es steht tatsächlich geschrieben, dass Abraham und seine erwählten Nachkommen die Erde erben werden (siehe Römer 4,13). „So sehr hat Elohim die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab …“ (Johannes 3,16), ist ein zu jeder Zeit beliebter Bibelvers. Die Schriften informieren uns auch, dass diese Welt unter der geistlichen Herrschaft eines anderen Königreiches steht und von dessen Fürst, Satan, regiert wird. Trotzdem liebt der allmächtige Schöpfer gemäß des oben zitierten Wortes diesen irdischen Herrschaftsbereich so sehr, dass Er Seinen Sohn sandte, ihn zu erlösen, aber nicht ohne Sein auserwähltes Volk mit einzubeziehen, das ER als „Erstgeborene“ oder „Erstlingsfrucht“ bezeichnet. Aber um die vorgesehene Rolle als Erstgeborener zu übernehmen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Wir werden uns sowohl diese Bedingungen, als auch die von YHWH für die Erstgeborenen festgesetzten Pflichten ansehen. 11


Von Anfang an, als die Weltbevölkerung aus zwei Individuen bestand, war die Menschheit für zwei Hauptpositionen bestimmt – das Königtum und die Priesterschaft. Obwohl der „Fall“ des Menschen die Trennung vom Schöpfer mit sich brachte, sind die Prinzipien des Königreiches noch immer gültig und wirksam. Diese Prinzipien charakterisieren gemeinsam mit den sie begleitenden Unterweisungen, Gesetzen und Bestimmungen der Torah (allgemein das „Gesetz“ genannt) das Wort YHWHs und Seine Geschichte mit den Menschen. Wir werden der Spur des Erstgeborenen folgen, den erlösenden Mustern und bitteren Konflikten, die über Geburtsrecht und Erbe entstanden sind, von den Tagen Kains und Abels bis hin zu unserer Zeit. Ein großer Teil des Buches ist dem Leben unserer Vorväter gewidmet, da sie den Mikrokosmos unseres gegenwärtigen Makrokosmos bilden. Im Verlauf ihres Lebens wird die Entwicklung und Manifestation dieser erlösenden Muster sichtbar, die später auf die Nation Israel als Ganzes übertragen werden. Die königlichen und priesterlichen Funktionen, die gemeinsam das Amt des Erstgeborenen ausmachen, wurden sehr früh voneinander getrennt, nämlich als das Geburtsrecht geteilt wurde. Dieses Ereignis hatte Einfluss auf die Geschichte der Nation, die Entwicklung des Königshauses, die Aufspaltung in zwei Königreiche und brachte schließlich mehrere Exile des Volkes Israel mit sich. Die Geschichte der Erlösung gipfelt im Kommen des erstgeborenen Familien-Erlösers, der in perfekter Weise alle Prinzipien von YHWHs Königreich verkörpert und erfüllt. Ihm wurde die Autorität gegeben, Sein Auferstehungsleben in die Herzen derer zu übermitteln, die vorher von Seinem Vater YHWH erkannt, berufen und erwählt wurden, um die Wiederherstellung des spirituellen Aspektes des Königreiches zu ermöglichen. Der beschleunigte Prozess der Erlösung führt schließlich dazu, dass die Königreiche dieser Welt zum Königreich Elohims und Seines Messias werden (siehe Offenbarung 11,15; Obadja 1,21). Begriffe wie das Königreich Elohims, Erlösung, Bündnisse, Erstgeborene, Erstlingsfrucht, Königsherrschaft und Priester12


tum mögen nach modernem Verständnis altertümlich, überholt und esoterisch klingen. Aber für diejenigen von uns, die nach Seinem Erscheinen und nach der vollständigen Wiederherstellung von YHWHs Königreich Ausschau halten, werden all diese Gedanken mehr und mehr ins Blickfeld geraten. Denn, ob man es glaubt oder nicht, sie waren immer vorhanden und sind nun ihrer Erfüllung näher als je zuvor, da unser Vater alle Dinge wiederherstellt, über die Er gesprochen hat durch den Mund „all Seiner heiligen Propheten von Alters her“ (siehe Apostelgeschichte 3,21).

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Kapitel 1

Zurück zur Schafherde

Als Nachkriegskind, das in den USA in den späten 1940er und 50er Jahren aufwuchs, war ich, Ephraim, durchdrungen von einer Kultur der erklärten Freiheit und der religiösen Toleranz, die manchmal der „amerikanische Traum“ genannt wurde. Meine Familienmitglieder waren knallharte Lutheraner und folglich wurde ich vertraut mit einem Gott und Retter dessen Vorname „Jesus“ und dessen Titel „Christus“ war. Meine Eltern beteten vor jedem Essen, dass Jesus kommen und unser Gast sein möge. Da ich kein weiteres Gedeck auf dem Tisch sah, nahm ich an, sie hätten aufgehört für ihn zu decken, weil er nie erschienen war. Jeden Sonntag zog ich das gestärkte weiße Hemd und die Krawatte an, bevor wir in die Kirche gingen. Die Wintermonate bedeuteten zusätzliche Leiden, da ich kratzende Unterwäsche tragen musste. Ich nahm an, dass ich dieses Unbehagen „um Christi Willen“ ertragen musste. Nach dem Abschluss der High School besuchte ich eine Lutherische Hochschule, an der die Bibelkurse auf meiner Prioritätenliste unten rangierten. Mit einem Bachelorabschluss in Biologie schrieb ich mich 1966 bei der U.S. Armee ein. Dankenswerterweise enthielt mein Pflichtprogramm nicht Vietnam, und ich betrachtete es als Glücksfall, in Kalifornien stationiert zu werden. Dort begann ich mich für populäre östliche Philosophien wie Transzendentale Meditation (TM), Yoga und die Große Weiße Bruderschaft (weiß für spirituelle Reinheit, nicht rassische Überlegenheit) zu interessieren. Ich hungerte nach Rechtschaffenheit und Tugend, Werte, die ich in der Kirche nicht gesehen hatte. Dennoch war mein Leben in dieser Zeit verwirrend, zumindest teilweise durch den übermäßigen Alkoholgenuss, dem ich in meiner Freizeit frönte. 15


Aber selbst in diesem umnachteten Zustand begann ein Lichtschimmer in meinen verworrenen Geist vorzudringen. Aus unerfindlichen Gründen berührte mich der Gott der Bibel. In Kürze wurde ich zu einem geisterfüllten Gläubigen, einem sogenannten Charismatiker. Die Schrift wurde lebendig, und als ich die Bibel las, wurde sie Milch für meine durstige Seele – „und seid als neugeborene Kindlein begierig nach der unverfälschten Milch des Wortes, dass ihr durch sie heranwachst.“ (1. Petrus 2,2) Ein Lied, das wir sangen, und das ich fast bei jedem Treffen auf meiner Gitarre spielte, war „Suchet zuerst nach Gottes Reich und Seiner Gerechtigkeit“ (Matthäus 6,33). Die wirkliche Bedeutung des Liedtextes war so fern von mir wie ein Universitätsstudium von Kindergartenspielen. Es brauchte noch Jahre, bevor der Geist des lebendigen Gottes begann, mir zu offenbaren, was diese frühen Apostel bezüglich des Königreiches des Himmels aus der Torah des Mose, den Schriften und den Propheten lehrten (siehe Apostelgeschichte 28,3). Mein neues Leben im Messias wurde weiter umgeformt, als ich 1976 eine Reise nach Israel machte. Ein überwältigendes Gefühl nach Hause zu kommen überkam mich, als ich aus dem Fenster der Boeing 747 auf die Küste des Landes sah. Die tiefere Bedeutung dieses Vorfalls würde sich aber erst nach weiteren Lebenserfahrungen klären. Eine weitere Offenbarung hatte ich gegen Ende 1982. Während ich mit meiner Braut, einer Jüdin, in einem Kibbuz im oberen Galiläa lebte und Hebräisch lernte, hatte ich eine augenöffnende Erkenntnis. Der dreimonatige Hebräischkurs war fast beendet, und wir studierten eines Freitagmorgens die wöchentliche Torah-Lesung (Parascha). Der Abschnitt, der mir zu lesen zugeteilt wurde, war 1. Mose 48,8-20. Als ich an die Stelle kam, wo Israel, Jakob, den Segen über dem Haupt Ephraims sprach, (sein Same würde m’ lo ha-goyim – „Fülle der Nationen“ oder „Heiden“ werden), wurde ich plötzlich beim Vorlesen unterbrochen, weil mich eine Offenbarung elektrisierte. Nach dem Unterricht kehrte ich in mein Zimmer zurück und schnappte mir meine “Green’s Interlinear Hebrew-Greek” 16


(interlineare hebräisch-griechische) Bibel. Ich schlug denselben Text auf und las ihn noch einmal, dieses Mal auf Englisch. Die Frage, die mir zur „Fülle der Heiden“ in den Kopf kam, war, ob dieselbe „Vollzahl der Heiden“ gemeint war, die Paulus in Römer 11,25 erwähnt? Die Antwort schlug in meinem Inneren ein wie eine Bombe; „Ja, natürlich! Was denkst du denn, woher er das hat?“ Ich war sehr berührt und begann zu weinen, als die Realität der Treue des bundhaltenden Elohims meine Seele berührte. Nun hatte ich die Antwort auf die Frage, warum ich – aus einer heidnischen Familie kommend – mich so zu Hause fühlte in Israel und eine solch enge Seelenverwandtschaft zum jüdischen Volk hatte. Der Apostel Paulus schrieb: „Denn ich will nicht, meine Brüder, dass euch dieses Geheimnis unbekannt bleibt, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Israel ist zum Teil Verstockung widerfahren, bis die Vollzahl der Heiden eingegangen ist; und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: Aus Zion wird der Erlöser kommen und die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden, und das ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.“ (Römer 11,25-26) Damit begann sich ein Bündel Fragen in meinen Gedanken aufzutun. Warum Jakob? Was hat „ganz Israel“ zu tun mit der „Vollzahl der Heiden“, die eingeht? Wohin eingehen? Während des erneuten Lesens des Tenach in den folgenden Monaten und speziell der Torah begann ich zu erkennen, dass es fortlaufende Bezüge auf zwei verschiedene Volksgruppen in Israel gibt, die oft „Häuser“ genannt werden. Jesaja 8,14 stellt fest „So wird er [euch] zum Heiligtum werden; aber zum Stein des Anstoßes und zum Fels des Strauchelns für die beiden [wörtlich zwei] Häuser Israels”. Den deutlichsten Hinweis zu den beiden Häusern oder „Stäben“ finden wir in Hesekiel 37,16: „Du, Menschensohn, nimm dir einen Holzstab und schreibe darauf: »Für Juda und die Kinder Israels, seine Mitverbundenen«. Dann nimm einen anderen Holzstab und schreibe darauf: »Für Josef, den Holzstab Ephraims, und das ganze Haus Israel, seine Mitverbundenen«.“ 17


Als ich viele weitere Stellen entdeckte, die über Juda und Josef/ Ephraim sprechen, wurde mein Herz immer brennender. Ich wurde davon überzeugt, dass sich viel im Wort Elohims an „zwei Familien“, „zwei Stöcke/Bäume“, „zwei Häuser“ richtet, – das Haus Juda und das Haus Ephraim. Darüber hinaus gab es eine unterschiedliche Bestimmung für jedes der beiden. Wahre Gläubige mussten diese Botschaft hören! Aber da wartete eine Überraschung auf mich … Im Sommer 1983 verließ ich mit meiner Frau den Kibbuz. Wir fühlten, dass wir diese erstaunliche Neuigkeit über die Identität und die Bestimmung der „verlorenen Israeliten“, die nun in Form der „Gläubigen des neuen Bundes“ gefunden wurden, verbreiten sollten. Sie sind es, von denen gesagt wird, dass sie denselben Glauben haben wir ihr Vater Abraham (siehe Römer 4,16, Galater 3,29). Mir war kaum bewusst, wie wenige zu der Zeit willens waren, eine solch neuartige Idee zu hören oder sich dafür zu interessieren. Ich verfolgte jedenfalls weiter, was in meinem Inneren brannte, und sammelte so viele Schriftstellen wie ich finden konnte, die über dieses Konzept sprachen. Von September 1983 bis März 1984 arbeitete ich an diesem Unterfangen1, während ich in Ma’ale Adumim, einer neuen Siedlung östlich von Jerusalem, wohnte. Zu dieser Zeit brachte der himmlische Vater Angus und Batya Wootten in unser Leben, die dieselbe Interpretation der Schrift teilten und sie seit einigen Jahren lehrten. Sie zu treffen war eine Gebetserhörung, denn bis dahin schienen wir ganz allein mit dieser Erkenntnis zu sein. Nachdem wir einige Jahre verbreiteten, was wir unter der „Lehre der zwei Häuser“ verstanden, das heißt das Haus Israel/ Ephraim und das Haus Juda, wandte ich mich eines Tages im Gebet an den Vater. Ich wollte mich nicht nur auf diese Lehre konzentrieren, sondern begehrte ein tieferes Verständnis von YHWHs Erlösungsplan und der Rolle die Israel, und zwar ganz Israel, darin spielen soll. 1

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Veröffentlicht unter http://thussayseloheyisrael.blogspot.com. Das vorliegende Buch „Alle Erstgeburt ist mein“ basiert auf den gesammelten Texten dieses Manuskripts


Kapitel 2

Suche zuerst YHWHs Königreich

Als ich im Jahr 1994 frühmorgens in den Schriften las, faszinierte mich Apostelgeschichte 28 wie niemals zuvor. Paulus stand in Rom unter Hausarrest „wegen der Hoffnung Israels“ (Vers 20). Er rief die jüdischen Leiter zusammen um ihnen darzulegen, warum er hergekommen war. Diese hatten von dieser jüdischen Sekte, „der überall widersprochen wird“, gehört (Apostelgeschichte 28,22). Nachdem sie Paulus zugehört hatten, setzten sie daraufhin einen Termin fest, an dem er seine Einstellung in dieser Angelegenheit klären und darlegen sollte. Als der Tag kam, „legte er (Paulus) diesen vom Morgen bis zum Abend in einem ausführlichen Zeugnis das Reich Elohims dar und suchte sie zu überzeugen von dem, was Yeshua betrifft, ausgehend von der Torah Moses und von den Propheten.“ (Apostelgeschichte 28,23) Beim Lesen von Vers 23 hüpfte etwas in mir mit einem großen „WIE? Paulus lehrte das Königreich Elohims aus der Torah und den Propheten?“ Noch nie in all den Jahren hatte ich das Evangelium vom Königreich aus der Torah und den Propheten dargestellt gehört! „Wo ist Elohims Königreich in der Torah?“, betete ich. Ich wandte mich an meinen himmlischen Vater und bat Ihn, es mir zu zeigen. Völlig fassungslos ging ich an diesem Morgen zur Arbeit. Wie war es möglich, dass ich nach zwanzig Jahren als Gläubiger das Lied „Trachtet zuerst nach Gottes Reich“ singend, noch so unwissend war bezüglich etwas derart Wichtigem? So oft hatte ich die Gleichnisse Yeshuas über das Königreich Elohims gelesen, aber ich hatte nicht begriffen, dass Yeshua und Seine Apostel in der Tat über das Königreich aus der Torah und den Propheten lehrten! Ich gehörte selbst zu denen, die Ohren haben, aber nicht hören, und Augen, aber nicht sehen! 19


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