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VORWORT.................................................................................... 9 TEIL 1: UNSERE GESCHICHTE Lebe deinen Traum .............................................................. 15 Scherben . ............................................................................. 21 Die Früchte der Zunge ......................................................... 24 Im Thronsaal ........................................................................ 31 Im Glauben kämpfen ............................................................ 39 Das Blatt wendet sich ...........................................................44 Der Gesandte Gottes ............................................................ 49 Eine neue Sprache finden .................................................... 55 Freundschaft in Bedrängnis . .............................................. 61 Den Bräutigam erwarten ..................................................... 65 Eine neue Wirklichkeit ........................................................ 71 Berufen, Zeugnis zu geben . ................................................ 75 TEIL 2: EIN LEBEN IM ÜBERFLUSS ENTDECKEN Besiege deine Furcht ........................................................... 83 Schau nie zurück . ................................................................ 87 Wähle Vergebung . ............................................................... 91 Danksagung ......................................................................... 97 Erfülle deine Berufung ...................................................... 101 Sprich Leben aus . .............................................................. 105 Liebe bedingungslos . ........................................................ 109 Das Wort kennen ................................................................ 113 Zieh die Waffenrüstung an ................................................ 117 Bringe Frucht ..................................................................... 123  Lebe ein geisterfülltes Leben ........................................ 127  Der Geist des Gebets . .................................................... 131  Der Geist der Sohnschaft . ............................................. 135  Der Geist des Gehorsams .............................................. 139  Der Geist des Glaubens . ................................................ 143  Der Geist der Anbetung ................................................. 147 7

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 Der Geist der Wahrheit .................................................. 151  Der Geist des Bundes . ................................................... 155 Kehre zurück zu Gott ......................................................... 159 EIN BUNTES MOSAIK ........................................................... 164

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fragte Gott, worüber ich reden sollte, und Er erinnerte mich an die Botschaft, die Er mir in New York gegeben hatte. Also verglich ich unser Leben mit Tontafeln: Kunstwerke, die wir täglich verbessern. Wir alle malen unsere eigene Tafel. Während einige unserer Tafeln hell und wunderschön sind, voll Farbe und Leben, sind andere düster mit grauer und dunkler Farbe, die ein unerfülltes Leben anzeigen. Noch wichtiger ist jedoch, was passiert, wenn dir eines Tages deine kostbaren Tafeln aus den Fingern gleiten und zu deinen Füßen in Stücke zerbrechen. Egal, welche Farbe deine Tafel hat, wenn sie zerbrochen ist, wirst du dich hinknien, um den Schaden zu ermessen. Dich zu den zerbrochenen Scherben deines Lebens hinzuknien, ist eine automatische Reaktion. Jeder kniet sich hin und hebt die Teile auf. Mit Hilfe des Heiligen Geistes wird er das Bild neu gestalten, indem er die Scherben zu einem neuen Mosaik zusammenklebt. Denn „all die zerbrochenen Teile deines Lebens sind nichts mehr als ein schönes Mosaik deiner Zukunft“. Ein Anderer kniet sich in die Scherben, die er verursacht hat. Auch er sammelt die Teile auf, aber dann setzt er sich hinein – und das ist seine Niederlage. Die Scherben verletzen ihn und er blutet. Jedesmal, wenn du vorbeikommst, siehst du ihn immer noch in den Bruchstücken seines Lebens sitzen, blutend. Er gibt sich seinem Schmerz hin und ist erfüllt von Bitterkeit. Heute weiß ich, was mir damals allerdings noch nicht bewusst war, dass es im Leben immer wieder darum geht, Entscheidungen zu treffen.

Gott gab uns den freien Willen, so dass wir wählen können. Du kannst wählen, aus deinen Bruchstücken ein neues Bild zu formen, indem du auf die Hilfe des Heiligen Geistes wartest, oder du kannst Selbstmitleid wählen und verbittern. Als ich an diesem Abend sprach, merkte ich, wie bewegt mein Publikum von meiner Rede war. Auf dem Nachhauseweg staunte ich darüber, dass ich das Thema eigentlich nicht kannte, von dem ich geredet hatte. Mein Leben war so perfekt. Ich hatte eine wunderbare, liebevolle Ehe, zwei bewundernswerte gesunde Kinder und ein erfolgreiches Geschäft. Ich war gerade in mein Traumhaus eingezogen, ich fuhr ein nagelneues Auto mit Vier18

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radantrieb und wurde zur Mrs. Südafrika ernannt! Was für eine wunderschöne farbenreiche Tafel! Ich lebte diesen Traum und sprach weiterhin im ganzen Land. Nach einer solchen Veranstaltung kam ich von Port Elizabeth nach Hause zurück, und Tinus holte mich vom Flughafen ab. Wir fuhren direkt zum Zonderwater-Gefängnis (in der Nähe von Pretoria), wo ich eine Ansprache halten sollte. Ich hatte nicht wirklich eine besondere Rede für Zonderwater vorbereitet. Deshalb ärgerte ich mich ziemlich über Tinus, als er mich fragte, worüber ich an diesem Abend reden würde. Ich sagte lapidar: „Du weißt doch, wie diese Leute im Gefängnis sind.“ Ich hatte keine Ahnung, dass Gott an diesem Abend eine besondere Verabredung mit mir haben würde. Die Veranstaltung wurde zu einem besonderen Ereignis, an dem mehrere Geistliche teilnahmen. Einer der Gefangenen gab sein Zeugnis, bevor ich mit meiner Rede begann. Er war früher Geschäftsmann und war wegen eines Wirtschaftsverbrechens verurteilt worden. Es war herzzerreißend anzuhören, wie seine Familie darunter litt und seine Kinder ihren Mitschülern erzählen mussten, dass ihr Vater im Ausland war. „Aber der Mann, den Sie heute abend hier sehen, ist viel glücklicher als zuvor. So fröhlich war ich noch nie“, bezeugte er. Dann dankte er Gott, dass er es zuließ, dass er ins Gefängnis musste, „... weil ich hier Gott gefunden habe. Hier habe ich den König der Könige gefunden und kennengelernt.“ Ich erinnere mich, dass mir 1. Thessalonicher 5,18 einfiel: „Sagt in allem Dank! Denn dies ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“ Er führte weiter aus, dass es ihm wie Schuppen von den Augen fiel und er die Wahrheit erkannte. Er lud Christus in sein Leben ein und wurde frei. An diesem Punkt liefen mir nur so die Tränen die Wangen hinunter. Jetzt wurde der Spieß herumgedreht: Ich hatte wirklich keinen blassen Schimmer davon, wie die Leute im Gefängnis sind. Tinus wollte wissen, warum ich so neben mir stand. „Dieser Mann hat etwas, was wir nicht haben“, sagte ich. „Was, einen orange-farbenen Overall?“ fragte Tinus, um mich aufzumuntern. Der Gefangene hatte den Frieden Gottes, der alle Vernunft übersteigt, und das war es, was ich wollte, obwohl ich es damals noch nicht definieren konnte. Ich sagte Tinus, dass ich in die19

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sem Mann die Herrlichkeit Gottes sehen konnte, und dass er das hatte, was ich mir mehr wünschte als alles andere. Als ich zu reden begann und die Zuschauer fragte, ob sie auch so sehr von dem Zeugnis dieses Mannes angetan waren, hoben nur wenige ihre Hand. Ich vermutete, sie waren skeptisch, dass Gott einen Mann so verändern konnte ... Ich weinte auf dem ganzen Nachhauseweg. Meine Tränen spritzten nur so gegen die Autoscheibe. Tinus war still, was sollte er auch sagen? Als wir zu Hause waren, kniete ich mich hin und betete. „Sohn Davids, hab’ Erbarmen mit mir. Hilf mir, Herr, ich möchte genauso sein wie der Mann im Gefängnis.“ „Was ist der Preis, Herr? Ich bin bereit, ihn zu zahlen.“ „Du musst mir dein Leben geben. Ich will dein Leben.“ Plötzlich erinnerte ich mich an die Parkbank, auf der ich in Kanada im Schnee gesessen hatte. Auch dort hatte mich Gott um mein Leben gebeten.

Mir wurde bewusst, dass ich immer versuchte, mir meine Erlösung zu verdienen. Jetzt sagte Jesus, dass er das nicht wolle. Ich müsse ihm die Kontrolle über mein Leben übergeben. „Okay, Herr“, sagte ich. „Hier hast Du mein Leben. Zeige mir nur, wie ich es machen soll.“ Es ist ironisch, dass ich als Mrs. Südafrika so viele Möglichkeiten hatte, Zeugnis abzulegen, aber nicht wusste, wie man das macht. Irgendetwas fehlte immer.

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SCHERBEN

Am folgenden Samstag musste ich in Free State (Provinz in Südafrika) sprechen. Weil wir immer versuchten, die ganze Familie in unsere Veranstaltungen mit einzubeziehen, fuhren wir gemeinsam dorthin. Auf dem Rückweg hielten wir an einer Tankstelle an. Aldo kaufte fast alle Süßigkeiten im Laden. Obwohl ich das normalerweise nicht erlaubte, ließ ich ihn an diesem Abend gewähren. Als wir weiterfuhren, gab Aldo uns von seinen Süßigkeiten und sprach aufgeregt von diesen neuen Bonbons, die jetzt auf dem Markt waren. Er war so munter und erzählte so aufgeregt, dass er vergaß, sich anzuschnallen, genauso wie Josh. Wir hatten gerade die Tankstelle hinter uns gelassen, als meine kostbare Tontafel aus den Händen fiel und in Millionen Stücke zerbrach. Wir fuhren den Berg hinunter, als plötzlich ein Fahrzeug vor uns auf der Straße stand. Es hatte keine Scheinwerfer an, und 21

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nichts konnte uns warnen. Es erschien wie aus dem Nichts. Wir schrieen alle: „Pass auf!“ Aber es war zu spät. Tinus konnte nicht nach rechts ausweichen, weil wir dort mit dem schnellen Gegenverkehr kollidiert wären. Er konnte auch nicht geradeaus fahren, weil wir dann mit aller Wucht in das stehende Fahrzeug gefahren wären und wir höchstwahrscheinlich sowohl dessen Insassen wie auch uns selber getötet hätten. Die einzige Möglichkeit war der tiefe Bach auf unserer linken Seite. Der Aufprall war gewaltig. Als wir auf den Wasserlauf prallten, überschlugen wir uns mehrere Male. Ich wurde bewusstlos. Sobald ich wieder zu mir kam, versuchte ich, aus dem Auto herauszukommen. Ich stolperte über das Wrack und fiel auf die Teer gedeckte Straße. Wieder hörte ich Gott sagen: „All die zerbrochenen Teile deines Lebens ist nichts mehr als ein wunderschönes Mosaik deiner Zukunft.“ In diesem Moment wusste ich genau, worüber ich vor ein paar Tagen gesprochen hatte. „Oh, Gott, nein! Das nicht! Das nicht!“ schrie mein Geist. Ich fand Tinus, konnte aber die Kinder nicht finden. Wie wahnsinnig fingen wir im Dunkeln an, nach ihnen zu suchen und riefen voller Angst ihre Namen. Nicht nur meine Stimme, sondern mein ganzer Körper rief nach meinen Kindern. Trotz des Lärms des Verkehrs auf der Straße, hörte ich einen ganz schwachen, kläglichen Laut. Ich glaube, das kam daher, weil all meine Sinne, mein ganzes Wesen völlig auf meine Kinder konzentriert waren. Hätte ich mich doch nur so auf Gott konzentriert, als Er in Kanada zu mir sprach! Die erste Lektion, die ich an diesem Abend lernte, war, dass sich mein Wesen nicht auf Ihn konzentriert hatte. Obwohl Gott zu mir sprach, hörte ich nicht zu und konnte deshalb nicht wirklich verstehen, was der Geist mir sagte. Offenbarung 3,13 ist für jeden Christen so wichtig: „Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt!“ Wir hörten Josh weinen. Erleichterung und Angst kämpften in meinem Herzen. Gott sei Dank hatte er nur ein paar Kratzer am Kopf. Jeder, der an der Unfallstelle stehen blieb, half uns, nach Aldo zu suchen. Aber keiner konnte ihn finden. Ich schrie wieder seinen Namen, während ich gleichzeitig dafür betete, dass das Blut Jesu meine Kinder schütze. „Das Blut Jesu, das Blut Jesu.“ Ich wiederholte es immer wieder. 22

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Gottes Geist führte mich auf die andere Seite der Schnellstraße. Sogar jetzt schmerzt es noch, wenn ich mich daran erinnere. „Da drüben wird er nicht sein, Retha, das ist zu weit weg“, rief Tinus mir zu. In diesem Moment stolperte ich und fiel über Aldos Körper. Meine Hände tasteten schnell seinen verletzten Körper ab. Ich tastete nach seinem Kopf. Sein Schädel war gebrochen. Heißes Blut tropfte aus seinen Ohren. Ich fühlte nach seinem Puls, und als ich keinen finden konnte, riss ich seine dicke Schneejacke auf, die wir in Kanada gekauft hatten. Ich legte mein Ohr auf seine Brust, in der Hoffnung, einen Herzschlag zu hören. Da war keiner.

Es spielt wirklich keine Rolle, wer du bist oder wieviel Geld du hast. Gott allein bestimmt über Leben und Tod. Ich fühlte das Leben meines Kindes durch meine Finger gleiten und war absolut machtlos, es zu verhindern. Er ist der Einzige, der Leben gibt, aber Er nimmt es auch wieder. Ich hatte so eine furchtbare Angst, dass mein Sohn sterben würde. Ein Auto näherte sich uns. Ich wusste instinktiv, dass ich aufstehen musste, damit man uns bemerkte. Die Scheinwerfer waren grell, durchdrangen die Nacht und schienen direkt in meine Augen. Ich fühlte, dass mein ganzer Körper seltsam zitterte. Er verkrampfte sich. Dann umhüllte mich eine Wärme und ein übernatürlicher Friede, den ich nicht erklären konnte, erfüllte mich, inmitten all dieser Furcht, dem Schmerz und der Angst. Ich rief Tinus und zeigte ihm, wo ich Aldo gefunden hatte. Das Notdienstpersonal eilte herbei und kümmerte sich um ihn. Ein Rettungshubschrauber wurde gerufen. Die Sanitäter machten ein Loch in seine Lungen, weil sie kollabiert waren. Sie verbanden seinen Kopf. Sie versicherten uns, dass sie qualifiziert und kompetent waren und fügten hinzu, dass Aldo schwer verletzt war. Aber würde er überleben? Sie konnten es nicht sagen.

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