Walter van Rossum
THE GREAT WESET ALTERNATIVEN IN MEDIEN UND RECHT PRESSE
massel
THE GREAT WESET PRESSE
Walter van Rossum
ALTERNATIVEN IN MEDIEN UND RECHTPRESSE
Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet unter https://portal.dnb.de abrufbar.
1. Auflage 2023
© 2023 massel Verlag, München www.the-great-weset.de
ISBN 978-3-948576-06-6
Printed in Germany
I. MEDIEN
Dirk
„Das ist doch keine Schönwetter-Demokratie!“
II. RECHT
Orgien der Unverhältnismäßigkeit
Anwälte für Aufklärung: „Das System ist offenbar nicht mehr in der Lage, ideologisch oder emotional belastete Themen vorurteilsfrei zu lösen.“
Zentrum zur Aufarbeitung, Aufklärung, juristischen Verfolgung und Verhinderung von Verbrechen gegen die Menschheit aufgrund der Corona-Maßnahmen (ZAAVV)
Kritische Richter und Staatsanwälte: „Ein politischer Blindflug, ein juristischer Blindflug“
Kritische Polizisten
Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates 151
Das Bundesverfassungsgericht
Aus Liebe zum Grundgesetz
Der GesellschaftsFAIRtrag
Unsere Rechtsabteilung
Alles in allem
Internetseiten und Blogs
Über den Autor
PRESSE
Vorwort
Als Reaktion auf die Maßnahmen, die zur Bekämpfung der CoronaPandemie 2020 bis 2023 von der Regierung ergriffen wurden, entstanden zahlreiche neue Formen des Widerstands. Die Politik – im Verbund mit Medien und einer neuen Expertokratie – hatte ohne gesetzliche Grundlagen den Ausnahmezustand erklärt. Das Notstandsregime regierte außerhalb des Grundgesetzes, unterband jede Diskussion und verfolgte Andersdenkende und Zweifelnde. In dem Maße, wie jegliche Kritik umgehend kriminalisiert wurde, bildeten sich neue Foren einer außerparlamentarischen Opposition.
Dieses Buch versucht eine Darstellung von bestimmten Teilen dieser Opposition, die sich über den Anlass hinaus zu verstetigen scheint. Ich beschränke mich hier auf die Bereiche Medien und Recht. Im Rahmen einer Reihe folgen weitere Bände, etwa über Wirtschaft und Gesundheit. Tatsächlich kann ich selbst meine beiden Gebiete nur in Ausschnitten beschreiben. Ausmaß und Vielfalt der Parallelgesellschaft haben mich bei den Recherchen verblüfft, sie übersteigen den Rahmen eines Buches. Die neue Opposition in Sachen Medien und Recht hat sich eng im Zusammenhang mit – oder besser gesagt: gegen – die neuen Realitäten des Ausnahmezustands gebildet. Insofern kann man die Kapitel über Medien und Recht auch als eine Art Chronik der Jahre des Ausnahmezustands lesen.
„Warum ist auf einmal alles so anders und warum sind auf einmal alle so blind – ich aber nicht?“, fragt der Philosoph Gunnar Kaiser in seinem Buch Der Kult.1 Spätestens im März 2020 wurde alles anders. Da spürte jeder Einzelne den Zugriff unbekannter Kräfte. Es ging sehr schnell. Mit einem Mal glitten wir nicht mehr auf den Gleisen unseres Lebens, etwas setzte uns auf eine andere Spur. Wir verloren selbst
die Illusion von Kontrolle. Die Geschichte würde ihren Lauf ändern, und wir hatten es nicht kommen sehen. Das war eine Erfahrung, die die meisten noch nicht gemacht hatten. Ich auch nicht. Am Montag, dem 16. März, stand ich im Garten, sah den Blütenstaub im milden Licht dieses wunderschönen Frühlingstages tanzen, spürte die samtweiche Luft und den Hauch einer Ahnung, dass mein bisheriges Leben zu Ende war und ich mich in einer anderen Welt noch einmal erfinden müsste. Es war nicht schrecklich, es war bloß überwältigend. So ist es geblieben. Auch davon handelt dieses Buch.
Nein, wir waren nicht zufrieden mit der Gegenwart, wir hatten uns bloß an sie gewöhnt und waren vollauf damit beschäftigt, den Kopf über Wasser zu halten. Leute wie ich hatten sich insgeheim damit arrangiert, Teile eines großen Fait accompli zu sein. Wir bekamen eine Art Gnadenbrot dafür, abendländischen Tiefsinn in die Luft zu pusten. Der Posten war vorgesehen und interessierte niemanden wirklich. Man hätte zufrieden sein können. Doch irgendwie rumorte das Abendland noch in einem: die Postulate des Guten, Wahren, Schönen, die Versprechen von Demokratie und Freiheit, die Tröstungen des Humanen, die Abenteuer des Denkens. All das hatte zwar nie funktioniert, aber der reichlich verwohnte Glanz der Ideale genügte uns. Wir waren Pausenclowns und hatten Mühe, uns ernst zu nehmen. Besseres fiel uns einfach nicht ein.
Dann kam der Sturz aus dem Gefüge. Und noch bevor wir das Geringste verstanden hatten, beschlossen wir, die Herausforderungen anzunehmen. Das ist, glaube ich, der Moment, der uns zu den „Sehenden“ hat werden lassen – auch wenn es für die meisten noch eine ganze Weile gedauert hat, etwas zu verstehen und schon gar das ganze Ausmaß. In dem Moment, da wir uns für den Zweifel entschieden, wurden wir in ein Ghetto eingeschlossen. Die Parallelgesellschaft hatten nicht wir gesucht. Sie wurde über uns verhängt. So schnell, so umfassend, dass man im Nachhinein nur vermuten kann: Die Quarantäne war vorgesehen.
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Während ich diese Zeilen schreibe, implodiert die uns bekannte Welt, die ich immerhin schon eine ganze Weile bewohne. Sie implodiert langsam, als wollte man allzu viel Aufsehen vermeiden, um das unvermeidliche Chaos des Endes so lange wie möglich aufzuschieben. Es gibt offenbar Geschichten, auf deren fast sicheren Ausgang man sich nicht vorbereiten kann. Vielleicht wie die Deutschen 1944. Es wird wohl kein Mensch bei Sinnen noch an den Endsieg geglaubt haben, und doch hatte fast niemand die totale Niederlage auf dem Schirm. Die Zerstörung fraß sich in das Land. Man rettete sich in die Luftschutzbunker, feierte zwischendurch noch ein bisschen Weihnachten, beerdigte die Väter und schickte die letzten Kinder in kommende längst verlorene Schlachten.
Wahrscheinlich werden auch in unseren Tagen noch ein paar Kriege vom Zaun gebrochen, um dem Ruin seine physischen Umstände zu geben oder um ihm eine Art Logik zu verleihen. Wie sonst könnten die Menschen verstehen, dass die endlosen Staffelläufe des Fortschritts schier unirritierbar auf einen Ground Zero zulaufen? Zeitgenossen, die über zwei Jahre lang der Maske gedient haben, finden vielleicht Halt darin, Russland besiegen und die Ukraine befreien zu wollen. In der wirren Ahnung eines unbegreiflichen Endes werden Menschen zu Amokläufern, die jeden Gedanken erschießen, der sich ihnen in den Weg stellen könnte.
Während wir mal wieder ein Apfelbäumchen pflanzen. Es muss weitergehen. Vielleicht könnte es sogar besser weitergehen.
Es gibt reichlich und reich fundierte Vermutungen darüber, dass die Erosion unserer Realität weniger einigen Unfällen entsprungen ist, sondern vielmehr einem lange vorbereiteten Szenario gehorcht. In dieser Sicht der Dinge wohnen wir einer kontrollierten Zerrüttung bei. Kurz gesagt: Interessierte und außerordentlich potente Kreise fahren das System, das kurz vor dem Kollaps steht, herunter und haben bereits die Pläne für die Neukonstruktion ihrer Herrschaft in der Tasche. Es geht weniger um Geld, sondern um Kontrolle. Geld ohne Macht ist so gut wie wertlos.
Doch bereits vor der Pandemie hat sich eine Bewegung entwickelt, die sich außer Reichweite des seit geraumer Zeit absehbaren Systemcrashs bringt. Unauffällig und ohne Aufheben von sich zu machen. Um die Wahrheit zu sagen: Bevor ich mit diesem Buch begonnen habe, hatte ich bloß vage Ahnungen vom Ausmaß dieser Parallelgesellschaft oder besser: dieser Gegenkulturen.
Eine gewisse Unauffindbarkeit gehört zum Geschäftsmodell dieser Bewegung. Insofern kann niemand genau sagen, wie viele Menschen in Deutschland sich längst klammheimlich vom Acker der gängigen Gesellschaftskonfiguration gemacht haben. Sicher hingegen ist, dass der verordnete Bruch mit der alten Normalität der Suche nach einer neuen, selbst geschaffenen Normalität einen gewaltigen Auftrieb verschafft hat. Es dürfte mittlerweile eine „kritische“ Zahl von Menschen geben, die aus dem System ausbrechen und das System aus ihrem Innenleben vertreiben wollen.
Sowenig unsere Gesellschaft aus identitärer Einheit gegossen ist, so wenig sind jene Abtrünnigen eine geschlossene Veranstaltung. Der Aussteiger ist keine Erfindung unserer Tage. In der bürgerlichen Moderne haben Künstler sich meist als Vertreter einer gewissen Eigenart verstanden. Man könnte sogar sagen: Diese Spielwiesen kontrollierter Abweichung waren im großen Gesellschaftsganzen durchaus vorgesehen. Manchmal gründeten die Kreativen gar eigene Orte, Enklaven gewissermaßen, wo sie unter sich blieben und mit verschiedenen Lebensformen experimentierten. Allerdings blieben solche Künstlerkolonien meist im regen und parasitären Austausch mit den Metropolen, ohne die sie gar nicht hätten überleben können.2 Ähnlich ging es den Aussteigern in den 1970er Jahren, halb Hippies, halb Revolutionäre im revolutionären Vorruhestand, die sich den Imperativen der Leistungsgesellschaft entziehen wollten. Doch es blieben individuelle Projekte, die im Laufe der Jahre meist zwischen die Mühlsteine des individuellen Hedonismus und einer abstrakten Geschichtsphilosophie gerieten. In den letzten Jahrzehnten haben Millionen Deutsche3 irgendwo im Rest der Welt eine Bleibe
gefunden, wo sie entweder vom mitgebrachten Vermögen leben oder kleine Subsistenzökonomien aufgebaut haben. Dabei mögen ökonomische Gründe eine Rolle gespielt haben, etwa Angst vor Armut im Alter, oder dem Überdruss am Staffellauf der Krisen. Doch das sind ebenfalls alles individuelle Lebensentscheidungen. Um persönliche Entscheidungen kommt niemand herum. Aber keiner rettet sich allein. Die Krakenarme des Systems sind lang. Hier geht es um die, die eine neue Gesellschaft aufbauen wollen, die anders leben wollen und die bereits eine ganze Reihe von „Musterbetrieben“ auf die Beine gestellt haben. Der Philosoph Milosz Matuschek hat das treffend beschrieben:
„Es wird kein Retter kommen. Kein Messias, kein plötzlicher Held, kein Held oder Neo aus Matrix. Es wird niemanden geben, der für den Einzelnen die Arbeit macht. Wer sich als Retter andient, will betrügen. Staatsgläubigkeit und Gehorsam führen ebenso in den Ruin wie der blinde Glaube an den Fortschritt, den Charles Baudelaire einmal die „Ideologie der Faulen“ genannt hat. Alles hängt gerade davon ab, ob sich die Gesellschaft selbst organisieren kann und einen gemeinsamen Willen zu bilden vermag. Gegen Machtkonzentration, Technokratie, Korporatismus und Planungszentralismus hilft nur die organisierte Kraft dezentral agierender Individuen. Es wird Zeit, dass der Bürger die Strukturen seiner Lebenswelt selbst in die Hand nimmt. Gegen korrupte Regierungen hilft nur, daran zu arbeiten, unregierbar zu werden.
Es gibt Mittel und Wege für jedermann, dem bisherigen System die Gefolgschaft zu entziehen, und es braucht nicht mal besonders viel Mut dazu: dezentrale Information durch Bürgerjournalismus. Dezentral organisierte Willensbildung von unten nach oben in vielerlei Initiativen. Dezentrales Geld wie Bitcoin statt Kaufkraftschwund und absehbare Enteignung. […] Gegen die Kraft der Vielen ist kein Kraut gewachsen. Die nächste Revolution wird dezentral sein, niedrigschwellig umsetzbar sein und nichts kann sie aufhalten.“ 4
Das ist das Programm ohne Gebrauchsanweisung. Die Coronoia hat dieser Perspektive massenhaft Akteure zugeführt. Die Politik der Pandemie hat eine schwer quantifizierbare Menge von Menschen schlicht rausgeschmissen. Es geht nicht um ein paar Härtefälle, es geht um viele Millionen Bürger, die gleichsam über Nacht zu kriminellen oder kranken Elementen wurden. Wer sich der Politik nicht fügte, wurde entlassen oder bekam es mit der Justiz zu tun. Der Corona-Staat5 setzte Grundrechte außer Kraft, als handle es sich um lästige Vorschriften einer Schrebergartenordnung. Die heilige Gewaltenteilung wurde als hinderlich erkannt und schamlos umgangen. Wer sich der quasitotalitären Gesundheitspolitik nicht unterordnete, den diffamierte man als „Querdenker“ – damit war eine frei erfundene Allianz von AfD, Reichsbürgern, CoronaLeugnern und Antisemiten gemeint. Diese Diffamierung bedeutete den Ausschluss aus der Öffentlichkeit, die jetzt fast nur noch aus geklonten Gläubigen bestand.
Dazu kamen die Millionen von Einzelhändlern, Handwerkern, Gastronomen, Hoteliers und anderen Mittelständlern mit ihren Angestellten, die entweder ihre Läden schließen mussten oder im Kriechgang überleben durften. Manche haben sich vielleicht damit getröstet, mit ihrem Opfer Leben gerettet zu haben, den meisten dürfte der Unsinn dieser Politik mittlerweile dämmern. Systematisch wurde die Angst vor einer gewaltigen Pandemie geschürt, und wer sich nicht vor Corona fürchtete, musste um seine Existenz bangen. Wer sich noch traute, einen eigenen Gedanken zu hegen, bekam die massive staatliche und soziale Repression zu spüren.
Und das Anschlussprogramm aus Inflation, explodierenden Energiepreisen, Lieferengpässen, einem Krieg in der Ukraine (dessen Eskalation der Westen sich so zu eigen macht, dass er dabei mit einiger Sicherheit untergeht), und einem gewaltig orchestrierten, jeden Tag näher rückenden Klimakollaps, nicht zu vergessen, die ständig geschürten Aussichten auf eine Rückkehr der Seuche mit den entsprechenden Maßnahmen, all dies ist nicht gerade geeignet,
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erschüttertes Vertrauen ins System wiederherzustellen. Kurz, mehr konnte man eigentlich nicht tun, um viele Menschen von systemischen Alternativen träumen zu lassen, von einem anderen Leben. Ein erheblicher Teil dieser neuen Alternativen hat es nicht beim Traum belassen, sondern angefangen, alternative Welten zu entwerfen oder gar konkret einzurichten. Dabei sind sie auf manchen Veteranen gestoßen. Davon wird in diesem Buch zu erzählen sein: Vom Entstehen einer neuen Medienöffentlichkeit, von der Korrosion des Rechtsstaates und den Kämpfen dagegen im Lokalen und im großen Stil, aber es geht immer auch um den Auszug aus einer Realität, in der wir uns selbst aus den Augen verloren haben, einer Zivilisation, die beim Überhang der Mittel über die Zwecke schier den Verstand verloren hat.
Milosz Matuschek hat vollkommen recht: Diese Revolution wird nicht auf den Barrikaden stattfinden, und keine neue Junta muss installiert werden. Menschen wenden sich einfach ab, desertieren aus der bestehenden Ordnung und schließen sich zusammen, um etwas anderes zu erschaffen. Und sie werden da auf die treffen, die bereits zuvor nicht länger von dieser Welt sein wollten. Vielleicht keine neue Welt, es würden erst mal nur ein paar Orte reichen, an denen man nicht mehr lebt, als könnte man gewinnen – die Unsterblichkeit oder wenigstens ein Freispiel. Soweit die Phantasie, von der Technokraten nicht mal träumen können.
Im Folgenden berichte ich von Projekten und Aktivisten, die bereits vor der Pandemie zu kritischen Außenseitern wurden und von denen, die seit Corona nach konkreten gesellschaftlichen Alternativen suchen. Es geht um eine gewisse Chronologie, die von den Umständen erzählt und davon, wie alles gekommen ist. Wir können nur von Beispielen erzählen und einige wenige Akteure vorstellen. Ein Buch allein mit der Aufzählung aller Aktivitäten und Aktivisten hätte unweigerlich Telefonbuchformat. Meine Auswahl versucht, das ganze Spektrum anzudeuten. Viele und vieles mussten unerwähnt bleiben. Ihnen ist das Buch gewidmet.
„Wenn öffentliche Kommunikation der Treibstoff der Polarisierung ist, wird man die fortschreitende Polarisierung nicht mit öffentlicher Kommunikation stoppen können.“
Juli Zeh, Simon Urban, Zwischen Welten
Die Zerstörung der Kommunikation
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Aus der Sicht eines einigermaßen kritischen Verständnisses von Journalismus hat der mediale Mainstream seit 2020 auf eine atemberaubende Art und Weise versagt. Es gab bereits vorher deutliche Hinweise darauf, dass der klassische Journalismus sich in heller Auflösung befand. Doch selbst kritische Geister wurden von der Geschwindigkeit und Wucht überrascht, mit der die alte Medienwelt sich überaus erfolgreich und konsequent als Propagandamaschine neu erfand. Diese Geschichte ist so interessant wie die Geschichte jener Medien, die in dieser Konfrontation entstanden. Die eine Geschichte lässt sich nicht ohne die andere beschreiben. Ohne die radikale und brachiale mediale Repression des Mainstreams wäre keine neue Gegenöffentlichkeit entstanden.
Diese Gegenöffentlichkeit bedeutet etwas anderes als nur eine radikal kritische Position auf dem weiten Feld der Meinungen. Man hat uns das Recht auf unsere Ansichten verboten, die Drähte der Kommunikation gekappt und uns des Feldes verwiesen. Eine ganze Reihe neuer Verbrechen werden uns zur Last gelegt: Verschwörungstheorien, Corona-Leugnung, Treiber der Pandemie, Delegitimation des Staates, alles wahlweise mit oder ohne Antisemitismus. Wir können uns nicht dagegen wehren. Jedes unserer Worte gerät umgehend zum Beweis unserer Schuld. Der Instanzenweg ist ausgeschlossen. Das sind die neuen medialen Umstände: die Zerstörung der Kommunikation durch Medien. Das war und bleibt auch ein persönliches Ereignis. Davon handeln die folgenden Seiten und von Beispielen für die neuen kommunikativen Netze und die Wege der Selbstverständigung, die daraus entstanden sind. Aus der Notwehr sind mittlerweile auch einige bemerkenswerte Projekte hervorgegangen.
Die medialen Bodentruppen
Bemerkenswerterweise haben viele von uns die ersten Zeichen des Kommenden glatt übersehen. Ab dem 20. Januar 2020 startete der mediale Rummel rund um ein „neuartiges Virus“ aus Fernost und wurde in den folgenden Wochen stets schriller. Als hätte man auf einen globalen Startknopf gedrückt, stürzten sich die Medien auf die wenigen Fälle von „mysteriösen Lungenentzündungen“, die mittlerweile auf Geheiß der chinesischen Staatsführung in dramatische Bilder übersetzt wurden. Im Handumdrehen entstand der Eindruck eines Infernos, das in China bereits wütete und zum Sprung in den Rest der Welt anzusetzen drohte. Jede harmlose Zahl wurde jetzt im Schein der medialen Feuersbrünste zum Beweis für die nahenden viralen Todesschwadronen.
Am 20. Januar machen die Tagesthemen zum ersten Mal die Pandemie zum Aufmacher. Unverzüglich erinnert die Moderatorin Caren Miosga an die SARS-Pandemie 2002/03, die tausend (!) Opfer weltweit gefordert habe. Die Zahl der Ansteckungen steige rasant. In China seien 200 Fälle gemeldet und 2 Tote bestätigt, erklärt der Chinakorrespondent. Und noch bevor man sich fragt, warum 200 kranke und 2 tote Chinesen so viel Nachrichtenwert haben sollen, kommen schon die Bilder aus Wuhan, Bilder aus einem Katastrophengebiet, in dem es aussieht, als wäre eine Bombe eingeschlagen. Die Ausbreitung sei rasant, wurde allenthalben kolportiert: Nach 27 Fällen Ende Dezember werden drei Wochen später weltweit etwas über 200 Infektionen insgesamt gemeldet. Man kann in dieser Informationspolitik die Blaupause der gesamten kommenden globalen Berichterstattung erkennen: Die Präsentation der Nachricht überlagert ihren informatorischen Gehalt. Caren Miosga meint das Gegenteil dessen, was sie wörtlich sagt. 200 Fälle im Verlauf mehrerer Wochen bedeuten
das Gegenteil von „rasanter Ausbreitung“. Doch der professionelle Alarmismus macht die Musik. The Sound and the Fury.
Die permanente katastrophische Modulation lässt jede Information zum Beleg der Katastrophe werden. Inzidenzwerte von 70, 700 oder 7.000 – einerlei, mediale Präsentation und politischer Wille entscheiden über die Bedeutung der Zahlen. Jede Argumentation erübrigt sich. So bereitet ein nie zuvor dagewesenes mediales Großaufgebot dem Virus einen Empfang, dem es unmöglich hätte entkommen können. Allein das öffentlich-rechtliche Begrüßungskomitee in Deutschland schlägt alle Rekorde des hiesigen Sensationsjournalismus.
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Die Tagesschau mag zwar den Informationswert eines Fix und FoxiHeftchens haben, wie bereits Dieter Hildebrandt vor Jahrzehnten treffend bemerkte, doch sie hat den unschätzbaren Vorteil, den Geisteszustand der parlamentarischen Mitte als Norm zu verbreiten. Seit dem 20. Januar werden die beiden ARD-Nachrichtensendungen Tagesschau6 und Tagesthemen konsequent von dem „neuartigen Virus“ formatiert. Bereits in diesem frühen Stadium wird Corona verblüffend oft zum Aufmacher: In Tagesschau und Tagesthemen am 22., 23., 28., 29. und 30. Januar. Am 29. Januar gibt es zusätzlich eine Ausgabe Tagesthemen extra. Im Februar geht es fast so weiter: Am 1., 26., 27. und 28. Februar machen sowohl Tagesschau als auch Tagesthemen groß mit Corona auf. Am 2. und 13. Februar macht die Tagesschau Corona zur Schlagzeile Nummer 1. Und die Tagesthemen am 4., 12., und 16. Februar. Ich zähle hier nur die „Aufmacher“ – die meisten übrigens in Überlänge. Um die Relationen herzustellen: Am 1. Februar gibt es außerhalb Chinas weniger als 200 Fälle von Infektionen mit SARS-CoV-2. Am 15. Februar zählt man in Europa knapp 50 Infizierte und an diesem Tag auch den ersten Toten. Wohlgemerkt, die Experten des RKI haben noch am 26. Februar „keinen Grund zur Panik“ gesehen. Doch nachdem Medien Corona eine riesige Schneise gebahnt hatten, brauchten in Italien nur noch Lastwagen mit Särgen über die Bildschirme zu flimmern, damit die Panik die Regie übernehmen konnte.7
Ab Mitte März folgt bei der ARD nach der Tagesschau beinahe täglich ein Sonderbericht in Sachen Corona von 15 bis 45 Minuten Länge. Die Dritten Programme senden pausenlos Corona-Lokales. Keine Talkshow, die nicht Schrecken verbreitete. Jeder Sender hat seinen Corona-Live-Ticker und fast jeder seinen Corona-Podcast.
Zur Paradenummer wird das Coronavirus-Update des NDR mit Professor Christian Drosten. Der Podcast geht am 26. Februar 2020 erstmals auf Sendung. Zu diesem Zeitpunkt gibt es in Deutschland –nach damaligem Kenntnisstand – 18 positiv Getestete, in ganz Europa sind es etwas über 400. Eine dramatische Entwicklung war ausweislich fast aller Experten auch nicht unbedingt zu erwarten. Das Spiel katastrophische Performanz versus kühle Inhalte zieht sich bis in den Podcast hinein. In den ersten Folgen vernimmt man ein Dauerstörgeräusch – nur die Moderatorin und Christian Drosten scheinen davon nichts mitzubekommen. Ein systemisches Knirschen: einerseits der hysterisch gepolte mediale Apparat, der auf Katastrophen lauert, und auf der anderen Seite der Katastrophenexperte, der zumindest anfangs partout mit der Katastrophe hinterm Berg hält. Ein Fachmann, der laufend zu Protokoll gibt, nicht allzu viel zu wissen. „Das kommt auch daher, dass wir im Prinzip gerade das Schiff zusammenzimmern, während wir lossegeln“8, erklärt Drosten immer mal wieder heiter.
Der WDR sendet einen Podcast mit seinem volkstümlichen Doc Esser und der MDR schickt Professor Alexander Kekulé mit einem eigenen TV-Hochsitz ins mediale Rennen. Hendrik Streeck darf anfangs noch im Bayerischen Rundfunk Unklarheiten über das neuartige und unglaublich gefährliche Virus verbreiten – bis ihn der Kollege Drosten abschießt.9 Unbestreitbar bleibt Christian Drosten zwei Jahre lang das Ass im Ärmel der Pandemie, die ihren Siegeszug weitgehend ihren Kommentatoren verdankte. Der NDR ersann Dutzende von Ausspielwegen für den bald supererfolgreichen VirenTatort. „Schicken Sie uns einfach das Wort ‚Start‘ über den ausgewählten Messenger. Oder Sie laden die App von Notify herunter
und aktivieren den Kanal von NDR Info. Auch im NDR RatgeberChannel auf YouTube finden Sie den Podcast mit Christian Drosten.“10 In Auszügen wird der Podcast auch noch auf N-JOY, NDR 2, NDR 1 Niedersachsen, NDR 90,3 und NDR 1 Radio MV verbreitet. Die Ehrungen der Medienbranche ließen nicht lange auf sich warten: Im Juni wurde dem Podcast der Grimme Online Award zugesprochen.
Und außerdem noch der Publikumspreis.
Die Printmedien stehen dem in nichts nach: Am 21. Januar erobert Corona einen Platz auf Seite 1 der FAZ. An die Spitze der medialen Demagogie setzt sich erwartungsgemäß bald der Spiegel mit seiner Ausgabe vom 1. Februar 2020. Auf dem Titelblatt starrt ein Asiate im roten Schutzanzug durch eine Gasmaske auf ein Handy.
Darunter: „Corona-Virus. Made in China. Wenn die Globalisierung zur tödlichen Gefahr wird“. Die dazugehörige Titelgeschichte setzt Maßstäbe: Alarmismus in Bestform, fehlende Kenntnisse werden durch apokalyptische Phantasmen ersetzt. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Europa genau 28 festgestellte Infektionen.
Doch es sind keineswegs nur die deutschen Medien. Die New York Times, die vor dem 20. Januar nur spärliche Notizen zur mysteriösen Krankheit in China veröffentlicht hatte, druckt am 21. Januar gleich 5 Artikel zum Thema, zwei Tage später sind es bereits 13 – allesamt an prominenter Stelle. In Italien berichtet La Repubblica in großer Aufmachung vom „virus misteriosa“ und behauptet, in zwei Tagen habe es 136 neue Fälle gegeben – was natürlich falsch ist. Im Rest der Welt geht es ähnlich zu.
Von Ende Januar bis Anfang März 2020 hatte ein furchterregender Gesinnungsjournalismus das Terrain flächendeckend erobert. Von alledem hatte ich nichts mitbekommen. Das Gekreische des Mainstreams konnte ich bereits seit Längerem nur in kleinsten Dosen aushalten.
Die neue Gegenöffentlichkeit entsteht
Damit befand ich mich in bester Gesellschaft. Zum Beispiel mit Paul Schreyer. Der hatte im Januar 2020 zusammen mit Ulrich Teusch und Stefan Korinth das Magazin multipolar mitgegründet und blieb dann noch eine Weile mit dem Gründen beschäftigt, außerdem okkupierten ihn die Wirren eines Umzugs. Paul Schreyer darf man getrost einen kritischen und aufmerksamen Zeitgenossen nennen. Er wurde 1977 in Rostock geboren und lebt bis heute in der Umgebung. Der Sohn des in der DDR berühmten Schriftstellers Wolfgang Schreyer folgte seinem Vater, wenn schon nicht als Romancier, so doch als hervorragender Autor. Seine ersten drei Bücher11 setzen sich mit den Ereignissen des 11. September auseinander. Bis heute bezweifelt Schreyer die amtliche Version der Ereignisse. Der mediale Umgang mit den Attentaten wurde nicht nur für ihn, sondern auch für Mathias Bröckers und Ken Jebsen zur journalistischen Ursünde des 21. Jahrhunderts.
Mit seinen Büchern schrieb sich Schreyer in die dünn besetzte Liga des kritischen investigativen Journalismus. Gelernt hatte er das nicht. Er absolvierte zunächst eine Ausbildung als Tontechniker und arbeitete nach 2000 als freier Werbegrafiker. Mit seinen nächsten Büchern schaffte Schreyer es in die Spiegel-Bestsellerlisten. 2014 erschien Wir sind die Guten12 . Darin lieferten er und Mathias Bröckers eine fundierte Gegendarstellung zur geläufigen Berichterstattung über die Ukraine-Krise der Jahre 2013/14. Zwei Jahre später folgte die Publikation Wer regiert das Geld? Banken, Demokratie und Täuschung, in der es darum geht, wie Banken mit Krediten Geld schöpfen. 2018 folgte Die Angst der Eliten. Wer fürchtet die Demokratie? 13 . Schreyer analysiert die Demokratiedefizite in Deutschland und – obgleich klar erkennbar kein Parteigänger – warnt vor einer Hetzjagd auf die AfD,
deren jüngste Erfolge vor allem die Eliten beunruhigen müssten. Auf den Digitalplattformen Telepolis, KenFM, Rubikon, NachDenkSeiten und Free21 veröffentlichte er zahlreiche Artikel, bis er Anfang 2020 sein eigenes Medium gründete.
PRESSE
Das Magazin multipolar übertraf von Anfang an die bescheidenen Erwartungen, die die drei Herausgeber hegten. Zunächst erschien nur etwa ein Artikel pro Woche, doch hatten die Redakteure eine Empfehlungsspalte eingerichtet, die täglich neue Hinweise auf Artikel und Publikationen aus aller Welt enthielt, manchmal mit dem kurzen Kommentar eines der Herausgeber versehen. Diese Servicekolumne wurde von vielen wie eine Collage gelesen – als eine Art überraschendes Weltjournal. Der Journalist Dirk Pohlmann – von dem später noch die Rede sein wird – hält multipolar für ein besonders gelungenes Beispiel des neuen kritischen Digitaljournalismus.
Bei multipolar erschienen in den ersten Wochen nach der Gründung einige medienkritische Artikel, auch von Paul Schreyer, aber der laufende gesinnungsjournalistische Amok kam darin nicht vor. Das änderte sich schlagartig am 7. März, als ein Text von Wolfgang Wodarg in dem Online-Magazin erschien: „Coronavirus: Panikmacher isolieren“14. Gleichsam im Vorübergehen entzauberte Wodarg die Parameter, auf deren Grundlage die „Pandemie“ inszeniert wurde:
„Wir messen derzeit nicht die Inzidenz von CoronavirusErkrankungen, sondern die Aktivität der nach ihnen suchenden Spezialisten. Alle Institutionen, die uns jetzt wieder zur Vorsicht alarmieren, haben uns schon mehrfach im Stich gelassen und versagt. Viel zu oft sind sie institutionell durch Sekundärinteressen aus Wirtschaft und/oder Politik korrumpiert. Wer nicht leichtfertigen Panik-Meldungen hinterherlaufen, sondern lieber das Risiko einer sich ausbreitenden Infektion verantwortungsbewusst abschätzen möchte, muss sich solider epidemiologischer Methodik bedienen. Dazu gehört, dass man das ‚Normale‘, die Baseline anschaut, bevor man von etwas Besonderem sprechen kann.“
Das war in gewisser Weise der Gründungstext jener Parallelgesellschaft, die in den kommenden zwei Jahren entstehen sollte. Schreyer kannte den einstigen Bundestags- und Europaabgeordneten von früheren Begegnungen. Wodarg war zudem nicht nur Facharzt für Lungenkrankheiten, er hatte auch ein Gesundheitsamt geleitet. 2009/10 hatte er die pandemischen Inszenierungen um die Schweinegrippe als Verschwörung von Pharmaindustrie, Politik und Medien entlarvt. Der Mann wurde allgemein hochgeschätzt, sowohl als Facharzt wie auch als kritischer Gesundheitspolitiker.
Doch seinen warnenden Text zur angeblichen aktuellen Pandemie hatte er vergeblich den Flaggschiffen des Qualitätsjournalismus angeboten.15 Auf multipolar wurde er über 100.000 Mal angeklickt und verbreitete sich vermutlich millionenfach im Netz. Doch es war nicht allein seine fachliche Kritik, die vielen Lesern die Augen öffnete. Sondern auch die wütenden Reaktionen des medialen Establishments, die nicht nur wie Kriegserklärungen klangen, sondern auch so gemeint waren.
Ein einziges Mal durfte Wodarg seine Kritik im öffentlich-rechtlichen Rundfunk darlegen, nämlich am 10. März in dem ZDF-Magazin Frontal 21. Der Beitrag wurde auch noch gesendet, doch schien sich bereits während der Aufnahmen das Blatt zu wenden.
„Alles war gut gelaufen, aber als ich das Studio verließ, spürte ich in den Redaktionsbüros eine seltsame Stimmung. Ich nahm das nicht so ernst und machte mich, zufrieden mit den Hörergesprächen, auf den Heimweg. Am Torweg zum Hinterausgang stand ein Mann, der sich gerade eine Zigarette anzündete. Ich erkannte Hubertus Heil, mit dem ich im Gesundheitsausschuss des Bundestages vor Jahren zusammengearbeitet hatte. Mit einer scherzhaften Bemerkung über die gesundheitlichen Auswirkungen des Rauchens begrüßte ich also den Bundesminister für Arbeit und Soziales und seine mir unbekannte Begleitung. Als er mich fragte: ‚Was machst du denn hier?‘, nutzte ich die Gelegenheit zur Bitte, er möge mir doch helfen,
diese unnötige Panik schnell zu beenden. Daraufhin zog er noch einmal an der Zigarette, lächelte schweigend und wünschte mir ohne weiteren Kommentar alles Gute.“ 16
In den folgenden Tagen brach eine beispiellose Diffamierungskampagne über Wodarg herein, und das neueste Produkt des postmodernen Absolutismus wurde von der Leine gelassen: die Faktenchecker und artverwandte Zensurtrupps. Karsten Montag hat fast drei Jahre danach den Großangriff auf Wodarg rekonstruiert und die Dürftigkeit der „Argumentation“ gegen ihn demonstriert.17
Michael Meyen und die Grenzen des Sagbaren
Niemand wird den Münchener Medienwissenschaftler Michael Meyen als weltfremden Akademiker abtun dürfen. Doch die Wahrheit ist: Meyen hatte bereits seit einiger Zeit dem medialen Mainstream den Ton abgedreht. Ein Akt spiritueller Hygiene. So erklärt sich, dass selbst dieser hochaufmerksame Zeitgenosse die immer schriller werdende Hysterie über eine angeblich wütende Pandemie schlicht überhört hat. Es bedurfte eines eher ephemeren Anlasses, um Meyen endlich aufhorchen zu lassen. Am 11. März ereilte ihn die Nachricht, dass der Marathonlauf in Wien am 17. bis 19. April wegen der Pandemie ausfallen sollte. Jetzt platzte dem leidenschaftlichen Läufer, der sich gerade in Bestform fühlte, der Kragen. Als er daraufhin der medialen Realität wieder Gehör schenkte, entdeckte er die Welt im Bann eines vollends enthemmten medialen Alarmismus. Umgehend veröffentlichte er auf Rubikon mehrere kritische Texte zur Situation. Das 2017 gegründete Webmagazin gehörte zu den ersten Plattformen, die auf die pandemische Medienoffensive radikal kritisch reagierten.
Michael Meyen wurde 1967 in Bergen auf Rügen geboren. Er begann sein Journalistikstudium 1988 in Leipzig. Seiner DDRSozialisation entsprechend wollte er Parteijournalist werden. Die Wende machte seine Pläne zunichte, ebenso wie den Glauben an jenen Sozialismus. Gleichwohl würdigt er Jahrzehnte später die Journalistenausbildung in der DDR – nicht wegen der PR-Schulung, sondern wegen des hohen Anteils an praktischen Übungen während des Studiums.18 Er hält guten Journalismus eher für ein komplexes Handwerk als für ein akademisch begründetes Wissen. Nach dem Studium sammelte er sechs Jahre lang Berufserfahrung bei Printmedien und beim Hörfunk. Nebenbei promovierte er und
hatte Lehraufträge an verschiedenen Universitäten. Nach seiner Habilitation 2001 wurde er bereits im folgenden Jahr als Professor für Allgemeine und Systematische Kommunikationswissenschaft an die Ludwig-Maximilians-Universität München berufen. Da war er gerade 35 Jahre alt.
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Später wurde er Co-Sprecher des bayerischen Forschungsverbundes „Fit for Change“ (Laufzeit 2013 bis 2017), Initiator und von 2018 bis 2020 Co-Sprecher des bayerischen Forschungsverbundes „Zukunft der Demokratie“ (Laufzeit bis 2022), Sprecher des BMBFForschungsverbundes „Das mediale Erbe der DDR“ (2018 bis 2022). Es sah ganz danach aus, als könnte nichts mehr diese exzellente akademische Karriere erschüttern. Es kam anders.
Ende 2017 erließ der Münchener Stadtrat einen Beschluss, der nicht nur die Aktivitäten von BDS (= Boycott, Divestment and Sanctions) untersagte, sondern sogar die Thematisierung dieser Aktivitäten. BDS war eine internationale Bewegung, die aufgrund der völkerrechtswidrigen Politik Israels gegenüber den Palästinensern zum Boykott von israelischen Waren und Dienstleistungen aufrief, und zwar nach dem Vorbild früherer Boykottkampagnen gegen den Apartheid-Staat Südafrika. Doch umgehend verglich man jetzt BDS mit dem nationalsozialistischen Aufruf zum Boykott jüdischer Geschäfte, und die Organisation wurde in vielen westlichen Ländern als antisemitisch eingestuft. Der Kommunikationswissenschaftler Meyen interessierte sich allerdings weniger für das politische Problem, sondern ihn beschäftigte, ob ein Stadtrat gewisse Themen im öffentlichen Raum einfach untersagen durfte. Deshalb lud er den renommierten und besonders im Völkerrecht sachverständigen Journalisten Andreas Zumach ein, am 7. November 2018 einen Vortrag an der Ludwig-Maximilians-Universität in München zu halten. Zumach gehörte keineswegs zu den Gefolgsleuten von BDS, aber er setzte sich seit geraumer Zeit für eine Verständigung von Israelis und Palästinensern ein. Sein Vortrag trug den Titel „Israel, Palästina und die Grenzen des Sagbaren“19. Wo immer Zumach seinen Vortag hielt,
offenbarte sich das, worüber er sprach: „die Grenzen des Sagbaren“. So wurde auch die Veranstaltung in München prompt zum Fiasko.
„Es wird still im Saal, als Michael Meyen, Professor für Kommunikationswissenschaft an der LMU, ans Mikrophon tritt. Der Hörsaal ist brechend voll, viele müssen stehen. Im Vorfeld hatte die Veranstaltung viel Kritik geerntet. Ein gutes Dutzend Organisationen warfen der Veranstaltung Antisemitismus oder eine Nähe zur Israelboykott-Bewegung (BDS) vor. Darunter der Verband der Jüdischen Studenten in Bayern, die Zionistische Organisation München, die Jewish Agency und mehrere Jugendverbände linker Parteien, des DGB, der DIG sowie die ‚Münchner Bürger gegen Antisemitismus und Israelhass‘. Das ‚Linke Bündnis gegen Antisemitismus‘ rief die Studierenden dazu auf, eine ‚Haltung einzunehmen‘ und sich mit ‚Jüdinnen und Juden gegen Antisemitismus‘ zu solidarisieren. Vor dem LMU-Gebäude verteilen einzelne kurz vor Veranstaltungsbeginn noch Flugblätter gegen das Event. Im Saal versprengte Grüppchen halten kleine Israelfahnen in den Händen, einige Menschen mit Kippa sind zu sehen.“20
Eigentlich die bekannte, fast rituell gewordene Konfliktkonstellation:
Jede Israelkritik wird zu Antisemitismus umgebogen. Das Terrain ist komplett vermint. Allerdings erleben wir hier eine neue Variante, die zum Modell der kommenden Jahre werden soll. Traditionell traf der Vorwurf des Antisemitismus die außerparlamentarische Linke, falls sie Kritik an Israel zu äußern wagte. Doch in dem Maße, wie der „Populismus“ der AfD die eingespielten Routinen der parlamentarischen Demokratie und die Interessen der Eliten zu stören begann, in dem Maße reihten sich auch Linke in den „Kampf gegen rechts“ ein und machten sich den Antisemitismus-Vorwurf zu eigen.
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Darin bestand gewissermaßen die Falle, in die Michael Meyen jetzt reingeschrieben wurde:
„Meyen, dessen Lehrbereich die Veranstaltung ausrichtet, ist die Nervosität leicht anzusehen. Er eröffnet mit Verweisen auf wissenschaftliche Kapazitäten, um die Folgen staatlichen Eingreifens in den öffentlichen Diskurs darzustellen. Als erstes wählt Meyen den Volkswirtschaftler Albert Schäffle (1831-1903), der durch das Werk ‚Bau und Leben des sozialen Körpers‘ 1881 auffällig wurde. Meyen kommt ins Schwärmen: ‚Ich bin in der DDR aufgewachsen und habe in Albert Schäffle meine Jugend wiedergefunden, ich habe da wiedergefunden, was passiert, wenn gewisse Themen und Perspektiven aus der Öffentlichkeit ferngehalten werden.‘“21
Den woken linken Kommentatoren war der bedrohte Pluralismus egal. Sie stürzten sich auf das erwähnte Werk Schäffles, das sie kurzerhand zum Gründungsdokument des modernen Antisemitismus ernannten und übersahen geflissentlich, dass es Schäffle allein um eine Kritik am jüdischen Wucherer ging und gerade nicht um den rassistisch umgedeuteten „modernen“ Antisemitismus. Und diese Kritik am jüdischen Wucherer ist in der abendländischen Geistesgeschichte ein geläufiger Topos, bei dem man stets die Güte hatte, den entsprechenden Koryphäen von Luther über Voltaire bis Herder zu verzeihen. Im Übrigen wurden die diesbezüglichen Passagen in den späteren Auflagen von Bau und Leben des sozialen Körpers gestrichen. Schäffle hatte auch nirgends als glühender Antisemit Ruhm erworben, sondern war als Theoretiker eines durch und durch liberalen Sozialismus eher in Vergessenheit geraten. Und darum ging es auch Michael Meyen. Der Münchener Stadtrat habe mit seinem Beschluss die Deutungshoheit an sich gerissen und Kritiker „als Verschwörungstheoretiker, als Querfrontler, als Antisemiten“22 diffamiert.
„Der Lehrbereich Meyen der LMU präsentierte eindrücklich eine Neuauflage des Antisemitismusstreits von 1879 – und positionierte sich in der Debatte eindeutig“23, hieß es. Das war zwar eindeutig der größte Blödsinn, aber diese Politik des Ausschlusses machte Schule. Deshalb habe ich den Fall so ausführlich dargestellt, weil dieses Modell
zwei Jahre später gewissermaßen zur Doxa der Zitadelle wird – nicht nur in München, sondern überall da, wo es gilt, Skeptiker und Zweifler vom Zutritt zur „richtigen“ Öffentlichkeit abzuhalten. Im Grunde hatte man diese Technik bereits bei Ken Jebsen ziemlich erfolgreich angewandt, den man so zum Antisemiten abgestempelt hatte. Es musste noch eine Weile vergehen, bis die Linke – Partei und außerparlamentarische Linke – sich diese Argumentation zu eigen machte. Der Historiker Sven Brajer analysiert das eindrucksvoll in seinem Buch Die [Selbst]Zerstörung der deutschen Linken. Von der Kapitalismuskritik zum woken Establishment24. Unter dem Einfluss der sogenannten Antideutschen wandelte sich das Selbstverständnis der Linken von der Kapitalismuskritik zu einem moralisierenden Antifaschismus, der zusammen mit den urbanen Eliten verstanden zu haben glaubt, dass „ihr“ Feind von rechts kommt. Ein Prozess, der unübersehbar wurde, als Katja Kipping 2012 das Amt der Parteivorsitzende von Die Linke übernahm. In diesem Sinne wurde und wird beispielsweise jede Israelkritik als Antisemitismus radikal verfolgt. Und jede Systemkritik wurde rechts populistisch geframt. Daraus erklärt sich auch das komplette Versagen weiter Teile der Linken bei Corona, ihre radikale Kehrtwendung bei der Beurteilung des Russland-Ukraine Konflikts, ihr neuer leidenschaftlicher ökologische Fundamentalismus sowie das Engagement für eine woke Identitätspolitik. Man verstand sich jetzt als Stütze des Systems. Der Schulterschluss mit den herrschenden Eliten und die Vernachlässigung ihrer traditionellen Themen hat die Linke allerdings in die politische Bedeutungslosigkeit geführt.
Zensur in pandemischen Zeiten
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Paul Schreyer hat während der Arbeit an seinem Buch Chronik einer angekündigten Krise25 eine Art Vorgeschichte der Corona-Pandemie entdeckt. Die reicht über 20 Jahre zurück und besteht unter anderem aus einer ganzen Reihe von Übungen zur Vorbereitung auf welterschütternde Pandemien, veranstaltet von sogenannten philanthropischen Stiftungen wie der Rockefeller Foundation und der Bill & Melinda Gates Foundation in Zusammenarbeit mit staatlichen oder halbstaatlichen Gesundheitsinstitutionen. Dabei sollte zum einen das Bewusstsein für kommende Pandemien geweckt werden, zum anderen galt es zu erarbeiten, welche Maßnahmen zu deren Bewältigung zu ergreifen sind. Schon sehr früh machte man sich bei diesen hochkarätig besetzten Planspielen Gedanken über die Rolle der Medien. Die letzte und denkwürdigste dieser Katastrophenübungen fand im Oktober 2019 – also wenige Wochen vor Proklamation der Pandemie – in einem New Yorker Luxushotel statt. „Event 201“ wurde ausgerichtet und finanziert von der Gates Stiftung, dem World Economic Forum und dem Johns Hopkins Center for Health Security, das dem Milliardär und Philanthrop Michael Bloomberg bis 2021 über 3 Milliarden Dollar26 verdankte. Bei dieser Simulation einer ausbrechenden Coronavirus-Pandemie zerbrachen sich die Katastrophenseminaristen auch ausgiebig den Kopf darüber, wie man die Medien im Ernstfall unter Kontrolle bringen kann.27
„Regierungen und der Privatsektor sollten der Entwicklung von Methoden zur Bekämpfung von Fehl- und Desinformationen vor der nächsten Reaktion auf eine Pandemie größere Priorität einräumen. Regierungen müssen mit traditionellen und Social-Media-Unternehmen zusammenarbeiten, um effektive (nimble) Ansätze zur
Bekämpfung von Fehlinformationen zu erforschen und zu entwickeln. Dies erfordert die Entwicklung der Fähigkeit, Medien mit schnellen, genauen und konsistenten Informationen zu überfluten. Öffentliche Gesundheitsbehörden sollten mit privaten Arbeitgebern und vertrauenswürdigen Führungspersönlichkeiten der Gemeinschaft, wie z. B. religiöse Führer, zusammenarbeiten, um sachliche Informationen an Mitarbeiter und Bürger zu verbreiten. Vertrauenswürdige, einflussreiche Arbeitgeber im Privatsektor sollten Kapazitäten schaffen, um öffentliche Nachrichten leicht und zuverlässig zu verbreiten, Gerüchte und Fehlinformationen zu managen und glaubwürdige Informationen zu verstärken, um die öffentliche Notfallkommunikation zu unterstützen. Nationale Gesundheitsbehörden sollten eng mit der WHO zusammenarbeiten, um die Möglichkeit zu schaffen, schnell überzeugende Gesundheitsbotschaften zu entwickeln und zu veröffentlichen. Medienunternehmen ihrerseits sollten sich dazu verpflichten sicherzustellen, dass maßgebliche Nachrichten priorisiert und falsche Nachrichten unterdrückt werden, auch durch den Einsatz von Technologie.“28
So wird es kommen: Am 17. März 2020 verpflichten sich Facebook, Google, LinkedIn, Microsoft, Reddit, Twitter und YouTube „in Koordination mit den Gesundheitsbehörden der Regierungen rund um die Welt“, Betrug und Fehlinformation in Zusammenhang mit COVID-19 zu bekämpfen und offizielle Beiträge zum Thema auf ihren Plattformen besonders sichtbar zu machen.29
Dieser missionarische Journalismus, von dem der mediale Mainstream binnen weniger Wochen vollständig durchdrungen war, ist radikal einseitig und radikal aggressiv. Jeder, der seinem so schlichten wie geschlossenen Weltbild widersprach, wurde als Feind entweder kriminalisiert oder pathologisiert. Alle Zweifler wurden in die Katakomben des Netzes abgedrängt. Und da formierte sich nolens volens eine Gegenöffentlichkeit, und zwar rasend schnell, mit ebenso rasant wachsenden Reichweiten. Noch schneller ließ die mediale
Oberwelt sämtliche journalistischen Standards hinter sich. Der Leipziger Medienwissenschaftler Uwe Krüger nennt den neuen Standard „Verantwortungsverschwörung“.30 Das heißt in diesem Fall: Wer Maßnahmen kritisiert, gefährdet Menschenleben.
Über den Autor

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Walter van Rossum, Jahrgang 1954, schloss seine Studien der Romanistik, Philosophie und Geschichte in Köln und Paris 1988 mit einem Doktortitel ab. Seine ersten Veröffentlichungen galten dem Werk von Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. Nach einigen Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Köln hat er sich als freier Autor etabliert – von WDR bis DLF, von ZEIT bis FAZ.
Als Medienkritiker wurde er 2004 einem großen Publikum bekannt, weil er mit Meine Sonntage mit Sabine Christiansen unbequem an bequemen Fernsehsesseln rüttelte. 2007 machte sich van Rossum dann endgültig unbeliebt, indem er unter dem legendären Titel Die Tagesshow: Wie man in 15 Minuten die Welt unbegreiflich macht eine der heiligen deutschen Informationskühe sprachlich brillant in ihre Einzelteile zerlegte.
Die panische und einseitige Berichterstattung der Medien während der Corona-Pandemie wurde für ihn zum Anlass einer systematischen Kritik. Das Ergebnis dieser geistreichen und akribisch belegten Recherche war das Enthüllungsbuch Meine Pandemie mit Professor Drosten. Noch im selben Jahr 2021 folgte Die Intensiv-Mafia, das er zusammen mit Tom Lausen geschrieben hat. Beide Bücher wurden zu Spiegel-Bestsellern.
Seit Herbst 2021 diskutiert Walter van Rossum mit wechselnden Gesprächspartnern über brisante Themen der Gegenwart. Die Kultsendung »The Great WeSet« wurde zunächst im Rubikon und wird jetzt bei Manova veröffentlicht.
www.the-great-weset.de
Im zweiten Band stellt Ulrich Gausmann Alternativen für Wirtscha s- und Finanzsysteme vor.
»Eine spannende, engagierte, kenntnisreiche und gut verständliche Lektüre.«
Dr. Eugen Drewermann
»Ulrich Gausmann geht zu Menschen, die zeigen, wie die Revolution aussehen könnte, und sieht dort die neue Welt, weil er alles gelesen hat, was die Literatur an Utopien bieten kann. Anregend, wichtig, gut.«
Prof. Dr. Michael Meyen
Erscheint vorrauss. Nov. 2023
Ulrich Gausmann: Wirtschaft und Finanzen neu gedacht
Softcover ca. 350 Seiten
Größe: 13,5 x 21,5 cm
ISBN 978-3-948576-07-3
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Lob und Kritik
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Impressum
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Lektorat: Susanne George
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Gestaltung: jedernet GmbH, München
Druck: Kreiter Druckservice GmbH, Wolfratshausen
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Wir setzen dem Great Reset des Weltwirtschaftsforums ein We, ein Wir, entgegen. Die Reihe The Great WeSet widmet sich der Gegenöffentlichkeit, die sich in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens formiert hat.
Im ersten Band stellt Walter van Rossum Alternativen in Medien und Recht vor.
Während der Corona-Pandemie der Jahre 2020 bis 2023 wurden von der Regierung Maßnahmen ergriffen, die mit bislang ungekannten Freiheitsbeschränkungen und einer Aushebelung der Grundgesetze einhergingen. Die Politik – im Verbund mit Medien und einer gekauften Expertokratie – erklärte den Ausnahmezustand. Auch die Rechtsprechung beugte sich dem Pandemieregime. Jede Diskussion wurde unterbunden, einen Pluralismus der Meinungen gab es nicht mehr. Zweifelnde und Andersdenkende waren Repressalien ausgesetzt, viele wurden gar zu Irren oder Kriminellen erklärt. Aber schon bald regte sich Widerstand, und das in unterschiedlichster Form. In den vergangenen Jahren hat sich eine bemerkenswert breite Gegenöffentlichkeit gebildet. Dieses Buch stellt einige Protagonisten und Initiativen dieser Opposition vor, die sich über den Anlass ihrer Entstehung hinaus zu verstetigen scheint. Denn es ist an der Zeit zu sichten, was Journalisten sowie mutige Anwälte, Richter und Polizisten bislang geleistet haben, und darüber nachzudenken, was in Zukunft zu leisten ist und vor welchen Herausforderungen wir stehen. www.the-great-weset.de
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