DEUTSCH
Firmbuch
Bernhard Meuser Nils Baer
YOUC AT Firmbuch
F IR MBU C H
Herausgegeben vom YOUCAT Team Augsburg Bernhard Meuser Nils Baer
Inhalt 1. Zum Eins tieg 8 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.6
ng 9 Marat hon und Fir mu 10 om Voll unter Str 11 Gottes in dir spüren? Wills t du die Power Gott – dein Coach 12 UC AT 13 Die Bibel und der YO iningsplan 14 „Four Steps “ – der Tra
2. Was wir über Gott wi ssen
können 16
INHALT
2.1 Warum manche Leu te von Gott nichts wissen wollen 17 2.2 Und wenn ich Go tt nicht finden kann? 18 2.3 Das Wunder des kle inen Sandkorns 19 2.4 Das Ende der kle inen, grauen Gehirnzel len 20 2.5 Ein Gott, der sich zeigt, und ein Buch wie kein anderes 22
4
3. Warum die Welt einen Knacks hat 24 3.1
Das Paradies in der Südsee 25
3.2
„Ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse,
das ich nicht will“ 26
3.3
Hört denn das nie auf? 27
3.4
Ein Ingenieur erklärt die Erbsünde 28
3.5
Der Schlüssel zum Paradies 29
s 4. Jesu
ls nur e – mehr a
in Mensc
h 30
1 es 32 ilmidee 3 ken Gott e tolle F ie Gedan d : m il 4.1 Ein F der hte 34 sser als je sgeschic 32 4.2 Be ru a ? z y a b L a B h: die tt – ein o göttlic 4.3 Go ch und s li 5 h c s n e m t ke n n t 3 4.4 So Gott nich s a d , id e in L 4.5 Ke
5
te Jesus Warum muss
5. 5.1 5.2 5.3 5.4 5.5
s terben? 36
9. Die Kirche – Heimat für dich und mic
sus? 37 Wor an litt Je Punch 40 d? 41 Der tödliche st seinen To d Jesus selb n ta d einer, rs ve er ie W anzisk an un Fr n ei , in er ll Eine Volleyba Knie ging 41 nicht in die r le it H der vor er tretung 44 nis der Stellv Das Geheim
6. Das Comeback Jesu – oder die Geschichte von der Auferstehung 46 Die Zerstörung einer Legende 47
6.2
Nichts wie weg! 48
6.3
Startup einer Weltreligion 49
6.4
Leise Zweifel: ein Flashmob Gottes? 51
6.5
Szenen eines Comebacks 53
6.6
Und was hat das Comeback Jesu mit uns zu tun? 54
7. Forschungsreise zum He iligen 7.1 7.2 7.3 7.4 7.5 7.6 7.7
r Gr 10. Euchar istie – von de
oßzügigkeit Gottes 86
t? 88 erhalten die Freundschaf 10.1 Kleine Geschenke des Schenkens 89 10.2 Gott – ein Meister uns ver schenkte 90 10.3 Wie Jesus sich an Jesu 92 10.4 Die fünf „Fehler“ n davon? 94 den wir 10.5 Was haben hichte 95 esc erg 10.6 Eine Schmuggl
INHALT
6.1
h 78
9.1 Die Kirche ist kein Club der Voll kommenen 79 9.2 Wenn du das Geheimnis der Kirche vers tehen wills t 80 9.3 Ihr seid der Leib Christi 81 9.4 Ihr seid der Tempel des Heiligen Geis tes 82 9.5 Ihr seid das Volk Gottes 83 9.6 Ein bisschen Organisation 83
6 7
Geist 56
Die moder nste Religion der Welt 57 Einer, zwei oder drei oder was ? 57 Der große Unbekannte 58 Der Heilige Geist und dein Her z 59 War um dein Her z mit nichts zufrieden ist 60 Mach‘ es dir schön in mir! 61 Die Früchte des Heiligen Gei stes 63
ng u c h f üh l u T f u a – en 8. Bet ndigen Gott 68 e b le e t? 69
11. Update! Beichten! 96 11.1 Was dich kaputtmacht 97 11.2 Wie Gott uns einen neuen Anfang schenkt 98 11.3 Was gehört zu einer Beichte? 98 11.4 Was soll ich denn überhaupt beichten? 99
s pas 1 2 . Wa
mit dem
s Geb a 69 ollen 71 as is t da er Teres 8.1 W irklich w on Mutt w v s n e e n ie r d e, e ten le le für all 8.2 B elt 75 be tsschu e G e te der W e b in e G le K n e t s 8.3 n wichtig ie beide 8.4 D
Ritus u
Quellenverzeichnis 110 Bildnachweis 111
s
der F ir ier t bei
nd A bl a
uf 103
mung?
102
Hi!
1.1
Marathon und Firmung Beim Marathon ist deine Körperkraft gefragt
1
m a r at h o n v s . f i r mun g
Zum Einstieg
Beim Marathon
Bei der Firmung ist wichtig, dass deine Seele, dein ICH, bereit ist Bei der Firmung nimmst du
schöpfst du eigene
göttliche Power in dich auf (aus
Kraftreserven aus
der du künftig schöpfen kannst)
Ein Marathon steigert
In der Firmung bekräftigt
dein menschliches
Gott selber deine Identität als
Selbstbewusstsein
sein geliebtes Kind und sein Mitarbeiter
Warum müssen wir an uns arbeiten?
8 9 1.1 M A R AT HON UND F IR MUNG
So ähnlich ist das auch mit dem Firmkurs, zu dem du dich angemeldet hast. Auch hier musst du mindestens ein halbes Jahr vorher anfangen, um richtig auf Touren zu kommen für eine ganz große Sache. Vielleicht sagst du jetzt: ’nen Marathon laufen – das wäre krass! Aber Firmung – die krieg ich sowieso. Wozu mehr Aufwand als nötig? Okay, machen wir den Vergleich:
300
1. ZUM E INS T IEG
Stell dir vor, du wolltest einen Marathon laufen – in Berlin vielleicht, oder sogar in New York. Das geht nicht ohne Training. Mindestens ein halbes Jahr vorher musst du mit Laufen anfangen. Musst das Tempo und die Streckenlänge steigern. Und wenn du ganz gut sein willst, solltest du vielleicht sogar deine Ernährung umstellen, solltest für eine bestimmte Zeit auf diese total leckeren Pommes und unwiderstehlichen Schokoriegel verzichten. Als Lohn deiner Mühen spürst du, wie dein Körper von Woche zu Woche schöner und sportlicher wird. Eines Tages kommt das Rennen. Anderen geht die Puste aus, aber du hast anscheinend unendliche Kraftreserven und bist ganz vorne mit dabei.
Klar, man kann einen Marathon nicht wirklich mit der Firmung
Fünf hammerharte Sätze. All you need to know. Lies sie drei-
vergleichen. Einen Marathon kann man laufen oder man kann
mal! Oder fünfmal! Oder zehnmal! Wenn du sie ganz verstan-
es bleiben lassen. In Wirklichkeit ist es total unwichtig, ob
den hast, kannst du in der gleichen Minute deinen Bischof an-
man in Berlin oder New York der erste, der 577ste, oder der
rufen: „Bitte firmen Sie mich! Sofort! Ich habe alles kapiert!“
letzte geworden ist – ja, ob man sich überhaupt jemals die Ma-
Aber es wäre vielleicht, wie wenn du den Trainer anrufst und
rathonschuhe angezogen hat.
sagst: „Ich habe das Geheimnis vom Marathon verstanden. Bitte melden Sie mich sofort in New York an!“ Dann wird der
34 Was muss man tun, wenn man Gott erkannt hat?
Aber Gott nicht zu suchen, obwohl man weiß, dass es ihn gibt
Trainer vielleicht lachen und sagen: „Und wie viele Rennen
– das ist gaga! Vollkommen daneben! Und darum geht es ja in
hast du schon gemacht, … wie viele Kilometer bist du schon
der Firmung: Du hast die einmalige Chance, Gott zu entdecken,
gelaufen?“ Du müsstest sagen: „Null …“ – du wärst beschämt
ihm dein Herz zu öffnen und ihn voll an dich heranlassen.
und vielleicht würdest du sogar den Mut verlieren für den gro-
301 Wie wird man klug ?
ßen Traum. In Wahrheit beginnt nämlich jede große Reise mit 1.2
Voll unter Strom
dem ersten Schritt. Wenn du professionell Marathon laufen willst, solltest du am Abend deine Laufschuhe aus dem Keller holen und den Wecker für morgen früh stellen. Sonst wird das
nicht einmal Angst davor, ansteckende, todgeweihte Aussät-
nie was.
in der Eisenbahn oder im Flugzeug, schnappte sie sich irgend-
1. ZUM E INS T IEG
Kennst du Mutter Teresa? Sie war eine große Heilige,
verschenkte ihr Leben an die Ärmsten der Armen und hatte
einen Zettel und schrieb in krickeliger Schrift wichtige Sachen
10
über Gott auf, von denen wir jede Menge lernen können.
11
zige zärtlich zu pflegen. Wenn Sie eine Minute Zeit hatte, etwa
drüber, aber sie meinte genau das):
1.3
Willst du die Power Gottes in dir spüren?
Genauso ist das mit der Firmung. Stehst du schon un-
ter Strom? Bist du in einer intensiven Connection mit Gott? Oder glaubst du, das geht gar nicht? Fühlst du dich im Moment vielleicht wie ein sinnlos in der Landschaft herumhängendes, Oft kannst du Drähte sehen,
stromloses Kabel? Sehnst du dich danach, ein Kanal zu sein,
die die Straße säumen. Bevor
durch den die göttliche Liebe fließen kann? Willst du die Po-
nicht Strom durch sie hindurch-
wer Gottes in dir spüren? Willst du ein großes, starkes Leben
fließt, gibt es kein Licht. Der Draht,
führen? Hattest du schon einmal das Gefühl, ganz eng an Gott
das sind du und ich! Der Strom ist Gott! Wir haben die
zu sein, ganz nahe dran, ganz geliebt, beschützt, getragen,
Macht, den Strom durch uns hindurchfließen zu lassen
geführt? Oder musst du dir der Ehrlichkeit halber sagen: In mir
und so das Licht der Welt zu erzeugen: JESUS – oder
ist eine große Leere; so ganz viel Saft ist auf mir noch nicht
uns weigern, gebraucht zu werden und damit der
drauf!?
Dunkelheit zu erlauben, sich auszubreiten. Okay, man kann eine Weile auch ein religiöser Couchpotatoe sein. Kann öde rumhängen, ewig ablästern, chillen ohne Ende.
290 Wie hilft uns Gott, freie Menschen zu werden?
1.3 W ILL S T DU DIE POWER GOT T E S IN DIR SPÜREN?
Einmal nun machte sie diese Notiz (sie schrieb nicht „Firmung“
Dieses Buch möchte dich coachen und dich bis zum großen Tag deiner Firmung begleiten. Du findest darin viele Tipps für ein aufregendes Leben mit Gott, vor allem aber findest du Hinweise auf zwei Bücher, mit denen ihr euch während eures
203 Was ist die Firmung?
Firmkurses dauernd beschäftigen werdet: die BIBEL und der YOUCAT. 1.5
Die Bibel und der YOUCAT Die Bibel ist dabei das ungleich wichtigere Buch, denn
sie ist „Gottes Wort“. Zwar ist auch die Bibel von Menschen geschrieben worden, aber diese Menschen waren voll vom Heiligen Geist. „Die Heilige Schrift nicht kennen, heißt Christus Besteht „Freiheit“ nicht gerade darin, sich auch für das Böse entscheiden zu können?
Man kann sich mit dem Laptop über seine innere Leere hinweg-
nicht kennen“, sagt der hl. Hieronymus; und der hl. Franzis-
lügen. Man kann sich freiwillig in Sklaverei begeben, kann bis
kus von Assisi fügt hinzu: „Die Heilige Schrift lesen, heißt von
in die Puppen am Monitor kleben, sich üble Filme reinziehen,
Christus Rat holen“.
sich in die Abhängigkeit von Computerspielen begeben, kann
Der YOUCAT ist der Jugendkatechismus der katholischen Kir-
süchtig an der Zigarette suckeln oder ein Leben als Wurmfort-
che – im Grunde so was wie eine knackige Bedienungsanlei-
satz von Facebook führen.
tung für den Glauben. Lies einmal das spannende Vorwort zu
1. ZUM E INS T IEG
287
diesem Buch von Papst Benedikt XVI., in dem er Jugendliche
12
wie dich direkt anspricht! Papst Benedikt sagt da:
13
Aber dafür hat Gott uns nicht gemacht.
Wozu sind wir auf der Erde?
1.5 DIE BIBEL UND DER YOUC AT
1.4 1
Gott – dein Coach Gott will, dass wir kraftvolle, stolze, freie Menschen
sind, niemand untertan außer Gott allein, leuchtend von innen heraus, liebevoll, warmherzig, aufmerksam, kreative
Ihr müsst euren Glauben so präzise kennen wie ein ITSpezialist das Betriebssystem eines Computers. Ihr müsst ihn verstehen wie ein guter Musiker sein Stück.
Kämpfer für das Gute und Widerstandskämpfer gegen die Einflüsterungen Satans, wache Hüter der bedrohten Schöpfung, verlässliche Freunde der Armen und Verfolgten … und, und, und.
Das Tolle am YOUCAT: Dieser Jugendkatechismus ist zusammen mit etwa 50 jungen Leuten zwischen 15 und 25 Jahren entstanden. Die Jugendlichen konnten eigene Fragen einbringen. Sie
Dir stockt der Atem?
steuerten auch ihre besten eigenen Fotos bei und wünschten
Wenn du so ein starkes Leben willst, wenn du es für dich willst,
von denen die lustige Idee mit dem Daumenkino im Buch kam.
wenn du es mit Gottes Hilfe willst, dann kann ich nur sagen:
Probier es mal aus! Oder lies schonmal nach, was die Firmung
Was für ein Trainingsprogramm! Du bist reif für den Weg der Firmung. Aber du musst wissen: Marathon ist dagegen Kinderkäse.
mit einem Fußballmatch und Glauben mit Fallschirmspringen
sich Cartoons in dem Buch. Die Jugendlichen waren es auch,
zu tun hat.
21 Glaube – was ist das?
1.6
Four Steps – der Trainingsplan So, und nun das Trainingsprogramm! Es ist anspruchs-
voll, aber große Sachen gibt es nicht für lau. Halte dich einfach an die „Four Steps“, die dich beim Training für ein Leben mit Gott gewaltig nach vorne bringen:
Am Kurs dranbleiben Keine einzige Firmstunde versäumen! Du
Auf Gottes Botschaft hören Sieh zu, wie du an eine Bibel kommst! Lass dir vielleicht eine schöne Ausgabe schenken. Die Bibel ist wie ein etwas längerer Brief Gottes an dich. Versuch immer wieder einmal darin zu lesen, vielleicht in den Ferien. Fang am besten im Neuen Testament an, bei den Evangelien. Versuche zu verstehen, wie Gott dich durch sein Wort anspricht.
würdest auch keine Trainerstunde verpassen, wenn du den New York Marathon laufen wolltest.
Die Nähe Gottes suchen Jeden Sonntag die heilige Messe besuchen! Ohne Ausnahme. Immer. Ob es regnet oder schneit. Ob am Vorabend Party war oder ob am Vormittag Brunch angeGott. Das schlägt man nicht aus.
Wann soll man beten?
14 15
Für das YOUCAT-Team Nils Baer und Bernhard Meuser
Ins Gespräch mit Gott kommen Die Bettkanten-Regel. Sie lautet: Morgens nicht über die Bettkante ohne Morgengebet; abends nicht über die Bettkante ohne Nachtgebet. Niemand kann eine Beziehung zu Gott aufbauen,
YOUCAT
Bibel
wenn er nicht mit ihm spricht – nichts
In der Randspalte findest du immer wieder Fragen aus
anderes ist Beten. Wichtig ist vor al-
dem YOUCAT. Nimm ihn zur Hand und schlage ihn nach,
lem das VATERUNSER, aber auch das
wenn dir etwas unklar ist. Du findest auch wichtige Bi-
GEGRÜSSET SEIST DU, MARIA. Schau
belverse, die du in der Bibel nachschlagen kannst. Es ist
in der Bibel einmal nach den Psalmen – es sind die
meistens echt wichtig, mal zu schauen, was vorher oder
schönsten Gebete der Menschheit. Nimm dir Zeit auch
nachher kommt.
für freies Gebet: alles, was du auf dem Herzen hast.
1.6 FOUR S T EP S – DER T R A ININGSPL AN
sagt ist. Die heilige Messe ist ein Date mit
499
Uff, genug für den Anfang. Und nun viel Freude beim YOUCAT-Firmkurs!
1. ZUM E INS T IEG
219 Wie häufig muss ein katholischer Christ an der Eucharistiefeier teilnehmen?
2.1
Warum manche Leute von Gott nichts wissen
wollen
e s g i b t i hn, e s g i b t i hn n i c h t…
2
Was wir über Gott wissen können
Bestimmt haben dir Leute schon mal gesagt:
GOTT gibt‘s gar nicht! Gott ist bloß eine Erfindung. Manche Menschen haben ein merkwürdiges Interesse daran, dass es Gott nicht gibt. Warum sind sie so aggressiv gegen Gott und wollen, dass alles, was an ihn erinnert, aus der Welt verschwindet? Es könnte ihnen doch total egal sein. Vielleicht
357 Ist Atheismus immer eine Sünde gegen Gott? 2. WA S W IR ÜBER GO T T W I SSEN KÖNNEN
wollen sie Gott nicht, weil sie ihr Leben dann total umstellen müssten. Wenn es Gott gibt, wenn Gott absolut gut ist und
16 17
lügen, die Ehe zu brechen, Drogen zu nehmen, andere zu betrügen und sich selbst für den Mittelpunkt der Welt zu halten. 5
Eine Menge Leute sind einfach deshalb Atheisten, weil sie es für cooler halten, selbst eine Art „Gott“ zu sein und selbst zu definieren, was gut und böse ist. Wer sein EGO in den Mittelpunkt der Welt stellt, ist ein Egoist. Egoisten, das hat jeder schon mal erlebt, sind ziemlich unsympathische Leute. Egoisten sind logischerweise Atheisten – denn es ist ja klar, dass in ihr Weltbild kein Wesen passt, das größer, schöner, klüger, heiliger und verehrungswürdiger ist als sie selbst.
Warum leugnen die Menschen Gott, wenn sie ihn doch mit ihrer Vernunft erkennen können?
2.1 WA RUM M A NC HE L E U T E VON G O T T NIC H T S W I S SEN WOL L EN
nichts als das Gute will, dann ist es eben absolut unmöglich zu
4. Der Grund für das Universum als Ganzes muss aber größer und vor allem ganz anders sein als alles, was es innerhalb des Universums gibt. Das, was „Raum und Zeit“ hervorgebracht hat, kann nicht selbst Teil von „Raum und Zeit“ sein. 5. Dieses „Etwas“, das größer ist als alles in der Welt, das es aber notwendig geben muss, weil sonst das Universum grundlos da wäre, nennen wir GOT T.
es, einmal gründlich nachzudenken. Es geht um Logik. Dazu
Wetten, dass du es nicht schaffst! Der Philosoph Leibniz hat
2. WA S W IR ÜBER GO T T W I SSEN KÖNNEN
müssen wir unsere grauen Hirnzellen einschalten – und zwar
einmal gesagt, es gebe nur eine große Frage in der Welt:
18
2.3
Das Wunder des kleinen Sandkorns TEST IT: Versuch dir einfach einmal das
„Nichts“ vorzustellen – also das reine Garnichts, auch Sie sollten Gott suchen, ob sie ihn ertasten und finden könnten; denn keinem von uns ist er fern. Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir.
41 Macht die Naturwissenschaft den Schöpfer überflüssig?
42 Kann man von der Evolution überzeugt sein und doch an den Schöpfer glauben?
Und wenn ich Gott nicht finden kann? Aber nun gibt es auch Leute, die keine Egoisten sind
und trotzdem nicht an Gott glauben. Sie sagen häufig: Ich
nicht eine Form von Dunkelheit oder eine große Leere – nein, wirklich überhaupt nichts. Nichts, nichts, nichts! Nicht einmal das Denken. Einfach nur nichts.
kann Gott nicht finden, ich entdecke ihn nirgends. Ihnen hilft
auf 100 % (die folgende Seite ist also nur was für Leute, die echt denken können):
19
Warum gibt es überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?
1. Alles, was existiert, hat eine Ursache, einen Grund. Mich
Tatsächlich ist das, was wir uns eigentlich überhaupt nicht
gibt es, weil meine Eltern mich gezeugt haben. Die Felsklip-
vorstellen können – das Nichts – das eigentlich selbstver-
pen an der kroatischen Küste gibt es, weil es in Millionen
ständliche. Normal wäre: Es gibt einfach nichts. Basta!
von Jahren zu Erdkrustenbewegungen kam und Felsen über
Aber nun gibt es ja etwas. Das wissen wir mit hundertpro-
die Wasseroberfläche geschoben wurden. Wenn es etwas
zentiger Sicherheit. Und gäbe es nur ein einziges kleines
gibt, dann muss es immer auch etwas geben, das es hervor-
Sandkörnchen und sonst nichts – schon das wäre ein un-
gebracht hat.
glaubliches Wunder. Das Mini-Sandkörnchen allein würde
2. Auch das Universum (= die Gesamtheit der in Raum und Zeit gegebenen Dinge und Wesen) existiert. 3. Darum muss es notwendigerweise etwas geben, das die Ursache/der Grund für die Existenz des Universums ist. Es wäre ja total unlogisch, wenn die Maus, das Meer und die Sterne einen Grund für ihr Dasein hätten, nicht aber das Universum. Auch das Universum als Ganzes kann nicht „grundlos“ da sein.
43 Ist die Welt ein Produkt des Zufalls?
das „Nichts“ vernichten. Jemand muss da sein, der sein großes „Ja“ zu allem, was ist, gesprochen hat, der wollte, dass es „etwas“ gibt „und nicht vielmehr nichts“. Wir Christen nennen diesen „Jemand“, der das Universum aus dem Nichts geschaffen hat, Gott. Und wir sagen: Gott ist der SCHÖPFER der Welt.
2 Warum schuf uns Gott?
2.3 DAS WUNDER DES KLEINEN SANDKORNS
Apg 17,27–28
2.2
44 Wer hat die Welt erschaffen?
Den Schöpfer dürfen wir uns aber nicht als jemand vorstellen,
Um zu wissen, dass es Gott gibt, dafür genügen die kleinen
der am Anfang aller Dinge mal mit dem Finger schnipste und
grauen Gehirnzellen. Dass Gott existieren muss, dazu braucht
sich dann zur Ruhe legte. Gott hat nicht nur am Anfang sein
man nicht viel mehr als einen logischen Verstand. Die Vor-
großes „Ja“ zur Welt gesprochen. Er tut es in jeder Millisekun-
stellung einer Welt, in der alles einen Grund hat, nur die
de. Immerfort, bis ans Ende der Welt, sagt er sein großes Ja-
Welt selbst nicht, erscheint jedem vernünftigen Menschen als
Welt-ICH-will-dass-es-dich-gibt.
Quatsch. Aber wir würden doch gerne mehr wissen über dieses geheimnisvolle Wesen, ohne das ALLES NICHTS wäre.
Können wir die Existenz Gottes mit unserer Vernunft erkennen?
7 Warum musste Gott sich zeigen, damit wir wissen, wie er ist?
fen hat? Wie ist Gott in sich? Ist Gott vielleicht kalt und grausam? Ist er ohne Gefühl, wie eine Maschine? Oder ist er vielleicht voller Liebe? Auf diese Fragen haben Menschen aus sich heraus keine Antwort. Auch nicht die größten Philosophen und Denker. Nicht Aristoteles, nicht Platon, nicht Kant, nicht Hegel. Und wer so tut, als wüsste er, wie es in Gott aussieht, ist entweder ein Spinner oder ein Betrüger.
Chance zu erfahren, ob
in den Schöpfer der Welt haben dürfen, weil er voller Liebe ist? Oder ob wir in die Welt geworfen wurden von einem grausamen Tyrannen, der mit uns spielt, um uns heute oder morgen zu vernichten? Wir sind nicht das zufällige und sinnlose Produkt der Evolution. Jeder von uns ist Frucht eines Gedankens Gottes. Jeder ist gewollt, jeder ist geliebt, jeder ist gebraucht.
Ohne das „Ja“ Gottes, das Gott in dieser Sekunde, in der du das
BENEDIK T X V I.
liest, zur Welt spricht, würde das Universum mit allen Milch-
Doch, eine solche Möglichkeit gibt es. Gott könnte sich ent-
straßen und Sonnensystemen von jetzt auf gleich ins Nichts
schließen, uns etwas mitzuteilen. Wir nennen das OFFEN-
versinken – als würde jemand den Projektor ausschalten, und
BARUNG. Wie könnte er es machen? Vielleicht so:
der Film wäre zu Ende. Er könnte eine gewaltige Flammenschrift an den Horizont 2.4
Das Ende der kleinen, grauen Gehirnzellen Wie kann man eigentlich überhaupt etwas über Gott in
Erfahrung bringen?
zaubern: „Mich gibt es. Ich bin übrigens nett. Gott.“ Er könnte mit Donnerstimme göttliche Infos über sich über die Welt hallen lassen: „Heute habe ich beschlossen, dass … Die nächsten News von mir gibt es am Mittwoch. Gott.“
Zweites Vatikanisches Konzil
20 21 2.4 DAS ENDE DER KLEINEN, GR AUEN GEHIRNZELLEN
Wie? Haben wir Menschen keine
der letzte Grund der Welt gut oder böse ist? Ob wir Vertrauen
Es hat Gott in seiner Güte und Weisheit gefallen, sich selbst zu offenbaren und das Geheimnis seines Willens bekannt zu machen, dass die Menschen durch Christus, das fleischgewordene Wort, im Heiligen Geist Zugang zum Vater haben und der göttlichen Natur teilhaftig werden.
2. WA S W IR ÜBER GO T T W I SSEN KÖNNEN
Wer ist denn dieser Gott? Wie steht er zu dem, was er geschaf-
4
Denk einmal nach über das Wort OFFENBARUNG! Es ist, wie
fassbar für uns Menschen ist, trat (und tritt) tatsächlich aus
wenn du dich verliebst. Du weißt nichts über den Jungen oder
seinem Schweigen hervor. ER zeigt sich. Gott legt sogar seine
das Mädchen deiner Träume, bis es Klick macht und einer von
innersten Gedanken offen. Er lässt uns in sein Herz blicken,
euch beiden dem anderen sagt: „Weißt du eigentlich, dass ich
wenn man bei Gott von „Herz“ sprechen kann. Das geschieht in
total in dich verliebt bin!?“ Du kannst den anderen beobachtet
deinem Leben, aber auch im Leben aller Menschen, die im Ge-
und ausgeforscht haben – du kannst sogar Bücher über Mann
bet auf Gottes Stimme hören und die in ihrer Lebensgeschichte
und Frau und das Wesen der Liebe gelesen haben: Du weißt
nach den Spuren Gottes suchten und suchen. Dabei fangen wir
nichts! Entscheidend ist der Moment, in dem der andere sich
nicht bei Null an.
dir OFFENBART. Er muss sein Herz öffnen und dir das Erstaunliche sagen: „Ich habe mich die ganze Zeit nach nichts
Die BIBEL ist das Buch, in dem man nachlesen kann, wie Gott
anderem als nach deiner Liebe gesehnt!“
sich in der Geschichte des Volkes Israel zuerst zeigte, wie er sich uns Menschen Stück um Stück offenbarte, bis er in Jesus
Hebr 1,1-2
Tatsächlich hat sich Gott der Menschheit auf verschiedene Wei-
das Tiefste über sich zum Ausdruck brachte – wie groß nämlich
se offenbart (also gezeigt) – mal gewaltig groß (in Naturer-
seine göttliche Liebe ist.
eignissen, im Schicksal ganzer Völker), mal ganz leise, indem
20
Lange hatten die Menschen nur unklare Vorstellungen über
will wirklich mit dir und mir sprechen, als wären wir die einzi-
Gott oder die Götter. Ganze Völker hielten Gott für ein Wesen,
gen Menschen auf der Welt – und die Allerwichtigsten.
dem man sogar Menschenopfer darbringen musste, um es gnä-
9 Was zeigt Gott von sich, wenn er seinen Sohn zu uns schickt?
dig zu stimmen. Erst im Leben des Volkes Israel wird klar, dass
22
Wenn wir das verstanden haben und auf Gottes Stimme hören,
Gott kein vielköpfiges Ungeheuer ist, vor dem man permanent
23
nennen wir das Glauben.
Angst haben muss. Dass es nur einen Gott gibt, dass er gut ist und treu zu denen, die auf ihn vertrauen, das zeigte sich im Le-
Gott zeigt sich mir. Ich höre Gottes Stimme –
ben von vielen einzelnen Menschen: Müttern, Vätern, Kindern,
und antworte darauf:
Prophetinnen und Propheten, Königen und Heiligen. Abraham entdeckte Gott unter dem Sternenhimmel; Mose erfuhr ihn im
21
„Da bist du ja, mein Herr und mein Gott. Ich danke dir, dass du
Glaube – was ist das?
mich siehst und in mir sprichst. Ich GLAUBE dir. Führe und leite mich. Segne mein Leben und das Leben aller Menschen.“
brennenden Dornbusch. Du kennst die Geschichten.
Gen 19, Ex 3
Alle diese Erfahrungen mit Gott wurden aufgeschrieben – in einem unglaublich bunten und reichen Buch. Papst Benedikt
22
Wenn jemand den sich zeigenden Gott erkennt, ihm glaubt und
XVI. hat die BIBEL einmal mit einem Garten verglichen. Einem
Glauben – wie geht das?
in seinem Herzen Fühlung mit ihm aufnimmt, nennen wir das
lichten, wunderschönen Garten, in dem die tiefsten Erkennt-
GEBET.
nisse über Gott wie schöne Blumen zu finden sind. Wenn wir die BIBEL lesen und dabei mit Gott in Verbindung sind, dann
2.5
Ein Gott, der sich zeigt, und ein Buch wie kein
anderes Gott muss sich zeigen (= offenbaren), damit wir mehr von ihm verstehen. Und das tut ER. Der ewige allmächtige Gott, der un-
„wandern wir“, so sagt der Papst, „gleichsam im Garten des Heiligen Geistes, dann reden wir mit ihm, redet er mit uns“.
16 Wie liest man die Bibel richtig?
2 . 5 E I N G O T T, D E R S I C H Z E I G T, U N D E I N B U C H W I E K E I N A N D E R E S
Wie können wir Gott antworten, wenn er uns anspricht?
Gott das Herz eines Menschen berührt. Das Wunder ist: Gott
8 Wie offenbart sich Gott im Alten Testament?
2. WA S W IR ÜBER GO T T W I SSEN KÖNNEN
Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; in dieser Endzeit aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben des Alls eingesetzt und durch den er auch die Welt erschaffen hat.
Alle hätten gerne, dass die Welt ein Paradies wäre. Aber so sehr es Politiker, Philosophen und Erzieher auch versuchen – es will einfach nicht gelingen, dass Menschen menschlich handeln, dass der Hunger beendet und Krankheiten, ja der Tod abgeschafft wird. 3.1
66 Lag es in Gottes Plan, dass Menschen leiden und sterben?
Das Paradies in der Südsee Der Philosoph Jean-Jacques Rousseau hielt den Men-
schen für ein von Natur aus gutes Wesen, das erst durch die
Sie brauchen kein Geld
3. WARUM DIE WELT E INEN KNACK S HAT
Zivilisation und durch das Christentum verdorben worden sei.
Sie sind sanft und unschuldig
24
Sie können nicht anders, als sich zu lieben
25
Irgendwo im wilden Amerika oder vielleicht in der Südsee müsse es „edle Wilde“ geben, die wie im Paradies lebten, weil man ihnen die Sünde nicht aufgeschwätzt habe. Wie stellte sich Rousseau das vor? Die „edlen Wilden“ leben in
schönster Harmonie mit der Natur
Die Lüge ist bei ihnen unbekannt Sie brauchen niemand, der sie beherrscht
oder richtet Sie sind knackegesund
a r me e r d e , b i s t d u k r a nk …
3
Warum die Welt einen Knacks hat
Sie sind nackig und sexuell freizügig Über 100 Jahre nach Rousseau hatte Paul Gauguin ebenfalls diesen Südsee-Traum: „Endlich frei, ohne Sorgen um das Geld, würde ich alsdann lieben, singen und sterben“, schrieb Gauguin 1890 in einem Brief an seine Frau Mette. Der Maler begab sich tatsächlich in die Südsee und schwärmte von dort seinen Pariser Freunden vor: Im „Dschungel im Inneren der Insel“, habe er wahrhaftig die unschuldigen, „edlen Wilden“ entdeckt. Geld und Sorgen kenne man dort nicht. ihr Leben bestehe nur aus Gesang, Tanz und freier Liebe.
Das Glück ist nicht in uns, und das Glück ist auch nicht außerhalb von uns. Das Glück ist nur in Gott. Und wenn wir ihn gefunden haben, dann ist es überall. BL A ISE PASC AL
3.1 DA S PA R A DIE S IN DER SÜD SEE
Sie wissen nicht, was Sünde und Verbrechen ist