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Wachsender Glaube Kenneth E. Hagin


Wa c h s en d er G l a ub e

Wachsender Glaube Kenneth E. Hagin Titel der amerikanischen Originalausgabe: Exceedingly Growing Faith Copyright 1983 RHEMA Bible Church a.k.a., Kenneth Hagin Ministries, Inc. P.O. Box 50126, Tulsa, OK 74150-0126, USA Übersetzung aus dem Englischen: Manfred Roth Lektorat: Elisabeth Zarske, Katharina Roth Druck: Schönbach-Druck GmbH, D-64390 Erzhausen Die Bibelzitate sind, wenn nicht anders vermerkt, der Revidierten Elberfelder Übersetzung, 1985, entnommen. Andere verwendete Übersetzungen: Unrev. Elberfelder Schlachter Version 2000 (Schlachter) King James Version (KJV), a. d. Englischen übersetzt Römerbrief bis Offenbarung, Manfred Roth (NTR)

2. überarbeitete Auflage Oktober 2007 Copyright der deutschen Ausgabe:

Zoe Evangelistische Vereinigung, Badenerstrasse 808, CH-8048 Zürich. www.zoe-online.ch Alle Rechte vorbehalten ISBN: 978-3-909260-32-2


Inhalt Wie der Glaube entsteht . ....................................................... 5 Der Glaube aber ist .............................................................. 17 Das Herz des Menschen . ..................................................... 33 Was es bedeutet mit dem Herzen zu glauben . ..................... 49 Die Schulung des menschlichen Geistes ............................. 65 Nimm die VerheiĂ&#x;ung in Besitz! ......................................... 79 Die gĂśttliche Art des Glaubens .......................................... 101 Der Autor ........................................................................... 109


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Kapitel 1

Wie der Glaube entsteht Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzuge­ fallen; denn wer Gott naht, muss glauben, dass er ist und denen, die ihn (fleißig) suchen, ein Belohner sein wird. Hebräer 11:6 Achten Sie vor allem auf den ersten Teil dieses Verses: „Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen ...“ Wenn Gott von uns erwartet, dass wir Glauben haben sollen, obwohl es gar nicht möglich ist, Glauben zu haben, dann hätten wir allen Grund, Seine Gerechtigkeit anzuzweifeln. Aber wenn Er uns das Mittel zur Verfügung stellt, durch das Glauben entstehen kann, dann liegt die Verantwortung, ob wir Glauben haben oder nicht, bei uns. Gott sagt, dass es ohne Glauben unmöglich ist, Ihm wohlzugefallen, aber Er hat uns auch mitgeteilt, wie es möglich ist, Glauben zu erlangen. Er hat uns gesagt, wie Glaube entsteht. So kommt nun der Glaube aus dem Hören und das Hören aus dem Wort Gottes. Römer 10:17 (KJV)

Wenn wir keinen Glauben haben, dann ist es nicht Gottes Fehler. Wenn wir Gott die Schuld an unserem Glaubensmangel geben, dann beweisen wir damit nur unsere Unwissenheit. Gott hat das Mittel bereitgestellt, durch das jeder Mensch Glauben bekommen kann.


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Der Glaube für Errettung Der Glaube für Errettung „kommt aus dem Hören und das Hören aus dem Wort Gottes.“ Der Apostel Paulus sagt, dass wir durch Glauben errettet sind. „Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es“ (Epheser 2:8). Aber wie bekommt man den Glauben, um errettet zu werden? In den Versen davor heißt es: Sondern was sagt sie? ‚Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem Herzen.’ Das ist das Wort des Glaubens, das wir predigen, dass, wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst. Denn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit, und mit dem Mund wird bekannt zum Heil. „Denn jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden.“ Wie sollen sie nun den anrufen, an den sie nicht geglaubt haben? Wie aber sollen sie an den glauben, von dem sie nicht gehört haben? Wie aber sollen sie hören ohne einen Prediger? So kommt nun der Glaube aus dem Hören und das Hören aus dem Wort Gottes. Römer 10:8-10, 13-14 u. 17 (V. 17, KJV)

Wir sehen hier, dass Glaube für Errettung aus dem Hören des Wortes Gottes kommt. Vergleichen wir dies mit Apostelgeschichte 11:13,14: „Und er erzählte uns, wie er (Kornelius) den Engel in seinem Haus habe stehen sehen und sagen: Sende nach Joppe und lass Simon mit dem Beinamen Petrus holen! DER WIRD WORTE ZU DIR REDEN, durch die du errettet werden wirst, du und dein ganzes Haus.“ Kornelius war ein guter Mann, aber er war nicht errettet. Jesus sagte: „Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung“ (Markus 16:15). Weil


Wie der Glaube entsteht

Kornelius dieses herrliche Evangelium noch nicht gehört hatte, war er noch nicht errettet worden. Gott sagte Kornelius, dass er zu Petrus senden sollte, um von ihm den Weg zum Heil zu erfahren. Der Engel konnte Kornelius nicht das Evangelium predigen. (Engel können nicht predigen – Gott sandte Menschen, um zu predigen.) Aber der Engel konnte Kornelius mitteilen, wo er jemanden finden würde „der Worte zu dir reden wird, durch die du errettet werden wirst, du und dein ganzes Haus.“ Menschen werden errettet, indem sie Worte hören. Und das ist so, weil „der Glaube aus dem Hören kommt und das Hören aus dem Wort Gottes.“ Man kann nicht glauben, wenn man nicht zuvor das Wort gehört hat. Der Glaube für Heilung Wie entsteht Glaube für Heilung? In der selben Weise. Wir sehen das im folgenden Abschnitt der Schrift: ... und dort verkündigten sie (Paulus und Barnabas) das Evangelium. Und ein Mann in Lystra saß da, kraftlos an den Füßen, lahm von seiner Mutter Leib an, der niemals umhergegangen war. Dieser hörte Paulus reden; als der ihn fest anblickte und sah, dass er Glauben hatte, geheilt zu werden, sprach er mit lauter Stimme: Stelle dich gerade hin auf deine Füße! Und er sprang auf und ging umher. Apostelgeschichte 14:7-10

Ein oberflächlicher Leser würde vermutlich sagen: „Es ist wunderbar, wie Paulus diesen Mann heilte!“ Aber Paulus hat diesen Mann nicht geheilt. Der Mann wurde nicht geheilt, weil Paulus ein Apostel war, noch wurde er durch den Glauben von Paulus geheilt, sondern der Mann hatte selbst Glauben. Paulus tat drei Dinge:


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1. Er predigte das Evangelium (Vers 7). 2. Er sah, dass der Mann Glauben hatte, geheilt zu werden (Vers 9). 3. Er gebot ihm, aufzustehen und zu gehen (Vers 10). Der Mann tat ebenfalls drei Dinge: 1. Er hörte Paulus predigen (Vers 9). 2. Er hatte Glauben, geheilt zu werden (Vers 9). 3. Er sprang auf und ging umher (Vers 10). Dieser Mann wurde nicht durch eine Kraft geheilt, die Paulus hatte. Der Mann selbst hatte Glauben, geheilt zu werden. Und wie bekam er den Glauben, um geheilt zu werden? Er bekam ihn aus dem, was er hörte. Er hörte Paulus reden. Was redete Paulus? Er predigte das Evangelium (Vers 7). Wenn Paulus das gepredigt hätte, was manche „Evangelium“ nennen, dann wäre der Mann niemals geheilt worden. Paulus predigte das, was die Bibel Evangelium nennt! Als Junge – ich wuchs in einer Baptistengemeinde auf – las ich auf dem Krankenbett in der Bibel meiner Großmutter. Je länger ich las, desto deutlicher erkannte ich, dass ich noch nie das volle Evangelium gehört hatte, sondern nur einen Teil davon. Je länger ich das Wort las, desto mehr erkannte ich, dass ich nicht sterben musste. Je länger ich las, desto deutlicher sah ich, dass ich geheilt werden konnte! (Ich war gelehrt worden, dass Gott heilen konnte, wenn Er wollte; doch das ist eine schlimmere Beleidigung, als zu sagen, dass Er nicht heilen kann – Lügen sind beide.) Während ich die Bibel las, war der Teufel auf dem Posten, um mir all die Zweifel und Unglaubensäußerungen in Erinnerung zu rufen, die ich jemals gehört hatte. Er erinnerte mich an die Aussage, dass Heilung heute nicht mehr verfügbar sei! Der verkrüppelte Mann in Lystra hatte Glauben, geheilt zu werden. In Markus 5:34 sagte Jesus zu der Frau, die von ihrem Blutfluss geheilt worden war: „Tochter, dein GLAUBE hat dich geheilt.“


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Glaube ist nicht abgeschafft worden! Er kommt aus dem Hören, und das Hören aus dem Wort Gottes! Jesus sagte nicht, dass es seine Kraft gewesen war, die die Frau geheilt hatte; Er sagte, dass ihr Glaube die Heilung bewirkt hatte. Als ich das verstand, wusste ich, dass mein Glaube mich heilen konnte, wenn ihr Glaube sie geheilt hatte. Meine Lähmung verschwand und die Herzfehler wuden geheilt. Seit dieser Zeit bin ich auf flinken Beinen unterwegs, um die Wahrheit zu predigen. Wie bekam dieser Mann in Lystra Glauben, geheilt zu werden? Aus dem, was er hörte. Und was er hörte, war das Wort Gottes, das Evangelium. Gibt es etwas im Evangelium, das einem Menschen, der von Mutterleib an verkrüppelt ist, Heilung bringen könnte? Mit Entschiedenheit ja! Paulus predigte ein Evangelium der Errettung und Heilung, er stellte fest: „Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht, ist es doch Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden, sowohl dem Juden zuerst als auch dem Griechen“ (Römer 1:16). Eine Fußnote der Scofield-Bibel, die auf diesen Vers Bezug nimmt, sagt: „Die griechischen und hebräischen Begriffe für Errettung bedeuten auch Befreiung, Sicherheit, Bewahrung, Heilung und Unversehrtheit.“ Paulus sagte also: „Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht, ist es doch Gottes Kraft zur Befreiung, Sicherheit, Bewahrung, Heilung und Unversehrtheit.“ Paulus predigte das volle Evangelium, nicht nur einen Teil davon. Philippus aber ging hinab in eine Stadt Samarias und pre­­digte ihnen den Christus. Die Volksmengen achteten einmütig auf das, was von Philippus geredet wurde, indem sie zuhörten und die Zeichen sahen, die er tat. Denn von vielen, die unreine Geister hatten, fuhren sie aus, mit lauter Stimme schreiend; und viele Gelähmte und Lahme wurden geheilt. Und es war große Freude in jener Stadt. Apostelgeschichte 8:5-8


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Diese großen Wunder geschahen nachdem Philippus den Christus predigte (Vers 5). Das Neue Testament kennt keinen Christus, der nicht heilt. Körperliche Heilung – göttliche Heilung – ist Teil des Evangeliums. Wenn es heute kein Evangelium der Heilung mehr gibt, dann gibt es auch kein Evangelium der Errettung mehr. Dr. P. C. Nelson, der viele Jahre lang ein offiziell anerkannter Prediger der Baptisten war, sagte: „Heilung ist ein grundlegender Bestandteil des Evangeliums.“ Während er im Jahr 1921 in Detroit, Michigan, eine Gemeinde leitete, wurde Dr. Nelson von einem Auto angefahren. Dabei wudre sein linkes Knie schwer verletzt. Er bekam eine Blutvergiftung, durch die das ganze Bein in Mitleidenschaft gezogen und sein Leben bedroht wurde. Sein Arzt warnte ihn, dass das Bein unter Umständen amputiert werden müsste. Selbst wenn er die Blutvergiftung überlebte und das Bein gerettet werden konnte, so würde es doch für immer steif bleiben, sagte der Arzt. Während Dr. Nelson mit schlimmen Schmerzen daniederlag, wies ihn der Herr an, den Jakobusbrief zu lesen. Nelson erkannte beim Lesen, dass er einen Mangel an Glauben hatte, aber als er später von der Heilung des Äneas in Apostelgeschichte 9:32-34 las, wurde der Glaube seines Herzens neu entfacht. Im Angesicht der drohenden, schweren Operation, erneuerte Dr. Nelson seine Hingabe und sein Versprechen an Gott, der Welt das Evangelium zu verkündigen. Weil er der Anweisung in Jakobus 5:14-15 gehorsam sein wollte, lud er vier geisterfüllte Freunde, die selbst Heilung erlebt hatten, zu sich ein. Sie sollten ihn mit Öl salben und für ihn beten. Während sie das taten, schien es ihm, als ob er die Worte aus Apostelgeschichte 9:34 hörte: „Jesus Christus heilt dich. Steh auf!“ Während seine Freunde in der unteren Etage warteten, kleidete sich Dr. Nelson mit Hilfe seines Sohnes an. Plötzlich bemerkte er, dass er keine Schmerzen mehr im Knie hatte. Er rannte voll Freude mehrmals die Treppe auf und ab 10


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und jubelte voller Freude. Er war völlig geheilt – das Knie blieb mitnichten steif. „Glaube kommt aus dem Hören und das Hören aus dem Wort Gottes.“ Vor vielen Jahren lebte ein Mann Gottes, der einen außergewöhnlichen evangelistischen Dienst hatte. Viele Gemeinden der unterschiedlichsten Prägung arbeiteten zusammen und unterstützten ihn, wenn er seine großen Versammlungen hielt, die ganze Städte bewegten. Schließlich wurde er krank und hatte nach seinen eigenen Worten über einen Zeitraum von zwei Jahren sein ganzes Vermögen aufgebraucht. Ein Konto mit 10’000 Dollar – für damalige Begriffe eine ansehnliche Summe – war leer. Damit er die Arztrechnungen bezahlen konnte, musste er sein Haus, sein Auto und einen großen Teil seiner Bibliothek verkaufen. Überall, selbst in den besten Kliniken, hatte er versucht, Hilfe zu bekommen. Doch es trat keine Besserung ein, sondern sein Zustand ver­schlechterte sich. Schließlich war er gezwungen in einem kalifornischen Regionalkrankenhaus zu bleiben. Dort sagten die Ärzte, dass er sterben würde. Er rief einen Bruder an, der in der Nähe lebte und bat ihn, ihm ein wenig Geld für eine Bahnfahrkarte zu borgen, damit er nach Texas fahren konnte, um bei seiner Mutter zu sterben. Die dreiundachtzig Jahre alte Frau lebte im Bezirk Collin in Texas (meiner damaligen Heimat), und er wollte sie sehen, bevor er starb. Sein Bruder lieh sich das Geld und ermöglichte dem kranken Prediger, der damals um die Fünfzig war, zu seiner alten Mutter in sein Elternhaus zu fahren. Ein junger Mann, der ebenfalls dort lebte und die Hausarbeit verrichtete, war bereit, ihn zu pflegen. Er drehte ihn im Bett, zog ihn an und half ihm in allen Belangen. Eines Tages sagte der junge Mann zu ihm: „Doktor, warum lassen sie sich nicht vom Herrn heilen? Die Bibel sagt: ‚Ist jemand krank unter euch, er rufe die Ältesten der Gemeinde und sie sollen über ihm beten.’“ 11


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Dieser Prediger hatte die Bibel studiert – er hatte ein theologisches Seminar besucht – aber er wusste nicht, dass diese Worte in der Bibel zu finden waren. Er forderte den jungen Mann auf, seine Bibel aus dem Koffer zu holen und ihm die Stelle zu zeigen. Aber der junge Mann antwortete ihm, er könne nicht lesen. Der Prediger fragte ihn, woher er denn wisse, dass dieser Vers in der Bibel zu finden sei. Sein Prediger habe ihm gesagt, dass es so sei, erklärte ihm der Junge. Also suchte der Kranke selbst nach der Stelle und fand sie schließlich auch! Der Junge berichtete ihm, dass sie gerade Gottesdienste unter freiem Himmel abhielten. An diesem Abend solle ein Heilungsgottesdienst stattfinden, und der Junge bot dem älteren Mann an, jemanden zu finden, der ihn dorthin bringen konnte. Der Prediger entschied sich, an der Versammlung teilzunehmen, und so fuhren sie ihn liegend auf dem Rücksitz eines alten Ford Modell T zu der Versammlung. Sie hielten so nahe wie möglich am Versammlungsort. Nach dem Gottesdienst kam der Prediger, salbte den Kranken mit Öl und betete für ihn. Es war Mitternacht als sie nach Hause kamen, aber nachdem sie angekommen waren, bat der Mann seine Mutter, der Junge solle doch den Holzherd anheizen, damit sie ihm Schinken und Eier braten konnte. (Er hatte zwei Jahre lang nur Babynahrung und Weichspeisen zu sich genommen.) Er sagte seiner Mutter, dass er geheilt sei. Er berichtete ihr, dass der Prediger ihn mit Öl gesalbt und für ihn gebetet habe. Später sagte die Mutter, sie habe gedacht, er hätte den Verstand verloren. Er fragte auch nach Landbrötchen, die Mutter dachte nur, dass er wenigstens glücklich sterben würde, wenn er die Brötchen aß. Also erfüllte sie ihm seine Wünsche. Sie bereitete den Schinken, die Eier und die Brötchen – er aß, und blieb wohlauf. Er war geheilt! Er begann für verschiedene Zeitschriften zu schreiben und erhielt wieder Einladungen für Erweckungsgottesdienste. Auch in Kansas City war eine Versammlung geplant. 12


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Der Junge sagte ihm, dass er mit dem Heiligen Geist erfüllt werden sollte, bevor er dort hin ging. Der Mann berichtete, dass er bereit gewesen wäre, alles zu glauben, was dieser Junge ihm sagte, also fragte er den Jungen, was er tun solle. Der Junge erklärte ihm, wie er die Taufe im Heiligen Geist empfangen konnte. Wieder gingen sie zu einem Openair-Gottesdienst, wie sie damals üblich waren, und als schließlich die entsprechende Einladung ausgesprochen wurde, ging der Prediger über den mit Sägemehl bestreuten Boden nach vorne, wo er den Heiligen Geist empfing und anfing in neuen Zungen zu reden. Dieser Prediger ist längst in der ewigen Herrlichkeit, aber seine Schriften sind für viele zum Segen geworden. Wie hatte er Glauben für Heilung bekommen? Er bekam ihn durch das, was er hörte. Ich erwähnte bereits die Frau, die zwölf Jahre lang einen Blutfluss hatte. Das Wort Gottes berichtet ihre Geschichte im fünften Kapitel des Markusevangeliums. Dort wird uns gesagt, dass sie ihr ganzes Vermögen aufgebraucht und viele Ärzte kon­ sultiert hatte, ohne dass eine Besserung zustande kam. In den Versen 27 und 28 heißt es: „Als sie von Jesus GEHÖRT hatte, kam sie in der Volksmenge von hinten und rührte sein Gewand an; denn sie sagte: Wenn ich nur sein Gewand anrühre, werde ich geheilt werden.“ Und in Vers 34 lesen wir: „Er aber sprach zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dich geheilt. Geh hin in Frieden und sei gesund von deiner Plage!“ Woher hatte diese Frau den Glauben bekommen, um Heilung zu empfangen? „Als sie (...) gehört hatte ...“ (Vers 27). Nachdem ich Anfang der Fünfzigerjahre mehrere Wochen in einer Gemeinde des vollen Evangeliums in Dallas gepredigt hatte, bat man mich, weitere drei Monate zu bleiben, weil der Pastor nicht da war. Neben den regulären Gottesdiensten unter­ hielten wir auch ein tägliches Radioprogramm. An einem Wochenende führten wir spezielle Missionsgottes­ dienste durch. Am Freitagabend, nachdem der Gottesdienst 13


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zu Ende war, sagte mir einer der Mitarbeiter, ein Ehepaar aus Fort Worth wolle mich sehen. Die Frau war krank und suchte Heilung. Der Mann erzählte, dass er eines Morgens auf dem Weg zur Arbeit unser Radioprogramm gehört hatte. Er hatte mich sagen hören, dass jeder geheilt werden kann. Als er an jenem Abend nach Hause kam, berichtete er seiner Frau davon. Die ganze Woche lang hörten sie anschließend unser Radioprogramm. Die Frau hatte zwei schwere chirurgische Eingriffe hinter sich und der dritte stand kurz bevor. Der Mann sagte: „Wir haben gebetet, dass Gott uns den Glauben geben solle, dass sie geheilt wird, wenn es Sein Wille ist.“ Jetzt waren sie gekommen, damit ich für sie betete. Ich begann ihnen zu erklären, dass es nicht schriftgemäß sei zu beten „wenn es dein Wille ist“, wenn die Bibel eine Sache bereits klar und deutlich verheißen hatte. Ein „wenn“ in jedes Gebet einzufügen bedeutet, im Zweifel zu beten. Manche Leute meinen, sie seien demütig, dabei sind sie ganz einfach unwissend. Sie werden keine Antworten bekommen, wenn Sie in jedes Gebet ein „wenn“ einbauen, obwohl die Schrift den Willen Gottes bereits deutlich darlegt. Nur wenn Sie ein Gebet der Hingabe beten, können Sie ein „wenn“ in Ihr Gebet aufnehmen. Dort ist es angebracht, weil Sie sich über den Willen des Herrn ja nicht sicher sind. „Wenn“ ist das Erkennungszeichen des Zweifels, und es sollte in Ihren Gebeten nicht vorkommen, wenn Sie die Absicht haben, eine Situation zu verändern. Ich fragte den Mann: „Wenn das Neue Testament sagt, dass Jesus die Schwachheiten ihrer Frau genommen und ihre Krankheiten getragen hat, ist es dann nicht Sein Wille, dass sie ihre Heilung empfängt?“ Er stimmte zu. Also schlugen wir Matthäus 8:17 auf, wo es heißt: „Damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja geredet ist, der spricht: Er selbst nahm unsere Schwachheiten und trug unsere Krankheiten.“ 14


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„Es ist Gottes Wille, dass sie geheilt wird!“ rief er aus. Dann sagte auch seine Frau, dass sie es erkannt habe. Danach schlugen wir 1.Petrus 2:24 auf und lasen: „Der unsere Sünden an seinem Leib selbst an das Holz hinaufgetragen hat, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben; DURCH DESSEN STRIEMEN IHR GEHEILT WORDEN SEID.“ Und in Jesaja 53:4 und 5 lasen wir gemeinsam: „Jedoch unse­ re Leiden – er hat sie getragen, und unsere Schmerzen – er hat sie auf sich geladen. Wir aber, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und DURCH SEINE STRIEMEN IST UNS HEILUNG GEWORDEN.“ In der Randbemerkung der King James Version heißt es: „Gewiss, Er hat unsere Krankheiten getragen und unsere Gebrechen hinweggenommen.“ Schließlich sagte das Paar: „Alles, was wir jetzt brauchen, ist Glauben. Wir wissen, dass Heilung Sein Wille ist.“ Ich fragte die beiden, ob sie errettet seien, was sie bejahten. Ich bat sie, mir zu beschreiben, wie sie errettet worden waren. Sie stellten fest, dass sie in einem Gottesdienst einer entsprechenden Einladung des Predigers gefolgt waren, sich hingekniet und ein Gebet der Lebensübergabe gesprochen hatten. Ich fragte sie: „Als sie in der Gemeinde nach vorne gingen, baten sie da den Herrn um Glauben für Errettung?“ Sie ant­ worteten mit Nein. Er sagte, der Prediger habe verkündigt, dass sie errettet wer­den konnten. Der Prediger hatte den Menschen das Wort vorgelesen. Sie hatten das Wort gehört, und daraus war Glaube für Errettung entstanden. Ich sagte ihnen, dass der Glaube für Heilung auf die selbe Weise gekommen sei, wie der Glaube für Errettung; nämlich dadurch, dass sie das Wort gehört hatten.

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„Wir müssen unser erstes Gebet vergessen – es taugt nichts“, stellte der Mann fest. Ich stimmte ihm zu. Sobald Licht kommt, ist der Glaube da! Auch seine Frau stimmte zu und sagte: „Ich verstehe, dass ich jetzt nichts weiter tun muss, als Jesus als meinen Heiler anzunehmen.“ Ich legte meine Hand auf ihren Kopf und betete. Dann fragte ich sie, ob sie geheilt worden sei. Sie bekannte: „Sicher bin ich geheilt und ich weiß es auch, weil Gottes Wort mir sagt, dass es so ist.“ Während des Gottesdienstes am darauf folgenden Sonntag­ abend öffneten sich die Türen zum Vorraum des Gebäudes und ihr Mann stand da. Nachdem er gebeten hatte, einige Worte sagen zu dürfen, begann er zu berichten, was geschehen war. Als seine Frau und er an jenem Abend nach Hause kamen, sagte er, entfernte sie ihre Beinschienen, warf sie in einen Schrank und sagte: „Gott sei Dank, ich bin geheilt!“ Als er am folgendem Tag, einem Samstag, nach Hause kam, traf er seine Frau über das Waschbecken gebeugt beim Haarewaschen – dazu war sie davor nicht mehr in der Lage gewesen. An jenem Sonntagabend hatte er seine gelähmte Mutter im Rollstuhl mitgebracht, um für sie beten zu lassen. Nach dem Gebet stand sie auf und ging! Als dem jungen Ehepaar die Hände aufgelegt wurden, empfingen sie die Taufe im Heiligen Geist und begannen in neuen Zungen zu reden. Jahre später traf ich sie wieder und die Frau war noch immer geheilt. Wie hatte sie Glauben bekommen? Aus dem Hören des Wortes!

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