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HĂśre! Der Herr ruft dich!

Entdecke die Wunder des geistgefĂźhrten Gebets

von Lynne Hammond


Höre! Der Herr ruft dich!

Höre! Der Herr ruft dich! Entdecke die Wunder des geistgeführten Gebets von Lynne Hammond Titel der amerikanischen Originalausgabe: The Master Is Calling Copyright 1995 Mac Hammond Ministries a.k.a., Living Word International, Inc. P.O. Box 29469, Minneapolis, MN 55429-2946, USA Übersetzung aus dem Englischem: Barbara Engler & Elke G. Mohney Umschlaggestaltung: IMAGE Grafik-Design, D-Landsberg Druck: Breklumer Druckerei Manfred Siegel KG, D-Breklum Die Bibelzitate wurden mehrheitlich der Schlachterübersetzung entnommen. Ausnahmen sind gekennzeichnet.

1. Auflage 2000 Copyright der deutschen Ausgabe:

Zoe Evangelistische Vereinigung, Badenerstrasse 808, CH-8048 Zürich. Alle Rechte vorbehalten


Inhalt Vorwort.............................................................................................5 Einführungswort.............................................................................7

1. Gemeinschaft: Die Grundlage des kraftvollen Gebets.............9

2. Bete mit deinem Herzen .............................................................27

3. Lerne, mit dem Heiligen Geist zu fliessen................................33

4. Grabe nach dem Gold..................................................................43

5. Gebet und Glaube........................................................................51

6. Das Werk des Heiligen Geistes...................................................61

7. Verbringe jeden Tag Zeit im Wort..............................................71

8. Führe ein Gebetsbuch..................................................................79

9. Harre auf den Herrn - es lohnt sich!.........................................83

10. Kraftvoller Lobpreis.....................................................................95 11. Erkenne die Stichworte..............................................................101 12. Halte an, schaue und höre.........................................................115 13. Ein biblischer Blick auf die Gabe der Zungenrede...............127 14. Was bewirkt die Zungenrede?...................................................137 15. Der Bereich des Geistes.............................................................151 16. Die Macht der Beharrlichkeit....................................................165 17. Liebe versagt nie!.........................................................................185


Höre! Der Herr ruft dich!

Für meine Gebetsleiter und meine „Sparkies“ (Funken), die mir immer wieder Zündstoff geben, um in grössere Tiefen und neue Richtungen im wunderbaren Bereich des Gebets vorzudringen. Lynne Hammond


Vorwort Beten ist für manche einfach eine Pflicht, die man erfüllen muss. Für andere dagegen ist beten nichts weniger als die Lebensessenz selbst. Auf Lynne Hammond trifft das letztere zu. Ihr Leben ist Gebet. Ich muss es wissen, sie ist meine Frau. Ich schreibe als Pastor, nicht als voreingenommener Ehemann, wenn ich sage, es gibt wenige Menschen, die besser qualifiziert sind, ein Buch über die Tiefen des Gebets zu schreiben. Im Laufe der Jahre verbrachte Lynne unzählige Stunden über den Büchern grosser Männer und Frauen des Gebets vergangener Generationen, über Büchern von starken Betern wie R.A. Torrey, E.M. Bounds, Lillian Yoeman, Andrew Murray und vielen anderen. Ich habe beobachtet, wie sie die Schrift nach goldenen Wahrheiten und kostbaren Prinzipien durchsucht hat, um noch wirksamer, noch leidenschaftlicher und mit noch mehr Kraft beten zu können. Das wichtigste jedoch ist, dass ich gesehen habe, wie sie nicht nur über Gebet nachgeforscht hat, sondern es ganz und gar lebte. Ich weiss, wieviele Stunden sie in ihrer „Gebetskammer“ verbracht hat. Ich weiss, wieviele Male sie nächtelang auf ihren Knien war, um die schwere, unsichtbare Arbeit für das Reich Gottes zu tun. E.M. Bounds hat einmal geschrieben: „Gebet ist keine eintönige, tote Angelegenheit, sondern ein von Gott gegebener Akt, der lebt und Leben spendet, Freude ist und Freude gibt. Gebet ist der Kontakt eines lebendigen Menschen mit Gott. Im Gebet beugt Sich Gott zu uns Menschen herunter, um uns in die Arme zu nehmen, uns zu segnen und beizustehen in allem, was Er Sich für uns ausdenkt oder was wir brauchen.“ Ich glaube, dieses Buch kann dir helfen, dein Gebetsleben dahingehend zu verändern. Seit Jahren hat unsere Gemeinde das Vorrecht, Lynnes Lehre über die vielseitigen Aspekte des Gebets zu hören. Mit diesem Buch hast du jetzt dieselbe Möglichkeit. Möge es dich zu grösseren Tiefen und Höhen des Gebets beflügeln, als du es dir jemals hast vorstellen können. Mac Hammond, Pastor Living Word Christian Center, Minneapolis, Minnesota


Hรถre! Der Herr ruft dich!


Einführungswort

Einführungswort Zeit für eine Veränderung Ich habe gesagt, dass du in Meiner Gegenwart verändert wirst, sagt der Herr. Wenn du keine Veränderung in deinem Leben erfahren hast, wenn dein altes Leben noch die Oberhand hat, wenn dein altes Ich noch immer zu sehen ist, hast du nicht die Zeit mit Mir verbracht, die Ich mir von dir wünsche. Es geht Mir nicht um Selbstzucht noch um eine Art Selbstdisziplin, die ohne Meine Hilfe wäre, sagt der Herr. Wenn du Zeit in Meiner Gegenwart verbringst, wirst du verändert. Dein Verhaltensmuster wird verändert. Dein altes Ich wird anfangen abzusterben. Dein neues Ich wird anfangen aufzuerstehen im Ebenbild Meines Sohnes. Dein Leben wird anfangen, viel Frucht zu tragen. Der Beweis deines Wandels mit Mir wird sichtbar, weil du so viel Zeit in Meiner Gegenwart verbringst. Wenn es dir Mühe bereitet, eine alte Gewohnheit abzulegen, wenn du Probleme in deiner Ehe hast, wenn deine familiären Beziehungen nicht besser werden, verbringst du nicht genügend Zeit mit Mir. Mehr Zeit würde Veränderung bringen. Wenn du in deinem Herzen das Verlangen spürst und motiviert bist, aufrecht vor Mir zu wandeln, ist das die Folge davon, dass du Mir nahe bist und Mich nicht betrüben willst. Wenn du einen anderen Menschen liebst, möchtest du nur das Beste für ihn. Du möchtest ihn auf keinen Fall verletzen. Wenn du Zeit mit Mir verbringst, sagt der Herr, wenn du Zeit in Meiner Gegenwart verbringst, werden wir eine Beziehung aufbauen, die enger ist als jede irdische Beziehung. Das wird deinen Lebensstil formen. Du wirst deine Wege Meinem Wort anpassen wollen, ganz einfach deshalb, weil es das Verlangen deines Herzens ist. Dein Leben wird sich verändern, und es hängt davon ab, wieviel Zeit du mit Mir verbringst.


Hรถre! Der Herr ruft dich!


Gemeinschaft: Die Grundlage des kraftvollen Gebets

Kapitel 1

Gemeinschaft: Die Grundlage des kraftvollen Gebets Das aber sollst du wissen, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten eintreten werden. Denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldgierig, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, gottlos, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unenthaltsam, zuchtlos, dem Guten feind, treulos, leichtsinnig, aufgeblasen, das Vergnügen mehr liebend als Gott; dabei haben sie den Schein von Gottseligkeit, deren Kraft aber verleugnen sie. Solche meide! (2. Timotheus 3,1-5).

Nach dem Äusseren beurteilt, scheint die Gemeinde Jesu auf dem Gebiet des Betens heutzutage ganz gut dazustehen. Nimm zum Beispiel die monatlichen Bekanntmachungen irgendeiner Gemeinde aus irgendeiner Stadt zur Hand, und du wirst darin eine ganze Liste zum Stichwort „Gebet“ aufgeführt sehen: Gebetstreffen Mitte der Woche, Gebetstreffen über Mittag, Gebetsanliegen verschiedenster Art und vielleicht sogar ein „Gebet der Woche“. Besuche irgendeinen Gottesdienst, und es wird mindestens ein Gebet gesprochen, vielleicht sogar zwei oder drei, bevor er vorüber ist. Wenn Christen miteinander reden, fallen oft Sätze wie: „Ich brauche dein Gebet, Bruder.“ Und die Antwort ist zweifellos jedesmal: „Aber natürlich, ich werde für dich beten!“ Mit all diesem Reden über Gebet sollte man meinen, dass die


Höre! Der Herr ruft dich! Himmelsfenster weit geöffnet sind und der Segen Gottes nur so auf uns niederregnet. Jesus hat klar versprochen: „was ihr auch in meinem Namen bitten werdet, will ich tun, auf dass der Vater verherrlicht werde in dem Sohn.“ Demzufolge sollten wir in einem Meer von Erweckung, Wohlstand, Heilung und Wunder jeglicher Art schwimmen. In jedem unserer Gespräche sollten wir von Gebetserhörungen zeugen, die uns vor Freude übersprudeln lassen. Berichte von Gottes herrlichen Offenbarungen Seiner mächtigen Kraft sollten aus der Gemeinde hinaus in die Welt fliessen, und Tausende von Sündern sollten unsere Türen einrennen und uns anflehen, ihnen den Weg zur Errettung zu zeigen. Doch leider ist dies nicht der Fall. Damit will ich nicht sagen, dass unsere Gebete keine Resultate gebracht haben. Es hat schon immer Lichtblicke und sogar enorme Erweisungen der Macht und Gegenwart Gottes in der Welt gegeben. Hier und dort gab es betende Menschen und Gemeinden, die ihr Herz Gott gegenüber öffneten und damit Berge versetzten - und jeden Tag werden es mehr. Trotzdem müssen wir bekennen, dass der Leib Christi als Ganzes die Verheissungen der Bibel noch nicht erfahren hat, die wir durch Gebet empfangen dürfen. Bisher hat die im Gebet vereinigte Gemeinde Christi noch keine Gebäude unter der Macht Gottes wanken sehen, wie es in Apostelgeschichte, Kapitel 4, geschehen ist. Als einzelne waren wir noch nicht fähig, mit absoluter Überzeugung die Worte des Apostels Johannes auszusprechen: Und das ist die Freimütigkeit, die wir ihm gegenüber haben, dass, wenn wir seinem Willen gemäss um etwas bitten ... wissen wir, dass wir das Erbetene haben, das wir von ihm erbeten haben (1. Johannes 5,14-15).

Das ist der Grund, warum viele Christen Gebet von ihrer Prioritätenliste gestrichen haben. (Eine Umfrage hat ergeben, dass der durchschnittliche Christ weniger als 2 Minuten täglich betet). Viele andere haben ihre Enttäuschungen über die unbeantwortet gebliebenen Gebete hinuntergeschluckt und versucht, den Misserfolg mit


Gemeinschaft: Die Grundlage des kraftvollen Gebets theologischen Argumenten zu erklären: „Nun“, sagen sie, „vielleicht war es diesmal einfach nicht Gottes Wille.“ Aber ich glaube, jeder wahre Christ weiss tief in seinem Herzen, dass - unabhängig von dem, was Theologen sagen - das Problem nicht ist, dass Gott ein liebevolles Nein zu unseren Gebeten spricht. Es ist vielmehr so, dass es unseren Gebeten oftmals an der Tiefe mangelt, die der Herr erwartet. Sie scheinen aus unserem Kopf, nicht aus unserem Herzen zu kommen. Statt dass sie von unserem Geist zum Herrn regelrecht emporgeschleudert werden, weil sie in Ernsthaftigkeit und mit absolutem Vertrauen vorgebracht werden, kommen sie oft nur unsicher und stotternd über unsere Lippen und fallen hilflos zu Boden. Sie mögen zwar der Form nach göttlich klingen, aber es fehlt ihnen die eigentliche Kraft. In der Vergangenheit haben wir uns von dieser Form zum Narren machen lassen. Wir haben uns so angestellt wie jener Kunde in einem Konfektionsgeschäft, der aus dem Augenwinkel heraus eine Schaufensterpuppe sieht, für den Bruchteil einer Sekunde denkt, es sei eine Verkäuferin, und sich umdreht, um sie anzusprechen. Aber gepriesen sei der Herr, wir lassen uns nicht mehr täuschen. Wir haben dieser „Gebetspuppe“ direkt in die Augen geschaut und gesagt: „Du bist nicht echt!“ Wir haben uns Gott zugewandt und Ihn angerufen: „Herr, lehre uns beten“, genauso wie die Jünger vor 2.000 Jahren. Und Er antwortet uns. Er gibt uns nicht nur die Richtlinien und Formeln zurück, sondern auch den einzigartigen Geist des Betens. Ich weiss, an wen ich glaube Dieser Geist ist es, den wir unbedingt brauchen. Obwohl Richtlinien und Formeln wertvolle Lehrwerkzeuge sind, haben wir uns oft zu sehr auf sie ausgerichtet und Gott selbst darüber vergessen. Wir haben Ihn eher wie eine Maschine als wie eine Person behandelt und so ganz unbewusst Seinen zarten Geist verletzt. Eine Formel nach der anderen haben wir abgehakt, indem wir biblischen Vorgaben und geistlichen Vorschriften gefolgt sind, als ob wir Ihn auf diese Weise dazu drängen könnten, die von uns gewünschten Resultate hervorzubringen. Viele von uns haben sogar die Tatsache erkannt, dass es Glauben


Höre! Der Herr ruft dich! braucht, um etwas von Gott zu bekommen. Also haben wir angefangen, die Bibel zu lesen, verschiedene Bibelstellen immer wieder zu bekennen und jeden Schlüssel, der zum geistlichen Erfolg führen könnte, in unser Gedächtnis einzuhämmern. Doch statt im Glauben und Gebet zu gedeihen, blieben unsere Bemühungen oft geistlich trocken und fruchtlos. Warum ist das so? Ganz einfach deshalb, weil wir echten Glauben nicht bekommen, wenn wir nur Richtlinien kennen. Echtes Vertrauen entwickelt sich dann, wenn man die Person kennt, die hinter den Richtlinien steht. Darum schrieb der Apostel Paulus in seinem grossen Glaubensbekenntnis im 2. Timotheus 1,12: „Denn ich weiss, wem ich mein Vertrauen geschenkt habe, und ich bin überzeugt, dass er mächtig ist, das mir anvertraute Gut zu verwahren bis auf jenen Tag.“ Paulus sagte nicht, ich weiss, welchen Dingen ich mein Vertrauen geschenkt habe. Er sagte nicht, ich kenne die Richtlinien und Schritte, denen ich mein Vertrauen geschenkt habe. Er sagte, ich kenne die Person Jesus Christus. Paulus kannte Jesus, weil er Gemeinschaft mit Ihm hatte. Und diese Gemeinschaft gab Paulus ein unerschütterliches Vertrauen in Sein Wort. Vertrauen und Gemeinschaft mit Gott sind unzertrennlich. Beachte, ich sagte Gemeinschaft - nicht Beziehung. Diese beiden bedeuten nicht dasselbe. Ein Mann kann eine Frau zum Altar führen, der Pastor kann die beiden miteinander verheiraten und - rechtlich gesehen - haben sie dann eine Beziehung. Auch wenn sie nie ein Wort miteinander sprechen würden, hätten sie doch die gesetzlich rechtmässige Beziehung als Mann und Frau. Heisst das nun, dass sie sich kennen? Heisst das nun, dass sie Gemeinschaft miteinander pflegen? Nein! Ebenso hat jeder wiedergeborene Christ eine Beziehung zu Gott. Aber nicht jeder, der wiedergeboren ist, hat Gemeinschaft mit Ihm. Viele Menschen kommen zum Altar, geben Jesus die Hand und sagen: „Ich nehme Dich an als meinen Erlöser.“ Er heisst sie in der Familie willkommen - und hier hört die Gemeinschaft auf. Diese Art von Erfahrung bringt nicht das ewige Leben. Sie bringt uns zwar in den Himmel, wenn wir sterben, aber sie kann uns nicht


Gemeinschaft: Die Grundlage des kraftvollen Gebets das „Zoe“ geben, gebetsinspiriertes, gottähnliches Leben, das Jesus für uns vorgesehen hat. Was ist es dann, das diese Lebensqualität erzeugt? Jesus sagt es uns in Johannes 17,3: „Das aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ Ewiges Leben erhalten wir, wenn wir Gott kennen. Einige werden sagen: „Ich kenne Gott, weil ich Sein Wort kenne.“ Aber lass mich dir sagen: es ist möglich, die Bibel vorwärts und rückwärts aufsagen zu können und trotzdem den Autor nicht zu kennen. Das war bei den Pharisäern zu Jesu Zeit der Fall. Sie kannten die Schriften in- und auswendig, und doch sagte Jesus zu ihnen: Und der Vater, der mich gesandt hat, hat selbst von mir gezeugt. Ihr habt nie weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen; und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch, weil ihr dem nicht glaubet, den er gesandt hat. Ihr erforschet die Schriften, weil ihr meinet, darin das ewige Leben zu haben; und sie sind es, die von mir zeugen. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen (Johannes 5,37-40).

Ich möchte hier betonen, dass ich eine „Wortperson“ bin. Ich liebe Gottes Wort. Aber wenn du versuchst, dieses Wort anzuwenden, ohne Gemeinschaft mit der Person und dem Geist Gottes selbst zu haben, werden dein Leben und deine Gebete trocken und kraftlos bleiben. Es ist der Heilige Geist, der das Wort in dir wachsen lässt, ihm Flügel schenkt. Gott selbst ist die Person und Kraft hinter dem Wort, die es in deinem Dasein lebendig werden lässt. Seine Gegenwart macht den Unterschied Im Leben der beiden alttestamentlichen Helden Kaleb und Josua wird diese Wahrheit bewiesen. Sie wurden zusammen mit zehn anderen Führern des Volkes Israel als Spione ausgesandt, um das verheissene Land auszukundschaften. Wenn du das 2. Buch Mose liest, wirst du sehen, dass Gott viele Male zu den Israeliten gesprochen hat. Er sagte: „Ich habe euch das verheissene Land gegeben. Es ist ein Land, das von Milch und Honig fliesst. Ich werde all sein Volk in eure Hände geben.“ Jeder


Höre! Der Herr ruft dich! einzelne Israelit hörte dieses Versprechen immer und immer wieder von Gott. Nachdem die zwölf Kundschafter jedoch zurück waren, warteten zehn von ihnen mit schlechten Nachrichten auf. Wir sind in das Land gekommen, dahin du uns sandtest, das wirklich von Milch und Honig fliesst, und dieses ist seine Frucht. Aber das Land frisst seine Einwohner, und alles Volk, das wir darin sahen, sind Leute von hohem Wuchs ... und wir waren in unsern Augen wie Heuschrecken, und also waren wir auch in ihren Augen (4. Mose 13,27; 32-33).

Josua und Kaleb aber hatten eine ganz andere Ansicht. Sie brachten Worte der Ermutigung: Lasset uns hinaufziehen und das Land einnehmen, denn wir können es überwältigen ... Wenn der Herr Lust zu uns hat, so wird er uns in dieses Land bringen und es uns geben - ein Land, das von Milch und Honig fliesst. Seid nur nicht widerspenstig gegen den Herrn und fürchtet euch nicht vor dem Volke dieses Landes; denn wir wollen sie verschlingen wie Brot. Ihr Schirm ist von ihnen gewichen, mit uns aber ist der Herr; fürchtet euch nicht vor ihnen (4. Mose 13,30; 14,8-9).

Was war der Unterschied? Alle zwölf Kundschafler hatten das Wort Gottes gehört. Alle kannten Seine Verheissung. Allen war das gleiche Potential und die gleichen Möglichkeiten gegeben. Warum also vertrauten Josua und Kaleb Gottes Versprechen und die anderen nicht? Die Antwort kannst du herausfinden, indem du dir eine Begebenheit ansiehst, die früher in Josuas Leben stattfand, als die Israeliten aus Ägypten herausgeführt wurden: Mose aber nahm die Hütte und schlug sie draussen auf, ferne von dem Lager, und hiess sie eine Hütte der Zusammenkunft. Und wer den Herrn fragen wollte, musste vor das Lager hinaus zur Hütte der Zusammenkunft gehen. Und wenn Mose zu der Hütte hinausging, so stand alles Volk auf, und jedermann


Gemeinschaft: Die Grundlage des kraftvollen Gebets blieb stehen unter der Tür seines Zeltes und sah Mose nach, bis er in die Hütte hineinging. Und wenn Mose in die Hütte hineinging, so kam die Wolkensäule herab und stand in der Tür der Hütte und der Herr redete mit Mose. Und wenn alles Volk die Wolkensäule in der Tür stehen sah, so standen sie alle auf und verneigten sich, ein jeder in der Tür seines Zeltes. Der Herr aber redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet; und wenn er wieder ins Lager zurückkehrte, so wich sein Diener Josua, der Sohn Nuns, der Jüngling, nicht aus der Hütte (2. Mose 33,7-11).

Überlege dir das einmal! Josua war so hungrig nach Gott, dass er das Gebetszelt nicht verlassen wollte. So hörte er nicht nur Gottes Wort, sondern erkannte und erlebte Gottes Gegenwart. Darum war er so kühn und voller Vertrauen, als er sich mit den Riesen von Kanaan konfrontiert sah. Dasselbe galt auch für Kaleb. Gott sagte, Kalebs Geist war anders als der Geist der zehn anderen Kundschafter. Er leistete Gott völligen Gehorsam (4. Mose 14,24). Kaleb und Josua suchten Gott. Beide waren hungrig nach Ihm. Sie folgten nicht nur Seinen Segnungen. Sie warteten nicht nur sehnsüchtig auf die Erfüllung Seiner Versprechen. Sie wollten Ihn. Auch der Apostel Paulus hatte diese Einstellung. Er sagte: ... Denn ich bin fest entschlossen, Ihn kennenzulernen, eine tiefere und engere Vertrautheit mit Ihm zu erlangen und immer klarer die Wunder Seiner Person erkennen, verstehen und empfangen zu dürfen ... (Phillipper 3,10; Übers. a. d. Amplified Bible).

Diese Haltung und dieses Verlangen sind die Grundlagen für lebendiges und kraftvolles Gebet. Ohne sie ist selbst das korrekteste, nach genauesten Vorschriften gesprochene Gebet nicht mehr als ein Strohhalm im Wind. Es beten nicht nur der Mund und der Verstand. Es ist unser Leben, das betet. Wenn dieses Leben nicht das ewige, von Gott gewollte Leben ist, das dem tiefen Herzenswunsch entspringt, Je-


Höre! Der Herr ruft dich! sus wirklich kennen zu wollen, werden unseren Gebeten Kraft und Substanz fehlen. Von ihnen wird man nicht sagen können: „Das ernsthafte, aus dem Herzen kommende und fortwährende Gebet eines Gerechten setzt gewaltige Kräfte frei“ (Jakobus 5,16; Übers. a. d. Amplified Bible). Wenn Tiefe nach Tiefe ruft Echtes Gebet kommt aus einem Herzen, das hungrig ist nach Gott. Es kommt, wenn wir wie David in Psalm 42 sagen: „Wie ein Hirsch nach Wasserbächen lechzt, so lechzt meine Seele, o Gott, nach dir! Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott... Tosende Tiefen rufen einander beim Donnern deiner Wasserfälle; all deine Wellen und Wogen sind über mich gegangen“ (Verse 1-2, 8; Übers. teilw. a. d. Amplified Bible). Wenn ein Mensch hungrig ist, ruft sein Geist aus der Tiefe nach Gott, um diesen Hunger zu stillen. Vielleicht weiss er gar nicht, wonach er verlangt, aber Gott weiss es. Dieser Schrei berührt Sein Herz und lässt Ihn antworten. So habe ich die Taufe im Heiligen Geist erlangt. Damals wusste ich gar nicht, was die Taufe im Heiligen Geist war. Ich war erst kurze Zeit von neuem geboren und hatte noch nie etwas vom Reden in anderen Zungen gehört. Ich wusste überhaupt nichts von der Herrlichkeit Gottes und über die Offenbarung Seiner Gegenwart. Trotzdem verlangte mein Herz nach Gott. Ich wollte Ihn kennen lernen. Ich sehnte mich danach, mit Ihm Gemeinschaft zu haben und mit Ihm zu beten. Mein Herz schrie, meine Seele schluchzte, und mein Geist weinte nach Gott. Aber ich hatte keine Ahnung, was ich tun sollte. So betete ich mit meinem Verstand, soweit ich konnte, bis ich keine Worte mehr fand und nicht mehr wusste, was ich noch sagen könnte. Doch ich fühlte, wie sich mein Herz nach mehr ausstreckte. Das frustrierte mich ungemein. Alles, was ich sagen konnte, war: „Herr, hilf mir!“ Tag für Tag schrie ich aus meinem tiefsten Inneren zu Gott. Doch statt dass mein Hunger geringer wurde, kam es mir vor, als ob er mit jedem Aufschrei zunahm. Dann, eines Nachts, im März 1972, konnte ich es nicht mehr länger ertragen. An Schlaf war nicht zu


Gemeinschaft: Die Grundlage des kraftvollen Gebets denken. Ich stieg aus dem Bett, zog meinen Morgenmantel an und ging in das Wohnzimmer. Abermals schrie ich: „Hilf mir, Herr. Ich bin so hungrig nach Dir. Ich will Dich kennen lernen. Ich möchte mit Dir sprechen. Bitte, hilf mir zu beten.“ Ich liess mich in einen Sessel fallen und begann zu weinen. Plötzlich durchflutete die Kraft Gottes den Raum. Die Tiefe in Ihm antwortete der Tiefe in mir, und Seine Gegenwart umspülte mich mit überwältigenden Wellen Seiner Herrlichkeit. Das Feuer Gottes fiel auf mich, bis es sich anfühlte, als ob meine Haut brennen würde. Es kam dann als diese wunderschöne, unbekannte Sprache, die anfing, wie ein Fluss aus mir herauszufliessen. Ich erschrak, hatte ich doch niemals etwas vom Reden in anderen Sprachen gehört! Doch die Freude des Herrn erfüllte meine Seele so sehr, dass ich wusste, das musste von Gott sein. In den Jahren danach, wenn immer ich auf diese Erfahrung zurückblickte, habe ich mich gewundert. „Herr“, fragte ich, „warum hast Du mich gerade in jener Nacht erfüllt?“ „Weil du dich danach ausgestreckt hast. Du warst hungrig danach. Und du bekommst, wonach du hungrig bist.“ Mit dem geistlichen Hunger hat es eine besondere Bewandtnis. Er ist nie wirklich gestillt. Je mehr du von Gott bekommst, desto mehr möchtest du von Ihm. Wir können nicht von vergangenen Erfahrungen leben. Wir brauchen immer wieder frisches Manna vom Himmel. Deshalb dauerte es nicht lange, nachdem mich der Herr auf so wunderbare Weise mit dem Heiligen Geist getauft hatte, dass ich Ihn wieder suchte. Ich rief zu Ihm und bat: „Herr, bitte lass mich Dich noch mehr erfahren. Sprich zu meinem Herzen.“ Und wieder antwortete Er mir auf Seine wunderbare Weise: „Lynne, Ich bin der Gott der Bibel. Ich werde zu dir durch Mein Wort sprechen.“ Dachtest du, ich hätte meine Bibel unbenutzt auf meinem Nachtisch liegen lassen, nachdem ich das gehört hatte? Ganz sicher nicht! Ich las sie ... und las sie ... und las sie. Tatsächlich fing Gott an, Sich mir zu offenbaren. Er offenbarte sich als der Gott, der den Himmel und die Erde geschaffen hat. Er offenbarte Sich als der Gott, der das Rote Meer geteilt hat. Er offenbarte Sich als der Gott, der Seinen


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