Was wir den Vater tun sehen Geistgeleiteter Dienst in den konkreten Pl채nen Gottes
Was wir den Vater tun sehen Geistgeleiteter Dienst in den konkreten Plänen Gottes Riccardo Meusel © Verlag für Weltmission ISBN 978-3-942501-33-0 2. Auflage November 2011
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Bibelstellen in Teil 1 wurden – mit wenigen Ausnahmen – der Schlachter Übersetzung 2000 entnommen. Bibelstellen in Teil 2 wurden der Konkordanten Wiedergabe des Neuen Testaments, Auflage 6, entnommen. © Konkordanter Verlag Pforzheim, www.konkordanterverlag.de
Coverfoto: Jürgen Helmut Dürr, www.pixelio.de Druck: Booksfactory, www.booksfactory.de Verlag für Weltmission www.verlag-fuer-weltmission.de info@verlag-fuer-weltmission.de
INHALT
TEIL I Einleitung
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Die Führung des Heiligen Geistes im Dienst Jesu
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Die Führung des Heiligen Geistes im Dienst der ersten Christen
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Die Führung des Heiligen Geistes im Dienst von Paulus
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Dienst im Kairos Gottes
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Der Zeitplan Gottes für die Missionierung Asiens in der Apostelgeschichte
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Die Stiftshütte und die Wohnung Gottes im Neuen Bund
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Vermeidung von Irrtum und falschen Offenbarungen
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Frucht bringen durch Bleiben in Jesus
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Die Bereitschaft zu einem geistgeleiteten Dienst
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Wie man die Führung des Heiligen Geistes erfährt und die Stimme Gottes hört 25 TEIL II Die Gemeinde – Gottes Antwort für eine verlorene Welt
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Die Effektivität der ersten Gemeinde
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Dienst in den Plänen Gottes
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Der Heilige Geist als Koordinator der Weltmission
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Göttliche Evangelisation ist übernatürlich
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Die Kraft des Heiligen Geistes und der Missionsbefehl
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Das Werk Gottes ausrichten, ohne vorher vom Feind getötet zu werden
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Wenn jemand mir dienen will, so folge er mir nach; und wo ich bin, da soll auch mein Diener sein; und wenn jemand mir dient, so wird ihn mein Vater ehren. (Johannes 12,26)
Denn wir sind seine Schรถpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen. (Epheser 2,10)
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Einleitung Eine faszinierende Wahrheit zieht sich wie ein roter Faden durch das Neue Testament: Das Prinzip der konkreten Führung in den Plänen Gottes genau zur richtigen Zeit an genau dem richtigen Ort. Es existiert ein himmlisches Vorbild dessen, was Gottes Wille für diese Erde entspricht. Die Bibel lehrt uns jedoch, dass – abgesehen von einigen globalen Aspekten des Heilsplans, über deren unbedingte Erfüllung Gott aktiv wacht und deren mögliche Verhinderung durch Satan Er auch ohne menschliches Zutun entgegentritt – Gottes idealer Wille nicht automatisch geschieht, sondern von der Bereitschaft von Menschen abhängt, diesen Willen zu erkennen, für seine Erfüllung zu beten bzw. ihn Gott durch sie selbst in Existenz bringen zu lassen. Es gibt einen perfekten Willen Gottes im Himmel. Wir beten, dass dieser auch auf der Erde geschieht (Matth. 6,10). Damit er geschehen kann gibt es nur einen Weg: Ein Körper Jesu, der den Willen des Hauptes tut. Dabei existieren zwei folgerichtige Aspekte, die beide zum gleichen Ergebnis führen: 1. Ein Körper, der den Willen des Hauptes ausführt. 2. Gesandte Jesu, deren Sendung der Seinen gleicht. ( Joh. 20,21) Verantwortung von Gemeinden ist es, die reale Gegenwart Gottes zu suchen, denn sie ist es, die den Unterschied zwischen geistlichem Tod und geistlichem Leben bewirkt. Verantwortung von Gemeinden und Missionswerke ist es, sich zu öffnen für die Kraft und die Führung des Heiligen Geistes, denn Er allein ist es, der göttliche Ergebnisse in unserem Dienst erzielt. Jesus sagt: „Nicht ihr erwählt mich, sondern ich erwähle euch, auf dass ihr hingeht und viel Frucht bringt, und eure Frucht bleibe, denn was immer ihr auch bitten solltet den Vater in meinem Namen, wird Er euch geben.“ ( Joh. 15,16)
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Viel Frucht ist Sein Wille! Bleibende Frucht ist Sein Wille! Gebet ist der Schlüssel, welcher den Wirkungsgrad unseres Dienstes auf ein göttliches Level bringt. Die ersten Christen erfüllten einen globalen Befehl zur Missionierung der Welt, doch taten sie dies keinesfalls beliebig, sondern in der konkreten Führung des Heiligen Geistes. Wäre es theoretisch betrachtet nicht ebenso richtig gewesen, wenn Paulus das Evangelium anstatt in Thessalonich, Ephesus oder Korinth stattdessen in Germanien verkündigt hätte? Offensichtlich nicht, denn obwohl der Missionsbefehl in allgemeiner Weise gegeben wurde, unterliegt der individuelle Dienst jedes einzelnen Dieners Gottes einem göttlichen Plan. Der Heilige Geist ist der wahre Koordinator jeder Mission. Würden alle Diener Gottes in der Erfüllung des Missionsbefehls genau den Platz einnehmen, den der Heilige Geist für sie vorgesehen hat; würde jeder Christ in seiner persönlichen göttlichen Berufung leben; würde jeder Missionar, Evangelist oder einfache Zeuge Jesu genau dort das Evangelium verkünden, wohin der Heilige Geist ihn in diesem Augenblick ruft: den richtigen Menschen, auf die richtige Weise und zur richtigen Zeit – dann hätte das Königreich Gottes bereits einen Siegeszug angetreten, welcher über unseren kühnsten Vorstellungen liegt. Genau das ist es, was das Neue Testament mit kairos meint. Kairos ist mehr als die Erfüllung allgemeiner Gebote Gottes zu einer beliebigen Zeit. Es bedeutet, sich im „Auge des Hurrikans“ zu befinden, die eigene Berufung zu leben und genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Das Wort Gottes macht deutlich, dass ein nicht durch den Heiligen Geist geführter Dienst innerhalb des Willens Gottes nicht existiert. Warum sollte die Gemeinde sich weiterhin in Dingen bewegen, die nicht dem zentralen Willen ihres Herrn entsprechen? Sie ist Sein Leib, von Ihm geliebt und geschaffen, um Seinen Willen zu tun.
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Teil 1
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Die Führung des Heiligen Geistes im Dienst Jesu Lassen Sie uns zunächst die Führung des Heiligen Geistes im Wirken Jesu betrachten, um später zu sehen, wie diese sich im Dienst der ersten Christen manifestiert. Nachdem Jesus getauft war, berichtet uns das Wort Gottes: „Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurück und wurde vom Geist in die Wüste geführt.“ (Lukas 4,1; Matth. 4,1) Obwohl Er Gottes Sohn war ging Jesus während Seines irdischen Lebens und Dienstes nicht einfach dahin, wohin Er selbst es beschloss. Er wusste, dass Sein Dienst einem göttlichen Auftrag diente; in der Erfüllung dieses Auftrags leitete der Geist Gottes Seine konkreten Schritte. Wie konnte Jesus wissen, was der Vater tut? Hatte Er die konkreten Werke Gottes vor Seiner Menschwerdung gesehen? Obwohl dies zweifellos der Fall war, erfüllte Jesus Seinen Dienst nicht allein aus einer ewigkeitsbezogenen Erinnerung heraus. Das Wort Gottes zeigt uns, auf welche Weise Jesus die Werke des Vater sah und Seinen konkreten Willen erfuhr: „Und am Morgen, als es noch sehr dunkel war, stand er auf, ging hinaus an einen einsamen Ort und betete dort. Und es folgten ihm Simon und die, welche bei ihm waren; und als sie ihn gefunden hatten, sprachen sie zu ihm: Jedermann sucht dich! Und er spricht zu ihnen: Lasst uns in die umliegenden Orte gehen, damit ich auch dort verkündige; denn dazu bin ich gekommen!“ (Markus 1,35-38) Wie konnte Jesus sicher sein, was der Vater an diesem spezifischen Tag beabsichtigte zu tun? Die Antwort lautet: Durch Gebet.
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Lukas schreibt: „In diesen Tagen geschah es, dass Er auf einen Berg ging, um zu beten; und Er wachte die Nacht hindurch im Gebet zu Gott. Als es Tag wurde, rief Er Seine Jünger herbei und erwählte aus ihnen zwölf, die Er auch Apostel nannte: Simon, den Er Petrus nannte, und Andreas, seinen Bruder, Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus, Matthäus und Thomas, Jakobus den Sohn des Alphäus, und Simon, der auch „Eiferer“ heißt, Judas, den Sohn des Jakobus, und Judas Iskariot, der dann zum Verräter wurde.“ (Lukas 6,12-16) Ein signifikanterer Zusammenhang kann nicht hergestellt werden als der, dass die Auswahl der zwölf Apostel aus dem Gebet heraus geschah. Selbst die Wahl von Judas war kein Zufall oder Fehlgriff, denn „Jesus wusste von Anfang an, wer Ihn verraten würde.“ ( Joh. 6,64) Jesus selbst beschreibt dieses Prinzip, das Seinen Dienst bestimmte: „Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Der Sohn kann nichts von Sich Selbst aus tun, außer dem, was Er den Vater tun sieht; denn was auch immer derselbe tut, das tut gleicherweise auch der Sohn.“ (Joh. 5,19, Konkordante Wiedergabe) Und an anderer Stelle sagt Er: „Ich aber habe das Zeugnis, das größer als das des Johannes ist; denn die Werke, die Mir der Vater gegeben hat, damit Ich sie vollende, eben die Werke, die Ich vollbringe, zeugen von Mir, dass der Vater Mich ausgesandt hat.“ ( Joh. 5,36, Konkordante Wiedergabe) Es existierten Werke, die der Vater Jesus gab, damit Er sie vollende. Jesus tat alles, um sie zu vollbringen, und andererseits nichts, was nicht mit diesen Werken übereinstimmte. Am Ende Seines Lebens konnte Er deshalb sagen: „Ich habe dich verherrlicht auf Erden; ich habe das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, es zu tun.“ ( Joh. 17,4)
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Die Führung des Heiligen Geistes im Dienst der ersten Christen Wenn wir die Schlüsselsituationen der Ausbreitung des Evangeliums in der Apostelgeschichte betrachten stoßen wir auf eine beeindruckende Wahrheit: Jede einzelne von ihnen wurde herbeigeführt durch klare Anweisungen Jesu oder Führungen des Heiligen Geistes. War es in irgend einer Weise selbstverständlich, dass 120 Jünger sich zu Pfingsten an demselben Ort befanden, um gleichzeitig mit dem Heiligen Geist erfüllt zu werden? Keinesfalls. Vielmehr beruhte es auf Jesu Gebot: „Und siehe, ich sende auf euch die Verheißung meines Vaters; ihr aber bleibt in der Stadt Jerusalem, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe!“ (Lukas 24,49) Apostelgeschichte 1, 4 macht dies noch deutlicher: „Und Er wies sie an, nicht von Jerusalem zu scheiden, sondern zu erharren die Verheißung des Vaters, die ihr von Mir hörtet.“ Es war der Gehorsam der Jünger gegenüber Seinen Worten, welche das Zustandekommen der Pläne Gottes zu Pfingsten ermöglichte. Wären sie – wie unendlich viele Christen unserer Tage – ihren eigenen Plänen und Belangen nachgegangen, hätte Pfingsten in dieser Form nicht stattfinden können. Durch ihren Gehorsam jedoch wurde der Wille Gottes in Jerusalem erfüllt. Eines der erstaunlichsten Zeugnisse über die konkrete Führung des Heiligen Geistes finden wir im Dienst des Evangelisten Philippus in Apostelgeschichte 8,26-31: „Ein Engel des Herrn aber redete zu Philippus und sprach: Steh auf und wandere nach Süden auf der Straße, die von Jerusalem nach
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Gaza hinabführt; diese ist einsam. Und er stand auf und machte sich auf den Weg. Und siehe, da war ein Äthiopier, ein Kämmerer und Gewaltiger der Kandake, der Königin der Äthiopier, welcher über ihren ganzen Schatz gesetzt war; dieser war gekommen, um in Jerusalem anzubeten, und nun kehrte er zurück und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja. Da sprach der Geist zu Philippus: Tritt hinzu und halte dich zu diesem Wagen! Da lief Philippus hinzu und hörte ihn den Propheten Jesaja lesen; und er sprach: Verstehst du auch, was du liest? Er aber sprach: Wie kann ich denn, wenn mich nicht jemand anleitet? Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen.“ Hier sehen wir einen von Gottes Geist vorbereiteten Mann, eine strategisch bedeutsame Person der künftigen Ausbreitung des Reiches Gottes in Afrika. Hätte es – menschlich betrachtet – irgend einen Sinn ergeben, sich auf eine einsame Straße in der Wüste zu begeben? Hätte menschliche Überlegung diese Handlung in irgend einer Weise klug erscheinen lassen? Doch es war der Ort, an welchem Gott zu genau diesem Zeitpunkt einen Seiner Diener haben wollte, und Philippus war sensibel genug für die Stimme des Heiligen Geistes, diesen Ruf zu hören. Er traf auf einen vorbereiteten Menschen, der das Evangelium förmlich aufsaugte und – entgegen allen sonstigen Prinzipien der geistlichen Betreuung neuer Jünger – so ergriffen war von dem, was Philippus ihm über das Werk Gottes in Bezug auf Jesus erklärte, dass er seinen Weg gehen und das Evangelium nach Afrika tragen konnte, ohne die Unterstützung irgend eines Menschen, der weiterhin Einf luss auf sein geistliches Wachstum nahm. Auch als Gott beabsichtigte, das Evangelium den Römern zu bringen, sehen wir dasselbe Prinzip: „Am folgenden Tag aber, als jene auf dem Weg waren und sich der Stadt näherten, stieg Petrus auf das Dach, um zu beten, etwa um die sechste Stunde. Da wurde er sehr hungrig und wollte essen. Während man aber etwas zubereitete, kam eine Verzückung über ihn. Und er sah den Himmel geöffnet und ein Gefäß zu ihm herabkommen, wie ein großes, leinenes Tuch, das an vier Enden gebunden war und auf
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die Erde niedergelassen wurde; darin waren all die vierfüßigen Tiere der Erde und die Raubtiere und die kriechenden Tiere und die Vögel des Himmels. Und eine Stimme sprach zu ihm: Steh auf, Petrus, schlachte und iß! Petrus aber sprach: Keineswegs, Herr! denn ich habe noch nie etwas Gemeines oder Unreines gegessen! Und eine Stimme sprach wiederum, zum zweitenmal, zu ihm: Was Gott gereinigt hat, das halte du nicht für gemein! Dies geschah dreimal, und dann wurde das Gefäß wieder in den Himmel hinaufgezogen. Als aber Petrus bei sich selbst ganz ungewiss war, was das Gesicht bedeuten solle, das er gesehen hatte, siehe, da standen die von Kornelius abgesandten Männer, die das Haus Simons erfragt hatten, am Toreingang; und sie riefen und erkundigten sich, ob Simon mit dem Beinamen Petrus hier zu Gast sei. Während nun Petrus über das Gesicht nachdachte, sprach der Geist zu ihm: Siehe, drei Männer suchen dich! Darum steh auf, steige hinab und ziehe ohne Bedenken mit ihnen, denn ich habe sie gesandt! Da ging Petrus zu den Männern hinab, die von Kornelius zu ihm gesandt worden waren, und sprach: Siehe, ich bin der, den ihr sucht. Was ist der Grund für euer Kommen? Sie aber sprachen: Kornelius, der Hauptmann, ein gerechter und gottesfürchtiger Mann, der ein gutes Zeugnis hat bei dem ganzen Volk der Juden, hat von einem heiligen Engel die Weisung erhalten, dich in sein Haus holen zu lassen, um Worte von dir zu hören. Da rief er sie herein und beherbergte sie. Am folgenden Tag aber zog Petrus mit ihnen, und etliche Brüder von Joppe gingen mit ihm.“ (Apg. 10,9-22) Petrus befand sich im Gebet. Gott schenkte ihm eine geistliche Vision, um ihm etwas bis dahin nie Dagewesenes zu verdeutlichen, während zuvor ein Engel Kornelius erschienen war und ihm befahl, nach Petrus zu schicken. Der Heilige Geist sprach zu Petrus, mit den Gesandten des Kornelius zu gehen, worauf das Evangelium erstmalig zu Menschen aus den Nationen kam. Nichts von alledem wäre auch nur ansatzweise innerhalb eines „natürlichen“ Dienstes zustande gekommen. Ja es ist wahr, dass jeder Jünger Jesu berufen ist, das Evangelium mit anderen zu teilen, doch dies sagt nicht, dass es wahllos und auf nicht durch den Heiligen Geist geführte Weise geschehen
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soll. Die größten Siege des Evangeliums, die entscheidendsten Weichenstellungen und strategischen Entscheidungen geschahen in konkreter Führung des Heiligen Geistes, empfangen und geboren im Gebet. Eine weitere herausragende Begebenheit finden wir in Apg. 9,10-19: „Es war aber in Damaskus ein Jünger namens Ananias. Zu diesem sprach der Herr in einem Gesicht: Ananias! Er sprach: Hier bin ich, Herr! Der Herr sprach zu ihm: Steh auf und geh in die Gasse, die man »die Gerade« nennt, und frage im Haus des Judas nach einem Mann namens Saulus von Tarsus. Denn siehe, er betet; und er hat in einem Gesicht einen Mann namens Ananias gesehen, der hereinkam und ihm die Hand auflegte, damit er wieder sehend werde. Da antwortete Ananias: Herr, ich habe von vielen über diesen Mann gehört, wieviel Böses er deinen Heiligen in Jerusalem zugefügt hat. Und hier hat er Vollmacht von den obersten Priestern, alle, die deinen Namen anrufen, gefangenzunehmen! Aber der Herr sprach zu ihm: Geh hin, denn dieser ist mir ein auserwähltes Werkzeug, um meinen Namen vor Heiden und Könige und vor die Kinder Israels zu tragen! Denn ich werde ihm zeigen, wieviel er leiden muss um meines Namens willen. Da ging Ananias hin und trat in das Haus; und er legte ihm die Hände auf und sprach: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir erschienen ist auf der Straße, die du herkamst, damit du wieder sehend wirst und erfüllt wirst mit dem Heiligen Geist! Und sogleich fiel es wie Schuppen von seinen Augen, und er konnte augenblicklich wieder sehen und stand auf und ließ sich taufen; und er nahm Speise zu sich und kam zu Kräften. Und Saulus war etliche Tage bei den Jüngern in Damaskus.“ Was wäre geschehen, wäre Ananias dem Ruf seines Herrn nicht gefolgt? Hätte Jesus jemand anderen gesandt? Hätte es den künftigen Dienst des Paulus beschädigt? Wir wissen es nicht. Doch was wir wissen, ist, dass Menschen, denen Jesus vertrauen kann und die sich von Ihm zu außergewöhnlichen Aufträgen senden lassen, einen Unterschied bewirken für Sein Reich.
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Die Führung des Heiligen Geistes im Dienst von Paulus Im Dienst des Paulus sehen wir – neben der Leitung durch den Heiligen Geist – die vielleicht stärkste Form göttlicher Führung: Persönliche Erscheinungen Jesu bzw. persönliches Reden durch Ihn. Dass die Bekehrung des Paulus aufgrund einer Begegnung mit Jesus geschah, wissen wir. Doch auch innerhalb seines Dienstes geschah es wiederholt, dass der Herr ihm erschien oder deutlich zu ihm sprach: „Und der Herr sprach durch ein Gesicht in der Nacht zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt! Und er blieb ein Jahr und sechs Monate dort und lehrte unter ihnen das Wort Gottes.“ (Apg. 18,9-11) In Apostelgeschichte 23,11 lesen wir: „Aber in der folgenden Nacht trat der Herr zu ihm und sprach: Sei getrost, Paulus! Denn wie du in Jerusalem von mir Zeugnis abgelegt hast, so sollst du auch in Rom Zeugnis ablegen.“ Und in Apostelgeschichte 22,17-21 bezeugt Paulus: „Es geschah mir aber, als ich nach Jerusalem zurückgekehrt war und im Tempel betete, dass ich in eine Verzückung geriet und Ihn sah, der zu mir sprach: Eile und geh schnell aus Jerusalem fort, denn sie werden dein Zeugnis über mich nicht annehmen! Und ich sprach: Herr, sie wissen selbst, dass ich die, welche an dich glaubten, ins Gefängnis werfen und in den Synagogen schlagen ließ, und dass auch ich dabeistand, als das Blut deines Zeugen Stephanus vergossen wurde, und seiner Hinrichtung zustimmte und die Kleider derer verwahrte, die ihn töteten. Und er sprach zu mir: Geh hin, denn ich will dich in die Ferne zu den Heiden senden!“
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Fassen wir die Wege, auf denen Paulus göttliche Führung erhielt, zusammen, so ergibt sich folgendes Bild: Der Heilige Geist sprach. (Apg. 13,1-3) Der Heilige Geist sandte ihn und Barnabas aus. (Apg. 13,4) Der Heilige Geist verwehrt ihm, das Evangelium in Asien zu verkündigen. (Apg. 16,6) Paulus versucht nach Bithynien zu gehen, aber der Geist Jesu lässt es nicht zu. (Apg. 16,7) Paulus schließt aus einer nächtlichen Vision auf den Willen Gottes. (Apg. 16,9-10) Der Herr spricht durch eine Vision zu Paulus. (Apg. 18,9-10) Paulus gerät in Verzückung und sieht Jesus. (Apg. 22,17-21) Der Herr persönlich tritt zu Paulus und spricht zu ihm. (Apg. 23,11) Der Dienst von Paulus zeigt uns auf beeindruckende Weise, was geschehen kann, wenn ein Mensch entscheidet, der Stimme Jesu zu gehorchen und Sein verfügbarer Diener zu sein. Wir sollten seinen Worten folgen, wenn Paulus uns auffordert, seine Nachahmer zu sein (1. Kor. 11,1 / Philipper 3,17).
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Dienst im Kairos Gottes In den Briefen des Paulus an die Epheser und die Kolosser finden wir zwei Stellen, deren unpräzise Wiedergabe in vielen Übersetzungen einen überaus bedeutsamen Aspekt des Dienstes für Gott vor den Augen der meisten Christen verschließt. Exemplarisch dafür könnte die Übersetzung nach Luther stehen, in welcher es heißt: „Verhaltet euch weise gegenüber denen, die draußen sind, und kauft die Zeit aus.“ (Kolosser 4,5) Die Zeit auszukaufen ist keine schlechte Idee, doch ist es in diesem Falle nicht das, was das Wort Gottes im Griechischen wirklich sagt. Das hier verwendete Wort ist kairos, welches nicht Zeit im Allgemeinen, sondern den idealen Zeitpunkt Gottes, die richtige Gelegenheit, meint. Richtiger übersetzt würde die Stelle lauten: „Wandelt in Weisheit vor denen, die draußen sind, die Gelegenheit auskaufend.“ Auf dieser Grundlage ergibt auch Eph. 6,18 einen weitaus besseren Sinn. „Bei allem Gebet und Flehen betet zu jeder Gelegenheit (kairos) im Geist! In allem seid dazu anhaltend wachsam, auch im Flehen für alle die Heiligen und für mich.“ Zu jeder Zeit zu beten ist praktisch nicht möglich. In jedem kairos Gottes zu beten dagegen schon. Auch wir sollten alles daran setzen, göttliche Gelegenheiten zu erkennen, denn Dienst im kairos Gottes ist diejenige Art des Dienstes, die einen wirklichen Unterschied für Gottes Reich bewirkt.
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Der Zeitplan Gottes für die Missionierung Asiens in der Apostelgeschichte Ein präzises Studium der vom Heiligen Geist gegebenen Details in Bezug auf die Missionierung Asiens in der Apostelgeschichte ergibt ein aufschlussreiches Bild, welches den Gedanken des idealen kairos Gottes unterstützt. Interessanterweise wäre es unrichtig zu glauben, dass die geistlichen Erfolge, über welche Apostelgeschichte 19 berichtet, sich einstellten, als Paulus das erste Mal nach Ephesus kam, oder versuchte, dahin zu gelangen. In Apostelgeschichte 16,6 lesen wir: „Als sie aber Phrygien und das Gebiet Galatiens durchzogen, wurde ihnen vom Heiligen Geist verwehrt, das Wort in der Provinz Asia zu verkündigen.“ Ja, es lag in Gottes Plan, dass Ephesus die vielleicht größte Erweckung außerhalb Jerusalems erleben sollte, doch die Zeit dafür war noch nicht reif. Bei einer zweiten Gelegenheit befindet sich Paulus sogar bereits in Ephesus, doch auch diesmal war die Zeit für den Sieg des Evangeliums in Ephesus noch nicht gekommen: „Und Paulus gelangte nach Ephesus und ließ jene dort zurück; er selbst aber ging in die Synagoge und hatte Gespräche mit den Juden. Als sie ihn aber baten, längere Zeit bei ihnen zu bleiben, willigte er nicht ein, sondern nahm Abschied von ihnen, indem er sprach: Ich muss unter allen Umständen das bevorstehende Fest in Jerusalem feiern; ich werde aber wieder zu euch zurückkehren, so Gott will! Und er segelte von Ephesus ab.“ (Apg. 18,19-21) Ebenso falsch wie es wäre zu erwarten, dass Gott keinen Plan für Ephesus hatte, da der Heilige Geist Paulus in Apostelgeschichte 16 verwehrte, nach Asien zu gehen, wäre es zu glauben, dass sich der Plan Gottes durch
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einige Gespräche mit Juden in der Synagoge bereits erfüllte. Erst bei einem erneuten Besuch (Apg. 19,1-20) bietet sich Paulus eine wirklich offene Tür (1. Kor. 16,8-9): „Und er ging in die Synagoge und trat öffentlich auf, indem er drei Monate lang Gespräche führte und sie zu überzeugen versuchte von dem, was das Reich Gottes betrifft. Da aber etliche sich verstockten und sich weigerten zu glauben, sondern den Weg vor der Menge verleumdeten, trennte er sich von ihnen und sonderte die Jünger ab und hielt täglich Lehrgespräche in der Schule eines gewissen Tyrannus. Das geschah zwei Jahre lang, so dass alle, die in der Provinz Asia wohnten, das Wort des Herrn Jesus hörten, sowohl Juden als auch Griechen. Und Gott wirkte ungewöhnliche Wunder durch die Hände des Paulus, so dass sogar Schweißtücher oder Gürtel von seinem Leib zu den Kranken gebracht wurden und die Krankheiten von ihnen wichen und die bösen Geister von ihnen ausfuhren. (...) Und Furcht fiel auf sie alle, und der Name des Herrn Jesus wurde hoch gepriesen. Und viele von denen, die gläubig geworden waren, kamen und bekannten und erzählten ihre Taten. Viele aber von denen, die Zauberkünste getrieben hatten, trugen die Bücher zusammen und verbrannten sie vor allen; und sie berechneten ihren Wert und kamen auf 50.000 Silberlinge. So breitete sich das Wort des Herrn mächtig aus und erwies sich als kräftig.“ Zweifellos wäre es möglich gewesen, außerhalb des Zeitplanes Gottes Ephesus und ganz Asien das Evangelium zu verkündigen; doch erst ein Dienst im kairos Gottes brachte der Größe Gottes entsprechende Resultate hervor.
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Die Stiftshütte und die Wohnung Gottes im Neuen Bund Auch in Bezug auf die Stiftshütte offenbart uns das Wort Gottes eine erstaunliche Wahrheit, und diese ist: Sie hatte ein Vorbild im Himmel. Deshalb erwartete Gott von Mose und allen, die an ihr arbeiten würden, sie in genauer Entsprechung dieses Vorbildes zu errichten. In 2. Mose 25,8-9 und 2. Mose 25,40 lesen wir: „Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne! Genau so, wie ich dir das Vorbild der Wohnung und das Vorbild aller ihrer Geräte zeigen werde, so sollt ihr es machen.“ „Und achte sorg fältig darauf, dass du alles genau nach dem Vorbild machst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist!“ Die Israeliten gehorchten, sodass das Wort Gottes später sagt: „So wurde das ganze Werk der Wohnung, der Stiftshütte, vollendet. Und die Kinder Israels machten alles genau so, wie der Herr es Mose geboten hatte; genau so machten sie es.“ (2. Mose 39,32) Stephanus spricht erneut über diese Wahrheit, indem er sagt: „Das Zelt des Zeugnisses war in der Mitte unserer Väter in der Wüste, so wie der, welcher mit Mose redete, es zu machen befahl nach dem Vorbild, das er gesehen hatte.“ (Apg. 7,44) Und der Hebräerbrief sagt: „Diese dienen einem Abbild und Schatten des Himmlischen, gemäß der göttlichen Weisung, die Mose erhielt, als er die Stiftshütte anfertigen sollte: »Achte darauf«, heißt es nämlich, »dass du alles nach dem Vorbild machst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist!«“ (Hebräer 8,5)
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Gott beabsichtigte, dass Seine Wohnung auf dieser Erde dem entsprach, was im Himmel bereits in Vollkommenheit vorhanden war. Pastoren (Hirten), Lehrer, Apostel oder andere Träger geistlicher Gaben, die Seiner Gemeinde dienen, könnten versucht sein, die Stiftshütte für etwas Besonderes zu halten und in der Folge zu glauben, sie hätte mit ihrem persönlichen Dienst nichts zu tun. Doch diese mögliche Sichtweise verliert schnell ihre Berechtigung, wenn wir Epheser 2,18-22 betrachten: „So seid ihr nun nicht mehr Fremdlinge ohne Bürgerrecht und Gäste, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, auferbaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, während Jesus Christus selbst der Eckstein ist, in dem der ganze Bau, zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn, in dem auch ihr miterbaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geist.“ (Epheser 2,19-22) Wenn Gott erwartete, dass Seine Wohnung während des Alten Bundes genau nach dem himmlischen Vorbild errichtet würde, dann tut Er dies gleicherweise auch für Seine Wohnstätte im Neuen Bund. So ist es berechtigt anzunehmen, dass, ebenso wie Mose das himmlische Vorbild der Stiftshütte sah, Jesus selbst Paulus offenbarte, was die Gemeinde in den Augen Gottes ist, welchen Zweck sie erfüllen und wie ihre Erscheinung sich manifestieren soll. An der Wohnung Gottes im Geist zu bauen ist eine große Verantwortung, derer sich alle, die zu diesem Dienst berufen sind, stets aufs Neue bewusst werden sollten. Es entspricht nicht Gottes Absichten, dass Menschen nach eigenem Ermessen über Seine Gemeinde entscheiden. Unendliche Schuld findet sich bei Leitern der Gemeinde aller Hirarchien, ob in der Kirche über die Jahrhunderte, in Denominationen oder „freien Gemeinden“ in Bezug auf das, was der Wille Gottes für die Gemeinde gewesen wäre, und dem, zu was Menschen die Gemeinde machten. Die Gemeinde ist die Wohnung Gottes im Geist. Ihr ideales Bild erkennen wir im Neuen Testament. Unsere Verantwortung ist es, Seine Gemeinde nach dem Vorbild zu bauen, welches tatsächlich dem Willen Gottes entspricht.
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Vermeidung von Irrtum und falsche Offenbarungen Große Wahrheit liegt in dem Ausspruch: „Wen der Teufel nicht bremsen kann, den schiebt er.“ ( Johann Christoph Blumhardt) Während viele Christen als auch Diener Gottes niemals lernen, die Stimme ihres Herrn konkret zu vernehmen und in der Folge nie sicher wissen, was Sein spezieller Wille in genau diesen Umständen für sie ist, wird der Feind Gottes versuchen, denjenigen, die sich tatsächlich danach ausstrecken, in der Führung des Heiligen Geistes zu leben, falsche Eindrücke zu vermitteln oder ihnen – wenn ihr Dienst in höhere geistliche Regionen vordringt – sogar dämonische Offenbarungen zu geben. Paulus schreibt an die Korinther: „Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die sich als Apostel des Christus verkleiden. Und das ist nicht verwunderlich, denn der Satan selbst verkleidet sich als ein Engel des Lichts.“ (2. Kor. 11,13-14) Eines der bekanntesten Beispiele dafür ist – nach unserer besten Erkenntnis – der Dienst William Branhams. Einst ein gesalbter und vollmächtiger Diener Gottes, durch dessen Dienst nicht nur Tausende geheilt und errettet, sondern auch andere vollmächtige Diener Gottes erweckt und inspiriert wurden, hatte er an einem bestimmten Punkt seines Lebens die „Offenbarung“, Christus würde in ihm körperlich Gestalt annehmen, was in allgemeiner Weise für jeden Christen zutreffend, in seiner speziellen Art des Verständnisses jedoch absolut unrichtig war. Geistliche Historiker berichten, dass Branhams Dienst ab diesem Tag nicht mehr derselbe war. Er entwickelte sich zum Irrlehrer und endete tragisch. Er war nicht siegreich in der Versuchung, Satan, der sich als „Engel des Lichts“ verkleidete, zu widerstehen.
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Deshalb sagt Johannes: „Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind; denn viele falsche Propheten sind in die Welt ausgezogen.“ (1. Joh. 4,1) Dabei sollten wir uns bewusst sein, dass Verführung, Irrlehre und falsche Offenbarung sich in erster Linie auf den Bereich der Lehre als auch die Anmaßung geistlicher Positionen und weniger auf unseren konkreten, täglichen Dienst bezieht. Wir sollten nicht nach hohen Offenbarungen streben, die über das Wort Gottes hinausgehen oder uns den Eindruck vermitteln, etwas Besonderes zu sein. Demut ist der Schlüssel, um göttliche von ungöttlichen Offenbarungen zu unterscheiden, während wir danach streben, geistliche Führung für unseren Dienst zu erfahren. David betete: „Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir in meinem Inneren von neuem einen festen Geist!“ (Psalm 51,12) Und Jakobus schreibt: „Oder meint ihr, die Schrift rede umsonst? Ein eifersüchtiges Verlangen hat der Geist, der in uns wohnt; um so reicher aber ist die Gnade, die er gibt. Darum spricht er: »Gott widersteht den Hochmütigen; den Demütigen aber gibt er Gnade«. So unterwerft euch nun Gott! Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch; naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch!“ ( Jakobus 4,5-8) Satan in einer Haltung der Demut und Unterwerfung gegenüber Gott zu widerstehen schützt Seine Diener, falschen Offenbarungen zum Opfer zu fallen und auf falsche Wege zu geraten.
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Frucht bringen durch Bleiben in Jesus Jesus selbst macht deutlich, dass fruchtbringender Dienst daraus entsteht, real und tatsächlich mit Ihm verbunden zu sein: „Bleibt in mir, und ich bleibe in euch! Gleichwie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“ ( Joh. 15,4-5) Es ist unmöglich, geistliche Frucht, die in den Augen Gottes Bestand hat, zu bringen, ohne in Jesus zu bleiben und mit Ihm wie die Rebe am Weinstock verbunden zu sein. Sein Leben ist der Heilige Geist, der – um im Bild des Weinstocks zu bleiben – zwischen Ihm und uns zirkuliert. In einem anderen Bild sagt Jesus: „Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören Meine Stimme, Ich kenne sie, und sie folgen Mir.“ ( Joh. 10,11+27) Ist es möglich, Jesus zu folgen, ohne Seine Stimme zu hören? Wenn Menschen Seine Stimme hören, sind sie Seine Schafe. Wären Menschen nicht in der Lage, Seine Stimme zu hören, sind sie es nicht. In Jesus zu bleiben und Seine Stimme zu hören sind Voraussetzungen für einen Dienst, in welchem der Wille Gottes zur Erfüllung gelangt.
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Die Bereitschaft zu einem geistgeleiteten Dienst Wenn es unser Wunsch ist, Frucht für die Ewigkeit zu bringen, so lautet die entscheidende Frage: Sind wir bereit und entschlossen, unseren Dienst in der konkreten Führung des Heiligen Geistes zu tun? Obwohl viele diese Frage auf theoretischer Ebene bejahen würden, bedarf es doch einer bewussten Entscheidung, zu dieser Art des Dienstes zu gelangen, was gleichzeitig bedeutet, Bequemlichkeit als auch Kontrolle in Bezug auf die Art unserer Handlungen aufzugeben. Mein Vater, ein geisterfüllter Pastor, hatte eines Tages den dringenden Eindruck, einen Mann, um den er sich bereits seit einiger Zeit in geistlicher Hinsicht kümmerte, in dessen Wohnung aufzusuchen. Er gehorchte diesem Impuls und fand den Mann, wie er mit einer Schlinge um den Hals auf einem Stuhl stand, im Begriff, sein Leben zu beenden. Es hätte diesem Mann nicht geholfen, hätte mein Vater diesen Besuch nur im Kalender vermerkt, um ihn bei Gelegenheit zu absolvieren. Bereits als Teenager lernte ich, dass ein Leben im kairos Gottes etwas anderes ist, als Gott nur einfach innerhalb traditioneller Rahmenbedingungen von „Gemeinde“ oder in allgemeiner Weise nach menschlichem Ermessen zu dienen. Verfügbar für Gott zu sein kann bedeuten, nachts geweckt zu werden, um im Gebet für eine bestimmte Person mit einer spezifischen Not einzutreten. Es kann bedeuten, wie Ananias zu einem Menschen gesandt zu werden, der bis dahin als Feind des Evangeliums galt. Es kann bedeuten, wie Philippus auf eine einsame Straße zu gehen – ein Vorgang, der rational gesehen wenig Sinn ergibt. In der konkreten Führung des Heiligen Geistes zu leben bedeutet, für Gott zu möglicherweise ungewöhnlichen Zeiten an ungewöhnliche Orte zu gehen. Es bedeutet, die planbare Sicherheit eines geordneten Pastoren-, Lehrer-, Evangelisten- oder Missionarslebens in all den Fällen aufzugeben, in denen der Heilige Geist uns in konkreten Situationen ruft. Dies wird in der Regel nicht die gesamte Zeit des Tages ausmachen, doch ohne diese Verfügbarkeit wären wir nur in geringem Maße brauchbar für Gott.
Geistgeleiteter Dienst in den konkreten Plänen Gottes
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Wie man die Führung des Heiligen Geistes erfährt und die Stimme Gottes hört Wenn wir die Entscheidung treffen, fortwährend im kairos Gottes zu leben, in den Werken zu wandeln, die Gott speziell für uns bereitet und der konkreten Führung des Heiligen Geistes zu folgen, stellt sich unausweichlich eine zweite Frage, und diese lautet, ob wir in der Lage sind, Seine Stimme tatsächlich zu hören. Das Reden Gottes gehört nicht zu den Bestandteilen unserer natürlichen Welt. Weil göttliche Führung und göttliches Reden geistliche Vorgänge sind, müssen sie auf geistliche Weise und mit geistlichen Mitteln erlangt werden. Das Neue Testament zeigt uns eine Reihe von Wegen, göttliche Führung zu empfangen: 1. Das Wort Gottes an Seine Propheten 2. Die Gabe der prophetischen Rede 3. Das Reden des Heiligen Geistes 4. Geistliche Träume und Visionen 5. Das Wort der Erkenntnis 6. Die Führung des Heiligen Geistes 7. Offene Türen 8. Von Gott gesetzte oder gebrauchte Hindernisse 9. Der Friede des Christus in unseren Herzen 10. Das Reden Gottes durch geistliche Eindrücke im Gebet Das Wort Gottes an Seine Propheten Während im Alten Testament „das Wort des Herrn“ direkt von Gott an Seine Propheten geschah, prophezeihte der einzige namentlich genannte Prophet, über dessen Dienst uns im Neuen Testament Einzelheiten berichtet werden, „im Geist“ (Apg. 11,28). Obwohl wir keinesfalls ausschließen, dass es auch im Neuen Bund möglich wäre, dass Gott persönlich mit Men-
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schen spricht, so wie Er es bei Mose, Elia oder Hesekiel tat, scheinen doch die weitaus häufigeren Formen göttlicher Anweisungen das Reden des Heiligen Geistes, Worte und Erscheinungen Jesu oder in einigen Fällen göttliche Botschaften durch Engel zu sein. Die Gabe der prophetischen Rede Prophetische Rede ist ein weiterer neutestamentlicher Weg, wie Gott zu Seiner Gemeinde oder zu einzelnen Menschen spricht. Dabei liegt es näher, dass Träger dieser Gabe anderen gegenüber prophetische Worte aussprechen, als dass diese an sie selbst gerichtet sind. Das Reden des Heiligen Geistes In Apostelgeschichte 13,1-2 lesen wir: „Und in Antiochia waren in der dortigen Gemeinde einige Propheten und Lehrer, nämlich Barnabas und Simeon, genannt Niger, und Lucius von Kyrene und Manahen, der mit dem Vierfürsten Herodes erzogen worden war, und Saulus. Als sie nun dem Herrn dienten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert mir Barnabas und Saulus aus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe!“ Das Wort Gottes erwähnt nicht, ob dieses Reden hörbar, zu einem von ihnen oder zu allen geschah. Vielleicht handelte es sich um prophetische Worte, da einige der Beteiligten als „Propheten“ bezeichnet werden. Vielleicht hörten die Anwesenden eine physische Stimme. Vielleicht hatten sie einen gemeinsamen geistlichen Eindruck, oder ein solcher Eindruck geschah an einige, worauf die anderen sich entschlossen, ihn zu teilen. Nahe liegt, dass es sich um ein sicher identifizierbares Reden des Heiligen Geistes handelte, denn die Konsequenzen desselben waren sehr weitreichend. Doch wäre es Spekulation, die Art dieses Redens zu qualifizieren, wenn das Wort Gottes selbst es nicht tut.