Sexualität, Partnerschaft und Liebe im Neuen Testament Schlüssel für gottgemäße, erfüllende Partnerschaft
Sexualität, Partnerschaft und Liebe im Neuen Testament Autor & Hrsg.: Riccardo Meusel © Verlag für Weltmission 2011 ISBN 978-3-942501-20-0 1. Auflage Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, sowie Vervielfältigung in irgendeiner Form (Fotokopie, Microfilm oder andere Verfahren) oder Verarbeitung durch elektronische Systeme ohne schriftliche Einwilligung des Autors und des Verlages sind verboten. Alle Rechte verwendeter Zitate liegen bei den entsprechenden Verlagen und Autoren. Bibelstellen in Teil 1 wurden – mit wenigen Ausnahmen – der Schlachter Übersetzung 2000 entnommen. Bibelstellen in Teil 2 wurden der Konkordanten Wiedergabe des Neuen Testaments, Auflage 6, entnommen. © Konkordanter Verlag Pforzheim, www.konkordanterverlag.de
Umschlaggestaltung: Riccardo Meusel Coverfoto: coka, shutterstock.com ® Satz: Riccardo Meusel Printed in the EU by Booksfactory (www.booksfactory.de) Verlag für Weltmission Germany www.verlag-fuer-weltmission.de info@verlag-fuer-weltmission.de
INHALTSVERZEICHNIS
TEIL 1 – SCHLÜSSEL FÜR GOTTGEMÄSSE, ERFÜLLENDE PARTNERSCHAFT
Einleitung
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Eins werden – Gottes Plan für Partnerschaft
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Der Bund der Ehe – Versprechen und Verantwortung
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Verfügbare Sexualität innerhalb der Ehe im Willen Gottes
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Ehe als Schutz vor Verführung und Prostitution
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Vorübergehende Enthaltsamkeit in der Ehe aus geistlichen Gründen
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Vergebung
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Eheplanung und Verlässlichkeit
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Die Auswirkung praktischer Tagesplanung auf partnerschaftliche Intimität
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Die Liebe des Mannes für seine Frau
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Was ist und was ist nicht sexuelle Sünde
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Die Stellung des Neuen Testaments zum Zölibat
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Vorteile sexuell zufriedener Ehemänner für ihre Frauen
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Führt Gott Christen ihren Partner ohne ihr eigenes Zutun zu?
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Die Wahl des richtigen Partners
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Auch in einer Partnerschaft dem Herrn gefallen – Partnerschaft und Dienst für Gott
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TEIL II – SYSTEMATISIERUNG ALLER STELLEN IM NEUEN TESTAMENT
Gottgemäße Anbahnung von Partnerschaft
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Partnerschaft nicht über das Himmlische stellen
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Der Plan Gottes für lebenslange Ehe
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Das Geheimnis zwischen Mann und Frau
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Die Einheit von Mann und Frau
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Der Umgang des Mannes mit der Frau
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Der Umgang der Frau mit dem Mann
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Die Ehe als Schutz gegen Hurerei
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Verfügbare Sexualität in der Partnerschaft als Schutz gegen Hurerei
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Sexualität, Partnerschaft und Liebe im Neuen Testament
Geistliche Gründe für vorübergehende Enthaltsamkeit in der Ehe
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Freiwillige Ehelosigkeit um Christi willen und für den Dienst
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Die Gabe der Ehelosigkeit
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Sorge um die Dinge der Welt und die Dinge des Herrn
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Gottes Stellung zu Scheidung
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Zwei durch Gott legitimierte Gründe für Scheidung
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Begleitung von Dienern Jesu durch ihre Frauen
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Eigenschaften gottgefälliger Frauen
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Göttliche Liebe (agape) in der Beziehung untereinander
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Sonstige Stellen
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Sexuelle Sünden
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Schlüssel für gottgemäße, erfüllende Partnerschaft
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Einleitung Lange habe ich erwogen ob dieses Buch veröffentlicht werden soll, denn seine Inhalte sind keinesfalls bequem. Auf der anderen Seite schmerzt es mich zu sehen, wie viele Ehen zwischen Christen unglücklich sind, der Sünde Vorschub leisten, zu tiefen Enttäuschungen führen, Gott Unehre bereiten und das Zeugnis neutestamentlichen Christentums beflecken. Es scheint, dass ein überwiegender Teil in Partnerschaft lebender Christen blinde Flecken in ihrem Verständnis über Partnerschaft hat: Frauen zumeist in Bezug auf Sexualität; Männer in Bezug auf die Liebe zu ihrer Frau in einer Weise, wie Christus die Gemeinde liebt. Die wesentliche Aussage des Neuen Testaments in Bezug auf Partnerschaft ließe sich in drei Sätzen zusammenfassen. 1. Verfügbare, selbstverständliche Sexualität. 2. Die Frau ehrt den Mann und akzeptiert ihn als Haupt der Familie, was sich in praktischer Unterordnung zeigt. 3. Der Mann liebt seine Frau in derselben Weise, wie Christus die Gemeinde liebt. Alles, was darüber hinausgeht, sind zweitklassige Erklärungsversuche. Die Realität zeigt, dass die Mehrzahl christlicher Ehen in einem oder allen genannten Punkten nicht hinreichend funktioniert. Natürlich unterliegt es dem freien Willen eines jeden Menschen – so wie in jedem anderen Bereich unseres Lebens auch – vom Willen Gottes in Bezug auf funktionierende Partnerschaft abzuweichen, was die Bibel Ungehorsam und Sünde nennt. Wenn wir jedoch bestrebt sind, dem Willen Gottes in unserem Leben zu entsprechen, sollten wir aufmerksam studieren und zu verstehen suchen, was genau Gottes Wort uns in Bezug auf dieses bedeutende Thema sagt. Was mich persönlich dabei interessiert sind nicht hypothetische Erkenntnisse, sondern die Auswirkungen unseres Verhaltens auf unser persönli-
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Sexualität, Partnerschaft und Liebe im Neuen Testament
ches Glück, das Glück unseres Partners, unser Vorbild für unsere Kinder (denn diese werden zu weiten Teilen mit demjenigen Bild von Partnerschaft in ihre eigene spätere Beziehung gehen, welches sie – bewusst oder unbewusst – von ihren Eltern erhielten), und – was bei weitem am wichtigsten ist – die Auswirkung der Qualität unserer Partnerschaft auf unsere Verfügbarkeit und unseren Dienst für Gott. Dieses Buch legt Augenmerk auf drei wesentliche Aspekte, die in der bisherigen Literatur in vergleichbarer Konsequenz nur selten Beachtung fanden. Der erste Aspekt ist der Zusammenhang zwischen gottgewollter Partnerschaft und der Verhinderung von Prostitution sowie anderen Arten sexueller Sünden. Der zweite die auf Gottes Willen als auch der Verantwortung des Ehebundes basierende Verpf lichtung zur Erfüllung intimer Bedürfnisse des Partners. Der dritte schließlich die Erkenntnis, dass Einswerden Verschmelzung bedeutet, und deshalb jede Form von Mauern zwischen Partnern, SichEntziehen, Verweigerung und Zurückweisung dem Wesen des Einswerdens zutiefst widerspricht. Sexualität ist die einzige Sünde, deren Sündhaftigkeit von den Bedingungen abhängt, unter denen sie ausgeübt wird. Derselbe Akt körperlicher Vereinigung ist unrein in Gottes Augen, wenn er mit den falschen Personen unter falschen Bedingungen vollzogen wird, und höchstes, gottgewolltes Glück, wenn der Rahmen göttlichen Ordnungen entspricht. Gleichzeitig ist Sexualität die einzige Sünde, die einem natürlichen und sogar gottgegebenen Bedürfnis entspringt. Demnach müssen Wege gefunden werden, Sexualität innerhalb göttlicher Ordnungen und nichtsündiger Rahmenbedingungen zu kanalisieren, was ausschließlich in der Ehe geschehen kann.
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Sich dem eigenen Partner zu entziehen und ihm so die Einheit, die Gott im Sinn hatte, zu verweigern, erfüllt keinen einzigen vernünftigen Zweck. Es muss ein Grund existieren, weshalb Sie – wenn Sie in einem Bund der Ehe leben – Ihren Partner geheiratet haben, oder weshalb Sie einem Partner in der Zukunft Ihr Jawort geben werden. Ihre Ehe zu etwas Wundervollem in Ihrem eigenen Erleben als auch in den Augen Gottes zu machen, ist der Grund für dieses Buch. Nähern Sie sich seinen Inhalten mit einem offenen Herzen und einem offenen Geist. Wie Dinge nicht funktionieren wissen viele unter uns bereits. Dieses Buch kann Sie inspirieren zu erfahren, wie eine glücklich machende Partnerschaft tatsächlich funktioniert.
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Sexualit채t, Partnerschaft und Liebe im Neuen Testament
Teil 1
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Eins werden – Gottes Plan für Partnerschaft Kennen Sie die bedeutsamste Aussage Gottes in Bezug auf die Ehe? „Die zwei werden sein ein Fleisch.“ (1. Mose 2, 24) Auch Jesus nimmt darauf Bezug, wenn Er sagt: „Deswegen wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich seiner Frau anschließen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Daher sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.“ (Matth. 19, 5 + 6) Warum sollte ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen, um sich seiner Frau anzuschließen, wenn er mit ihr nicht eins werden darf? Sexuelle Vereinigung von Mann und Frau ist die natürlichste Sache der Welt. Gläubige sollten sich in diesem Punkt unter keinen Umständen dem Zeitgeist der westlichen Welt angleichen, in welchem die Frau zur Herrscherin über die Verfügbarkeit von Sexualität und der Mann zum Bettler wird. Wenn das vollkommene Einswerden zweier Menschen der tiefste göttliche Grund für Partnerschaft ist, dann kann die grundsätzliche oder regelmäßige Verweigerung von Verschmelzung in absolut offensichtlicher Weise nicht der Willen Gottes sein. Eine in einer Beziehung lebende Frau, die sich mit ihrem Mann nur selten, widerwillig oder überhaupt nicht mehr vereinigt, ist deshalb ein Paradoxon in sich selbst. Es mögen noch so viele „Begründungen“ vorgebracht werden, weshalb eine Frau mit ihrem Mann nicht eins werden will, doch wir sollten uns im Klaren darüber sein, dass kein einziger von ihnen vor Gott bestehen kann, welcher sagt: „Die zwei werden sein ein Fleisch.“ Dies ist die grundlegende, alles überspannende Aussage Gottes in Bezug auf die Partnerschaft zwischen zwei Menschen.
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Einige haben den Versuch unternommen, diese Aussage von der Körperlichkeit abzukoppeln und ihre Bedeutung so zu vergeistigen; doch die Formulierung lautet: „Die zwei werden sein ein Fleisch“. Hätte Gott tatsächlich sagen wollen „ein Geist“ oder „eine Seele“, so hätte Er es getan. Liebe heißt, sich mit dem geliebten Menschen vereinigen zu wollen. Einswerden bedeutet, sexuell zu verschmelzen. Deshalb ist jede Form der Zurückweisung, des Sich-Entziehens und der Verweigerung von Verschmelzung unnatürlich. Es steht in tiefster Weise dem entgegen, was Gottes Absichten entspricht.
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Der Bund der Ehe – Versprechen und Verantwortung Würden Sie zustimmen, dass es nicht sein kann, wenn ein Mensch bei seiner Eheschließung einen Vertrag unterschreibt, welcher zum Inhalt hat, dass einige oder alle seiner sexuellen Wünsche und Bedürfnisse für den Rest seines Lebens niemals mehr Erfüllung finden? Nichts anderes geschieht, wenn ein Mensch einen anderen heiratet, der sich weigert, den sexuellen Wünschen seines Partners zu entsprechen. Keiner von uns hat das Recht, einen anderen Menschen vor den Augen Gottes lebenslang an sich zu binden, ihm jedoch gleichzeitig die Erfüllung seiner Wünsche und Bedürfnisse häufig oder gar vollständig zu verweigern. Würden Menschen beginnen, dies wirklich zu verstehen, so würde unsere Welt besser werden. Nur ein Bruchteil aller Partnerschaften würde geschieden, eine Vielzahl sexueller Sünden vermieden und mindestens die Hälfte aller Prostituierten zur Erwerbslosigkeit verbannt. Die Ehe ist ein Bund, und zu einem Bund gehören Verpf lichtungen, welche beide Partner dem jeweils anderen gegenüber eingehen. Wer sich und seinen Körper für sich selbst behalten will, sollte nicht heiraten; eine darüber hinaus gehende Logik gibt es nicht. Einem potenziellen Partner in der Zeit vor der Heirat verbale (ausgesprochene) oder non-verbale (körperlich fühlbare) Verheißungen darüber zu machen, wie die Ehe sein wird, dies jedoch nach der Heirat oder im Laufe der Ehe komplett zu verändern, ist eine der größten Lügen im zwischenmenschlichen Bereich. Männer und Frauen haben verschiedene Gründe, eine Ehe einzugehen. Beide Motive münden in Ehe, doch sind sie nicht ohne Weiteres miteinander vergleichbar. Während eine Frau in aller Regel soziale Sicherheit für sich und ihre Kinder, einen erfolgreichen Ernährer der Familie,
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einen humorvollen, treuen Partner und Freund, einen verständnisvollen Zuhörer, Zärtlichkeit, Aufmerksamkeit und oft auch einen f leißigen Hausmann im Sinn hat, begibt sich ein Mann in erster Linie deshalb in eine Partnerschaft, weil er dauerhafte Erfüllung seiner sexuellen und emotionalen Wünsche und Bedürfnisse sucht. Das heißt keinesfalls, dass nicht Liebe sein bedeutendstes Motiv wäre; doch wir sollten aufrichtig sehen, dass ein Mann zwischen Liebe und Sexualität (im Blick auf Ehe) nicht trennt, und er – so betrachtet – die Frau liebt, die ihm sexuelle Erfüllung bzw. vor der Ehe das verbale und non-verbale Versprechen dazu gibt. Ein Mann kann auf nahezu alle Aspekte einer Partnerschaft verzichten – außer liebevoller Emotionalität und erfüllender, regelmäßiger Sexualität. Er ist in der Lage, selbst zu kochen, zu waschen, zu bügeln und die Wohnung zu säubern (das muss er während seines Lebens vor einer Partnerschaft schließlich auch). Auch könnte er sich, wenn er den Wunsch zum Reden verspürt, mit weiblichen oder männlichen Freunden treffen. Doch er hat keine Möglichkeit, sein tiefes Bedürfnis nach weiblicher Annahme und Bestätigung einerseits und sein Bedürfnis nach erfüllender Sexualität andererseits auf andere Weise zur Erfüllung zu bringen als in der Beziehung mit seiner Partnerin und Frau. Wenn einige Frauen glauben, ein Mann könne doch recht zufrieden sein, wenn seine Frau wäscht, staubwischt, seine Hemden bügelt und für ihn kocht, übersehen sie die einfache Tatsache, dass dies nicht der primäre Grund ist, warum er eine Partnerschaft einging, und all diese Dinge ihm solange wenig nützen, wie er abends, wenn die Kinder im Bett sind, zum Bettler in Bezug auf Sexualität degradiert wird bzw. „ohne alles“ schlafen gehen muss. Wenn eine Person nicht bereit ist zu arbeiten, sollte sie keinen Arbeitsvertrag eingehen.
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Wenn eine Frau nicht bereit ist, für ihre Kinder zu sorgen, sollte sie keine bekommen. Wenn ein Mann nicht bereit ist, für seine zukünftige Familie zu sorgen und seine Frau so zu lieben, wie Christus die Gemeinde liebt, dann sollte er die Ehrlichkeit besitzen, keine Frau an sich zu binden, denn er verdient es nicht, dass eine Frau ihn zu ihrem einzigen Partner, Versorger und Ehemann erwählt. Wenn eine Frau nicht bereit und willens ist, ihrem Mann lebenslange, regelmäßige und mit Annahme verbundene Sexualität zu gewähren, sollte sie aufrichtig genug sein, auf die Ehe zu verzichten – es sei denn, sie würde mit ihrem zukünftigen Mann vor der Ehe offen darüber sprechen, ob er bereit ist, in Kauf zu nehmen, dass lebenslange, regelmäßige Sexualität kein Teil speziell seiner Ehe sein wird, sondern diese der weiblichen Laune und Befindlichkeit unterliegt. Wäre ein Mann in Kenntnis dieser Haltung dennoch bereit, die Ehe einzugehen, dann wären die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, seine eigene Schuld. Tatsache ist: Eine verheiratete Frau hat aus Gottes Sicht nicht das Recht, ihren Körper als ihr Eigentum zu betrachten und ihn in der Folge ihrem Mann vorzuenthalten, ebenso wie ein verheirateter Mann nicht das Recht hat, seinen Körper als sein Eigentum zu betrachten und ihn in der Folge seiner Frau vorzuenthalten. Erscheint Ihnen das etwas zu extrem? Dann lesen Sie 1. Kor. 7, 2 - 5, eine Passage des ausführlichsten und bedeutendsten Kapitels über die praktischen Aspekte von Partnerschaft im Neuen Testament: „Um der Hurerei willen soll jeder seine eigene Frau haben, und jede Frau soll ihren eigenen Mann haben. Der Mann soll der Frau die Schuldigkeit erstatten, gleicherweise aber auch die Frau dem Mann. Die Frau hat nicht die Vollmacht über ihren eigenen Körper, sondern der Mann; gleicherweise hat auch der Mann nicht die Vollmacht über seinen eigenen Körper, sondern die Frau. Entzieht euch nicht einander, außer etwa nach Vereinbarung für eine gewisse Zeit, um zum
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Gebet Muße zu haben, aber danach wieder beieinander zu sein, damit Satan euch nicht wegen euerer Unenthaltsamkeit versuche.“ (1. Kor. 7, 2 - 5) Einen anderen Menschen durch ein Eheversprechen lebenslang an sich zu binden, ihm dann jedoch innerhalb der Ehe Sexualität, Intimität, Zärtlichkeit, Annahme und Bestätigung zu verweigern, ist eine der größten zwischenmenschlichen Verfehlungen, derer eine Person (ob Mann oder Frau) sich schuldig machen kann. Die einzige Stelle, welche – wenn überhaupt – Andeutungen in eine Richtung machen könnte, dass ein Mann seine Frau sexuell nicht überfordern bzw. Rücksicht auf sie nehmen solle, ist 1. Petrus 3, 7: „Die Männer in gleicher Weise: Wohnt gemäß der Erkenntnis als solche zusammen, die dem weiblichen, schwächeren Gefäß die Ehre zuerkennen als Mitlosteilinhaber der mancherlei Gnade des Lebens, damit eure Gebete nicht verhindert werden.“ Tatsache ist, dass Petrus nicht sagt: „Ihr Männer, habt Verständnis dafür, wenn eure Frauen nicht mit euch schlafen.“ Frauen sind von Natur aus körperlich schwächer als Männer; deshalb sollten liebende Ehemänner ihren Frauen körperlich schwere Arbeiten abnehmen, sie beschützen, sich vor sie stellen und sie in jeder erdenklichen Hinsicht ehren. Doch Frauen sind nicht zu schwach, mit ihren Männern körperlich eins zu werden. Ausleger, die solches in diese Stelle hinein deuten, bewegen sich nicht auf dem Boden gesicherter Erkenntnisse oder naheliegender Vermutungen, während sie vielleicht auch noch nie in Erwägung gezogen haben, wie wenig körperliche Stärke oder Energie es für eine Frau erfordert, in einem bequemen Bett auf dem Rücken liegend ihren Mann in sich eindringen zu lassen. Prostituierte schlafen pro Tag mit 10 bis 30 Männern, die sie nicht lieben, ohne beständig das Argument anzuführen, sie seien dafür von Natur aus zu schwach.
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Gläubige Frauen, für die Prostituierte auf selbstverständlicher Basis kein Vorbild sind, sollten jedoch auf die Ausrede verzichten, sie fänden nicht die Kraft, mit dem einzigen Mann ihrer Liebe einmal täglich eins zu werden oder 10 - 20 Minuten zu investieren, um ihm auch ohne explizite Vereinigung mit ihrem Mund oder ihren „goldenen Händen“ sexuelle Annehmlichkeiten und Entspannung zu gewähren. Einige versuchen das Argument vorzubringen, christliche Nächstenliebe fordere von einem Mann, seine Frau nicht zum Sex zu nötigen, wenn diese sich nicht danach fühlt. Richtig daran ist, dass kein Mann der Welt, weder gläubig noch ungläubig, das Recht hat, seine Frau zu vergewaltigen. Doch gerade deshalb muss Einswerden auf Freiwilligkeit beruhen, und freiwillig ist es bei all den Launen, Befindlichkeiten, Ablenkungen, Wehwehchen und Unpässlichkeiten mancher Frauen nur dann, wenn die Frau eine bewusste Entscheidung trifft, dass die Erfüllung der sexuellen und emotionalen Wünsche als auch Bedürfnisse ihres Partners zu den Verpf lichtungen desjenigen Bundes gehört, den sie mit genau diesem ihrem Mann vor den Augen Gottes eingegangen ist. Erscheint Ihnen das ein wenig unsanft ausgedrückt? Ich finde nicht und werde den Beweis dafür vorlegen. Keine normale Frau würde das Stillen ihres Kindes von genau all jenen Launen, Befindlichkeiten, Ablenkungen, Wehwehchen und Unpässlichkeiten abhängig machen, die sie ins Spiel bringt, wenn ihr Partner, der sie liebt, sich mit ihr in sexueller Weise vereinigen will. Würden Frauen es tun, so wären mehr als die Hälfte aller Babies spätestens eine Woche nach ihrer Geburt aufgrund mangelnder Ernährung tot. Es ist offensichtlich, dass die Wünsche und Bedürfnisse eines Partners keinen geringeren Stellenwert haben können als die Wünsche und Bedürfnisse eines Kindes, und es ist in jeder Hinsicht unlogisch, dass 98 Prozent aller Frauen die Erfüllung der Bedürfnisse ihres Kindes als absolute Normalität betrachten, während sie gleichzeitig die Erfüllung der Bedürfnisse ihres Partners dem Zufall überlassen, als entbehrlich betrachten, ja sogar meinen, ein Recht darauf zu haben, sie nur dann zu beachten, wenn ihnen gerade
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einmal danach ist. (Und wie leider nicht viele unter uns leugnen können, sind die Umstände, die das eigenständig entwickelte sexuelle Verlangen einer Frau bedingen, zum Teil sehr unregelmäßig und unvorhersehbar, weshalb es vernünftiger erscheint, sexuelle Vereinigung in der Ehe nicht ausschließlich von genau diesen unvorhersehbaren, selten eintretenden und ausgesprochen f lüchtigen Umständen abhängig zu machen.) Die Formel ist einfach. Gläubige Männer sollen ihre Frauen auf dieselbe Weise lieben, wie Christus die Gemeinde liebt. Gläubige Frauen wiederum sollen ihre Männer ehren, zu ihnen aufschauen und sie als Haupt der Familie respektieren. Der Körper des verheirateten gläubigen Mannes gehört nicht ihm, sondern seiner Frau, ebenso wie der Körper der verheirateten gläubigen Frau nicht ihr, sondern ihrem Mann gehört. Anders ausgedrückt: Der verheiratete Gläubige hat nicht die Verfügungsgewalt über seinen eigenen Körper, sondern seine Frau, ebenso wie die verheiratete Gläubige nicht die Verfügungsgewalt über ihren eigenen Körper hat, sondern ihr Mann. Die Ehe ist ein exklusiver, heiliger Bund, welcher die Erfüllung der Bedürfnisse und Wünsche des Partners einschließt. Das wiederum kann nur durch eine bewusste Entscheidung sichergestellt werden, ebenso wie es auf einer bewussten Entscheidung einer Mutter beruht, ihr Kind zu stillen und zu versorgen, egal ob sie gut oder schlecht geschlafen hat, einen angenehmen oder harten Tag erlebte, Kerzen im Schlafzimmer brennen oder ihr Kind den Tag über ausgesprochen nett zu ihr war. Viele Menschen – Nichtchristen wie auch Christen – geben sich am Tag ihrer Hochzeit hehre, wohlklingende, zu Herzen gehende Eheversprechen, die sie danach nicht halten. Und wissen Sie, worin der Grund dafür liegt? Zum einen Männer, die nicht gelernt haben, in Integrität zu leben, und zum anderen Frauen, die nicht wissen, dass wahrhaft funktionierendes Leben nicht auf Hormonen, sondern auf bewussten Entscheidungen der Liebe basiert.
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Integrität bedeutet: Zu halten, was man verspricht und nur zu versprechen, was man zu halten in der Lage ist. Bewusste Entscheidung wiederum heißt: Ich entscheide heute für den Rest meines Lebens, dies und jenes zu tun, unabhängig davon, ob ich selbst in jedem Augenblick „Lust“ darauf habe und die Erfüllung meines Versprechens meiner persönlichen Befriedigung dient. Bewusste Entscheidung bedeutet auch, die Erfüllung eines Versprechens nicht von (dem Partner bekannten oder unbekannten) „Bedingungen“ abhängig zu machen, die beliebig vorgeschoben werden, um der Erfüllung des Eheversprechens aus dem Weg zu gehen. Indem ein Mensch sich an einen einzigen anderen Menschen bindet, der von ihm zu Recht Treue erwartet, macht dieser Mensch sich in Bezug auf das Erleben partnerschaftlicher Sexualität von diesem einen anderen Menschen – seinem Partner oder seiner Partnerin – abhängig. Deshalb kann es unter keinen Umständen richtig sein, dass diese in einer Partnerschaft auf einen einzigen Menschen konzentrierte Sexualität regelmäßig vor einer verschlossenen Tür endet, von der unbekannt ist, welcher Schlüssel zu ihr passt. Dabei kann ich durchaus sehen, dass eine Frau die Erfüllung der sexuellen Bedürfnisse ihres Mannes in Zeiten, in denen sie selbst keine große Lust verspürt, in gewisser Weise als Arbeit empfinden könnte. Doch ebenso wie ein Mann seiner Arbeit nachgeht, um für seine Familie zu sorgen; ebenso wie eine Frau für ihr Kind sorgt, unabhängig von dem Lustgewinn, den sie daraus bezieht, gehört die Erfüllung der intimen als auch emotionalen Bedürfnisse unseres Partners zu den Dingen, auf die er ein Anrecht hat, ob wir uns gerade danach fühlen oder nicht.
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Verfügbare Sexualität innerhalb der Ehe im Willen Gottes Manche Dinge lassen sich am besten auf einfache Weise erklären. Natürlich könnten Menschen unzählige Stunden über Argumente debattieren; sie können sich aber auch entscheiden, einfache Wahrheiten zur Kenntnis zu nehmen, und eine dieser Wahrheiten will ich in einem Vergleich verdeutlichen. Können wir wissen, was zu tun sei, um an einem Auto die größtmögliche Freude zu haben und Pannen zu vermeiden? Die Formel lautet: Benzin, Wasser und Öl. Selbstverständlich könnte man über Thesen philosophieren, Motoren würden auch ohne Öl reibungslos laufen oder Kühler ohne Wasser funktionieren, doch die Realität würde den Hypothetiker in jedem einzelnen Fall eines Besseren belehren. Auch Männer funktionieren auf einfache Weise: Hier und da ein warmherziges, strahlendes Lächeln ihrer Partnerin, regelmäßige Sexualität (sagen wir mindestens zwei mal in drei Tagen, vier bis fünf mal pro Woche oder auch mehr), gewürzt mit Annahme, Bestätigung, Verführung, Abwechslung und Leidenschaft, vielleicht ein warmes Essen ab und an, und die Welt ist mehr als in Ordnung (wobei – glauben Sie mir – fremd zubereitetes Essen für den normalen Mann bei weitem entbehrlicher ist als Sex). Obwohl man annehmen sollte, dass diese Dinge absolute Normalität darstellen und es nicht erforderlich sei, auch nur darüber zu sprechen, stellen sie für viele verheiratete Männer den Blick dar in ein verschlossenes Paradies. Eine Frau, die mit ihrem Mann nicht schläft, ist in etwa so nützlich wie ein Auto, das nicht fährt. Ohne jeden Zweifel ist es möglich, ein solches Auto zu Dekorationszwecken in die Einfahrt zu stellen oder sich hineinzusetzen und mit dem Mund Fahrgeräusche zu erzeugen; doch für die Fortbewegung macht es keinen Sinn.
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Mit jedem Jahr, das Gott mir das Vorrecht gibt zu leben; mit jeder unglücklichen Partnerschaft, die ich sehe, verdichtet sich in mir die Gewissheit, was für eine unglaubliche Zielverfehlung es darstellt, einen anderen Menschen durch eine Ehe an sich zu binden und ihm dann regelmäßig, über Jahre hinweg oder vielleicht sogar für den Rest seines Lebens die Erfüllung seiner sexuellen Bedürfnisse zu verweigern. Können Sie diese Logik sehen? Gibt es irgend einen anderen, aus göttlicher Sicht legitimen Ort, an welchem ein verheirateter Mann die Erfüllung seiner intimen Bedürfnisse erhalten kann, als von seiner einzigen, nach Gottes Willen lebenslangen Frau? Jede Frau, die ihrem Kind die Nahrung mit der Begründung schuldig bleiben würde, „sie fühle sich heute nicht so“, „sie habe Kopfschmerzen“ oder „ihr Kind hätte es heute nicht verdient“, würden wir entweder für argumentativ fehlgeleitet, für asozial oder beides erklären. Aufgrund welcher Logik jedoch verweigern Frauen dann ihrem einzigen Mann, den sie nach ihrer eigenen Aussage aus Liebe geheiratet und durch den Ehebund die Verantwortung für die Erfüllung seiner sexuellen Bedürfnisse übernommen haben, partnerschaftliche Intimität? Nicht wenige christliche Frauen leben mit der Einstellung: „Ich bleibe zwar mit meinem Mann zusammen, weil ich ihm vor Gott mein Ja-Wort gegeben habe, doch er kann nicht erwarten, dass ich weiterhin mit ihm intim werde.“ Das – mit Verlaub gesagt – gehört zum inkonsequentesten Denken, welches diese Welt je gesehen hat. Ein Mann muss seine Frau, die er liebt, begehren dürfen. Würde sie denken oder sagen: „Er will immer nur das eine“, so wäre dies eine unrichtige Denkweise. Ein Mann begehrt diejenige Frau, die er liebt; alles andere wäre vollkommen unlogisch. Welche Frau sollte er sonst begehren, wenn nicht seine eigene? Einige sind der Ansicht, ein Mann müsse nicht nur vor der Ehe, sondern auch in der Ehe standhaft und imstande sein, der Sexualität zu entsagen.
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Paulus sieht dies sehr viel realistischer, indem er sagt: Wer nicht enthaltsam ist, soll heiraten. Innerhalb der Ehe sollen sich die Partner einander nicht entziehen, sondern einander die Schuldigkeit erstatten. Die Herrschaft über ihren Körper gehört dann nicht mehr ihnen selbst, sondern ihrem Partner (1. Kor. 7, 2 - 5 + 9). (Beschwerden darüber bitte nicht an den Überbringer der Botschaft, sondern – falls es Ihnen angemessen erscheint – direkt an Gott). Enthaltsamkeit innerhalb der Ehe und limitierter Zugang zu partnerschaftlicher Sexualität ist – wie wir gesehen haben – im Neuen Testament nur für einen einzigen Fall, und in diesem auch nur vorübergehend, vorgesehen: Wenn beide übereinkommen, so viel Zeit auf das Gebet zu verwenden, dass vorübergehend keine Zeit oder Konzentration für Sexualität verbleibt. Kopfschmerzen hingegen sind kein göttlich legitimierter Grund für die Verweigerung von Sex. Vorgetäuschte Kopfschmerzen noch viel weniger. Viele Frauen finden unendlich viele Gründe, warum ausgerechnet an diesem Tag ihr Mann keine partnerschaftliche Sexualität von ihr erhält: Sie ist zu müde (weil sie – objektiv betrachtet – ihren Tag so organisierte, dass für den Mann keine Spannkraft und keine Zeit mehr verbleibt); er habe es nicht verdient (weil er den Müll nicht aus der Wohnung brachte oder andere schwere Verfehlungen beging); die Kinder hätten die Frau über den Tag bereits genug beansprucht; sie leide an Menstruation und vieles mehr. Es versteht sich von selbst, dass ein liebender Ehemann von seiner Frau weder in den Tagen vor der Entbindung noch während einer schweren Grippe erwarten würde, mit ihm den Beischlaf zu vollziehen. Darüber hinaus jedoch existiert offen gesagt – von realer vorübergehender räumlicher Trennung abgesehen – überhaupt kein einziger vernünftiger Grund, dem Partner an einem beliebigen Tag partnerschaftliche Sexualität vorzuenthalten. Oder woher kommt die Logik, Sexualität hätte nur stattzufinden, wenn die Frau – egal wie seltsam sie ihren Tag organisiert oder sich von äußeren Dingen des Lebens in ihrem Denken belasten lässt
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– gerade vollständig in Stimmung ist? In einem solchen Fall degeneriert das Erleben partnerschaftlicher Sexualität für den Mann zum BingoSpiel, was ihn extrem frustriert und demotiviert. Selbst wenn eine Frau der Meinung sein sollte, während ihrer Regel keine Vereinigung vollziehen zu wollen, so würde sie das nicht von der durch die Liebe gebotenen Verantwortung entbinden, ihrem Mann vielleicht auf anderem Wege als dem der direkten Vereinigung einen Orgasmus zu schenken. Während – wie wir gesehen haben – vermutlich jeder von uns eine Mutter, die ihr Kind nach dem „Lust-und-Laune-Prinzip“ stillt, oder einen Familienvater, der nur dann arbeiten geht, um die Familie zu versorgen, wenn „ihm gerade danach ist“, als asozial empfinden würde, versuchen einige, das Bild der Ehefrau, die ihrem Mann nur dann partnerschaftliche Sexualität gewährt, wenn sie gerade nicht zu müde und auch sonst in jeder Hinsicht „in Stimmung“ ist, als normal zu etablieren. Es ist – objektiv betrachtet – eine extreme Form von Eigensucht und fehlender Liebe, dem Partner (ob als Mann seiner Frau oder als Frau ihrem Mann) Sexualität zu verweigern oder häufig zu entziehen. Auch wird eine Frau für ihren Mann nicht interessanter, wenn sie die Verfügbarkeit von Sexualität limitiert. Stattdessen bleibt sie für ihn interessant, wenn sie ihn stets aufs Neue in Liebe verführt, ihm Annahme und Bestätigung schenkt, auf seine Wünsche eingeht (anstatt alles, was über die Missionarsstellung hinausgeht, zu verweigern), und indem sie ihre von Gott gegebenen Reize geschickt zur Geltung bringt. Nach meiner Erfahrung wird kein Mann, der seine Frau von Herzen liebt, ein größeres Problem damit haben, einige Tage auf die nächste Vereinigung zu warten, wenn äußere, objektive Umstände es erfordern sollten, solange er weiß, dass in Bezug auf verfügbare Intimität grundsätzlich alles in Ordnung ist.
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Was Männern jedoch allergrößte Frustrationen bereitet, sind offene Zurückweisung, subtile Vertröstungen, Vorwände, Ausreden und die Erkenntnis, dass ihr Zugang zu partnerschaftlicher Sexualität in keiner Weise voraussagbar ist, sondern den Gesetzmäßigkeiten des selten eintretenden Zufalls unterliegt. Ein Mann kann nicht ein ganzes Leben auf die Erfüllung der ihm spezifisch eigenen sexuellen Phantasien und Wünsche verzichten. Als verheirateter Mann hat er, wenn er treu ist, nur eine Chance, dass seine sexuellen Bedürfnisse, Wünsche und Phantasien Erfüllung finden: Durch seine Partnerin, ebenso wie auch die Frau durch ihren Mann. Angenommen, ein Mann liebt bestimmte sexuelle Spielarten, seine Partnerin jedoch weigert sich, diese zu praktizieren. Kann der Mann sie mit einer anderen Frau ausleben? Wohl kaum, denn sowohl seine Frau als auch sein Schöpfer erwarten eheliche Treue von ihm. Wenn er weder mit seiner eigenen Frau (weil diese es nicht tut) noch mit einer anderen Frau (weil er treu ist) die Erfüllung seiner Wünsche finden kann, bedeutet das praktisch nichts anderes, als dass er lebenslang auf die Verwirklichung seiner individuellen sexuellen Wünsche verzichten muss. Das ist nicht nur nicht fair ihm gegenüber, es funktioniert auch meistens nicht, denn sexuelle Vorlieben und Wünsche haben die Natur, sich Bahn zu brechen – wenn nicht innerhalb der Ehe, dann außerhalb. Frauen reagieren grundsätzlich anders auf die Vernachlässigung ihrer sexuellen Wünsche und Bedürfnisse durch ihren Partner, als Männer es tun. Einigen Frauen gelingt es, unerfüllte Sexualität durch Freundschaft und Liebe ihrer Kinder, ihrer Freundinnen oder anderer Bezugspersonen zu kompensieren, da Sex für sie – anders als bei Männern – keine biologische Notwendigkeit darstellt. Vielleicht suchen einige unter ihnen eine nichtbezahlte außereheliche Affäre oder werden zumindest offen für eine solche, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt. Andere verzichten ganz auf Sexualität, manche suchen sexuelle Abenteuer, und einige wenige nutzen die Dienste kommerzieller Gigolos, was aber um Grö-
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ßenordnungen seltener vorkommt als die Inanspruchnahme weiblicher sexueller Dienstleistungen durch einen Mann. Zuweilen hat man das Vergnügen, Zeuge deutscher Fernsehkunst zu werden in Form wenig durchdachter Szenen wie: Die Frau sagt zu ihrem Mann: „Schatz, ich habe Lust auf dich; wir haben schon seit Wochen nicht mehr miteinander geschlafen.“ Worauf der Schauspieler zur Antwort gibt: „Heute nicht; du weißt doch, dass ich im Moment auf Arbeit sehr eingespannt bin.“ Glauben Sie mir: Eine solche Szene entspringt nicht dem realen Leben. Sollte es doch in dieser Weise stattfinden, so kann das nur drei mögliche Ursachen haben: A. Der Mann ist asexuell, B. Er liebt und/oder begehrt seine Frau nicht mehr oder C. Er hat eine Affäre und benötigt deshalb zu Hause keinen Sex. Wenn eine Frau müde ist, will sie schlafen. Ist ein Mann müde, möchte er Sex haben und dann schlafen. Niemand fühlt sich damit überfordert, drei bis fünf Mahlzeiten am Tag zu sich zu nehmen, sieben bis neun Stunden zu schlafen oder fünf bis zehn Mal täglich die Toilette aufzusuchen. Wenn argumentiert wird, dass ein bis zwei mal täglicher Sex (vielleicht nicht an absolut jedem einzelnen Tag, aber doch in der Mehrzahl der Fälle) eine Überforderung darstelle, dann kann dies nur auf unrichtigem Zeitmanagement und fragwürdiger Prioritätensetzung beruhen. Natürlich meine ich nicht, dass Paare sieben Mal am Tag Sex haben müssten, oder ein Partner zustimmen müsste, wenn der andere in dieser Häufigkeit Lust auf Intimität verspürt. Es gibt natürliche Grenzen und ein Gefühl von Angemessenheit. Allerdings könnte durchaus überlegt werden, ob zweimal pro Tag eine realistische Größe ist. Am Morgen zwanzig Minuten und Abends vielleicht vierzig Minuten sollte eigentlich nicht zuviel Zeit sein, um sie dem
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Sexualität, Partnerschaft und Liebe im Neuen Testament
Partner zu schenken, und, glauben Sie mir, verehrte Frauen: Sie werden einen außerordentlich motivierten Ehepartner haben, der – wenn die grundlegenden Parameter Ihrer Ehe stimmen – Sie auf Händen tragen, Ihnen viele Arbeiten abnehmen, Ihnen mit Aufmerksamkeit begegnen und Sie in jeder Hinsicht mit Liebe überschütten wird. Zufriedene Männer sind aufmerksamer, treuer und f leißiger zum Wohle ihrer Familie als solche, die ständiger Frust über unerfüllte Sexualität in Bezug auf Häufigkeit und Leidenschaft plagt. *** In einem Nachrichteninterview fragte Tom Buhrow den amtierenden Bahnchef einmal: „Nachdem wir nun festgestellt haben, dass weder Sommer noch Winter zu den Freunden der Bahn gehören: Gibt es denn auch Jahreszeiten, mit denen Sie gut zurechtkommen?“ Wir haben gesehen, dass, Stattfinden von Intimität in der Ehe von weiblicher Befindlichkeit und Hormonlage abhängig zu machen, für den Mann zu einem Spiel wird, welches er nicht gewinnen kann. Prämenstruale, parallelmenstruale, postmenstruale, schwangerschaftsbedingte, stillbedingte und andere Hormonstörungen wechseln sich mit Zeiten ab, in denen sie keine Lust empfindet, der Mann „es nicht verdient hat“, Perioden, in denen sie „den Kopf nicht frei hat“ und Phasen, in denen sie „nur kuscheln will“, bis schließlich Wechseljahre und Menopause die Sache in vielen Fällen ganz zum Erliegen bringen. Die Lösung kann nur eine fundierte, auf dem Wort Gottes, auf Liebe und Verantwortung beruhende Entscheidung sein, die dann allerdings zu weitaus mehr Vorteilen führt als sie Energie in Anspruch nimmt, und zwar in der Form, dass ein sexuell zufriedener Mann in aller Regel in einer Weise für seine Partnerin und seine Familie sorgt, die dem entspricht, was eine Frau sich in ihrem tiefsten Herzen wünscht.
Schlüssel für gottgemäße, erfüllende Partnerschaft
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Ehe als Schutz vor Verführung und Prostitution Kaum etwas ist vergleichbar mit der Frustration, welche bei verheirateten Männern entsteht, wenn sie gewahr werden, dass ihre Frau nicht gedenkt, ihre sexuellen Wünsche zu erfüllen, weder in Bezug auf das Stattfinden von Sexualität überhaupt, noch in Bezug auf Abenteuer, Abwechslung, Regelmäßigkeit oder Qualität. Dem männlichen Partner für längere Zeit Sex zu verweigern ist eine Rechnung, die nicht aufgeht. Einige Frauen mögen glauben, Probleme, die man ignoriert, lösten sich von selbst; doch das ist nicht der Fall. Wenn Verführung nicht innerhalb der Ehe (durch den Partner) geschieht, dann geschieht sie außerhalb. Wenn ein Mann, welchem Sexualität insgesamt oder die Erfüllung ihm wichtiger sexueller Spielarten längere Zeit verweigert wird, nach dem zwanzigsten Mal aufgibt, seine Partnerin darum zu bitten, so ist das weniger ein Zeichen dafür, dass er aufgehört habe, sexuelle Wünsche zu empfinden, als vielmehr dafür, dass er mit hoher Wahrscheinlichkeit andere Wege suchen wird, die Erfüllung derselben zu erhalten. Der nichtchristliche Mann wird – im Normalfall – früher oder später aus einer sexuell unerfüllten Ehe ausbrechen, entweder durch Scheidung, durch Affären oder in Form von Prostitution. Diese Optionen stehen dem verheirateten christlichen Mann legitimerweise nicht zur Verfügung. So wird er zum Gefangenen einer Ehe, die ihn nicht erfüllt, ja mehr noch, ihn unendlich frustriert. Nutzt er dennoch die oben genannten, ihm nicht legitimerweise zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, wird er zum Sünder – und die Ursache dafür liegt zu einem hohen Maße bei seiner sich ihm verwei-
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Sexualität, Partnerschaft und Liebe im Neuen Testament
gernden Frau. Nutzt er diese sündigen Optionen nicht, steckt er in einer Falle, für die es solange keine Befreiung gibt, bis seine Frau stirbt – oder sie bereit wird, ihrem Mann im emotionalen und sexuellen Bereich das zu geben, was sie als einziger Mensch auf dieser Erde – seine Ehefrau und Partnerin – ihm geben kann. Dieser Verantwortung sollten sich Frauen (und, soweit es sie in diesem Punkt betrifft, natürlich auch Männer) vor einer Heirat als auch innerhalb der Ehe bewusst werden. Tatsache ist, dass unerfüllte Sexualität in einer Partnerschaft eine absolute Katastrophe, die Ursache schwerwiegendster Probleme und Sünden, den Bruch des bedeutendsten Bundes zwischen zwei Menschen als auch eine enorme Form der Liebesverweigerung darstellt. Paulus sagt: „Um der Hurerei willen habe ein jeder seine eigene Frau.“ Die Inanspruchnahme von Prostitution (sexuellen Dienstleistungen gegen Geld) ist zu nahezu 100 Prozent ein männliches Problem. Während nicht wenige Frauen fehlende Sexualität vor oder innerhalb einer Partnerschaft durch Umarmungen guter Freundinnen, die Zuwendung eines Haustieres, Schokoladenkonsum, warme Bäder bei Kerzenschein oder das Lesen eines guten Buches ausgleichen können, gehört stattfindende Sexualität für einen normalen Mann so natürlich zum Leben wie Essen, Trinken, Schlafen oder der Besuch des WC. Es ist schwer genug für einen jungen Mann, im sexuellen Bereich siegreich zu sein, solange er ohne Partnerin lebt. Was er jedoch überhaupt nicht gebrauchen kann, ist, auch noch innerhalb einer Ehe ein Bettler in Bezug auf Sex zu sein. Es mag einen gewissen Prozentsatz asexueller Männer geben, doch eignen sich diese keinesfalls als Beispiel dafür, sie normalen Männern vorzuzeigen im Sinne von: „Schau mal, bei diesem und jenem (asexuellen) Mann geht es doch auch.“ Sexualität im Leben eines normalen Mannes ist das vielleicht stärkste natürliche Bedürfnis, und Gott trägt dem Rechnung, indem Sein Wort sagt: „Um der Hurerei willen habe ein jeder seine eigene Frau.“ Mit anderen Worten: Damit sich männliche Sexuali-