Unterwelten, Satan und der See des Feuers
Unterwelten, Satan und der See des Feuers Autor: Riccardo Meusel
© Verlag für Weltmission 2012 ISBN 978-3-942501-09-5 3. Auflage Februar 2012
Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, sowie Vervielfältigung in irgendeiner Form (Fotokopie, Microfilm oder andere Verfahren) oder Verarbeitung durch elektronische Systeme ohne schriftliche Einwilligung des Autors und des Verlages sind verboten. Alle Bibelstellen – mit wenigen Ausnahmen – wurden der Konkordanten Wiedergabe des Neuen Testaments, Auflage 6, entnommen. © Konkordanter Verlag Pforzheim, www.konkordanterverlag.de
Druck: Booksfactory (www.booksfactory.de) Satz: Riccardo Meusel, www.buchlayout.net Umschlaggrafik: sunnje, www.pixelio.de Umschlaggestaltung: Riccardo Meusel
Verlag für Weltmission www.verlag-fuer-weltmission.de info@verlag-fuer-weltmission.de
Inhaltsverzeichnis
Anspruch und Ziel
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Kapitel 01
Überblick aller Orte der Strafe
Kapitel 02
Jesu Aufenthalt zwischen Kreuzigung und Auferstehung 10
Kapitel 03
Satans Aufenthaltsort in Gegenwart und Zukunft
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Kapitel 04
Der Tartarus
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Kapitel 05
Der Abgrund
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Kapitel 06
Kerker und Gefängnisse
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Kapitel 07
Der Hades (das Totenreich)
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Kapitel 08
Die Gehenna des Feuers
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Kapitel 09
Der See des Feuers
31
Kapitel 10
Mythen und Fakten
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Kapitel 11
Der Dienst der Errettung
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Anhang: Das ewige Feuer und die äußerste Finsternis
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Anspruch und Ziel Eine wissenschaftliche, neutestamentliche Themenstudie steht in der Verpf lichtung, folgende Bedingungen zu erfüllen: Sie muss alle relevanten Stellen, in welchen über das behandelte Thema gesprochen wird, einbeziehen. Gleichzeitig darf sie keine Widersprüche zwischen den einzelnen neutestamentlichen Aussagen enthalten. Sie muss demnach alle Aussagen zu einem Thema synchronisieren und in einen schlüssigen Zusammenhang bringen, ohne auch nur eine einzige relevante Stelle außer Acht zu lassen, zu ignorieren oder zu ihr in Widerspruch zu geraten. Da das Neue Testament in Bezug auf untere Örter der Erde, gefallene Engel und ewige Strafe zum Teil nur Andeutungen gibt und diese danach nicht weiter ausführt, muss eine analytische Auslegung dieser Stellen an dem Punkt enden, an welchem das Neue Testament keine weiteren Präzisierungen vornimmt und darf keine spekulativen Elemente enthalten.
Überblick aller Orte der Strafe Was Luther in weiten Teilen mit „Hölle“ übersetzte, unterliegt im Urtext des Neuen Testaments einer ausgeprägten Differenzierung. Sie besteht in „Gehenna des Feuers“, „Hades“ (Reich der Toten), „Tartarus“, „Abgrund“ und „See des Feuers“. Verschiedene dieser Orte werden auch als Gefängnis oder Kerker bezeichnet, ohne dass das Gefängnis einen eigenständigen Ort parallel zu den anderen genannten darstellen würde. Jesus spricht über den „Hades“ im Zusammenhang mit dem reichen Mann und dem armen Lazarus, während Er in den meisten Seiner Reden die Begriffe „Finsternis“ (auch „äußerste Finsternis“), „unauslöschliches Feuer“ oder „Gehenna“ gebraucht. Das Reich der Toten (der Hades) verliert ab dem Zeitpunkt des jüngsten Gerichts vollständig seine Funktion und wird selbst in den See des Feuers geworfen (Off b. 20, 14). Auch der Abgrund spielt ab dem Zeitpunkt des jüngsten Gerichts zumindest in Bezug auf Satan keine Rolle mehr (Off b. 20, 7 + 10). Den weiteren Verbleib des Abgrunds nach dem jüngsten Gericht lässt das Neue Testament unerwähnt, ebenso wie den Umstand, ob sich in ihm nach diesem Zeitpunkt (Off b. 20, 11 – 15) noch dämonische Wesen befinden werden. Der See des Feuers findet seine erste Erwähnung (1) im Neuen Testament am Tag der sichtbaren Wiederkunft Jesu (Off b. 19, 20) und ist vorher entweder nicht existent oder in Bezug auf Wesen – welcher Gestalt auch immer – inhaltsleer. Der Tartarus wird im Neuen Testament nur ein einziges Mal namentlich genannt. Er spielt in Bezug auf die Seelen von Menschen vor oder nach dem jüngsten Gericht keine Rolle, sondern vielmehr in Bezug auf sündigende Engel. Bei diesen wiederum handelt es sich nicht um diejenigen
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gefallenen Engel, welche Satan – vor der Erschaffung des Menschen – in seiner Rebellion gegenüber Gott folgten, sondern um eine weitere Gruppe, welche nach der Erschaffung des Menschen in Lust gegenüber menschlichen Frauen entbrannten und mit ihnen Wesen zeugten, welche das Alte Testament als „Riesen“ beschreibt. Die Sünde der Satan folgenden Engel war Rebellion; die Sünde im Tartarus verwahrter Engel hingegen Lust. Im Gegensatz zu den letztgenannten sündigenden Engeln, welche im Tartarus verwahrt werden, besitzen die ursprünglich rebellierenden Engel noch ihre Freiheit und sind uns bekannt als „Fürstlichkeiten, Obrigkeiten, Weltbeherrscher dieser Finsternis und Geistwesen der Bosheit an himmlischen Orten“ (Epheser 6, 12). Obwohl Judas das Wort Tartarus nicht verwendet, scheint er in Judas 1, 6 + 7 über dieselben sündigenden Engel und denselben Ort zu sprechen, mindestens aber darüber, dass sündigende Engel (Boten Gottes) für den Tag des Gerichts verwahrt werden. Ob der Tartarus weiterhin als Ort des Gebundenseins für dämonische Geister oder gefallene Engel bestehen bleibt, oder alle bis zum jüngsten Gericht in ihm verwahrten Wesen nach ihrem Gericht ebenfalls in den See des Feuers geworfen werden, erwähnt das Neue Testament nicht ausdrücklich, ebenso wie den Umstand, zu welchem Zeitpunkt das Gericht für gefallene Geister stattfinden wird (2. Petrus 2, 4 / Judas 6 + 7). Wenn Judas jedoch die Formulierung verwendet „zum Gericht des großen Tages“ verwahrt zu werden, liegt die Vermutung nahe, dass „der große Tag“ auf das jüngste Gericht deutet, und die gerichteten Engel danach nicht erneut in den Tartarus verbracht werden. Die Offenbarung zeigt, dass zuerst der Antichrist (das Tier) und sein falscher Prophet (Off b. 19, 20), später Satan selbst (Off b. 20, 10) und nach dem jüngsten Gericht diejenigen Menschen, deren Namen sich nicht im Buch des Lebens finden, in den See des Feuers geworfen werden. Sie spricht nicht über eine Strafe für dämonische Wesen an diesem Ort. Die Tatsache jedoch, dass Jesus selbst in Matth. 25, 41 sagt: „Geht von Mir, ihr Verfluchten,
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in das äonische Feuer, das dem Widerwirker und seinen Boten bereitet ist!“ legt in besonderer Weise nahe, dass es sich bei dem „äonischen Feuer“ um den See des Feuers handelt (Off b. 20, 10), als auch, dass Satans Boten (ihm in seiner Rebellion gefolgte frühere Engel und heutige dämonische Wesen) ihre Strafe am gleichen Ort erleiden wie ihr Anführer. Im Bericht über den reichen Mann und den armen Lazarus (Lukas 16, 19 – 31) spricht Jesus davon, dass der Reiche sich nach seinem Tode im Hades (dem Reich der Toten) befindet und dort große Qualen leidet (Lukas 16, 23 + 24). Die Offenbarung zeigt, dass der Hades zuerst seine Toten für das letzte Gericht vor dem Thron Gottes freigibt (Off b. 20, 13), um im Zuge des Gerichts ebenfalls in den See des Feuers geworfen zu werden (Off b. 20, 14). Sie bezeichnet den See des Feuers als zweiten Tod (Off b. 20, 14). Der Hades (das Totenreich) wird somit am Ende dieses Zeitalters sowie des tausendjährigen Reiches in den zweiten Tod geworfen werden (Off b. 20, 14). Es scheint, dass unerettete Menschen nach ihrem Tod in den Hades gehen (Lukas 16, 23), dort große Qualen leiden, nach Ablauf des tausendjährigen Reiches (Off b. 20, 5) für den Tag des Gerichts auferstehen, um vor dem großen weißen Thron zu stehen und gerichtet zu werden (Off b. 20, 11 + 12) und danach, wenn ihre Namen sich nicht im Buch des Lebens finden, in den See des Feuers geworfen werden (Off b. 20, 15). Somit scheinen unerrettete Menschen nicht sofort nach ihrem Tode gerichtet zu werden ( Joh. 5, 29) und sie scheinen auch nicht sofort an einen endgültigen Ort zu gehen. Menschen, die stattdessen in Christus sterben, werden kurze Zeit vor der Entrückung auferweckt (1. Thess. 4, 13 – 16) (2) und mit den lebenden Entrückten dem Herrn entgegengeführt (1. Thess. 4, 17). Sie werden nicht mehr vor dem großen weißen Thron des letzten Gerichts stehen müssen ( Joh. 5, 24), sondern ihre Beurteilung findet zu einem anderen Zeitpunkt vor der Preisrichterbühne des Christus statt (Römer 14, 10 /
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2. Kor. 5, 10), wobei diese nicht über ihre ewige Errettung oder Verlorenheit, sondern über das Maß ihres Lohnes sowie ihren Status in den Himmeln entscheidet. Ob Menschen, die sich zuvor im Hades befanden und nach Ablauf des tausendjährigen Reiches für das Gericht vor dem Thron Gottes auferweckt werden, eine Möglichkeit haben, nicht in den See des Feuers geworfen zu werden, kann ich nicht beantworten. Es erscheint unwahrscheinlich, wird aber aus der Stelle selbst (Off b. 20, 13 + 15) nicht deutlich. Petrus schreibt: „Denn auch Christus ist einmal der Sünden wegen für uns gestorben, als Gerechter für Ungerechte, damit Er uns zu Gott führe, im Fleisch zwar zu Tode gebracht, im Geist aber lebendig gemacht, in welchem Er auch hinging und den Geistern im Gefängnis heroldete, denen, die einstmals widerspenstig waren, als die Geduld Gottes in den Tagen Noahs langmütig wartete, während die Arche errichtet wurde, in der wenige, das heißt acht Seelen, durch das Wasser hindurchgerettet wurden.“ (1. Petrus 3, 18) Ergänzt wird diese Aussage durch 1. Petrus 4, 6: „Denn dazu wurde auch Toten Evangelium verkündigt, damit sie gerichtet würden zwar Menschen gemäß im Fleisch, aber lebeten Gott gemäß im Geist.“ Hierbei handelt es sich um die beiden einzigen Stellen, welche über eine „zweite Chance“ für Menschen nach ihrem Tode sprechen. Erstere wird begrenzt auf Menschen vor Beginn des Neuen Bundes, speziell diejenigen, welche zur Zeit der Sintf lut ihr Leben verloren. Warum das Wort Gottes dies tut wissen wir nicht. Würde allen Menschen, welche vor dem ersten Kommen Jesu lebten, eine „zweite Chance“ gegeben, warum sollte Petrus den Kreis der menschlichen Geister, denen Jesus im Kerker predigte, auf Menschen zur Zeit der Sintf lut begrenzen? Die Stellen sagen nicht, dass diese Predigten gegenüber toten Geistern beständig oder wiederholt stattfinden, denn beide berichten über die Vergangenheit. Es ist nicht klar, ob Petrus sich in 1. Petrus 4, 6 auf seine vorherige Aussage in
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1. Petrus 3, 18 – 20 und damit auf menschliche Geister aus der Zeit Noahs bezieht, oder diesen Kreis in 1. Petrus 4, 6 unter Umständen erweitert, was jedoch wiederum keinen Rückschluss auf eventuelle künftige Verkündigungen des Evangeliums im Totenreich zuließe. Dies macht eine Sicherheit darüber, alle toten Geister aller Zeiten könnten eine zweite Chance erhalten, unbeweisbar, und Jünger Jesu, denen der Missionsbefehl übertragen wurde, sollten keine unsicheren Hoffnungen in den Gedanken setzen, alle Menschen, die während ihres Lebens nicht erreicht oder gewonnen werden konnten, würden nach ihrem Tod das Evangelium noch einmal von Jesus persönlich hören. Die Größe und Güte Gottes wird möglicherweise Wege finden, selbst denen, die ohne das Evangelium starben, eine zweite Chance einzuräumen, doch das Neue Testament bietet uns keine auf Beweisen beruhende Hoffnung, welche uns berechtigen würde, den Missionsauftrag auf eine Weise zu erfüllen, als wenn die Errettung von Menschen zu ihren Lebzeiten verzichtbar und zu einem späteren Zeitpunkt „nachholbar“ wäre.
(1)
Bereits Off b. 14, 9 - 12 beschreibt den See des Feuers (ohne das Wort selbst zu erwäh-
nen), jedoch für eine zukünftige Zeit, während Off b. 19, 20 von den ersten Wesen spricht, die in den See des Feuers geworfen werden. (2)
Nach unserer Erkenntnis bedeutet dies nicht einen Schlaf der Seelen oder des Geistes
derer, die in Christus starben, sondern die Auferweckung des Leibes zu einem Körper der Unvergänglichkeit (1. Kor. 15, 35 - 53).
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Der Aufenthalt Jesu zwischen Kreuzigung und Auferstehung Aber die Gerechtigkeit aus Glauben sagt so: Sprich nicht in deinem Herzen: Wer wird in den Himmel hinaufsteigen (das heißt, um Christus herabzuführen)? Oder: Wer wird in den Abgrund hinabsteigen (das heißt, um Christus aus den Toten heraufzuführen)? Sondern was sagt sie: Nahe ist dir der Ausspruch, in deinem Mund und in deinem Herzen; dies ist das Wort des Glaubens, den wir herolden (Römer 10, 6 – 9). Darum heißt es: In die Höhe aufgestiegen, hat Er die Gefangenschaft gefangen genommen und den Menschen Gaben gegeben. Das „Er stieg hinauf “ aber, was besagt es anderes, als dass Er auch zuvor hinabstieg in die unteren Teile der Erde? Er, der Hinabgestiegene, ist derselbe, der auch aufgestiegen ist, hoch über alle Himmel, um das All zu vervollständigen. (Epheser 4, 8 – 10) Denn auch Christus ist einmal der Sünden wegen für uns gestorben, als Gerechter für Ungerechte, damit Er uns zu Gott führe, im Fleisch zwar zu Tode gebracht, im Geist aber lebendig gemacht, in welchem Er auch hinging und den Geistern im Gefängnis heroldete, denen, die einstmals widerspenstig waren, als die Geduld Gottes in den Tagen Noahs langmütig wartete, während die Arche errichtet wurde, in der wenige, das heißt acht Seelen, durch das Wasser hindurchgerettet wurden. (1. Petrus 3, 18 – 20) Denn dazu wurde auch Toten Evangelium verkündigt, damit sie zwar dem Fleisch nach als Menschen gerichtet würden, dem Geist nach aber Gott gemäß leben. (1. Petrus 4, 6) „Männer, Israeliten, hört diese Worte: Jesus, den Nazarener, unter euch als ein von Gott gesandter Mann durch Machttaten, Wunder und Zeichen erwiesen, die Gott durch Ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst, diesen Jesus, der euch nach dem festgesetzten Ratschluss und der Vorer-
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kenntnis Gottes ausgeliefert wurde, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz heften und hinrichten lassen; den hat Gott auferstehen lassen, indem Er die Wehen des Todes löste, weil Er unmöglich von ihm gehalten werden konnte. David sagt nämlich von Ihm: Ich sah den Herrn allezeit vor mir und hielt Ihn mir vor Augen; denn Er ist zu meiner Rechten, damit ich nicht erschüttert werde. Deshalb wurde mein Herz fröhlich, und meine Zunge frohlockt. So wird auch mein Fleisch noch zelten in Erwartung, weil Du meine Seele nicht im Hades lassen wirst, noch Deinen Huldreichen dahingeben, Verwesung zu gewahren. Du hast mir Wege des Lebens bekannt gemacht; Du wirst mich mit Frohsinn erfüllen vor Deinem Angesicht. Männer, Brüder, es sei mir erlaubt, mit Freimut von unserem Urvater David zu euch zu reden: Auch er verschied und wurde begraben, und sein Grab ist bis auf diesen Tag bei uns. Da er nun ein Prophet war und wusste, dass Gott ihm mit einem Eid geschworen hatte, einen aus der Frucht seiner Lehnende, auf seinen Thron zu setzen, hat er voraussehend von der Auferstehung des Christus gesprochen: Weder wurde Er im Hades gelassen, noch gewahrte Sein Fleisch Verwesung. Diesen Jesus hat Gott auferstehen lassen, dafür sind wir alle Zeugen. Nachdem Er nun zur Rechten Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des Geistes, des heiligen, vom Vater erhalten hat, gießt Er das aus, was ihr jetzt erblickt und hört. Denn nicht David ist in die Himmel hinaufgestiegen, sagte er doch selbst: Es sprach der Herr zu meinem Herrn: Setzte Dich zu Meiner Rechten, bis Ich Deine Feinde zum Schemel Deiner Füße lege! Mit Sicherheit erkenne daher das ganze Haus Israel, dass Gott Ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.« (Apg. 2, 22 – 36) *** Gemäß der von Petrus zu Pfingsten zitierten Prophetie Davids befand sich Jesus zwischen seiner Kreuzigung und der Auferstehung im Hades (dem Reich der Toten). (Anmerkung: Selbst wenn – wie einige Theologen annehmen – Apg. 2, 27 + 31 übersetzt werden sollte im Sinne von „wirst du meine Seele nicht dem Hades überlassen“ (also diese Stelle nicht zum
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Inhalt hätte, dass Christus sich vorübergehend im Hades befand), würde dies nichts an der Aussage von Römer 10, 6 – 9 und Epheser 4, 9 + 10 ändern, dass Christus nicht direkt in den Himmel ging, sondern hinabstieg in die unteren Örter der Erde). Paulus macht nicht deutlich, ob er mit „gefangengenommener Gefangenschaft“ (Epheser 4, 8) ehemals verlorene Seelen oder dämonische Kräfte meint, doch hat das keinen Einf luss auf den Umstand, dass Jesus sich tatsächlich an unteren Örtern befand. Es würde großen Sinn ergeben, wenn Jesus stellvertretend den Hades schmeckte, um Tod und Hades die Macht zu nehmen und die Schlüssel des Hades zu erhalten (Off b. 1, 18). Römer 10 scheint – sofern Paulus nicht im erweiterten oder metaphorischen Sinne spricht – darauf hinzudeuten, dass Jesus sich vorübergehend im Abgrund befand, ohne dass Paulus Zweck und Inhalt dieses Aufenthalts erwähnt. Dem bittenden Mörder am Kreuz versichert Jesus: „Wahrlich, Ich sage dir heute: Mit Mir wirst du im Paradiese sein.“ (Lukas. 23, 43). Die häufige Übersetzung: „Wahrlich ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein“ scheint unrichtig, denn allen Anzeichen nach ging Jesus am Tag Seiner Kreuzigung nicht unmittelbar ins Paradies. Da Jesus keine unzutreffenden Versprechen gibt, scheint erstere Übersetzung mehr den Tatsachen zu entsprechen. Zu Maria sagte Jesus nach Seiner Auferstehung: „Rühre Mich nicht an, denn Ich bin noch nicht aufgestiegen zu Meinem Vater.“ (Joh. 20, 17). Jesus wurde aus den Toten auferweckt (Römer 4, 24 / Römer 6, 4 + 9). Er wurde in der Auferstehung nicht vom Himmel oder aus dem Paradies erneut auf die Erde gesandt, sondern war noch nicht aufgestiegen zu Seinem Vater. Wenn Jesus sich zwischen Seiner Kreuzigung und Seiner Auferstehung nicht im Himmel befand, scheint es umso wahrscheinli-
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cher, dass Er sich an unteren Örtern der Erde, im Abgrund und im Hades auf hielt, um dort Teile der Erlösung und Stellvertretung zu vollbringen bzw. bestimmte göttliche Aufgaben zu erfüllen. Petrus sagt, dass Christus im Geiste hinging und den Geistern im Gefängnis heroldete, die zur Zeit Noahs widerspenstig waren. Sofern die Chronologie von Bedeutung ist, geschah dies nach Seiner Auferweckung (... im Geist aber lebendig gemacht, in welchem Er auch hinging und den Geistern im Gefängnis heroldete ...). Denn dazu wurde auch Toten Evangelium verkündigt, damit sie zwar dem Fleische nach als Menschen gerichtet würden, dem Geist nach aber Gott gemäß leben. (1. Petrus 4, 6) Die Stelle ist in sich selbst nicht ein-eindeutig auslegbar, könnte aber im Zusammenhang stehen mit 1. Petrus 3, 18 – 20. Niemand anderes hat jemals oder könnte Toten das Evangelium verkündigen als Jesus allein.
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Satans Aufenthaltsort in Gegenwart und Zukunft Vieles deutet darauf hin, dass Satan sich derzeit in himmlischen Regionen befindet, um Gläubige vor Gott zu verklagen (Off b. 12, 10 b). Im Laufe der letzten Jahre dieser Erde wird er nach einem Kampf mit dem Erzengel Michael aus dem Himmel auf die Erde geworfen werden (Off b. 12, 9), wo er weiß, dass ihm nur kurze Zeit bleibt (Off b. 12, 12). Bei der sichtbaren Wiederkunft Jesu wird er durch einen starken Engel mit einer großen Kette gebunden und danach für tausend Jahre im Abgrund verwahrt (Off b. 20, 1 – 3). Nach Ablauf des tausendjährigen Reiches wird er für eine kurze Zeit freigelassen werden, um die Nationen dieser Erde gegen die heilige Stadt zu versammeln (Off b. 20, 7 + 8). Nachdem Feuer Gottes diesen Angriff vereitelt (Off b. 20, 9), wird Satan für immer in den See des Feuers geworfen (Off b. 20, 10), wo sich bereits der Antichrist und der falsche Prophet befinden (Off b. 20, 10). Entgegen der landläufigen Meinung befindet sich Satan derzeit offensichtlich nicht an irgend einem der Orte, welche Luther mit Hölle übersetzt, und hat auch nicht das geringste Interesse daran, dahin zu gehen. Etwas wie eine Hölle scheint nicht das Reich Satans zu sein, sondern der Ort seiner zukünftigen, ewigen Strafe. Er selbst quält Menschen nicht in einer Hölle, sondern sein Vergehen ist es, Menschen mit sich an diesen schrecklichen Ort der Strafe zu nehmen. Man könnte sagen, er verführt Menschen in der Weise, dass sie als Konsequenz ihrer Trennung von Gott als auch ihrer konkreten Sünden mit ihm an den Ort gehen, der eigentlich als Strafe für ihn, dämonische Engel, den Antichristen und den falschen Propheten vorgesehen ist. Wenn Satan während des tausendjährigen Reiches im Abgrund gebunden und verwahrt wird (Off b. 20, 1 – 3), kann der Abgrund vermutlich kein Ort sein, an welchem er sich vorher freiwillig auf halten würde.
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Der See des Feuers ist bis zur sichtbaren Wiederkunft Jesu als Aufenthaltsort für welches Wesen auch immer noch nicht aktiv. Zwischen der Wiederkunft Jesu (Off b. 19, 11 – 20) und dem jüngsten Gericht (Off b. 20, 11 – 15) scheinen der Antichrist (das Tier) und der falsche Prophet die einzigen Wesen zu sein, die sich im See des Feuers befinden (Off b. 19, 10 + 20). Da der See des Feuers einen Ort zukünftiger, ewiger Strafe für Satan (Off b. 20, 10), dämonische Engel (Matth. 25, 41), den Antichristen (Off b. 19, 20), den falschen Propheten (Off b. 19, 20), Menschen, die das Zeichen des Tieres annehmen (Off b. 14, 9 – 11) und Menschen, deren Namen nicht im Buch des Lebens stehen (Off b. 20, 15) darstellt, ist unschwer zu erkennen, dass Satan sich weder derzeit im See des Feuers befindet, noch der See des Feuers ein Ort seiner Wahl oder seines Einf lusses ist. Das Neue Testament spricht ebenfalls niemals darüber, dass der Hades (das Reich der Toten) oder der Tartarus Orte wären, an welchen sich Satan derzeit oder in Zukunft auf halten würde. Wenn Off b. 12, 12 sagt, dass Satan, nachdem er aus dem Himmel geworfen wurde, nur kurze Zeit verbleibt, dann kann dieser Hinauswurf nicht die Zeit vor der Erschaffung des Menschen meinen. Wenn darüber hinaus Off b. 12, 10 sagt, dass Satan die Brüder vor den Augen Gottes Tag und Nacht verklagt, müssen wir festhalten, dass es vor der Erschaffung des Menschen, als Luzifer gegen Gott rebellierte und zu Satan wurde, noch keine Brüder gab, die hätten verklagt werden können. Auch würde Gott nicht den Himmel verlassen, um sich an einem beliebigen Ort in der Nähe Satans dessen Klagen gegen Brüder anzuhören, weshalb wir schlussfolgern müssen, dass Satan nur dann Tag und Nacht vor den Augen Gottes die Brüder verklagen kann, wenn er sich dazu auch in der Nähe Gottes auf hält.
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Unterwelten, Satan und der See des Feuers
Paulus bezeichnet Satan als „Fürsten des Vollmachtsgebietes der Luft“ (Epheser 2, 2) und beschreibt unseren geistlichen Kampf als gegen „Fürstlichkeiten, Obrigkeiten, Weltbeherrscher dieser Finsternis und Geistwesen der Bosheit an himmlischen Orten“ (Epheser 6, 12). Übereinstimmend mit Offenbarung 12, 7 – 12 deuten alle neutestamentlichen Aussagen darauf hin, dass Satan demnach bis kurz vor der Wiederkunft Jesu nicht an höllenähnlichen Orten, vielmehr aber in himmlischen Regionen residiert, während er danach für „eine kurze Zeit“ auf der Erde wütet (Off b. 12, 12), um darauf hin 1.000 Jahre im Abgrund gebunden und später ewiger Strafe zugeführt zu werden.
Anmerkung: Einige Ausleger vertreten die Ansicht, Off b. 12, 7 – 12 hätte ihre Erfüllung gefunden in Lukas 10, 18, als Jesus sagte: „Ich schaute den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel fallen.“ Der im Umfeld der Aussendung der Zweiundsiebzig geschehene Kontext ist allerdings zu marginal, um die in Off b. 12 durch Johannes beschriebene, vom Erzengel Michael geführte Schlacht im Himmel und den damit verbundenen dauerhaften Hinauswurf Satans aus himmlischen Regionen zu rechtfertigen, denn Jesus selbst, als auch die zuvor ausgesandten zwölf Jünger, taten exakt dieselben Dinge wie die Zweiundsiebzig, was dem Wirken der Zweiundsiebzig seine Einzigartigkeit als Auslöser eines möglichen besonderen Kampfes im Himmel nimmt. Dem Prinzip folgend, keine spekulativen Auslegungen vorzunehmen, kann nur vermutet werden, dass es sich um einen temporären „Wutanfall“ Satans handelte, welcher mitansehen musste, wie eine nie zuvor gesehene Zahl in göttlicher Vollmacht ausgestatteter Jünger an vielen Orten gleichzeitig Menschen aus seiner Herrschaft befreit (Lukas 10, 8 + 17 + 19).
Kapitel 4 - Der Tartarus
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Der Tartarus „Denn wenn Gott sündigende Boten nicht verschont hat, sondern sie in dunkle Verliese des Tartarus tat und sie so dahingab, um sie als zu Bestrafende zum Gericht zu verwahren ...“ (2. Petrus 2, 4) Aber auch die Boten, die ihre Oberherrschaft nicht bewahrt, sondern die eigene Behausung verlassen haben, hat Er zum Gericht des großen Tages in unwahrnehmbaren Fesseln in Dunkelheit verwahrt. Wie Sodom und Gomorra samt den um sie liegenden Städten, die in gleicher Weise wie diese (die Boten) außerordentlich gehurt haben und hinter andersartigem Fleisch hergingen, als Beispiel vor uns liegen, indem sie die gerechte Vergeltung äonischen Feuers erleiden.“ ( Judas 6 + 7) *** Der Tartarus wird im Neuen Testament nur ein einziges Mal namentlich genannt. Er spielt in Bezug auf die Seelen von Menschen vor oder nach dem jüngsten Gericht keine Rolle, sondern vielmehr in Bezug auf sündigende Engel. Bei diesen wiederum handelt es sich nicht um diejenigen gefallenen Engel, welche Satan vor der Erschaffung des Menschen in seiner Rebellion gegenüber Gott folgten, sondern um eine weitere Gruppe, welche nach der Erschaffung des Menschen in Lust gegenüber menschlichen Frauen entbrannten und mit ihnen Wesen zeugten, welche das Alte Testament als „Riesen“ beschreibt. Die Sünde der Satan folgenden Engel war Rebellion; die Sünde im Tartarus verwahrter Engel hingegen Lust. Im Gegensatz zu letztgenannten sündigenden Engeln, welche im Tartarus verwahrt werden, besitzen die ursprünglich rebellierenden Engel noch ihre Freiheit und sind uns bekannt als „Fürstlichkeiten, Obrigkeiten, Weltbeherrscher dieser Finsternis und Geistwesen der Bosheit an himmlischen Orten“ (Epheser 6, 12).
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Unterwelten, Satan und der See des Feuers
Obwohl Judas das Wort Tartarus nicht verwendet, scheint er in den Versen 6 + 7 seines Briefes über dieselben sündigenden Engel und denselben Ort zu sprechen, mindestens aber darüber, dass sündigende Engel für den Tag des Gerichts verwahrt werden. Ob der Tartarus weiterhin als Ort des Gebundenseins für gefallene Engel bestehen bleibt oder alle bis zum jüngsten Gericht in ihm verwahrten Wesen nach ihrem Gericht ebenfalls in den See des Feuers geworfen werden erwähnt das Neue Testament nicht ausdrücklich, ebenso wie den Umstand, zu welchem Zeitpunkt das Gericht für gefallene Geister stattfinden wird (2. Petrus 2, 4 / Judas 6 + 7). Wenn Judas jedoch die Formulierung verwendet „zum Gericht des großen Tages“ verwahrt zu werden, liegt die Vermutung nahe, dass „der große Tag“ auf das jüngste Gericht deutet und die gerichteten Engel danach nicht erneut in den Tartarus verbracht werden.
Kapitel 5 - Der Abgrund
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Der Abgrund Der Begriff des Abgrunds erscheint einmal bei Lukas, einmal bei Paulus und sieben Mal in der Offenbarung. Im Folgenden zunächst der Wortlaut aller Stellen, in denen das Neue Testament über den Abgrund spricht: Dann fuhren sie weiter bis in die Gegend von Gergesa, die Galiläa gegenüber ist. Dort stieg Er an Land; da kam Ihm ein Mann aus der Stadt entgegen, der Dämonen hatte; seit geraumer Zeit hatte er keine Kleidung angezogen und war in keinem Haus geblieben, sondern hatte sich in den Gräbern aufgehalten. Als er Jesus gewahrte, fiel er aufschreiend vor Ihm nieder und rief mit lauter Stimme: »Was ist zwischen mir und Dir, Jesus, Du Sohn Gottes, des Höchsten? Ich f lehe Dich an: quäle mich nicht!« Denn Er hatte dem unreinen Geist geboten, aus dem Mann auszufahren; denn seit längerer Zeit hatte jener ihn gepackt. Mit Ketten und Fußschellen war er gebunden und verwahrt worden; doch die Fesseln zerreißend, wurde er von dem Dämon in die Wildnis getrieben. Jesus fragte ihn: »Was ist dein Name?« Da antwortete er: »Legion«; denn es waren viele Dämonen in ihn gefahren. Die f lehten Ihn an, damit Er ihnen nicht gebiete, in den Abgrund zu gehen. Nun war dort an dem Berg ein beträchtlicher Auftrieb weidender Schweine. Und die Dämonen f lehten Ihn an, dass Er ihnen gestatten möge, in dieselben zu fahren. Er gestattete es ihnen sofort. Da fuhren die Dämonen aus dem Menschen, fuhren in die Schweine, und der gesamte Auftrieb stürmte den Abhang hinab in den See und ertrank. (Lukas 8, 26 – 33) Und der fünfte Bote posaunte: Da gewahrte ich einen aus dem Himmel auf die Erde gefallenen Stern; ihm wurde der Schlüssel des Brunnens des Abgrunds gegeben; er öffnete den Brunnen des Abgrunds, und es stieg Rauch aus dem Brunnen herauf, wie der Rauch eines großen Hochofens, und verfinstert wurde die Sonne und die Luft durch den Rauch des Brunnens. Aus dem Rauch heraus kamen Heuschrecken auf die Erde, und ihnen wurde Vollmacht gegeben, wie die Skorpione der Erde Vollmacht haben. Und ihnen wurde geboten, dass sie das Gras der Erde nicht beschädigen
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sollten noch irgendetwas Grünes noch irgendeinen Baum, ausgenommen Menschen, die nicht das Siegel Gottes auf ihren Stirnen haben. Und ihnen wurde Weisung gegeben, dass sie sie nicht töteten, sondern dass sie fünf Monate lang gequält würden; ihre Qual war wie die Qual vom Skorpion, wenn er einen Menschen sticht. In jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und ihn keinesfalls finden; sie werden zu sterben begehren, doch der Tod flieht von ihnen. Die Gleichgestalt aber der Heuschrecken war zur Schlacht bereit gemachten Pferden gleich, und auf ihren Köpfen war etwas wie goldgleiche Kränze, und ihre Angesichter waren wie Angesichter von Menschen. Sie hatten Haare wie Frauenhaare, und ihre Zähne waren wie die der Löwen. Sie hatten Panzer wie eiserne Panzer, und das Geräusch ihrer Flügel war wie das Geräusch von Streitwagen mit vielen Pferden, die zur Schlacht rennen. Sie haben Schwänze gleich Skorpionen und Stacheln, und in ihren Schwänzen ist ihre Vollmacht, den Menschen fünf Monate lang zu schaden. Sie haben als König über sich den Boten des Abgrunds, dessen Name auf Hebräisch Abaddon ist, im Griechischen hat er den Namen Apollyon. Das eine Wehe ging dahin, siehe, es kommen noch zwei Wehe danach. (Off b. 9, 1 – 12) Ich werde es Meinen zwei Zeugen geben, dass sie eintausendzweihundertundsechzig Tage lang prophetisch reden, mit Sacktuch umhüllt. Diese sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor den Augen des Herrn der Erde stehen. Und wenn jemand ihnen schaden will, geht Feuer aus ihrem Mund hervor und verzehrt ihre Feinde; ja, wenn jemand ihnen schaden wollte, muss er getötet werden. (...) Wenn sie ihr Zeugnis beendet haben, wird das aus dem Abgrund heraufsteigende wilde Tier mit ihnen streiten, sie überwinden und sie töten. Und ihre Leichname werden auf der »breiten« Straße der großen Stadt liegen, die geistlicherweise »Sodom und Ägypten« heißt, wo auch ihr Herr gekreuzigt wurde. Und viele aus den Völkern, Stämmen, Zungen und Nationen werden ihre Leichname drei und einen halben Tag lang erblicken und nicht zulassen, dass ihre Leichname in ein Grab gelegt werden. Und die auf Erden Wohnenden freuen sich über sie und sind fröhlich; und werden einander Gaben senden, weil diese zwei Propheten die auf Erden Wohnenden gequält hatten. Doch nach den dreieinhalb Tagen fuhr Geist des Lebens aus Gott in sie, und sie standen wieder auf ihren Füßen; und große Furcht befiel alle, die sie schauten. (Offb. 11, 3 – 11)
Kapitel 5 - Der Abgrund
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Dann kam einer von den sieben Boten, die die sieben Schalen hielten, und sprach zu mir: »Herzu! Ich will dir das Urteil über die große Hure zeigen, die an vielen Wassern sitzt, mit der die Könige der Erde gehurt haben, und von dem Wein ihrer Hurerei wurden die auf der Erde Wohnenden berauscht.« Darauf brachte er mich im Geist in eine Wildnis. Dort gewahrte ich eine Frau auf einem scharlachroten wilden Tier sitzen, dicht voller Namen der Lästerung. Es hatte sieben Köpfe und zehn Hörner. Die Frau war mit Purpur und Scharlach umhüllt und vergoldet mit Gold und mit kostbaren Steinen und Perlen geschmückt; in ihrer Hand hielt sie einen goldenen Becher, bis zum Rand voll mit den Gräueln und unreinen Dingen ihrer Hurerei und denen der Erde. Auf ihrer Stirn war ein Name geschrieben: »Geheimnis – Babylon die Große – die Mutter der Huren und der Gräuel der Erde«. Und ich gewahrte die Frau, berauscht vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu. Da staunte ich, als ich sie gewahrte, und geriet in großes Erstaunen. Dann sagte der Bote zu mir: »Weshalb staunst du? Ich werde dir das Geheimnis der Frau ansagen und des wilden Tieres, das sie trägt, und die sieben Köpfe und die zehn Hörner hat. Das wilde Tier, das du gewahrtest, war da und ist nun nicht mehr. Es schickte sich an, aus dem Abgrund heraufzusteigen, doch geht es seinem Untergang entgegen. Dann werden die auf Erden Wohnenden staunen, deren Namen nicht auf die Rolle des Lebens geschrieben sind von dem Niederwurf der Welt an, wenn sie das wilde Tier erblicken: das da war und nun nicht mehr ist und wieder anwesend sein wird. Hier gilt der Denksinn, der mit Weisheit erfüllt ist: Die sieben Köpfe sind sieben Berge, wo die Frau über ihnen sitzt, dies sind sieben Könige. Fünf von ihnen sind gefallen, einer ist noch da, der andere ist noch nicht gekommen. Doch wenn er kommt, soll er nur kurze Zeit bleiben. Das wilde Tier, das da war und nun nicht mehr ist, es selbst ist der Achte. Es ist aus den sieben und geht seinem Untergang entgegen. Die zehn Hörner, die du gewahrtest, sind zehn Könige, die noch kein Königreich erhielten. Aber Vollmacht wie Könige erhalten sie wie für eine Stunde zugleich mit dem wilden Tier. Diese sind einer Meinung und geben ihre Macht und ihre eigene Vollmacht dem wilden Tier. Diese werden mit dem Lämmlein streiten, aber das Lämmlein wird sie überwinden; denn Es ist der Herr der Herren und der König der Könige, und Seine Berufenen und Auserwählten und Getreuen sind mit Ihm.« (Offb. 17, 1 – 14)
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Unterwelten, Satan und der See des Feuers
Dann gewahrte ich einen anderen Boten aus dem Himmel herabsteigen, der hatte den Schlüssel des Abgrunds und eine große Kette in seiner Hand. Er bemächtigte sich des Drachen, der uralten Schlange (die der Widerwirker und der Satan ist) und band ihn für tausend Jahre. Er warf ihn (Satan) in den Abgrund, schloss zu und versiegelte über ihm (damit er die Nationen nicht mehr irreführe), bis die tausend Jahre vollendet seien. Danach muss er für eine kurze Zeit losgelassen werden. (Off b. 20, 1 – 3) *** Dämonen f lehten Jesus an, ihnen nicht zu gebieten, in den Abgrund zu gehen. Jesus entspricht ihrer Bitte, doch die Bitte der Dämonen scheint darauf hinzudeuten, dass Dämonen bei ihrer Austreibung in den Abgrund zu schicken möglich ist bzw. Jesus die Vollmacht dazu innehat. Gleichzeitig macht es deutlich, dass Dämonen sich während dieses aktuellen Zeitalters nicht automatisch im Abgrund befinden, sondern nur die Möglichkeit besteht, sie in der Vollmacht Jesu dahin zu schicken. In Off b. 9 wird einem aus dem Himmel gefallenen Stern der Schlüssel des Brunnens des Abgrunds gegeben, der diesen darauf hin öffnet. Starker Rauch steigt auf, und in ihm Wesen, welche die Menschheit quälen werden. Diese Wesen haben über sich als König den Boten des Abgrunds, dessen Name auf Hebräisch Abaddon ist, im Griechischen Apollyon. Off b. 11 und 17 zeigen, dass der Antichrist (das Tier) aus dem Abgrund aufsteigt. Offb. 20 wiederum zeigt uns einen starken Engel, welchem der Schlüssel des Abgrunds gegeben wurde, um Satan mit einer Kette zu binden und ihn für die Dauer des tausendjährigen Reiches im Abgrund zu verwahren.
Kapitel 5 - Der Abgrund
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Offene Fragen zum Abgrund Sind der Brunnen des Abgrunds und der Abgrund identisch? Wird der Schlüssel zum Brunnen des Abgrunds später an den starken Engel in Off b. 20, 1 – 3 übergeben, oder sind der Schlüssel zum Brunnen des Abgrunds und der Schlüssel des Abgrunds zwei verschiedene Schlüssel? Welche Art von Wesen steigt für die Gerichte in Off b. 9 aus dem Abgrund auf? Kommt der Antichrist (das Tier) buchstäblich oder sinnbildlich aus dem Abgrund? Handelt es sich hierbei um eine starke dämonische Macht, die einen als Werkzeug und Gefäß dienenden Menschen erfüllt, oder ist der Antichrist ein direktes Wesen aus dem Abgrund, welches menschliche Gestalt annimmt?
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Unterwelten, Satan und der See des Feuers
Kerker und Gefängnisse Kerker oder Gefängnisse bezeichnen im Neuen Testament keine von den bisher beschriebenen abweichenden Orte, sondern vielmehr verschiedene der genannten Orte, welche als Gefängnis fungieren. An 38 von 44 Stellen steht das Wort für irdische Gefängnisse; an einer Stelle für das gefallene Babylon als Gefängnis unreiner Geister (Off b. 18, 2); an den übrigen Stellen für unterirdische oder ewige Gefängnisse der nichtwahrnehmbaren Welt. „Denn auch Christus ist einmal der Sünden wegen für uns gestorben, als Gerechter für Ungerechte, damit Er uns zu Gott führe, im Fleisch zwar zu Tode gebracht, im Geist aber lebendig gemacht, in welchem Er auch hinging und den Geistern im Gefängnis heroldete, denen, die einstmals widerspenstig waren, als die Geduld Gottes in den Tagen Noahs langmütig wartete, während die Arche errichtet wurde, in der wenige, das heißt acht Seelen, durch das Wasser hindurchgerettet wurden.“ (1. Petrus 3, 18 – 20) Christus verkündigte den Geistern im Gefängnis, welche zur Zeit Noahs widerspenstig waren. Inhalt und Resultat Seiner Verkündigung werden nicht in dieser Stelle, eventuell dafür in 1. Petrus 4, 6 näher erklärt. „Wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird Satan aus seinem Gefängnis losgelassen werden.“ (Off b. 20, 7) – An dieser Stelle steht Gefängnis synonym für den Abgrund, in welchem Satan für 1.000 Jahre gebunden sein wird (Off b. 20, 1 – 3). „Denn wenn Gott sündigende Boten nicht verschont hat, sondern sie in dunkle Verliese des Tartarus tat und sie so dahingab, um sie als zu Bestrafende zum Gericht zu verwahren.“ (2. Petrus 2, 4) – Wiederum wird der Tartarus als Verlies bezeichnet, welches seinerseits keinen eigenständigen, von den bisherigen Begriffen abweichenden Ort beschreibt.
Kapitel 7 - Der Hades
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Der Hades (das Totenreich) Und du, Kapernaum! Du wirst nicht bis zum Himmel erhöht werden! Nein, bis in den Hades wirst du hinabgestoßen werden. Denn wenn in Sodom die Machttaten geschehen wären, die bei dir geschehen, so wäre es bis heute geblieben. (Matth. 11, 23 / Lukas 10, 15) Nun sage auch Ich dir: Du bist Petrus, und auf diesem Felsen will Ich Meine herausgerufene Gemeinde bauen, und die Pforten des Hades werden nicht die Oberhand über sie behalten. (Matth. 16, 18) David sagt nämlich von Ihm: Ich sah den Herrn allezeit vor mir und hielt Ihn mir vor Augen; denn Er ist zu meiner Rechten, damit ich nicht erschüttert werde. Deshalb wurde mein Herz fröhlich, und meine Zunge frohlockt. So wird auch mein Fleisch noch zelten in Erwartung, weil Du meine Seele nicht im Hades lassen wirst, noch Deinen Huldreichen dahingeben, Verwesung zu gewahren. Du hast mir Wege des Lebens bekannt gemacht; Du wirst mich mit Frohsinn erfüllen vor Deinem Angesicht. Männer, Brüder, es sei mir erlaubt, mit Freimut von unserem Urvater David zu euch zu reden: Auch er verschied und wurde begraben, und sein Grab ist bis auf diesen Tag bei uns. Da er nun ein Prophet war und wusste, dass Gott ihm mit einem Eid geschworen hatte, einen aus der Frucht seiner Lehnende, auf seinen Thron zu setzen, hat er voraussehend von der Auferstehung des Christus gesprochen: Weder wurde Er im Hades gelassen, noch gewahrte Sein Fleisch Verwesung. Diesen Jesus hat Gott auferstehen lassen, dafür sind wir alle Zeugen. (Apg. 2, 26 – 31) Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige: Auch Ich war tot, und siehe, lebendig bin Ich für die Äonen der Äonen (Amen!). Ich habe die Schlüssel des Todes und des Totenreiches (Hades). (Off b. 1, 18)
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Unterwelten, Satan und der See des Feuers
Und ich gewahrte: Und siehe, ein fahles Pferd, und der darauf Sitzende – sein Name war: Der Tod. Und der Hades folgte ihm, und ihnen wurde Vollmacht über den vierten Teil der Erde gegeben, zu töten durch die Klinge, durch Hunger, durch die Todespest und durch die wilden Tiere der Erde. (Off b. 6, 8) Das Meer gab die Toten her, die darin waren, und der Tod und der Hades gaben die Toten her, die darin waren; und sie wurden verurteilt, ein jeder nach seinen Werken. (Off b. 20, 13) Der Tod und der Hades wurden in den See des Feuers geworfen. Dies ist der zweite Tod: der See des Feuers. (Off b. 20, 14) *** Kapernaum wird bis in den Hades hinabgestoßen werden. Die Pforten des Hades werden die Gemeinde nicht überwältigen. Jesus hat die Schlüssel des Todes und des Totenreiches (Hades). In den letzten Zeiten folgt das Totenreich dem Tod auf dem fahlen Pferd, um ein Viertel der Menschheit zu töten (oder um über ein Viertel der Menschheit Macht zu haben). In Jesu Worten über den reichen Mann und den armen Lazarus wird uns gesagt, dass der Reiche sich nach seinem Tod im Hades (dem Reich der Toten) befindet und dort große Qualen leidet. Dies ist die einzige Stelle im Neuen Testament, welche den Zustand von Seelen im Totenreich beschreibt, es sei denn, die Gehenna des Feuers wäre identisch mit dem Totenreich. (1) Bereits im Totenreich (Hades) leiden die Seelen der Verlorenen große Qual, welche sich im See des Feuers fortsetzt und verstärkt.